Muskuläre Kraft als Begrenzer

Dabei seit
7. Januar 2019
Punkte Reaktionen
8
Hallo zusammen,

meine Schwellenleistung liegt ca. bei 4,3 w/kg, der Schwellenpuls ziemlich genau bei 185 bpm.
Weil ich mich über Monate nicht mehr steigern konnte, habe ich versucht durch regelmäßige hochintensive Laufeinheiten neue Reize zu setzen.

Das hat wohl auch funktioniert da ich meinen Schwellenpuls beim Radfahren nicht mehr erreiche - weil vorher die Beine zu machen.

So wie es aussieht habe ich zwar jetzt meinem Herz-Kreislaufsystem einen ordentlichen Push gegeben, die muskuläre Ausdauer scheint nun aber der limitierende Faktor zu sein.

Hat jemand Trainingstipps um meine Kraftausdauer jetzt noch "nachzuziehen"?
Habe zwar an Maximalkrafttraining mit Gewichten gedacht, fahre allerdings ausschließlich MTB-Marathons bei denen ich ohne große Leistungsspitzen fahre und von daher den Effekt geringer sehe als z.B. für einen XC-Fahrer.

Danke
 

BockAufBiken

Force Racing Teamfahrer
Dabei seit
27. Juli 2008
Punkte Reaktionen
194
Ort
Kölle
Versuchs mal mit EB-Intervallen (4x4, 4x8 etc.) zur Senkung der Laktatbildungsrate. Steigerung der Max.Kraft ist immer gut. ;)
 

dubbel

BOBFOC
Dabei seit
31. Dezember 2012
Punkte Reaktionen
236
Weil ich mich über Monate nicht mehr steigern konnte, habe ich versucht durch regelmäßige hochintensive Laufeinheiten neue Reize zu setzen.
Das hat wohl auch funktioniert da ich meinen Schwellenpuls beim Radfahren nicht mehr erreiche - weil vorher die Beine zu machen.
So wie es aussieht habe ich zwar jetzt meinem Herz-Kreislaufsystem einen ordentlichen Push gegeben, die muskuläre Ausdauer scheint nun aber der limitierende Faktor zu sein.
die grundlagenausdauer ist unspezifisch.
kann mit langlauf, joggen, beiken oder jeder anderen aeroben sportart trainiert werden, weil das herz-kreislaufsystem trainiert wird.

die spezifische ausdauer, also auch das, was die muskulatur angeht, musst du auch spezifisch trainieren.

aber vermutlich ist das beste, erst mal die basis schaffen, d.h. ausdauer verbessern.
wenn du kurzfristig die entsprechende leistung erbringen kannst, hast du ja genug kraft.
durch die verbesserung der ausdauer bist du in zukunft in der lage, diese leistung länger aufrechzuerhalten.

der oberflächliche eindruck ist immer der, dass die beine nicht mehr können, wenn es zur sache geht.
die naive lösung wäre, die kraft zu trainieren.
dabei wird aber vergessen, dass man mit einer verbesserten ausdauer ganz einfach viel später in den roten bereich kommt.

was dann im Endeffekt für marathons entscheidend sein wird, ist das klassische Training am Berg im Entwicklungsbereich (EB) mit Wettkampfübersetzung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei seit
22. April 2020
Punkte Reaktionen
856
Ort
Achern
Ich für meinen Teil habe schon direkt zu Anfang festgestellt das es auf dem Rad definitiv nicht an der Kraft in den Beinen scheitert. Bis corona bedingt alle Fitnessstudios zu gemacht wurden habe ich mit großer Begeisterung kraftsport betrieben und habe mitunter auch die ein oder andere strongman Disziplin eingebaut. Ich konnte mich von meiner Leistung her ca im unteren fortgeschrittenen Drittel ansiedeln.
Bei 90 kg korpergewicht habe ich
105 kg bankdrücken
180 kg kreuzheben
90kg Kniebeuge
Relativ gut bewältigen können

Erste Runde auf dem geliehenen Rad von meinem kumpel: kleine Anstiege mit ca 100m Länge haben mich sofort an meine Grenze gebracht, nach dem durchatmen ging es aber sofort wieder weiter obwohl meine Beine gebrannt haben wie Feuer war es definitiv kein Kraft problem.

