Eure persönlichen Gründe für den Kauf eures Fatbikes?

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Aloha!

Ich habe seit ein paar Wochen auch was Fattes in der Garage und bin jetzt auf dieses Forum gestoßen. Ein Beitrag vom 09.10. ist mir aufgefallen, in dem ein User nach warum und wofür und Notwendigkeit für Fatbikes fragt, die Antworten aber zum Großteil aber nicht den Kern treffen. Deshalb denke ich, vielleicht kann ein neuer Thread besser die subjektiven Gründe für den Kauf von Fatbikes beleuchten und vielleicht hilft es zukünftigen Fatbikern bei einer Entscheidungsfindung?

Deshalb darf hier jetzt jeder ganz speziell seine eigenen Gründe reinschreiben. Wie/wo hast DU zum ersten Mal von Fatbikes gehört, warum hast DU dich für ein Fatbike entschieden und welche Entscheidungen hast DU dir vor dem Kauf überlegt? Was für ein Bike hast du dir geholt und warum speziell dieses?

Ich versuche auch mal zu erklären, wie ich vor ein paar Wochen zu meinem eFatbike gekommen bin:
Schon als kleiner Bub hab ich mir auf mein BMX die fettesten Schlappen aufgezogen, die ich finden konnte. Ich fand das einfach cooler. Obwohl ich glaube, damals haben wir das Wort cool noch nicht benutzt...

Irgendwann habe ich mal eine Zeitschrift mit Mountainbikes in die Finger bekommen - und wollte eins haben! Ich hab mir dann ein gebrauchtes gekauft. Ungefedert, aus Stahl, Shimanoschaltung ohne Raster, 18 kg. Das hab ich zerlegt, abgeschliffen, neu lackiert und wieder zusammengesetzt. Ich glaube, ich bin dann 2 oder 3 mal damit gefahren. In einem Baumarkt habe ich dann ein Bike aus Aluminium gesehen und gekauft. Das hatte ungefedert gut 13 kg. Damit bin ich dann auch öfter gefahren, aber die Baumarktqualität hat den Spaß versaut. Zuerst ist der Rahmen einfach am Tretlager gebrochen, als ich nur einen Randstein runtergerollt bin. Ich hab reklamiert und bekam das Rad umgetauscht, in ein angeblich stabileres Modell. Bei dem ist mir der Rahmen gebrochen, als ich einen Skilift runter bin. Ich war zwar erst bei ca. 40 km/h, hat mich aber doch ordentlich gewürfelt. Ab zum Baumarkt, das Geld fürs Fahrrad gab es zurück.

Es war Zeit, nach Qualität zu schauen. Cannondale gibt lebenslange Garantie, also musste das Zeug was taugen. Ich hab mir dann ein Super V geholt, damit hatte ich jetzt 19 Jahre Spaß ohne größere Defekte, obwohl mein Fahrstil immer härter wurde. Und über die Jahre die Reifen immer dicker. 2,35er war das Dickste, was Rahmen und Brakebooster zuließen. Bei einem verschleißbedingten Tausch von Kette, Zahnrädern und Schaltung wollte ich ein größeres Kettenblatt vorne und hinten ein kleineres Ritzel, um auch bei hohen Geschwindigkeiten noch pedalieren zu können. Das ging sonst nur bis so 55 km/h. Mit größerem Kettenblatt vorne waren schon über 60 drin. Auf der Suche nach einem Ritzelpaket habe ich dann die SRAM 3x7 Ketten-/Nabenschaltung entdeckt und eingebaut. Wow, 3x3x7 Gänge! Und im 63. Gang konnte ich auch bei über 80 km/h noch ordentlich Kette geben! So bin ich die letzten Jahre spazieren gefahren, bis ich letztes Jahr in einem Shop Fatbikes entdeckte! Ich dachte allerdings, dass diese Bikes viel zu schwer wären. Außerdem war mein altes Fully ja noch ganz OK.

