Mittigkeit vs. Speichenspannung

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Servus Leute,

ich bin gerade dabei mir einen neuen Satz Laufräder aufzubauen. Ist mein erster Laufradsatz den ich selbst aufbaue. Ich habe mit dem Hinterrad begonnen und das hat auch soweit gut funktioniert, da die Nabe symmetrisch war, war es keine große Herausforderung es mittig zu zentrieren und trotzdem rechts und links die gleiche Speichenspannung hinzubekommen.
Das Vorderrad ist allerdings eine kleine Herausforderung. Zu den Daten, Nabe ist eine Hope Pro 4 mit Offset links 20mm und rechts 33mm. Speichen habe ich Sapim Race 2,0/1,8/2,0 mit Sapim Nippel Polyax Alu 14mm und Felge Spank 359. Linke Speichenlänge 270mm und rechts 272mm. Passt sehr gut von der Länge auch wenn verschiedene Rechner etwas unterschiedliche Werte ausgespückt haben sind die Speichen recht gleichmäßig tief eingeschraubt nach dem Zentrieren.
ich habe das Laufrad jetzt zentriert mit einem Höhenschlag von ca. 3/10mm und Seitenschlag ebenfalls 3/10mm. Die Speichenspannung habe ich rechtgleichmäßig hinbekommen (gemessen mit Parktool TM-1) rechts und links weniger als 5% Abweichung (soweit das Tool es eben anzeigt). Das einzige Problem ist jetzt, dass ich das Laufrad nicht mittig bekomme ohne entweder die Speichenspannung auf der linken Seite deutlich über 27=214 kgf (nach Parktool) zu erhöhen oder auf der rechten Seite deutlich unter 21=105 kgf zu gehen. Aktuell mit ca. 1 mm außer Mitte habe ich 26=188 kgf links und 23=117 kgf rechts was denke ich auch schon vielleicht zu unterschiedlich ist.

Denkt ihr passt das so oder soll ich noch mal von vorne beginnen? Falls ich nochmal von vorne beginne wüsste ich nicht was ich anders machen soll um es gleichmäßiger hinzubekommen deswegen wäre ich hier für Tipps von den erfahrenen Laufradbauern dankbar.
Wie schlimm sind die 1mm Abweichung? In den Informationen von Spank steht man sollte nicht mehr als 0,4mm Mittentoleranz haben.

Da es das Vorderrad ist habe ich auf jeden Fall keine Platzprobleme in der Gabel. Merkt man vorne einen Millimeter Abweichung?

Danke für eure Tipps und Tricks

Grüße aus Stuttgart

Stefan
 
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Spank schreibt auch, dass die 359 und 350 Felgen mit einer Genauigkeit von 5% Homogenität aufgebaut werden müssen. Da hast du dir nicht gerade die beste Anfängerfelge ausgesucht. Baust du mit Washern oder ohne?

Die Werte des Parktools sind auch nicht unbedingt zuverlässig, aber deine genannten Spannungen sind massiv zu hoch. 120kgf ist die Maximalspannung, die du hier anlegen solltest - also wirklich Maximalspannung, nicht Durchschnittsspannung beider Seiten zusammen. Die Nabe ist asymetrisch, also müssen sich auch Unterschiede bei der Speichenspannung ergeben. Da du dem Parktool vielleicht nicht direkt vertraust, folgende grobe Regel für dich: wenn du Speichen, die sich hinterkreuzen, mit der Hand greifst und zusammendrückst (ich weiß, flimsiger Wert, aber hier gilt "mit normaler Kraft", nicht der Versuch, deine Finger an die Speichen zu verlieren...), sollte sich der Kreuzungspunkt der Speichen um ca. 1,5-2cm verschieben - dann bist du bei deinen gewählten Rundspeichen im Bereich der 120kgf.

