Hinterbau Lager worauf kommt es an ?

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Ich habe derzeit ein Problem mit Lagerverschleiß an einem Helius AM.

Mir geht es aber auch darum hier mal zusammen zu fassen worauf es bei den unterschiedlichen Lagertypen tatsächlich ankommt. Was zu beachten ist ,die Pflege sowie die Vor und Nachteile etc.

In den verschiedenen Threads zu dem Thema ist mir aufgefallen das dort Begriffe und Sachverhalte teilweise vollkommen durcheinander gebracht werden oder zumindest nicht eindeutig kommuniziert werden.

Erst mal kurz zu einem meiner Probleme: Ich habe vor kurzem für nicht ganz wenig Geld ein gebrauchtes Helius AM aus erster Hand gekauft. Das Rad war professionell als "custom" Aufbau im Jahre 2013 gebaut worden und seit dem professionell in der Werkstatt gepflegt und gewartet worden.

Beim Kauf und auch in Folge habe ich auf Grund einiger beunruhigender Informationen aus dem Forum speziell das Lagerspiel am Hinterbau überprüft im Zuge dessen absolut nichts negatives fest zu stellen war.

Nach 4 Ausfahrten und ca. 200Km hat nun das rechte untere Lager des Umlenkhebels sehr deutliches radiales (und Axiales? - bin mir nicht sicher) Spiel. Ich bin mir sehr sicher das dies nicht an der "Vorspannung" liegt sondern das es sich um Verschleiß handelt. Und damit möchte ich zu weiteren Fragen und Überlegungen kommen:

So weit ich weiß verbaut\e Nicolai sowohl Gleitlager ,Nadellager und Schrägkugellager.(in meinem Fall wohl Gleitlager)

Jetzt wird immer wieder von "Vorspannung" der Lagerung gesprochen. Allerdings hat meines Wissens die Vorspannung von Kugellagern eine vollkommen andere Bewandnis als die Vorspannung von Gleitlagern.

Während die Vorspannung von Kugellagern tatsächlich (ähnlich einem Konuslager) die Verspannung innerhalb des Lagers also der Laufflächen und den Kugeln (Rollen,Tonnen) beeinflusst und das Lager sogar zerstören kann , Handelt es sich bei der
" Vorspannung " von Gleitlagern eher um die Zentrierung der Achsen und den Zusammenhalt der Bauteile. In letzterem Fall hat die Vrspannung nur geringfügige Auswirkungen auf die Bewegichkeit der aussenliegenden Bauteile.
Welche Auswirkungen die Spannung auf den Verschleiß der "GleitSCHEIBEN" hat ist fraglich (allerdings sind das die bei weitem kostengünstigsten Bauteile der Lagerung).
Nach meinem Verständniss dürfte die Vorspannung im Falle von Gleilagern auch in größeren Tolleranzbereichen aber keine direkten Auswirkungen auf die Lebensdauer der GleitLAGER und Achsen haben oder ? Zumindest nicht bei Bauteilen wie der unteren Schwinge bei denen die Flächen unbeweglich verbunden auf der Achse liegen. Im Falle der Streben können sich diese bei zu wenig "Vorspannung" natürlich verdrehen und das Lager noch ungleichmäßiger belasten als es sowieso schon der Fall ist.

Kann jemand diese Zusammenhänge genauer erklären

Der nächste Punkt ist das Fetten der Lager. Während bei Kugel\Nadellagern (aller Bauarten) tatsächlich die Lager in sich geschmiert und gefettet werden müssen hat das Fetten der Gleitlager doch einen etwas anderen Zweck .(?)
Das Fetten der Gleitlager hat doch nichts mit der Gleitfähigkeit der Achsen in den Lagern zu tun. Im Gegensatz zu Kugellagern dürfte die Wasserbeständigkeit von Kunsstoffgleitlagern doch unvergleichbar besser sein. Das Fetten schützt in dem Fall doch viel mehr die Achsen ,das Eindringen von Wasser in den Rahmen ,verbessert die Gleitfähigkeit der Bauteile gegenüber den GleitSCHEIBEN und verhindert das eindringen von Schmutz in die Zwischenräume.
Also alles in allem ist das doch nur sehr bedingt mit dem Fetten von Kugellagern zu vergleichen ?

Dann würden mich mal eine ganz sachliche einfache Gegenüberstellung der Vor und Nachteile verschiedener Lagerungen interessieren.
Im Gegensatz zu der manchmal angesprochenen Wasseraufnahmefähigkeit der Kunstoffgleitlager sollte die Resistenz gegen Wasser bei Gleitlagern doch sehr viel besser sein als bei Kugellagern ?

