Hausbesuch bei WOOM

Roelof

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16. Februar 2006
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412
Ort
Wien
Ich hab es im Sommer ja schon angekündigt und habe es nun endlich geschafft, einmal im WOOM "Hauptquartier" vorbei zu schauen. Mit Digicam und meiner eigenen, unbestechlichen Waage bewaffnet habe ich mich Mitte August mit Christian von WOOM getroffen und durfte mich vor Ort umsehen. Ich hätte mir die Firma etwas anders, vor allem größer, vorgestellt: Eine Lagerhalle, einige Montageständer, ein schlichtes Büro - Zweckdienlich eingerichtet, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Zuerst habe ich mich auf das Offensichtliche gestürzt - die Woom Modell-Palette. Ich durfte jedes Bike wiegen, und kann bestätigen, dass keines der Räder schwerer ist, als auf der Homepage angegeben. Besonders gut hat mir das 14" gefallen, welches ohne Pedale und Ständer 5,03kg auf die Waage bringt.


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Im Laufe des Wiegens sind wir immer tiefer in die Welt der "schlüpfrigen" Details bei Kinderräder verfallen. Ich durfte auch einige Fahrrad- und Teile-Prototypen anfummeln, wir haben uns über Geometrien, Komponeten und häufige Fragen und Sorgen von Eltern seiner Zielgruppe unterhalten. An den Prototypen, die deutlich benutzt waren, konnte ich übrigens keinen übermäßigen Lackverschleiß feststellen. Hinsichtlich der verbauten Komponenten muss ich sagen: Ich war zu Beginn etwas unsicher wegen der Forenberichte - speziell mit der Kombination Vorbau und Steuersatz sind zwei Usern nicht zufrieden gewesen. Mein Eindruck dazu: im obersten Spacer sind Madenschrauben vorhanden (Transportsicherung), die den Spacer auf den Gabelschaft halten sollen. Grundsätzlich soll das eine Erleichterung für nicht-Bike-affine Eltern sein. Der Steuersatz wird einfach zusammen gedrückt und mit einer überdimensionierten Schraube fixiert - das sieht einfach aus, ist es auch.

Mein persönliches Highlight war der tiefe Einblick in die Produktentwicklung, den ich erhalten habe. Für dieses Vertrauen möchte ich mich herzlich bedanken - ich muss an dieser Stelle aber leider mit den Detail etwas sparsamer sein, als ich gerne würde. Die Entwicklung von eigenen kindgerechten Komponenten ist bekanntlich nicht einfach, auch wenn man mit namhaften Firmen zusammenarbeitet. Die neue Kinderrad-Kurbel (kurz, leicht, geringer Q-Faktor), der neue Vorbau, sowie die Zubehörteile, die sinnvoll die Sicherheit für Kinder im Sturzfall erhöht, sind nur ein paar Kleinigkeiten, bei deren Konzeptierung und Entwicklung viel Aufwand betrieben wird. Auch die Entwicklung der Geometrien hat mich sehr beeindruckt - hier wurde viel Aufwand und "Feldarbeit" betrieben, das hätte ich nicht in diesem Ausmaß erwartet. Aber nicht umsonst entspricht die Geometrie sehr genau den Altersangaben. Wer also keinen sehr über- oder untergroßen Nachwuchs ausstatten will, kann sich ziemlich sicher sein, dass die Angaben, so vereinfacht sie sein mögen, korrekt sind.

Herzeigen darf ich die neue Alu-Gabel für die ganz Kleinen (alt - Stahl 0,61kg vs. neu - Alu 0,33kg):

vs.

Zusammenfassend nehme ich für mich mit: WOOM ist nicht der einzige Anbieter von hochwertigen Kinderrädern, und ich bin aufgrund meines Ticks zum Leichtbau und High-End Teilen kein Kunde von WOOM oder einer anderen Marke. Meine Räder kommen nicht von der Stange, ich bastle lieber selbst und verzweifle manchmal - das gehört für mich dazu.
Aber meine persönliche Einschätzung nach dem Besuch ist: Gutes Konzept, sinnvolle Ausstattung, viel Entwicklungsarbeit und vernünftige Preise für ein möglichst breites Publikum. Es sind keine reinrassigen Wettkampfräder mit High-End Ausstattung ala Federleicht (die unterscheiden sich ja auch deutlich durch den Preis), das will WOOM auch nicht sein. Wer ein vernünftig leichtes und ausgestattetes Alltagsrad (für Stadt, Wald, Wiese und Feldweg, Schulweg und Freizeit) sucht, wird hier fündig und auch zufrieden sein. Bei Problemen - so wurde mir versichert - ist man bemüht, eine Lösung zu finden.

Ausblick: Ich bin gespannt, was WOOM auf der bevorstehenden Eurobike präsentieren wird, hier wurde ich nur mit den Worten: "Zusammenarbeit mit Tune, sehr leicht, warte auf die EUROBIKE" neugierig gemacht. Das war etwas fies, aber wirksam.
 
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