Pakistan per Bike – Teil 1: „It’s possible, inschallah!“

Pakistan per Bike – Teil 1: „It’s possible, inschallah!“

Radeln in Pakistan? Jetzt magst du dich vielleicht fragen, ob das denn nötig sei. Also warum man so etwas tut. Mei, gefährlich ist das doch – und unnötig sowieso. Berechtigte Einwände. Eindeutig. Und dennoch: Wir sind trotzdem nach Pakistan. Mit unseren Mountainbikes. Davon wird dir nun im Folgenden berichtet.

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Pakistan per Bike – Teil 1: „It’s possible, inschallah!“
 
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Aus meiner Sicht ist kein Land das Maß aller Dinge - aber Unterschiede, auch gravierende, existieren. Und genau diese scheinst du relativieren zu wollen, denn nur so ist es möglich, Trips in jede Gegend zu rechtfertigen und sich jeder persönlichen Moral für den Moment des Erlebens zu entledigen. Es handelt sich ja nicht um notwendige Reisen, sondern es geht nur um Spaß und (weichgespültes - Träger! -) Abenteuer.
Bevor du fragst: ich reise auch bewisst weder in die Türkei, nach Ägypten oder sonstwohin, wo ich gravierende Probleme sehe... auch sehe ich mich nicht als Moralapostel, ich denke nur ich muss nicht um jeden Preis Spaß haben.
Ich fahre in der Regel auch net in jedes Land. Da bin ich bei dir. Mich kotzt nur dieses überhebliche mancher Menschen an die meinen andere Bevölkerungen abzuwerten. Definitiv und ohne Zweifel hat Pakistan erhebliche Probleme gesellschaftlich als auch wirtschaftlich sowie staatlich. Das steht ausser Frage.
 
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Ich fahre in der Regel auch net in jedes Land. Da bin ich bei dir. Mich kotzt nur dieses überhebliche mancher Menschen an die meinen andere Bevölkerungen abzuwerten. Definitiv und ohne Zweifel hat Pakistan erhebliche Probleme gesellschaftlich als auch wirtschaftlich sowie staatlich. Das steht ausser Frage.
Ich weiß schon was du meinst, aber du bringst es stets so rüber, als sei alles was nicht linksaußen steht, rechts, nur weil sich jemand kritisch äußert und sich vielleicht, unbeabsichtigt, zu pauschalisierend ausdrückt. Es gibt eine Menge bunter Farben, nicht alles ist schwarz und weiß.
 
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Trotzdem interessant, solch ein Reisebericht, den ich auch gerne lese. Da muss nicht jedes Mal über die Schrecken von Clanmentalität, Patriarchat und Islam diskutiert werden. Dafür gibt es geeignetere Stellen. Andererseits wurde die Diskussion durch die betont positive Darstellung im Bericht ja durchaus herausgefordert...
Die Landschaft, die Gegend und auch die andere Kultur sind garantiert sehr interessant. Wenn man nicht hinfährt und selber guckt, kann man auch (im zweiten Teil) nicht über die Mißstände schreiben. Ferndiagnose kann hier aber jeder am Besten.
@opossum , danke, dass du diese genialen Bilder der Landschaft mitgebracht hast. Bin gespannt auf den zweiten Teil.
Kannst ja mal ein paar Damen im Bekanntenkreis fragen, ob sie lieber im 60er Jahre Deutschland hätten leben wollen oder heute in Pakistan, Afghanistan etc.
Oder vielleicht im Afghanistan der 60er?
 

gurkenfolie

a. D.
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Wenn man nicht hinfährt und selber guckt, kann man auch (im zweiten Teil) nicht über die Mißstände schreiben. Ferndiagnose kann hier aber jeder am Besten.
naja wenn da 3 Männer Abenteuerurlaub machen dann müssen die Erkenntnisse zum Thema Frauenrechte usw. ja geradezu bahnbrechend sein.
 

