Hoffa-Kastert-Syndrom (Knie)

Dabei seit
16. April 2013
Punkte für Reaktionen
1.558
Ich habe jetzt seit einigen Monaten Probleme mit dem linken Knie was zunächst nach Fehldiagnose nun wohl richtig diagnostiziert wurde.

Da man im Netz generell sehr wenig Leidensgenossen findet erstelle ich den Thread in der Hoffnung auf Erfahrungsaustausch.
Vielleicht ist/war wer betroffen oder kennt jemanden der berichten kann!


Das Hoffa-Kastert-Syndrom entsteht durch eine Schädigung oder dauerhafte Überreizung des Hoffa-Fettkörpers.
Ursachen: z.b Sturz, chronische Reizung durch Überlastung oder auch eine andere Verletzung im Knie oder eine Knie-OP die das Hoffa-Syndrom zur Folge hat.


Was es bei mir jetzt ausgelöst ist kann ich nicht sagen.
Zum einen war ich 6 Wochen vor dem Auftreten von Symptomen auf das Knie gefallen (aber wirklich nicht schlimm) zum anderen war ich mit meinem Zweitrad für 3 Monate unterwegs und habe nicht bemerkt, dass die Sattelstütze über die Monate um 10-11mm abgesackt war. Das kombiniert mit einem größeren Kettenblatt als üblich.
Eins der beiden wird Auslöser gewesen sein. Das ist jetzt etwas über 4 Monate her.
Aufgetreten war es sehr plötzlich in einem Gegenanstieg im Trail (niedrige TF/hohe Last)

War dann weil ich direkt gemerkt habe, das fühlt sich nicht an wie einfach mal überlastet recht schnell in 10 Tagen beim Doc gewesen.


Der Sportmediziner hatte das Problem jedoch erst als Patellaspitzensyndrom diagnostiziert, Entzündungshemmer verschrieben und explizit Rad fahren in vollen Umfang freigegeben (hohe TF).
Da sich das merkwürdig angefühlt hatte war ich zwar noch etwas Rad gefahren (nur noch flach mit dem MTB auf Asphalt), jedoch mit massiv geringeren Umfang und dazu komplett ohne Last.
Keine Verbesserung.

Daraufhin nach Überlegung 2x Prednisolon injeziert bekommen. Ist eine Art von Kortison.
Keine Verbesserung, Rad fahren war weiterhin explizit freigegeben, habe es weiter eingeschränkt (als Rad fahren konnte man das was ich gemacht hab nun nicht mehr wirklich bezeichnen) und dann komplett bleiben lassen.
Die Empfehlung weiter Rad zu fahren hab ich zu dem Zeitpunkt nie komplett hinterfragt, da aber Bewegung den Nährstoffaustausch in Sehnengewebe fördert hab ich die Empfehlung nun nicht als komplett Hanebüchen erachtet.

Gleichzeitig in der Annahme des Patellaspitzensyndroms viel mit der Black-Roll gearbeitet, gedehnt, exzentrisches Krafttraining, Stablisationsübungen, jedoch ohne Verbesserung. Auch kein Wunder.... wenn es gar nicht an der Patella liegt.
Bezüglich Hoffa-Kastert-Syndrom war das sicherlich alles nicht produktiv, ggf sogar eher Nachteilig.

Bis zu dem Zeitpunkt war der Doc der sicheren Meinung er könne es nur mit Röntgen und Diagnose in der Praxis richtig diagnostizieren.
Das MRT zeigte dann eine Entzündung des Hoffa-Fettkörpers. Mit der Patellasehne ist alles völlig in Ordnung.
Sichtbare Schwellung gibt es nicht, diffuse zunehmende Schmerzen bei Belastung (kein Anlaufschmerz) und unklares Druckgefühl. Beweglichkeit jedoch (noch?) nicht eingeschränkt.

Das MRT ist jetzt etwa 6 Wochen her.
Gute Nachricht laut Doc vor 5 Wochen: Keine OP notwendig.
Seit 9 Wochen kein Rad mehr gefahren.

Behandlung des Docs; wieder Spritze (da ließt man im Netz auch gegenteiliges...), Aktivitäten die Schmerzen verursachen vermeiden.
Natürlich war die Spritze komplett wirkungslos. Der Zustand verbessert sich auch ohne Belastung nicht.
Über die letzten 9 Wochen hat es sich eher verschlechtert.

