Hardtail vs Fully bei Rückenschmerzen Revisited

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Man liest allgemein, bei Rückenschmerzen kauft man sich ein besten ein Fully. Selbst eine Neuanschaffung planend (gutes Timing, I know), kommen mir aber Zweifel an der Allgemeingültigkeit dieser Regel und mich würden eure Meinungen interessieren. Kann es unter Umständen auch Sinn machen, sich gerade wegen Rückenschmerzen kein Fully zu kaufen.

Zur Story:

Bisheriges Bike: Ein 10-jahre altes KTM Chicago mit V-Bremsen. Das hat seinen Job überraschend gut gemacht, ich bin diesen Oktober noch damit über den Alpenhauptkamm gefahren, aber jetzt ist das Ding durch und außerdem ist es wirklich Zeit für etwas Gescheites.
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Fahrstil: Tourenlastig - Eintagestouren, Alpencross (dieses Jahr ist die Albrechtroute geplant), Bikepacking (ich träume z.b. davon, einmal über die Transdinarica den ganzen Balkan runterzufahren) mit einer gewissen Singletrack-Vorliebe. Der Fokus liegt aber sicherlich mehr darauf, halbwegs schnell hoch und in einem Stück runterzukommen und weniger, im Downhill Bestzeiten aufzustellen. In den Alpen mountainbike ich erst seit einem Jahr; die 10 Jahre davor aber auch immer wieder Touren/Downhills im Voralpenland.

Aus diesen Parametern hätte ich selbst am ehesten ein Hardtail mit evtl. etwas zusätzlichem Frontfederweg herausgelesen, z.B. ein Grand Canyon 8. Auch wenn ich nicht ausschließe, dass ich vielleicht das Downhill erst so wirklich für mich entdecken würde, sobald ich es mit einem Fully so wirklich krachen lassen kann.

Jetzt kommt aber der Knackpunkt: Ich habe Rückenschmerzen - vor zwei Jahren mit 24 hatte ich eine Bandscheibenvorwölbung von zu vielem Sitzen:
  • Mein Rücken reagiert relativ giftig auf längeres Rucksacktragen. Deshalb muss ich zumindest bei längeren Touren (auch wenn es fahrtechnisch echt nicht ideal ist) sämtliches Gepäck am Rad verstauen, auch bei Eintagestrips ist es mir lieber, keinen Rucksack zu tragen.
    • Letztes Jahr habe ich eine klassisches Setup mit Lenker- und Satteltasche verwendet, ich bin davon aber gar nicht begeistert: Bergab kann ich den Sattel nicht mehr ganz runter stellen, was mich ungemein stört, bei Schiebepassagen kann man wiederum nicht schnell mal das Gepäck auf den Rücken nehmen.
    • Am liebsten würde ich daher auf Gepäckträger + 2 Satteltaschen (bzw. Rahmentasche bei Eintagestour) umsteigen und mit dem bisschen Zusatzgewicht leben. Ich hab das aber noch nicht probiert (ein zugegebenermaßen auch nicht erfahrener Mitstreiter kommt damit aber recht gut zurecht); falls es eine schlechte Idee ist, einfach schreien.
    • Man kann zwar bei Fullies auch Rahmentaschen und Gepäckträger nehmen, das ist aber deutlich komplizierter bzw. sind die Gepäckträger die ich gefunden habe auf 12kg begrenzt. Vmtl. genug für ein Alpencross aber auch nicht viel mehr als das; v.a. wird es bei Eintagestouren mit ner Rahmentasche endgültig eng.
  • Ich habe bis jetzt bei Downhills/Schlägen nie aktiv Rückenbeschwerden bekommen. Ironischerweise bin ich genau nach meiner Bandscheibenvorwölbung die meisten Downhilltrails gefahren (wenn auch sicherlich nicht so extrem schnell; natürlich nur wegen dem Bike) und hatte dabei eigentlich nie mehr Beschwerden als ein bisschen Verspanntheit (die vmtl. jeder hat....). Oder ruinieren die Schläge den Rücken nur eher langsam/nachhaltig als das sie in der Sekunde Schmerzen hervorrufen?
Was sind eure Erfahrungen/Meinungen?

Bonusfrage: Wenn ich mit Gepäck am Rad fahre, muss ich dann ohnehin noch großartig auf eine hochwertige Federgabel (z.B. von Fox) achten oder ruiniert das Gepäck das Handling ohnehin schon so sehr, dass das auch schon egal ist?
 
