F-Si 2019 / Ocho: Erfahrungen, Probleme, Tipps

rubinaish

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25. Februar 2020
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Wir fahren in der Familie seit November 2018 mehrere Cannondale F-Si der aktuellen Baureihe. In den bisher anderthalb Jahren sind uns beim Fahren und Modifizieren der Räder diverse Besonderheiten und Probleme aufgefallen, da sich Cannondale an vielen Stellen bewusst Exoten baut und erste Exemplare bekanntermaßen mit Kinderkrankheiten daherkommen.

Wenn man Informationen durch Google zusammen sucht, so wie ich es meist mache, bevor ich etwas auseinander baue oder Teile kaufe, muss man sich meist durch dieses oder englischsprachige Foren und Facebook-Gruppen klicken, bis man was brauchbares findet.
Daher kam mir die Idee, diesen Thread zu erstellen, um für andere Fahrer des F-Si ab Modelljahr 2019 und Besitzer der Lefty Ocho an anderen Bikes Erfahrungen und Informationen zu sammeln und strukturiert dazustellen. So kommt man hoffentlich durch Google schneller hierher und spart sich Recherche sowie unnötige Bastelei. Ich werde bei neuen Erkenntnissen diesen Thread aktualisieren, ebenso würde es mich freuen, wenn der eine oder andere ebenso Ideen, Erfahrungen oder Bilder beisteuern könnte.

Hier soll es also um den Rahmen, Farben, Schwachstellen wie Knacken und Brüche, Garantieanträge, innen verlegte Züge, Ai-Offset, Steckachsen und die neue Lefty Ocho gehen, mit der die Räder größtenteils ausgeliefert werden. Für Einzelteilgewichte ist eine Excel-Tabelle angehangen. Ich hoffe, dass der Tutorial-Bereich für den Thread passt, da es ja unter anderem darum geht, wie Probleme beseitigt oder Teile montiert werden können.

Eins vorweg: Alle hier geschriebenen Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen aufgeführt. Ich übernehme keinerlei Haftung dafür, wie jemand sein eigenes Fahrrad aufbaut!

Gewicht non-Hi-Mod: 1220g - gewogen ohne Sattelklemmung und Schaltauge bei einem neongelben Carbon 4 2019 und einem mattschwarzen Carbon 3 2020 Größe L.​
Die bei der Produktvorstellung beworbenen 1100g in Größe M bezogen sich, so der Support von Cannondale auf meine Mailanfrage, auf unlackierte Vorserienrahmen, es können für die Serie also noch Änderungen vorgenommen worden sein.​

Neon-Farben: Es gibt u.A. beim Carbon 4 2019 (volt) sowie beim Carbon 3 2020 (acid red) Neon-Farben zur Auswahl. Bei der Auslieferung ist ein - abziehbarer - Aufkleber aufgebracht, mit dem Hinweis, dass diese ausbleichen. Ich wollte es für ein Rad dieser Preisklasse nicht wahrhaben, aber bei meinem 4er in volt war dies der Fall.​
Mein Rad hing, wenn ich damit nicht gefahren bin, immer in der Wohnung und war dort nie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Dennoch fing der Rahmen nach einem Jahr einseitig an, auszubleichen. Noch nicht so, dass es einem direkt auffällt, aber bei direktem Vergleich der zur Wand zeigenden und der der Wand abgeneigten Seite war es sichtbar. Das Problem ist in den Neon-Farben begründet, und war laut anderen Mitgliedern des Forums auch schon bei orangenen 2016er F-Si vorhanden. In verschiedenen englischsprachigen Beiträgen war zu lesen, das Cannondale die Rahmen je nach Laune gegen andere Farben auf Garantie tauscht. Das hätte ich eventuell auch versucht, jedoch kam mir ein Rahmenbruch zuvor.​

