Konfiguration / Aufbau: Zerode Katipo / Taniwha

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Seit nunmehr 2 Jahren schleiche ich um die Getriebe-Bikes aus Neuseeland. Nun ist die Entscheidung gefallen und es soll für mich ein Katipo 475 sowie für meine Freundin ein Taniwha Mulét 445 werden, jeweils mit C1.12 Pinion. Am Montag folgt eine Testfahrt auf einem Katipo Trail, was für mich die Klarheit bringen soll, ob es die Trail- (140 mm) oder Enduro-Variante (160 mm) wird. Da die Bikes (verfügbarkeitsabhängig ...) frei konfigurierbar sind, stellen sich nun einige Fragen, die mich seit Wochen umtreiben. Bleibe ich jeweils bei den sofort verfügbaren Varianten, wäre mein Katipo sofort verfügbar, was die Sache natürlich umso spannender macht...

- Laufräder: Ab Werk wären Zerode Carbonfelgen mit Project 321 Naben (vermutlich die G2 Single Speed) konfiguriert. Gemäß Zerode sind die Felgen "geringfügig" schwerer (30-40g) als andere Carbonfelgen, was natürlich ein schwammiger Vergleich ist. Da Laufräder, in Ermangelung jeglicher Fähigkeit selbst etwas aufzubauen, definitiv die Teile des Bikes sind, die später am schwierigsten zu ändern / aufzuwerten sein werden, möchte ich hier die beste Entscheidung treffen. Das Budget spielt nicht die Hauptrolle, mehr die Anforderung: So leicht wie möglich, ohne Kompromisse bei der Robustheit einzugehen. Welche Ideen hättet ihr hierzu? Bisher habe ich Bike-Lädle und Laufrad-Tuning angeschrieben, aber noch kein Antwort erhalten.

- Fahrwerk: Sehr gerne hätte ich da "weniger-ist-mehr" praktiziert und vor allem auch an der Gabel einen Lockout gehabt, aber die Fox 34 (bzw. 36 falls ich Enduro wähle) Factory Kashima Grip2 und der Float-X (bzw. X2 bei Enduro) Factory Kashima sind gemäß Zerode die einzigen, für sie kurzfristig verfügbaren Optionen. Ich brauche definitiv kein derart komplex einstellbares Fahrwerk, da ich diesbezüglich keinen Drang habe, exzessive Einstell-Sessions zu investieren. Ein "Downgrade" auf den FIT4-Dämpfer an der Gabel würde aber einen Aufpreis bedeuten (OEM vs. extra für uns bestellt), das macht natürlich keinen Sinn. Ich tendiere also dazu, einfach dieses High-End Fox-Fahrwerk zu nehmen, obwohl es mir optisch nicht gefällt (Kashima) und auch funktional overdressed ist.

- Bremsen: Ab Werk wären es Magura MT5. Ich habe aber gelesen, dass diese Bremsen recht zickig zu entlüften sind, außerdem haben sie recht spezifische Bremsbeläge. Ich hätte gerne eine Bremse, die nicht digital brutal bremst, gut modulierbar ist, kein DOT verwendet, aber nicht allzu exotische Bremsbeläge benötigt. Traumkandidat wäre die Trickstuff Piccola HD, auf die muss man aber 18 Monate warten und der Hebel verträgt sich vermutlich nicht so gut mit dem Pinion Schaltgriff. Ich möchte gerne die Shimano Zee, welche sich im Bekanntenkreis stets bewährt hat und wofür man auch Bremsbeläge im Urlaub bekommen würde, falls man da mal etwas verpennt hat. Shimano scheint aber derzeit generell Mangelware zu sein. Ideen hierzu?

- Steuersatz: Zerode empfiehlt Cane Creek 40. "Besser" soll ja 110 sein. Denkt ihr der Aufpreis ist das hier wert oder handelt es sich um sehr gut vs. hervorragend?

- Kurbelarme: Zerode empfiehlt 170 mm, ich fahre bisher zufrieden 175 mm. Sollte ich da auf meinem Maß beharren? Es sollen die CNC Pinion Kurbelarme werden.