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Bei mir ist der Rücken auch eine Schwachstelle, brauche regelmässiges Training und Dehnen, sonst kommen schnell Schmerzen und ab und an ein kleiner Hexenschuss.

Hab mir letztes Jahr mein erstes Hardtail aufgebaut und fahre damit gelegentlich als Abwechslung zum Fully. Jetzt im Winter etwas mehr, aber leider ist genau die Kälte in Kombination mit der höheren Belastung für den Körper durch das Hardtail bei mir problematisch.

Am Anfang des Winters hatte ich mal nach drei Hardtail-Ausfahrten hintereinander stärkere Rückenbeschwerden, hat dann 2-3 Wochen gebraucht das wieder einzufangen.

Mache jetzt vermehrt Rückentraining und das Hardtail hat 2,6”-Reifen bekommen, fahre aktuell nur einmal in der Woche Hardtail, zweimal Fully. Und mit dem Hardtail tendentiell langsamere, technische Abfahrten. So halten sich die Rückenprobleme in Grenze.

Kurz, bei mir geht das Hardtail schon mehr auf den Rücken und offenbart da Schwächen die mit dem Fully kein Problem sind. Sehe das aber als Herausforderung und Gelegenheit den Muskelapparat da entsprechend zu stärken.
 
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Bin kein Experte in Sachen Rückenbeschwerden, aber auf den neuen 29er sitzt man wesentlich entspannter und schonender als auf älteren Bikes.

Für deine Vorhaben, Bikepacking etc., würde ich eher ein HT Rahmen empfehlen. Weniger Wartung oder Dinge die kaputt gehen können.

Spontan fällt mir da das Salsa Cutthroat ein. Ob man das mit einer Federgabel kombinieren, weiß ich leider nicht.
 
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Die Federung dient dazu Grip zu generieren, um dann schneller zu fahren.
Für den Rücken plus Bikepacking ist Stahl oder Titan sinnig, Alu ist zu steif. Sattel, Sattelstütze, Laufräder und Reifen machen den Rest.
 
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Danke für eure schnellen und ausführlichen Antworten, das sind echt gute Punkte! 😃

Dann macht in diesem Fall Hardtail ja wirklich Sinn (Stahl/Titan muss ich erst researchen, das war bis jetzt einfach noch nie auf meinem Schirm), v.a. in Kombination mit einem stoßdämpfenden Sattel. Danke für diese Insights!
 
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Dann macht in diesem Fall Hardtail ja wirklich Sinn (Stahl/Titan muss ich erst researchen, das war bis jetzt einfach noch nie auf meinem Schirm), v.a. in Kombination mit einem stoßdämpfenden Sattel. Danke für diese Insights!
Research macht nur mit Sachverstand Sinn, es sei denn es dient nur dem Zeitvertreib. Du wirst überlesen, was du nicht verstehst oder kennst und das Ergebnis wird eben auch nur halb gut. Wenn du lernen willst, geh zu Leuten deren Material nicht das "einzige und beste der Welt" ist, weil sie es gerade besitzen. Probier Bikes aus, lass mal wen schauen, wie deine Fahrerei geprägt ist. Spar dir viel Nerven und Rückenschmerzen. Ich sehe das ständig in vielen Facetten, bringt keinen weiter.
 
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Du solltest erst mal Dein Rückenproblem lösen bevor man einfach im Forum Meinungen zu Fahrradtechnik einholt, sonst kommen einfach pauschale Ideen von medizinischen Laien. Eine Vorwölbung kann der Schritt zum Vorfall sein, das geht nicht mit Fullyfahren weg.
Dies. Rücken schmerzfrei bekommen und dann ab ins Training. Kreuzheben, Rudern, Latziehen, Planken, weitere Core-Muskulatur-Übungen, Bauchmuskulatur nicht vergessen und jede Menge Dehnen. Aber auch Brust und Schulter mitnehmen, bringt ja nichts, wenn da dann die nächste Baustelle kommt.
Danach ein Hardtail mit passender Oberrohrlänge und für dich angenehmen Winkel kaufen, SQlab-Sattel "active" drauf und schon kann es weiter gehen. Dann kann man immer noch mit Reifen und Griffen herumexperimentieren.

