Die Zukunft des bikens im Pfälzer Wald

mw.dd

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Ich finde auf der Seite des BMU eher den Hinweis, dass eine FFH Ausweisung alleine keine Wirkung hat und zusätzlich eine Ausweisung als Schutzgebiet notwendig ist
Das ist auch so. Alles andere ist Wunschdenken des Verbandsnaturschutz und Unkenntnis vieler anderer.
Das glaube ich aber nicht, denn scheinbar können sehr viele MTB bergab nicht richtig bremsen oder haben Angst vor einem Überschlag und bremsen deswegen nur hinten. Dann natürlich mit blockiertem Hinterrad und legen dadurch offenliegende Wurzeln immer mehr frei.
1. Wege, die benutzt werden nutzen sich ab (damit will ich die Hinterradbremser nicht in Schutz nehmen)
2. Der Impact, der durch ein paar freiliegende Wurzeln auf das "Ökosystem Wald" entsteht ist vermutlich vernachlässigbar gering. Das gleiche gilt übrigens für verschreckte Rehkitze und überfahrene Blindschleichen.

Disclaimer: Mir ist das "Ökosystem Wald" und das Wohlergehen der darauf angewiesenen Lebewesen in ihrer Gesamtheit sehr wichtig.
 
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Bei den Studien geht ja auch nicht um einzelne Bremsspuren. Sondern um den Gesamt-Impact inkl. Bodenverdichtung, Erosion, etc. Bremsspuren und Hufspuren sind halt das Offensichtliche. Aber man sollte nicht unterschätzen welche Verdichtung und Abtragung durch Wanderschuhe entstehen können. Ich zumindest Folge hier Mal den Studien.
Zudem haben wir gestern im Bereich weißes Dreieck vom Hohninger Tal Richtung Rahnfels gesehen, dass dort auf breiten Waldwirtschaftswegen z.T. 30cm tiefe Ausspülungen zu sehen waren. Und dort gibt es zu 100% keine Bremsspuren. Vielleicht sollte sich der Forst auch Mal im Wald mit den Auswirkungen von Starkregen beschäftigen und nicht so bläd über Bremsspuren reden ..
Dann sind das, nach Sichtweise der Ämter bestimmt Auswirkungen von Bikern... 🙈.

An der Stelle hätte ich nicht mit einer derartigen erosion gerechnet, allem Anschein nach entwässerte dort ursprünglich ein kleiner graben den Wald in einen tiefer gelegenen See...

IMG_20210911_134043.jpgIMG_20210911_134448.jpgIMG_20210911_140354.jpg
 
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Mal eine Frage zu FFH Gebieten.
Hat die Ausweisung als FFH Gebiet eigentlich irgendwelche Konsequenzen? Ich kann darüber nämlich nichts finden.
FFH ist ein Schutzgebiet, wie zB VSG und Naturschutzgebiet...aber eine andere Art von Schutzgebiet...

FFH: Fauna-Flora-Habitat - NATURA2000
VSG: Vogelschutzgebiet - NATURA2000

Und in Verbindung mit zB Managementplänen (die auch Bestandteil von NATURA2000 sind) gibt es auch Konsequenzen...

Es kommt darauf an, wo und welche Arten und Lebensraumtypen vorhanden sind...
 
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Nachdem ich nun eine Antwort auf meine Lesermail zum Artikel im DÜW-Journal von Herrn Kaul, Abteilungsleiter Bauen und Umwelt bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim erhalten habe möchte ich diese der Vollständigkeit halber mit Euch teilen. Die Mail findet Ihr im Anhang da diese sehr lang ausgefallen ist.

Im Kern sind aus meiner Sicht folgende Dinge aus der Mail zu lesen:

1) Die Behörden sind der festen Überzeugung dass die Wege, auf denen wir uns als Mountainbiker bewegen dürfen im Gesetz klar definiert sind. Dies ist leider nicht der Fall. Dass wdie Begriffe "Fußweg" und "Fußpfad" im Gesetz nicht definiert wird spielt keine Rolle. Desweiteren sind die Ausführungen im Gesetz, dass eben die Markierung von Wanderwegen keine Zweckbestimmung im Sinne des Gesetzes darstellt und somit keine Grundlage für eine Einschränkung der befahrbaren Wege darstellt wird leider auch nicht gesehen.

