Gründe: Ferse vorderer Fuß hängend (zu wenig verbreitet)

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Ist schon klar. Aber was kommt dann? Wirst halt schneller. Bremsen ist blöd weil OTB...

Steilabfahrt und Hinterrad kommt hoch, wäre meine erste Reaktion, Körperschwerpunkt absenken. Verbessert die Hebelverhältnisse. Natürlich vielleicht auch nach hinten. Aber besser Schwerpunkt näher an den Boden als einfach nur nach hinten. Bleibt man bewegungsbereiter. Klar, notfalls kurz die Bremse lösen, aber wenn möglich vermeiden.

Mein Eindruck ist, wenn es schief läuft, dann meist so: Die Leute denken, sie gehen über den Lenker - obwohl da meist noch einiges fehlt - und lassen dann die Bremse los. Dann wird es ihnen natürlich zu schnell und sie greifen verschreckt heftig in die Eisen. Abflug nach vorne.
Etwas auf sollte meistens genügen. Bremse etwas mehr öffnen, KSP tiefer und vllt etwas weiter zurück und danach wieder mehr bremsen.
Mit Gefühl im Finger geht man so weder OTB noch wird zu schnell.
 
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Etwas auf sollte meistens genügen. Bremse etwas mehr öffnen, KSP tiefer und vllt etwas weiter zurück und danach wieder mehr bremsen.
Mit Gefühl im Finger geht man so weder OTB noch wird zu schnell.
Ganz klar, mach ich auch so. Bin auch schon länger nicht mehr otb, obwohl ich doch durchaus bergab fahre. Aber es hieß ja, KSP ist schon ganz unten und hinten. Irgendwann ist halt mal Schluß. Und da muss ich dann doch zugeben: wenn ich akute Zweifel hab, dann probiere ich es auf meine alten Tage lieber nicht mehr aus.
 
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Mal was zur Auflockerung: Kommt es hier in der nächsten Sekunde zur Körper-Bike-Trennung oder zur Körper-Seele-Trennung ? Und: Werden sich Schulter, Ellbogen und Ferse in akzeptabler Position befinden ? (Spoiler: 1. Ich schreibe nicht aus dem Nirvana. 2. Die Kameraperspektive übertreibt maßlos).
Ich hoffe, ich werde als Durchschnittsfahrer hier nicht der Angeberei bezichtigt.




IMG_2225.JPG
 
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Ok. Dann löse ich das mal auf. Ich bin sicherlich kein Fahrtechnikexperte, glaube aber, dass man die Problematik Ferse tief, Schulter- und Schwerpunktposition hier ganz gut sieht. Und wirklich, die Stelle ist in Realität lange nicht so heiß wie auf dem Foto.
Na denn , gleich kriegst dein Foto bestimmt mit lustigen bunten Strichen und Winkelgraden und Kraftvektoren verschönert präsentiert.
 

McDreck

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Na denn , gleich kriegst dein Foto bestimmt mit lustigen bunten Strichen und Winkelgraden und Kraftvektoren verschönert präsentiert.
Man sollte meinen, dass man auch so sieht, dass der Körperschwerpunkt hier nicht über dem Tretlager sein kann und ein Bonmot wie "schwere Füße, leichte Hände" oder "Fersen runter" nicht relevant sind. Ich glaub aber nicht mehr an das Fabelwesen des gesunden Menschenverstandes.
 
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Noch nie drüber nachgedacht. Muss man das dann nochmal woanders hochladen? Muss man bei der dann resultierenden Breitenwirkung erstmal den Fotografen fragen?
 

Marc B

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Man sollte meinen, dass man auch so sieht, dass der Körperschwerpunkt hier nicht über dem Tretlager sein kann und ein Bonmot wie "schwere Füße, leichte Hände" oder "Fersen runter" nicht relevant sind. Ich glaub aber nicht mehr an das Fabelwesen des gesunden Menschenverstandes.

Wie die DSHS Köln nach aufwändigen Messungen und Analysen in einer wissenschaftlichen Studie festgestellt hat, ist es für die Endkunden sehr klar und gut verständlich vermittelbar, dass sie ihren Schwerpunkt über dem Tretlager haben, wenn sie ausbalanciert mit ihrem Körpergewicht auf den Pedalen stehen. Physikalisch korrekt ist dies nicht, da befindet sich der KSP sogar AUSSERHALB des Körpers.

Klar hat er in der Passage "schwere Füße und möglichst leichte Hände" - er macht ja keinen Noswheelie, da sähe es vielleicht anders aus und die Hands wären mehr heavy :)

Ferse am vorderen Fuß runter sieht man auch top in seinem Foto. Körper-Bike-Trennung ebenso. Auf jeden Fall super, dass er dies alles automatisiert hat und nicht mit einem Credo wie "auch bei Absätzen und Steilstellen mit der Schultern über dem Lenker vorne bleiben" in die Passage gerollt ist!