Jetzt relativ genau ein Jahr später mache ich den selben Berg nicht mehr in 20 Minuten sondern in 7.

Mangels fitti wird meine kraft nicht zugenommen haben, was ich aber auf jeden Fall verbessert habe ist die kraftausdauer.

Ich mache für mich auf meiner feierabendrunde immer an den selben drei anstiegen etwas mehr Feuer als sonst und mit der Zeit bin ich wesentlich schneller geworden und komme oben an ohne das ich dem Herzinfarkt nahe bin

Gleichzeitig sind aber auch große Touren mit über 800hm mittlerweile besser zu bewältigen

Kraft wurde ich von dem her als Limitierung auch ausschließen
 

Anferd

Zu Diensten
Dabei seit
25. Oktober 2019
Punkte Reaktionen
375
Ort
Franken
Hallo zusammen,

meine Schwellenleistung liegt ca. bei 4,3 w/kg, der Schwellenpuls ziemlich genau bei 185 bpm.
Weil ich mich über Monate nicht mehr steigern konnte, habe ich versucht durch regelmäßige hochintensive Laufeinheiten neue Reize zu setzen.

Das hat wohl auch funktioniert da ich meinen Schwellenpuls beim Radfahren nicht mehr erreiche - weil vorher die Beine zu machen.

So wie es aussieht habe ich zwar jetzt meinem Herz-Kreislaufsystem einen ordentlichen Push gegeben, die muskuläre Ausdauer scheint nun aber der limitierende Faktor zu sein.

Hat jemand Trainingstipps um meine Kraftausdauer jetzt noch "nachzuziehen"?
Habe zwar an Maximalkrafttraining mit Gewichten gedacht, fahre allerdings ausschließlich MTB-Marathons bei denen ich ohne große Leistungsspitzen fahre und von daher den Effekt geringer sehe als z.B. für einen XC-Fahrer.

Danke
Ich hatte früher ziemlich dicke Beine vom vielen (straßen)Radeln. Diese Muskeln waren sehr, sehr hilfreich.
Inzwischen radel ich viel weniger, habe durch Yoga und Körpergewichtsübungen aber trotzdem ziemliche Kraftreserven.
Das hier kommt dem ganz gut nahe, kann ich empfehlen:

Jeder Profi macht ziemlich viel Kraftsport. Ohne voll durchtrainierten Körper und Kraftreserven in den Hauptantrieben hängt das Feld einen ab. Natürlich im Marathon weniger als im Sprint.

Dass die Muskeln zumachen, liegt übrigens oft am Elektrolytmangel. Neben brennender Übersäuerung ein Hauptfaktor der Muskelermüdung. Bist du sicher, dass du ein Kraftproblem hast und nicht vielleicht eines mit Transport & Versorgung mit Nährstoffen?
 
Dabei seit
19. August 2003
Punkte Reaktionen
1.647
Ort
Münster (Flachland)
@rd_nly es gibt genügend Gegenbeispiele: auch wenn es sicherlich von der Diziplin abhängt.
Profi Enduo und DH Fahrer trainieren auf jeden Fall mit Gewichten (YT: Fit4Racing, u.a. Danny Hart, Eliott Heap, Matt Walker, vollständige Liste).
Ausserdem wurde es auch in MTB News Artikeln für "normale" Fahrer (hier 2020 oder hier 2019) bzw Forum nahegelegt.
Auch im CC Bereich (YT: Nino Schürter) kommt es vor.

Wem das Internet als Referenz nicht gefällt: Auch in Mountainbiken: Training für Mountainbiker was sich explizit auch auf Marathon bezieht gibt es ein (Teil)Kapitel über Gewichtstraining im Studio.

Sicherlich unterscheiden sich die Umfänge von Disziplin zu Disziplin und es wird sicher nicht auf Masse trainiert, aber die Aussage "Nein, tut er nicht" ist sicher falsch (mindestens in der Allgemeinheit)

Drei Minuten googeln haben ergeben, dass Krafttraining im Fittnessstudio auch für (manche?) RR Fahrer empfohlen wird: Tour Magazin oder radsport-rennrad.de. Ich kenne mich im RR Bereich zu wenig aus um das genau beurteilen zu können, aber der Radsport Rennrad Artikel geht auch explizit auf "Maximalkrafttraining erhöht das Körpergewicht und mindert damit die Gesamtperformance" ein.
 
