Kurbeltausch XT 1x12 Boost? Kettenlinie? Welche ist richtig?

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Hallo.

Folgendes Problem: Ich habe ein recht neues Orbea Oiz M30, Boost, XT 1x12 Schaltwerk, SLX Kassette mit 10-51.
Ich möchte (hauptsächlich wegen Gewicht) die vorhandene Kurbel FC-MT611 32T gegen eine XT FC-M8120-1 tauschen mit dem Kettenblatt SM-CRM85 32T.
Folgendes Problem: Nachdem ich schon alles bestellt habe (kommt erst noch an) habe ich folgende Problematik:
Über meine vorhandene Kurbel finde ich keine Infos im Netz bzgl. Boost, Kettenline, usw. In meiner Unerfahrenheit dachte ich: vorhandener Boost Rahmen erfordert die Boost Kurbel FC-M8120-1 statt der non-Boost Kurbel FC-M8100-1.
Doch nachdem ich nochmals die Orbea Unterlagen (Blue Paper) durchlas fand ich die Info, daß das Rad zwar den Boost Standard hat, aber trotzdem eine Kettenlinie von 52mm. Die 20er XT Kurbel hat aber eine Kettenlinie von 55mm, die 00er hat die 52mm Kettenlinie.

Frage: hab ich mich mit dem Kauf vertan? Wäre das Ganze auch mit 55er Kettenline fahrbar? Wenn ich es richtig verstanden habe läuft damit die Kette ja näher an den kleinen Ritzeln und somit minimal schlechter auf den großen? Ich fahre schon relativ viele Höhenmeter so das mir die guten Laufeigenschaften auf den großen Ritzeln schon wichtig ist.

Vielleicht kann mir ja jemand mit seiner Erfahrung weiterhelfen. Vielen Dank.
 

crazyeddie

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Boost hat regulär 52mm Kettenlinie. Die FC-M8100-1 ist eine Boost-Kurbel. Shimano ist der Meinung, dass man sie auch mit Non-Boost-Naben kombinieren kann, ergo gibt es in den 12fach-Gruppen keine Non-Boost-Kurbeln mehr.

55er Kettenlinie gibt es der Reifenfreiheit wegen auch mittlerweile, allerdings kombiniert mit Boost-Naben. Hiermit ist aber nicht nur Shimano einverstanden, auch SRAM bietet solche Kurbeln an. Das neue Scott Spark beispielsweise wird mit Kurbeln mit 55mm Kettenlinie bestückt.

Weil sich an der Nabe nichts ändert und es darüber ja noch eine weitere, noch breitere Kettenlinie* gibt, hat dafür noch niemand einen neuen Namen erfunden.

*56,5mm, also die DH-Kettenlinie mit 150/157mm, wurde von Pivot unter dem Namen SuperBoost+ an Nicht-DH-Bikes eingeführt, um sich über Boost als ihrer Meinung nach unnötige Zwischengröße lustig zu machen. So richtig hat das aber anscheinend niemand verstanden und deswegen heißt es jetzt industrieweit SuperBoost+.
 
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Ich denke die 3mm kann man spüren im Schräglauf. Wird sicher etwas rauer laufen.

Allerdings können die Antriebe IMHO besser mit KB weiter außen als mit weiter innen, da auf den kleinsten Ritzeln Schräglauf nicht gut funktioniert, zB springen der Kette bei rückwärts kurbeln.
 
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Boost hat regulär 52mm Kettenlinie. Die FC-M8100-1 ist eine Boost-Kurbel. Shimano ist der Meinung, dass man sie auch mit Non-Boost-Naben kombinieren kann, ergo gibt es in den 12fach-Gruppen keine Non-Boost-Kurbeln mehr.

55er Kettenlinie gibt es der Reifenfreiheit wegen auch mittlerweile, allerdings kombiniert mit Boost-Naben. Hiermit ist aber nicht nur Shimano einverstanden, auch SRAM bietet solche Kurbeln an. Das neue Scott Spark beispielsweise wird mit Kurbeln mit 55mm Kettenlinie bestückt.

