La Palma - Schon wieder...

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Warum eigentlich 'schon wieder' - ganz einfach, nachdem ich mir im November die Erstausgabe der 25.000 Höhenmeter "Supertrailwoche" von Bike'n'Fun gegönnt hatte stand schon im Februar die Wiederholung auf dem Programm, schließlich wollte der Resturlaub sinnvoll eingesetzt werden :)

Und nachdem ich im November so manche Schlüsselstelle 'geknackt' hatte wollte ich nun darauf aufbauen und die nächsten Punkte meiner imaginären Liste in Angriff nehmen. Warum daraus nichts wurde, dazu später mehr.

Anreisetag
Dank frühem (und pünktlichem) Flug war ich schon gegen 11 Uhr im Hotel in Los Llanos, also Zeit genug für einen kleinen Ausflug auf den Pico Bejenado. Nur schnell das Bike zusammengeschraubt, etwas gegessen, und dann los. Erst die elendig steile Straße nach El Paso hoch und dann weiter nach Valencia. Nach ca. 700 hm war das Ende der Piste erreicht, also Bike irgendwo anketten und die restlichen 700hm zu Fuß bis zum Gipfel. Das Timing paßte perfekt - kaum oben angekommen, begannen die Wolken sich aufzulösen, was eine tolle Sicht sowohl auf den gegenüberliegenden Kraterrand als auch auf die Vulkane im Süden ermöglichte. Und das Ganze bei absoluter Stille - genial.







Hier hätte ich bis zum Sonnenuntergang bleiben mögen, aber leider mußte ich ja noch wieder zurück nach Los Llanos. Zum Glück ging es bergab deutlich schneller.



1. Biketag
Wie schon im November, ging es auch dieses Mal gleich hoch zum Roque, und dann zum Warmfahren den PR-LP9 und PR-LP9.1 hinunter bis El Tablado. Wer die Strecke kennt weiß, das man hier im wahrsten Sinne des Wortes erst mal ausgiebig wachgerüttelt wird.



Nur bei mir hat das irgendwie nicht funktioniert, denn kaum wurde es etwas flowiger war meine Konzentration weg und prompt lag ich auf der Nase. 5 Minuten später das selbe Spiel, knifflige Passage überwunden, eigentlich nur noch ausrollen - und Bauz! - dieses mal kam dann überflüssigerweise auch noch das Bike von oben hinterher, von dem man mich erst mal befreien mußte. Danach kam zum Glück der wirklich flowige Abschnitt, also genug Zeit, sich zu sammeln. Nur auf den letzten Metern habe ich mich dann bei der Linienwahl noch einmal komplett vertan - irgendwie endete mein Trail plötzlich in einer Art Gully, und für ausweichen oder anhalten war irgendwie nicht mehr genug Zeit - es folgte Abflug Nummer 3, dieses Mal mit ordentlich Schwung und unsanfter Landung auf der Straße. (Am Ende meines Films ausführlich zu bewundern).

Nach diesem tollen Start konnte ich die zweite Tour des Tages, die Abfahrt vom Heliport nach Tijarafe, nicht mehr wirklich genießen, und die dritte Tour (vom Torre del Time hinunter in den Barranco de las Anguatias) durften die Kollegen dann ohne mich fahren...


2. Biketag
Ziemlich verspannt, aber fit genug ging es am zweiten Tag erst mal vom Refugio El Pilar hoch bis zum Pico de las Ovejas - einschließlich entspannter 400 hm bergauf schieben und tragen.







Immerhin war das Wetter Perfekt, tolle Aussicht und ein schöner flowiger Trail zurück zur Piste, danach den altbekannten PR-LP1 runter nach Santa Cruz. Für die üble Treppe im Wald fehlte mir nach den Abflügen des Vortages die Sicherheit auf dem Bike, von den diversen Schmerzen ganz zu schweigen...

Kaum in Santa Cruß angekommen, ging es direkt wieder zurück zum El Pilar, von dort nun aber nach Westen am Volcan San Juan entlang bis nach Las Manchas. Zwischendurch richtig steil und entweder verdammt rutschig oder aber eng und verblockt - genial :)

Und weil wir unser Pensum ja irgendwie voll kriegen mußten ging es im Anschluß noch auf die Vulkanroute bis zur Südspitze der Insel. Eigentlich einer meiner Lieblingstrails, insbesondere der Teil oberhalb von Fuencaliente - aber irgendwie hatten sie den bis dahin immer ein wenig ruppigen und ziemlich abwechslungsreichen Trail total planiert - fast schon Rollatortauglich :(


3. Biketag
Unser 'Ruhetag'. Nur drei kurze Touren mit insgesamt gerade mal etwas über 2.000hm bergab. Zweimal oberhalb von Puntagorda und zum Abschluß das untere Teilstück der Westkante (GR-131) ab Torre del Time, mit Ziel im Barranco de las Angustias. Gerade hier gab es auch noch so ein paar Schlüsselstellen von meiner Liste, aber inzwischen kam zu den Schmerzen auch noch eine gewisse Angst vor erneuten Stürzen - keine guten Voraussetzungen, irgendwas auszuprobieren. Im Gegenteil, selbst an Stellen, die im November spielend geklappt hatten, begann mein Kopf nun zu verweigern. Also lieber nichts mehr riskieren.