Geisterfahrer

ab und zu da
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Oder vielleicht im Afghanistan der 60er?
Gut möglich, aus Afghanistan kenne ich auch die Bilder aus der Vortaliban-Zeit, auf denen Damen nach unserem Verständnis völlig normal gekleidet in der Öffentlichkeit zu sehen sind. Schade, dass es in vielen Ländern seit damals stetig bergab gegangen ist.
 

Bjoern_U.

Bergaufschleicher
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Oder vielleicht im Afghanistan der 60er?
ich glaube du wärst überrascht!
sehr viele der heute als Islamische fundamentalistisch bekannte Länder waren mal sehr weltoffen und westlich orientiert
Bis eben die religiösen Hardliner an die Macht kamen und über Jahrzehnte das alles an die Wand gefahren haben
 
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ich glaube du wärst überrascht!
sehr viele der heute als Islamische fundamentalistisch bekannte Länder waren mal sehr weltoffen und westlich orientiert
Bis eben die religiösen Hardliner an die Macht kamen und über Jahrzehnte das alles an die Wand gefahren haben
Warum überrascht? Das weiß man doch? Ich dachte das gehört zur Allgemeinbildung. Man.. that's my point!
naja wenn da 3 Männer Abenteuerurlaub machen dann müssen die Erkenntnisse zum Thema Frauenrechte usw. ja geradezu bahnbrechend sein.
Ich gehe davon aus, dass auch Männer mit offenen Augen durchs Land reisen können und Rückschlüsse ziehen können. Wenn bekannt ist, dass eine Reise ins Land als Frau deutlich schwieriger/gefährlicher sein KANN UND diese Reise "halt einfach" von drei Männern unternommen wurde sollte das nicht Kriterium sein DIESE Reise zu bewerten.

Ich kenne mindestens eine deutsche Frau die auf christlicher Missionsreise in Pakistan war (kann jeder von halten, was er will). Sie ist auf mannigfaltige Anfeindung gestoßen. Und auf: Frauen und Männer, Offenheit, Ablehnung, Freundlichkeit, offenen Hass, ...
 
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priviliged white men of late capitalism
Ich finde es wichtig sich seiner Privilegien bewusst zu sein und diese in Demut einzusetzen um Anderen dieselben Privilegien zugänglich zu machen.

Es ist nicht schlimm Privilegien zu haben. Es ist nur schlimm diese als selbstverständlich anzunehmen UND für sich allein behalten zu wollen.
 

Promontorium

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Ich weiß schon was du meinst, aber du bringst es stets so rüber, als sei alles was nicht linksaußen steht, rechts, nur weil sich jemand kritisch äußert und sich vielleicht, unbeabsichtigt, zu pauschalisierend ausdrückt. Es gibt eine Menge bunter Farben, nicht alles ist schwarz und weiß.
Genau so isses. Leider allgemeiner Zeitgeist (womit ich mit genau diesem Satz wahrscheinlich auch schon bei manchen als rechts im Sinne von rechtsaussen gelte).


Es geht mir aber drum das die Leute DE als das Maß der Dinge hinstellen was es eben auch nicht ist 😄
Das hast Du so ins Spiel gebracht!
 
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Ich weiss nicht.... so Fernreise-Reportagen aus exotischen Ländern in dieser Form wirken auf mich ein wenig aus der Zeit gefallen, sieht man ja auch an der Diskussion hier.
Durchaus schön gemacht- gute Fotos, gut geschrieben und man geht auch auf die "problematischen Aspekte" der Reiselands ein (im 2. Teil) aber trotzdem hat es irgendwie etwas von Safari oder Mondlandungen oder so.... irgendwie einfach nicht zeitgemäß. Und im Marketing gibt es mMn geeignetere bzw. modernere Formate.
 

Votec Tox

Sog. Cappucinobikerin
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Finde es gut, daß dieser natürlich professionell gemachte Beitrag über die Reise zur Erörterung anregt.
Gern würde ich mal nach Persien reisen (ein Geländewagenfahrer, der eine lange Reise durch den Iran gemacht hat, sagte, er würde seinen Verwandten immer von Persien anstatt Iran erzählen, das klingt harmloser ;-) Jedoch treiben mich genau diese Gedanken umeinander: soll man - soll man nicht. Inzwischen wohl zu lange gewartet, vor 30 Jahren hätte man diese Reisen unternehmen sollen...