Dabei seit
19. August 2003
Punkte Reaktionen
1.647
Ort
Münster (Flachland)
Ich habe ja ausdrücklich geschrieben, Ausdauerdisziplinen, darum geht es ja beim XCM
Genau darum habe ich auch die Referenzen zu CC, RR und dem Buch (XCM, Alpen-X) mit aufgenommen. Um zu zeigen, dass es dort doch Beispiele gibt.

Wir müssen auch nicht darüber diskutieren, dass große Muskelberge mit trotz zusätzlicher Kraft nicht gerade hilfreich sind. Aber man muss eben nicht zwingend "auf Masse" trainieren.
Für alle, die vor allem bergauf schnell sein müssen, bringt Krafttraining für die Antriebsmuskeln wenig bis gar nichts, zu viel macht sogar langsamer (siehe oben: Gewicht, Sauerstoffverbrauch)
Hast du Belege dafür? Ich zitiere Mal aus dem Radsport Rennrad Artikel:
Zum Beispiel konnten Forscher der Universität Trondheim nachweisen, dass eine Versuchsgruppe, die ergänzend zum Rad- auch Krafttraining durchgeführt hat, im hochintensiven Bereich, bei einer fünfminütigen all-out Fahrt sowie bei einer 40 Minuten dauernden Ausbelastung siginifikant bessere Leistungen erbrachte als die Versuchsgruppe, die kein ergänzendes Krafttraining absolvierte.
oder
Sie ließen einen Teil der 19 trainierten Probandinnen während des Untersuchungszeitraums von elf Wochen zusätzlich zu deren Ausdauerprogramm Krafteinheiten trainieren [..] Ergebnis: Die „Effektivität“ ([..]) der Radfahrerinnen, die das Kraftprogramm absolviert hatten, hatte sich im Vergleich zu den nur ausdauertrainierenden Athletinnen signifikant verbessert. Zudem konnten sie mehr Sauerstoff verwerten.

Das entspricht auch grob dem Grundtenor den ich über die letzten Jahre über das Verhältnis von Kraft zu Ausdauer gehört habe. Mir ist bewusst, dass es hier weder explizit um Bergauf noch um XCM geht und dass "sekundär Zitate" keine brauchbare wissenschaftliche Quelle sind, aber imho ist es für eine Grobe Einschätzung ein Anfang.
Die Aussage "Ausdauerathleten müssen nur laufen/Rad fahren/... um gute Ergebnisse zu erzielen" kenne ich auch. aber von vor 20 Jahren.
Es geht mir auch explizit nicht um reines Maximalkraft Training, sondern um zusätzliches. Abgesehen davon auch weniger um die konkrete Fragestellung des TE sondern um deine (recht) absolute Aussage in #7
 

Anferd

Zu Diensten
Dabei seit
25. Oktober 2019
Punkte Reaktionen
375
Ort
Franken
Nein, tut er nicht, weil es vor allem unnötige Muskelmasse generiert, die erstens etwas wiegt und zweitens mit Sauerstoff versorgt werden muss. Beides ist für einen guten Radsportler kontraproduktiv - jedenfalls in den Ausdauerdisziplinen. Die meisten beschränken sich auf Training für die Haltemuskulatur und tun sich auch damit schon schwer. Guck dir doch mal einen XCM-Fahrer oder RR-Profi an, an denen ist kein Gramm zu viel und zwar auch nicht hinsichtlich Muskelmasse.
Du verwechselst Kraftsport mit Bodybuilding.
"ziemlich viel" war mutig formuliert von mir, aber die Profis machen ihn. Kraft, Stabilität, Gleichgewicht. Es trainiert keiner erfolgreich über Jahre verletzungsfrei auf Marathonniveau, ohne die Muskeln in Balance und in Schuss zu halten.
Und man fährt halt statt 300 Watt auch mal 900 Watt - und möchte danach noch Körner für 2000 gute Höhenmeter in den Beinen haben.