Die Symptome verschwinden zwar bei Schonung generell fast komplett, der Alltag ist daher erträglich aber selbst einfache Aktivitäten wie 1km spazieren gehen oder 20 Schritte bergab durch den Garten gehen verursachen Schmerzen die zum Teil bis zu 2-3 Tage anhalten können und auch Ruheschmerzen sind dann ein Thema, teilweise sogar schon mit Schlafproblemen. Auto fahren ist mitunter problematisch (Schaltwagen)

Jetzt habe ich morgen wieder einen Arzttermin.
Ob der absoluten Wirkungslosigkeit aller bisheringen Spritzen werde ich dazu auf jeden Fall nicht mehr zustimmen.

Andererseits ist es einfach frustrierend, wenn sich jetzt seit knapp 2.5 Monaten komplett ohne Rad am Zustand überhaupt keine Tendenz ergibt auf die man Bauen kann.
Wenn sich das weiterhin so zieht wird es befürchte ich auf ne Arthroskopie hinaus laufen. Will man das mit 23?



Würde mich freuen wenn jemand über eigene Erfahrungen berichten kann.
Vor allem auch was Verlauf und Behandlung angeht. Und seien es lediglich Ansätze!

Sportliche Grüße :)
 
Dabei seit
23. Mai 2007
Punkte für Reaktionen
461
Standort
Regensburg
ohne dein Problem persönlich genauer zu kennen: mit der Ernährung schon gespielt? Wie sind die Blutwerte? bei Lokalen Problemen ist evtl ACP auch etwas? Gelenke sind auch immer schlecht durchblutet. OPC? DSMO? schon ausprobiert oder sind bekannt? andere Entzündungshemmer (zB Kurkuma +DSMO), ... usw - nur mal als Stichworte
 
Dabei seit
16. April 2013
Punkte für Reaktionen
1.558
Es ist ja der Hoffa-Fettkörper betroffen. Der wird im Gegensatz zu Sehnengewebe stark durchblutet.
Gleichzeitig senkt eine Resektion des Hoffa-Fettkörpers die Durchblutung der Patellasehne was das Thema OP zumindest in meinen Augen... ungünstig macht.

Der konkrete MRT-Befund ist
"Reizzustand des infraoatellaren Hoffa-Fettkörpers sowie des Sehnenansatzes des ligamentum patellae, diskretes Ödem im infrapatellaren Hoffa'schen Fettkörper"

Die Beschwerden die ich dabei habe sind aber die letzten Monate allesamt vom Hoffa-Fettkörper.


Die Blutwerte sind normal. Wobei man ja am Blut oft erst was sieht wenn man schon halb tot ist :D
Ernährung ist halt 0815, weder besonders gesund noch besonders ungesund.
Teilweise halt stark eingeschränkt wegen diversen Unverträglichkeiten.
Ausprobiert habe ich diesbezüglich bisher aber nichts.


DMSO sagt mir auf jeden Fall was, OPC jetzt nicht. Kurkuma auch nicht.
Es wäre natürlich ein Strohhalm an den man sich klammern könnte.
Aber wenn selbst 3x Cortison komplett wirkungslos verpufft (und die Spritzen sind ja meist schon ziemliche Bomben) weiß ich nicht, ob das dann plötzlich der Durchbruch ist.
Man müsste der Sache dann sicherlich 2-3 Monate geben.
Wenn es aber so viel hilft wie Cortison steht man halt wieder am Anfang und die Zeit ist weg.
Ich werde mich da aber am Wochenende aber auf jeden Fall mal mit Literaur beschäftigen!
Danke für den Hinweis! :)



Zum Arzttermin heute:
Da die Spritze keine Wirkung gezeigt hat gab es keine Weitere. Der Ratschlag lautet OP.
Morgen früh habe ich kurzfristig einen Termin beim Chirurgen zur Besprechung.
Bin gerade dabei mir zu überlegen was ich ihn unbedingt fragen muss damit ich nix vergesse.

Bin jetzt nicht wirklich Pro-OP und werde mir vorher noch eine Zweitmeinung holen.
 
Dabei seit
16. April 2013
Punkte für Reaktionen
1.558
Zwei Möglichkeiten lt. Chirurg

a)
Nochmal mit Entzündungshemmern arbeiten und mindestens bis nächstes Jahr warten ob eine positive Tendenz erkennbar ist. Schnelle Lösungen sind konservativ nicht möglich.
Das heißt, es müsste jetzt irgendwas plötzlich anders laufen als bisher. Vielleicht zurück zu Beitrag #2

Es noch weiter konservativ zu versuchen würde er Leuten empfehlen die sich prinzipiell wenig bewegen und keinen Sport machen, die es dadurch auch wenig belastet. Jetzt wäre ja eh Winter.