2) Herr Kaul ist der Auffassung, dass ich den Bau von illegalen Trails für gut befnde und die entsprechenden Personen in Schutz nehme. Das ist allerdings definitiv nicht der Fall und ich kann auch keinen Anhaltspunkt dafür in meiner Lesermail finden.

Da ich dies nicht so stehen lassen wollte habe ich mit Herrn Kaul im Anschluss der Mail noch ein längeres insgesamt sehr angenehmes und sachliches Telefongespräch geführt. Hier konnten zumindest die unterschiedlichen Positionen etwas klarer beleuchtet werden. Auch wenn wir keine gemeinsame Basis in Bezug auf die Gesetzeslage gefunden haben waren wir uns zumindest in vielen anderen Punkten einig.
Aus dem Gespräch wurde sehr klar, dass es den Behörden primär um die illegal angelegten Trails geht, die z.T. in Bereichen der Schutzgebiete verlaufen und nicht vorrangig das Befahren von den bekannten schmalen Wanderwegen.
Ich bin gerade dabei mit meinen Bikerkollegen zu klären in wie weit wir hier in der Lage sind eine Gesprächsbasis mit den entsprechenden Behörden zu finden um gemeinsam eine Perspektive zu erarbeiten.

Have fun,

Tobinofear
 

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Karolus

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Aus dem Gespräch wurde sehr klar, dass es den Behörden primär um die illegal angelegten Trails geht, die z.T. in Bereichen der Schutzgebiete verlaufen und nicht vorrangig das Befahren von den bekannten schmalen Wanderwegen.
Für mich ein weiteres Zeichen, dass sich die Vereine und wir als Biker*Innen uns noch viel deutlicher als bisher vom illegalen Trailbau distanzieren sollten. Schade, dass die betreffenden Trailbauer wohl auch nach dieser Aussage von Herrn Kaul noch kein Einsehen haben werden. Schließlich war der Zusammenhang auch schon vorher mehr als deutlich.
Und eines ist ja auch klar; wenn Polizei und Behörden schonmal beim Kontrollieren sind, werden sie bei der Gelegenheit auch gleich die aus ihrer Sicht nicht legale Nutzung des bestehenden Wegnetzes ahnden.
 
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Ich weiß nicht ob hier jemand von den Pfalzbikern aktiv ist. Mich würde aber Mal interessieren wie das Kalmitprojekt aus deren Sicht verlaufen ist. Gerade im Hinblick auf das vom Verein versprochene Gutachten, dass laut Herrn Kaul nicht "geliefert" wurde wie abgesprochen. Im Zweifel werde ich mich mal direkt an die Pfalzbikern wenden um deren Sichtweise einzuholen
 
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Und eines ist ja auch klar; wenn Polizei und Behörden schonmal beim Kontrollieren sind, werden sie bei der Gelegenheit auch gleich die aus ihrer Sicht nicht legale Nutzung des bestehenden Wegnetzes ahnden.
Und genau das ist auch ein Problem, einerseits schreibt er, das die Wanderwege eigentlich kein Problem darstellen, aber auch diese werden in den Artikeln immer wieder mit genannt, und auch geahndet. Es wäre schon viel gewonnen, wenn von seitens der Politik nur Illellegal angelegte trails genannt und der Bau dieser geahndet würde, womit ich keinerlei Probleme hätte. Aber als Tourenbiker deswegen auch in den Fokus zu geraten, sehe ich als riesen Problem an.
 

Symion

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Das ist doch klassische Spalter Rhetorik. Und alle fallen darauf rein!
Die Biker müssen hier zusammenstehen, egal ob sie "illegal" auf schmalen Trails unterwegs sind oder ein Angebot schaffen das von den offiziellen Stellen nicht gewünscht wird aka Trailbau.
Nur so wächst Druck auf die Behörden was zu ändern.

Sieht man sehr schön an den ganzen "illegalen" Spots die nun legalisiert werden.
Wer glaubt als Bittsteller hier nach jahrelangen Diskussionen an runden Tischen etc. voranzukommen, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann ;-p.

Ziviler ungehorsam, eine Form des Protests.
 
