Eierlegendewollmilchsau - Zelt

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  1. demlak

    demlak

    Dabei seit
    06/2016
    Wenn Geld keine Rolle spielen würde.. was wäre das ultimative Bikepacking-Zelt?

    Ein Mix aus Gewicht, Packmaß, Robustheit, Geometrie, simplem Auf und Abbau, nahezu Jahreszeitenunabhängig (außer Extremwerte wie z.B. -15°C oder +45°C), etc.. etc.. welcher keine Wünsche offen lässt? Gibt es das überhaupt? Oder sind Kompromisse immer einzugehen?

    Mir leuchtet es wohl ein, dass eigentlich immer Kompromisse eingegangen werden. Z.B. wenn Materialien dünner und leichter werden, geht das zumeist zu lasten der Robustheit. Aber was ist, wenn der Preis nebensächlich ist/wäre. Gäbe es dann irgendein super-duper Zelt?
     
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  3. ForG

    ForG

    Dabei seit
    06/2016
    Hi,
    ich bin mit dem FERRINO Lightent 2 unterwegs - allerdings in olivgrün, da ich auch wild campe.

    https://amp-versand.com/Ferrino-Zelt-Lightent-2-Personen

    Das Gewicht liegt bei <1,9kg, der Rucksack etc. passen nachts rein und die Innenhöhe ist akzeptabel.
    Auf- und Abbau sind ruckzuck erledigt, vor allem auch in der Dunkelheit.

    Der Preis ist erträglich, wenn man es öfters nutzen möchte.
    Klar gibt es noch NASA-Zelte für den x-fachen Preis.
    Ich bin damit aber vollkommen zufrieden, fahre hin und wieder 5 - 10 Tage auf Tour.
     

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  4. MartinFarrent

    MartinFarrent

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    11/2008
    Der Wechsel Pathfinder verdeutlicht m.E. das Problem - superstabil, braucht sehr wenig Platz, freistehend. Also für fast jedes europäische Gelände geeignet. Aber: niedrig und schwer (auch in der Silnylon-Version). Außerdem kondens- und schwitztechnisch möglicherweise etwas schwierig, weil ja so niedrig. Und am anderen Ende der konzeptionellen Skala? Tarptents von Shires oder SMD sind viel leichter und luftiger, kosten ungefähr dasselbe, erreichen aber die Stabilität des Pathfinder nicht und brauchen mehr Platz. Es stimmt leider wirklich: Jeder denkbare Ansatz ist ein Kompromiss, wenn man die Gesamtheit der möglichen Situationen bedenkt.

    Eine sinnvolle Ausgangsfrage lautet also: Wie oft erreicht ein Zelt bei meiner Art zu touren seine Stellflächen-, Sicherheits- und Komfortgrenzen? Dann kann ich mir überlegen, ob ich diese Grenzen in der jeweiligen Häufigkeit hinnehme (zum Beispiel, weil ich dann in andere Lagen ausweichen, ins Hotel gehen oder eine lediglich unbequeme Ausnahmenacht aushalten kann).

    Und jetzt kommt's hammerhart: Hast du zwei oder mehr Behausungen, stellt sich dieselbe Frage trotzdem und hartnäckig vor jeder einzelnen Tour. :) Es gibt ja unter den Zelten so regelrechte Stars, ob Akto oder Hubba oder Contrail... aber bei genauem Hinschauen stellst du immer wieder fest, dass sie alle ihre Schwerpunktbereiche haben. Ihre Breitbandigkeit hört bei irgendeiner Variable auf.

    Eigentlich verdeutlicht schon die Materialwahl (jetzt mal unter den teuren Stoffen) die Unumgänglichkeit von Kompromissen auch nicht-finanzieller Art. Silpoly verhält sich wie billigere Stoffe - muss bei Kälte und Regen kaum einmal nachgespannt werden. Silnylon fällt hingegen manchmal ein bisschen ein, ist aber reißfester. Cuben ist deutlich leichter als beide Alternativen und hält auch die Spannung - quittiert aber jeden Abspannfehler mit Verrenkungen, nutzt sich schneller ab, kann leichter beschädigt werden und ist wegen Durchsichtigkeit für Campingplätze ziemlich ungeeignet. Da gibt es einfach keine Perfektion - nicht einmal zu Wucherpreisen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. September 2017
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  5. demlak

    demlak

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    06/2016
    @ForG@ForG 1.9kg ist ja schon ein kompromiss.. es gibt ja auch zelte die halb so schwer sind
     
