Full-Face Helme - Passform, worauf achten?

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Hallo,

ich bin im Begriff mir einen FullFaceHelm für Downhill-lastige Ausfahrten und Bikeparkausflüge zuzulegen. Ich hatte noch nie einen Fullface und weiß daher nicht wann er passt, bzw. was an "wackeln" noch im Rahmen ist. Für Halbschalen gibts offenbar mehr Tutorials als für FF's.
Die Passform lässt sich schwer mit einer Halbschale vergleichen, daher hoffe ich hier auf ein paar Tipps oder Hinweise, die mir die Entscheidung leichter fallen lassen.

Ich habe 6 Helme (5 unterschiedliche und einen in zwei Größen) bestellt und am Ende sind übrig geblieben:

Fox Proframe
IXS Trigger FF

Ich habe einen Kopfumfang von 59cm und beide Helme sind in Größe L. Somit liege ich mit meinem Umfang gut in der Mitte.

Was mir beim aufziehen auffällt ist, dass die Wangenpolster sehr unterschiedlich sind. Die einen klemmen den Kopf richtig ein und die anderen weniger. Auch die Platzierung im Helm ist unterschiedlich, so dass sie an unterschiedlichen Stellen drücken.
Weiterhin gibt mir zu bedenken, dass ich die Helme mit geschlossenem Kinnriemen recht weit hochschieben kann. Also wenn ich den Kinnbügel von unten senkrecht nach oben schiebe und in den Spiegel schaue, ist die Spitze des Kinnbügels vorne genau auf Höhe der Nase. Ist das schon zu viel Spielraum oder noch im Rahmen?

Des Weiteren geht der Proframe im Nacken bspw. weiter runter wohingegen der Trigger FF das ErgoFit Verstellsystem am Hinterkopf hat und die Schale somit nicht ganz so weit runter geht.

Beide Helme wackeln leicht auf dem Kopf, aber nicht so, dass es wirklich störend ist. Keiner sitzt so richtig bombenfest. Aber der Kopf soll ja wohl anschwellen bei Anstrengung, so dass etwas "Luft" begrüßenswert wäre. Auf der anderen Seite sollen die Polster mit der Zeit nachgeben. Wie verhält sich das dann?

Freue mich auf eure Tipps!

Freundliche Grüße
Dennis
 
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Gibt ja so einen groben Anhaltspunkt bei Motorradhelmen, dass er beim Kopfschütteln nicht rutschen soll. Gut, als ganz bombenfest ist das natürlich nicht zu verstehen, aber es geht in die Richtung. Beim DH Helm, der idR. auch leichter ist, passt das ganz gut.

Enge Polster; mein TL D3 hat einen recht engen Sitz und mir passt das. Nachgeben wird das eh ein wenig. Besser als ein Geschlabber ist es allemal. Man darf nicht vergessen, dass beim Geschüttel in rauem Gelände die Sicht nicht durch ein plötzliches Verrutschen beeinträchtigt werden darf. Das Ding soll im Tal an gleicher Stelle auf der Rübe sein wie beim Start.

An deiner Stelle würde ich mich mit jemandem kurzschliessen, der schon Erfahrungen mit FF hat. Nur aus dem Gefühl heraus die ideale Passform zu definieren, ist für einen Neuling schwierig.
 