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Und genau das ist auch ein Problem, einerseits schreibt er, das die Wanderwege eigentlich kein Problem darstellen, aber auch diese werden in den Artikeln immer wieder mit genannt, und auch geahndet. Es wäre schon viel gewonnen, wenn von seitens der Politik nur Illellegal angelegte trails genannt und der Bau dieser geahndet würde, womit ich keinerlei Probleme hätte. Aber als Tourenbiker deswegen auch in den Fokus zu geraten, sehe ich als riesen Problem an.
Laut Auffassung von Herrn Kaul bist Du als Tourenfahrer auf schmalen Wegen auch nur geduldet. Aber eindeutig gesetzeswidrig unterwegs.

D.h. legal ist ein Fahrradfahrer nach Ansicht der Behörden nur auf breiten Forstwegen. Ich bin nach mehrfachem Lesen der einschlägigen Gesetze ebenso wie der DIMB ganz anderer Meinung.

Aber es sind leider so viele Punkte, die Stirnrunzeln hervorrufen, dass man echt den Überblick behalten muss und man offen gesagt gar nicht weiß wo man zuerst ansetzen sollte.
 
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Sieht man sehr schön an den ganzen "illegalen" Spots die nun legalisiert werden.
Wer glaubt als Bittsteller hier nach jahrelangen Diskussionen an runden Tischen etc. voranzukommen, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann ;-p.
Mit welchen Argumenten sollen die Wege legalisiert werden? Welche Argumente sollen Behörden/Forst überzeugen?
 

Quente

vilkas
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Das ist doch klassische Spalter Rhetorik. Und alle fallen darauf rein!
Die Biker müssen hier zusammenstehen, egal ob sie "illegal" auf schmalen Trails unterwegs sind oder ein Angebot schaffen das von den offiziellen Stellen nicht gewünscht wird aka Trailbau.
Nur so wächst Druck auf die Behörden was zu ändern.

Sieht man sehr schön an den ganzen "illegalen" Spots die nun legalisiert werden.
Wer glaubt als Bittsteller hier nach jahrelangen Diskussionen an runden Tischen etc. voranzukommen, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann ;-p.

Ziviler ungehorsam, eine Form des Protests.
Nur so wächst Druck auf die Behörden was zu ändern.
Der Druck auf die Behörden wurde zu groß, sie hat etwas Druck vom Kessel genommen.
Lebkuchen gibt es schon, also kommt auch dieses Jahr wieder der Weihnachtsmann.
 
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Das ist doch klassische Spalter Rhetorik. Und alle fallen darauf rein!
Die Biker müssen hier zusammenstehen, egal ob sie "illegal" auf schmalen Trails unterwegs sind oder ein Angebot schaffen das von den offiziellen Stellen nicht gewünscht wird aka Trailbau.
Nur so wächst Druck auf die Behörden was zu ändern.

Sieht man sehr schön an den ganzen "illegalen" Spots die nun legalisiert werden.
Wer glaubt als Bittsteller hier nach jahrelangen Diskussionen an runden Tischen etc. voranzukommen, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann ;-p.

Ziviler ungehorsam, eine Form des Protests.
Und genau wegen dieser Einstellung wird es jetzt teuer.... 🤬
 
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Laut Auffassung von Herrn Kaul bist Du als Tourenfahrer auf schmalen Wegen auch nur geduldet. Aber eindeutig gesetzeswidrig unterwegs.

D.h. legal ist ein Fahrradfahrer nach Ansicht der Behörden nur auf breiten Forstwegen. Ich bin nach mehrfachem Lesen der einschlägigen Gesetze ebenso wie der DIMB ganz anderer Meinung.

Aber es sind leider so viele Punkte, die Stirnrunzeln hervorrufen, dass man echt den Überblick behalten muss und man offen gesagt gar nicht weiß wo man zuerst ansetzen sollte.
Mir ist durchaus bewusst das es in seinem Augen nicht Gesetzeskonform ist, aber geduldet wird... Man weiß vermutlich um die unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten des Gesetzes, und da man sich der eigenen Auslegung unsicher ist duldet man es...
Ich lese das Gesetz genau so wie die DIMB!

Die buddelei gerade in Kernzonen ist aber nun Mal ein riesen Problem ...
 
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Ich formuliere es mal anders...

Auf der einen Seite gibt es die Forderung bzw. z.T. in Gesetzen verankert (Behörden, Naturschutz, Forst, Jagd, Wanderer,...):

- MTB nur auf "breiten" Wegen (wie auch immer das definiert ist, kein Streckenbau):

Auf der anderen Seite gibt es die Forderung (MTBler):

  • Freigabe aller Wege
  • Legalisierung von gebauten Trails
  • Legalisierung von gebauten Trails in Schutzgebieten
  • Legalisierung von gebauten Trail in der Kernzone

Jetzt gilt es einen Kompromiss zu finden, mit dem beide Seiten leben können...

