Muschi baut einen Gravelcrosser - Dauertestrad 2017

muschi

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Tach zusammen,

Es ist schon lange wieder soweit sich Gedanken über einen Dauertest für die Saison 2017 zu machen.
Ich mag es ja ein wenig extraordinär. Nachdem ich mir 2015 "Fat4race", und 2016 "Starrgabel für alles" gegönnt habe, steht 2017 ein Dauer-Konzepttest zum Thema Gravelcrosser an.

Die Idee einen Gravelcrosser fahren zu wollen schwirrt schon länger in meinem Kopf herum. Nachdem Cannondale das Slate, GT das Grade, und Open das U.P. auf den Markt gebracht haben, war nicht nur der Habenwill-Effekt aktiviert worden, sondern auch für genug Verwirrung in der Radsportwelt gesorgt worden.
Wieder mal neue Ideen und neue Kategorien, da jeder Hersteller diese Radgattung anders kategorisiert.
Weiß Ottonormalradfahrer schon nichts mit dem Begriff Gravelcrosser anzufangen, so kommen sie mit den firmeneigenen Kategorien New Road, Enduroad und Gravelplus garnicht mehr klar.

In einem Konzepttest zum Thema Gravelcrosser möchten wir mit der Grauzone aufräumen und sie in schwarz und weiß auftrennen. Wir möchten Fragen beantworten und Unklarheiten beseitigen. Darum werden wir in diesem Dauertest auch nicht auf ein Rad von der Stange zurückgreifen, sondern einen Rahmen nach meinen Bedürfnissen aufbauen lassen.

Dieser Gravelcrosser braucht einen Namen.
Die "Biergrit" hat folgende Eckdaten:

- Stahlrahmen
- 28Zoll und 650B tauglich
- 1x11 Schaltung
- hydraulische Bremsen
- verstellbare Ausfallenden
- Lauffork Grit

Die Vorbereitung zu diesem Test nahm einige Zeit in Anspruch um so mehr freut es mich jetzt diesen Aufbaufaden präsentieren zu dürfen der die Test- und Erlebnisberichte in den News 2017 begleiten soll.
Der Test selber wird in Februar/März 2017 starten. Aber gut Ding will Weile haben. Darum starten wir mit dem Bau des Rahmens durch die kleine deutsche Rahmenbauschmiede "Le Canard" aus Bochum.

http://www.le-canard-rahmenbau.de

Bildschirmfoto 2016-10-15 um 11.05.01.png
 

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...das ist wirklich wahr, gerade die aufgezählten Grade, Slate und Co haben alle einen Lenkwinkel von 69-71.5 Grad. Aber vieleicht ist das im Zuge von Custom-Rahmen vom Schöpfer so gewollt...
 

talybont

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der Lenkwinkel braucht ganz schön Vorbaulänge, sonst wird es ekelig! So 100-120 mm sollten es schon seit. Die modernen Schotterräder sind ja eher mit 70-90 mm unterwegs (in Gr. 56).
 
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73er lenkwinkel ist ganz schön sportlich
Dazu noch den 74° Sitzwinkel; BB Drop ist auch net in der Zeichnung erkennbar, was ne große Auswirkung auf Kurvenverhalten hat - in Anbetracht der ganzen crossigen Auslegung möcht ich auf 55-60mm tippen. In Verbindung mit 420er Streben ist das seehr kurvenbetont ausgelegt.
Ja, der Threadtitel ist "Gravelcrosser" - ich bin zunächst mal aber net soo begeistert von der Geo: Das ist ein schlichter Crosser mit der ganz alten klassischen Auslegung, mit nem 145er Steuerrohr als Gravel-Feigenblatt oder Zugeständnis an das mittelalterliche Rückenziehen nach der Tagestour.
 
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...da fühl ich mich direkt angesprochen.... :)


...kann ich mir an nem Karbonrahmen einigermaßen vorstellen... :D
Mir half damals dieser Text:

Zur Einordnung der Räder helfen vor allem die Geometriedaten aus dem RoadBIKE-Prüflabor: Langer Radstand um 1020 mm, eher flache Lenkwinkel und viel Gabelnachlauf sorgen für hohe Laufruhe und satten Geradeauslauf. Diese Werte liegen meist genau zwischen denen laufruhiger Touren-Rennräder und Querfeldein-Rädern. Die Tretlagerabsenkung entspricht der von herkömmlichen Rennrädern – anders als bei Crossern liegt der Fahrerschwerpunkt (geringfügig) tiefer, was sicheres Kurvenhandling auch bei hohen Geschwindigkeiten begünstigt. Ebenfalls allen Testrädern gemein ist die langstreckentaugliche Sitzposition des Fahrers: Er sitzt leicht gestreckt, aber durch gemäßigt lange Steuerrohre ohne zu starke Sattelüberhöhung.

