Motor im Rahmen: Harte Strafe für Femke Van den Driessche

Bei der amtierenden U23 Europameisterin Femke Van den Driessche wurde bei der Cyclo Cross-Weltmeisterschaft ein Motor in ihrem Ersatzrad entdeckt. Die Strafe fällt mit einem Bußgeld von 50.000 € und einer lebenslangen Sperre hart aus.


→ Den vollständigen Artikel "Motor im Rahmen: Harte Strafe für Femke Van den Driessche" im Newsbereich lesen


 
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Ich finde 2 Jahre als Sperre für Doping/Betrug allgemein als zu gering, aber ich würde diesen Fall durchaus mit dem eines Dopingvergehens gleich setzen. Daher sollte auch die Strafe gleich ausfallen. Lebenslang ist absoluter Irrsinn!
 
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Vielleicht noch ein paar Worte zur UCI. Das ist der Verein, der bis vor ein paar Jahren Doping als integralen Bestandteil des Sports und gewissermaßen als Teil seiner Geschäftsgrundlage gesehen hat. In dem Sinne, dass sich auffrisierte Spitzenfahrer besser vermarkten lassen, weil sie dann konstantere Ergebnisse liefern. Im Gegenzug sorgte die UCI dafür, dass sich diese Fahrer ungestört an die Grenzwerte herandopen konnten und bei Gefahr gewarnt wurden. Auf die Spitze getrieben wurde diese Symbiose in der Ära Armstrong-Verbrugge. Mit den bekannten Folgen.

Wie Glaubwürdig die Bemühungen der UCI im Kampf gegen Doping mittlerweile sind, kann man schwer beurteilen. Glaubwürdiger als die aller (Betonung auf aller) anderen Verbände weltweit, sind sie trotzdem. Man denke nur an globale Sportarten wie Tennis oder Fußball und deren ökonomische Interessen. In diesem Kontext muss man auch die Bestrafung von Van Driessche sehen: Wenn es jetzt mit mechanischem Doping anfängt, während man gerade noch dabei ist die alten Baustellen zu bereinigen, ist das sicher nicht im Sinne der Protagonisten. Daher auch die vergleichsweise "drakonische Strafe". (Die der Sportgerichtshof eh noch kippen wird.)

Wer weiß: Hätte man Anfang der Neunziger, zu Beginn der EPO-Seuche, ähnlich entschlossen und bestimmt reagiert, wären uns vielleicht 20 "verlorene Jahre" erspart geblieben. Daher finde ich die aktuelle Reaktion durchaus nachvollziehbar und richtig.
 

TTT

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Ich fürchte nur, dass der Hersteller dieser Motoren durch die Geschichte mächtig Aufwind erhält und man sich dann bei den Hobbymarathons vermehrt mit diesen messen darf.
 

evil_rider

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lebenslang fände ich wohl auch zu hart, zumal solche geschichten grad bei leuten in dem alter ja eher auf druck vom team her kommen... daher lieber das team lebenslang sperren und sie 2 jahre und gut ist...
 

froride

travelling on one leg
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Vielleicht noch ein paar Worte zur UCI. Das ist der Verein, der bis vor ein paar Jahren Doping als integralen Bestandteil des Sports und gewissermaßen als Teil seiner Geschäftsgrundlage gesehen hat. In dem Sinne, dass sich auffrisierte Spitzenfahrer besser vermarkten lassen, weil sie dann konstantere Ergebnisse liefern. Im Gegenzug sorgte die UCI dafür, dass sich diese Fahrer ungestört an die Grenzwerte herandopen konnten und bei Gefahr gewarnt wurden. Auf die Spitze getrieben wurde diese Symbiose in der Ära Armstrong-Verbrugge. Mit den bekannten Folgen.

Wie Glaubwürdig die Bemühungen der UCI im Kampf gegen Doping mittlerweile sind, kann man schwer beurteilen. Glaubwürdiger als die aller (Betonung auf aller) anderen Verbände weltweit, sind sie trotzdem. Man denke nur an globale Sportarten wie Tennis oder Fußball und deren ökonomische Interessen. In diesem Kontext muss man auch die Bestrafung von Van Driessche sehen: Wenn es jetzt mit mechanischem Doping anfängt, während man gerade noch dabei ist die alten Baustellen zu bereinigen, ist das sicher nicht im Sinne der Protagonisten. Daher auch die vergleichsweise "drakonische Strafe". (Die der Sportgerichtshof eh noch kippen wird.)