Und du bist überzeugt, dass man mit:

Und mit Ziviler ungehorsam, eine Form des Protests.

einen Kompromiss findet oder sogar alle seine Forderungen durch bekommt?

Zumal es nach meinem Stand, dies nicht stimmt:
Sieht man sehr schön an den ganzen "illegalen" Spots die nun legalisiert werden.
Wer glaubt als Bittsteller hier nach jahrelangen Diskussionen an runden Tischen etc. voranzukommen, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann ;-p.

Die Gespräche laufen noch nicht "Jahrelang"...
 
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Symion

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Die Gespräche laufen noch nicht "Jahrelang"...
:lol:. Gespräche um legale Trails für Biker sind ein alter Hut.

Illegal zu legal:

In Landstuhl wird jetzt ein Pumptrack und min. ein Trail angelegt, im Gegenzug muss der "Wildbau" eingestellt werden.


Gibt noch wesentlich mehr solcher "Projekte". Nur reden, damit kommt man in Deutschland nicht weit.
Ich wünschte auch es wäre anders, aber der Mensch ist ein meister der Anpassung ;-).

Btw. das ist kein Problem welches Biker nur in Deutschland haben. Auch die weltberühmten North Shore Trails haben illegal angefangen und sind es zum Teil immer noch:

Absolut sehenswert, The moment. Selbst der Ursprung des modernen Mountainbikens ist absolut illegal gewesen. Nur weil die Jungs sich darüber hinweggesetzt haben können wir heute überhaupt diesem schönen Sport nachgehen.
 
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Zum Runden Tisch Haardtrand: bzgl. Wegefreigabe ist nach meinem Stand < 1 Jahr Gespräche zw. PB und Anderen

Pumptrack S-K: vermutlich kein Schutzgebiet, lokal begrenzt, kein Tourismus, keine JagdNomals: was sind

Northshore: nicht relevant, anderes Land, andere Gesetzte, andere Lobby

Hast du fragen zu meinem Post? Ist irgendwas unklar?

Nochmals: was sind Argumente PRO Freigabe gebaute Trails in Schutzgebieten?

Nach meiner Erfahrung kommt man ohne Kompromisse nicht sehr weit...

Und Du schreibst ja selbst:

In Landstuhl wird jetzt ein Pumptrack und min. ein Trail angelegt, im Gegenzug muss der "Wildbau" eingestellt werden.
 

Symion

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Jop, aber der Kompromiss in Landstuhl kam von Behördenseite. Man hat also anerkannt das der Bedarf in "Wildbau"ndet wenn man nicht entgegen kommt und Möglichkeiten bieten muss. Die Behörden waren nicht proaktiv, sondern haben nur reagiert.

Zum Argument "anderes Land" - das ist doch vollkommen irrelevant. Die Probleme sind exakt die Gleichen.
Hättest du die Artikel mal angeschaut, dann wüsstest du, das die Lobby dort auch erst entstanden ist. Die sind uns halt 20-30 Jahre voraus, trotzdem kann man von ihnen lernen.

Zum Thema Schutzgebiet, das ist in der Tat eine schwierige Sache. Liegt halt einfach sau dämlich. Die tiefen des Pfälzerwaldes bieten genügend Raum für Schutzgebiete die nicht in so einem speziellen Einzugsraum liegen. Aber gut, anderes Thema.
Wenn allerdings die Menge an breiten Wege für Forstmaschinen und Jagd kein Problem darstellen, dann werden wohl ein paar schmale Schneisen auf denen Biker den Berg runter rollen nicht ins Gewicht fallen.

Aber es ist nun einmal Deutschland. Große Probleme werden nicht angegangen, bei Kleinigkeiten aber jede Menge Geld, Arbeitszeit und Mühe versenkt.
 

