Harzinvasion 2002

jockel

Cpt.Ahab
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Ehre wem Ehre gebührt. Und aus genau diesem Grund auch ein paar Beiträge ins B/B Forum :D .


Zuerst war es nur die Idee einer kleinen Gruppe von Spinnern aus Berlin (ESK) und dem Eichsfeld (sketcher, michael59...): Man könne doch einfach mal, um auch mal reale Gesichter neben die Larven auf den Avantars zu setzen, ein kleines gemütliches Familientreffen veranstalten. Zuerst wurde das Eichsfeld als Austragungsort favorisiert, doch wurde es sketcher angesichts der drohenden Invasion von raubeinigen, der örtlichen Weiblichkeit in ungebührlicher Weise nachstellenden, Irren aus der Hautstadt und der durch den örtlichen Dorfprediger drohenden Bulle der Exkommunion etwas unwohl in seiner Haut und so wurden Michael59 und Harzbiker ausgesandt, um einen besser geeigneten Austragungsort für die anstehenden Verbrüderungsszenen zu finden. Harzbiker ist es wohl zu verdanken, dass es mit der Heimathütte in Hohegeiß auch recht bald gefunden wurde.
Da aus der ehemals recht kleinen (aber feinen) Zelle der Eichsfelder, aufgrund der heutigen Möglichkeiten der papierlosen Kommunikation und einiger, inzwischen bereits legendärer, Touren (erinnert sei nur an die „Deutschen Meisterschaften im Tiefschneeschieben“), eine achtbare Streitmacht von Eichsfeldern, Harzern, Südniedersachsen und weiß der Fuchs noch was geworden war und das ESK in seiner schier unersättlichen Gier auch andernorts Dependancen zu installieren, nicht nachgelassen hatte, bestand auch keine Gefahr, dass die in Hohegeiß vorhandenen Kapazitäten überdimensioniert sein würden.
Nach und nach wurde aufgrund unablässig geführter Propaganda, dass Vorhaben ruchbar und der ein oder andere, bisher heimatlose Gesell meldete sich freiwillig zum Dienst im Harz (hier sei stellvertretend an die fast verzweifelten Versuche von Quen erinnert, dem es nicht gelingen wollte, im Großraum Hannover weitere Gesinnungsgenossen zu nächtlichen Ausflügen zu verpflichten).

So kam es wie man es vorher kaum zu denken wagte, ca. 30 (in Worten: Dreißig) Freunde der motorlosen, pedalgetriebenen Zweiradtouristik aus benahe allen Himmelsrichtungen fanden sich am Donnerstag, dem 09.05.02 an der Heimathütte im höchstgelegenen Ort Niedersachsens ein.

Wie ich an anderer Stelle schon einmal kurz ausführte, gelang es mir, in meiner unendlichen Weitsicht, ein paar Tage vor dem großen Ereignis mein linkes Knie auf dem Feld der Ehre zu opfern, so dass ich ernsthaft erwog, erst gar nicht anzureisen. Dank der aufopferungsvollen Telefonseelsorge zweier, hier nicht näher zu benennender Brüder, wurde diese Überlegung aber glücklicherweise schnell zu den Akten gelegt. So reiste ich zwar bei weitem nicht so spektakulär wie geplant, aber immerhin viel bequemer an und ich muss sagen, dass ich es ganz bestimmt bitter bereut hätte, das Großaufgebot an Freaks verpasst zu haben.

Wie schon gesagt, trafen nach und nach alle avisierten Biker ein, einige rannten bereits bei meinem Eintreffen in voller Montur umher und hofften wohl bereits am Anreisetag den ganz großen Schuss zu machen. Nun, es dauerte dann doch noch ein kleines Weilchen, bis alle ihre Pellen überhatten und sich wie die Schäfchen um Harzbiker scharten, welcher es sich kurz vor seiner Nachtschicht nicht nehmen ließ einen kleinen Test mit uns zu fahren. Lustig war, dass sich mit fortschreitendem Einführungstourverlauf das Feld der Teilnehmer progressiv ansteigend lichtete, so dass in mir der Gedanke keimte, dass dieses Phänomen doch in einer Formel, oder wenigstens in einem Graph abzubilden sein müsste. Leider wurde dieser Gedanke empfindlich durch das bereits angesprochene Knie unterbrochen, welches sich irgendwann wieder meldete und der Meinung war, dass es noch lange nicht fertig war. Na ja, vielleicht lag das ja auch daran, dass ich mal wieder ein wenig zu viel probiert hatte aber es gibt eben so reizvolle Sachen, da muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss...