Auf meine Anmerkung wie viel Sport ich normalerweise machen würde wenn ich könnte kam lediglich ein entgeisterter Blick :lol: Draußen? Bei dem Wetter?


b)
OP. Angeblich nach 2 Wochen wieder Alltagstauglich und nach 6-8 Wochen wieder ohne Einschränkungen Rad fahren. Vorausgesetzt alles würde nach Plan laufen.


Das blöde ist halt, wenn man a) wählt kann man gedanklich sicherlich schon nen Haken an 2021 machen und sollte besser ans 2022 denken.
Und b).... jede OP hat Risiken. Muss ich denke ich keinem erzählen.


Der körperliche Verfall ist halt schon Krass. Nach Monaten mit 200-400 Schritten am Tag komm ich mir schon vor wie diese dicken Gamer-Kinder die nach jeder Treppe nen Erstickungsanfall haben.



Das eigentliche Problem and er ganzen Geschichte ist halt die Reizung und Entzündung.
Und dadurch, dass der Fettkörper durch die Entzündung anschwillt und gequetscht wird wird er halt bei jeder Bewegung die man macht schlichtweg weiter gereizt. Genau darum ist das auch so langwierig.
Bei der OP würde nur ein Teil des Fettkörpers entfernt werden um den Druck wegzunehmen.
 
Zuletzt bearbeitet:

DerHackbart

l'enfer c'est les autres
Dabei seit
8. August 2016
Punkte für Reaktionen
5.148
Standort
Bietigheim-Bissingen
Ich kann zwar zur Behandlung Nichts beitragen, aber zumindest mitfühlen.

Ich bin jetzt seit Februar komplett sportlos und bewegungseingeschränkt. Der von dir angesprochene körperliche Verfall ist übel.

Mein eigentliches Problem ist zwischenzeitlich behoben aber jetzt habe ich Probleme aufgrund des Muskelabbaus in der bewegungsarmen Zeit.

Von daher kann mein Tipp nur lauten, mach unbedingt so viel du kannst um nicht zu sehr abzubauen.
 
Dabei seit
7. August 2013
Punkte für Reaktionen
1.139
Standort
Haltern am See
Zwei Möglichkeiten lt. Chirurg

a)
Nochmal mit Entzündungshemmern arbeiten und mindestens bis nächstes Jahr warten ob eine positive Tendenz erkennbar ist. Schnelle Lösungen sind konservativ nicht möglich.
Das heißt, es müsste jetzt irgendwas plötzlich anders laufen als bisher. Vielleicht zurück zu Beitrag #2

Es noch weiter konservativ zu versuchen würde er Leuten empfehlen die sich prinzipiell wenig bewegen und keinen Sport machen, die es dadurch auch wenig belastet. Jetzt wäre ja eh Winter.

Auf meine Anmerkung wie viel Sport ich normalerweise machen würde wenn ich könnte kam lediglich ein entgeisterter Blick :lol: Draußen? Bei dem Wetter?


b)
OP. Angeblich nach 2 Wochen wieder Alltagstauglich und nach 6-8 Wochen wieder ohne Einschränkungen Rad fahren. Vorausgesetzt alles würde nach Plan laufen.


Das blöde ist halt, wenn man a) wählt kann man gedanklich sicherlich schon nen Haken an 2021 machen und sollte besser ans 2022 denken.
Und b).... jede OP hat Risiken. Muss ich denke ich keinem erzählen.


Der körperliche Verfall ist halt schon Krass. Nach Monaten mit 200-400 Schritten am Tag komm ich mir schon vor wie diese dicken Gamer-Kinder die nach jeder Treppe nen Erstickungsanfall haben.



Das eigentliche Problem and er ganzen Geschichte ist halt die Reizung und Entzündung.
Und dadurch, dass der Fettkörper durch die Entzündung anschwillt und gequetscht wird wird er halt bei jeder Bewegung die man macht schlichtweg weiter gereizt. Genau darum ist das auch so langwierig.
Bei der OP würde nur ein Teil des Fettkörpers entfernt werden um den Druck wegzunehmen.
Du weißt ja, dass ich nicht zu Esoterik neige, aber in deinem Fall würde ich mal zwei-drei Wochen Heilfasten ausprobieren. Meine Mutter litt extrem unter Rheuma -MTX, Prednisolon,...alles ohne Erfolg- und hat durch den Fastenstress anscheinend ihre Selbstheilung aktiviert bekommen. Einen Versuch wäre es zumindest wert. Du kasperst ja schon lange genug damit rum.
 
Oben