Diesen Sommer habe ich mir neue Pedale gekauft und im Shop eFatbikes entdeckt! Ich habe ein paar Tage recherchiert und Videos auf Youtube geschaut und entschieden, dass ich mir so ein Teil holen muss, fette Reifen und Motorunterstützung. Da ich nicht mehr so viel fahre wie früher und auch noch 5 Kinder zu versorgen habe, sollte es kein zu teures Spielzeug werden. Entschieden habe ich mich für das Yupik eFeather eFatbike mit Bafang Max Drive Mittelmotor. Die meisten anderen eFattys hatten Boschmotoren, aber nachdem ich mich etwas über die Maxdrive von Bafang informiert hatte, fand ich nix daran zu meckern.

Als das Bike dann geliefert wurde, konnte ich nur spät Abends eine kleine Runde bei Dunkelheit testen, nur mit StVZO-konformer Leuchte. Forstwege (Schotter) ging noch, für mehr hat das Licht nicht gereicht. Kurz später ein kleiner Ausflug bei Tageslicht, dabei ist leider die Kette gerissen. Danach lag ich zwei Wochen im Sterben, Männergrippe. Die größere Infektion war aber das Fatbike, ich habe ständig gehofft, endlich wieder fit genug für einen Ausritt zu sein, hab mir schon verschiedene Strecken überlegt!

Bei den ersten beiden Tests bin ich mit dem Luftdruck gefahren, wie er bei Auslieferung war. Vorne dürfte es etwas über 1 bar gewesen sein, hinten vielleicht 0,8. Ich hab dann hinten auch auf 1 bar gepumpt. Im Gelände über Wurzeln und Felsen war das aber übel zu fahren, das Bouncen war heftig. Auf richtigen Straßen ist mir dazu der Selfsteeringeffekt aufgefallen. Beim Einlenken in enge Kurven zog das Bike den Lenker noch weiter rein. Im Gelände oder auf Schotterwegen fiel dieser Effekt nicht auf. Auf einer weiteren Tour hab ich den Druck abgelassen, dürfte ca. bei 0,6 oder 0,7 liegen, vorne und hinten. Wow! So gleitet man durch den Wald, über glitschige Felsen und schräg verlaufende Wurzeln! Leider hat sich der Effekt auf Straßen dadurch noch verstärkt. Wenn ich mich mit höherer Geschwindigkeit in die Kurve legen will, zieht es den Lenker noch extremer nach innen. Ein echtes „in die Kurve legen“ ist so gar nicht möglich, ich kann das Bike höchstens in die Kurve drücken, weil ich nur so aufrecht dem Ziehen gegenhalten kann. Wie gesagt, im Gelände spürt man das nicht. Ob das an den Reifen liegt oder an der Fahrradgeometrie, muss ich testen.

Aber genau das harte Gelände, dazu hatte ich das Bike ja gekauft – und da macht es RICHTIG Spaß! Vor allem an Steigungen, dank der Motorunterstützung. Mit der Traktion der fetten Schlappen und der zusätzlichen Kraft des Motors fahre ich jetzt Trails hoch, die ich früher nur runtergeheizt bin. Mein üblicher Heimweg führt über eine lange Steigung einen Schotterweg hoch. Aber, es gibt so kleine Trampelpfade als Abkürzung, die richtig steil durchs Gehölz gehen und bei denen ich früher nie auf die Idee gekommen wäre, dort hoch zu fahren. JETZT suche ich genau diese Trails. Es strengt zwar immer noch an, aber wenn man oben ankommt hat man noch genug Luft, um die Aussicht zu genießen.

Bei der letzten Ausfahrt bin ich auf einem Forstweg auf dem Mittelteil gefahren, zwischen zwei tiefen, mit Wasser und Schlamm gefüllten Treckerspuren. Weil ich einem Reh nachgeschaut hab, bin ich in die linke Spur abgerutscht. Der erste Reflex war, sofort beide Beine auf den Boden zu stellen. Hab mir dann aber gedacht, probier es! Und tatsächlich, auch in diesem Schlamm ging es problemlos weiter! Zwei Gänge hoch und richtig reingetreten, das Wasser in Fontänen zur Seite gespritzt und der Schlamm rund um die Räder nach allen Richtungen, ich hab das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen! Bin dann gleich noch zweimal durch. Ach ja, Schutzbleche oder so was muss ich noch besorgen.