Du hast hier eine "Radial Compliance" Felge, soll heißen sie arbeitet Radial mehr als andere, steife Felgen. Sie soll damit Stöße vom Boden schlucken. Das heißt aber auch nichts anderes, als dass die Nippel in der ständig in Bewegung geratenen Felge be-und entlastet werden. Gern auch so weit, dass sie regelrecht in den Felgenboden einschlagen, wenn sich die Felge wieder ausformt. Wenn du hier auch ohne Washer gebaut hast wird sich das vermutlich auch recht schnell auswirken, da diese Schläge mit wenig Kraftschlussfläche ermüdend fürs Material sind. Sieht man auch gern bei Stans Felgen, wenn die Nippel anfangen durch die Felge zu drücken (also Rissbildung an den Nippelbohrungen), wenn man ohne MG Washer baut.

Aber um noch deine Frage zu beantworten:
Ich persönlich finde die Homogenität der Speichen wichtiger als die letztendliche Mittigkeit. Allerdings zirkulieren hier meine Werte um Toleranzen von +-0,1-0,15mm Seitenausschlag, wenn sich dadurch die Homogenität auf ca. 3% begrenzen kann. Dein 1mm ausser der Mitte macht bei den Speichen durchaus schon ein bisschen Spannung aus. Wenn du also zu weit auf der stark gespannten Seite bist kannst du hier ja mal 1/2 Umdrehung des Nippel zurückdrehen, dann sollte der 1mm verschwunden sein und du hast schon ein bisschen Spannungsreduktion betrieben, auch wenn sie, vermutlich, noch nicht ausreichend ist, um in einen angenehmen Bereich zu kommen ( je nachdem wie stark abweichend die Werte des Parktools von der Realität sind...)
Vg
Hexe
 
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Spank schreibt auch, dass die 359 und 350 Felgen mit einer Genauigkeit von 5% Homogenität aufgebaut werden müssen. Da hast du dir nicht gerade die beste Anfängerfelge ausgesucht. Baust du mit Washern oder ohne?

Die Werte des Parktools sind auch nicht unbedingt zuverlässig, aber deine genannten Spannungen sind massiv zu hoch. 120kgf ist die Maximalspannung, die du hier anlegen solltest - also wirklich Maximalspannung, nicht Durchschnittsspannung beider Seiten zusammen. Die Nabe ist asymetrisch, also müssen sich auch Unterschiede bei der Speichenspannung ergeben. Da du dem Parktool vielleicht nicht direkt vertraust, folgende grobe Regel für dich: wenn du Speichen, die sich hinterkreuzen, mit der Hand greifst und zusammendrückst (ich weiß, flimsiger Wert, aber hier gilt "mit normaler Kraft", nicht der Versuch, deine Finger an die Speichen zu verlieren...), sollte sich der Kreuzungspunkt der Speichen um ca. 1,5-2cm verschieben - dann bist du bei deinen gewählten Rundspeichen im Bereich der 120kgf.

Du hast hier eine "Radial Compliance" Felge, soll heißen sie arbeitet Radial mehr als andere, steife Felgen. Sie soll damit Stöße vom Boden schlucken. Das heißt aber auch nichts anderes, als dass die Nippel in der ständig in Bewegung geratenen Felge be-und entlastet werden. Gern auch so weit, dass sie regelrecht in den Felgenboden einschlagen, wenn sich die Felge wieder ausformt. Wenn du hier auch ohne Washer gebaut hast wird sich das vermutlich auch recht schnell auswirken, da diese Schläge mit wenig Kraftschlussfläche ermüdend fürs Material sind. Sieht man auch gern bei Stans Felgen, wenn die Nippel anfangen durch die Felge zu drücken (also Rissbildung an den Nippelbohrungen), wenn man ohne MG Washer baut.