- Sattelstütze: Konfiguirert ist die BikeYoke Revive. Vermutlich passt die Längste mit 213 mm Hub. Ich frage mich jedoch, ob man dieses edle Teil überhaupt zuhause warten kann oder jedes Mal zum Service einschicken müsste. Dann würde ich eher eine OneUp wollen.

Ein paar Sätze zu mir und was ich mit dem Bike vorhabe:
Ich (183 cm, ca. 65-70kg fahrfertig) habe vor 4 Jahren auf einem Cube AMS 130 das Mountainbiken für mich entdeckt, bin dann auf ein Radon Swoop 170 umgestiegen und fahre aktuell ein Specialized S-Works Enduro 29" in Large (Reach 462 mm) von 2018 (Industry Nine Enduro 310 Carbon Pillar Laufräder, Rockshox Lyrik RCT3 160 mm, FOX Float-X2 Factory, OneUp V2 Sattelstütze 210 mm, Bremsen SRAM Guide RSC, SRAM Eagle XX1 Schaltung, derzeit Continental Der Baron 2.4 vorne, TrailKing 2.3 hinten). Ich liebe dieses Bike, es passt einfach perfekt, vor allem die Laufräder sind meiner Meinung nach zu einem großen Teil mitverantwortlich. Trotzdem möchte ich absolut keine Kassettenschaltung mehr warten, pflegen, einstellen oder auf das Schaltwerk aufpassen müssen.

Ich fahre mit dem Enduro primär lange Touren mit meist 1000 - 2000 Höhenmetern, gerne auch mit technischem Uphill auf Trails. Tragepassagen sind unbeliebt, kommen aber vor. Die Sommerurlaube sind generell Mountainbike-Urlaube, zuletzt auf Elba mit 7 Touren in 9 Tagen und insgesamt 10.000 Höhenmetern. Abwärts geht es zumeist auf mittelschweren Natur-Trails, richtig Spaß kommt aber bei mir auf, je steiniger und verblockter der Trail wird. Zu 90% bin ich demnach sicher auf einem etwas zu potenten Bike unterwegs, das mich auf langen Uphill-Passagen etwas ausbremst (dies nehme ich jedoch als sportliche Herausforderung).


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Der Kandidat, den es adäquat zu ersetzen gilt.

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Elba, Legend Cup (2000 Höhenmeter)

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Mit meinem Swoop (170 mm) habe ich auf der Albrecht-Route die Alpen überquert.

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Ich liebe Steingärten und den ein oder anderen Drop (links Vinschgau; rechts, Santa Cruz, Kalifornien)
 
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- Steuersatz: Zerode empfiehlt Cane Creek 40. "Besser" soll ja 110 sein. Denkt ihr der Aufpreis ist das hier wert oder handelt es sich um sehr gut vs. hervorragend?
Der 40er reicht dicke. Haben viele hier im Einsatz und läuft absolut problemlos. Also so wie du schreibst gut vs hervorragend.
- Kurbelarme: Zerode empfiehlt 170 mm, ich fahre bisher zufrieden 175 mm. Sollte ich da auf meinem Maß beharren? Es sollen die CNC Pinion Kurbelarme werden.
Da würde ich an deiner Stelle schauen, ob das Tretlager am neuen Rad tiefer ist als an den vorherigen, falls ja würde ich die 170mm nehmen. Ich bin selbst auch 183cm und auf allen Rädern auf 170mm umgestiegen, da ich das Mehr an Bodenfreiheit zu schätzen weiß. Von der Effizienz oder vom Treten merke ich keine großen Unterschied.
- Sattelstütze: Konfiguirert ist die BikeYoke Revive. Vermutlich passt die Längste mit 213 mm Hub. Ich frage mich jedoch, ob man dieses edle Teil überhaupt zuhause warten kann oder jedes Mal zum Service einschicken müsste. Dann würde ich eher eine OneUp wollen.
Die BikeYoke ist ein Traum und vor Allem mit den Videos und Anleitungen sehr gut und einfach wartbar. Im Vergleich zur OneUp ist auch die Bedienung (Kraft am Hebel) viel einfacher und sie fährt geschmeidiger ein/aus. Du bekommt für die BY auch alle Teile und der Support ist auch super. Klare Empfehlung dafür!
 
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fexbru, danke für die Antworten!

