Eurobike 2018: Zum Modelljahrzyklus: "Die Bike-Branche ist ein Haifischbecken"

„Immer schneller, immer früher“ scheint aktuell das vorherrschende der Radindustrie zu sein. Der Eurobike-Termin wurde um 2 Monate nach vorne verlegt und gleichzeitig launchen viele Hersteller mitten im Jahr neue Produkte. Ist die Branche im Innovationsrausch? Hetzt sie sich und uns um den Verstand? Oder ist die Entwicklung vor allem positiv zu sehen? Wir haben uns in der Branche umgehört.


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Sehe ich anders.
Warum soll ich mich jetzt Jahrelang über eine schlecht im Federweg stehende, schwammige Lyrik, oder eine eigentlich etwas unkomfortabel straffe 36 ärgern, wenn es zur gleichen Zeit das gleiche Produkt mit den ausgemerzten Nachteilen bereits gab?

Soll das heißen, dass die 2018er Lyrik und 36 Modelle Müll sind?

Was ich mich frage: Wie kann es sein, dass diese beiden Marktführer seit 15 Jahre nicht das hin bekommen, was andere Kleinsthersteller seit dieser Zeit in absoluter Vollendung hin bekommen? Wie man Dämpfung baut, weiß wohl jeder, seit es Avalanche Downhill Racing gibt. Selbst Marzocchi mit der HSCV Dämpfung wusste schon vor vielen Jahren, wie es geht. Und natürlich: Stahlfeder.
 
Dem Kunden stört es glaube weniger das immer neue Bikes oder Parts auf den Markt kommen sondern die immer neuen Standards, Boost und co ist ein Blödsinn den keiner braucht und so gut wie keiner der Hersteller richtig umsetzt. Bei meinem 150mm und 157mm Hinterrädern ist der Abstand von der Bremsscheibenaufnahme zum Speichenflansch 2-2,5cm da erzählen uns die Hersteller sie brauchen den Platz für stabile Laufräder und lassen solche Abstände. Jetzt noch Boost wo auf ein mal die Bremsscheibe ein paar mm versetzt ist. Wozu? Damit man 3-4cm hinter der Bremsscheibe Platz hat ? Früher hat man sich einen neuen Rahmen gekauft und vielleicht eine neue Sattelstütze/Umwerfer damit alles wieder zusammen passt. Heute kann man fast das alte Rad entsorgen da kaum noch was passt.
 
Vielleicht heulen Mountainbiker einfach gern rum. Da gibts leider noch keine Innovation dagegen. Wenn sie nicht über neue Innovationen zu heulen hätten würden sie heulen weil nix neues kommt und das alte schlecht ist.

@mw.dd So Geschichten wie narrow-wide und gedämpfte Schaltwerke sind doch die eigentliche 1x Innovation, die fallen für Dich natürlich einfach so weg, genauso wie 11-fach und 12-fach :D Wenn einem mit dem 2x Setup die Kette nie abgefallen ist weiss man das auch nicht zu schätzen, oder montiert sich noch ein halbes KG KeFü ans Bike zusätzlich zu dem halben kg für Umwerfer, Shifter usw.

Und auch für tubeless hat sich viel getan, früher fuhr man mit Ghetto Tubeless, jetzt kanns jede Felge, manche sogar besonders gut, es gibt Auswahl bei Milch und Tubeless-Band, verschiedenste Ventile...
 
So Geschichten wie narrow-wide und gedämpfte Schaltwerke sind doch die eigentliche 1x Innovation
Nein, das fällt unter Verbesserung im Detail.
ein halbes KG KeFü
Meine Kettenführung war ein Weinkorken mit 0-Ring und zwei Kabelbindern (<50g).
Die Flasche musste ich natürlich austrinken und daheim lassen.
Was war ich damals innovativ! Mitten in der Saison! Oder vielleicht auch der, der sich das ausgedacht hatte... Egal.
früher fuhr man mit Ghetto Tubeless
Ich hatte UST. War sogar ohne Milch dicht...
 
Nein, nein, nein, sag bloß nicht Faulheit.
All diese Leute auf den Elektrifizierten könnten, laut vielfacher Aussage hier, sonst gar nicht mehr Fahrrad fahren.
Also durchaus eine, wenn nicht die, Innovation.
 
35mm breite Lenker und Vorbauten :spinner:.

Allerdings, gut funktionierende, wartungsfreundliche und ergonomisch verstellbare Vario Sattelstützen :daumen:.

Und ein gutes und wartungsarmes Getriebe a la Rohloff, Pinion oder Alfine (ev Nuvici?) empfinde ich als Revolution. Einfachsysteme eher als Evolution.
 
Mich erinnert das Ganze einfach nur an 1995-2000 Damals hat auch jeder wild in die Gegend entwickelt. Jeder wollte den Sport revolutionieren und jede - egal wie abstruse - Idee wurde als Innovation gefeiert. An allen Ecken und Enden entstanden neue Standards, die dann ein bis zwei Jahre später wieder verworfen wurden und für die keine Ersatzteile mehr hergestellt wurden (Inversschaltwerke, neue Achsstandards an Kurbeln, Shimano Airlines, etc)
Momentan sind wir wieder genau am selben Punkt angelangt, jedes zweite Jahr gibt es neue Achsen, Kurbelstandards, Freiläufe, Bremsaufnahmen und Vorbausysteme, die ein bis zwei Jahre später wieder vergessen sind. Am Ende sitzt der Endverbraucher auf einem Berg von Komponenten, die an kein "modernes" Rad passen oder schlicht keine Ersatzteile bekommen.

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Das einzig positive ist, dass man gerade jede Menge kaum gefahrener Teile für fast geschenkt im Gebrauchtmarkt bekommt :)
 
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