Aber um noch deine Frage zu beantworten:
Ich persönlich finde die Homogenität der Speichen wichtiger als die letztendliche Mittigkeit. Allerdings zirkulieren hier meine Werte um Toleranzen von +-0,1-0,15mm Seitenausschlag, wenn sich dadurch die Homogenität auf ca. 3% begrenzen kann. Dein 1mm ausser der Mitte macht bei den Speichen durchaus schon ein bisschen Spannung aus. Wenn du also zu weit auf der stark gespannten Seite bist kannst du hier ja mal 1/2 Umdrehung des Nippel zurückdrehen, dann sollte der 1mm verschwunden sein und du hast schon ein bisschen Spannungsreduktion betrieben, auch wenn sie, vermutlich, noch nicht ausreichend ist, um in einen angenehmen Bereich zu kommen ( je nachdem wie stark abweichend die Werte des Parktools von der Realität sind...)
Vg
Hexe
Zuerst mal danke für die ausführliche Antwort.

Und dann gleich eine Frage hinterher. Gelten die 5% Abweichung pro Seite oder auch von Seite zu Seite? Ich hatte es so verstanden, dass die Speichen pro Seite nicht mehr als 5% in der Spannung vareieren dürfen.

Ja ich habe mit den bei der Felge mitgelieferten Wassern gearbeitet. Ebenfalls wie von Spank gefordert den Nippelsitz geölt und das Gewinde mit Leinöl "gesichert".

Ich habe die Spannung auf der linken Seite deswegen so hoch gemacht, weil ich sonst auf der rechten Seite die Mindestspannung nicht erreiche und es dann komplett außer der Mitte ist. Ich habe einen Laufradsatz mit Spank 350 Felgen die ebenfalls radially compliant sind und Hope Naben von einem professionellen Laufradbauer der auf der linken Seite eine Spannung von 25-26 und rechts von 23-24 aufweist. Das war der Grund warum ich überhaupt so hoch gegangen bin. Diesen Satz fahre ich seit 2 Jahren ohne Probleme.

Am Hinterrad habe ich mich ebenfalls an den Spannungen orientiert die mein alter Satz hatte. Dort war es aber wegen der Symetrie def Nabe keine große Herausforderung. Dein Tipp mit dem Zurückdrehen auf der stark gespannten Seite funktioniert leider nicht weil dann das Ganze noch mehr aus der Mitte kommt. Ich weiß echt nicht wie man aus diesen Dilemma rauskommt.
 
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Der Unterschied li/re der über eine Seite gemittelten Speichenzugkraft stellt sich zwingend nach dem Offset re/li, hier also 33mm/20mm = 1,65 ein. Wenn die Felge 1mm nach rechts versetzt ist, dann 32mm/21mm = 1,52, also weniger, weil sie mehr in Richtung "mittig zu den Flanschen" steht. Bei 1,00 steht sie mittig zu den Nabenflanschen.
Die Tensios sind ziemliche Schätzeisen, aber wenn man mal sorgfältig und gleichartig alle linken Speichen misst und Mittelwert bildet und alle rechten Speichen und ebenfalls mittelt und dann noch wie weit aus der Mitte die Felge steht, dann zeigt sich, wie genau diese einfache Regel bei gleich großen Flansch-Lochkreisen passt (bei stark ungleichen muss man etwas mehr rumrechnen).
Also der Unterschied bei dieser Nabe muss eben groß sein, wenn die (symmetrische) Felge mittig sitzt. Die Speichenzugkraft hier der linken Seite darf nicht die Felge überfordern. Die rechte Seite ist dann genauso zwingend halt viel niedriger. Also links die Speichenzugkraft runterdrehen, damit es wieder in den Bereich kommt, den die Felge kann und rechts noch viel weiter, damit die Felge wieder Richtung Mitte wandert. Die 5% Unterschied gilt in jeder Seite. Wenn die Felge ausgespannt schon Höhen- und/oder Seitenschläge hat und die herauszentriert werden, dann kann auch die Speichenzugkraft innerhalb einer Seite nicht auf 5% gehalten werden.
 