Ich hatte zum Glück einen Osteopathen, der Tacheles mit mir geredet hat. Wenn man den ganzen Tag am Schreibtisch hockt, muss man Muskelaufbau betreiben. Es kann auch nicht dein Ziel sein, mit 24 über Federung & Co nachzudenken, um Schmerzen entgegenzuwirken. Nicht, dass ich da ein Vorzeigekandidat wäre, aber ich tue so viel, dass ich schmerzfrei durchs Leben komme.

Also ab zum Osteopathen und Fitnesstrainer.

Edit: Ich bin großer Fan von Osteopathie, aber man sollte sich jemanden suchen, der bodenständig ist und etwas von Sport versteht. Wenn das ein Energiestein werfender Heilpraktiker mit Osteopathie obendrauf ist, kann das schon mal nach hinten losgehen. Nicht, dass Heilpraktiker perse schlecht wären, aber manche haben einfach einen Sockenschuss ;)
 
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@Zaskaringelb: Guter Punkt, das ist aber kein Thema! Ein Freund ist Sportwissenschaftler (wenn auch leider überhaupt kein Fahrradfahrer), der hat mich hier aus dem Sumpf gezogen. Ich bin im Wesentlichen schmerzfrei, mache 2x am Tag Rückenübungen, habe mir daheim + in der Arbeit einen elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch besorgt und nutze diesen auch intensiv, im Alltag in die Arbeit fahre ich auch mit Rucksack, das bisschen macht nichts .... solang ich keine Dummheiten mache, macht mein Rücken auch keine Probleme (mehr); ich will nur möglichst sicherstellen, dass das auch so bleibt.
Und danke @JohnCasey für die klare Ansage; der Plan klingt gut. : ) Ich intensiviere das Training wieder besser mal. Im letzten Jahr war ich hier etwas nachlässig, und jetzt im Winter ist die perfekte Zeit dazu.

@IRONworkX Gut gesagt! Im Moment vertraue ich hier meinem eigenen Urteil nicht so wirklich; ich fahre seit 10 Jahren nur mein KTM Chicago (und ein Rennrad), naturgemäß wird jedes Bike das etwas anders ist am Anfang automatisch irritieren und ich traue mir im Moment nicht zu, hier die Feinheiten rauszulesen. Vermutlich sollte ich aber zumindest eine Tour auf einem Fully versuchen sobald das Wetter es zulässt, um zumindest hier mit meiner Hardtail-Tendenz eine gewisse Sicherheit zu haben.
 
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Bei mir ist der Rücken auch eine Schwachstelle, brauche regelmässiges Training und Dehnen, sonst kommen schnell Schmerzen und ab und an ein kleiner Hexenschuss.
Bevor ihr eure Rückenbeschwerden dem HT anlastet, schaut doch erst mal auf eure Sitzposition. Natürlich ist das immer individuell. Aber langer Vorbau gegen kürzeren tauschen hilft mitunter viel.
Wenn sattelstütze zu hoch ist und das Becken sozus. immer angespannt ist, hat das bei mir auch schon mal Beschwerden verursacht. Zu niedrige Sattelstütze dagegen geht immer auf die Knie/Menisken.
Der Sattel an sich wurde auch schon angesprochen. Ich fahre nur noch SQ Lab active, weil durch die Elastomere sozus. das Becken nicht so angespannt ist und durch die minimale Bewegung dieses "aktiviert" wird- weiß nicht wie ich es anders beschreiben soll.
OB HT oder Fully hängt natürlich immer vom Untergrund ab. Wenn bei einem anspruchsvollen Trail mit Wurzeln etc. die Schläge (beim HT) ungefiltert auf den Rücken gehen, ist es klar, dass das auf die Dauer Auswirkungen hat.
Und natürlich die richtigen Dehnübungen und Faszientraining für die Rückenmuskulatur.
Überlegt auch mal, wie lange man täglich auf einem evtl. nicht so tollen Bürostuhl sitzt. Ich denke die meisten Rückenprobleme kommen davon. Bewegung an sich ist immer gut! Deshalb so viel Biken wie möglich (kleiner Spaß mit tieferem Hintergrund....).
 
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Ja, also ich hab das alles schon angeschaut und optimiert. Sattelposition passt, Sattel ist wie oben geschrieben bei mir auch ein SqLab, bei beiden Rädern. Ich dehne und rolle fast täglich, mache zusätzlich zum Biken Pilates, Balance Board, Rudern und ein wenig Laufen am Laufband. Bürostuhl hat eine Lordosenstütze bekommen die sehr hilft, und auch das Bett ist schon länger eines wo es in der Früh dem Rücken tendentiell besser geht als am Abend, und nicht umgekehrt.

