Gebrauchtes Carbonrad kaufen??

Dabei seit
15. Mai 2011
Punkte Reaktionen
0
Hallo,
ich wollte mal fragen was Ihr davon haltet, ein gebrauchtes Carbonrad zu kaufen.
Man hört ja immer wieder von unsichtbaren Schädigungen der Carbonstruktur, die zu bösen Defekten und Unfällen führen können, und die man bei der Probefahrt nicht erkennt.
Denkt Ihr, man kauft da die Katze im Sack, oder kann man dem Augenschein trauen, wenn das Bike gut und unbeschädigt ausschaut??
Danke schonmal für Eure Meinung :)

lG Dominik
 
Dabei seit
10. Juli 2006
Punkte Reaktionen
182
Ort
Taufkirchen
Ich würde kein gebrauchten Rahmen aus Carbon kaufen. Ausnahme wäre, wenn der Preis für den Rahmen so niedrig wäre, dass selbst eine sich später herausstellende Vorschädigung finanziell unerheblich wäre.

Bei Carbon kann man Vorschädigungen, die evtl. im Innern zwischen den Lagen aufgetreten sind nicht ohne erheblichen technischen Aufwand erkennen. Zusammen mit den Garantiebedingungen der Hersteller, die meist nur für den Erstbesitzer gelten, investiert man mitunter viel Geld in ein unkalkulierbares Risiko.
 

singletrailer67

Trailsüchtiger...
Dabei seit
31. März 2004
Punkte Reaktionen
17.761
Ort
Ganz nah an der Düssel
Bike der Woche
Bike der Woche
Ich habe schon ein Carbon-Bike gebraucht gekauft und würde es auch wieder tun.
Natürlich geht man ein gewisses Risiko ein, wenn man jedoch den Verkäufer checkt und einen Rahmen eines seriösen Herstellers kauft...ist es überschaubar.

Und wenn man auf Carbon steht, ja, dann hat man auch sein Herzensbike im Keller stehen. Da würde man dann auch mit einem "sicheren" Alubike nicht glücklich werden...
 

zerg10

Stempelritter, der
Dabei seit
2. August 2002
Punkte Reaktionen
978
Ich würde kein gebrauchten Rahmen aus Carbon kaufen. Ausnahme wäre, wenn der Preis für den Rahmen so niedrig wäre, dass selbst eine sich später herausstellende Vorschädigung finanziell unerheblich wäre.

Bei Carbon kann man Vorschädigungen, die evtl. im Innern zwischen den Lagen aufgetreten sind nicht ohne erheblichen technischen Aufwand erkennen. Zusammen mit den Garantiebedingungen der Hersteller, die meist nur für den Erstbesitzer gelten, investiert man mitunter viel Geld in ein unkalkulierbares Risiko.

Was ist das denn für ein dummes Gewäsch ? Kaufst du dir auch kein gebrauchtes Stahl- oder Alurad, weil da ja auch versteckte Spannungsrisse vorhanden sein können ?
 

ztmguru

X Biker
Dabei seit
8. September 2005
Punkte Reaktionen
11
Ort
Albstadt
Ganz klar, kaufen!!!

Ich habe selber 2009 ein Carbon MTB mit Carbonlaufrädern von einem Profi gekauft und war zuerst auch skeptisch, aber meine zweifel wurden nicht bestätigt, im gegenteil, in der zwischenzeit sind bei Bekannten von mir unzählige Alulaufräder (Mavic) immer wieder gebrochen und bei mir nach nun 14000 km noch kein defekt.
 
Dabei seit
6. Februar 2012
Punkte Reaktionen
219
Es spricht absolut nichts dagegen ein gebrauchtes Carbonrad zu kaufen. Allerdings solltest du das Rad vor dem Kauf genausten betrachten und nach Spuren eines Sturzes suchen.
 

make65

ruhig, Brauner
Dabei seit
2. April 2006
Punkte Reaktionen
38
Ort
Waldkirch
Es spricht absolut nichts dagegen ein gebrauchtes Carbonrad zu kaufen. Allerdings solltest du das Rad vor dem Kauf genausten betrachten und nach Spuren eines Sturzes suchen.

Seh ich auch so, ich schau mich auch grad nach einem Rahmen um.

Wenn der Rahmen keine äusserlichen Beschädigungen wie Lackabplatzer oder Suren von einem Sturz hat sollte der meiner Meinung nach in ordnung sein.