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Randberlin / Erkner
Gehen wir doch mal schnell die Aussagen von Spank durch:

Spoke Tension on the drive-side spokes of Radially Compliant rim wheel builds, is recommended at 110-120 kgf. ---> hier steht nichts von minimaler Spannung. Die hier erwähnten Spannungen entsprechen dem Maximalwert. Die Gegenseite, welcher leichter gespannt ist, ergibt sich einfach daraus, für diese ist hier kein Wert angegeben.


Spoke tension throughout drive side spokes should not vary more than 5% maximum.

Spoke tension throughout non-drive side spokes should not vary more than 5% maximum.


----> sollte eindeutig sein. Die Variation der Speichenspannung vergleicht man immer zuerst innerhalb einer Seite. So auch hier.

Edit: Du baust eine NonBoost Nabe von Hope auf. Hier ist das Missverhältnis der Flanschabstände zur Nabenmitte größer als bei Boost Naben - demzufolge ist auch die Differenz der Speichenspannungen untereinander deutlich größer. Baust du zufälliger Weise ein Nabenset aus 20x110 Standard, 12x157 DH auf?
 

schnellerpfeil

German-Lightness Laufradbau
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Zuerst mal danke für die ausführliche Antwort.

Und dann gleich eine Frage hinterher. Gelten die 5% Abweichung pro Seite oder auch von Seite zu Seite? Ich hatte es so verstanden, dass die Speichen pro Seite nicht mehr als 5% in der Spannung vareieren dürfen.

Ja ich habe mit den bei der Felge mitgelieferten Wassern gearbeitet. Ebenfalls wie von Spank gefordert den Nippelsitz geölt und das Gewinde mit Leinöl "gesichert".

Ich habe die Spannung auf der linken Seite deswegen so hoch gemacht, weil ich sonst auf der rechten Seite die Mindestspannung nicht erreiche und es dann komplett außer der Mitte ist. Ich habe einen Laufradsatz mit Spank 350 Felgen die ebenfalls radially compliant sind und Hope Naben von einem professionellen Laufradbauer der auf der linken Seite eine Spannung von 25-26 und rechts von 23-24 aufweist. Das war der Grund warum ich überhaupt so hoch gegangen bin. Diesen Satz fahre ich seit 2 Jahren ohne Probleme.

Am Hinterrad habe ich mich ebenfalls an den Spannungen orientiert die mein alter Satz hatte. Dort war es aber wegen der Symetrie def Nabe keine große Herausforderung. Dein Tipp mit dem Zurückdrehen auf der stark gespannten Seite funktioniert leider nicht weil dann das Ganze noch mehr aus der Mitte kommt. Ich weiß echt nicht wie man aus diesen Dilemma rauskommt.
Dir hat jemand vor 2 Jahren ein LR mit Race aufgebaut? Oder vergleichst du die Anzeigewerte von unterschiedlichen Speichenquerschnitten? Das geht nicht.
0,3mm in der Höhe sind schon gut. 0,3mm in Seite ist nicht hinnehmbar (um es verkaufen zu können).
Ich spanne nie über 1200N und das reicht auch, damit sich bei non-Boost hinten links nichts lockert.
Wichtig ist, das sich an allen Kontaktpunkten nichts mehr setzen kann. Meiner Meinung nach die größte Mühe, die sich am meisten lohnt, wenn es um den reinen Laufradbau geht.
Wie meine Vorredner schon geschrieben haben, ist eine Unterschiedliche Speichenspannung zwischen links und rechts völlig normal. Vorne links und hinten rechts ans Maximum der Herstellerangaben und der Wert gegenüber ergibt sich aus der Geometrie. Je symmetrischer es wird, desto weniger Speichenspannung ist
nötig um ein dauerhaltbares LR zu bekommen. 1000N wären hier schon ausreichend und schont alle beteiligten Komponenten.
 