Karolus

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Jop, aber der Kompromiss in Landstuhl kam von Behördenseite. Man hat also anerkannt das der Bedarf in "Wildbau"ndet wenn man nicht entgegen kommt und Möglichkeiten bieten muss. Die Behörden waren nicht proaktiv, sondern haben nur reagiert.
Ich kenne das Projekt in Landstuhl nicht, aber da werden sich schon auch ein paar Leute engagiert haben, um den illegalen Spot in einen legalen zu verwandeln. Wenn du glaubst, dass die Behörden proaktiv, also nach dem Motto; "Hey, da gibt`s doch diese MTBler, lass denen mal einen geilen Trail bauen", handeln, dann glaubst wohl eher du noch an den Weihnachtsmann. Die Erpressungstaktik (wir bauen so lange wild, bis ihr uns was legales baut) führt nachweislich genau zum Gegenteil (siehe aktuelle Kontrollen und Aussagen von Herrn Kaul) und betrifft nun auch Biker die die Trails weder gebaut noch genutzt haben.

Zum Argument "anderes Land" - das ist doch vollkommen irrelevant. Die Probleme sind exakt die Gleichen.
Hättest du die Artikel mal angeschaut, dann wüsstest du, das die Lobby dort auch erst entstanden ist. Die sind uns halt 20-30 Jahre voraus, trotzdem kann man von ihnen lernen.
Du glaubst ernsthaft, dass die Probleme in einem Land mit 233 Einwohnern pro km2 die selben sind, wie in einem Land mit 4 Einwohnern pro km2? In Kannada gibt es deutlich mehr "unberührte" Wildnis als Deutschland groß ist. In Deutschland gibt es 0,0% Wildnis. Also nein, das ist definitiv nicht vergleichbar!

Zum Thema Schutzgebiet, das ist in der Tat eine schwierige Sache. Liegt halt einfach sau dämlich. Die tiefen des Pfälzerwaldes bieten genügend Raum für Schutzgebiete die nicht in so einem speziellen Einzugsraum liegen. Aber gut, anderes Thema.
Jetzt dachte ich erst kurz hier kommt doch noch etwas Einsicht, aber nein, nicht die Trails liegen dämlich, sondern die Schutzgebiete 😂. Auf die Idee muss man erstmal kommen. Was glaubst du eigentlich wie Schutzgebiete in Deutschland ausgewiesen werden? So nach dem Motto; "Ach da ist sonst nix, machen wir mal ein Schutzgebiet"? Der Haardtrand ist naturräumlich nicht das gleiche wie die tiefen des Pfälzerwalds und zeichnet sich eben genau durch diesen Grenzliniencharakter aus, was wiederum zu besonderen und schützenswerten Lebensräumen führt, die dann zum Teil als Schutzgebiet ausgewiesen werden müssen (Stichwort: Natura 2000).

Wenn allerdings die Menge an breiten Wege für Forstmaschinen und Jagd kein Problem darstellen, dann werden wohl ein paar schmale Schneisen auf denen Biker den Berg runter rollen nicht ins Gewicht fallen.
Die breiten Wege werden aber nicht ohne Genehmigung in Schutzgebieten gebaut.
 
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Nachdem ich nun eine Antwort auf meine Lesermail zum Artikel im DÜW-Journal von Herrn Kaul, Abteilungsleiter Bauen und Umwelt bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim erhalten habe möchte ich diese der Vollständigkeit halber mit Euch teilen. Die Mail findet Ihr im Anhang da diese sehr lang ausgefallen ist.

Im Kern sind aus meiner Sicht folgende Dinge aus der Mail zu lesen:

1) Die Behörden sind der festen Überzeugung dass die Wege, auf denen wir uns als Mountainbiker bewegen dürfen im Gesetz klar definiert sind. Dies ist leider nicht der Fall. Dass wdie Begriffe "Fußweg" und "Fußpfad" im Gesetz nicht definiert wird spielt keine Rolle. Desweiteren sind die Ausführungen im Gesetz, dass eben die Markierung von Wanderwegen keine Zweckbestimmung im Sinne des Gesetzes darstellt und somit keine Grundlage für eine Einschränkung der befahrbaren Wege darstellt wird leider auch nicht gesehen.

2) Herr Kaul ist der Auffassung, dass ich den Bau von illegalen Trails für gut befnde und die entsprechenden Personen in Schutz nehme. Das ist allerdings definitiv nicht der Fall und ich kann auch keinen Anhaltspunkt dafür in meiner Lesermail finden.