Meine Routenplanung hat sich auch geändert. Wenn ich mir ein Ziel aussuche, fahre ich andere Strecken als früher, mehr querfeldein oder steile Singletrails hoch, mehr schlammige Wege. Nicht immer als Abkürzung, oft auch extra als Umweg. Gerade auf dem Heimweg, wenn ich noch keine Lust habe, anzukommen und noch etwas Saft im Akku ist. Außerdem suche ich mir auch oft „Abkürzungen“, wo ich Treppen rauffahren kann. Keine Ahnung, warum mir das so verdammt Spaß macht. Hmmm. Vielleicht, weil die Passanten dann mit offenem Mund stehen bleiben? :)

Bei meinem Bike stört mich ein bisschen, dass die Bodenfreiheit so gering ist. Es kommt relativ oft vor, dass ich mit dem Pedal an Felsstufen, größeren Wurzeln oder dickeren auf dem Boden liegenden Ästen hängen bleibe. Außerdem ist es VERDAMMT schwer, knapp 24 kg. Da vermisse ich bergab die Leichtigkeit, mit der ich mein altes Fully zwischen Bäume durch und um enge Kurven tanzen lassen konnte. Dieses Bike braucht Gewalt. Auch reicht mir die Schaltung mit ihren 9 Gängen nicht aus. Der erste Gang ist immer noch zu lang übersetzt, um das immense Gewicht des Bikes die letzten Meter einer Böschung hoch zu wuchten. Und der neunte Gang reicht wie gesagt, nur bis 50/55 km/h. Mal schauen, ob ich da vielleicht ein 3er Kettenblatt mit Schaltung anbauen kann. Tricks kann man mit dem Gewicht auch vergessen. Ich bekomm nicht mal nen ordentlichen Wheelie hin, mit dem Akku am Unterrohr und dem Motorklotz am Tretlager.
Na ja, vielleicht steht auch ein Kauf eines zusätzlichen, motorlosen Fatbikes an.

Zusatz wegen der Motorunterstützung:
Da man die Unterstützung in 5 Stufen einstellen kann, ist das Fahrrad trotz Motor noch gut für die Fitness. Bei hoher Unterstützung fahre ich zwar schneller als früher, strenge mich aber genauso an. Oder ich nehme die Unterstützung zurück, fahre mit gleicher Anstrengung, aber nicht mehr so schnell. Bergauf in hartem Gelände ist die zusätzliche Leistung wirklich nützlich und macht auch richtig Spaß (sucht mal auf Youtube!), bergab stört aber das Gewicht auf engeren Trails. Gut beim Bafang Motor ist, dass man die Grenze bei 25 km/h ohne technischen Umbau bis auf 60 km/h hochsetzen könnte, einfach im Display. Damit wäre es aber nicht mehr für die Straße zugelassen.

Und Zusatz zur Akkuleistung:
Angegeben sind „bis zu 180 km“ Reichweite. Hmmm. Vielleicht, wenn man nur auf Stufe 1 fährt, im Flachland und die 25 km/h-Begrenzung drin lässt, wer weiß? Bei mir ist nach 60, spätestens 70 km Schluss. Wenn ich die Motorunterstützung vorsichtiger dosieren würde, könnte es vielleicht auch für 80/90 km reichen. Oder, wenn ich durchweg Stufe 5 lasse, heftige Steigungen fahre und aus eigener Leistung alles gebe, kann auch schon nach knapp 40 km der Akku leer sein (Temperatur war da 3-4 Grad). Und wenn der Akku leer ist, wird es schweeeeer.