Weil sich an der Nabe nichts ändert und es darüber ja noch eine weitere, noch breitere Kettenlinie* gibt, hat dafür noch niemand einen neuen Namen erfunden.

*56,5mm, also die DH-Kettenlinie mit 150/157mm, wurde von Pivot unter dem Namen SuperBoost+ an Nicht-DH-Bikes eingeführt, um sich über Boost als ihrer Meinung nach unnötige Zwischengröße lustig zu machen. So richtig hat das aber anscheinend niemand verstanden und deswegen heißt es jetzt industrieweit SuperBoost+.
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich werde nachher gleich noch die 8100er Kurbel bestellen. Die 8120er geht dann in den Teilemarkt (habe ich bei Ebay Kleinanzeigen gekauft und ist leider schon unterwegs).

Wie groß ist den der Gewichtsunterschied ?

Da ich zu meiner vorhandenen FC-MT611 keine Daten finden kann, sie aber genau so wie die FC-M6100-1 32T aussieht gehe ich von deren 803gr alt vs. 632gr. neu aus (Quelle r2-bike.com).


Ich möchte vielleicht auch mal ein ovales Kettenblatt ausprobieren. Doch dafür muß ich wohl noch im Forum stöbern, denn da kommt wieder die Frage der Abstände, Kettenlinie und Haltbarkeit auf.....
 
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Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich werde nachher gleich noch die 8100er Kurbel bestellen. Die 8120er geht dann in den Teilemarkt (habe ich bei Ebay Kleinanzeigen gekauft und ist leider schon unterwegs).



Da ich zu meiner vorhandenen FC-MT611 keine Daten finden kann, sie aber genau so wie die FC-M6100-1 32T aussieht gehe ich von deren 803gr alt vs. 632gr. neu aus (Quelle r2-bike.com).


Ich möchte vielleicht auch mal ein ovales Kettenblatt ausprobieren. Doch dafür muß ich wohl noch im Forum stöbern, denn da kommt wieder die Frage der Abstände, Kettenlinie und Haltbarkeit auf.....
Im Bikemarkt sind einige,unter anderm auch meine mit Garbaruk 32T Kettenblatt😉
 
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Habe heute nun die alte FC-MT611-1 Kurbel gegen die neue XT FC-M8100-1 getauscht. Die genauen Gewichte (jeweils mit passendem, "gruppengleichen" Shimano Kettenblatt) lauten 778gr (alt) vs. 626 gr. (neu).
IMG_20220610_162055.jpg
IMG_20220610_155638.jpg


Danke nochmal für alle Hilfe und Infos.
 
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Hi zusammen
Wegen der neuen 12 Fach Kurbel von Shimano und deren Kettenlinie.
Wenn sie auch für 142 Hinterbauten geeignet ist, heisst das nicht, dass sie für 135QR Hinterbauten mit ner 11 Fach Shimano kettegeeignet wäre oder?

LG
 
D

Deleted 210077

Guest
Ich denke die 3mm kann man spüren im Schräglauf. Wird sicher etwas rauer laufen.

Allerdings können die Antriebe IMHO besser mit KB weiter außen als mit weiter innen, da auf den kleinsten Ritzeln Schräglauf nicht gut funktioniert, zB springen der Kette bei rückwärts kurbeln.
Mit Schräglauf wegen der Kettenlinie zu weit außen schaltet dann das Schaltwerk beim rückwärts treten in den leichten Gängen runter und es zickt. Ist bergauf wenn man ungewollt absteigt blöd wenn man sich bei 25% Steigung die Pedale richten will. Hat also alles seine Vor und Nachteile.
Ich fahr bspw. absichtlich ein 6mm Kettenblatt um 49mm Kettenlinie zu bekommen. Ich denke der Schräglauf ist dann in den leichten Gängen geringer und die Kassette hält länger. Denn 90% der Zeit tritt man, am MTB, in den oberen Gängen. Bergab tritt man nur selten. Und in der Ebene nicht so sehr unter Voll last wie am 52er.
 
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Ich fahre all meinen 29ern meist in der Ebene - das ist dann 30/10 bis 30/13 bzw 32/12.
Bei 30/11 und nonboost Kettenblatt springt das 11er ins nächste beim Rückwärtsstreten.
 