Wir haben gestern mit Zerode telefoniert und die ein oder andere Sache klären können:

- Wir tendieren weiterhin stark zur Trail-Variante, wegen der erwarteten Gewichts-Einsparung und weil das Bike sehr wahrscheinlich ausreichend potent bleibt (Ali: "Yeah, you can push the Katipo Trail pretty hard!")

- Laufräder: Nun gibt es endlich ein paar harte Fakten. Die Zerode Carbonfelge selbst wiegt 440 g. Die angepeilte Project 321 Hinterradnabe 270 g. Ein aufgebautes Zerode-Laufrad inkl. Felgenband und Ventil wiegt vorn 915 g und 1010 g hinten. Zerode selbst nennt die eigenen Felgen in einem Atemzug mit den Santa Cruz Reserve Felgen, sie haben keinerlei Bedenken bezüglich Robustheit. Heute werde ich mit Zarko von Laufrad-Tuning sprechen, ob es realistisch ist (sowohl bezüglich Kosten als auch Haltbarkeit), noch leichtere Laufräder aufzubauen.

- Fahrwerk: Nun kommt etwas Bewegung ins Thema. Seitens Zerode wird versucht, die Factory-Varianten kostenneutral gegen die schwarze Performance Elite zu tauschen. Vermutlich wird dies jedoch nur für die Gabel funktionieren. Bleibt also der Kashima-goldene Dämpfer. Alternativ käme ein Cane Creek Fahrwerk in Frage (Gabel Helm MkII Air 29", Dämpfer DB Kitsuma Air). Gemäß online Informationen wäre dann jedoch kein Gewichtsvorteil mehr zu erwarten (Fox 34 Grip2: 1862 g gem. MTB-News Test; CC Helm MkII: 2080 g gem. Hersteller; für die Dämpfer finde ich in den Katipo-spezifischen Einbaumaßen 230 mm / 60 mm Hub, keine Gewichtsangaben, ich schätze aber, dass es sich ähnlich wie bei den Gabeln verhalten wird, dass Fox leichter ist?). Das Cane Creek Fahrwerk wirkt eher wie eine Alternative für Fox 36 und X2 (160 mm). Da wir definitiv ein möglichst leichtes Bike aufbauen wollen, wird es wohl bei Fox bleiben.

- Bremsen: Die Shimano Zee scheint leider leider nicht mehr produziert zu werden. Da verfügbar, wird es jetzt die XT mit jeweils vier Kolben und 203 mm Scheiben. Alternativ wäre die Saint zu haben, da habe ich jedoch starke Bedenken bezüglich der Dosierbarkeit.

- Kurbelarme: Es werden die 170 mm CNC. Zerode basiert die Längen-Empfehlung hierauf: https://www.singletracks.com/mtb-gear/are-mtb-cranksets-too-long-for-a-lot-of-riders-they-might-be/

- Steuersatz: Zerode bestätigt hier die Meinung von fexbru. Somit wird es Cane Creek 40 werden.

- Sattelstütze: Es wird die BikeYoke Revive werden (Danke fexbru für die Zusatzinfos!). Am Montag werde ich dann am echten Objekt ausmessen können, ob die 213 mm Hub für mich in Kombination mit der doch recht stattlichen Sattelrohr-Länge kompatibel sind.

Bleibt also die Testfahrt am Montag abzuwarten, ob das Traumbike auch auf dem Trail den Erwartungen entspricht. Ausgestattet wäre es relativ ähnlich ( https://traildevils.ch/Bikes/Zerode-Katipo-2020-6ece86501233cc2f48a108d7a8cab575 ), bis auf vermutlich leichtere / hochwertigere Laufräder und Kette statt Riemen.
 
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Ich habe mir im letzten Sommer ein Katipo als Enduro aufgebaut und bin absolut begeistert. Aufgrund des individuellen Aufbaus hatte ich bei den Komponenten frei Wahl.

Zu deinen Fragen:
- Bei mir ist die Revive aktuell noch mit 160mm drin, der zylindrische Teil der Stütze ist dabei 70mm ausgezogen. 213mm hub sollten also mit etwas Reserve drin sein. Bin ebenfalls 183 groß, Sattel ist ein SQ Lab 60x Ergowave.