Dass man als ambinionierter Marathoni falsch unterwegs ist, wenn man mit Fokus den Bizepsumfang hochtreiben oder den Rücken breit machen möchte, dürfte hier allen klar sein. Da lohnt ein Blick auf die Profis, die sind relativ leicht und schmal.

Edit: Ach ja, welche Ausbildung und gute Quellen zitierst du denn hier? Hättest du was zu lesen für mich? Scheinst ja die aktuelle wissenschaftliche Lage sehr gut zu kennen und dir klare Interpretationen zuzutrauen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei seit
2. August 2018
Punkte Reaktionen
4
Bis corona bedingt alle Fitnessstudios zu gemacht wurden habe ich mit großer Begeisterung kraftsport betrieben und habe mitunter auch die ein oder andere strongman Disziplin eingebaut. Ich konnte mich von meiner Leistung her ca im unteren fortgeschrittenen Drittel ansiedeln.
Bei 90 kg korpergewicht habe ich
105 kg bankdrücken
180 kg kreuzheben
90kg Kniebeuge
Relativ gut bewältigen können

Hi, ich komme auch aus der Kraftsportecke. Woher kommt bei dir die große Diskrepanz bei den Kraftwerten zwischen KH und KB?

@Threadersteller: Für mich hört es so an, als hättest du deine VO2max durch die HIT-Einheiten verbessert. Daher der etwas niedrigere Puls bei (ich nehme es jetzt mal an) gleicher Leistung. Vermutlich hat sich dabei auch wieder die Laktatbildungsrate erhöht, daher hast du das Gefühl das die Beine eher dicht machen. Das eine geht nicht ohne das andere.

Um dem wieder entgegenzuwirken würde ich radspezifisch Kraftausdauer trainieren. D.h. im EB Bereich mit niedriger Trittfrequenz.

Gruß
 
Dabei seit
13. Juni 2008
Punkte Reaktionen
2.424
Ort
Bayreuth
Hi, ich komme auch aus der Kraftsportecke. Woher kommt bei dir die große Diskrepanz bei den Kraftwerten zwischen KH und KB?

@Threadersteller: Für mich hört es so an, als hättest du deine VO2max durch die HIT-Einheiten verbessert. Daher der etwas niedrigere Puls bei (ich nehme es jetzt mal an) gleicher Leistung. Vermutlich hat sich dabei auch wieder die Laktatbildungsrate erhöht, daher hast du das Gefühl das die Beine eher dicht machen. Das eine geht nicht ohne das andere.

Um dem wieder entgegenzuwirken würde ich radspezifisch Kraftausdauer trainieren. D.h. im EB Bereich mit niedriger Trittfrequenz.

Gruß
Hab ich mich auch schon gefragt, wegen KH und KB 🤷🏻‍♂️

Bei mir sind es ca. 25% mehr zugunsten von KH (170% im Vgl. zum Körpergewicht).
 
Dabei seit
22. November 2005
Punkte Reaktionen
31
Was auch oft vergessen wird, ist die Regeneration. Nach solchen harten Einheiten über mehrere Wochen sollte man auch mal bis zu 7 Tage keinerlei Belastung ausüben. Spazieren gehen oder zur Arbeit rollen ist natürlich ok
 
Dabei seit
19. August 2003
Punkte Reaktionen
1.647
Ort
Münster (Flachland)
Nein, du hast keine Beispiele für Fahrer im Ausdauerbereich genannt, die VIEL Krafttraining machen um ihre Antriebsleistung bzw. FTP zu steigern.
Wahrscheinlich haben wir hier aneinander vorbei geredet. Von viel habe ich nicht geredet, sondern nur von Krafttraining an sich.
Aber ja (jetzt wacher als gestern abend) sehe ich, dass deine Aussage sich auf viel bezieht. Da bin ich bei dir.
Wenn du also meine recht absolute Aussage aus #7 widerlegen willst, musst du wohl einen Profiathleten aus dem Ausdauerbereich benennen, der VIEL Krafttraining macht.
Wiederlegen wollte ich die gar nicht. Nur anmerken, dass die Aussage "Radsportler machen kein Krafttraining" meiner Meinung nach falsch ist. Mit die mir entgangenem viel kann ich aber auch mit der "Absolutheit" in #7 leben,

@Bieker Regeneration ist wichtig, keine Frage, Aber Eine Woche lang fast ger nix zu machen finde ich falsch. Einerseits gibt es einige Möglichkeiten zur aktiven Regeneration, anderseits ist es imho besser von Anfang an einzelne Regenerationstage nach harten Einheiten einzuplanen anstatt eine ganze Woche nichts zu machen.
 