Knacken der Sattelklemmung: Die Klemmung wird, ebenso bei aktuellen Cannondale SuperSix, durch eine Backenkonstruktion in der Ecke zwischen Sitz- und Oberrohr realisiert, die mit einer Innensechskantschraube gegen die Sattelstütze gepresst wird. Der Mechanismus liegt in einer Tasche im Rahmen und besteht aus einem dicken Stück mit Gewinde für die Sechskantschraube, einer an der Stütze anliegenden dünnen Platte und einem Schräubchen, das beide verbindet. Der Mechanismus fällt beim Rausnehmen der Sattelstütze gern ins Sitzrohr, also gut festhalten.​
Laut Cannondale soll man Carbonpaste dort anbringen, wo die (Carbon-)Stütze den Rahmen und den Klemmmechanismus berührt, und wenig Fett an der Klemmung selbst. Unsere 2019er Modelle haben im Auslieferungszustand beide geknackt. Nachziehen der Klemmschraube nach Gefühl statt Drehmoment hat nur kurz Abhilfe gebracht.​
Ich habe Carbonpaste rund um die Stütze angebracht und die Klemmung, nach gründlicher Reinigung, großzügig mit Fett zugeschmiert. Sowohl in der Tasche, als auch zwischen den drei Bauteilen und natürlich im Gewinde der Klemmschraube. Danach trat kein Knacken mehr auf.​
Beim Rad meines Vaters waren am unteren Ende der Stütze, wo diese beim Flexen den Rahmen berührt, Lackabriebspuren an der Alu-Stütze zu sehen. Temporär konnte das Knacken durch Panzertape rund um die Stütze an dieser Stelle beseitigt werden.​
Nach einiger Zeit, Wechsel auf eine Save-Carbonstütze und gründlichem Schmieren trat das Knacken aber wieder auf, und nach einigem hin und her mit Cannondale wurde sein Rahmen auf Garantie ausgetauscht. Auch bei dem neuen Rahmen ist das Knacken gelegentlich zu hören.​
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Schwachstellen des Rahmens: Nach etwa einem Jahr artgerechter Haltung in leichtem Gelände mit wenigen Sprüngen habe ich beim Putzen zwischen dem Sitzrohr und den Sitzstreben feine Risse entdeckt, siehe Foto. Mein Händler hat einen Garantieantrag bei Cannondale eingereicht, und ohne große Probleme kam ich in zwei Wochen zu meinem Austauschrahmen.​
Farbwahl bei Austauschrahmen auf Garantie: Unsere Garantieanträge wurden in beiden Fällen schnell ohne Diskutieren genehmigt. Leider bekommt man als Austausch das, was gerade bei Cannondale über ist. Mein Vater hat im Tausch gegen seinen glanz-schwarzen Rahmen das 2020er Carbon 2 in schwarz mit den Chameleon-Akzenten bekommen, eine Wahl gab es nicht. Mir wurde für meinen neongelben Rahmen die Wahl zwischen orange-metallic und mattschwarz gelassen. Das ebenfalls gelbe 2020er Carbon 5 war nicht möglich, im Hinblick auf die Neonfarben-Thematik vielleicht auch besser so. Dass man eventuell schon Teile in anderen Farben gekauft hat, die nicht zu dem passen, was man nun getauscht bekommen soll, interessiert bei Cannondale leider keinen. In der Hinsicht war der Service leider sehr stur und zu faul, sich um eine kundenorientierte Lösung zu bemühen.​