Wer weiß: Hätte man Anfang der Neunziger, zu Beginn der EPO-Seuche, ähnlich entschlossen und bestimmt reagiert, wären uns vielleicht 20 "verlorene Jahre" erspart geblieben. Daher finde ich die aktuelle Reaktion durchaus nachvollziehbar und richtig.

Du nimmst mir die Worte aus dem Mund, ähnliches wollte ich auch gerade schreiben. Warum die gleichen Fehler wie früher machen. Pseudostrafen, Unschuldsvermutungen und Besserungsbeteuerungen zulassen. Es ist richtig, das man sofort drastische Maßnahmen ergreift um die Sache im Keim zu ersticken. Das es anders nicht funktioniert, hat die Vergangenheit gezeigt. Also sollte man jetzt diesen Weg versuchen. Und ob dieser funktioniert, wird auch erst die Zukunft zeigen.
 

MadCyborg

Dr.mad.Cyborg
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Für die Akkuzweifler eine kleine Rechnung:
-eine Wald-und-Wiesen-18650-LiIon-Zelle kommt nominell auf 9 Wattstunden (3,6V*2500mAh)
-sie wiegt knapp 50g und ist 65mm lang (und 18,5mm dick)
-man muss also für 10 Zellen 0,5kg und 65cm Akku unterbringen
-dafür bekommt man 90Wh zusätzliche Energie
-diese Zellen bringt man auch bei einem kleinen Rahmen in Ober- und Sitzrohr/Sattenstütze locker unter

Es ist in meinen Augen definitiv möglich eine signifikante Zusatzleistung zu installieren, die man von außen nicht optisch erkennen kann.
Einen wie auch immer gearteten Schalter lässt man ggf. weg, der Antrieb macht einfach immer, oder unter/überhalb einer konkrete Kadenz mit. Natürlich ist das noch etwas einfach gerechnet, aber ebenso ist es akkutechnisch nicht ausgereizt.
Fazit: Kontrollen müssen her. So ein Antrieb ist letztlich (wie hier und anderswo schon x-fach dargelegt) einfach zu entdecken, sobald man das Rad in die Hand nimmt.

Lebenslang fände ich für einen letztlich nicht eingesetztes Teil schon heftig, mal sehen was sich da noch dreht.
 
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Die Strafe finde ich gerecht.

Egal ob E-Doping oder mit Medikamenten, wer betrügt sollte hart bestraft werden! Wenn es um die Existenz oder Fortsetzung der Karriere geht schreckt es imho eher ab als eine Geldstrafe und Sperre auf Zeit.


Vollkommen ungerecht finde ich übrigens die Verwendung der Alchemy und VanDeyk Crosser vom Crosstoberfest für die Headline!
Beide wurden beim Crosstober ohne Motor und nur mir 2 Beinen und ner Menge Espresso und Maria Hilfer Bier angetrieben ;-)
Bitte mal gegen ein Bild der Athletin oder des betroffenen Wilier Bikes austauschen...
 
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Na wo wird der Akku wohl gewesen sein? :hüpf::D
Auf der Webseite des Motorherstellers steht, dass der Akku in einer regulären Satteltasche platz hat.
Vielleicht könnte es auch eine Möglichkeit geben, den Akku im Rahmen zu verstecken.:winken:
auf der website steht auch, dass der akku im sitzrohr platziert wird.

man muss nur das richtige system auswählen.
 
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Deleted35614

Guest
Wie ist den der Freund des Bruders dann wieder nachhause gekommen?
Hat der sich einfach ein anderes genommen?
 