Als alle wieder im Basislager eingetroffen waren und sich in Schale für das bevorstehende SfdW geworfen hatten, erfolgte erst noch ein kleiner Appell, in dem unser Lagerältester Michael59, die Spielregeln der kommenden Tage erläuterte. Gleich danach wurde dann endlich der Grill angefahren und versucht, die ersten Stücken Mammut auf demselben in einen essbaren Zustand zu versetzen. Doch kaum war die äußere Schicht rohen Fleisches leicht über Körpertemperatur erwärmt, wurde es auch schon von der Feuerstelle gezerrt, zwischen bleiche Brötchen- (oder sollte man besser Spanplatte sagen?) hälften gepresst und dem in derlei frühzeitlichen Nahrungsritualen kaum noch geübten Magen fast ohne Kauen zugeführt – Hut ab, vor dieser Leistung. Es gab natürlich auch den einen oder anderen ernsthaften Athleten, der sich, die Abgeschiedenheit der Küche nutzend, heimlich Spagettis garte (oder besser: gewaltfrei einweichte) und diese, in der Annahme, einen handfesten Vorteil gegenüber den Kontrahenten zu ziehen, verspeiste. Ob es bei dem was folgen sollte geholfen hat, wage ich nicht zu beurteilen.

Der erste Abend wurde wie nicht anders zu erwarten ein voller Erfolg und gegen 01:00 Uhr gingen dann auch die Letzten ins Nest.
Apropos Nester, hier sei noch einmal kurz auf die äußeren Bedingungen der zur Verfügung stehenden Unterkünfte eingegangen:
Der durch das expansive Hobby bereits nahezu mittellose Teil der Belegschaft legte in der Grünanlage der Heimathütte ein Feldlager an. Der Name meines treuen Zeltes „PocketHotel“, welches ich schon hatte, als ich noch mit General Sheridan ritt, löste ausgerechnet bei denen unbändige Heiterkeit aus, die Aldi für ein Kompetenzzentrum in Sachen Polarmeerexpeditionen halten.
Staubi, der neuerdings die Bequemlichkeit über alles liebt, hatte sich ein nur unwesentlich kleineres Modell der Cargolifterhalle mitgebracht und drehte nächtens dort drinnen ein paar kleine Runden. Kurze Zeit wurde durch die Lagerleitung erwogen, dort drinnen zu grillen und das Lagerfeuer zu entfachen, aber auch das wurde angesichts des guten Wetters verworfen.
Frank hingegen litt wohl unter unverarbeiteten Kindheitserinnerungen, welche ihm sagten, dass ein Zelt auch wegfliegen kann (wahrscheinlich rührten diese Erfahrungen aus der Zeit, als er Reinhold Messner begleitete und dieser seinen Bruder in den Lawinen des Nanga Parbat verlor) und so spannte er es dann auch mit allen zur Verfügung stehenden Sturmleinen ab, so dass es, wäre der große Sturm gekommen, der den Harz nivelliert hätte, als einziges stehen geblieben wäre.
Clemens und Buxe trauten ihrer Textilbehausung wohl nicht allzu viel zu und so überdachten sie es noch mit einer weiteren riesigen Plane, die es erlaubt hätte, dass sich ein ganzes Regiment darunter verbirgt.
Diejenigen, die sich zwar dem Geländeradsport verschrieben haben aber auch im Manöver nicht auf die Annehmlichkeiten der Zivilisation verzichten wollten, quartierten sich im Inneren der Heimathütte, in Zimmern mit so klangvollen und ehrfurchtgebietenden Namen wie „Poppenberg“ oder „Schönfeldspitze“ ein. In diesen Zimmern waberte des Morgens immer eine Masse, deren Aggregatzustand die Grenze von gasförmig zu flüssig markierte – Echt lecker.