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Wichtig ist, das sich an allen Kontaktpunkten nichts mehr setzen kann. Meiner Meinung nach die größte Mühe, die sich am meisten lohnt, wenn es um den reinen Laufradbau geht.
Tipps dazu? Mit Speichenkopftreiber und Nylondurchschlag? Gibt doch Hr. Schraner so an, bzw. macht das in nem Video auch mal vor. Naja gibt viele Wege denk ich, such da noch den besten für aktuelle Teile, oder ändert sich das nie?
 
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Gehen wir doch mal schnell die Aussagen von Spank durch:

Spoke Tension on the drive-side spokes of Radially Compliant rim wheel builds, is recommended at 110-120 kgf. ---> hier steht nichts von minimaler Spannung. Die hier erwähnten Spannungen entsprechen dem Maximalwert. Die Gegenseite, welcher leichter gespannt ist, ergibt sich einfach daraus, für diese ist hier kein Wert angegeben.


Spoke tension throughout drive side spokes should not vary more than 5% maximum.

Spoke tension throughout non-drive side spokes should not vary more than 5% maximum.


----> sollte eindeutig sein. Die Variation der Speichenspannung vergleicht man immer zuerst innerhalb einer Seite. So auch hier.

Edit: Du baust eine NonBoost Nabe von Hope auf. Hier ist das Missverhältnis der Flanschabstände zur Nabenmitte größer als bei Boost Naben - demzufolge ist auch die Differenz der Speichenspannungen untereinander deutlich größer. Baust du zufälliger Weise ein Nabenset aus 20x110 Standard, 12x157 DH auf?
Ja genau, sorry das hätte ich noch sagen sollen. Es ist eine 110x20 Nabe für ein Downhill Bike. Dann macht es natürlich Sinn, dass der Unterschied größer ist als bei meiner Hope Pro 4 Boost Nabe mit 15x110 am Enduro. Danke für den Tipp das beruhigt mich dann doch wieder.
 
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Dir hat jemand vor 2 Jahren ein LR mit Race aufgebaut? Oder vergleichst du die Anzeigewerte von unterschiedlichen Speichenquerschnitten? Das geht nicht.
0,3mm in der Höhe sind schon gut. 0,3mm in Seite ist nicht hinnehmbar (um es verkaufen zu können).
Ich spanne nie über 1200N und das reicht auch, damit sich bei non-Boost hinten links nichts lockert.
Wichtig ist, das sich an allen Kontaktpunkten nichts mehr setzen kann. Meiner Meinung nach die größte Mühe, die sich am meisten lohnt, wenn es um den reinen Laufradbau geht.
Wie meine Vorredner schon geschrieben haben, ist eine Unterschiedliche Speichenspannung zwischen links und rechts völlig normal. Vorne links und hinten rechts ans Maximum der Herstellerangaben und der Wert gegenüber ergibt sich aus der Geometrie. Je symmetrischer es wird, desto weniger Speichenspannung ist
nötig um ein dauerhaltbares LR zu bekommen. 1000N wären hier schon ausreichend und schont alle beteiligten Komponenten.
Nein da habe ich schon bedacht, Speichen, Nippel sind genau die gleichen nur eben dass es eine Boost Nabe ist, wie ich gerade geschrieben habe.
Mir ist klar das es noch besser geht als 3/10 mm ich will mich aber erst mal rantasten bei meinem ersten Satz. Ich bin schon froh das ich es so hinbekommen habe. Nachzentrieren muss ich sowieso irgendwann. Und verkaufen werde ich die Dinger sowieso nicht. Ist alles nur ein Hobby für den Eigenbedarf. Laufräder selbst zu bauen war das einzige was noch gefehlt hat und das wollte ich jetzt einfach mal versuchen. Bei den aktuellen Wartezeiten schon alleine mal ein Laufrad zentrieren zu lassen gehe ich hier jetzt mal dazu über es selbst zu machen.
 