Im Vergleich zu Kugellagern müssten Gleilager über mehr Auflagefläche der Achsen verfügen was zu mehr Steifigkeit führt ?
Andererseits sollten ordentlich im Körper vorgespannte Indutrielager in sich trotz des geringen Umfangs der Kugeln aber über die gesammte aüssere Auflagefläche ähnlich "Steif" sein (solange kein Verschleiß vorliegt)?

Die Lager am Hinterbau werden bekannterweise ungleichmäßig belastet also nicht nur radial sondern (zunehmend) auch Axial (Drifts usw.)
Dikutiret wird aber vor allem die "ungleichmäßige radiale" Belastung durch Schläge\Stöße wobei sich das Lager\die Kugeln in keinem Fall komplett radial dreht.
Unter diesen Belastungen müssten alle Bauarten von Lagern leiden.
Bei Kugellagern sind es die Kugeln die ungleichmäßig belastet werden und durch die hohe Festigkeit des Stahls eventuell
die Lagersitze (aus Aluminium)
Im Falle von Gleitlagern handelt es sich um ein weicheres Material auf welches die Kraft der Achse weitflächiger verteilt wird als auf die Kugeln und Laufflächen.
Aber wie verhält sich ein so relativ weiches Material der Gleitlager wenn es ständig einseitig belastet wird ? Sicher werden die Lagersitze geschont aber Verschleist es tatsächlich nicht doch schneller als Kugen die sich wenigstens ein bischen drehen .Das Gleitlager dreht sich im Gegensatz zu Kugellagern überhaupt nicht also ändert weder kurzfristig\ geringfügig noch langfristig\weitgehend seine Position (so wie es die Kugeln im Kugellager tun).

Ich habe mich in einem anderen Thread schonmal mit dem Thema der Hinterbaulagerung beschäftigt
und habe meine Skepsis zu den relativ geringen Dimensionen der Lager fast aller auf dem Markt erhältlichen Fahrräder aus dem Bereich "Enduro" geäussert.
Dort wurde mir gesagt das Schrägkugellager aber zumindest Schrägrollenlager allerhöchstens Verwendung bei Steuersätzen fänden. Wenn man sich allerdings mal vor Augen führt was mit Rädern der "Trail , Allmountain , Enduro Kategorie so alles angestellt wird dann könnte man sich schon fragen weshalb sich die Lagerung und der Hinterbau in den Dimensonen
nicht viel stärker denen von Downhillbikes annährt?
Mit Schrägkugel\rollenlagern wird man axialen Belastungen schon mal ansatzweise gerecht aber es kommt doch auch auf die Dimensionen und die Gestaltung also die Versteifung der Hinterbauschwinge an sich an.

Ich verstehe nicht weshalb speziell Nicolai nicht einfach zwei Tretlager übereinander baut (durch pornöse Frästeile verbunden) und damit ein richtig fettes Hinterbaulager über das Tretlager einbaut (Schrägrollenlager) einen steifen joke haben sie ja mittlerweile allerdings sind viele Hinterbauten zusätzlich durch quertreben versteift ... (nicht so bei N.)

Für viele Fahrstile mögen meine Überlegungen ja sinnlos erscheinen aber die Bereiche enduro und downhill verschwimmen immer mehr ,es gibt immer neue Strecken und die Leute wollen mit einem seitlichen Drift auf dem Parkplatz den Trail beenden und dann das Hinterrad mit einem Schwung um 180° parallel zum Fahrradträger ihres Autos ausrichten. Es ist dann schon bedenklich wenn die Lager des Hinterbaus bis zum erlernen solcher Moves bereits drei mal getauscht werden mußten.
Mir ist bewusst das der Hinterbau sicher vor allem mit den "normalen" Belastungen auf ruppigen Trails zurecht kommen muß ... aber guckt man bei Youtube sieht man das sich Strecken und Fahrstile ändern. Dort bekommt man es von Könnern vor gemacht die einem nichts dazu sagen ob ein Fully zum erlernen von bestimmten Dingen nicht vielleicht zu anfällig ist usw. Auch die Hometrails werden mehr und mehr zu Downhillstrecken \ Lifte gibt es gleichzeitig aber meist keine ...
Ich dachte für solche Gegebenheiten speziell mit einem massiven Nicolai AM gut bedient zu sein aber das mit der Lagerung ist schon ein erheblicher Faktor an einem Fully und es scheint ja so zu sein das da einige Leute in ihren Erwartungen an die Möglichkeiten und Haltbarkeit enttäuscht werden ...

naja vielleicht hat noch jemand ein paar Gedanken und Erklärungen zum Thema?