Am Morgen des 10.05. wurden einige der Frischlinge bereits zu früher Stunde von den nervös zuckenden Beinen geweckt. Als besonders negatives Beispiel möchte ich hier mal Rikman herausstellen, bei dessen Mutter ich wohl demnächst tatsächlich mal einen Hausbesuch machen muß, um die Frage zu klären, ob sie ihrem Sohn das Lesen der Uhr schon begebracht hat. Na jedenfalls war die Nacht zu Ende und fieberhaft wurde darangegangen, Mensch und Technik auf die große Herausforderung vorzubereiten. Nur einer nahm das, zumindest bei der Technik, nicht für voll und das war, um mal beim An*******n zu bleiben, mein Kumpel und Eisenschweineleve Onkel. Aber dazu später mehr.

Gegen 10:00 ging es dann auch endlich los. Der Verlauf der Tour wurde in anderen Publikationen zum Harztreffen bereits ausführlich erörtert, so daß ich hier nur noch ein paar klitzekleine Details ergänzen möchte. Der Aufstieg zum Wurmberg stellte mich zweigeteilt dar. Der untere Teil ging voll in Ordnung, bis auf die enorme Ansammlung von Spaziergängern (ich ziehe sonst in jedem Fall den einsamen Trail vor). Der obere Teil ist das, was ich nicht so liebe. Einen zwischen 25 und 30% steilen Skihang hochzufahren ist eine frustrierende Angelegenheit. Richtig drücken ist nicht, da das Hinterrad sonst Traktionsprobleme bekommt und was bleibt ist das Hochgekrauche auf dem kleinsten Gang in Schrittgeschwindigkeit mit eingeschlafenen Eiern, nur um oben festzustellen, daß mehrere tausend der bereits erwähnten Störfaktoren die Aussicht verstellen... Na das ist nicht ganz meine Welt. Außerdem wurde ich hier bereits wieder durch mein Knie ermahnt, den Bogen nicht zu überspannen. Aber ich rollte erst mal weiter.
Kurze Zeit später, ich fuhr gerade wieder Seit an Seit mit Onkelchen, ertönte ein mattes Knack, welches mich an eine Tomatenkiste erinnerte, welche aus 3 Metern Höhe auf den Boden klatscht. Hinter uns wurden sofort begeisterte Rufe laut, welche lautstark den entstandenen Schaden begutachteten (Zitat: „Ohhhhhhhhhhh... das sieht nicht gut aus... hähähähhähää...“). Doch was war geschehen? Schrauberkönig Onkel hatte in weiser Voraussicht die Schrauben der Leitröllchen seines Schaltwerkes gelockert, was diese zum Anlaß nahmen, sich unerlaubt zu entfernen. Die dadurch freigesetzte Kette verfing sich daraufhin im Schaltwerk und riß dieses recht gründlich in die ewigen Jagdgründe. Kurzfristig wurde nun die Onkelmaschine auf Singlespeed umgerüstet und Onkel trat, begleitet durch mich (wollte ich mein Knie nun doch nicht vorzeitig opfern) den Heimweg an. Dieser wurde sozusagen zu einem langgezogenen Werkstattaufenthalt, mußten wir doch noch ein ums andere mal ran, um die Fahrfähigkeit der Onkelmaschine aufs neue herzustellen. Besonders spektakulär war der bei der Durchfahrt durch das Örtchen Sorge erfolgte Kettenriss, bei dem dieselbe regelrecht nach hinten ausgeworfen wurde. Aber ungeachtet der Unbillen der Technik errichten wir wohlbehalten und trocken nach nur 40 Kilometern die heimatliche Hütte und genossen den strahlenden Sonnenschein, der uns die ganze Zeit begleitet hatte (...andere hatten es just um diese Zeit schon deutlich schwerer).