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cochem
Die Räder sehen alle gleich aus, haben aber oft unterschiedliche Laufradsätze,
da kommt es schnell ein Gewichtsunterschied von einem Kilo umnd mehr.
Oft ist rad Nummer eins aus Kostengründen mehr getunet als Rad Nummer zwei oder drei.
Eine technische Abnahme gibt es nicht, stichpunktartige Kontrollen sehr wohl.
Zukünftig setzt man möglicherweise auf thermographische Verfahren.
Van den Driessche soll angeblich gezielt kontrolliert worden sein
 
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Na wo wird der Akku wohl gewesen sein? :hüpf::D
Auf der Webseite des Motorherstellers steht, dass der Akku in einer regulären Satteltasche platz hat.
Vielleicht könnte es auch eine Möglichkeit geben, den Akku im Rahmen zu verstecken.:winken:

Für die Akkuzweifler eine kleine Rechnung:
-eine Wald-und-Wiesen-18650-LiIon-Zelle kommt nominell auf 9 Wattstunden (3,6V*2500mAh)
-sie wiegt knapp 50g und ist 65mm lang (und 18,5mm dick)
-man muss also für 10 Zellen 0,5kg und 65cm Akku unterbringen
-dafür bekommt man 90Wh zusätzliche Energie
-diese Zellen bringt man auch bei einem kleinen Rahmen in Ober- und Sitzrohr/Sattenstütze locker unter

Es ist in meinen Augen definitiv möglich eine signifikante Zusatzleistung zu installieren, die man von außen nicht optisch erkennen kann.
Einen wie auch immer gearteten Schalter lässt man ggf. weg, der Antrieb macht einfach immer, oder unter/überhalb einer konkrete Kadenz mit. Natürlich ist das noch etwas einfach gerechnet, aber ebenso ist es akkutechnisch nicht ausgereizt.
Fazit: Kontrollen müssen her. So ein Antrieb ist letztlich (wie hier und anderswo schon x-fach dargelegt) einfach zu entdecken, sobald man das Rad in die Hand nimmt.

Lebenslang fände ich für einen letztlich nicht eingesetztes Teil schon heftig, mal sehen was sich da noch dreht.
Bei einem Crossrennen wird nicht mit Satteltäschchen oder Trinkflasche gefahren. Bleibt der Rahmen. Im Sattelrohr steckt der Motor. In der Sattelstütze ist sicher nicht genügend Platz. Beim Oberrohr oder Unterrohr ist das Problem: wie bekommt man ihn da rein? Und zwar so das er fest sitzt und nicht klappert. Der Motor muss angeschlossen werden und man muss den Akku laden können. Für einen 65cm langen Akkupack braucht's dann auch ein 65cm langes Rohr.
 

mete

[ˈfɛɪ̯k(ˈ)njuːs]
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Bei einem Crossrennen wird nicht mit Satteltäschchen oder Trinkflasche gefahren. Bleibt der Rahmen. Im Sattelrohr steckt der Motor. In der Sattelstütze ist sicher nicht genügend Platz. Beim Oberrohr oder Unterrohr ist das Problem: wie bekommt man ihn da rein? Und zwar so das er fest sitzt und nicht klappert. Der Motor muss angeschlossen werden und man muss den Akku laden können. Für einen 65cm langen Akkupack braucht's dann auch ein 65cm langes Rohr.

Oh Mann, schau Dir doch einfach mal die gängigen Konzepte an, für einen Motor, der über 35 Minuten (ja, länger dauern die Frauenrennen in der U23 nicht) 100W (ja, das reicht locker, um einen mittelmäßigen Fahrer zum Gewinner zu machen) leisten muss, benötigt man nun einmal schlicht keinen Monsterakku, schon gar nicht, wenn der Motor nur sektionsweise aktiviert wird. Da reicht fast ein DI2-Akku für die Sattelstütze aus.
 

Pizzaplanet

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Faha
Das ganze System ist doch nix neues.
Armstrong muss auch so ein Teil gehabt haben so wie der Ulle am Berg stehen lassen hat ;)

gesendet vom Sonny Smartfön mit Tappatalk
 

buitiful

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Ja, aber nur fast.

Was willst du uns denn sagen? Meintst du, dass der Motor nur zum Spaß und ohne Akku eingebaut wurde? Die Systeme laufen Junge.

Schau dir die gängigen Videos auf youtube an, wo Tech-Fraud bei Profi-Rennen vermutet wird. Schau dir das Video mit Greg Lemond an und was der zu dem Thema meint. Es wird sogar vermutet, dass es mittlerweile komplette Laufräder mit Motor-Systemen gibt.

Bio-Doping ist die eine Sache. Beschisss, klar. Aber immerhin noch selbst getreten. Und im Endeffekt etabliert aus Urzeiten her. E-Doping ist eine vollkommen andere Sache und hat mit Radrennfarhren nichts mehr zu tun. Macht die Zirkusshow endgültig auch international kaputt. Damit würde eine ganze Industrie zu Nichte gemacht.