Karbon ist ja nun kein so empfindliches Materiel, dass es schon vom Anschauen vorgeschädigt ist. Insofern müsst ein geschädigter Rahmen auch äusserliche Spuren aufweisen.

Ich würde mir allerdings keinen No-Name-Geiz-Ist-Geil-Rahmen kaufen.
 
Dabei seit
22. Juli 2007
Punkte Reaktionen
33
Was soll es denn für ein Bike sein? CC, AM Enduro oder DH? Das spielt bei einem Gebrauchtkauf auch mit rein. Wie lange wurde es bewegt vom Vorbesitzer usw.?
Auf jeden Fall solltest Du Dir das Bike vor Ort anschauen und nicht nur Bilder schicken lassen.
 
Dabei seit
15. Mai 2011
Punkte Reaktionen
0
danke schon mal für alle Antworten und Meinungen.
ich will mir ein CC/Marathon- Hardtail kaufen (für Renneinsatz).
3 möglich Kandidaten habe ich hier mal rausgesucht (wobei beim Ersten eine deutliche Schädigung des Rahmens erkennbar ist)
http://bikemarkt.mtb-news.de/article/46098-ghost-bikes-ghost-htx-lector-pro-team-2011
http://bikemarkt.mtb-news.de/article/50792-scott-scale-rc-costum-aufbau
http://bikemarkt.mtb-news.de/article/14661-trek-superfly-elite-29
die sind glaub ich so ein halbes bis zwei Jahre gefahren
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei seit
10. Juli 2006
Punkte Reaktionen
182
Ort
Taufkirchen
Was ist das denn für ein dummes Gewäsch ? Kaufst du dir auch kein gebrauchtes Stahl- oder Alurad, weil da ja auch versteckte Spannungsrisse vorhanden sein können ?

Wenn Du Dich vielleicht ein wenig eingehender mit dem Thema Carbon beschäftigst, wirst Du erkennen, dass es gravierende Unterschiede zwischen dem Bruch- bzw. Schadensverhalten von Alu/Stahl im Vergleich zu Carbon gibt. Carbon ist sicherlich extrem stabil und haltbar und nicht aus Zuckerwatte, solange die Belastung in die konstruktiv vorgesehene Richtung eingebracht wird. Es ist aber deutlich empfindlicher als Alu/Stahl, wenn die Rohre z.B. Druck ausgesetzt werden. Beispiele wäre hierfür die Verwendung von Montageständern, der PKW-Transport auf einem Fahrradträger bei dem die Rohre geklemmt werden, Steinschläge oder auch der Einschlag von Bremshebeln (siehe Bild vom Oberrohr des ersten Bikemarkt Kandidaten). All das kann auch ohne äußerlich sichtbare Spuren dazu führen, dass im Innern des Rahmens Fasern reißen oder Carbonschichten beginnen zu delaminieren. Die Beschädigung ist mitunter anfangs ganz klein. Sie wächst aber mit jeder weiteren Belastung langsam und irgendwann ist sie dann so groß, dass das Rohr ggf. bricht. Vorschädigungen können bei Carbon nur mit aufwendigen Verfahren wie z.B. der Computer Tomographie oder Impuls Thermografie. überhaupt erst festgestellt werden.

Sicherlich nicht ganz ohne Grund gibt es, speziell seitdem Carbon das MTB erobert, etliche Firmen, die sich der Analyse und Reparatur von Carbonrahmen widmen. Für mehr Infos sich einfach mal diese Seite anschauen:
http://www.carbon-bike-check.com/html/beispiele.html
Und Videos zu Zerstörungsversuchen und ihre Auswirkungen gibt es hier:
http://www.carbon-bike-check.com/html/so_geht_s.html
Auch wenn die Hammertests erst einmal abwegig erscheinen, sind das punktuelle Belastungen wie sie durchaus durch Steinschlag oder andere Einwirkungen (z.B. Lenker, Griffe, Steine, Bäume etc.) vorkommen, die aber die Carbonstuktur nachhaltig schädigen können.

Grundlos hat sich auch Canyon kürzlich nicht einen Computer Tomographen zugelegt, der erst einmal vornehmlich für die Entwicklung von Carbonrahmen zum Einsatz kommt. Später ist aber auch daran gedacht ihn zur Analyse von Rahmen z.B. nach einem Sturz einzusetzen.