Später, es fing gerade auch in Hohegeiß an strömend zu regnen, trafen dann auch nach und nach die Durchzieher ein und ließen sich gründlich feiern. Wir zollten ihnen den notwendigen Respekt durch ausdauerndes Zurschaustellung unserer Verwunderung über ihren bewiesenen Heldenmut (...das geht ganz gut, wenn man durch leichtes Öffnen des Mundes, aufreißen der Augen und fortlaufendes Kopfschütteln unmäßiges Erstaunen zur Schau trägt).

Am Abend wurde nun das bereits am Vortag einstudierte Zeremoniell des Röstens von Mammuts und des Trinkens von Gerstensaft weiter verfeinert. Leider konnte ich zu den Schwänken, welche die Durchzieher am Lagerfeuer zu berichten wußten nicht so viel beitragen, so daß mir wieder nur die Bewunderung ihres Heldenmutes blieb. Dieser Frust wurde durch meine, zwar geplante aber nichtsdestotrotz nicht gewollte, Abreise am frühen Sammstag Morgen gesteigert. Ich mußte zu einem Familiengeburtstag... ******* ******* *******... Für schlappe 70 Kilometer in den Harz gereist. Aber schön war es trotzdem, hat man doch einen ganzen Sack voll feiner Leute kennengelernt. Und ich möchte hiermit nochmals der Hoffnung Ausdruck verleihen, daß dies nicht das letzte Treffen dieser Art gewesen ist. Deutschland ist groß und ungezählt sind die Wald- und Wiesenwege die es gilt unter die Räder zu nehmen.

Ein besonderer Dank auch an dieser Stelle nochmal an das Organisations-Team. „Eure Bilanz ist gut, Genossen“ und DANKE :daumen:
 

onkel

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Original geschrieben von jockel
Schrauberkönig Onkel hatte in weiser Voraussicht die Schrauben der Leitröllchen seines Schaltwerkes gelockert, was diese zum Anlaß nahmen, sich unerlaubt zu entfernen. Die dadurch freigesetzte Kette verfing sich daraufhin im Schaltwerk und riß dieses recht gründlich in die ewigen Jagdgründe. Kurzfristig wurde nun die Onkelmaschine auf Singlespeed umgerüstet

Wenn es dich beruhigt, Jockel, mein alter Freund und Kupferstecher: Weniger durch diesen Service-Fehler bedingt, als vielmehr aus der durch das Examen bedingten Zeit- und Lustlosigkeit heraus habe ich am Samstag meine Onkelmaschine einem Profi anvertraut. Ich hab´s ja! Aber der Stolz zwickt natürlich!
 

michael59

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lieber jockel,

das wort beherschst du :) das zeigt dein obiger bericht.
wir haben deine anwesenheit am samstag wirklich vermisst.

der finder der heimathütte war wirlich harzbiker, du hats dich wie so oft nicht geirrt.

zur einrollrunde: wie du am sonntag sehen konntest braucht selbst die formel eins mit ihren millionen teuren maschinen eine einführungsrunde oder pofimäßig eine installtionslap. ( wäre mein freund staubi mitgefahren, wäre ihm manches erspart geblieben)( :D es ging nicht um die qualifikation für die erste startreihe, die du auf grund deiner verdienste ohnehin erhalten hättest, sondern viele freunde des pedalierens nutzten die möglichkeit sich auf ihrem treuesten freund sitzend etwas näher kennenzulernen.

auf dem brocken hättest du noch mehr " störfaktoren" kennenlernen können. nach den letzten beiden kilometern wollten wir schon ein forum für "bergauffußgängerslalomfahrer" von frank fordern.;)

aber die singeltrails an der bode entschädigte dann für vieles.

ich bin auf jeden fall bereit ein weiteres treffen mit vorzubereiten

michael
 

eL

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Freut mich das ihr alle soo viel spass hattet:daumen:

und erinnert mich bitte daran das ich das nächste mal unbedingt mit dabei sein möchte:D
 

rob

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Auf andere aber gewiss nicht minder unterhaltsamere Weise als RieWu hat Jockel ja nun die nicht unwichtige Vorgeschichte und die Tage 1 und 2 unserer Harzreise aufgearbeitet. Und als ob die "Besteigung" der beiden höchsten Berge des Harzes über die härtesten Rampen, die Bewältigung der heftigsten Singletraildownhills (ich sag nur Eckertstausee), das Zeigen der kalten (und nassen) Schulter dem Wettergott und das anschließende Vernichten von Unmengen an Mammutteilen und besonders Pilsetten (hatten wir einen Durst...) nicht gereicht hätten, wurde sich am Freitagabend zusammengerauft um für den nächsten Tag zu planen.