Vielleicht hat mal jemand Lust alle diese Fragen (denn es handelt sich im Text meinerseits eher um Überlegungen, Fragen und Vermutungen als um fundierte Tatsachen) aufzuklären.

Und ausserdem ....
Kann mir vielleicht jemand einen Satz alte verbrauchte Gleitlager des Helius AM zukommen lassen ?
Ich würde gerne versuchen damit meine Lager auszupressen oder sie als Vorlage für ein Werkzeug hernehmen.

Danke
 
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codit

carpe diem
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Ich schreib jetzt nur zu den Gleitlagern!

1) Vorspannung Sinn und Zweck:
- verhindert axiales Spiel (das Spiel merkt man sehr deutlich wenn man die Vorspannung
länger nicht nachgestellt hat, die Gleitscheiben werden durch Abnutzung dünner)
- bei zu viel Vorspannung wird die Reibung zu groß, der Hinterbau geht fest
-radiales Spiel gibt es eigentlich nur, wenn die Gleitbuchsen deutlich verschlissen sind

2) Fett wo und wozu:
- Fett unter die Vorspanndeckel, so kann der Wassereintritt zwischen Achsen und Buchsen resuziert werden.
Das Kunststoffmaterial nimmt Wasser auf und erhöht dabei sein Volumen, d.h. mehr Reibung und
Verschleiß. Korrosion der Achsen spielt nach meiner Erfahrung eher keine Rolle.
- das Fett soll nicht zwischen Achsen und Lagerbuchsen, die Kunststoff-Gleitlager arbeiten ohne Fett in der
Theorie besser
- bei Ausbau der Umlenkhebel bzw. Zerlegen des Hinterbaus könnte man auf die Idee kommen, auch die
Gleitscheiben zu fetten. Pro: reduzierter Wassereintritt wenn die Vorspannung nicht mehr passt, Kontra:
Aufwand. Ich mach es nicht.

3) Verschleiß:
- nach 4 bis 5 Jahren mit sehr hoher Laufleistung sind die Gleitscheiben am Ende (zu dünn);
- Scheibenabnutzung am Umlenkhebel deutlich höher als am Horst Link und Hauptlager
- merkbaren Verschleiß der Kunststofflager konnte ich bisher nur am Umlenkhebel beobachten
- Achsen sind dann noch o.k. (keine Korrosion), haben nur einige Einflaufspuren
- wenn die Vorspannung öfter mal nicht gepasst hat, verschleißen Gleitscheiben und Lager natürlich deutlich
schneller
- meine Empfehlung: Gleitscheiben am Umlenkhebel öfter mal erneuern (alle 2 bis 3 Jahre bei hoher
Laufleistung)

4) Vorspannung kontrollieren/nachstellen:
- regelmäßig , ich mach das 3 mal pro Saison
- das richtige Vorspannmoment ist Erfahrungssache
(meine Erfahrung: AC: Umlenkhebel 2Nm, Horstlink 2.5Nm, Hauptlager 3Nm
RC: Umlenkhebel 1Nm, Horstlink 2Nm, Hauptlager 2Nm)
- Achtung: vorher die Konterung durch die Madenschrauben lösen!!! (hab schon von mehreren Leuten gehört, die das vergessen haben)
- neues Fett (PM600) unter die Vorspanndeckel mach ich einmal pro Jahr
 
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danke für die Antwort.

Du hast etwas angesprochen das ich bereits vermutet habe nämlich die Rolle den die Gleit\Anlaufscheiben im unteren Bereich des Umlenkhebels spielen. Wenn diese Scheiben dünner werden stimmt der Abstand zwischen den Teilen des Umlenkhebels nicht mehr mit dem Abstand der "Dämpferaufnahmeachse" über ein. Das könnte zu falscher Spannung und in Folge zu Fehlstellung und Auswirkungen auf die Lager selber führen.