Jedoch habe ich in meinen Bekanntenkreis ein inzwischen ältere Dame, die oft und auch - allein - große Reisen mit dem Motorrad unternommen hat und immernoch unternimmt: z.B. über die Türkei nach Israel usw. und dabei auch den Iran gestreift hat. Da hielt sie an einem Aussichtspunkt an und zeitgleich eine einheimischer Reisebus voll mit verschleierten Frauen. Diese, als sie die Motorradfahrerin sahen, rannten auf sie zu, umringten sie und ihr Motorrad, daß im ersten Moment garnicht wußte was ihr geschah, faßten sie an, ihre blonden Haare usw. dann mit Händen und Füßen und wenigen Brocken Englisch war der Tenor: Daß sie genau den Traum dieser Frauen lebt! Währenddessen der hilflose Busfahrer dabei stand und Mühe hatte die Frauen wieder in den Bus zu bekommen.
Tja, ist das nun gut oder schlecht... damit meine ich natürlich so eine Reise zu unternehmen.
 

Hammer-Ali

Ich habe nix dagegen überholt zu werden. Leider..
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Was genau ist an meinem Post zynisch?
Und die „Universalfreisprechung“, da wir nicht dabei waren können wir nix beurteilen finde ich sehr billig. Wenn wir uns das in allen Lebenslagen zu eigen machen, dann steht uns ja quasi zu nichts und niemandem eine Beurteilung (nicht Verurteilung!) zu... und schon hält sich jeder aus allem raus. Extremes Beispiel: Mein Nachbar verprügelt seine Frau? Ich sehe zwar, dass ihr Gesicht geschwollen ist und habe sie schreien gehört - aber ich war ja nicht dabei, also kann ich das nicht richtig beurteilen und mach halt nix.
Aus meiner Sicht falsch.
Mit dem gebührenden Respekt, aber zwischen Deinem Beispiel und und einem Land, welches Du zudem nach eigenen Bekunden ebenfalls nur vom Hörensagen kennst, einen solchen Vergleich hinzuzimmern passt überhaupt nicht. Und von einer Universalfreisprechung zu reden ebensowenig. Es ist ein Land welches althergebrachte Sitten und Werte vertritt und lebt die man sicherlich kritisieren kann, aber sie mit einem Verbrecherstaat gleichzusetzen halte ich für vollkommen verkehrt.
 
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Hammer Bericht! Danke! Ich bin gespannt auf Teil 2. Ich bin selbst schon in Pakistan gewesen. Da ist es immer spannend, solche Reiseberichte zu lesen.

Selbst ohne Mountainbikes und Ausrüstung fällt man auf. Auch wenn in Islamabad verhältnismäßig viele Ausländer leben, wird man auch da immer mal wieder angesprochen und eingeladen. Man kann da eine Menge Herzlichkeit erleben (...zumindest vom gleichen Geschlecht; die Trennung ist sehr strikt). Ich glaube aber gern, dass man mit Mountainbikes erst Recht Neugier weckt. :D
Das ist für den Anfang schon sehr beeindruckend! Da reist man gerne mit, wenn man sein eigenes, sauberes Klo in der Nähe hat :D .

Was den Bericht allerdings sehr stark beeinträchtigt, sind die Fotos, die alle in einem entsättigten (grauen) Pseudo-HDR-Look daherkommen. Eines davon könnte man ja noch ertragen (oder besser gesagt, darüber hinwegsehen), aber mehrere Dutzend davon sind wirklich unerträglich!
Mir ist der Look tatsächlich auch ein bisschen zu krass. Am Anfang noch irgendwie cool, aber auf Dauer anstrengend.
 