  6. MartinFarrent

    MartinFarrent

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    11/2008
    ... und ungefähr da, zwischen 900g und 1100g, kommt man als Biker so ziemlich immer an, wenn man ein (beliebig teures) UL-System (Tarp/Zelt) für eine Person und drei Jahreszeiten hinreichend breitbandig und komfortabel machen will... Cuben-Alternativen mal ausgenommen. Wenn erst einmal Insektenschutz, Nahtdichtung(!), ggf. Tarpstangen, gute Heringe und eben doch oft eine Tyvek-Unterlage dabei sind, gibt's da keine großen Unterschiede mehr. Leichter geht's eigentlich nur, wenn man das (gute) Wetter und die Insektenlage mit ziemlicher Sicherheit vorhersagen kann. Die ungefähre Kilo-Marke ist seit Jahren konstant. Denn Hand auf's Herz: Wer schiebt wirklich Polycro unter eine NeoAir? Das täte ich nur, wenn ein dazwischen liegender Zeltboden ziemlich dick und somit auch schwer wäre. Wer kommt überall mit dünnen Titanstiften aus? Wer genießt wirklich die Regennächte im wasserabweisenden Pertex-Biwi unter einem 30cm hoch abgespannten Poncho?

    Beim Gewicht ist die Sache also klar. Gibst du genügend Geld aus, landest du bei ungefähr einem Kilo - ggf. mit saisonalen Einsparoptionen. Nur mit Cuben wird's leichter - aber nicht so sehr, wie man hoffen könnte. Weder Heringe noch Stangen noch Insektenschutz können aus Cuben sein... und beim Boden macht's m.E. auch keinen Sinn (da käme bei mir auch wieder Tyvek drunter). Beim Skyscape von SMD spart man rund 200g durch Cuben. Ich käme insgesamt auf knapp 800g und müsste dafür die vorhin aufgezählten Nachteile des Stoffes in Kauf nehmen (zu denen auch eine gewisse Packsperrigkeit gehört, für Bikepacker u.U. sowieso der Cuben-Killer).

    Fangen wir also - wenn das Geld keine Variable sein soll - bei einem Gewicht von ca. einem Kilo an. Dafür gibt's eine gewisse, in die eine oder andere Richtung tendierende Breitbandigkeit. Will man von letzterer noch mehr, schlägt's eben auf's Gewicht und dennoch zusätzlich auf's Konto. Dann haste Akto oder so: vier Jahreszeiten zu 1,7kg.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. September 2017
  7. ForG

    ForG

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    06/2016
    Wenn das Zelt nur 1kg wiegt, kann man noch mehr Werkzeug mitnehmen...
    Ich fahre meist mit 20kg los, aber Gewicht ist für mich nur sekundär wichtig, obwohl lange Aufstiege dann schon übel sind.
    Es gibt natürlich supergeile Zelte, aber Minimalausstattung ist für mich
    - Insektenschutz
    - Platz für Rucksack und etwas Krempel
    - Platz, um mich umdrehen / anziehen zu können.

    Für längere Zeit auf Reise würde ich auch etwas mehr Geld ausgeben und in ein qualitativ hochweriges Zelt investieren.

    Aber für Kurztrips bis 10 Tage nahe der Zivilisation - mit Kreditkarte - ist mein Ferrinolino perfekt!
     

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  8. MartinFarrent

    MartinFarrent

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    11/2008
  9. Diman

    Diman isklar

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    05/2007
    Wenn Geld keine Rolle spielen würde, würde ich UltaMid 2 ausprobieren. Es ist aber bestimmt ein Kompromiss. :D
     
  10. ForG

    ForG

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  11. MartinFarrent

    MartinFarrent

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    11/2008
    Hier noch ein Beispiel, weil ich ein bisschen Zeit zum Recherchieren hatte: MLD Solomid XL. Die leichteste Cuben-Variante spart gegenüber Silynylon inkl. Nahtabdichtung nur 172g und wird für den härteren Gebrauch nicht empfohlen. Stärkere Cuben-Optionen sparen nur noch 90 - 130g. Dazu kommen dann das Gewicht der Stange, Heringe, des Bodens oder (besser) des Innennetzes. Bei letzterem würde Cuben weniger als (weitere) 60g einsparen. Gewicht des Zusatzbedarfs dann: 394g. Gesamtgewicht bei mittelstarkem Cuben: 777g. Ich rechne jetzt mal wegen des empfindlichen Bodens noch 140g für Tyvek drauf: 917g. Die entsprechende Silnylon-Variante wöge mit abgedichteter Naht und Tyvekunterlage 1,1kg. Es bleibt also ein Unterschied von 183g - und das bei einem Ausrüstungsgegenstand, den die meisten sowieso am Rad und nicht am Rücken befestigen.