Mein Fazit:
Ich denke, mit einem Fatbike ohne Motor wäre ich besser bedient gewesen, weil es meinem bisherigen Fahrstil eher entsprochen hätte. Aber auch so habe ich bei meinen Ausflügen weit mehr Spaß als früher! Bereut habe ich den Umstieg nicht. Ich freue mich auf jeden Fall schon, weil es inzwischen angefangen hat zu schneien und ich am Wochenende hoffentlich testen kann, wie es sich damit im Schnee fährt!

Mein persönlicher Grund für ein Fatbike ist einfach der Spaß, den es macht! Nur Spaß, völlig sinnbefreit!
 
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Einfach nur Spaß. Mehr als jedes andere meiner 4 MTB. Den Winterpokal werde ich FAT fahren, mal sehen wie es im Frühling weiter geht.
 
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Deshalb darf hier jetzt jeder ganz speziell seine eigenen Gründe reinschreiben. Wie/wo hast DU zum ersten Mal von Fatbikes gehört, warum hast DU dich für ein Fatbike entschieden und welche Entscheidungen hast DU dir vor dem Kauf überlegt? Was für ein Bike hast du dir geholt und warum speziell dieses?

Ich versuche auch mal zu erklären, wie ich vor ein paar Wochen zu meinem eFatbike gekommen bin:
Schon als kleiner Bub hab ich mir auf mein BMX die fettesten Schlappen aufgezogen, die ich finden konnte. Ich fand das einfach cooler. Obwohl ich glaube, damals haben wir das Wort cool noch nicht benutzt...

Irgendwann habe ich mal eine Zeitschrift mit Mountainbikes in die Finger bekommen - und wollte eins haben! Ich hab mir dann ein gebrauchtes gekauft. Ungefedert, aus Stahl, Shimanoschaltung ohne Raster, 18 kg. Das hab ich zerlegt, abgeschliffen, neu lackiert und wieder zusammengesetzt. Ich glaube, ich bin dann 2 oder 3 mal damit gefahren. In einem Baumarkt habe ich dann ein Bike aus Aluminium gesehen und gekauft. Das hatte ungefedert gut 13 kg. Damit bin ich dann auch öfter gefahren, aber die Baumarktqualität hat den Spaß versaut. Zuerst ist der Rahmen einfach am Tretlager gebrochen, als ich nur einen Randstein runtergerollt bin. Ich hab reklamiert und bekam das Rad umgetauscht, in ein angeblich stabileres Modell. Bei dem ist mir der Rahmen gebrochen, als ich einen Skilift runter bin. Ich war zwar erst bei ca. 40 km/h, hat mich aber doch ordentlich gewürfelt. Ab zum Baumarkt, das Geld fürs Fahrrad gab es zurück.

Es war Zeit, nach Qualität zu schauen. Cannondale gibt lebenslange Garantie, also musste das Zeug was taugen. Ich hab mir dann ein Super V geholt, damit hatte ich jetzt 19 Jahre Spaß ohne größere Defekte, obwohl mein Fahrstil immer härter wurde. Und über die Jahre die Reifen immer dicker. 2,35er war das Dickste, was Rahmen und Brakebooster zuließen. Bei einem verschleißbedingten Tausch von Kette, Zahnrädern und Schaltung wollte ich ein größeres Kettenblatt vorne und hinten ein kleineres Ritzel, um auch bei hohen Geschwindigkeiten noch pedalieren zu können. Das ging sonst nur bis so 55 km/h. Mit größerem Kettenblatt vorne waren schon über 60 drin. Auf der Suche nach einem Ritzelpaket habe ich dann die SRAM 3x7 Ketten-/Nabenschaltung entdeckt und eingebaut. Wow, 3x3x7 Gänge! Und im 63. Gang konnte ich auch bei über 80 km/h noch ordentlich Kette geben! So bin ich die letzten Jahre spazieren gefahren, bis ich letztes Jahr in einem Shop Fatbikes entdeckte! Ich dachte allerdings, dass diese Bikes viel zu schwer wären. Außerdem war mein altes Fully ja noch ganz OK.

