Muskel übersäuert unverhältnismäßig schnell?

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Hallo zusammen,
mein erster Beitrag hier :)

Ich fahre nun seit Anfang 2020 regelmäßig ca. 5x die Woche Fahrrad, MTB und/oder über Radwege. Ich bin insgesamt mit der Langzeitentwicklung, meiner gesteigerten Kondition und Leistungsfähigkeit sehr sehr zufrieden. Was anfänglich nur ein "Diät Sport" sein sollte, hat sich zu einem neuen Lieblings Hobby entwickelt und so möchte ich dieses Jahr u.a. bei Rad am Ring starten :)

Auch wenn es bisher alles super lief, habe ich immer noch ein Problem: Wenn ich an sehr steilen Bergen fahren muss, dann machen meine Oberschenkel, gefühlt, unverhältnismäßig schnell "zu". Das ging letztens soweit, dass ich auf einen Schlag absteigen musste weil der Muskel wortwörtlich hart wie Beton war, und ich wirklich nicht mehr treten konnte. Das ganze passiert "leider" weit bevor ich atemtechnisch an mein Limit komme, auch mein Puls ist dabei nicht am Begrenzer... Auf unserer größeren Runde mit 56km, davon die letzten 17km stetiger gemäßigter Anstieg, habe ich überhaupt keine Probleme. Allgemein fühle ich mich auf längeren Touren mit genug Wasser und einem kleinen Snack sehr gut, um weiter zu treten.

Für Rad am Ring wird allerdings diese "Berg Performance" ein ziemliches Problem sein. Ich habe schon quervergleiche mit meinem guten Fitness Bike und günstigen MTB gemacht, Übersetzungen, Sitzposition rauf, runter, vor, zurück... es ändert sich irgendwie nichts.

Kennt jemand das Phänomen in der Art? Ein Lösungsansatz? Falsche Ernährung?

Danke vorab!
 
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Hi,
also wenn das Problem unabhängig davon auftritt wie lange du auf dem Rad sitzt, sondern nur abhängig von der Steigung kann man Ernährung denke ich ausschließen.
Wie ist denn deine Leistung am Berg? Geht der Puls stark nach oben, oder geht die Trittfrequenz in den Keller?
Ansonsten kann es durchaus etwas mit der Neigung des Rades zu tun haben, ergo mit der Sitzposition. Tritt das Problem auch auf wenn du im Wiegetritt einen Berg hochfährst, oder nur im Sitzen?
Hast du einen Rollentrainer daheim? Wenn ja, Rad einspannen und Vorderrad erhöhen und dann fahren und schauen was passiert bei welcher Neigung. Alternativ auch mal auf der Straße eine Weile etwas unnatürlicher nach vorne beugen und den Berg zu simulieren.

Ich hatte mal eine Zeit lang Probleme dass der Gesäßmuskel schnell zugemacht hat. War mit angepasster Sattelneigung schnell behoben. Bis ich das kapiert hab, habe ich allerdings eine Weile gebraucht.

Grüße
 

McDreck

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Kennt jemand das Phänomen in der Art? Ein Lösungsansatz?
Ja. Ich gedenke das mit allgemeinem und spezifischem Krafttraining der Beinmuskulatur zu verbessern.

Spezifisches Krafttraining wäre z.B. gezielt an Steigungen "auf Muskel" zu fahren bis zur Grenze. Kurze Erholung und nochmal. Wiederholen bis eine weitere Wiederholung keinen Sinn mehr macht. So wie man das bei normalem Krafttraining auch machen würde. Oder halt generell auf kürzeren Touren bzw. der Feierabendrund gegen Ende hin noch mal derartige Kraftintervalle einlegen.

Allgemeines Krafttraining wären Kniebeugen, Ausfallschritte etc. in allen möglichen Varianten. Dabei Hüft-, Waden- und Fußmuskulatur nicht vergessen.

Ich empfand den Kneesovertoesguy durchaus inspirierend.
 

McDreck

Cyclist for Justice
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Btw, hier ist noch ein ähnlicher Thread.
 
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Hallo zusammen,
vielen Dank für die schnellen Antworten:

Ich selber würde mich eher als Schnelltreter bezeichnen. Ich habe kein Messsystem am Bike, sehe aber den Vergleich zu meiner Freundin und meinen Kumpels nebeneinander. Wiegetritt nutze ich fast nie, ich stehe auch nicht auf.

Die Sattelposition habe ich mir etwas nach vorne angewinkelt eingestellt, da mir vorher immer das eingeschlafen ist, was mich zum Mann macht...

Beinkraft Training habe ich mich im Fitti immer vor gedrückt, da mir recht schnell eine alte Miniskus Verletzung wehtut und dann macht mein Kopf prompt nicht mehr mit in der Beinpresse.

Pulsverlauf werde ich bei der nächsten Feierabend Runde mit verlängertem Berg mal genau ansehen, wo es dahin geht. Meine Atemfrequenz wird auf jeden Fall nicht extrem mehr als in der Ebene.
 