    Geld soll hier ja keine Rolle spielen, aber die Preise inkl. aller nötigen Kleinteile (indes ohne Tyvek) betragen: $935 zu $665 (exorbitant teuer vs. sehr, sehr teuer). In beiden Varianten (Rolls oder Bentley) haste dann ein Statussymbol, das garantiert jeder 7.500e Vorbeiwanderer im Wald erkennen und bewundern wird. ;-) In der Praxis wärst du aber mit einem viel preiswerteren Produkt von Henry Shires oder SMD genau so gut gefahren - ähnlich leicht und windfest.

    Ohne allzu große Komfortabstriche (und mit der Ausnahme saisonaler Einsparungen) bleiben wir also wieder einmal in der Zone zwischen 900 und 1.100g. Die gibt's dann entweder für $935 oder für rund $275 (SMD Lunar Solo mit allem oben genannten Zubehör). Diese Preise stammen allerdings von den Sites der US-Hersteller MLD und SMD, und sind für deutsche Kunden gleichermaßen utopisch. Mit 50% Aufschlag muss man schon rechnen.

    Mit anderen Worten: Ab einem Budget von rund € 350 lässt sich für noch so viel Geld nicht nennenswert Gewicht sparen, wenn man von einem komfortablen und hochwertigen System für drei Jahreszeiten ausgeht. Es kommt also nur auf die Breitbandigkeit und den Einsatzzweck an - und da tun sich die beiden als Beispiele genannten Produkte m.E. auch nicht viel. Will man den Einsatz auf Alpenpässen im Winter noch ermöglichen, dann zahlt man vor allem in den Währungen Gewicht und Komfort - das betrifft vor allem (umgekehrt) den Komfort im Sommer, möglicherweise etwa am Mittelmeer. Ergo, @demlak@demlak : Die Ausgangsfrage lässt sich sowieso nicht mit Geld bewerfen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2017
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  12. ForG

    ForG

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    06/2016
    Für mich zählt mehr die Haltbarkeit als das letzte Gramm. Bei total gewichtsoptimierten Zelten wird bestimmt hier und da ein Kompromiss eingegangen. Ein Defekt bedeutet dann auch Abbruch der Reise oder Hotel.
    Wie beim Rad kann man wahrscheinlich günstiger am BMI als am Material sparen...
     
  13. MartinFarrent

    MartinFarrent

    Dabei seit
    11/2008
    Richtig, @ForG@ForG - Gute UL-Ausrüstung zeichnet sich für mich dadurch aus, dass sie zwar gut behandelt werden will, im Einsatz aber dann tough bleibt (Beispiel: NeoAir). Allerdings gibt es viel zu viele Produkte, die gegen diese Bedingung verstoßen. Haltbarkeit sollte in Jahren zu bemessen sein. Bestimmte, beileibe nicht alle UL-Produkte halten dann eben weniger Jahre durch - und das ist schon okay. Aber wenn es um die Einsatzhärte geht (also um die Haltbarkeit auf Tour), sollten sich die Unterschiede zu schwereren Alternativen gleicher Stoßrichtung in engen Grenzen bewegen. Im Idealfall kann das UL-Produkt sogar unempfindlicher sein (Silnylon vs. billigere Stoffe). Wer darüber hinaus Gewichtsoptimierung beim Zelt betreibt, baut ganz gewiss Bruchstellen oder Komfortschwächen ein. Die begrenzen dann das Einsatzspektrum... was ja kein Verbrechen ist, wenn die entsprechenden Grenzen auch transparent gemacht werden. Das ist aber selten der Fall. In der PR können alle Zelte alles.