Strafe ist gerecht.

Thread kann geschlossen werden.
 

mete

[ˈfɛɪ̯k(ˈ)njuːs]
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Ja, aber nur fast.
Gut, ich präzisiere, locker. Der Motor läuft ja nicht permanent, beim Cyclocross sind viele Tragepassagen dabei und bergab und in der Ebene ist ein Einsatz meist eher sinnlos, bleiben von 35 Minuten vielleicht 5 Minuten effektive Laufzeit übrig und das ist schon viel.
 

MadCyborg

Dr.mad.Cyborg
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Bei einem Crossrennen wird nicht mit Satteltäschchen oder Trinkflasche gefahren. Bleibt der Rahmen. Im Sattelrohr steckt der Motor. In der Sattelstütze ist sicher nicht genügend Platz. Beim Oberrohr oder Unterrohr ist das Problem: wie bekommt man ihn da rein? Und zwar so das er fest sitzt und nicht klappert. Der Motor muss angeschlossen werden und man muss den Akku laden können. Für einen 65cm langen Akkupack braucht's dann auch ein 65cm langes Rohr.
Daher führte ich extra die Maße der Zellen an. Bei 18,5mm Dicke passten die locker in die Stütze. Ins Oberrohr kommt man durchs Sitzrohr, wenn der Rahmen günstig gebaut (und ggf modifiziert) ist. Etwas technischer Einfallsreichtum ist sicherlich gefragt, niemand sagt, dass die Akkus am Stück verbaut sein müssen. Man könnte zum Beispiel auch mehr dünnere/kürzere Zellen nehmen. Der Ladevorgang bleibt gleich ganz außen vor, schließlich ist das System ausschließlich für den Renneinsatz da. Wenn danach ein komplizierter Ausbau- und Ladeprozess folgt, ist das Rille. Dafür gibts Mechaniker.
 
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Ich kenne mich da nicht so aus aber verdient man mit CX so viel, dass man eine 50k Strafe zahlen kann?
 
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Sie ist erst 19 Jahre alt und soll fürs ganze Leben gesperrt werden ? Ein Unding ! Vermutlich hängt ihre ganze Passion und Leidenschaft am Radfahren. Man würde ihr damit einen Teil ihrer Lebensgrundlage und Ihres Lebensinhalts nehmen.
Was soll der Quatsch ? Will die UCI sie als Mensch komplett ruinieren ?
Strafe muss ein, wenn eindeutig die schummelei bewiesen ist, aber doch bitte in einem realistischen Ausmaß.
 
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Ok, ok. Nach 147 Beiträgen - alle höchst interessant - wer macht eine Zusammenfassung über Pro und Contra!?
Ich finde, wenn ich richtig versägt werde, ist das frustrierend. Aber wer schummelt, macht es natürlich nicht so auffälig. Also sehe ich es als Anreiz, mehr zu trainieren - sprich Ahnungslosigkeit ist auch Doping...
 
D

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Guest
Sie ist erst 19 Jahre alt und soll fürs ganze Leben gesperrt werden ? Ein Unding ! Vermutlich hängt ihre ganze Passion und Leidenschaft am Radfahren. Man würde ihr damit einen Teil ihrer Lebensgrundlage und Ihres Lebensinhalts nehmen.
Was soll der Quatsch ? Will die UCI sie als Mensch komplett ruinieren ?
Strafe muss ein, wenn eindeutig die schummelei bewiesen ist, aber doch bitte in einem realistischen Ausmaß.

Aha, und was macht der Nachwuchsfahrer oder die Konkurrenten, die mithalten wollen/müssen? Dopping oder verlieren gegen solche Betrüger. Und wer es noch nicht wiße, Dopping schadet dem Körper massiv, besonders in Jungen Jahren. Daher Strafe gerechtfertigt, ebenso sollten alle anderen (Mechaniker/Teamleiter) die davon wußten gesperrt werden.
Das ist kein harmloses Vergehen, basta.
Wer anderer Meinung ist, der sollte sich mal mit Ärzten unterhalten, die sich um die Folgen von Dopping an Jugendlichen kümmern. Nicht jeder hat einen Motor im Rahmen, die die da mithalten wollen, müßen spritzen oder sie bleiben auf der Strecke. Aber das gilt früher oder später auch für die Dopper
 
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