-Ich habe die 175mm Kurbeln genommen und bisher in keiner Situation den Wunsch nach kürzeren Kurbeln gehabt. Allerdings > Enduro, Tretlager somit höher...

-Laufräder sind ebenfalls individuell gebaut mit DT 240s Classic, hinten die Singlespeed Nabe und 32 Competition Race Speichen, vorne die 15x110 Nabe mit 28 competition Speichen, XM 481 Felgen. Der LRS kommt auf ~1800 Gramm.

-Der Cane Creek 40 tuts, wenn du das Rad auch bei Schlechtwetter bewegst, sehen die Cartdridge Einsätze nach einer gewissen Zeit vielleicht etwas eher gammelig aus als bei einem 110. Dann tauscht man schlimmstenfalls nach ein paar Jahren mal die Einsätze und gut is. Ich habe mich für einen Reset Flat Stack entschieden, der ist top, qualitativ und preislich dann etwa Niveau des CC110, wird zur Konfiguration vermutlich nicht zur Auswahl stehen...

- Ich hatte zuerst auch den Trail-Aufbau vor. Was mich dann letztlich dazu entschieden hat, war die Überlegung, dass den Unterschied ja nur Gabel und Dämpfer EBL machen. Dementsprechend gering auch nur die mögliche Gewichtseinsparung. Wenn ich vernünftige Reifen fahren will (Trail King vorne hinten bzw. aktuell Baron vorne, so wie du an deinem aktuellen Bike), dann wird es so oder so kein spritziges Trail Bike, also kann ich es auch gleich konsequent abfahrtsorientierter Aufbauen. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich bergauf damit jetzt langsamer bin, als mit anderen Bikes. Das kann aber auch daran liegen, dass ich mehr fahre, seitdem ich das Katipo habe... :D. Bergab ist es eine Wucht! Ich kann leider nicht genau sagen, was der fertige Aufbauwiegt, das kann ich für dich aber gerne noch in Erfahrung bringen.

- Ich fahre die MT7, bin damit Mega zufrieden. Beim Entlüften muss man sich strikt ans Handbuch halten, dann funktioniert die tadellos. Ist aber schon eher bissig, gerade jetzt für die Nasse und rutschige Jahreszeit ist sicher etwas Feingefühl gefragt.

- Ich wohne in Bielefeld, wenn du Bock hast, bist du zu einer Testfahrt gerne eingeladen. We gesagt habe ich ebenfalls 183 und wiege dabei so gute 70Kg.

Die Kombi-Pedale bitte wegdenken, die waren da nur für die erste Testfahrt dran ;)
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Gruß
Markus 👋
 
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Zu deinen Fragen:
- Bei mir ist die Revive aktuell noch mit 160mm drin, der zylindrische Teil der Stütze ist dabei 70mm ausgezogen. 213mm hub sollten also mit etwas Reserve drin sein. Bin ebenfalls 183 groß, Sattel ist ein SQ Lab 60x Ergowave.
Mittlerweile konnte ich ein 475 (L) Katipo Probe fahren und bestätigen: Die 213 mm Hub werden für mich kein Problem sein. Danke auch an dich für´s Nachmessen!

-Laufräder sind ebenfalls individuell gebaut mit DT 240s Classic, hinten die Singlespeed Nabe und 32 Competition Race Speichen, vorne die 15x110 Nabe mit 28 competition Speichen, XM 481 Felgen. Der LRS kommt auf ~1800 Gramm.
Musste der Laufradbauer:in das Katipo dafür sehen, um eine gerade Kettenlinie zu schaffen? Bei meiner Probefahrt habe ich am hinteren Ritzel des Katipo Spacer gesehen. Für meinen Riemen wird ein gerader Lauf noch wichtiger, deshalb frage ich mich, ob ein Laufradaufbau ohne Fahrrad vor Ort überhaupt möglich / sinnvoll ist?
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Bezüglich Laufrädern hatte ich ein aufschlussreiches Telefonat mit Zarko von Laufrad-Tuning. Er ist der Überzeugung leichtere Laufräder (im Vergleich zu den Zerode eigenen) bauen zu können, ohne wesentliche Kompromisse bei der Robustheit eingehen zu müssen (da hilft sicher auch, dass ich nicht allzu schwer bin). Somit werde ich ihm die Project 321 Naben zusenden und er die Laufräder mit Nextie-Felgen aufbauen.