Tatsächlich hatte ich den Dämpfer ausgebaut um die Feder zu wechseln. Da ich keinen Drehmomentschlüssel habe hatte ich die "Vorspannung" von den unteren Lagern des Umlenkhebels nach Gefühl relativ fest eingestellt (so das sich der "Abstandshalter" nur sehr sehr schwer drehen ließ. Eventuell haben tatsächlich die Anlaufscheiben gelitten.
Ich habe die Vorspannschrauben komplett entfernt und das Spiel überprüft und auch dabei hatte die rechte Seite\Strebe sehr viel mehr Spiel als die linke. Jetzt habe ich den Abstandshalter inclusive der Anlaufscheiben einige male gedreht und in eine andere Position gebracht. Jetzt habe ich die Vorspannschrauben wieder sehr fest angezogen und das Spiel hat sich deutlich verringert (aber nicht komplett erledigt) .Es könnte tatsächlich an den Anlaufscheiben liegen. Allerdings muß auch noch was anderes faul sein denn die Strebe verdreht\e sich so sehr das auch etwas am Lager verschlissen sein muß.

Abgesehen davon das mir die Lagerung von Hinterbauten schon länger beschftigt ist mir der Fehler dadurch aufgefallen das ich Übungen zum Hinterradversetzen gemacht habe . Dabei komme ich oft schräg mit dem Hinterrad auf was mir schon Sorgen macht. Tatsächlich bin ich aber bereits eine Halbe Stunde gefahren und als ich einen Wheele machen wollte habe ich um nicht umzukippen in relativer Schräglage die Hinterradbremse gezogen und genau in diesem Moment hat die Hinterradbremscheibe alleine durch die Bremsung einen heftigen Schlag bekommen. Die Scheibe war auch wirklich nur über ungefähr 2cm verzogen also genau dort wo die Bremse zugegriffen hatte. Bei der Fehlersuche ist mir dann das Spiel am Lager der Hinterbaustrebe aufgefallen . Die einzige Erklärung die mir dazu einfällt ist das sich das Rad genau in dem Moment in dem die Bremse zugegriffen hat sich verdreht haben muß um sich auf genau den 2cm der Bremsbeläge zu verbiegen.
Ob und wie genau das mit dem Lagerspiel zu tun hat weiß ich nicht es ist aber ziemlich zur gleichen Zeit aufgetreten denn nachdem mir jemand mehrfach ganz offensichtlich an Straßenrädern herum manipuliert hatte überprüfe ich die Dinge wirklich ungewöhnlich (krankhaft) oft.

Jetzt werde ich es erstmal mit neuen Anlaufscheiben und eventuell Lagern im unteren Bereich des Umlenkhebels versuchen das Problem zu lösen.
 
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....
Abgesehen davon das mir die Lagerung von Hinterbauten schon länger beschftigt ist mir der Fehler dadurch aufgefallen das ich Übungen zum Hinterradversetzen gemacht habe . Dabei komme ich oft schräg mit dem Hinterrad auf was mir schon Sorgen macht. Tatsächlich bin ich aber bereits eine Halbe Stunde gefahren und als ich einen Wheele machen wollte habe ich um nicht umzukippen in relativer Schräglage die Hinterradbremse gezogen und genau in diesem Moment hat die Hinterradbremscheibe alleine durch die Bremsung einen heftigen Schlag bekommen. Die Scheibe war auch wirklich nur über ungefähr 2cm verzogen also genau dort wo die Bremse zugegriffen hatte. Bei der Fehlersuche ist mir dann das Spiel am Lager der Hinterbaustrebe aufgefallen . Die einzige Erklärung die mir dazu einfällt ist das sich das Rad genau in dem Moment in dem die Bremse zugegriffen hat sich verdreht haben muß um sich auf genau den 2cm der Bremsbeläge zu verbiegen. ....

Da verstehe ich dich nicht.

Zwischen der HR Achse (mit der Nabe und angeschraubter Bremsscheibe) und dem Bremssattel, befindet sich kein Gelenk. Folglich kann ein Spiel in den Lagern (z.B. Lagerung Horst Link) kein Versatz zwischen Bremsscheibe und Bremssattel verursachen.
Was du oben beschrieben hast kann meiner Meinung nach nur durch eine nicht richtig festgeschraubte Bremsscheibe, Bremssattel oder durch eine nicht fest genug eingespanntes / eingebautes hinteres Laufrad passieren.