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Nochmal vielen Dank an alle die sich die Mühe gemacht haben so ausführlich zu antworten!

Wenn sonst noch jemand Tipps hat jederzeit gerne, ich freue mich über alles was mir hilft mich weiterzuentwickeln.

:bier:
 
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Nachdem alle immer sagen das der Parktool TM-1 so ungenau ist habe ich jetzt mal heute etwas gebastelt. Bin mal gespannt auf die Werte morgen wenn ich ans kalibrieren gehe. Für was man so im Lockdown alles Zeit findet ...
IMG_20210213_175958.jpg
IMG_20210213_175937.jpg
 

Schildbürger

Einfach natürlich!
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Schick, sowas wollte ich mir auch mal zulegen.
Zum Thema zentrieren habe ich hier mal was geschrieben.

Berichte bitte wie es weiterging.
 
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Hallo zusammen,

hier die Ergebnisse die ich heute ermittelt habe. Ich hoffe ich habe keinen Denkfehler oder sonst was falsch gemacht, weil die Ergebnisse sind eine Katastrophe aus Sicht von Parktool! Die Abweichungen sind extrem.

Hier mal die Tabelle was ich gemessen habe und gleich noch die Abweichung von Parktool Angabe zu dem Messergebnis. Ich habe die Parktool Angabe nicht aus der Tabelle sondern aus der "Wheel Tension App" weil die Tabelle bei 1.8er Speichen nur bis 25 geht. Gemessen habe ich eine Sapim 2.0/1.8/2.0 Speiche 272mm Länge mit einem 14mm Alu Nippel (falls das eine Rolle spielt). Also praktisch genau die Kombination die ich auch verbaut habe.

#TM-1 AnzeigeParktool AppKGkgfNAbweichung
1
19,50​
89,56 kgf​
50,1 kg​
50,1 kgf​
491 N​
39 kgf​
2
20,50​
99,5 kgf​
60 kg​
60 kgf​
588 N​
40 kgf​
3
21,50​
110,91 kgf​
70 kg​
70 kgf​
686 N​
41 kgf​
4
22,50​
124,95 kgf​
79,9 kg​
79,9 kgf​
784 N​
45 kgf​
5
23,00​
131,36 kgf​
90 kg​
90 kgf​
883 N​
41 kgf​
6
24,00​
147,68 kgf​
99,9 kg​
99,9 kgf​
980 N​
48 kgf​
7
24,50​
156,79 kgf​
110 kg​
110 kgf​
1.079 N​
47 kgf​
8
25,50​
177,17 kgf​
120,4 kg​
120,4 kgf​
1.181 N​
57 kgf​
9
26,00​
188,57 kgf​
129,5 kg​
129,5 kgf​
1.270 N​
59 kgf​
10
26,50​
200,88 kgf​
139,9 kg​
139,9 kgf​
1.372 N​
61 kgf​

Ich habe mehrere Messreihen gemacht, also immer wieder gespannt und entspannt und die Ergebnisse waren immer vergleichbar, also nur minimale Abweichungen, wenn überhaupt. Auch habe ich den Tensiometer an unterschiedlichen Stellen der Speiche angelegt, auch hier gab es nur minimale Abweichungen. Vor allem beim TM-1 mit der groben Skala praktisch nicht ermittelbar. Ich denke bei genauem Arbeiten braucht man einen Tensiometer mit Messuhr oder Elektronischer Anzeige, vor allem im oberen Bereich sind sonst die Abweichungen zwischen zwei vollen Zahlen extrem. Also ob ich jetzt 25,1 oder 25,5 "angezeigt" bekomme ist schon ein richtiger Unterschied wenn man es genau möchte. Das ist aber beim TM-1 praktisch nicht richtig ablesbar.
Das Ergebnis ist echt ernüchternd. Ich dachte ich bin mit meiner Spannung auf der linken Seite schon jenseits von gut und böse und rechts auch sehr gut dabei, aber rechts bin ich praktisch noch über 20kgf unter dem was Spank bei meinen Felgen angibt.