Und sicherlich kann auch ein Alu/Stahlrahmen versteckt in seiner Struktur Haarrisse haben, die man oberflächlich und ohne Materialprüfung nicht feststellen kann. Nur sind Alu/Stahlrahmen eigentlich immer deutlich günstiger als entsprechende Carbonmodelle und damit das finanzielle Risiko überschaubarer. Auch ist das Bruchverhalten von Alu/Stahl viel gutmütiger als das von Carbon. Zudem haben Druck oder andere punktuelle Einwirkungen auf den Rahmen, vergleicht man es mit Carbon, bei Alu/Stahl weniger bis gar keine gravierenden Folgen.

Zu benken ist auch, dass Carbon weitestgehend in Handarbeit hergestellt wird. Das heißt es gibt vermehrt Streuung in der Fertigung und damit letzendlich in der Qualität. Als Käufer eines Gebrauchtrahmens genießt man bei der überwiegenden Mehrheit der Rahmenhersteller keine Garantie, da deren Übergang auf den Zweitkäufter meist vertraglich ausgeschlossen wird.
 
Dabei seit
20. September 2008
Punkte Reaktionen
1
Ort
WIEN
danke schon mal für alle Antworten und Meinungen.
ich will mir ein CC/Marathon- Hardtail kaufen (für Renneinsatz).
3 möglich Kandidaten habe ich hier mal rausgesucht (wobei beim Ersten eine deutliche Schädigung des Rahmens erkennbar ist)
http://bikemarkt.mtb-news.de/article/46098-ghost-bikes-ghost-htx-lector-pro-team-2011
http://bikemarkt.mtb-news.de/article/50792-scott-scale-rc-costum-aufbau
http://bikemarkt.mtb-news.de/article/14661-trek-superfly-elite-29
die sind glaub ich so ein halbes bis zwei Jahre gefahren

Sorry,
aber für 3000,- kaufe ich mir ein neues Carbonbike!
 

cycophilipp

Kitschkuchenbäcker
Dabei seit
31. August 2003
Punkte Reaktionen
2.043
Ort
Augsburg
mein Ibis Mojo HD (Rahmen) war ein halbes Jahr gebraucht, bei eBay ersteigert, von einem Forenmitglied hier dort verkauft. Alles wunderbar, die Kiste fliegt prima im Bikepark, bisher keinen Stress gehabt - Geiz war diesem Fall extrem geil!!!!!!! Und mich hat des schwarze Zeug vollends überzeugt!

Diese punktuelle Belastung mag vielleicht bei einem 900gr CC Race Rahmen ein wichtiger Punkt sein, aber ich behaupte mal, dass eine innere Schädigung, welche von so einer Überlastung herrührt, von außen deutlich sichtbar sein sollte. Mein Rahmen war tiptop - gebraucht.
 
Dabei seit
15. Mai 2011
Punkte Reaktionen
0
Sorry,
aber für 3000,- kaufe ich mir ein neues Carbonbike!

ich weis, dass man für 3000 auch ein neues bekommt, aber bei den gebrauchten ist man bei dem preis halt gleich in einer anderen klasse...

wobei ich zz auch dazu tendiere jetzt über den winter noch zu sparen und mir dann im frühlich ein neues zu kaufen :confused:
 
Dabei seit
14. April 2008
Punkte Reaktionen
311
Ort
Zug
3000-4000 Euro zu sparen finde ich schon reizvoll. Ich persönlich würde Carbon gebraucht kaufen (und habe das auch schon fast, sogar ein Enduro, bei dem Stürze wahrscheinlicher sind als bei Race-Bikes, damals aber ein anderes gutes Angebot bekommen).
Wichtig ist, das Bike detailliert zu untersuchen. Der Käufer sollte auch vertraunswürdig sein, was aber oft schwer einzuschätzen ist. Wie aber schon gesagt: das alles gilt auch für Alu-Rahmen.