Mit allen diesen Maßnahmen war mein Rücken jetzt schon länger recht unproblematisch, die Probleme sind halt diesen Winter mit vermehrtem Hardtail fahren in Kombination mit Kälte wieder stärker gewesen. Wie gesagt, ich laste das nicht dem Hardtail ansich an, aber wenn der Rücken schon eine Schwachstelle ist, dann ist das Hardtail halt eine zusätzliche Belastung die nochmal mehr Training und Aufmerksamkeit braucht. Und ja, bei mir geht es schon hauptsächlich um die Abfahrten, besonders die schnellen, ruppigen sind mit dem Hardtail sehr anstrengend, während die langsamen, technischen und verblockten weniger ein Problem sind. Ich nehme das Hardtail jetzt mal als Herausforderung und versuche besonders das Kraftraining zu steigern um auch damit klar zu kommen.
 
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Rückentraining ist schonmal top.
Als Ergänzung: Den Focus nicht nur auf Muskelaufbau sondern auch auf Mobilität ala Yoga o.ä. legen.
Nicht statisch sondern Bewegung um jegliche Achsen!
Lieber regelmaßig wenig als unregelmäßig viel trainieren.
Nur nicht steif werden und ufhören sich zu bewegen!

Als optionale Frage, wie viel wiegst du auf welcher Größe?

Nun zu dem Rad und deinen Anforderungen.
Fully ist klar besser als HT für den Rücken.
Und zwar immer, nur halt teurer.
Mit deinen Taschen wirst du eh nicht richtig Trail „downhill fahren können.
Außerdem halte ich mich zum Beispiel bei langen Touren absichtlich zurück um mehr Sicherheitsmarge zu haben.

Bei dem Material halte ich Alu für ausreichend, oder wo liegt dein Budget?
flexende Sattelstütze oder keichte Federung könnte man auch noch in Betracht ziehen.

Je sportlicher du auf dem Rad sitzt desto weniger werden die Bndscheiben beansprucht, allerdings braichst du dann eine fitte Muskulatur.
Den Sweetspot muss jeder selbst finden.

Du fährst doch eh im Stehen Berg runter und hast dabei keine Rückdnprobleme richtig?

Es geht hier also um Berg hoch und Gerdeaus auf Singletrails, wo diecS hmerzen entstehen?
 
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Neben den technisch möglichen Dingen am Rad sollte bei einem Menschen mit erkennbaren Rückenproblemen, vor allem in dem jungen Alter, mal überlegt werden ob Mountainbiken über Rumpelstrecken sinnvoll ist; gleiches gilt für Tennisspielen, Klettern oder was immer. Du machst Rückenschule, Pilates & Co., achtest auf alles andere. Trotzdem gibt´s Probleme-dann ist auch biken mit Fully kein Heilmittel.
 
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@hansmeier2018

Yoga ist ein guter Tipp, daran hab ich noch nicht gedacht! Ich habe 64kg/170cm; das ging alles ohne Übergewicht.

Ironischerweise hat mich ja der Rücken erst richtig zum Mountainbike getrieben: Vor zwei Jahren bei der Vorwölbung konnte ich nicht mehr richtig gehen (geschweigedenn laufen); aber Mountainbiken ging schmerzlos und wunderbar.
Vor allem geht es mir beim Mountainbiken weniger um Sport (meinen Körper halte ich eher mit Laufen im Schuss) als Natur-/Landschaftserlebnis. Ich betreibe auch viel Bergsteigen, aber längere Mehrtagestouren zu Fuß traue fände ich ein Risiko (Stichwort schwerer Rucksack), manchmal (meistens aber Gott sei Dank nicht) habe ich nach Eintagestouren da leichte Beschwerden; beim Mountainbiken hab ich das Problem nicht.