Innere Zugführung: Sehr zum Vorteil der Optik sind die Brems- und Schaltzüge erstmals beim F-Si innen verlegt. Im Unterrohr sind um beide Leitungen Schaumhüllen angebracht, durch die es auf Kopfsteinpflaster und im Gelände nur selten zu Klappergeräuschen kommt. Unterm Tretlager halten jeweils zwei Kabelbinder die Züge fest und von der Kurbelachse fern.​
Da durch die Löcher in den Plastikführungen Schmutz in den Rahmen und besonders an die Kurbelachse kommen kann, bietet es sich an, als Abdichtung jeweils ein kleines Stück von einem alten Schlauch zurecht zu schneiden, zwei kleine Löcher für die Kabelbinder rein zu stechen und dieses Stück Schlauch dann zwischen Plastikführung und Rahmen zu klemmen.​
Diese Löcher dienen gleichzeitig dem Abfluss von Wasser, das wie auch immer in den Rahmen gelangt ist. Hat man alles abgedichtet, sollte das F-Si vielleicht nicht mehr allzu oft im Regen stehen und dem Preisschild gebührend behandelt werden.​
Die hinter dem Steuerrohr liegenden Leitungsführungen sind leider so ausgelegt, dass sie beim Lösen der Klemmschraube schnell in den Rahmen rutschen. Passiert das, hat man verloren, da man sie durch die zweiteilige Konstruktion unmöglich wieder raus bekommt. Es ist also von Vorteil, zur Demontage und auch wieder beim Einsetzen, das Rad nach vorn zu kippen, die Führungen dann langsam reinzuschieben und sie mit der Klemmschraube aufzufangen, sobald man das Gewinde im Loch des Rahmens sieht.​
Sollten die Führungen dennoch in den Rahmen fallen, bekommt man sie am Elegantesten wieder raus, indem man die Kurbel demontiert. Fehlt einem dafür das Werkzeug, kann man den Vorbau lösen, die Gabel ausbauen sowie den nur eingelegten Steuersatz entnehmen und solange den Rahmen nach vorn geneigt schütteln, bis die Führung aus dem Steuerrohr fällt. Mit demontierter Gabel lassen sich die Teile auch leichter wieder montieren, da man an die Innenseite der Aussparung kommt.​
Für Arbeiten an Bremsleitungen und Schalthüllen muss man unweigerlich die Kabelbinder durchtrennen. Zwar kann man nun mit Linern neue Züge verlegen, den Kabelbinder bekommt man allerdings nur mit sehr viel Fummelei durch die schmalen Schlitze wieder angebracht. Hier hilft ein Ausziehhaken oder zurecht gebogenes Stück Draht oder Speiche, um den Zug so weit raus zu ziehen, dass man den Kabelbinder umlegen kann. Alternativ demontiert man die Kurbel, dann kommt man mit den Fingern bequem durchs Tretlager rein.​
Fehlt einem dafür das Werkzeug und man hat eventuell die alten Züge voreilig raus gezogen, habe ich es folgendermaßen gemacht: Zunächst die Gabel demontieren, dadurch baumelt weniger Gewicht am Bike und man bekommt die Züge später vorn raus. Vorsicht hierbei mit den nur noch eingelegten Steuersatz-Lagern, die anschließend leicht rausfallen. Jetzt Schaltzug oder Bremsleitung durch die Löcher hinten in den Kettenstreben führen, dabei den Gummiverschlussstopfen nicht vergessen. Anschließend so lange stochern, bis die Leitung durch die Löcher unter dem Tretlager an der Kurbelachse sichtbar wird. Nun die Leitung aus dem Schlitz führen, Kabelbinder, Plastikführung und eventuell oben beschriebene Dichtung umlegen. Jetzt die Leitung wieder in den Schlitz Richtung Unterrohr einführen. Beim letzten Bisschen, bevor sie durch den Schlitz wieder komplett in den Rahmen fällt, wird die Leitung etwas gestaucht, das lässt sich leider nicht vermeiden. Nun die Leitung durchs Oberrohr und aus dem Steuerrohr raus führen. Die Schaumhüllen auf die Leitung schieben, Leitung zurück in den Rahmen ziehen und durch die Löcher, in denen sie später geklemmt werden, wieder rausführen. Erst klemmen, wenn alle Längen stimmen, und wirklich zu allerletzt den Kabelbinder unter dem Tretlager anziehen, sodass die Leitungen fest sitzen und nicht an der Kurbelachse schleifen.​