Loki1987

flow ist wenns knallt
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Klingt erstmal so, als würden dir die Dinger nicht passen.
Wenn der Bügel auf Nasenhöhe rutschen kann, dann kann er seine Funktion nicht erfüllen.
Noch wichtiger empfinde ich jedoch, dass du den Bügel nicht von vorn gegen dein Gesicht drücken kannst. Die Wangenpolster müssen so eng sitzen, dass der Bügel gestoppt wird, bevor er Kinn oder Nase berührt.
Wenn du beim anprobieren schon eine Druckstelle spürst, dann wird diese beim fahren durch das Gerüttel nur noch mehr Schmerzen verursachen. Was den Sitz angeht gilt dann, dass alles was nicht punktuell drückt, aber straff sitzt gut ist. Der Helm sollte weder punktuell noch großflächig Druck auf den Schädel ausüben.
Wenn ein Helm den Gurt benötigt um nicht zu verrutschen, dann sitzt er mMn nicht gut genug.
Setz deine Helme einfach auf und schau welcher davon am besten sitzt ohne zu verrutschen. Kleine Druckstellen usw erstmal nicht beachten. Nimm diesen Helm als Referenzwert und suche dann den aus, welcher ähnlich gut sitzt, aber nirgendwo drückt.
Wenn sie alle verrutschen, dann musst du die Größe anpassen oder ein anderes Modell wählen.
Dass der Kopf anschwillt merkt man mMn in der Praxis nicht. So eng sollte der Helm nicht sitzen. Hingegen geben bei vielen Helmen die Polster schon noch ein wenig nach. Wenn also der Helm jetzt schon grenzwertig locker ist, dann wird das nur schlimmer. Die Wangenpolster sollten so eng wie möglich sein, denn sie sind mMn hauptverantwortlich dafür, dass der Helm nicht verrutscht. Ich halte es hier so, dass sie so eng wie möglich sein sollen, ich aber noch ohne große Einschränkungen sprechen kann. Auch sollten sich über längere Zeit keine Schmerzen/Krämpfe/Druck im Kiefer einstellen. Man darf aber nicht erwarten, dass man in einem Fullface eine einstündige Rede halten kann.

Man muss wirklich ein wenig suchen und akzeptieren, dass man manche Modelle oder Hersteller einfach nicht tragen kann. Mir passen beispielsweise Giro überhaupt nicht. Deren Fullface Helme sind für eine gänzlich andere Kopfform als die meine gemacht. Troy Lee und Bell dagegen passen wie angegossen. Die alten POC saßen bei mir an den Wangen viiiiel zu locker, die neuen sind nicht mehr ganz so schlimm.
Wenn du also bei deiner jetzigen Auswahl Bedenken hast, dann teste einfach weiter. Irgendwann kommt dann der "Ahaa" Moment und man weiß, das ist der richtige Helm. Da die Auswahl bei den luftigen Enduro tauglichen FF bisher recht Überschaubar ist, musst du evtl auch in Betracht ziehen, dass dir keiner davon gut genug passt und du auf vollwertige FF wie den TLD D3 oder ähnliches ausweichen musst.
 

fone

Die Vernunft
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Ich kenne keinen Helm, bei dem man den Kinnbügel nicht hochdrücken kann. Je nach Befestigungspunkt des Kinnriemens ist das leichter oder nicht ganz so leicht möglich (Bei mir bei Helmen von 100% zb. da ist das aber dafür der Sitze des Riemens auch nicht super komfortabel).
Ich hatte einen Schnäppchen-TLD-Helm zuhause. Er saß etwas stramm, Backen zusammengedrückt wie eine Hamster, lies sich aber trotzdem problemlos hoch schieben.
Ich wollte ihn eigentlich unbedingt behalten - "länger aufziehen, vielleicht setzen sich ja die Polster"... nach 15 Minuten so Schädelweh - er war einfach zu klein. :(
 
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Vielen Dank für euer Feedback!

Es ist tatsächlich so, dass ich mit Helmen - aber auch jeder anderen Art von Kopfbedeckung - immer Probleme habe was die Passform betrifft. Für meine Halbschale (IXS Trail EVO) musste ich auch 6-8 Helme durchprobieren und selbst dieser ist nicht "optimal". Zur Zeit muss man aber auch irgendwie nehmen was man kriegt.

Ich denke was die Druckstellen der Polster betrifft ist es auch ein bisschen Geschmackssache bzw. kommt darauf an wieviel man an Druck vertragen kann. Zu locker sollte er jedoch nicht sein - das ist ganz klar!

Nach wie vor macht es mich stutzig, dass ich den Kinnbügel so weit hochschieben kann. Nach analytischem Betrachten wüsste ich allerdings nichtmal was am Helm anders sein müsste damit er sich nicht so weit verschieben lässt. Der Kinnriemen liegt stramm an, die Polster sind enganliegend und auch sonst wackelt er nicht übermäßig viel rum.

Das mit dem Kinnbügel in Richtung Nase/Gesicht drücken muss ich mal probieren. Darauf bin ich gar nicht gekommen haha :D

Ich kenne leider niemanden, der Erfahrung mit FF's hat. Ich habe auch versucht in einer Chatgruppe mit DIMB-Mitgliedern um Feedback zu bitten. Dort scheint auch eher der Ansatz "er darf nicht zu sehr wackeln und nicht so stark drücken und das Sichtfeld nicht beeinträchtigen" verfolgt.