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Einerseits ein schöner Bericht - andererseits aber auch (mir) zu wenig differenziert. Warum?
Es ist klar, dass Pakistan nicht nur von Terroristen bevölkert ist. Die Naivität, das anzunehmen, besitzt nicht jeder. Allerdings ist die Mehrheit der Bevölkerung durchaus der Meinung, dass es die Ungläubigen durchaus verdient hätten, zu versterben. Dass dies der MTB-Tourist nicht mitbekommt und als Novi- und Kuriosität bestaunt und freundlich behandelt wird - geschenkt (kognitive Dissonanz!). Trotzdem ist der durchschnittliche Pakistani sicher nicht dem „Leben und leben lassen“ westlicher Prägung zugetan, was regelmäßig wiederkehrende Ereignisse inklusive Steinigungen Ungläubiger beweisen. Die Be-bzw. Mißhandlung von Mädchen und Frauen im großen Stil mal vorsichtig am Rande erwähnt. Was meint der Autor wohl wäre die Erfahrung gewesen, wären er und die anderen Mitstreiter nicht männlich gewesen? Nicht mehr viel mit Freundlichkeit und Sympathie, ganz sicher. Abgesehen davon, dass die Tour so erst gar nicht stattgefunden hätte.
So ist der Bericht für mich am Ende wieder das Ausblenden der komplizierten Realität, der Verzicht dee Anerkennung männlichen Privilegs und eine von mir wahrgenommene Glorifizierung des Landes, dessen landschaftliche Schönheit unbestritten ist, dessen politische, religiöse und gesellschaftliche Realitäten es aber in meinen Augen zweifelhaft machen, ob man solche Touren unbedingt durchführen muss.
Ich finde deine Kritikpunkte absolut berechtigt. Da braucht man nichts schönreden und Opossum hat ja auch angedeutet, dass das im zweiten Teil erwähnt wird. Erstmal muss man aber festhalten, dass ein durchschnittlicher Westler wie ich (und vermutlich du) die vielschichtigen kulturellen Unterschiede zwischen dem eigenen Herkunftsland und Pakistan kaum begreifen kann. Dafür muss man mehrere Janre Jahre lang dort gelebt hat - ich weiß das von NGO-Mitarbeitern in meinem Bekanntenkreis.

Auf meinen eigenen Reisen fand ich den Gedanken immer hilfreich, lieber zu viel zu beobachten als zu beurteilen. Und das sage ich als jemand, der schnell eine Meinung hat. Wie schon gesagt: Das soll absolut nicht heißen, dass man die Behandlung von Mädchen und Frauen (oder auch anderen Randgruppen) irgendwie gut heißt! Das tue ich auch nicht. Aber ich will mir die Offenheit bewahren, Leuten mit komplett anderer Prägung, die andere Werte haben als ich, auf Augenhöhe zu begegnen. Nicht immer einfach. Aber ich versuchs. Ich finde es hilfreich, sich selbst und anderen lieber zu viele Fragen zu stellen als vorschnell Antworten zu geben. Wenn man am Ende feststellt, dass man bei seiner initialen Meinung geblieben ist: Total ok.

Ich sehe in dem Bericht übrigens keine Glorifizierung, sondern er spiegelt einfach wunderbar den Prozess wieder, den man durchläuft, wenn man mit einer völlig fremden Welt konfrontiert ist. Da geht einem einfach ne Menge durch den Kopf und das muss man für sich erstmal sortieren. Deswegen finde ich es cool, dass der Artikel einen da so mit reinnimmt.

Zu guter Letzt: Wenn ich in ein streng muslimisches Land reise, dann sehe ich das nicht als Unterstützung von religiösem Extremismus oder sonst irgendwelchen Ideologien, die ich nicht teile. Dieses Denken führt meiner Meinung nach zu Isolation statt Austausch. Dabei ist es doch die Begegnung mit Andersdenkenden, die einem hilft, den eigenen Standpunkt zu überdenken. Und auch wenn ich zu meinen westlich und christlich geprägten Werten stehe: für mich war es eine echte Horizonterweiterung, mit einem gebildeten Pakistani in einem Imbiss zu sitzen (er hat mich eingeladen), wo er auf einmal von Mahmud Ahmadineschad schwärmte. Das sei ein ganz bodenständiger Mann, einer von uns. Er schlafe auf einer Matratze auf dem Boden und sei fürs Volk. Ich finde die Sicht bis heute völlig Banane, aber so geht nun mal kultureller Austausch, und den brauchen wir in einer globalisierten Welt.