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Laufräder: Wie bei vielen neuen Cannondales ist auch hier ein asymmetrischer Ai-Hinterbau zu finden. Dafür sind die 12x148mm-Boost-Nabe sowie Schaltung um 3mm nach rechts verlegt, sodass sich symmetrisch eingespeichte, und somit steifere und stabilere Hinterräder bauen lassen. Die Boost-Nabe am 2019er ist mit 148mm rechts und links jeweils 3mm breiter als die des Vorgänger-F-Si ab 2015 (142mm). Dadurch ergeben sich nur noch 3mm Nabenoffset, das nebenstehende Bild stammt vom Vorgänger-F-Si und dient hier lediglich der Veranschaulichung des Prinzips. Quelle: https://cannondale.zendesk.com/hc/article_attachments/206727877/AI_rear_triangle.jpg).​
Das hat zur Folge, dass man kein normales Hinterrad einbauen kann und normale Räder auch nicht um 3mm umspannen sollte. Jedoch können einem alle Händler und Hersteller, ob nun r2-bike, Radsporttechnik Müller, Tune oder Industry Nine, passende Laufräder aufbauen.​
Kurbel: Ab Werk kommen die F-Si mit Kurbeln von Sram/Truvativ oder der Hollowgram von Cannondale mit 28,99mm (DUB) oder 30mm dicken Achsen. Durch den Offset sind passende Kurbelsets auf der Achse oder im Internet bei r2-bike direkt als Ai gekennzeichnet. Das schränkt leider die Wahl beim Tuning extrem ein. Lediglich die oben genannten Hersteller bieten passende Teile an.​
Im Internet gibt es zwar Fotos der F-Si von den Cannondale-Team-Fahrern, welche eine XTR FC-M9100-Kurbel verbaut haben. Eine Rückfrage auf Facebook ergab aber, das dies Spezialanfertigungen von Shimano sind. Daraus schließe ich, dass es zumindest nicht ohne individuelles Ausprobieren oder Anfertigen von Spacern möglich ist, Shimano-Kurbeln mit der eh schon dünneren 24mm-Achse zu montieren.​
Es scheitert weiterhin an Spidern mit 6mm Offset, die es nur für die Kurbeln oben genannter Hersteller gibt.​
Die günstigeren Carbon 3 bis Carbon 5 kommen werkseitig mit einer Truvativ Stylo Kurbel. Für diejenigen, die lediglich einen anderen Spider zwecks Farbe, Ovalität oder Zähnezahl montieren möchten, hat User Pierre85 fleißig rum probiert und festgestellt, dass dieses Kettenblatt von Garbaruk der originalen Konfiguration/Kettenlinie am nächsten komm. Damit werden die Ai-Geometrie und der Abstand des Spiders zur Kettenstrebe am Ehesten erfüllt. Anbei ein Foto zu Letzterem. Zugegeben, der Spider ist unter der Kette ungünstig schwerer zu erkennen, aber wenn man an dem blauen Pfeil durch die Kettenglieder lugt, wird sichtbar, in welchem Abstand der Spider steht.​
Ebenso fährt User FatRadler einen ovalen Absolute Black Spider für Sram-Kurbeln (rechtes Foto) an der originalen Truvativ-Kurbel. Dieser ist zwar teurer und in weniger Farben als Garbaruk erhältlich, bietet aber ein ''radikaleres'' Design. Das Gewicht ist identisch.​
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Wir haben als logische Lösung die Hollowgram SL von Cannondale montiert. Leicht trotz Alu, schlichtes Design und die Arme als Set ohne Achse bekommt man gut auf Ebay (Kleinanzeigen) für 200-250€ in passablem Zustand. Die Hollowgram-Si-Spindle benötigt man in 137mm Länge (ca. 80-100€). Bei Modelljahr 2019 waren ab Werk PF30-Lager mit 30mm Innendurchmesser verbaut, diese kann man weiterverwenden. Ab MJ 2020 kommen die F-Si mit den DUB-Lagern von Sram (28,99mm), diese müssten dann raus. Ebenso braucht man den Lockring für den Spider, den Spider selbst, Kurbelschrauben und diverse Spacer, Schalen und Washer. Für den Spider gibt es für Hollowgram und Ai eine gute Auswahl von Garbaruk mit allen Zähnezahlen, Farben und in rund oder oval. Sollte etwas mal auf r2-bike nicht lieferbar sein, dann hat Garbaruk selbst es meist noch vorrätig und liefert innerhalb weniger Tage versandkostenfrei von Polen nach Deutschland.​