- Ich hatte zuerst auch den Trail-Aufbau vor. Was mich dann letztlich dazu entschieden hat, war die Überlegung, dass den Unterschied ja nur Gabel und Dämpfer EBL machen. Dementsprechend gering auch nur die mögliche Gewichtseinsparung. Wenn ich vernünftige Reifen fahren will (Trail King vorne hinten bzw. aktuell Baron vorne, so wie du an deinem aktuellen Bike), dann wird es so oder so kein spritziges Trail Bike, also kann ich es auch gleich konsequent abfahrtsorientierter Aufbauen. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich bergauf damit jetzt langsamer bin, als mit anderen Bikes. Das kann aber auch daran liegen, dass ich mehr fahre, seitdem ich das Katipo habe... :D. Bergab ist es eine Wucht! Ich kann leider nicht genau sagen, was der fertige Aufbauwiegt, das kann ich für dich aber gerne noch in Erfahrung bringen.
Ein "spritziges Trailbike" kann nicht das Ziel sein, das ist mir bewusst. Aber behäbig soll es nicht wirken. Bezüglich Gewichtseinsparung hat meine bisherige Recherche ergeben, dass alleine bei der Gabel 140 mm vs. 160 mm einen Unterschied von ca. 300 - 400 g macht. Beim Dämpfer ist der Gewichtsunterschied nicht ganz so einfach in Erfahrung zu bringen, aber insgesamt gehe ich bei Dämpfer + Gabel von einem Gewichtsvorteil von mind. 500 - 600 g aus (lasse mich aber gerne eines Besseren belehren / beraten). Somit könnte ich quasi "gratis" die kleine Fidlock-Flasche mitnehmen. Ich habe dafür primär das FOX Fahrwerk in Betracht gezogen, weil es der "Standard" bei Zerode wäre. Aber vielleicht gibt es ein potenteres, vergleichbar leichtes Fahrwerk? (Die Intend Hero Gabel wäre eine Möglichkeit, ist aber sehr teuer und mir ist unklar, wie ich mein Gesicht vor fliegendem Waldboden schützen soll :) Dein DT SWISS Fahrwerk fände ich schon alleine deshalb spannend, weil es etwas anderes, als das ewige FOX- / RockShox-Einerlei ist. Aber es ist leider zu schwer.

- Ich fahre die MT7, bin damit Mega zufrieden. Beim Entlüften muss man sich strikt ans Handbuch halten, dann funktioniert die tadellos. Ist aber schon eher bissig, gerade jetzt für die Nasse und rutschige Jahreszeit ist sicher etwas Feingefühl gefragt.
Das Testbike hatte eine XT verbaut und ich war positiv überrascht. Dabei werde ich wohl erstmal bleiben, schon alleine weil im Zerode-Lager eine herrenlose XT herumliegt.

- Ich wohne in Bielefeld, wenn du Bock hast, bist du zu einer Testfahrt gerne eingeladen. We gesagt habe ich ebenfalls 183 und wiege dabei so gute 70Kg.
Danke für dein Angebot! Aber glücklicherweise durfte ich bereits heimatnah probefahren :)


Noch ein paar Eindrücke meiner Probefahrt gestern:
Ich fühle mich bestätigt, dass so viel Gewicht eingespart werden möchte, wie praktikabel möglich, denn das Katipo hat sich doch einen Hauch schwergewichtig angefühlt. Es wollte einfach nicht so spielerisch in die Luft, wie ich das an meinem Enduro liebe (natürlich sicher auch etwas, woran man sich schnell gewöhnen würde). Da aber eine FOX 36 GRIP2 verbaut war, sehe ich sowohl hier als auch bei den Laufrädern durchaus Spar-Potenzial. Ansonsten war das Fahrgefühl schwierig einzuschätzen. Da ich dem netten Besitzer natürlich das Fahrwerk-Setup nicht durcheinander bringen wollte, waren Gabel und Dämpfer für mein Gewicht viel zu stramm. Das hatte den Vorteil, dass es bergauf deutlich effizienter ging als auf meinem Enduro. Technische, steile Passagen über grosse Wurzeln überkletterte das Katipo unter mir ähnlich souverän, mit dem ein oder anderen Pedal-Bodenkontakt. Ich denke hier müsste ich mich noch an den größeren Pedal-Leerweg gewöhnen, dann wäre das vermutlich kein Problem mehr.