Im Herzen ein Tourer
Interessant ist so ein Gravel-Racer also grundsätzlich für jeden, der viel Zeit auf seinem Rad verbringt: Alltags- und Vielfahrer sowie alle, die ihr Rennrad nicht nur als reines Sportgerät nutzen.


Wobei ein Bild sagt mehr als 1000 Worte
YORKSHIRE_MG_9771.jpg
 

le-canard

le canard
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Guten Tag alle miteinander.
Ich komme gerade aus einem kurzen Urlaub zurück und freue mich über das rege Interesse an Marios Projekt.
Hier werden einige interessante Aspekte angesprochen, zu denen ich vielleicht jetzt mal Stellung beziehen sollte. Ich fange mal mit den einfacheren Sachen an:

Vorbaulänge: geplant ist ein 85 mm Vorbau.

Tretlager-Absenkung: eigentlich hatte ich die Tretlagerhöhe (290 mm) schon angegeben. Um der Vollständigkeit willen: der Tretlager-Tiefgang liegt bei 55 mm.

Sitzwinkel: der 74er Winkel hat sich aus einer Sitzprobe auf der Messmaschine ergeben. Mario fährt gerne mit einer moderaten Sattelüberhöhung (50 cm zur Oberlenkerposition), und hat im Verhältnis zur gesamten Innenbeinlänge recht kurze Oberschenkel. Da passte das gut vom Knielot und dem Winkel Oberschenkel-Rumpf in der oberen Pedalposition. Ein flacherer Sitzwinkel wäre mit Blick auf das Knielot auch noch drin gewesen, aber dabei wird der letztgenannte Winkel etwas kleiner. Daher haben wir dem 74er Sitzwinkel den Vorzug gegeben.

Lenkwinkel: dieser Aspekt wird von euch offenbar am kritischsten diskutiert. Hier unsere Vorüberlegungen:
Nach meiner Erfahrung bedeutet ein steiler Lenkwinkel hohe Wendigkeit, ein flacher Lenkwinkel ergibt gute Laufruhe und stabilen Geradeauslauf.
Ich habe Mario einen 73er Winkel vorgeschlagen, nachdem er mir beschrieben hat, wobei es ihm beim Crossen in erster Linie ankommt. Ich selbst fahre einen 72,5er Lenkwinkel an meinem Crosser, und ich mag das wendige Fahrverhalten, auch wenn es ein wenig auf Kosten der Laufruhe geht. Nach meiner Erfahrung stört es auch nicht auf ruppigen Trails, wenn ich mit dem Crosser mal meine MTB-Hausstrecke abfahre.
Zwei Einwände finde ich gut, und will daher mit Mario den Lenkwinkel noch mal diskutieren.
Zum einen das von talybont angesprochene Verhältnis zwischen Lenkwinkel und Vorbaulänge. Dabei soll das nervöse Lenkverhalten mit einer langen Vorbaulänge beruhigt werden. Da wir einen 85 mm Vorbau geplant haben, wäre tatsächlich ein flacherer Lenkwinkel angeraten.
Zum anderen planen wir eine Gabel mit kleinem Federweg. Auch hier ist ein flacherer Winkel durchaus sinnvoll. Eine Fahrsituation ist möglich, bei der mit viel Druck auf dem Vorderrad im Gelände enge Kurven genommen werden wollen. Dabei wird der Lenkwinkel noch etwas steiler, und das Rad würde zum Übersteuern neigen.
Ich habe den geplanten Lenkwinkel mal auf 72° reduziert. Noch flacher wäre mir im Hinblick auf das geplante Fahrverhalten (eher wendig als laufruhig) für falsch.

So, der Worte sind genug geschwafelt. Ich werde gleich mal die geänderte Geometrie posten und bin gespannt auf weitere Reaktionen.
cu,
nt
 

talybont

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Würde den Lenkwinkel auf 70 Grad zurücknehmen. Wenn noch 10-15 mm Sag dazukommen, könnte das sonst Überraschungen geben.
Habe solche Erfahrungen mal bei einem Genius RC gemacht.
 
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