Die Nacht von Freitag auf Samstag war zwar dahingehend angenehmer, alsdass sie, im Haus anstatt im Zelt verbracht, bequemer war, jedoch schien die Anstrengungen sich auf meinen Körper merklich niederzuschlagen.
Nicht besonders ausgeruht, dafür aber aufgrund des Sonnenscheins und verlockender Trails halbwegs motiviert, schlurften wir in geordnetem Chaos und zeitlich nicht gerade homogen zum Frühstück und inhalierten Schrippen oder, wer mochte, auch Müsli (nicht wahr Staubi?).

Am heutigen Tage wurden also je nach Lust, Leistung und Interesse Grüppchen gebildet um alle Ecken des Harzes zu erkunden und etwaige Verstecke und Hinterhalde des Feindes und versprengter Partisanenkämpfer ausfindig zu machen, da diese sich gerne im tiefen Harz verstecken, weil sich dieses Gebirge vorzüglich eignet die unter der Kontrolle des ESK stehenden Städte Berlin, Hamburg, Hannover, Göttingen, Frankfurt und Leinefelde aus feindseligen Absichten heraus anzugreifen.

Die kleine Radgemeinschaft der ich angehörte (und desweiteren Arthur Dent, FelixtheWolf, G-Punkt, Rikman) wollte den Ostharz unter die durchweg edlen Laufräder nehmen (nur an dem ein oder anderen wird da wohl am "Felgenband" gesparrt, aber dazu später mehr).
Nachdem alle in ihre vom Vortag nassen und vorzüglich duftenden Bikehosen und -schuhe geschlüpft sind konnte es schon losgehen. Die Route war grob geplant, dank der guten Ausschilderung konnte man sich problemlos orientieren, und die restlichen Wegunstimmigkeiten wurden "freestilig" (so FelixtheWolf) entschieden (d.h. da lang wo es gut aussieht).

So wurden ein paar feine Singletrails entdeckt - irgendwo zwischen Hohegeiß, Sophienhof (wo zu unseren Ehren schmissige Blasmusik angestimmt wurde) und Trautenstein. Am Ende einer fiesen Rampe die nur schiebend bewältigt werden konnte meinte G-Punkt einen waschechten Hirsch entdeckt zu haben - vielleicht war es dank der Sauerstoffunterversorgung auch nur eine Fata Morgana - oder doch ein weißes Einhorn?... Nach ein paar heißen Abfahrten errichten wir Trautenstein wo sich Arthut Dent ersteinmal auf einem Steg im Freestilen übte, Nosewheelies und so. A.D. hat seinen Flow den er auf dem bike zweifelsohne besitzt ja schon auf der Wippe zur Schau gestellt...
Nach der Überquerung einer sumpfigen Wiese und der Durchquerung des Ortes ging es schnurstrachs Richtung Rappbode-Talsperre, unser Ziel war ein von Jockel empfohlener Ausblick (Rotestein).

An diesem feinen Fleck wollten wir kurz pausieren, doch als wir wieder die Rösser besteigen wollten bemerkte G-Punkt einen Platten am Vorderrad. Der Übeltäter war schnell gefunden: das Felgenband hatte sich an den Nippeln in die Vertiefungen hinengeschmolzen und war dort ausgehärtet. Das war wohl die Rechnung seines 3000hm Downhill auf Hawaii...
Aus dem kaputten Schlauch wurde flux ein neues Felgenband geschnitzt damit es weitergehen konnte. Die Sonne brannte nämlich ganz schön (max. 48°C direkt in der Sonne), Abkühlung verschaffte nur der Blick über den Stausee Richtung Westharz und Brocken, wo sich die zahlreichen Wolken massig abregneten. Dies war wohl auch, so wage ich zu behaupten, der Grund dafür warum wir mit braungebrannten Unterarmen, die anderen Gruppen allerdings vollgesyft bis auf die Unterhose zurück zur Heimathütte kamen...