Diesen Sommer habe ich mir neue Pedale gekauft und im Shop eFatbikes entdeckt! Ich habe ein paar Tage recherchiert und Videos auf Youtube geschaut und entschieden, dass ich mir so ein Teil holen muss, fette Reifen und Motorunterstützung. Da ich nicht mehr so viel fahre wie früher und auch noch 5 Kinder zu versorgen habe, sollte es kein zu teures Spielzeug werden. Entschieden habe ich mich für das Yupik eFeather eFatbike mit Bafang Max Drive Mittelmotor. Die meisten anderen eFattys hatten Boschmotoren, aber nachdem ich mich etwas über die Maxdrive von Bafang informiert hatte, fand ich nix daran zu meckern.

Als das Bike dann geliefert wurde, konnte ich nur spät Abends eine kleine Runde bei Dunkelheit testen, nur mit StVZO-konformer Leuchte. Forstwege (Schotter) ging noch, für mehr hat das Licht nicht gereicht. Kurz später ein kleiner Ausflug bei Tageslicht, dabei ist leider die Kette gerissen. Danach lag ich zwei Wochen im Sterben, Männergrippe. Die größere Infektion war aber das Fatbike, ich habe ständig gehofft, endlich wieder fit genug für einen Ausritt zu sein, hab mir schon verschiedene Strecken überlegt!

Bei den ersten beiden Tests bin ich mit dem Luftdruck gefahren, wie er bei Auslieferung war. Vorne dürfte es etwas über 1 bar gewesen sein, hinten vielleicht 0,8. Ich hab dann hinten auch auf 1 bar gepumpt. Im Gelände über Wurzeln und Felsen war das aber übel zu fahren, das Bouncen war heftig. Auf richtigen Straßen ist mir dazu der Selfsteeringeffekt aufgefallen. Beim Einlenken in enge Kurven zog das Bike den Lenker noch weiter rein. Im Gelände oder auf Schotterwegen fiel dieser Effekt nicht auf. Auf einer weiteren Tour hab ich den Druck abgelassen, dürfte ca. bei 0,6 oder 0,7 liegen, vorne und hinten. Wow! So gleitet man durch den Wald, über glitschige Felsen und schräg verlaufende Wurzeln! Leider hat sich der Effekt auf Straßen dadurch noch verstärkt. Wenn ich mich mit höherer Geschwindigkeit in die Kurve legen will, zieht es den Lenker noch extremer nach innen. Ein echtes „in die Kurve legen“ ist so gar nicht möglich, ich kann das Bike höchstens in die Kurve drücken, weil ich nur so aufrecht dem Ziehen gegenhalten kann. Wie gesagt, im Gelände spürt man das nicht. Ob das an den Reifen liegt oder an der Fahrradgeometrie, muss ich testen.

Aber genau das harte Gelände, dazu hatte ich das Bike ja gekauft – und da macht es RICHTIG Spaß! Vor allem an Steigungen, dank der Motorunterstützung. Mit der Traktion der fetten Schlappen und der zusätzlichen Kraft des Motors fahre ich jetzt Trails hoch, die ich früher nur runtergeheizt bin. Mein üblicher Heimweg führt über eine lange Steigung einen Schotterweg hoch. Aber, es gibt so kleine Trampelpfade als Abkürzung, die richtig steil durchs Gehölz gehen und bei denen ich früher nie auf die Idee gekommen wäre, dort hoch zu fahren. JETZT suche ich genau diese Trails. Es strengt zwar immer noch an, aber wenn man oben ankommt hat man noch genug Luft, um die Aussicht zu genießen.