An sich geht es vor allem um die langen Touren. Ich fahre auch manchmal ne Eintagestour am Rennrad mit Rucksack und es ist okay, manchmal aber auch nicht - bei 30 Tagen Tour ist es dann eben nur eine tickende Zeitbombe.
Sitzen ist allgemein nicht gut - ich arbeite mit einem elektrisch höhenverstellbaren Tisch - aber zweimal drei Tage Mountainbiken ohne Rucksack dieses Jahr haben mir da gar nichts gemacht. Ein Segen ist dafür Longboarden, selbst mit Rucksack, aber das ist außerhalb der Stadt eben witzlos.
Stößen haben mir beim Mountainbiken noch nie Schmerzen bereitet (und ja, ich fahre meistens im Stehen bergab), das liegt aber vielleicht auch daran, dass ichs bis jetzt noch nie so wirklich habe krachen lassen. Das ist bei längeren Touren aber wie du gesagt hast ohnehin nicht der Sinn der Sache. Was mir aber schon zwei, drei Mal passiert hat, waren Rückenschmerzen durch die Stöße beim Joggen - keine Ahnung, wie sich da die Stöße beim Mountainbiken im Vergleich dazu verhalten.
Rucksack ist eben die Glücksfrage, beim Wandern ist es i.d.R. okay, aber Sitzen + Rucksack ist etwas abhängig von der Tagesverfassung.

@Budget: Ich rechne mit ca. 1500€, für ein Fully würde vlt. noch 500-600€ drauflegen. Carbon halte ich in meinem Fall für übertrieben; es geht ja nicht um Schnelligkeit. Außerdem fahre ich mit einem Freund, der auf einem 400€ Decathlon-Rad unterwegs ist.
Nach den Empfehlungen der Vorredner schiele gerade auf ein Radon Jealous 8 HD (https://www.radon-bikes.de/mountainbike/hardtail/jealous-al/jealous-al-80-hd-2022/), zumal man recht aufrecht darauf sitzt (wobei sich das jetzt, guter Hinweis, als auch nicht so schwarz/weiß dargestellt hat). Und eben ein SqLab Sattel; zusätzlicher Flex macht meiner Einschätzung nach nicht viel Sinn, weil ich im Downhill ohnehin stehe.
An sich würde ich ein Fully ja auch nicht ausschließen, deshalb mein Post, aber wenn ich 2kg zusätzlich habe, das Gepäck nicht gut verstauen kann und allgemein eher auf längere Touren schiele habe ich das Gefühl, dass es mir das Leben eher schwerer als einfacher macht.

@Zaskaringelb Schon ein guter Punkt. Aber wie gesagt, bis jetzt hat mir Mountainbiken noch keine Schmerzen bereitet, vor allem sehe ich es eher als Naturerlebnis als Sport; ich würde z.B. nie so schnell auf die Idee kommen, Rennen zu fahren. Als sportliche Ertüchtigung habe ich ohnehin schon auch Laufen und Bouldern.
 
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@hansmeier2018

Yoga ist ein guter Tipp, daran hab ich noch nicht gedacht! Ich habe 64kg/170cm; das ging alles ohne Übergewicht.

Ironischerweise hat mich ja der Rücken erst richtig zum Mountainbike getrieben: Vor zwei Jahren bei der Vorwölbung konnte ich nicht mehr richtig gehen (geschweigedenn laufen); aber Mountainbiken ging schmerzlos und wunderbar.
Vor allem geht es mir beim Mountainbiken weniger um Sport (meinen Körper halte ich eher mit Laufen im Schuss) als Natur-/Landschaftserlebnis. Ich betreibe auch viel Bergsteigen, aber längere Mehrtagestouren zu Fuß traue fände ich ein Risiko (Stichwort schwerer Rucksack), manchmal (meistens aber Gott sei Dank nicht) habe ich nach Eintagestouren da leichte Beschwerden; beim Mountainbiken hab ich das Problem nicht.

An sich geht es vor allem um die langen Touren. Ich fahre auch manchmal ne Eintagestour am Rennrad mit Rucksack und es ist okay, manchmal aber auch nicht - bei 30 Tagen Tour ist es dann eben nur eine tickende Zeitbombe.
Sitzen ist allgemein nicht gut - ich arbeite mit einem elektrisch höhenverstellbaren Tisch - aber zweimal drei Tage Mountainbiken ohne Rucksack dieses Jahr haben mir da gar nichts gemacht. Ein Segen ist dafür Longboarden, selbst mit Rucksack, aber das ist außerhalb der Stadt eben witzlos.
Stößen haben mir beim Mountainbiken noch nie Schmerzen bereitet (und ja, ich fahre meistens im Stehen bergab), das liegt aber vielleicht auch daran, dass ichs bis jetzt noch nie so wirklich habe krachen lassen. Das ist bei längeren Touren aber wie du gesagt hast ohnehin nicht der Sinn der Sache. Was mir aber schon zwei, drei Mal passiert hat, waren Rückenschmerzen durch die Stöße beim Joggen - keine Ahnung, wie sich da die Stöße beim Mountainbiken im Vergleich dazu verhalten.
Rucksack ist eben die Glücksfrage, beim Wandern ist es i.d.R. okay, aber Sitzen + Rucksack ist etwas abhängig von der Tagesverfassung.