    Eine echte Falle sind dabei m.E. freistehende Konstruktionen bei sehr niedrigem Gewicht. Da geht ganz klar Einsatzhärte (bei Stangen und Stoffstärke) und meist auch Innenraum verloren... aber was tun die Leute nicht alles, um freistehende Hyperleicht-Zelte zu rechtfertigen? Klar haben sie Vorteile, vor allem wenn sie mal eben versetzt werden sollen. Und es kann ja auch sein, dass sie für den Einsatzzweck völlig ausreichen. Aber sturmfeste Geodäten sind sie nun einmal trotz ihres Aussehens nicht. Eine Stippvisite bei Youtube zeigt, wie oft ihre Besitzer das vergessen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. September 2017
  14. sigggi

    sigggi Ditfurter

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    12/2005
    Wenn ich irgendwo ankomme ist meine Tagestour ja noch nicht beendet. Das Erlebnis einer Reise geht ja auch noch weiter wenn man nicht mehr auf dem Rad sitzt.
    Daher spielt für mich der Komfort einer Tour oder Reise auch eine wichtige Rolle.
    Ein Zelt dafür sollte daher auch Eigenschaften mitbringen bei denen man auch mal einen gemütichen Abend oder Einen, oder mehr, Tage verbringen kann.
    So was steigert für mich den Erlebniswert mehr als die Erkenntniss, dass ich eventuell mit einem Kilo leichter den Anstieg 10 Minuten früher geschafft hätte.
    Ansonsten nehme ich ein Equipment für den Rennmodus.
     
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  15. roundround

    roundround

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    05/2011
    Deswegen ist mir geringes Gewicht ja so wichtig.

    Die Haltbarkeit ist bei sehr hochwertigen Zeiten genauso gut, wenn nicht besser als bei günstigen Zelten. Die leichten und haltbaren Materialien muss man allerdings auch teuer bezahlen.
     
  16. MartinFarrent

    MartinFarrent

    Dabei seit
    11/2008
    @roundround@roundround - Klar... aber trotzdem sollten die Erwartungen und Versprechungen im Rahmen bleiben. Meines Erachtens sind bspw. Zelte wie das Hubba NX ganz klar und etwas einseitig gewichtsoptimiert. Die Widerstandsfähigkeit der Materialien wurde verwendet, um sie dünner und leichter zu machen - und damit trotz relativ langem Gestänge eine leichte, recht hohe und freistehende Konstruktion zu schaffen. Das ist völlig in Ordnung und funktioniert bestimmt für die allermeisten Besitzer ganz gut. Aber ich wage zu bezweifeln, dass ein solches Zelt viel sturmfester als bspw. ein JWS Gossamer (rund € 100, 1,75 kg) sein kann. Mehrmals haben mir Verkäufer schon das Gegenteil zu erzählen versucht, immer mit Verweis auf die überlegenen Stoffe und Stangen. Aber während es ja grundsätzlich stimmt, dass bestimmte Materialien und Metalle sowohl leichter als auch widerstandsfähiger sind, kommt es ja immer noch drauf an, in welcher Stärke man sie verwendet. Besagten Verkäufern spielt dann noch in die Hände, dass viel Gestänge auch viel Vertrauen zu schaffen scheint und dass freistehende Konstruktionen häufig fast mit Expeditions-Geodäten verwechselt werden (dass überdies eine Einstangen-Pyramide oder Hexamide usw. möglicherweise stabiler wäre, leuchtet ja auch nicht intuitiv ein).

    Ich säße bei Sturm viel lieber in meinem Lunar Solo - halbwegs preisgleich und sogar etwas leichter. In einem Akto wäre mir natürlich noch wohler (was teilweise subjektiv sein könnte). Gleichwohl wird wohl niemand bestreiten wollen, dass das Hubba NX ein ziemlich hochwertiges Zelt ist. Ich würde damit schon in den österreichischen Alpen herumfahren, aber immer mit Blick auf die Wettervorhersage und im Wissen um die normalerweise nicht ferne Zivilisation. Schon in den Seealpen und erst recht in den noch dünner besiedelten Pyrenäen wäre mir aber manchmal mulmiger. Vermutlich wäre ich dann ziemlich oft auf kommerziellen Campingplätzen mit anderen Schutzmöglichkeiten, zumindest aber nachts häufig im Tal.
     
  17. TheFroggy

    TheFroggy

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    07/2016
  18. roundround

    roundround

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    05/2011
    Dann wird das wohl stimmen.
    Die Kunst ist ja, ein leichteres Zelt bei gleicher Stabilität zu entwickeln.
     