Ride on,
Marc
 

damage0099

nick sagt alles...
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...wo die Berge (fast) eben sind :-(
Hi again,

ob in aktuellen Magazin-Artikeln zu Fahrtechniken oder in den Ausbildungs-Lehrgängen in D-Land - leider wird das mit der hängenden Ferse hierzulande nicht als wichtiger Basis-Baustein einer zentralen Position und damit einer soliden Fahrtechnik verbreitet. International ist das anders. Welche Erfahrung habt Ihr dazu gemacht, habt Ihr Euch das automatisch angeeignet? :daumen:

Ich hatte vor 4 Jahren schon mal ein Video dazu, mit mehr Wissen und Erfahrung habe ich nun nochmal die Aspekte zusammengefasst:


LG,
Marc
🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣
 

McDreck

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dass sie ihren Schwerpunkt über dem Tretlager haben, wenn sie ausbalanciert mit ihrem Körpergewicht auf den Pedalen stehen.
Sicher. Hat halt nur nichts mit so Steilabfahrten wie in dem Foto zu tun. Genau darum ging es hier von Anfang an.
Klar hat er in der Passage "schwere Füße und möglichst leichte Hände" - er macht ja keinen Noswheelie, da sähe es vielleicht anders aus und die Hands wären mehr heavy
Wenn er fällt sind Füße und Hände leicht. Da hast recht.
 

Marc B

MTB Experte, Cycling & Einrad-Freak :-)
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Von Anfang an ging es um die hängende Ferse am vorderen Fuß ;)

Aber doch, klar hat das was mit Steilabfahrten zu tun. Nicht nur wenn man fällt :) Möglichst heavy feet light hands. Bis auf Nosewheelies o.ä. klappt das super. Aber das Thema hatten wir ja schon genug.

Ride on,
Marc
 
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Es bleibt echt schwierig mit euch...

... dass sie ihren Schwerpunkt über dem Tretlager haben, wenn sie ausbalanciert mit ihrem Körpergewicht auf den Pedalen stehen.
Das ist immer so. Wenn du (auf der Erde) im Gleichgewicht stehst auf deinen Füßen, ohne Gewicht auf Händen oder sonstigen Körperteilen, dann befindet sich dein Schwerpunkt - immer und überall (!) - auf einer Geraden, die durch den Erdmittelpunkt und "durch deine Füße" geht (genauer: in einem Kegel, dessen Spitze der Erdmittelpunkt ist und bei dem eine Querschnittsfläche deiner Standfläche entspricht; "durch die Füße" ist also meistens "zwischen den Füßen").

Auf anderen Himmelskörpern entsprechend. :)

Wenn du etwas Körpergewicht auf andere Körperteile verteilst, erweitert sich die "Standfläche". Wenn du z.B. die Hälfte des Gewichts mit den Füßen und die andere Hälfte mit den Händen trägst, dann befindet sich dein Schwerpunkt mittig über der Verbindungslinie von Füßen und Händen. Wenn nur etwas Gewicht auf den Händen liegt, bleibt der Schwerpunkt nahe bei den Füßen.

Physikalisch korrekt ist dies nicht
doch!

da befindet sich der KSP sogar AUSSERHALB des Körpers
Wie schon @Oldie-Paul festgestellt hat, ist das unerheblich und nicht so selten. Beim Limbo z.B. wird der Körperschwerpunkt meistens außerhalb des Körpers liegen, trotzdem fällt man erst um, wenn der Schwerpunkt nicht mehr oberhalb der Standfläche liegt (btw zeigt das Beispiel, dass die Beine nicht unerheblich zum Körpergewicht betragen, sonst wäre Limbo nicht möglich; also ist der Körperschwerpunkt nicht immer automatisch im Bauch zu verorten)

Sicher. Hat halt nur nichts mit so Steilabfahrten wie in dem Foto zu tun.
Wie gesagt, egal ob Steilabfahrt oder Flachetappe, Physik gilt immer.

Gegebenenfalls schafft man es bei einer Steilabfahrt aber nicht mehr, ausbalanciert über dem Tretlager zu stehen, weil die Arme zu kurz werden... oder man müsste freihändig fahren.

Eine andere Frage ist halt auch, ob man immer will, dass alles Gewicht auf den Füßen liegt/steht. Siehe dazu weiter unten...

Klar hat er in der Passage "schwere Füße und möglichst leichte Hände" - er macht ja keinen Noswheelie, da sähe es vielleicht anders aus und die Hands wären mehr heavy :)
Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Nosewheelie ginge theoretisch auch freihändig (genauso wie beim Wheelie), dürfte praktisch aber ziemlich schwer sein. Wichtig ist beim Nosewheelie nur, dass der Schwerpunkt genau über der Vorderachse liegt (beim Wheelie über der Hinterachse). Wie sich dabei das Gewicht auf Hände, Füße und ggf. Hintern verteilt, ist unerheblich.

Bei der Gelegenheit:

Nimm ein Rad, für den Anfang in der Ebene, stell dich drauf (nicht sitzen). Dein Gewicht lastet auf Händen, also Lenker, und Füßen, also Tretlager. Nehmen wir an, der Radstand ist 1200 mm, die Kettenstrebenlänge (Abstand Hinterachse - Tretlager) 450 mm und der Reach (Abstand Tretlager - Lenker; ja ist eine Vereinfachung) auch 450 mm. Der Abstand Vorderachse - Lenker ist dann 300 mm.