Was mich jedoch völlig überzeugt hat: Das Pinion-Getriebe! Was habe ich online alles gelesen, von inakzeptablem Effizienzverlust über ständige Geräuschkulisse bis hin zu inpraktikablem Schaltverhalten... Für mich trifft keiner der gängigen Vorbehalte zu: Schalten war absolut intuitiv. Meine SRAM Eagle XX1 entlaste ich genauso für jeden Schaltvorgang, mit dem Pinion erfolgt der Gangwechsel hingegen sofort. Einfach nur großartig auf dem Trail, egal ob bergab oder -auf. Und mit dem Gripshifter mal eben unzählige Gänge auf einmal zu schalten, ohne kurbeln zu müssen, genial. Ich konnte ad hoc Passagen des Trails fahren, die ich für gewöhnlich vorher gesehen haben müsste, um zu wissen, wann ich schalten kann / muss. Am Testrad war eine C1.12 verbaut, die natürlich feine Gangabstufungen und irre schnelle Gänge hat, die ich aber niemals benötigen würde. Entsprechend werde ich ein wenig risikobereit sein und mich für die C1.9XR entscheiden (wieder ein wenig Gewicht gespart :).

Nach diesem Erlebnis ist vor allem klar, dass für mich die Kassettenschaltung ausgedient hat. Ein für alle mal.

Aufgrund meiner Farbwahl ("Peppermint Rascal" sah mir irgendwie fast billig aus, zusammen mit den FOX-Komponenten machte das Bike einen beinahe bunten Eindruck) wird sich das Projekt Katipo nun bis Anfang 2022 verzögern, denn auf Lager wäre eben nur besagte Farbe. Es bleibt folglich weiterhin Zeit, das Für und Wider gewisser Komponenten abzuwägen :)
 

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Musste der Laufradbauer:in das Katipo dafür sehen, um eine gerade Kettenlinie zu schaffen? Bei meiner Probefahrt habe ich am hinteren Ritzel des Katipo Spacer gesehen. Für meinen Riemen wird ein gerader Lauf noch wichtiger, deshalb frage ich mich, ob ein Laufradaufbau ohne Fahrrad vor Ort überhaupt möglich / sinnvoll ist?
Die Kettenlinie stellst du über Spacer auf dem Freilaufkörper ein. Mit dem Einspeichen hat das so nix tun.
 