  19. MartinFarrent

    MartinFarrent

    Dabei seit
    11/2008
    Ja, eben - das ist die Kunst. Aber deshalb stimmt es meines Erachtens in manchen Fällen eher nicht - weil die Gleichung zu sehr in Richtung Leichtigkeit abgeändert wurde. An irgendeinem Punkt der Verdünnung muss der materialbedingte Stabilitätsgewinn ja auch wieder futsch sein.

    Hingegen: Der Wechsel Pathfinder wiegt in der Polyesterversion laut Hersteller 2,3kg. In der (bisherigen) Zero G-Version mit Silnylon wiegt er immerhin noch 1,94kg. Dass letztere tatsächlich stabiler ist, glaube ich sofort. (Natürlich wiegen beide Zelte für unsere üblichen Zwecke zu viel - sind halt für extremere Bedingungen gemacht.) Für Hillebergs Akto gilt ungefähr dasselbe: Die würden den sicher leichter machen, wenn sie es ohne Kompromisse könnten. Schließlich ist es vor allem das Gewicht, das potenzielle Käufer zu ähnlich aussehenden Zelten leichterer Bauart und fast vergleichbarer Preismarke treibt.

    Also nochmal: Ich glaube ja an die teuren Stoffe. Ich glaube aber auch, dass sie im 'falschen' Sinne verbaut werden können.

    Siehe übrigens auch meine Ausführungen zum Solomid weiter oben. Das ist dieselbe Gleichung auf der Luxusebene, sozusagen. Wenn man dem Rat des Herstellers folgt, wählt man für härtere Einsätze eben nicht den größtmöglichen Gewichtsverlust gegenüber Silnylon, sondern etwas festeres und schwereres Cuben. Es kommt immer noch ein leichteres Zelt bei vermutlich gleicher Stabilität dabei zustande. Aber der Gewichtsverlust hält sich dann in Grenzen, die man auf dem ersten Blick vielleicht enttäuschend finden mag - besonders dann, wenn andernorts (egal auf welcher Veredelungsebene) so riesige Sprünge vorgemacht und selten hinterfragt werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2017
  20. olev

    olev weon

    Dabei seit
    07/2008
    hier, ich :winken: lochfrei seit ca. 30 Nächten, wobei, Löcher hat die NeoAir schon, aber komischerweise auf der Oberseite.

    Ich bin sehr zufrieden mit meinem SMD Deschutes Plus (Tuch 450g, Stange 53g, Unterlage ca. 50g, Heringe 50g, xxg Nahtdichtung) und würde mich damit so ziemlich überallhin wagen - nur auf Campingplätzen ist es nicht so ideal, weil man unten rein sieht. Selbstverständlich kommt es in einem Gewittersturm über der Baumgrenze an seine Grenzen, aber wenn man das weiss, kann man ja vorsorgen.
    Das Ding ist ein Tarp mit einer Moskitonetzschürze, die es tatsächlich mückendicht macht - das habe ich diesen Sommer in Skandinavien getestet. Allerdings ist es nicht Krabbel- und Schleichviecherdicht. Schnecken hatte ich schon ein paar Mal im Schlafbereich. Wenn ich damit in Skorpion- und Klapperschlangengebiet reisen würde, wäre es vielleicht eine gute Idee, irgendwie einen Boden an die Moskitonetzschürze zu nähen.
    Platz, Belüftung und Wetterschutz sind top.
     
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  21. roundround

    roundround

    Dabei seit
    05/2011
    Mich ärgert nur, dass häufig zu viel mückennetz verbaut wird. Dann zieht es bei Wind zu sehr durch das Zelt.
    Lüftung schön und gut aber nicht auf Kosten des windschutzes