Dein Schwerpunkt ist irgendwo zwischen Tretlager und Lenker. Wenn du ganz auf den Füßen stehst, dann ist der Schwerpunkt genau am Tretlager, und wenn du ganz auf den Händen stützt, ist der Schwerpunkt genau am Lenker.

Damit du das Gewicht gleichmäßig auf beide Räder verteilst, muss der Schwerpunkt genau über der Mitte der Verbindungslinie Vorderachse-Hinterachse liegen, im beschriebenen Fall also jeweils 600 mm von den Achsen entfernt. Das sind also 150 mm vor dem Tretlager und 300 mm hinter dem Lenker.

Da sich das in diesem Fall so schön rechnet, teilt der gewünschte Ort des Schwerpunkts die Strecke zwischen Lenker und Tretlager (also den Reach) im Verhältnis 2:1. Sprich, um die Gewichtsverteilung ausgewogen zwischen Vorderrad und Hinterrad zu haben, müsste ein Drittel des Gewichts auf den Händen lasten und zwei Drittel auf den Füßen.

Bei geneigtem Gelände gilt dasselbe, weil sich alle Strecken bezogen auf die Horizontale im selben Verhältnis verkürzen (in der Realität ergeben sich durch Tretlagerabsenkung und Einfluss der Federung beim Fully da leichte Verschiebungen, kann man aber in der qualitätiven Betrachtung vernachlässigen).

Beim Fahren ist das natürlich selten genauso wie im beschriebenen statischen Fall, da die Lastwechsel durchaus erheblich sind. Aber nichtsdestotrotz zeigt das Beispiel, warum man beim Kurvenfahren gerne davon spricht, dass man aktiv das Vorderrad belasten soll. (Beim Bremsen erledigt sich das durch die Massenträgheit von alleine.)

Warum will man trotzdem "light hands" in der Grundposition? Ganz einfach, weil man in den Beinen viel mehr Kraft und Ausdauer hat als in den Armen. Man vergleiche dazu einfach Kniebeuge und Liegestütz, wobei bei der Kniebeuge ja das ganze Gewicht auf den Beinen lastet und beim Lügestütz nur ein Teil auf den Armen...

Und was soll eigentlich das "Ferse runter" bringen?

Erstens, es sorgt speziell mit Flatpedals für einen sichereren Stand, weil man nicht so leicht nach vorne über das Pedal rutscht (deshalb auch speziell am vorderen Fuß wichtig, weil man sich mit dem mehr gegen ein Rutschen nach vorn stemmt; übrigens sind abrupte Beschleunigungen nach vorne beim MTB mangels Motor eher selten, weshalb man nach hinten eher seltener vom Pedal rutscht.).

Zweitens sorgt es gleichzeitig für eine Absenkung des Schwerpunkts. Eine Absenkung des Schwerpunkts ist vor allem deshalb vorteilhaft, weil man bei Neigungsunterschieden dann geringere Einflüße auf die Hebelverhältnisse hat. (Eine Absenkung durch Beugen der Knie und Ellenbogen wäre zwar effektiver - und wird deshalb z.B. vor Geländekanten teils empfohlen -, hat aber den Nachteil, dass es a) deutlich anstrengender ist und man b) ggf. an möglichem Bewegungsspielraum verliert. Absenken der Ferse kostet keine Kraft... aber evtl. etwas Bewegungsbereitschaft, weshalb man es abhängig von der jeweiligen körperlichen Verfassung auch nicht übertreiben sollte).

Ferse am vorderen Fuß runter sieht man auch top in seinem Foto. Körper-Bike-Trennung ebenso. Auf jeden Fall super, dass er dies alles automatisiert hat und nicht mit einem Credo wie "auch bei Absätzen und Steilstellen mit der Schultern über dem Lenker vorne bleiben" in die Passage gerollt ist!
Griffige Merksätze sind schon gut. Aber mit "Credos" egal welcher Art um sich zu schmeißen, insbesondere wenn deren Bedeutung im Einzelzusammenhang zweifelhaft (zumindest nicht ganz klar) ist, stiftet nur Verwirrung. Das ist dann - glaube ich - auch das, was @McDreck hier auf den Senkel geht. Die berühmte "Bike-Body-Seperation" kann man, wenn man sie im bewussten Beispiel ins Feld führt, dann eigentlich in absolut jedem Zusammenhang mit Mountainbiken ins Feld führen.. und wird dann einfach redundant, was schade ist.

Ich werde meine Version der Realität...
Die Realität kennt keine Versionen. Es gibt nur eine Realität! (Und nein, ich möchte jetzt hier keine inflationären Multiversen diskutieren.)

Vielleicht sollte man das anerkennen... oder Politiker werden. Da scheint es für Versionen von Realität ja nach wie vor noch Raum und Bedarf zu geben. ;)

Yes!
 
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