Möchte ich ein Downhill-Bike oder habe ich einen Denkfehler?

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Hallo,

ich wohne am Thüringer Wald und habe im letzten Jahr das Fahrrad für mich wiederentdeckt, bisher ein einfaches Hardtail-MTB.
Ich habe mich jetzt mehrfach dabei ertappt, dass ich (ca 1-2km) zum Sockel der hiesigen Hügel radele, das Rad den Berg hochschiebe und dann mit dem Fahrrad (über mehr oder weniger geeignete Wege) wieder runterfahre (ca 300-350 Höhenmeter, bisher meist mit 1-2 Bremsen-Abkühl-Pausen).

Mein Problem dabei: Ich habe gegenüber meinem bisherigen Rad ein schlechtes Gewissen:
Ich hab doch das ein oder andere Kilo zu viel auf den Rippen und hätte gerne ein Rad, das diesen Belastungen besser gewachsen ist, als mein bisheriges MTB und das von der technischen Auslegung (z.B. Dimensionierung der Bremsen) und vom Fahrkomfort "bergab" (Vollfederung und Sitzgeometrie) dieser Anforderung besser gewachsen ist.
Meine Überlegung war daher jetzt: Warum kein Downhill-Rad? Wenn da "normale" Leute mit runterbrettern und rumhüpfen können, dann müsste das für meine Anforderungen (wie gesagt: "etwas" mehr Fahrermasse) bei etwas konservativeren Strecken und Geschwindigkeiten ebenfalls recht gut (zumindest bestmöglich) geeignet sein.
Als Nebeneffekt könnte ich mir Vorstellen das mit der Fahrermasse mittelfristig besser in den Griff zu bekommen ;)
Aktuell spiele ich das Spiel mit einem Schlitten - aber der Schnee wird ja nicht ewig liegen.

Die schlechtere Performanz "auf der Straße" (wie gesagt: 1-2 km, mehr nicht) und das Mehrgewicht beim hochschieben (Ich spare lieber 10 Kilo bei mir ein :p ) würde ich billigend in Kauf nehmen. Das MTB wäre dann nur noch bei seinen "Im Wald geradeaus" (<50 Höhenmeter)-Strecken im Einsatz. Hochfahren zu können/wollen würde ich für mich erstmal ausschließen.

Habe ich dabei einen groben Denkfehler drin?
(Hat jemand einen hilfreichen Rat für mich?)


Zwischenergebnis:
Mein aktueller Plan:

Mal die Händler in der Umgebung abgrasen, wer passende Geräte (Downhill, Enduro, Allmountain, Trailbike,...) da hat, mich einfach mal draufsetzen, im Optimalfall mal ein kurzes Stück fahren.
Die dabei gewonnen Eindrücke sortiere ich dann mal zu den Rädern (Typ/Rahmenform, Rahmengröße, Federweg(e), Dämpfer).

Ein paar Dinge habe ich jetzt schon für mich mitgenommen:
  • Ein echtes Downhill-Bike wäre übertrieben (gibt sowas wie "Enduro",...) und macht auf der Ebene keinen Spaß - bergauf kann man vergessen.
  • Beim Hinterbau zu Gunsten des Übersetzungsverhältnisses lieber auf Federweg verzichten (Danke @danimaniac )
  • Ich will gescheite Bremsen (Vierkolben mit Scheiben ≥ 200mm)

Das hilft mir beim gucken erstmal enorm!

Mit meinen Eindrücken komme ich dann wieder und gucken mal was es da konkret passendes geben könnte. - Neu oder gebraucht.
 
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Servus
An sich sehe ich da keinen Denkfehler außer das es mir persönlich auch zu blöd wäre das Rad 1-2 km über die Ebene zu bewegen der Hinterbau schluckt halt und du musst im Stehen treten. Würde dir da eher zu einem Enduro/Freeride raten die halten Ähnlich viel aus und ich glaube nicht dass du es bei deinen Strecken überforderst und du kannst es noch gut in der Ebene Bewegen und solltest du irgendwann Mal die Berge rauffahren wollen dann schaffen die das auch.

Schau dir Mal die Räder von Commencal an die sind Preis-Leistung in Ordnung und die Rahmen sind sehr stabile gebaut und wiegen fast so viel wie ein Downhiller

Lg
 
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Habe ich dabei einen groben Denkfehler drin?
(Hat jemand einen hilfreichen Rat für mich?)
Kurz: ja!
Hochfahren zu können/wollen würde ich für mich erstmal ausschließen.
Mit einem Downhiller wirst du niemals einen Berg hochfahren, selbst wenn du es wolltest. Selbst strecken auf der Ebene sind mit den Dingern eine Qual. Das sind reine Park/Race Bikes.


Wenn du mit einem Hardtail deine Strecke fahren kannst, brauchst du sicher kein DH-Bike. Wenns ein Fully sein muss, dann eher Richtung Trail oder so nen Down-Country Flitzer mit guter Ausstattung.

Was wiegst du denn im Moment?
 