Amen.
:D
 
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Wenn ich in ein streng muslimisches Land reise, dann sehe ich das nicht als Unterstützung von religiösem Extremismus oder sonst irgendwelchen Ideologien, die ich nicht teile.

Schön geschrieben, ich bin da in den meisten Punkten ganz bei dir. Allerdings muss man glaube ich unterscheiden welchem Zweck die Reise dient - reise ich privat in das Land um es zu erleben oder ist es (wie hier) eine Reise, die man in irgendeiner Form "verkauft" um etwas zu promoten o.ä.
 

ufp

Daystrom Institut
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Haha, des IBC und ihre Moralapostel. Wie so oft sind die Kommentare eine eigene Story Wert. Peinlich!
Dann äußere doch du dich einmal dazu.
Erklär uns die Welt, das Richtige und das Falsche. Mal schauen, ob dann auch alle begeistert sind oder doch nur peinlich.

Warst du nicht selbst auch im Iran? Dann ist doch eh alles in Ordnung (gewesen).
 
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Ich trau mich mal als Frau aus der Deckung....

Landschaftlich sind wir uns vermutlich alle einig, wie wir Pakistan beschreiben würden: Traum-schön! Beeindruckend , atemberaubend, einzigartig, so oder ähnlich lauten wohl für die meisten von uns die beschreibenden Adjektive für die Landschaft dieses Landes.

Wenn wir uns jedoch anschauen/anhören/lesen, oder der ein oder andere auch selber erleben, wie das 'gesellschaftliche Leben' sich dort gestaltet, wird es für uns wohl eher schwierig. Die Stellung bzw. die unterschiedlichen Rechte von Mann und Frau weichen so sehr von unserem Allgemeinverständnis diesbezüglich ab, daß wir in aller Regel entsetzt oder zumindest empört reagieren. Frauen, die nicht aus den Häusern dürfen! Denen Gewalt angetan wird, weil sie mit einem Mann reden!

Dem entgegen stehen etliche Reiseberichte von Menschen, überwiegend Langzeitreisenden, die dieses Land (auch als Frau!) als ausgesprochen freundlich erlebten. Die auch den Umgang der dortigen Männer gegenüber reisenden Frauen als sehr freundlich erlebten.

Und nun?

Sicher muß jeder für sich entscheiden, was er für gut oder richtig hält, welches Land er bereisen möchte und welches vielleicht lieber nicht. Aber ich persönlich finde:

Wer in dieses Land reisen möchte, egal ob als Mann oder als Frau, trägt durch den Austausch mit den Bewohnern auch dazu bei, daß die Reise nicht nur den eigenen Horzizont erweitert. Gleichzeitig bietet sich auch umgekehrt die Möglichkeit, daß die dort lebenden Menschen für sie ungewohnte Ansichten kennenlernen.

Ich meine dies in keinster Weise missionarisch! Bitte nicht falsch verstehen! Aber auf das Kleinste runtergebrochen macht es am Schluß keinen Unterschied, ob ich im Restaurant um die Ecke mit den Tischnachbarn ein interessantes Gespräch geführt habe und alle Teilnehmer zu dem Ergebnis komme 'so habe ich das noch gar nicht gesehen', oder ob dieses Gespräch in Pakistan stattfindet.