Damit steht die nächste Anschaffung schon fest. Es sieht so aus, dass es ein Tensionmeter mit genauerer Skala sein muss auch wenn er vielleicht nicht so teuer sein muss, da ich ihn jetzt selbst kalibrieren kann.

Hat jemand von euch schon mal so extreme Abweichungen ermittelt?

Grüße aus Stuttgart

Stefan
 
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Schick, sowas wollte ich mir auch mal zulegen.
Zum Thema zentrieren habe ich hier mal was geschrieben.

Berichte bitte wie es weiterging.
Deine Anleitung ist super! Die habe ich ausgedruckt neben meinem Zentrierständer liegen :D . Danke für die Mühe die du dir gemacht hast.

Ich habe das Hinterrad damit super in die Mitte bekommen und auch die Speichenspannung sehr gleichmäßig hinbekommen, das war aber eine symmetrische Nabe.

Bei der asymmetrischen Nabe vorne habe ich so meine Probleme. Aktuell steht sie immer noch einen Millimeter außerhalb der Mitte und zwar so das ich die Felge nach links ziehen müsste um sie in die Mitte zu bekommen, aber links ist die Speichenspannung schon zu hoch und rechts noch zu niedrig. D.h. wenn ich rechts die Spannung erhöhe um dort in den grünen Spannungsbereich zu kommen ist die Felge wahrscheinlich ca. 2mm außerhalb der Mitte. Außer ich gehe dann wieder links mindestens auf ca. 140 - 150 kgf.
Blödes Dilemma aus dem ich im Moment keine Exit Strategie finde.
 
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Hat jemand von euch schon mal so extreme Abweichungen ermittelt?
Nein, diese Ergebnisse machen diesen TM-1 unbrauchbar, wobei wir nur die Tabelle sehen. Sind am TM-1 alle Teile beweglich und hakelt nichts? Eventuell nochmal einen Durchgang messen mit flach gehaltenem TM-1. Waren alle 3 Auflagepunkte des TM-1 im 1,8mm-Bereich der Speiche?
 
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Hat jemand von euch schon mal so extreme Abweichungen ermittelt?
Meiner war auch ganz schön daneben, weiß aber nicht mehr wieviel. Einfach den TM-1 passend zu deinen Messungen einstellen (Schraube, die an den Federanschlag darstellt)
Allerdings passt dann die Tabelle von PT oft bei andern Speichentypen nicht genau...
Ich habe mir angewöhnt vor einem Aufbau genau diese Speichentype nochmal zu checken, da reicht ja der Zielspannungswert der höher gespannten Seite. Muss sich ja auch lohnen diesen Kalibrator gebaut zu haben... :-D
 
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Nein, diese Ergebnisse machen diesen TM-1 unbrauchbar, wobei wir nur die Tabelle sehen. Sind am TM-1 alle Teile beweglich und hakelt nichts? Eventuell nochmal einen Durchgang messen mit flach gehaltenem TM-1. Waren alle 3 Auflagepunkte des TM-1 im 1,8mm-Bereich der Speiche?
Ja soweit ich es beurteilen kann funktioniert alles so wie es soll. Das Teil ist praktisch neu. Ich habe es letzten Sommer gekauft und das ist jetzt mein erster Laufradsatz den ich damit baue.

Und auch die zweite Frage kann ich mit ja beantworten, immer innerhalb der 1,8mm angesetzt mit allen drei Punkten.

Ich sehe keinen Unterschied ob ich den Tensiometer flach halte oder senkrecht, zumindest am Laufrad. Aber trotzdem schaue ich morgen nochmal und wiederhole die Kalibrierung nochmal mit waagerecht liegender Apparatur.
 