Da ich dies nicht so stehen lassen wollte habe ich mit Herrn Kaul im Anschluss der Mail noch ein längeres insgesamt sehr angenehmes und sachliches Telefongespräch geführt. Hier konnten zumindest die unterschiedlichen Positionen etwas klarer beleuchtet werden. Auch wenn wir keine gemeinsame Basis in Bezug auf die Gesetzeslage gefunden haben waren wir uns zumindest in vielen anderen Punkten einig.
Aus dem Gespräch wurde sehr klar, dass es den Behörden primär um die illegal angelegten Trails geht, die z.T. in Bereichen der Schutzgebiete verlaufen und nicht vorrangig das Befahren von den bekannten schmalen Wanderwegen.
Ich bin gerade dabei mit meinen Bikerkollegen zu klären in wie weit wir hier in der Lage sind eine Gesprächsbasis mit den entsprechenden Behörden zu finden um gemeinsam eine Perspektive zu erarbeiten.

Have fun,

Tobinofear
Hochinteressante Einblicke in das Innerste einer der Entscheider und die tatsächlich laufenden Vorgänge, vielen Dank dafür! Hat mich dazu gebracht vom jahrelangen stillen Leser (wieder) zum aktiven Mitglied zu werden.

Die Vereine schaffen es nur zu den Sachbearbeitern, du hast den Abteilungsleiter aus der Reserve geleockt. Die von Herrn Kaul immer wieder eingeschobene Polemik entwerte das Ganze nicht einmal sondern macht es noch authentischer. Das sein Schreiben veröffentlicht wird hat er wohl erwartet. Im Prinzip wird ja der Freiburger Weg aufgezeigt

Aber es muss klar sein, der Pfälzerwald wird nie ein Bikepark mit einem vielfältigen legalen Streckenangebot sein können. Es wird nur möglich sein, einige Strecken zu realisieren. Hier dürfen auch die Erwartungen nicht unrealistisch sein.

und der Pfad dahin ...Dialog und Kontrolle!... Der Ball liegt wohl auch bei den Vereinen sich dahingehend zu emanzipieren und dabei wenn möglich auch die weitestgehende Duldung der Nutzung des Wanderwegenetzes zu retten. Aber das ist dann ja schon die nächste Diskussion, den Thread auf 200 Seiten pushen will ich nun auch nicht.

Auf bald im Wald!
 
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Der Ball liegt wohl auch bei den Vereinen sich dahingehend zu emanzipieren und dabei wenn möglich auch die weitestgehende Duldung der Nutzung des Wanderwegenetzes zu retten.
Aus meiner eigenen Erfahrung mit Behörden: Geduldet wird eine Sache nur dann, wenn sie zwar gesetzlich erlaubt ist, aber gegen die persönliche Meinung bzw. Einstellung der Sachbearbeiter oder der Behördenleitung „verstößt“.
 

DerandereJan

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Meine persönliche Einschätzung des Artikels: Leider sehr "romantisch naiv" geprägt.

Im Artikel heißt es:
"Dabei wissen alle: Wer für einen neuen Trail den offiziellen Bewilligungsprozess einschlägt, der blitzt auf den Ämtern sofort ab oder verstrickt sich in endlosen Bewilligungsprozessen. Die Euphorie für bessere Bike-Strecken verpufft dann an Schreibtischen und in Sitzungsräumen."

Ist das tatsächlich so? Die ganzen Jungs und Mädels mit "Ihrer fast grenzenlosen Motivation" sind alle schon auf dem Amt gewesen und haben bei den Behörden vorgesprochen hinsichtlich der Errichtung offizieller Mountainbike-Trails? Na schau an. Hätte ich jetzt anders eingeschätzt.

Ich kann ja den Hintergedanken des Artikels verstehen. Aber leider läßt sich halt in der Regel wenig verallgemeinern. D.h. in der einen Region führt vielleicht die wilde Buddelei zum Erfolg weil es die dort vorzufindenen regionalen Gegebenheiten zu lassen (Einstellung der Behörden zu dem Thema, Waldbeschaffenheit, Tourisische Auslastung, Geldgelber, Vereinsarbeit, etc.). In anderen Regionen führt dies aber genau zum Gegenteil, nämlich der Verhärtung der Fronten inkl. Einsätze von Ordnungsamt und Polizei und einbetonierten Standpunkten. Das wird dann sogar wichtiger als die Falschparker im Wald zu ahnden. Btw: Dies hier ist kein Waldparkplatz:

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