Gruß
Ingo
 
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Ich bin mir ja auch nicht sicher ob es zusammenhängt. Allerdings ist der Hinterbau von Haus aus relativ "weich" das heißt er verwindet sich leicht ,wahrscheinlich auf grund der langen "Druckstreben" (ohne Querverstrebung) und dem nicht besonders versteiften Umlenkhebel der älteren Modelle die aus zwei Hälften bestehen.
Da die linke Strebe nun zusätzlich noch Spiel im Lager aufweist verwindet sich der Hinterbau noch stärker und dadurch stellt sich das Rad schon ziemlich quer zur rechten Hinterbauseite.
Ich habe ja erwähnt das ich vorher das Hinterradversetzen geübt habe . Damit meine ich das drehen des Rades um (möglichst) 180° im Flachland. Und dabei wirken wenn man einen Fehler macht schon starke seitliche Kräfte auf den Hinterbau. Bei Hardtails macht man sich damit gerne die Räder kaputt (wie die Könner bei einem Flair) aus diesem Grund und weil ich mir über die Beschaffenheit des Hinterbaus bewusst bin ,bin ich schon sehr vorsichtig wenn ich sowas mache und versuche Fehler schnell abzufangen ... trotzdem vermute ich einen Zusammenhang.

Was die Steifigkeit des Hinterbaus (von Haus aus) bestrifft muß man allerdings sagen das der Hinterbau vieler anderer Hersteller auch nicht viel steifer ist. Ich habe das in einigen Geschäften und vielen Modellen verglichen.
Zwar haben viele einen steiferen Umlenkhebel (ich denke das macht viel aus) und oft sind die Druckstreben auch zusätzlich querversteift. Trotzdem lassen sich die meisten Hinterbauten aus dem Bereich "Enduro" leicht per Hand am Rad "verwinden".
Bei Downhillbikes sind die Hinterbauten und die Lagerung anders dimensioniert und viel steifer.
Das hat ja nichts mit der Geometrie (Lenk\sitzwinkel etc.) zu tun sondern damit welche Beanspruchung man (speziell am Hinterbau) vermutet.
Und genau in diesem Punkt verschwimmen Enduro und Downhill (so wie ich es wahrnehme) immer mehr .
Also eine noch bergauf fähige Geometrie mit der Lagerung und Hinterbaudimensionen eines Downhillers fände ich nicht ganz unsinnig.

Aber gut wir sind ja mittlerweile im Zeitalter der Schrägkugellager angelangt ich denke halt die Größe dieser sowie die Steifigkeit durch Querstreben und steife Umlenkhebel spielen eine ebenso große Rolle.
Und leider habe ich nunmal ein älteres Modell bei dem der Umlenkhebel eine "Schwachstelle" zu sein scheint. (und das nicht weil sie zum Bruch neigt sondern weil sie nicht viel Steifigkeit bietet erst recht nicht wenn Lager oder Anlaufscheiben verschlissen sind.
 
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sorry nur um nochmal was klar zu stellen und um mir meine letzten Reste meines Verstandes zu bewahren ...

Ich habe oben die Steifigkeit des "Jokes" erwähnt ... es muß natürlich yoke heißen . Ausserdem dachte ich das damit auch ein einteiliger Umlenkhebel bezeichnet wird. Tatsächlich ist der yoke aber nur eine Verlängerung des Dämpfers (bei N nicht vorhanden) . Trotzdem glaube ich mit meiner Überlegung nicht ganz falsch zu liegen denn nicht nur ein einteiliger Umlenkhebel führt zu mehr Steifigkeit ,auch die Verwendung eines yokes kann die Länge der Hinterbaustreben verkürzen. Diese werden dann früher vom Umlenkhebel gestützt und damit steifer ... mit einer Querverstrebung kurz über dem Rad wird der Hinterbau dann nochmal steifer ... naja egal erstmal ...

Desweiteren habe ich, als es um den "pseudo"180° ging , von "Flair" gesprochen ...
... es muß aber "flare" heißen.
Ich meine damit das was der Fabolous Wibmer immer macht und dabei sein Hinterrad schrottet.
Genau darum ging es mir ja ... mir ist selbst mal ein Hinterrad weggeknickt als ich schräg aufgekommen bin und ich habe auch schon selbst gesehen wie jemandem das Mountainbikehinterrad bei einem pseudo180 umgeknickt ist.
Im Falle der Hinterbauten von Fullys , in meinem Fall speziell dem Helius AM , mache ich mir eben sorgen das dort nicht zuerst das Hinterrad sondern gleich der ganze Hinterbau und die Lager drauf gehen.