Dabei seit
22. November 2005
Punkte Reaktionen
31

Buchtip : Im Land des Laufens: Meine Zeit in Kenia​

Da wird auch darüber erzählt, wie gut es die besten Läufer der Welt verstehen, auf ihren Körper zu hören und auch Pausen einzulegen. Und viele Läufer der westlichen Welt es gar nicht glauben können wieviel Zeit mit Entspannung und Ruhe verbracht wird. Ganz nach dem afrikanischen Motto: You've the watch, we've the time.
 
Dabei seit
25. Mai 2019
Punkte Reaktionen
158
Nein, tut er nicht, weil es vor allem unnötige Muskelmasse generiert, die erstens etwas wiegt und zweitens mit Sauerstoff versorgt werden muss. Beides ist für einen guten Radsportler kontraproduktiv - jedenfalls in den Ausdauerdisziplinen. Die meisten beschränken sich auf Training für die Haltemuskulatur und tun sich auch damit schon schwer. Guck dir doch mal einen XCM-Fahrer oder RR-Profi an, an denen ist kein Gramm zu viel und zwar auch nicht hinsichtlich Muskelmasse.

Die Ansicht war aktuell in the anfängen des mtb Profisports, heute ist es aber anders und die Profis verbringen viel Zeit im Gym. Dabei ist das meiste nicht Maximalkrafttraining sondern allgemeine Athletik aber maxkraft gehört eben auch dazu. Schurter macht Kniebeugen mit 140kg, das doppelte seines Körpergewichts.
Aber das sind Profis und da ist der Vergleich immer Schwierig weil andere Vorraussetzungen die reizen ihr spezifisches Radtraining halt trotzdem aus, das es beim op an fehlender Maximalkraft liegt denke ich auch nicht, eine vernünftiges Krafttraining kann trotzdem nie schaden schon allein der allgemeinen Alltagstauglichkeit zuliebe.
 
Dabei seit
22. April 2020
Punkte Reaktionen
856
Ort
Achern
Hi, ich komme auch aus der Kraftsportecke. Woher kommt bei dir die große Diskrepanz bei den Kraftwerten zwischen KH und KB?

@Threadersteller: Für mich hört es so an, als hättest du deine VO2max durch die HIT-Einheiten verbessert. Daher der etwas niedrigere Puls bei (ich nehme es jetzt mal an) gleicher Leistung. Vermutlich hat sich dabei auch wieder die Laktatbildungsrate erhöht, daher hast du das Gefühl das die Beine eher dicht machen. Das eine geht nicht ohne das andere.

Um dem wieder entgegenzuwirken würde ich radspezifisch Kraftausdauer trainieren. D.h. im EB Bereich mit niedriger Trittfrequenz.

Gruß
Liegt einfach daran das ich irgendwie blockiert bin im Kopf mir soviel Gewicht auf die Schulter zu knallen

Und ich einfach verdammt gerne gehoben habe 🙂
 
Dabei seit
19. August 2003
Punkte Reaktionen
1.647
Ort
Münster (Flachland)
ganz ehrlich das ist von allen Seiten gerade Spekulation. Niemand hat behaupten dass Biker den Großteil ihrer Zeit im Gym verbringen.
Es geht darum das sie Zeit im Gym verbringen in denen nicht nur Core Trainiert wird.
Viel ist jetzt wohl Ansichtssache: bezogen auf den gesamten Trainingsumfang? Oder bezogen auf das was in nicht Profi an Zeit zur Verfügung hat?
Ohne jegliche Referenzen (ich habe keine, aber mir ging es auch um ob, nicht viel) wird da nix draus.
 