D

Deleted 210077

Guest
Wozu fährt man MTB in der Ebene? Und warum tritt man dann rückwärts?
Ich fahr an meinem auch bergab im normalfall 30/11 und wenn ich mir vor dem losfahren die Pedale richte springt nix bei der Schaltung.
 

crazyeddie

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Hi zusammen
Wegen der neuen 12 Fach Kurbel von Shimano und deren Kettenlinie.
Wenn sie auch für 142 Hinterbauten geeignet ist, heisst das nicht, dass sie für 135QR Hinterbauten mit ner 11 Fach Shimano kettegeeignet wäre oder?

LG
135 und 142 sind (bei Naben, die man umbauen kann) identisch bis auf die Endkappen, Kettenlinie ist also gleich.

Was kritisch sein könnte unabhängig von der Nabeneinbaubreite, ist ein 26"-Bike wegen der kürzeren Kettenstreben. Je kürzer die Kettenstrebe, desto größer der Winkel der Kette in den schrägen Gängen.
 
D

Deleted 210077

Guest
Weil man da wohnt? Besser als in einem gebirgigen Land zu wohnen, wo man dauernd in Gefahr ist, angezeigt zu werden oder nur in Bikeghettos legal fahren darf. :D

Weil Deutschand dafür bekannt ist, dass man alles darf und nichts geregelt ist. Ich nur bin kurz mal ein Antragsformular beim Sächsischen Kletterbund anfordern. Ich würde nämlich gerne einen einzigen Bohrhaken in den Fels bohren. Aber witzig, dass mir ein Kölner versucht zu erklären wie problematisch Mountainbiken in den Alpen ist.
Wenns keine Berge gibt gibts nix zum Mountainbiken. Auch wenn die Berge nur 300hm haben wird man sie wohl bergauf fahren und nicht in der Ebene. Wenn du nicht gerade in die Verdon Schlucht fällst musst du im Normalfall erst rauf um runter zu kommen.
 
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Wozu fährt man MTB in der Ebene? Und warum tritt man dann rückwärts?
Ich fahr an meinem auch bergab im normalfall 30/11 und wenn ich mir vor dem losfahren die Pedale richte springt nix bei der Schaltung.
Weil Deutschand dafür bekannt ist, dass man alles darf und nichts geregelt ist. Ich nur bin kurz mal ein Antragsformular beim Sächsischen Kletterbund anfordern. Ich würde nämlich gerne einen einzigen Bohrhaken in den Fels bohren. Aber witzig, dass mir ein Kölner versucht zu erklären wie problematisch Mountainbiken in den Alpen ist.
Wenns keine Berge gibt gibts nix zum Mountainbiken. Auch wenn die Berge nur 300hm haben wird man sie wohl bergauf fahren und nicht in der Ebene. Wenn du nicht gerade in die Verdon Schlucht fällst musst du im Normalfall erst rauf um runter zu kommen.
Das habe ich jetzt nicht verstanden.

Wenn du dir mal die Mühe machst, auf die Landkarte zu schauen, so kannst du sehen, dass die höchste Erhebung im Umkreis 50km 50hm hat.
Erst nach 60km kommt ein "Berg" mit 350hm, da sind die Hometrails von Max Hartenstern.

Bis man zu einer dieser spektakulären Abfahrten gelangt ist, kann man vor Langeweile durchaus in den schnellen Gängen mal rückwärts treten.

Und es sind hier praktisch alle Trails nicht nur ohne Höhenmeter, sondern auch illegal. Interessiert niemanden, trotzdem fahren viele eBike.
 
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135 und 142 sind (bei Naben, die man umbauen kann) identisch bis auf die Endkappen, Kettenlinie ist also gleich.

Was kritisch sein könnte unabhängig von der Nabeneinbaubreite, ist ein 26"-Bike wegen der kürzeren Kettenstreben. Je kürzer die Kettenstrebe, desto größer der Winkel der Kette in den schrägen Gängen.
Hi

Danke für deinen Beitrag

An die kürzeren Kettenstreben habe ich gar nicht gedacht, super Denkansatz.

LG
 
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