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Hallo,

Kann es sein, dass Du nur verhältnismässig wenige Höhenmeter fährst?

Was kommt denn im Monat so zusammen an Höhenmetern?
 
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Faustformel die ich mal gelesen habe: Brennt die Lunge und die Beine könnten noch, ist es eine Cardio Sache. Umgekehrt ein muskuläres Defizit. Ich kenne das doch von mir selber. Man radelt den Winter durch auf seinen Hometrails, will sich in der kalten Luft nicht übermässig anstrengen und steigert doch seine Kondition. Dann weiss man auch genau wo es mal kurz anstrengend wird, aber man weiss auch, nach der nächsten Kuppe wird's wieder flacher.

Jetzt kommt der neue steile Berg der nicht aufhören will und schon ist es auch eine mentale Sache. Man hinterfragt sein Training, Frust kommt auf und man steigt ab. Das liebe ich so am Bouldern. Du hast ein Projekt am eigenen Limit und das reizt dich. Die erste halbe Stunde geht fast nix und irgendwann ist der Körper so parat, dass er geschmeidig und schmerzfrei wird. Und der Wandel ist innerhalb einer Stunde konzentriert feststellbar.

Das Gleiche wirst du beim Biken erleben. Wie schon andere geschrieben haben, wenn du schweres Gelände willst, musst du schweres Gelände trainieren. Der Körper muss sich an die neuen Reize gewöhnen (analog dem bouldern).
 
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Das kann vieles sein , Sattel zu hoch oder zu tief. Ausdauer entwickelt man nicht von heute auf morgen schon gar nicht wenn man ans Limit muss. Fahr heute mit 41 Berge locker hoch wo ich mit anfangs 20 dachte ich sterbe gleich . Kraft spielt bei, radfahren so gut wie keine Rolle.
 
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Klar, ein Radfahrer ist kein Gewichtheber und trainiert auch dementsprechend. Nur ganz ohne Kraft geht es eben doch nicht. Lieber 60kg in den Beinen und nur 30kg brauchen. Halbtot auf dem Gipfel ankommen und dann fast vom Rad fallen, kann`s definitiv nicht sein. Diese Reserve kommt auch der Konzentration und Unfallprävention zugute, wenn es anschliessend wieder runter geht.

Selbst Profi Schachspieler absolvieren mittlerweile gezielte Sportprogramme um Körper und Geist fit zu halten.
 
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Klar, ein Radfahrer ist kein Gewichtheber und trainiert auch dementsprechend. Nur ganz ohne Kraft geht es eben doch nicht. Lieber 60kg in den Beinen und nur 30kg brauchen. Halbtot auf dem Gipfel ankommen und dann fast vom Rad fallen, kann`s definitiv nicht sein. Diese Reserve kommt auch der Konzentration und Unfallprävention zugute, wenn es anschliessend wieder runter geht.

Selbst Profi Schachspieler absolvieren mittlerweile gezielte Sportprogramme um Körper und Geist fit zu halten.

Die Ftp und deine w Balance sind die entscheidenen Faktoren. ich Sag nicht das Krafttraining schadet aber der Nutzen ist gering .Jedenfalls für das Problem des Kollegen.
 
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Vielen Dank schonmal für die zahlreichen Antworten :)

Leider kam ja pünktlich nach dem Oster Schlemmen jetzt der Schnee, da werde ich ganz sicher zuhause bleiben :D

Ich denke beim Radfahren und der Beinmuskulatur wird ja nicht das einmalige Gewichtheben entscheidend sein.
Hat jemand eine Referenz wieviel Trainingsgewicht-y bei Körpergewicht-x ich mit wievielen Kniebeugen schaffen sollen müsste?
 
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Dein Meniskus wird da nicht ganz unschuldig sein. Eine "entlastende Haltung" durch Schmerzen im Knie führt oft zu einer allgemeinen Fehlhaltung. Die Fehlhaltung bemerkt man über die Zeit nicht mehr.
Eine Fehlhaltung, welche sich auf die Muskelgruppen im Umfeld verteilt führt dann zur Myogelose.
Auch 5x die Woche auf Rad kann eine Überbelastung bedeuten, was dann ebenfalls zur Myogelose führen kann.
Zu denken das, dass einmalige verstellen deiner Sitzposition einen Unterschied machen würde ist nicht richtig. Diese "rumprobieren" hat da keinen großen Effekt.

Das lässt sich gut durch gezieltes Muskel Training beheben, am besten begleiten durch einen Physiotherapeuten. Einfaches Krafttraining alleine ist da nicht Zielführend und verstärkt die Probleme nur. Lieber mal mit dem Spezi drüber reden. Dieser kann zur Unterstützung auch Tapern, oder mit Kompressionskleidung helfen. (das hilft das die Blutgefäße sich nicht so schnell zu ziehen und der muskel schrumpft ... so oder so ähnlich)
Etwas mehr Magnesium ist dabei auch gut. (oder mehr Radler :bier: trinken )
 
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