Bei der letzten Ausfahrt bin ich auf einem Forstweg auf dem Mittelteil gefahren, zwischen zwei tiefen, mit Wasser und Schlamm gefüllten Treckerspuren. Weil ich einem Reh nachgeschaut hab, bin ich in die linke Spur abgerutscht. Der erste Reflex war, sofort beide Beine auf den Boden zu stellen. Hab mir dann aber gedacht, probier es! Und tatsächlich, auch in diesem Schlamm ging es problemlos weiter! Zwei Gänge hoch und richtig reingetreten, das Wasser in Fontänen zur Seite gespritzt und der Schlamm rund um die Räder nach allen Richtungen, ich hab das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen! Bin dann gleich noch zweimal durch. Ach ja, Schutzbleche oder so was muss ich noch besorgen.

Meine Routenplanung hat sich auch geändert. Wenn ich mir ein Ziel aussuche, fahre ich andere Strecken als früher, mehr querfeldein oder steile Singletrails hoch, mehr schlammige Wege. Nicht immer als Abkürzung, oft auch extra als Umweg. Gerade auf dem Heimweg, wenn ich noch keine Lust habe, anzukommen und noch etwas Saft im Akku ist. Außerdem suche ich mir auch oft „Abkürzungen“, wo ich Treppen rauffahren kann. Keine Ahnung, warum mir das so verdammt Spaß macht. Hmmm. Vielleicht, weil die Passanten dann mit offenem Mund stehen bleiben? :)

Bei meinem Bike stört mich ein bisschen, dass die Bodenfreiheit so gering ist. Es kommt relativ oft vor, dass ich mit dem Pedal an Felsstufen, größeren Wurzeln oder dickeren auf dem Boden liegenden Ästen hängen bleibe. Außerdem ist es VERDAMMT schwer, knapp 24 kg. Da vermisse ich bergab die Leichtigkeit, mit der ich mein altes Fully zwischen Bäume durch und um enge Kurven tanzen lassen konnte. Dieses Bike braucht Gewalt. Auch reicht mir die Schaltung mit ihren 9 Gängen nicht aus. Der erste Gang ist immer noch zu lang übersetzt, um das immense Gewicht des Bikes die letzten Meter einer Böschung hoch zu wuchten. Und der neunte Gang reicht wie gesagt, nur bis 50/55 km/h. Mal schauen, ob ich da vielleicht ein 3er Kettenblatt mit Schaltung anbauen kann. Tricks kann man mit dem Gewicht auch vergessen. Ich bekomm nicht mal nen ordentlichen Wheelie hin, mit dem Akku am Unterrohr und dem Motorklotz am Tretlager.
Na ja, vielleicht steht auch ein Kauf eines zusätzlichen, motorlosen Fatbikes an.

Zusatz wegen der Motorunterstützung:
Da man die Unterstützung in 5 Stufen einstellen kann, ist das Fahrrad trotz Motor noch gut für die Fitness. Bei hoher Unterstützung fahre ich zwar schneller als früher, strenge mich aber genauso an. Oder ich nehme die Unterstützung zurück, fahre mit gleicher Anstrengung, aber nicht mehr so schnell. Bergauf in hartem Gelände ist die zusätzliche Leistung wirklich nützlich und macht auch richtig Spaß (sucht mal auf Youtube!), bergab stört aber das Gewicht auf engeren Trails. Gut beim Bafang Motor ist, dass man die Grenze bei 25 km/h ohne technischen Umbau bis auf 60 km/h hochsetzen könnte, einfach im Display. Damit wäre es aber nicht mehr für die Straße zugelassen.

Und Zusatz zur Akkuleistung:
Angegeben sind „bis zu 180 km“ Reichweite. Hmmm. Vielleicht, wenn man nur auf Stufe 1 fährt, im Flachland und die 25 km/h-Begrenzung drin lässt, wer weiß? Bei mir ist nach 60, spätestens 70 km Schluss. Wenn ich die Motorunterstützung vorsichtiger dosieren würde, könnte es vielleicht auch für 80/90 km reichen. Oder, wenn ich durchweg Stufe 5 lasse, heftige Steigungen fahre und aus eigener Leistung alles gebe, kann auch schon nach knapp 40 km der Akku leer sein (Temperatur war da 3-4 Grad). Und wenn der Akku leer ist, wird es schweeeeer.