@Budget: Ich rechne mit ca. 1500€, für ein Fully würde vlt. noch 500-600€ drauflegen. Carbon halte ich in meinem Fall für übertrieben; es geht ja nicht um Schnelligkeit. Außerdem fahre ich mit einem Freund, der auf einem 400€ Decathlon-Rad unterwegs ist.
Nach den Empfehlungen der Vorredner schiele gerade auf ein Radon Jealous 8 HD (https://www.radon-bikes.de/mountainbike/hardtail/jealous-al/jealous-al-80-hd-2022/), zumal man recht aufrecht darauf sitzt (wobei sich das jetzt, guter Hinweis, als auch nicht so schwarz/weiß dargestellt hat). Und eben ein SqLab Sattel; zusätzlicher Flex macht meiner Einschätzung nach nicht viel Sinn, weil ich im Downhill ohnehin stehe.
An sich würde ich ein Fully ja auch nicht ausschließen, deshalb mein Post, aber wenn ich 2kg zusätzlich habe, das Gepäck nicht gut verstauen kann und allgemein eher auf längere Touren schiele habe ich das Gefühl, dass es mir das Leben eher schwerer als einfacher macht.

@Zaskaringelb Schon ein guter Punkt. Aber wie gesagt, bis jetzt hat mir Mountainbiken noch keine Schmerzen bereitet, vor allem sehe ich es eher als Naturerlebnis als Sport; ich würde z.B. nie so schnell auf die Idee kommen, Rennen zu fahren. Als sportliche Ertüchtigung habe ich ohnehin schon auch Laufen und Bouldern.
Wie befürchtet hast du aus allen Antworten hauptsächlich den Unsinn rausgefiltert. So einfach ist das Thema eben nicht. Geh zu wem mit Ahnung!
 
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Hallo, sehr interessantes Thema, Fully schonender als HT möchte ich gerne Menschen fragen, die mit beiden Erfahrungen sammeln konnten. Ich fahre erst seit einem Jahr MTB, vor allem ganz einfache Strecken im Wald (Wurzeln, Unebenheiten, manchmal auch etwas ruppiger), habe aufgrund meines Alters Ü 60 auch keinerlei Ambitionen mehr, bisschen Spaß, Natur, möglichst wenig Straße, ab und an leichter Trail. Habe mir ein Specialized chisel 2021 gekauft, einfach weil ich es schön fand und viel gutes gehört hatte. Haltung, Sitzposition, Reifendruck etc. ist gut eingestellt, fühle mich auch wesentlicher wohler als vorher auf RR. Allerdings merke ich nach längeren Touren Schmerzen im unteren Rücken und frage mich, ob das bei ähnlichen Fahrten mit einem gemäßigten Fully besser wäre.
Habe zwar einen Sitzjob, mache aber seit Jahren sehr viel Sport Fahrrad, laufen, Kraft und Gelenkigkeit). Ganz schmerzfrei ist alles nicht mehr, habe aber sehr viel Freude am MTB und möchte das noch möglichst lange machen.
Hansmeier 2018 sagt u. A. in seinem Beitrag: Fully ist klar besser als HT für den Rücken. Kann sich für mich ein Tausch super-HT gegen Fully eventuell lohnen? Andere noch nicht genannte Maßnahmen?

IRONworkx: "Geh zu wem mit Ahnung!" wer hat Ahnung?

Vielen Dank....
 