4. Biketag
Gut erholt ging es erst mal wieder rauf zum Pico de las Ovejas (diesmal mit freiem Blick auf Teneriffa), hinunter dieses mal aber auf dem PR-LP2. Gerade im oberen Teil nicht von schlechten Eltern...







Auch den Rest des Tages blieben wir im Osten - wenn hier schon mal keine Wolke hängt, muß man das schließlich ausnutzen. Also erst mal den PR-LP4 nach Puntallana und im Anschluß noch den PR-LP3 nach Santa Cruz. Und obwohl wir jetzt schon über 5.000hm bergab hinter uns hatten wollte Daniel eigentlich noch eine vierte Tour vom El Pilar runter nach Los Llanos dranhängen - allerdings hätten wir dann unterwegs noch weniger Pausen machen dürfen, denn so war es schon etwas zu Spät. Aber egal, auch so war es ein genialer Tag.



5. Biketag
Immer noch Sonne im Osten, also gleich nochmal runter nach Santa Cruz, diesmal über PR-LP18 und PR-LP18.2. Im Anschluß sehr schön flowig über PR-LP17 und Pr-LP16 runter nach Mazo.



Damit hatten wir für dieses Mal den Osten abgegrast. Die anderen beiden Touren des Tages gingen dann wieder nach Westen. Erst am Volcan San Juan entlang und weiter über den Lavastrom nach Puerto Naos, und zum Abschluß noch den Karrentrail (PR-LP1) zur Pino de la Virgen und weiter nach Los Llanos.






6. Biketag
Wolken am Roque. Keine Sicht. Wir hoffen, daß vielleicht der LP-9 nach Norden ein wenig besser aussieht als die Westkante. In der Tat, hier kann man hin und wieder Wolkenlücken ausmachen, und kurz darauf wird es sogar richtig sonnig.



Nur unserem Chefguide Daniel geht es heute überhaupt nicht gut. Aber erstens kennen wir den Weg ja schon und zweitens ist ja auch Lisa noch da, die uns pflegeleichte Altherrengruppe problemlos nach Roque Faro bringt.



Dort wartet wie üblich schon unser Shuttle - mitsamt immer noch ziemlich derangiertem Daniel. Also übernimmt Lisa auch auf der zweiten Tour die Regie - Roque Westkante bei mittlerweile passablem Sonnenschein. Glück gehabt.

Auf dem Weg runter in den Barranco knackt Christian dann noch die drei letzten Schlüsselstellen (die Spitzkehre, die Mauer und die Treppe zur Straße) - und ärgerte sich im Anschluß darüber, daß er mich dabei nicht filmen lassen wollte ;)

Als Abschluß und würdiger Ausklang kam dann noch der Panoramatrail runter nach Puerto Tazacorte - bei schönster Abendsonne.


Fehlte eigentlich nur noch das abschließende Bad im Atlantik - aber blöderweise kam gerade heute der Wind samt Brandung aus Südwest, so daß der Strand komplett gesperrt war.


Leider war mal wieder viel zu wenig Zeit, um in Ruhe zu fotografieren oder einzelne Stellen gezielt zu filmen. Immerhin standen am Ende der Woche 230 km auf der Uhr, bei 2.400hm bergauf und 25.500hm bergab.

Aber auch so gab es mehr genug Material, um diesen länglichen Text mit einem Video zu ergänzen :)

Hoffe es gefällt Euch!

 
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Federweg ist nicht alles :)

Nee, im Ernst, ich denke ein ausreichend flacher Lenkwinkel sorgt gerade in den steilen Passagen für mehr Sicherheit als ein Zentimeter mehr Federweg, das Fahrwerk sollte halt insgesamt 'stimmig' sein. Ich war aktuell mit einer 180mm Domain unterwegs, 160 wäre aber genauso gegangen.

Was aber auf den meisten Touren definitiv wenig Spaß macht sind reine DH-Maschinen, die sind für die langsamen technischen Passagen einfach zu schwerfällig.
 
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sehr cooles Video!!! der Sturz auf die Straße sieht wirklich schmerzhaft aus...

Wir waren eine Woche nach Dir dort und hatten Daniel als Guide, aber mit dem Wetter viel weniger Glück.
 

berkel

Bikemessie
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Da ist ja Kollege Schotti auf dem Video :winken:. Alle Achtung, die Geländer-Treppen-Kurve habe ich mich (wieder) nicht getraut. :daumen:

[...] reichen bei den gezeigte Touren 160mm in Form einer Lyrik oder sollten es dort schon mehr sein ?
Ich war letztes Jahr mit meinem 140mm Trailbike (Spitfire) da, sonst mit dem 180er Freerider. Gerade wenn man shuttelt und bergab zügig unterwegs ist, ist es mit dem Trailbike schon sehr anstrengend - bei guter Fahrtechnik geht es aber auch. Ein Freerider/Superenduro ist komfortabler + sicherer und keine verkehrte Wahl. Ideal wäre für mich dort ein 160mm Enduro.
 
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