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Danke auch an dich für´s Nachmessen!
Kein Problem, gerne :) !
Musste der Laufradbauer:in das Katipo dafür sehen, um eine gerade Kettenlinie zu schaffen?
Nee, wie schon erwähnt, braucht es den Rahmen dafür nicht. Die Kettenlinie ist durch das Getriebe + die eventuelle Kröpfung der Gates Riemenscheibe vorgegeben. Das kann man sich also rein anhand der Daten ermitteln und die richtige Positionierung des Ritzels/der Riemenscheibe auf der Nabe bestimmen.
Bezüglich Laufrädern hatte ich ein aufschlussreiches Telefonat mit Zarko von Laufrad-Tuning. Er ist der Überzeugung leichtere Laufräder (im Vergleich zu den Zerode eigenen) bauen zu können, ohne wesentliche Kompromisse bei der Robustheit eingehen zu müssen (da hilft sicher auch, dass ich nicht allzu schwer bin). Somit werde ich ihm die Project 321 Naben zusenden und er die Laufräder mit Nextie-Felgen aufbauen.
Denke, das ist für dich bestimmst so die bessere Wahl, zumal du dann jemandem im Lande hast der weiterhilft wenn doch mal was zu Bruch gehen sollte. Meine Räder mit Alu Felgen sind ja auch leichter als die Carbon-Option, die du da angeboten bekommen hast.
Aber vielleicht gibt es ein potenteres, vergleichbar leichtes Fahrwerk? (Die Intend Hero Gabel wäre eine Möglichkeit, ist aber sehr teuer und mir ist unklar, wie ich mein Gesicht vor fliegendem Waldboden schützen soll :) Dein DT SWISS Fahrwerk fände ich schon alleine deshalb spannend, weil es etwas anderes, als das ewige FOX- / RockShox-Einerlei ist. Aber es ist leider zu schwer.
Bei mir war das Fahrwerk schon gesetzt und das Gewicht stand ja ohnehin nicht so sehr im Fokus. Aber gerade mit 140mm gibt es sicher leichtere Optionen. Bin da aber ehrlich gesagt gar nicht so auf dem laufenden was der Markt sonst noch so hergibt....
Danke für dein Angebot! Aber glücklicherweise durfte ich bereits heimatnah probefahren :)
Immerhin ging das bei dir. Ich hab` meins mehr oder weniger komplett "blind" gekauft. Aber ich bereue nichts :D!
Noch ein paar Eindrücke meiner Probefahrt gestern:
Ich fühle mich bestätigt, dass so viel Gewicht eingespart werden möchte, wie praktikabel möglich, denn das Katipo hat sich doch einen Hauch schwergewichtig angefühlt.
Den Eindruck hatte ich anfangs auch etwas verstärkt, hat sich mittlerweile aber komplett gelegt. Keine Ahnung, obs eher Gewöhnung oder der Einfahrzustand des Getriebes ist.
Es wollte einfach nicht so spielerisch in die Luft, wie ich das an meinem Enduro liebe (natürlich sicher auch etwas, woran man sich schnell gewöhnen würde). Da aber eine FOX 36 GRIP2 verbaut war, sehe ich sowohl hier als auch bei den Laufrädern durchaus Spar-Potenzial. Ansonsten war das Fahrgefühl schwierig einzuschätzen. Da ich dem netten Besitzer natürlich das Fahrwerk-Setup nicht durcheinander bringen wollte, waren Gabel und Dämpfer für mein Gewicht viel zu stramm. Das hatte den Vorteil, dass es bergauf deutlich effizienter ging als auf meinem Enduro. Technische, steile Passagen über grosse Wurzeln überkletterte das Katipo unter mir ähnlich souverän, mit dem ein oder anderen Pedal-Bodenkontakt. Ich denke hier müsste ich mich noch an den größeren Pedal-Leerweg gewöhnen, dann wäre das vermutlich kein Problem mehr.
Bin gespannt, wie sich eure Zerodes nach den ersten Ausfahrten für euch anfühlen. Ich musste mich bei Sprüngen vor allem an den längeren Reach gewöhnen, ansonsten macht es mir der zentrale Schwerpunkt echt leicht. Kommt aber natürlich immer darauf an, mit was man vorher so unterwegs war. Der Eingriffswinkel am Getriebe ist eigentlich ein Grund, als Nutzer aus diesem Forum disqualifiziert und ausgeschlossen zu werden :D
Was mich jedoch völlig überzeugt hat: Das Pinion-Getriebe!
(...)
Nach diesem Erlebnis ist vor allem klar, dass für mich die Kassettenschaltung ausgedient hat. Ein für alle mal.
Ja, sicherlich kann man über vor- und Nachteile streiten. Für mich ist das aber auch gar keine Frage und die anfängliche Neugier ist einer Überzeugung gewichen. Daher ist es schon verwunderlich, warum das insgesamt noch eine so dermaßen unterrepräsentierte Technik ist. Dass E-MTBs in fünf-zehn Jahren noch mit 12, 13 oder sonstwas-fach Kettenschaltungen mit entsprechend schmalen Ketten und dahinverschleißenden Kassetten betrieben werden, kann ich mir mit der Erfahrung mit dem Getriebe aber eher nicht vorstellen.
Aufgrund meiner Farbwahl ("Peppermint Rascal" sah mir irgendwie fast billig aus, zusammen mit den FOX-Komponenten machte das Bike einen beinahe bunten Eindruck) wird sich das Projekt Katipo nun bis Anfang 2022 verzögern, denn auf Lager wäre eben nur besagte Farbe. Es bleibt folglich weiterhin Zeit, das Für und Wider gewisser Komponenten abzuwägen :)
Bekommst du den Rahmen dann direkt aus NZ? Habe meinen damals über MRC bezogen, da wird der Katipo Trail Rahmenkit in L/Sharknado aktuell mit 2-4 Wochen Lieferzeit angezeigt.
 
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