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Meiner war auch ganz schön daneben, weiß aber nicht mehr wieviel. Einfach den TM-1 passend zu deinen Messungen einstellen (Schraube, die an den Federanschlag darstellt)
Allerdings passt dann die Tabelle von PT oft bei andern Speichentypen nicht genau...
Ich habe mir angewöhnt vor einem Aufbau genau diese Speichentype nochmal zu checken, da reicht ja der Zielspannungswert der höher gespannten Seite. Muss sich ja auch lohnen diesen Kalibrator gebaut zu haben... :-D
Genau so würde ich es jetzt machen. Ich schaue aber trotzdem nochmal nach einem genaueren.

Kann mir jemand einen empfehlen der nicht gleich 400 oder mehr kostet?
 
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Hinreichend genau und nicht ganz so teuer, wie von dir beziffert wäre das Tensiometer von Centrimaster. Natürlich gibt es aber über AliExpress massig Zeugs was günstiger ist. Das Centrimaster finde ich aber kein übles Teil für den "Gelgenheitsbauer" mit etwas Anspruch - sowie vielleicht regionaler Kapitalförderung. ;)
 

oliver-j

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Ich hab einen dt/ sapim klon vom Ali und einen ähnlichen Kalibrierer wie deiner. Damit spanne und messe ich die Speichen und notiere die Werte. Für meine privaten Zwecke ist das ausreichend, damit erreiche ich eine gute Vergleichbarkeit der Spannung der einzelnen Speichen.
Ich habe auch Zugriff auf ein dt tensio. Da sind die Ablesewerte anders, die Bedienbarkeit ist bei beiden sehr ähnlich.
 
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Das der TM-1 bei deiner Speiche nicht über 25 geht ist doch kein Problem, das ergibt 167 kgf, die meisten Alufelgen und auch manche Nabe darf nur maximal 1200N, etwas über 120 kgf.

Das dein Tensio abweicht ist blöd, wenn man nur die Tabelle hat, entweder du machst deine eigene oder gleichst mit der Schraube an. Ich fühl mich da mit dem Unior etwas besser, aber nur etwas da so´n 3mm Kalibrierstab auch nicht supergenau sein wird. Ich sag mal so, de ist ungefähr angleichbar.

Zu den Anleitungen oben, keine Ahnung warum geschrieben wird man kann die Mittigkeit später nicht angleichen, eine Seite spannen eine Seite lösen geht doch auch. ;-)
Mach ich ehrlich gesagt beim Seitenschlag auch, ob das der Königsweg ist weiß ich nicht, ich lern ja noch.
 

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Nabennarben
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10-20kg Abweichung beim TM-1 hab ich schon bei anderen gesehen. Anscheinend verschleisst auch die Feder je nach Nutzung und es wäre wohl auch klug die Feder bei Nichtbenutzung zu entlasten.
Aber bei 60kg stimmt generell irgendwas nicht.
 
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Hinreichend genau und nicht ganz so teuer, wie von dir beziffert wäre das Tensiometer von Centrimaster. Natürlich gibt es aber über AliExpress massig Zeugs was günstiger ist. Das Centrimaster finde ich aber kein übles Teil für den "Gelgenheitsbauer" mit etwas Anspruch - sowie vielleicht regionaler Kapitalförderung. ;)
Danke den hatte ich auch schon auf der Wunschliste. Ich denke der wird es dann werden.
 
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Moin,

mich hänge mich mal hier rein, da ich lustigerweise zur selben Zeit eine ähnliche Vorrichtung zur Überprüfung meines TM-1 gebaut habe.

deine Abweichung finde ich erstaunlich. Bei mir sind es (gemessen mit D Light, Laser, Comp, Race, CX-Ray, CX-Sprint, etc.) selten über 10KG, eigentlich eher im Bereich 3-5KG.

ich gehe derzeit so vor, dass ich die entsprechende Speiche auf z.B. 110KGf Vorspanne und mir dann den Wert des TM-1 für das Laufrad notiere. Damit fahre ich soweit ganz gut :)
 
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