Anferd

Zu Diensten
Dabei seit
25. Oktober 2019
Punkte Reaktionen
375
Ort
Franken
Nein, es ging darum, ob Muskelkraft (in den Beinen) ein Begrenzer beim Radsport ist. Antwort: meistens nein, in Spezialfällen vielleicht. In den Kraftraum geht fast jeder Athlet in jeder Sportart mal zwecks Allgemeinathletik. Gezieltes Training der Antriebsmuskulatur ist fast immer Maxkrafttraining (hat wie gesagt noch angenehme Nebeneffekte wie z.B. verbesserte Muskelkoordination). Kraftausdauertraining mit Gewichten ist für's Radtraining nicht sinnvoll, da es hier andere Begrenzer gibt, die die Leistung viel eher limitieren, als die mickrigen paar 10kg Pedalkraft. Maxkraft macht man im Kraftraum, weils auf dem Rad mit dem eigenen Gewicht+Radgewicht nicht sinnvoll umzusetzen ist. Kann in Spezialfällen hilfreich sein (Sprint z.B.) sonst nicht. Beim XCM muss man sich halt überlegen, ob es sinnvoll ist, über >100km und 3000hm-4000hm für den Zielsprint ein paar kg Muskelmasse mehr mit herumzuschleppen. Das dürfte eher selten der Fall sein. Ein Blick auf die Straßenradfahrer, die ähnliche Umfänge bei den Rennen absolvieren bestätigt das.
Du baust einen falschen Widerspruch auf. Es werden hier inzwischen beide Fragen diskutiert: Der begrenzende Faktor und die allgemeine Rangehensweise von Leistungssportlern.

Du schreibst viel Nachvollziehbares, besonders zu der Eingangsfrage. Aber deine brutale Rechthaberei dient dem Diskurs nicht. Ich versuche bei sich verhärtenden Diskussionen inzwischen, mich mal zu fragen "Was motiviert den anderen zu diesem Beitrag? Was will er ausdrücken?". Das hilft mir dabei, nicht nur eine Schwachstelle in der Aussage des anderen zu suchen und diese dann zu attackieren. Man erreicht andere Menschen so meist nicht.
 
Dabei seit
25. Mai 2019
Punkte Reaktionen
158
So? Wie viel Zeit denn, gemessen am Gesamtumfang? Ein Bahnsprinter ist praktisch ein Kraftsportler auf dem Fahrrad, der macht 80% des Gesamtumfanges im Kraftraum. Schurter wird keine 10% seiner Zeit im KR verbringen, das meiste davon Core. Das ist nicht viel, das ist maximal angemessen. Die meisten Marathonfahrer machen in der Saison nicht einmal das regelmäßig.
Richtig, ein Profi hat ausreichend Umfänge auf dem Rad deshalb ist die Zeit im Gym logischerweise prozentual nicht gewaltig. Genau das meinte ich damit:
Aber das sind Profis und da ist der Vergleich immer Schwierig weil andere Vorraussetzungen die reizen ihr spezifisches Radtraining halt trotzdem aus
Maxkraft macht man im Kraftraum, weils auf dem Rad mit dem eigenen Gewicht+Radgewicht nicht sinnvoll umzusetzen ist. Kann in Spezialfällen hilfreich sein (Sprint z.B.) sonst nicht.
Es wurde in mehreren Studien rausgefunden dass eine Erhöhung der Maximalkraft die Ökonomie auf dem Rad verbessert ohne die VO2max zu verringern. Das bedeutet eine Verbesserung nicht nur in Sprints sondern auch auf Distanz. Vereinfacht ausgedrückt ist die aufzubringende Pedalkraft auch wenn sie gering ist bei höherer Maximalkraft prozentual verringert, was auf Dauer Kraft spart. Aber wie jede Studie muss man es im Zusammenhang sehen und in der Praxis gibt es eben viele Dinge die man auf einmal berücksichtigen muss.
Beim XCM muss man sich halt überlegen, ob es sinnvoll ist, über >100km und 3000hm-4000hm für den Zielsprint ein paar kg Muskelmasse mehr mit herumzuschleppen.
Die Maximalkraft wird ohne nennenswerten zuwachs von Muskelmasse erhöht, als Ausdauersportler hat man da am allerwenigsten Probleme weil durch große Ausdauertraingsumfänge Kraft und Muskeln abgebaut werden bzw. mit Krafttraining sich wesentlich schwieriger erhöhen lassen.
 