Zum Abziehen der Kurbel ist das zweiteilige Werkzeug von Leonardi Racing zu empfehlen. Ein Spezialwerkzeug für den sehr fragilen, schnell vergurkten Alu-Lockring bieten die Italiener ebenfalls an.​
Als optisches Highlight konnte mir User und Aluminium-Chefkoch Mad-Line die ab Werk schwarz eloxierten Kurbelarme netterweise für einen schmalen Taler ''enteloxieren'' und in Wunschfarbe wieder eloxieren. Die Farbe meines Garbaruk-Spiders wurde dabei perfekt getroffen:​
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Falls jemand wider Erwartens doch eine andere Kurbel montieren konnte, würde ich mich über einen entsprechenden Kommentar freuen und den Beitrag dementsprechend erweitern.​
Kassette: An dieser Stelle hat Cannondale nichts wirklich sonderbares verbaut, ich möchte nur der Vollständigkeit halber drauf eingehen. Sämtliche F-Si kommen mit einer 1x12-fach-Schaltung.​
Bei den günstigeren Carbon 3 bis Carbon 5 ist eine Hinterradnabe mit normalem Shimano-Freilauf verbaut. Diesen gibt es schon seit ewigen Zeiten, und er ist eigentlich maximal auf 11-fach ausgelegt. Quasi alle 12-fach-Kassetten haben als kleinstes Ritzel ein 10er (Zähnezahl), welches sich nicht mehr auf den alten Shimano-Freilauf bauen lässt, da der Durchmesser zu klein wäre. Lediglich Sram baut seine 12-fach-NX-Eagle-Kassette noch mit einem 11er als kleinstes Ritzel. Diese passt also explizit für den Shimano-Freilauf und ist dementsprechend bei den Laufrädern der Carbon 3 bis Carbon 5 verbaut. Will man also an Laufrädern dieser Modelle die Kassette wechseln, muss man zu exakt diesem Modell von Sram greifen.​
Ab dem Carbon 2 aufwärts sind dann höherwertige Laufräder/Naben verbaut, auf denen je nach Ausstattung eine 12-fach-Kassette von Sram oder Shimano sitzt. Hier kommen die XD- (Sram) oder Micro-Spline-Freiläufe (Shimano) zum Einsatz. Diese bieten eine etwas größere Auswahl beim Kassettenkauf und sind nicht rückwärtskompatibel zu 11-fach oder darunter.​
Steckachse: Wie viele andere Hersteller auch hat sich Cannondale bzw. Mavic am Hinterbau einen Exoten gebaut, den es so bisher nicht woanders zu kaufen gibt. Charakteristisch ist hier neben dem Standarddurchmesser 12mm die Kombi aus flacher Auflage zum Rahmen (links am Hebel), 171mm Länge und dem eingängigen M12x1,0-Gewinde. An diesen Stellen unterscheiden sich die Fabrikate der verschiedenen Hersteller. Am ehesten kommt der Cannondale-Achse noch die Version von Scott. Diese hat die flache Auflage und ein M12x1,0-Gewinde.​
Die Achsen verschiedener Dritthersteller unterscheiden sich hinsichtlich der Maße im Wesentlichen bei der Gewindelänge. Das Gewinde beim F-Si ist aber nur im Schaltauge, und von der Achse sind ca. 6mm Gewinde im Eingriff. Dementsprechend dürften alle Scott-Achsen auf r2-bike passen. Extralite schreiben auf ihrer Webseite auch, dass deren BlackLock 12.4 B (Scott) ebenso fürs F-Si 2019 passt. Des Weiteren bietet Leonardi eine Achse explizit fürs F-Si an.​
Weiterhin kommt von Aserra mit den nächsten Modellen die Ticara auch fürs F-Si. Ob sich diese von deren Version für Scott unterscheidet, bleibt abzuwarten.​
Hier nochmal eine Skizze, wie die Steckachse des F-Si prinzipiell aufgebaut ist:​
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Bremsgröße am Hinterbau: Laut den Dokumenten von Cannondale, siehe Anhang, ist am F-Si hinten maximal eine 160mm-Bremse fahrbar, mit dem entsprechenden Flatmount-Postmount-Adapter wird das Rad geliefert. Es gibt von Cannondale allerdings auch einen 180mm-Adapter fürs Habit, Bad Habit, F-Si 29 oder Beast of the East. Mit flachen/schmalen Bremssätteln wie der Shimano XTR BR-M9100 würde auch das passen, sollte man denn auch am Hardtail auf Nummer sicher gehen wollen oder zu den schwereren Fahrern gehören.​