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Ahnung gibt´s nicht im Internet, da sollte man einem guten Sporterfahrenen Arzt haben, jede Rückengeschichte ist anders, da wird es hier keine Hilfe geben. Es gibt Sportler (Klitschko, Hackl, Scholl) die nach Bandscheiben OP weiter Leistungssport treiben konnten, andere nach Vorwölbung nicht mehr. Mein Trainingspartner hatte 2008 einen BSV in L4/L5 und eine OP, nach 2 Jahren konnte er wieder MTB Rennen fahren, hatte seitdem Dutzende Räder Fully/HT im Einsatz und kann keine Unterschiede feststellen. Der Körper muß topfit vorbereitet sein und man muß aktiv fahren, wer so fährt das er alle Stöße voll in den Rücken holt, macht was falsch und sollte an seiner Technik arbeiten. Wer in jungen Jahren Rückenprobleme bei bestimmten Aktivitäten hat, sollte mal überlegen ob er das weiter provozieren muß und was er noch im Leben machen will.
 
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Habe zwar einen Sitzjob, mache aber seit Jahren sehr viel Sport Fahrrad, laufen, Kraft und Gelenkigkeit). Ganz schmerzfrei ist alles nicht mehr, habe aber sehr viel Freude am MTB und möchte das noch möglichst lange machen.
Du brauchst gezielte Übungen für den Rücken

Die Übung auf dem Titelbild ist meine Liebe-Hass Übung auf einem Schwabelkissen. Merkst sofort im unteren Rückenbereich, bringt mir extrem viel. Schwabelkissen und zwei Hanteln oder eine Langhantel.

Rücken ist Volkskrankheit, viel Arbeit im Sitzen, dann Joggen oder Biken macht es sogar schlimmer wenn wie ich leichten Scheuermann hast. Kommt jetzt erst alles mit dem Alter und ich muss mehr machen. Gerade wenn wie jetzt ich mit Stirnhöhlen auf der Couche liege, kann ich mich nach 3 Tagen kaum mehr bewegen. Blackroll, Rückenübungen sind Pflicht. Gym ist gesetzt, leider geh ich immer erst wenn ich den Rücken spüre und nicht davor 😟

Fully schonender als HT möchte ich gerne Menschen fragen, die mit beiden Erfahrungen sammeln konnten.
Ich kann dir folgenden Vergleich anbieten, da ich aktuell kein XC-HT mehr fahre.

Bike Trail HT hinten starr.
30mm Felge innen 952gr mit 1kg 2.35 Martello TNT und tubeless 1,62bar

Bike DC mit hinten 110mm.
29.5mm Felge innen 987gr mit 730gr Mezcal TNT und tubeless auf 1,6bar

Auf schlechtem Asphalt und groben Schotter im Sitzen ist fast kein Unterschied spürbar was den Untergrund betrifft. Die ca. 270gr Mehrgewicht merkt man angenehm von der Dämpfung, natürlich aber auch vom Reifentyp mit Rollwiderstand.
Bergab stehe ich sowieso immer, also interessiert es mich dort weniger.

Bei einem XC-HT wie du hast mit vermutlich 2.25 650gr Reifen wird der Unterschied deutlich ausfallen. Komfortabler? Ich würde es ermüdungsfreier nennen.
Vielleicht wäre sowas mal einen Blick wert wenn keine Rennambitonen hast.
 
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@Budget: Ich rechne mit ca. 1500€, für ein Fully würde vlt. noch 500-600€ drauflegen. Carbon halte ich in meinem Fall für übertrieben; es geht ja nicht um Schnelligkeit. Außerdem fahre ich mit einem Freund, der auf einem 400€ Decathlon-Rad unterwegs ist.
Wenn in dem budget auch noch der Sattel, die Sattelstütze und die Anbauten für dei langen Touren sein soll, bleibt nur noch ein HT.
Yoga ist ein guter Tipp, daran hab ich noch nicht gedacht! Ich habe 64kg/170cm; das ging alles ohne Übergewicht.
Okay. Yoga war nur ein Beispiel. Ich würde mir was suchen, was Spaß macht und wo man die Wirbelsäulen kontrolliert in jegliche Richtungen bewegt und zwar nicht nur statisch.
Hansmeier 2018 sagt u. A. in seinem Beitrag: Fully ist klar besser als HT für den Rücken. Kann sich für mich ein Tausch super-HT gegen Fully eventuell lohnen? Andere noch nicht genannte Maßnahmen?
Man muss das natürlich im Gesamtpaket betrachten. Unter anderem Sitzposition, Muskulator, Fully/Hardtail, Reifendruck usw.
Aber wenn wir nur den Faktor Fully oder Hardtail betrachten, ist das Fully klar besser.
Bringt natürlich wenig, wenn deine Rückenschmerzen überwiegend durch die Sitzposition durch z.B. einen zu kleinen Rahmen herrühren.
 