Dabei seit
19. August 2003
Punkte Reaktionen
1.647
Ort
Münster (Flachland)
Grundsätzlich steigt die Maximalkraft nicht ohne Veränderung des Muskels (Masse, Fasertypenverhältnis oder beides).
Grundsätzlich hast du recht ;) aber ich würde das grundsätzlich streichen. Kraft kann auch durch ein verbessertes Ansprechen zunehmen. (Neuromuskuläres irgendwas bzw Intramuskuläre Koordination sind die Schlagwort dazu)
Dieser Effekt ist bei Anfängern deutlich stärker ausgeprägt als bei trainierten Athleten, so dass er für die Fragestellung des Threads wohl eher keine Rolle spielt, aber mindestens dein Grundsätzlich bezweifle ich.
Auf eine ähnliche Formulierung, dass eine Steigerung mit einer 'Veränderung des Muskels (Masse, Fasertypenverhältnis oder beides)' einhergeht können wir uns aber hoffentlich einigen.
Dieser Ökonomieeffekt ist aber wie gesagt ziemlich gering.
Genauso häufig wie es geschrieben wurde hast du noch keine Quelle für deine Aussage angegeben.
Ich konnte einige Artikel finden in denen gezeigt wurde, dass es einen Zusammenhang gibt:
Per Referenz/Literatur Hopping findet man noch weitere Artikel.

Nur mal zwei Zitate aus den Arikeln:
[..]
It is concluded that strength training can lead to enhanced long‐term (>30 min) and short‐term (<15 min) endurance capacity both in well‐trained individuals and highly trained top‐level endurance athletes, [..]
The enhancement in endurance capacity appears to involve training‐induced increases in the proportion of type IIA muscle fibers as well as gains in maximal muscle strength (MVC) and rapid force characteristics (rate of force development), while likely also involving enhancements in neuromuscular function.
[..]
Neither of the groups displayed alterations in VO2max or cycling economy. In conclusion, heavy strength training leads to improved cycling performance in elite cyclists as evidenced by a superior effect
[..]
Um dir zwei Kritikpunkte vorweg zu nehmen:
  1. Die Probantengruppe war in allen Fällen nicht super groß (mind. 10)
  2. Es wurden keine Marathon Zeiten verglichen, sondern eher XC Zeiten (z.B. 40 Minuten) oder nur "kurzzeitige" Erfolge (5 Minuten)
  3. Um deinem Hausfrauen Argument aus #11 zu umgehen habe ich darauf geachtet Studien mit der Beteiligung von Elite Fahrern zu finden. Wobei ich hoffe das sich Elite auf die Klasse bezieht. was genau Top-Level sein soll kann ich nicht sagen, aber sicher weder saisonale Gelegenheitssportler. noch Hausfrau.
Wenn du deine Aussage belegen kannst können wir gerne weiter diskutieren, ansonsten bin ich ganz bei @Anferd
Du baust einen falschen Widerspruch auf.
[..]
Aber deine brutale Rechthaberei dient dem Diskurs nicht.
 

dubbel

BOBFOC
Dabei seit
31. Dezember 2012
Punkte Reaktionen
236
Letztlich stelle ich mir die Frage, warum man soetwas überhaupt veröffentlicht. Man hätte auch Yoga oder Schacheinheiten in den normalen Saisonaufbau einpflegen können und hätte eine Leistungssteigerung im Saisonverlauf gesehen
oder die Probanden ("elite cyclists") sind in Sachen Ausdauertraining, Zeitaufwand, Umfänge etc. schon so an der zeitlichen Grenze, das sie einfach nicht noch mehr trainieren können.
jede andere Form von Training kann da helfen.
das gilt dann aber nicht auch automatisch für den Freizeit-beiker, der alle paar tage mal ne tour fährt...
 
Dabei seit
7. Januar 2019
Punkte Reaktionen
8
Herzlichen Dank an alle für die teils umfangreichen Antworten! Vielleicht muss ich mich auch damit abfinden dass ab einem gewissen Leistungsniveau die Steigerungen nur noch langsam ausfallen.
 
Oben