Und ja, wir sollten vielleicht tatsächlich auch nicht vergessen, daß die Gleichberechtigung von Frau und Mann in Deutschland auch noch nicht sooo furchtbar alt ist, und in einigen Bereichen leider noch immer nicht erreicht wurde....
 

ufp

Daystrom Institut
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Die Landschaft, die Gegend und auch die andere Kultur sind garantiert sehr interessant. Wenn man nicht hinfährt und selber guckt, kann man auch (im zweiten Teil) nicht über die Mißstände schreiben. Ferndiagnose kann hier aber jeder am Besten.
@opossum ,
Er bzw die drei sind ja nicht im Aufrag der UNO 🇺🇳unterwegs (um versteckte Atomwaffen oder Frauenungleichbehandlung festzustellen).
Sondern um schöne Fotos, einen netten Reisebericht und Gusto für so eine Reise zu machen bzw für die Argenturen. Und natürlich auch Seitenaufrufe, also Klicks. Die wiederum mehr Werbeeinnahmen...usw.

danke, dass du diese genialen Bilder der Landschaft mitgebracht hast.
:daumen::love:Dem schließe ich mich an.
Es ist nicht schlimm Privilegien zu haben. Es ist nur schlimm diese als selbstverständlich anzunehmen UND für sich allein behalten zu wollen.
Diese Privilegien sind uns bzw unseren Großeltern und Eltern auch nicht so ohne weiteres in den Schoß gefallen. Zum Teil musten diese auch erst erkämpft werden. Oder ein Land wieder aufgebaut werden. Auch andere Länder haben diese Möglichkeiten.
 
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Erst Anlass geben, das eigene Land zum Schlachtfeld zu machen und es dann als Verdienst anzusehen, es wieder aufzubauen, ist sicherlich eine der schlechtesten Möglichkeiten.

Zum Bericht, das Religion als Mittel zur Unterdrückung und als Anlass für Kriege genutzt wird, ist ja auch in Europa bis zum heutigen Tage schlechte Tradition.
 
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2. September 2015
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Mit dem gebührenden Respekt, aber zwischen Deinem Beispiel und und einem Land, welches Du zudem nach eigenen Bekunden ebenfalls nur vom Hörensagen kennst, einen solchen Vergleich hinzuzimmern passt überhaupt nicht.
Darüber können wir diskutieren - ich habe bewusst ein sehr hartes Beispiel gewählt.
Und von einer Universalfreisprechung zu reden ebensowenig. Es ist ein Land welches althergebrachte Sitten und Werte vertritt und lebt die man sicherlich kritisieren kann, aber sie mit einem Verbrecherstaat gleichzusetzen halte ich für vollkommen verkehrt.
Wo und in wieweit ich von einem Verbrecherstaat geschrieben habe oder gar eine Gleichsetzung vorgenommen habe, das wüsste ich gerne.
Pakistan ist ein Land, in dem der Islam in der Breite radikal ausgelegt wird und so auch gehandelt wird. Ich persönlich finde das nicht unterstützungswert und toleriere das auch nicht - schon gar nicht unter der Überschrift althergebrachter Sitten und Gebräuche. Sonst könnte man ja auch hierzulande die sittlichen, moralischen und politischen Ausfälle der älteren und jüngeren Vergangenheit als Folklore entschuldigen. Das erkläre mal einer rassistisch beschimpften und zusammengeschlagen Asylbewerberin!
 
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rzOne20

Asphalt ist Teufelswerk
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Dann äußere doch du dich einmal dazu.
Erklär uns die Welt, das Richtige und das Falsche. Mal schauen, ob dann auch alle begeistert sind oder doch nur peinlich.

Warst du nicht selbst auch im Iran? Dann ist doch eh alles in Ordnung (gewesen).
Na komm, "Erklär uns die Welt" ... was soll den das gleich wieder für ein Spruch sein? Was soll den ich "Niemand" hier groß erklären. Hab weltpolitisch 0 Ahnung. Steht mir außerdem gar nicht zu! Und genau das hab ich gemeint, warum muss hier jeder die Welt erklären? Einfach mal gut sein lassen ... geht das nicht?

Und ja ich war im Iran, und auch in anderen muslimischen Ländern, zum Biken. Ohne Hotel, ohne Pension, ohne Medienteam ... nur mit Couchsurfing. Fühle mich trotzdem nicht schlecht.

Ich find den Bericht grandios!
 
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