Aber auch wir hatten noch was vor uns. In gleißender Hitze wollten wir über die Talsperre, da diese allerdings gesperrt war mussten wir umplanen und sind erstmal zur alten Köhlerei um ne zünftige Bikermahlzeit zu uns zu nehmen. Es gab Riesencurrywurst mit Kartoffelsalat oder nur Kartoffelpuffer - alles schmeckte aber nach Pommes da im selben Fritierfett zubereitet. Das beste war aber die alte Dicke hinterm Tresen, welche total überfordert war mit der Bestellung von 5 fast gleichen Speisen und nen paar Radlern...

Nach einer längeren Verdauungspause und einigen Furzen ging es weiter um Hasselfelde rum nach Stiege und schleunigst Richtung Berkennstein. Ich hatte unterwegs noch einen Platten aufgrund eines unsanft überrollten Steines, was uns aber nicht länger aufhalten sollte. Was hingegen nicht gerade dafür sorgte das es schnell voran gehen konnte war unsere Fitness (ausgenommen natürlich die von Rikman, der wie elektrisiert oder unter fettesten Drogen hin und herpreschte), die wohl unter den Einwirkungen des gestrigen Tages litt; mein Puls z.b. kam kaum einmal über 160, obwohl er sonst um 190 rumspringt - den anderen erging es ähnlich.

In Berkennstein gönnten wir uns zum Abschluss einen Überfall auf eine Konditorei, wo es leckerste Kirschtorte mit Baiséüberzug im Angebot zu erhaschen gab - genau das richtige für ausgebrannte biker. Mit dem Kuchen und einem Stück Mandelhorn auf dem Teller in der Hand schwankte ich aus dem Laden und schoss den Vogel mal wieder ab: Um meinen Helm abzusetzten und auf die Treppen am Bürgersteig zu legen beugte ich mich leicht nach vorne, wobei die leckere Torte ungeahnterweise selbige Bewegung vollzog. Platschend und Murphy's Law folgend fiel sie mit der Oberseite auf dem Bürgersteig! G-Punkt kriegte sich garnicht mehr ein vor lachen während ich die Tortenreste vom Boden kratzte und auf Teller zurück beförderte - schließlich hatte ich ja bezahlt! Lecker war es trotzdem, und mit dem Teil des Mandelhörnchens das in die Hundekacke fiel konnte ich abends in der Heimathütte Menis Kuss noch erfreuen, der sich herzlich dafür bedankte das ich ihm gerade die Ecke mit dem "Schokoüberzug" abgab!

Der letzte Anstieg von Berkennstein nach Hohegeiß über den fiesen Wurzeltrail fiel erstaunlich leicht, hier peischte ich zum einzigen mal an diesem Tag meinen Puls an die 180 - dank des motivierenden Ohrwurms von Ernst Busch (Schleif den Schleifer....).

Insgesamt ergab die Runde 75km, 1150hm, jede Menge Spass und wiedereinmal die Bestätigung das wir uns schlicht und einfach das beste und korrekteste Hobby zugelegt haben!!

Am Abend wurde zur Abwechslung mal wieder gegrillt, Pilse druch den Zähler gejagt, jedemenge Erlebnisse und Meinungen über dies und das ausgetauscht und einen feines Feuer aus nassen Holz entfacht das irgendwie gerade so übern Berg kam.
Einige hartgesottene (und hartbesoffene) saßen wohl noch bis halb vier und ließen den letzten der drei Abende standesgerecht ausklingen...


Die Geschehnisse des Sonntags wurden schon in anderen Treads aufgearbeitet (z.b. die Tour von G-Punkt, Ritzelflitzer und mir anstatt im Stau stehen), sodass hiermit auf das Thüringenforum verwiesen sein soll (thma von Onkel).


Die Harzreise, das seid euch sicher, wird einen ehrenvollen Platz in den Legendengeschichten des ESK finden....
 
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