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Danke erstmal für die schnellen Antworten - und das sogar zu dieser Uhrzeit!

"Erstmal" heißt für mich: "Mindestens dieses Rad" lang - wenn sich das mal verändern sollte, würde ich lieber über was anderes nachdenken, bzw. die Nutzung / Strecke anpassen.
1-2 km in der Ebene (bis zum Berg) müssten aber mal gehen (es geht ja nicht um Effizienz)?!

Zum Thema: "Mit einem Hardtail bewältigen" - naja, teilweise dann doch ehr abgestiegen in den schwierigeren passagen - Ausgewaschene Wege und viele Wurzeln waren für mich dann keinesfalls mehr fahrbar. Es gibt auch eine "Forstautobahn" (mehrere Meter breiter geschotterter Weg) runter, aber da fehlt dann irgendwie der Spaß.

Gewicht dürfte aktuell etwas über muelsan sein.


Meine Überlegung war halt: Mehr Sicherheitsreserve -> mehr einfach mal machen können -> mehr Spaß
Ich neige generell dazu an völlig übertrieben ausgelegten Lösungen Spaß zu haben ;)
 

nanananaMADMAN

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1-2 km in der Ebene (bis zum Berg) müssten aber mal gehen (es geht ja nicht um Effizienz)?!
Mit einem Downhiller wirst du niemals einen Berg hochfahren, selbst wenn du es wolltest. Selbst strecken auf der Ebene sind mit den Dingern eine Qual. Das sind reine Park/Race Bikes.
Nimm das ruhig mal für bare Münze.

Vielleicht würde es helfen, mal auf sowas draufzusitzen - sei es bei ner Besichtigung per Privatverkauf, bei nem Händler (schwierig) oder beim Verleih im nächsten Bikepark (zur Zeit schwierig, aber vielleicht kannst du ja noch etwas warten).

Für die geschilderten ausgewaschenen Wege und Wurzelfelder braucht's keinen Downhiller, die Frage stellt sich eher nach einem für deine Gewichtsklasse zugelassenen Rad (ganz pragmatisch und nicht abwertend gemeint, das kann im Zweifelsfall ziemlich gefährlich sein).
Hier gab's neulich einen Thread dazu, komm aber gerade nicht drauf.
 

Basti138

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Ich bin mal mit nem DH 10km Asphalt gefahren. Und dann die selbe Strecke mit zwei Rädern - eins neben dran mitgeschoben. Mit zwei Rädern wars weniger anstrengend :D

Andererseits ist mal jemand hier aus dem Forum mit ne Canyon Torque mit die Tour gefahren. Keine Ahnung, wie der das gemacht hat. Was waren das - 30km etwa.
 
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Also bei über 130kg ist die frage nach einem stabilen Bike durchaus berechtigt.
Wenn du da was vernünftiges haben willst was auch ne weile hält, dann kann das auch durchaus etwas teurer werden.

Mal ein grober und schneller Gedanke:
Ein Rahmen von z.B. Nicolai. Die sollten dein Gewicht aushalten können:
Laufräder eventuell die Newmen EG30 mit Reifen mit einer etwas dickeren Karkasse.

Dazu eine etwas stabilere Gabel (Lyrik/Yari oder ne 36er sollte reichen). Bei den Bremsen kannst du ebenfalls zu den etwas dickeren Kalibern greifen.

Wo liegt denn das Budget?
 
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Laufräder eventuell die Newmen EG30
Kenne ich nicht aber evtl. ist hier auch auch ein eBike LRS angebracht. Habe mir für mein HT die DT Swiss HX 1501 mit 150kg Systemgewicht zugelegt, da der Originale LRS nach nicht mal 6M. benutzung nachgelassen hat. Mein Händler hat zwar nachgearbeiter aber habe das vertrauen in den LRS verlohren. Brauche ihn nun nur noch für die Strasse 😂
 

Basti138

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Fuel EX ist bis 136. Zumindest Alu.

Würde das aber probefahren und abstimmen lassen. So mancher Dämpfer ist dann bei max Druck auf 50 Prozent Sag. Je nach Hinterbau.
 
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Den Dämpfer sehe ich nicht bei hohem Gewicht. Fahre einen Fox float ctd mit ausgleichsbehälter. mit 30% sag bin bei ca. 230psi. Max ist glaube ich 250 oder 300 psi.

Zudem finde ich die Bremsen eine Beleidigung bei diesem preis. Für schlaue kannst gleich nochmal 200-400 € draufrechnen
 

Basti138

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Das ist nicht nur vom Dämpfer abhängig, sondern auch von der Hebelübersetzung des Hinterbaus.
Es kann sein, dass du beim selben Dämpfer an nem anderen Rad mehr Druck brauchst.
 
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Danke schon mal für die konstruktiven Tipps!

Ich glaube das mit draufsetzen / der Probefahrt ist der wichtigste Tipp, den ich mir mitnehme.
Vor einem Kauf hatte ich das eh vor - jetzt würde ich zusehen, das ich das deutlich vorziehe.