Grundsätzlich eilt es nicht mit dem FF. Aber wenn die Bikeparks öffnen und diese keine Helme verleihen (worauf es sicherlich hinausläuft), werde ich einen brauchen, da ja eine FF-Pflicht besteht - zurecht!
 
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Hast du mittlerweile einen Helm gefunden, der sich nicht verschieben lässt? Ich habe gerade genau das gleiche Problem. Wenn ich von unten gegen den Kinnbügel drücke, dann rutschen mir die Helme oben weit hinter von der Stirn und mein Kinn schaut definitiv schon unten aus den Helmen raus.

Ich finde allerdings so wie du auch nirgends eine vernünftige Erklärung, wie so ein FF Helm wackeln darf/soll. Die Antwort von @Loki1987 wirkt allerdings so als passen mir die Helme nicht.
 
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Hey,

ja ich habe noch weiter probiert und bin dann für mich zu dem Entschluss gekommen, dass ich in den "luftigen" FF-Helmen nicht genügend gefühltes Sicherheitsempfinden habe und habe dann die Suche nach weniger belüfteten ausgeweitet.

Letztendlich ist es dann dieser geworden: https://leatt.com/int/shop/mtb/prot...0-dh-v20-sku-1020002300-W?selected-color=5440

Da ich den FF nur für Parks oder shuttle Geschichten nutze, muss er gar nicht soooo mega belüftet sein.

Jedoch passen mir die Halbschalenhelme von Leatt wieder gar nicht gut. Da passt mir FOX wunderbar. Fox gefiel mir beim FF wiederum nicht so. Ich habe jetzt Helme von IXS, Leatt und Fox und alle sitzen anders. Am besten gefällt mir der Fox <3

Es ist wirklich eine Wissenschaft!
 
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Wenn das nicht ginge, kämst du nie wieder aus dem Helm raus. Der Kinnriemen kann das auch nicht verhindern.
Ich entferne den Helme ja nicht schräg nach hinten. Und wenn er auf dem Kopf sitzt und beim Sturz so weit vom Kopf gezogen wird, dass der halbe Kopf frei liegt, bringt der Helm einfach nichts.
Und meine Helm-Odysee hat mir auch gezeigt, dass es sehr wohl von Helm zu Helm unterschiedlich ist und es welche gibt, die da weniger Spielraum bieten.
Am Ende bleibt es wohl auch individuelles Empfinden bzw. geschmackssache wie sicher man sich so einen Helm wünscht.
 
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Ja gut, dass ich so hinfalle, dass der Schlag genau von unten auf den Kinnbügel kommt, ist vermutlich auch relativ unwahrscheinlich. Bzw. schlägt dann ja wahrscheinlich meine Brust auch auf und die Distanz, die der Helm gedrückt wird, ist vermutlich nicht allzu weit.

Ansonsten müsste ich ja im Stehen nach unten fallen und mit dem Kinnbügel an einer Kante aufschlagen, so dass mein restlicher Körper weiter fallen kann :D

Ich habe jetzt mal noch einen anderen Helm bestellt und vergleiche mal.
 
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Dann kann ich allen nur wünschen niemals ungünstig zu fallen. Aber anscheinend fällt jeder wie im Bilderbuch. Also sollte eine dicke Mütze für die meisten auch reichen ;-)

(Achtung! Dieser Beitrag könnte Ironie enthalten.)
 

Herr Latz

Radfahrer
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Dann kann ich allen nur wünschen niemals ungünstig zu fallen. Aber anscheinend fällt jeder wie im Bilderbuch. Also sollte eine dicke Mütze für die meisten auch reichen ;-)

(Achtung! Dieser Beitrag könnte Ironie enthalten.)
Aber man kann ja schon infrage stellen ob es sinnvoll ist die Helmauswahl in erster linie an EINEM recht unwarscheinlichen Sturzszenario aufzuhängen. Es fällt mir wirklich schwer mir einen Sturz vorzustellen wo es mir dem Kinnbügel nach oben zieht und das so freiwerdende Kinn demoliert wird. Ich sage nicht daß es sowas nicht gibt, aber wenn ich einen sicheren Helm will schau ich mir lieber Testergebnisse von den Zertifizierungen an. Falls man sowas bekommt. Das erscheint mir irgendwie relevanter. Weil einfach hart irgendwo dagegenknallen tun die Leute. Ständig.
 
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