Mein Fazit:
Ich denke, mit einem Fatbike ohne Motor wäre ich besser bedient gewesen, weil es meinem bisherigen Fahrstil eher entsprochen hätte. Aber auch so habe ich bei meinen Ausflügen weit mehr Spaß als früher! Bereut habe ich den Umstieg nicht. Ich freue mich auf jeden Fall schon, weil es inzwischen angefangen hat zu schneien und ich am Wochenende hoffentlich testen kann, wie es sich damit im Schnee fährt!

Mein persönlicher Grund für ein Fatbike ist einfach der Spaß, den es macht! Nur Spaß, völlig sinnbefreit!

Hat der keinen Frisör, dem er seine Kalauer ins Knie diktieren kann :mad: ?
 
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Rattfahra

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Das mit den 3x3x7 also 63 Gängen musste mir mal erklären. Und mit welcher Übersetzung tritts du bei 80 mit? Vorn 60er Ritzel und hinten 7er:confused:
 

Der Kokopelli

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Das mit den 3x3x7 also 63 Gängen musste mir mal erklären. Und mit welcher Übersetzung tritts du bei 80 mit? Vorn 60er Ritzel und hinten 7er:confused:
Bist sicher noch jünger, dann kannst Du es nicht kennen :) Es hab mal eine Kombination aus 3fach Nabe mit darangeschraubter 7fach Kassette (von Sachs), war eigentlich gedacht, um sie mit einem Einfach-Kettenblatt zu fahren, wenn man das dann allerdings mit einem 3fach-Kettenblatt kombiniert, hat man tatsächlich so viele Kombinationen. Ob das allerdings Sinn ergibt oder wie der Wirkungsgrad ist, ist eine andere Frage...
sachs-3x7-ersatzteile-konus:i.4.1.full
 
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Meine Zusammenfassung:

Schon im oben genannten Beitrag, in dem ein User nach dem Grund und Sinn für Fatties fragt, bekam er nur einen Haufen Sch**** zu hören/lesen. Ich dachte, wenn ich in einem neuen Thread einfach mal jeden einzelnen direkt SEINEN Grund nennen lasse, wäre das erfolgreicher – (hier darf jemand ein Bild von einem Haufen Scheiße einfügen).


Merke: Frage NIE nen Fatbiker nach dem Grund für den Besitz seines Fatties!

Ich dachte mir zwar, dass keine Gründe kommen wie „Ich plane eine Wüstendurchquerung und brauche die fetten Reifen deshalb" oder „ich will in Alaska im Winter mit Pfeil und Bogen Bären jagen und brauch im Schnee...", aber dass wieder KEINER sagen kann, wie und warum er zu den dicken Schlappen kam, ist arm.

...oder haben alle den Schwanz-zu-klein-und-zu-arm-für-Porsche-Grund?

Wie auch immer, der Thread kann geschlossen werden.
 
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Guest
Meine Zusammenfassung:

Schon im oben genannten Beitrag, in dem ein User nach dem Grund und Sinn für Fatties fragt, bekam er nur einen Haufen Sch**** zu hören/lesen. Ich dachte, wenn ich in einem neuen Thread einfach mal jeden einzelnen direkt SEINEN Grund nennen lasse, wäre das erfolgreicher – (hier darf jemand ein Bild von einem Haufen Scheiße einfügen).


Merke: Frage NIE nen Fatbiker nach dem Grund für den Besitz seines Fatties!

Ich dachte mir zwar, dass keine Gründe kommen wie „Ich plane eine Wüstendurchquerung und brauche die fetten Reifen deshalb" oder „ich will in Alaska im Winter mit Pfeil und Bogen Bären jagen und brauch im Schnee...", aber dass wieder KEINER sagen kann, wie und warum er zu den dicken Schlappen kam, ist arm.

...oder haben alle den Schwanz-zu-klein-und-zu-arm-für-Porsche-Grund?

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