Zum Preisrahmen: Wenn es für mich Sicherheit / Komfort erhöht und mir Strecken ermöglicht, die vorab nicht drin waren, dann würde ich das mit dem Geld ehr etwas weiter zurückstellen. Sämtliche Aufpreise für "Leichtbau" - sprich Carbon etc. bin ich aber nicht bereit zu zahlen.

Zum Systemgewicht - Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist die Relevante Zahl (Systemgewicht) = Fahrer + was anzuziehen + ggf. Gepäck + was auch immer das Rad wiegt. Hier würde ich ganz grob lieber mit 150kg + Radgewicht ansetzen, auch wenn ich auf dem Berg einmal oben mindestens ein Kilo leichter bin als unten ;)

Wie es muelsan scheinbar auch passiert ist, hatte auch ich letztes Jahr mal Probleme mit einem Laufrad (hinten), zwar bei einer ehr geruhsamen Fahrt, aber ich vermute hier hat sich ein "Spätschaden" gemeldet.
Ich hab keine Lust, das sowas mal "am Berg" böse ausgeht.

@muelsan Kann es sein, dass du ein Bild hochladen wolltest, das aber nicht geklappt hat?
Strecken für "runter" habe ich jedenfalls breite Auswahl - 5% sind "Forstautobahn" vielleicht weitere 20% davon wären jetzt mit meinem Hardtail MTB irgendwie machbar, quälen mir aber die Technik zu sehr und der Rest braucht einfach "was anderes"

@Basti138 Ja, sitzen kann man auch meiner Erfahrung nach vergessen, sobald es mal abseits der Forstautobahn beragab geht. Das würde ich also auch so erwarten.
 
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@muelsan Kann es sein, dass du ein Bild hochladen wolltest, das aber nicht geklappt hat?
Strecken für "runter" habe ich jedenfalls breite Auswahl - 5% sind "Forstautobahn" vielleicht 20% davon wären jetzt mit meinem Hardtail MTB irgendwie machbar, quälen mir aber die Technik zu sehr und der Rest braucht einfach "was anderes"
Nein war schon spät und habe einfach den Link vergessen :lol:

@Basti138 Ja, sitzen kann man auch meiner Erfahrung nach vergessen, sobald es mal abseits der Forstautobahn beragab geht. Das würde ich also auch so erwarten.
Ja bergab ist das klar. Aber in der Ebene kannst du auf einem Downhiler ebenfalls vergessen geschweige denn bergauf.
full_2021_sender-cfr-fmd_2250_bk-gn_P5.png


Wie willst du hier vernünftig sitzen geschweige denn treten?
Der Sattel ist viel zu tief und nach hinten geneigt.
Zum vergleich ein Trailbike mit welchem man problemlos pedalieren kann.
Orbea_Occam_H30_metallic_black[1920x1920].jpg



Hier würde ich ganz grob lieber mit 150kg + Radgewicht ansetzen
Nich bös gemeint aber dann lass es bleiben mit dem Biken. Habe noch kein Bike gesehen mit dieser Freigabe. Bei den meissten ist schon bei 115 bis 120kg schluss. Nich mal eBikes haben meines Wissens diese Freigabe.
Die Trek-eBikes zbsp sind auch bei 136kg und da gehen nicht nur 15kg sonder 25kg weg für das Bike.
Nur um es mal gesagt zu haben. Ein Trek Downhiller liegt ebenfalls nur bei 136kg
 
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Wie gesagt: Hoch wird nicht gefahren, nur runter. "Geradeaus" bin ich von zu Hause spätestens nach 2km auf dem Weg "nach oben". Ich suche wirklich "nur was für runter"

Der Trail auf deinem Video ist mir "zu hüpfig" - den würde ich nicht so schnell fahren. Und bei dir sind keinerlei Wurzeln etc. drin - hier teilweise schon sehr böse für mein Empfinden - Ich muss mal gucken, ob ich von meiner Stelle - die ich jetzt im Kopf habe - ein (fremdes) Video finde.

Nich bös gemeint aber dann lass es bleiben mit dem Biken. Habe noch kein Bike gesehen mit dieser Freigabe. Bei den meissten ist schon bei 115 bis 120kg schluss. Nich mal eBikes haben meines Wissens diese Freigabe.
Die Trek-eBikes zbsp sind auch bei 136kg und da gehen nicht nur 15kg sonder 25kg weg für das Bike.
Nur um es mal gesagt zu haben. Ein Trek Downhiller liegt ebenfalls nur bei 136kg
Das ich jenseits aller Herstellerfreigaben bin, ist mir bewusst daher auch die Idee hier Downhill-Gerätschaften zu verwenden weil die am ehesten mit den Kräften klarkommen sollten und ich das Rad wirklich "nur für runter" suche. Die anderen Touren schafft mein Hardtail.

Danke für die Namensnennung bei den Bremsen.

Bei der genannten Zahl zum Gewicht hab ich dann doch noch Fotoausrüstung dabei - aber ich hab hier lieber 10 Kilo "Auslegungsreserve"
 
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