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30. Juni 2021
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Danke an Orby und Zaskaringelb.! Gute Tipps und nachvollziehbare Vergleiche. Technik Training ist gebucht, werde auch noch mit dem Physio sprechen. Reifen Empfehlung, finde ich, ist es Wert von mir ausprobiert zu werden. 8-)
 
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Wie der Kollege oben schon geschrieben hat findest du "Ahnung" nicht im Internet. Nicht das sie nicht da wäre, aber als Laie kannst du nicht die Spreu vom Weizen trennen. Im Netz werden meist eigene Erfahrungen oder vermeindliche Empfindungen kund getan. Ein Blick von Oben auf alle Faktoren hat kaum wer, sicher aber keiner, der deine Probleme ohne dich gesehen zu haben lösen kann.
1. Für den Rücken brauchst du einen Orthopäden, Osteopathen oder Physio, der die Ursache deines Problems wirklich lokalisiert und behandelt. Die meisten behandeln leider nur die Sympthome und schaffen sich nen treuen Abonnenten. Damit dessen Rat zum Sport, insbesonders Biken, dann noch Gewicht hat, muss er sich damit zwangsläufig auch auskennen. Diese Suche ist sicherlich schwer. Wir haben hier in Giessen zum Glück einen. Ansonsten kannst aber selber feststellen, was du ja auch schon getan hast, was dir gut tut und was nicht.
2. Für das Bike solltest du einen fachkundigen Händler aufsuchen.
Du erkennst ihn daran, dass er dich, wenn du all deine Vorbaben und Wünsche aüßerst, nach Ausprache des Budgets nach einer kleinen Erhöhung fragt oder wieder weg schickt. In diesen Preisregionen merkt man jede 50€ mehr an Qualität. Alu scheidet völlig aus. XC Rahmen sind schon steif und je nach Körper oft einfach unpassend, AM sind noch härter....muss nicht sein. Die Basis des Bikes ist der Rahmen, da sollte Geo, Größe und Material schönmal möglichst perfekt für dich passen. Mit fen Anbauteilen kann man dann fein tunen.
Im Übrigen ist der SQ Lab Active, wie auch der BikeYoke Sagma durch die Elastomere Bandscheiben schonend. Nicht wegen der Dämpfung bei Schlägen, sondern wegen der möglichen Kippbewegung, die entlastend wirkt. Dennoch muss der Sattel passen, sonst hilft das alles nicht.....

Deine Wahl ist also dir Leute zu suchen, die ihr Fach verstehen, 500€ mehr ausgeben und Spaß haben. Oder du fuddelst dich durchs Netz und sammelst die Erfahrung selbst. Das wird mehr Geld kosten und der Weg wird wohl weniger Spaß auf dem Rad bringen. Aber vielleicht hast du auch Glück, ich wünsche es dir auf jeden Fall, egal, was du machst.
 
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10. Februar 2022
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Danke dir. Ich werde mich mal auf die Suche nach einem auf dem Feld kompetenten Orthopäden machen - ich lebe in München, da müsste das ja eigentlich drinnen sein. : )
Allgemein will ich nicht einer Person 100% vertrauen; ein Orthopäde weiß meist nicht viel von Mountainbiken, ein Mountainbiker meist nicht viel über Orthopädie, und ein Fahrradhändler hat auch ein gewisses Eigeninteresse (weshalb ich ihm in der Frage Fully vs Hardtail nicht so schlecht vertrauen), im Detail kann er mir aber sicher weiterhelfen.
Die 1500 verstehen sich ohne die Addons. : ) Ein riesiges Takeaway aus der Forumsdiskussion ist allein der kippende Sattel - ich hatte keine Ahnung dass es so etwas gibt und das wird meinem Rücken das Leben um ein Vielfaches erleichtern; vor allem dass hier das halbe Forum dafür schwört, ist ein wichtiges Insight.

Und @Zaskaringelb Klar wäre es blöd, etwas zu provozieren - deshalb lasse ich z.B. Mehrtageswanderungen einfach sein. Aber irgendwas muss/will ich mit meinem Leben schon noch machen und wenn ich beim Mountainbiken selbst noch nie Schmerzen hatte, dann will ich das nicht auch noch sein lassen.
 
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