Und so ist es mir ja auch (fast) passiert.
Oben wurde angebracht es müsse sich um eine lose Bremse oder eine lose Bremsscheibe gehandelt haben. Ich kann aber zu 100% bestätigen das dies nicht die Uhrsache für den Defekt war ich habe es genau überprüft . Ebenso hatte ich keinen Kontakt mit dem Fuß oder dem Boden.
Ich kann sogar einräumen das ich vor dieser Fahrt das Rad auf der linken Seite liegen hatte um die Feder der Gabel aus zu tauschen (hatte keine Lust Öl nach zu füllen) und auch dabei war ich mir um die Bremsscheiben sehr bewusst und habe alles mit weichen Kissen unterfüttert ... auch das war nicht der Grund ! Ich bin danach mindestens 500m gefahren habe eine halbe Stunde Übungen gemacht und nichts hat an der Bremsscheibe geschliffen.

Das kam auf einen Schlag während des Bremsens in Schräglage und dabei muß sich der Hinterbau verwunden haben.
Für mich gibt es keine andere Erklärung ... wie bereits gesagt ist mir im Zuge dessen das Lagerspiel aufgefallen.


Jetzt hätte ich aber nochmal eine Frage an die Leute hier im Nicolai Forum.

Es ist ja so das Nicolai wohl einen Mindestbestellwert hat.
Ich brauche aber eigentlich nur 2 neue Gleitlager und 4 Anlaufscheiben.
Ich würde ja gerne auch das Werkzeug zum einpressen mit bestellen aber mir ist aufgefallen das diese Werkzeuge von Nicolai wohl eher zum einschlagen als zum einpressen gedacht sind. So möchte ich eigentlich nicht unbedingt vorgehen und das Werkzeug kann ich mir durchaus auch selber bauen.
Jetzt nochmal die Frage falls ich den Bestellwert nicht zusammen bekomme :

Kann ich für das Helius AM auch die Iglidur Gleitlager M250 (15\21\10) verwenden ? (diese sind halt 1,7mm schmaler als die von Nicolai aber ich kann mir nicht vorstellen das dies viel ausmacht)

Und kann ich die Iglidur G (15\24\1,5) Anlaufscheiben verwenden ? Diese sind 1,5mm dick ist das die korrekte Stärke?

Oder hat hier zufällig jemand größere Mengen solcher Lager und Scheiben bestellt und möchte welche verkaufen?

Es ist ja nicht so das ich nicht bei Nicolai kaufen möchte aber es sind ja erstmal wirklich nur kleinstteile nötig denn ich will vor allem auf Nummer sicher gehen das durch das eine Lager nicht die anderen Lager und Achsen mit verschleißen. Falls ich eine Achse brauche werde ich diese dann natürlich bei Nicolai bestellen.

(Übrigens - nur um das nochmal klar zu stellen : das Rad wurde eine Zeit lang von einer hundert Kilogramm Person gefahren ...also der von mir angesprochene Verschleiß hat nicht nur mit den von mir gefahrenen 200Km und dem Hinterradkram zu tun ... so schlecht sind die Lager sicher nicht )

Das was mit dem Hinterrad passiert ist vergesse ich jetzt einfach erstmal ... 180s aber in Zukunft besser mit dem BMX üben (und bei dem pseudokram besser aufpassen - Hinterrad ist ja auch nicht billiger als die Lager ... naja aber billiger als ein Hinterbau wahrscheinlich schon) wie dem auch sei ...
 
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Tut mir bissl Leid, dass Du hier so krasse Texte postest und recht wenig Feedback zum Thema kommt.
Deshalb ein subjektiver Tipp von mir: Fass Dich kürzer.
Ich hab nicht einmal deinen ersten Post geschafft durchzuackern.

Nichts für Ungut und hoffentlich noch viel Erleuchtung beim Thema.
 

RockAddict

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Tut mir bissl Leid, dass Du hier so krasse Texte postest und recht wenig Feedback zum Thema kommt.
Deshalb ein subjektiver Tipp von mir: Fass Dich kürzer.
Ich hab nicht einmal deinen ersten Post geschafft durchzuackern.

Nichts für Ungut und hoffentlich noch viel Erleuchtung beim Thema.
Dachte schon ich wäre der einzige lesefaule hier :D

Kleiner Tipp:
Auf Reddit gibt es unter einem Ellen langen Text immer ein TL: DR (Too long: Didn't Read / Zu Lang:Habs net gelesen)
mit einer kurzen Zusammenfassung in ein paar Sätzen.
Wäre hier auch nicht verkehrt gewesen.
 
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