    Bei leichteren stoffen an der außenhülle habe ich keine Bedenken
     
  22. MartinFarrent

    MartinFarrent

    Dabei seit
    11/2008
    Hi @olev@olev : Ich mag SMD ja auch und finde deine Wahl ziemlich gut. Aber diese Lösung trifft die Insekten ja nur eingeschränkt hart, wie du ja zugibst. Außerdem muss das Tarp ja im Ernstfall bei dir gegen Flugangriffe geschlossen bleiben, oder? Um diese kleinen Nachteile zu korrigieren, müsstest du das Serenity Netzzelt (312g) dazu kaufen, könntest aber dann auf die Plusfeatures verzichten und 80g wieder einsparen. Ich wende das ja nur ein, damit der Vergleich zu anderen Zelten mit vollem Insektenschutz noch stimmt. Dann kommst du mit Polycro dennoch auf deutlich unter 900g (mit Nahtdichtung) und die Modularität wäre dein großer Vorteil. Trotzdem rechne ich aber jetzt mal frech 100g für Tyvek drauf - und du bleibst in dem von mir oben genannten Bereich. ;-) Grund? Ich persönlich traue Polycro nicht. ;-) Besserer Grund: Bei allen anderen Beispielen von Zelten mit sehr leichten Böden habe ich ebenfalls Tyvek eingerechnet. Und so komme ich persönlich immer wieder auf die gleiche Gewichtsbandbreite für UL-Zelte mit dem Potenzial für drei Jahreszeiten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2017
  23. MartinFarrent

    MartinFarrent

    Dabei seit
    11/2008
    Ich auch nicht. Trotzdem kann man sie - genau wie Stangen aus noch so tollen Legierungen - ganz einfach auch zu dünn gestalten. Die Verlockung ist doch herstellerseitig besonders groß, wenn man dafür auch noch hochgejubelt wird. Mehr wollte ich ja nicht sagen.

    Zum Netzeinsatz am Innenzelt: Es ist ja nicht jeder so ein Kältecamper wie du, und viele von uns mögen Luft ganz gern. ;-) Aber das Phänomen weist doch in eine Richtung, oder?
     
  24. coredump

    coredump Rapunzel

    Dabei seit
    10/2004
    Das eierlegendewollmilchsau Bikepacking Zelt ist - gar kein Zelt.
    Entweder findet man Unterschlupf in einer Hütte, oder man haut sich mit seinem Biwaksack in die Natur, bei Regen noch ein Cuben Tarp drüber und alles ist gut.

    Mein vielfach bewährtes Setting (vorher mit Silnylon Tarp) :

    1. Ein selbstgeschneiderter Cuben Bivi, Oberseite wasserdicht aber atmungsaktiv -170g
    2. Ein selbstgebautes Cuben Tarp (noch in Arbeit) incl. Dyneema Schnur und Carbonstangen max. 200g, eher weniger.
    3. Wenn Kühl: Cumulus Quilt 250 480g * Sommer der 125 mit 245g * oder wenn sehr kalt, beide 725g
    4. Neo Air Xlight Woman (168 cm ) 370g

    Damit komme ich bei normalen, bis kühlen Temperaturen, für mein komplettes Schlafsetup auf ein sehr knappes Kilo und muss mich nicht vor Regen fürchten, allein der Bivi ist schon Gewitter getestet, mit Tarp easy peasy.

    Zelt nehme ich nur noch mit, wenn ich ein Basislager auf einem Campingplatz aufschlage und von da aus Touren mache.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2017
  25. MartinFarrent

    MartinFarrent

    Dabei seit
    11/2008
    @coredump@coredump - Ist ja auch eine wirksame Möglichkeit, wenngleich für eine Diskussion über Zelte vielleicht ein bisschen spartanisch. :) Zusätzlich zum Zelt habe ich ebenfalls eine Tarp-/Biwi-Kombo, dazu wahlweise Insektenschutz. Das Zelt ist mir aus Komfortgründen lieber, aber die Alternative hat in manchen Fällen ihre Stärken.

    Aus welchem Material hast du eigentlich die wasserdichte und atmungsaktive Oberseite deines Biwaksacks hergestellt? 170g sind selbst bei einem Cuben-Boden ziemlich leicht. Event oder Goretex fallen da wohl aus.
     
  26. coredump

    coredump Rapunzel

    Dabei seit
    10/2004
    Naja, der Kern der Frage war Bikepacking und das ist für mich nicht diese Umzugswagennummer mit dicken Taschen, sondern kleines und leichtes Gepäck.
    Ein Zelt passt da vom Packmass her schon meist gar nicht in die Taschen, hab ich auch schon gemacht, fand es aber suboptimal.

    EDIT:
    Der Bivy wiegt 270g nicht 170g, grade nochmal nachgwogen, weils mir selber etwas leicht vorkam.

    2,5 Lagen Laminat von Extremtextil:
    https://www.extremtextil.de/2-5-lagen-laminat-50den-micro-ripstop-80g-qm.html

    Der ganze Biwaksack ist mit Cuben Tape geklebt, dass spart auch nochmal ordentlich Gewicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2017