Auf jeden Fall den Verkäufer nach Stürzen und Beschädigungen fragen. Reagiert er abweisend oder unsicher: Finger weg. Nimm eine zweite Person mit, die den Mann/Frau beobachtet.
Ein Risiko bleibt immer, aber es ist kalkulierbar. Die gezeigten Bikes, in erster Linie das Scott, finde ich schon interessant. Du bekommst ein High-End-Bike zum Mittelklassepreis. Allein die Parts sind bei allen Modellen den Preis ja schon fast "wert".
 

zerg10

Stempelritter, der
Dabei seit
2. August 2002
Punkte Reaktionen
978


Wenn Du Dich vielleicht ein wenig eingehender mit dem Thema Carbon beschäftigst, wirst Du erkennen, dass es gravierende Unterschiede zwischen dem Bruch- bzw. Schadensverhalten von Alu/Stahl im Vergleich zu Carbon gibt. Carbon ist sicherlich extrem stabil und haltbar und nicht aus Zuckerwatte, solange die Belastung in die konstruktiv vorgesehene Richtung eingebracht wird. Es ist aber deutlich empfindlicher als Alu/Stahl, wenn die Rohre z.B. Druck ausgesetzt werden. Beispiele wäre hierfür die Verwendung von Montageständern, der PKW-Transport auf einem Fahrradträger bei dem die Rohre geklemmt werden, Steinschläge oder auch der Einschlag von Bremshebeln (siehe Bild vom Oberrohr des ersten Bikemarkt Kandidaten). All das kann auch ohne äußerlich sichtbare Spuren dazu führen, dass im Innern des Rahmens Fasern reißen oder Carbonschichten beginnen zu delaminieren. Die Beschädigung ist mitunter anfangs ganz klein. Sie wächst aber mit jeder weiteren Belastung langsam und irgendwann ist sie dann so groß, dass das Rohr ggf. bricht. Vorschädigungen können bei Carbon nur mit aufwendigen Verfahren wie z.B. der Computer Tomographie oder Impuls Thermografie. überhaupt erst festgestellt werden.

Sicherlich nicht ganz ohne Grund gibt es, speziell seitdem Carbon das MTB erobert, etliche Firmen, die sich der Analyse und Reparatur von Carbonrahmen widmen. Für mehr Infos sich einfach mal diese Seite anschauen:
http://www.carbon-bike-check.com/html/beispiele.html
Und Videos zu Zerstörungsversuchen und ihre Auswirkungen gibt es hier:
http://www.carbon-bike-check.com/html/so_geht_s.html
Auch wenn die Hammertests erst einmal abwegig erscheinen, sind das punktuelle Belastungen wie sie durchaus durch Steinschlag oder andere Einwirkungen (z.B. Lenker, Griffe, Steine, Bäume etc.) vorkommen, die aber die Carbonstuktur nachhaltig schädigen können.

Grundlos hat sich auch Canyon kürzlich nicht einen Computer Tomographen zugelegt, der erst einmal vornehmlich für die Entwicklung von Carbonrahmen zum Einsatz kommt. Später ist aber auch daran gedacht ihn zur Analyse von Rahmen z.B. nach einem Sturz einzusetzen.

Und sicherlich kann auch ein Alu/Stahlrahmen versteckt in seiner Struktur Haarrisse haben, die man oberflächlich und ohne Materialprüfung nicht feststellen kann. Nur sind Alu/Stahlrahmen eigentlich immer deutlich günstiger als entsprechende Carbonmodelle und damit das finanzielle Risiko überschaubarer. Auch ist das Bruchverhalten von Alu/Stahl viel gutmütiger als das von Carbon. Zudem haben Druck oder andere punktuelle Einwirkungen auf den Rahmen, vergleicht man es mit Carbon, bei Alu/Stahl weniger bis gar keine gravierenden Folgen.

Zu benken ist auch, dass Carbon weitestgehend in Handarbeit hergestellt wird. Das heißt es gibt vermehrt Streuung in der Fertigung und damit letzendlich in der Qualität. Als Käufer eines Gebrauchtrahmens genießt man bei der überwiegenden Mehrheit der Rahmenhersteller keine Garantie, da deren Übergang auf den Zweitkäufter meist vertraglich ausgeschlossen wird.

Mein erstes richtiges Mountainbike war ein Votec C9 und das Teil hat mir jahrelang treue Dienste geleistet...
Ich weiss nicht, woher immer diese Hysterie kommt, ein Carbonrahmen wäre anfälliger als ein auf Blechdosendicke-konifizierter Alurahmen.
Aber ich werde hier nicht die leidige Carbon-Alu-Stahl-Diskussion zum hundersten Mal aufmachen. :cool:

Eins noch: Ist doch irgendwie logisch, dass es mit der steigenden Zahl von Carbonrahmen auch einen Reparaturmarkt gibt. Meistens sind das ja Firmen, die sich ohnehin schon mit Carbon oder GfK befassen u. jetzt eine Nische ausnutzen.
War bzw. ist bei Stahl- u. Alu genau das gleiche...
 
Oben Unten