Da durch die größere Hebelwirkung der Bremse die Hinterbaustrebe stärker belastet wird, geht man hier allerdings ein Risiko ein, das niemand berechnet hat und für welches Cannondale sicherlich nicht auf Garantie haftet, sollte es zum Schaden kommen. Die Montage liegt also in der eigenen Risikobereitschaft für Rahmenbrüche, Stürze und eventuell schwere Verletzungen.
Schwachstellen und Service der Ocho: Nach 100 Betriebsstunden oder spätestens einem Jahr ist ein Service fällig. Dieser hat mich im Februar 2020 bei Eighty-Aid 140€ gekostet. In diesem Zuge wurde der Schmierstoff auf Fett anstelle von Öl umgestellt, da es bei frühen Modellen der Ocho zu Ölverlust am Tauchrohr kam. Ich selbst hatte dieses Problem nicht besonders stark, beim F-Si meines Vaters war es schlimmer.​
Eighty-Aid führt teilweise den Schmierstoffwechsel auf Garantie durch. Dafür lohnt es sich also, die Gabel vom Händler, wo man es auch gekauft hat, einschicken zu lassen. Im besten Fall spart man sich so einmalig die Kosten für den doch relativ teuren Service.​
Anbauteile und optisches Tuning der Gabel: Wie bei vielen Gabel-Lockouts und Verstellknöpfen findet sich auch bei der Ocho am unteren Ende der Zugstufenregler in unsäglichem rot, das so eigentlich nur zu schwarz, silber oder noch mehr rot passt. Ich habe diesbezüglich eine Mail an Cannondale geschrieben. Die können das Teil leider nicht in einer anderen Farbe oder unbearbeitet liefern, da sie die Gabel schon fertig montiert geliefert bekommen.​
Der Gedanke liegt also nahe, die Kappe zu enteloxieren und in einer anderen Farbe zu eloxieren. Ich habe deswegen mit Mad-Line geschrieben, der leider meinte, dass er die Kappe nicht bearbeiten kann. Grund dafür sind die Stahl-Elemente auf der Innenseite, die sich nicht genug vor dem Bad schützen lassen. Man müsste also die Farbe gründlich mit Schleifpapier entfernen, sollte man sich denn daran stören.
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Der Druckstufenregler lässt sich aber problemlos färben, siehe Foto.​
Glücklicherweise baut Christoph von Hopp Carbon Parts ebensolche Teile aus Carbon. Den Druckstufenregler gibt es bei ihm im Shop zu bestellen. Den Zugstufenregler konnte er mir netterweise auf Anfrage auch bauen. Aufgrund des gefederten Stahlkügelchens in der Kappe, das sich so nicht integrieren lässt, dient dieser aus Carbon aber mehr als Attrappe. Dreht man diesen, verstellt man zwar noch die Gabel, hat mangels der Kugelkonstruktion aber nicht mehr die von Cannondale vorgesehenen, spürbaren Stufen. Auch die Passgenauigkeit ist schwer zu erreichen, weswegen bei meinem Exemplar vor Ort etwas mit dem Dremel nachgearbeitet werden musste, bis alles passte.​


Das war es soweit von meiner Seite, in der Hoffnung, es hilft der einen oder dem anderen.
Im Anhang ist noch die offizielle Teileliste mit Maßen und Explosionszeichnung zu finden. Ebenso habe ich meine Excel-Tabelle mit Einzelgewichten für alle Teile des 2019er Carbon 4 angehangen, anhand derer man sich orientieren kann, wo welches Tuning-Potential steckt, und mit der man eventuell selbst ein bisschen rechnen kann.
Über Kommentare, falls noch jemand Erfahrungswerte hinzuzufügen hat, würde ich mich freuen.
 

Anhänge

  • Explosionszeichnung F-Si 2019.pdf
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  • Teile-Gewichtsliste F-Si Carbon 4 2019.zip
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