Reifendruck vs. Temperatur

x-o

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Hallo!

ich beschäftige mich jetzt schon eine Weile mit dem Reifendruck. Ausgangspunkt: Der optimale Reifendruck ist für mich so niedrig wie möglich, ohne dass der Reifen in hart gefahrenen Kurven an Stabilität einbüßt, geschweige denn walkt.

Dazu schreibe ich mir für meine Räder neben dem Fahrwerkssetup für die jeweiligen Reifen-Felgen Kombinationen den minimalen gut fahrbaren Reifendruck in ein kleines Heftchen, so dass ich diesen bei Bedarf direkt einstellen kann. Gegebenenfalls wird etwas nachgebessert.

Ich fahre relativ häufig die gleichen Strecken und vom Winter über den Frühling ist mir aufgefallen, dass sich mein Fahrwerk zunehmend härter anfühlte. Die Reifen fuhren sich sehr "prallig" und folgten nicht so gut der Bodenoberfläche. Dann schaute ich mir mal meine Referenzdrücke an und auch die Temperaturen, bei denen ich die gefahren war. Ergebnis: Referenztemperatur 0°C (im Winter), aktuelle Außentemperatur: 20°C. Das ergibt also einen Temperaturunterschied von 20°C. Das heißt also, ich pumpe meinen Reifen bei mir im Keller bei konstanten 16°C auf und das eine Mal fahre ich bei Minusgraden, das andere mal im Sommer. Das eine Mal zieht sich die Luft zusammen, das andere Mal dehnt sie sich aus.

Also habe ich mal gerechnet: Nach der idealen Gasgleichung (pV=mRT) skaliert der Druck mit der Temperatur. Das bedeutet, das bei einer Temperaturänderung von ca. 30°C sich der Druck um ca. 10% ändert. Bei 2 bar wären das 0,2 bar. Bei 15°C sind es immerhin noch 0,1 bar. Ich denke für viele sind diese Druckdifferenzen nicht von Belang, aber wenn man sich in 0,01-0,02 bar Schritten an das Optimum rantastet, dann macht einem das einen kompletten Strich durch die Rechnung. Also habe ich mir mal eine Excel Tabelle gebaut, in der ich meinen optimalen Druck für den jeweiligen Reifen (VR/HR) mit der Temperatur im Keller und der Außentemperatur skaliere. Und, wer hätte das gedacht, das Fahrverhalten passt endlich wieder. Ich stelle meinen Druck jetzt jedes mal vor dem Fahren anhand der Temperaturen ein und der Reifen bringt jedes Mal die gleiche Leistung. Man muss ein wenig antizipieren, je nachdem ob der Boden trocken oder feucht ist, aber im Großen und ganzen ist das ein ganz interessantes Tool.

Hier ist mal eine Beispielliste was ich mit einem 29x2.25" Rockt Ron Evo Liteskin auf einer Felge mit 25mm Maulweite bei verschiedenen Außentemperaturen aufpumpe. In der obersten Zeile (T_i) steht die Umgebungstemperatur des Kellers wo ich aufpumpe in °C, in der linken Spalte die Außentemperatur in der ich radfahren möchte in °C. Der Druck ist in Psi angegeben. Ziel ist es das Fahrverhalten einzustellen, dass ich mit 17,0 Psi / 17,5 Psi (VR/HR) im Wald bei 20°C habe.

T_i
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Man sieht, die Drücke sind teilweise schon drastisch unterschiedlich. Insgesamt habe ich aber super Erfahrungen mit der Temperaturkorrektur gemacht. Die maximale abrufbare Leistung des Reifens bei immer dem gleichen Fahr- und Sicherheitsgefühl.

Vielleicht konnte ich ja dem Einen oder Andern helfen oder jemand hat schonmal gleiche Berechnungen angestellt und noch ein paar Kommentar für mich.

Viel Spaß auf den Trails. :)

Christian
 

skwal83

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Bei der Geschichte solltest du die Höhe auch beachten. Dadurch verändert sich auch der durck in den reifen! Ein Profi kontrolliert die alle 50hohenmeter und passt ihn entsprechend an den nur so ist optimale Performance gewährleistet
 

Lord Shadow

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Versus ist auch nicht richtig. Es besteht hiee vielmehr ein Zusammenhang zwischen Luftdruck und Temperatur.
 

x-o

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Bei der Geschichte solltest du die Höhe auch beachten. Dadurch verändert sich auch der durck in den reifen! Ein Profi kontrolliert die alle 50hohenmeter und passt ihn entsprechend an den nur so ist optimale Performance gewährleistet
1000hm machen 0,1bar. Kann man gerne mit einberechnen. Mir ging es mehr um die Temperatur. Wohnt auch nicht jeder im Alpenhochland. ;)

Ein XC Rundkurs spielt sich auch häufig in einem gewissen Rahmen ab. Da nehme ich einfach den Worst Case (max. Höhe mit der entsprechenden Temperatur).
 
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Hmm, also prinzipiell ja, ich habe mir darüber schon Gedanken gemacht und merke einen Unterschied! Schon von meinem Interesse her habe ich es dann auch mal nachgerechnet und den Reifendruck bei der entsprechenden Referenztemperatur in meinem Keller entsprechend an, so dass der tatsächliche Druck auf dem Trail in ungefähr gleich ist. Allerdings habe ich hierfür nur drei verschiedene Drücke die ich je nach Temperatur wähle, und zwar 0 - 10°C, 10-20°C und >20°C alles zwischen drin ist mir zu viel.
Und so etwas macht natürlich auch nur Sinn, wenn die Referenztemperatur konstant ist. Mit steigender Außentemperatur wird's meist auch im Keller wärmer.
 
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Am besten ist, wenn man das Bike schon auf Aussentemperatur hat und dann die Luftdrücke einstellt (Ja, auch die Dämpfer!)
Das geht halt je nach dem etwas einfacher oder nicht. Daher ist eine Korrekturtabelle eine coole Idee!

Wobei sich die Temperatur ja während dem Fahren schon auch etwas ändert, aber irgendwo muss man ja eine Grenze ziehen 8-)
 

alteoma301

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@Elhabash
bedenke dabei aber bitte auch, das die Luft beim Durchlauf durch deine Pumpe durch die Kompression auch wärmer wird. Korrekterweise solltest du also aus einem Drucktank mit fast gleichem Druck überführen oder den Reifen nach dem Aufpumpen und vor dem Druckmessen thermisch an die umgebung angleichen lassen.

@x-o
Der systematische Fehler kann dir hier allerdings das genick brechen. Obwohl du immer mit dem selben Gerät misst, kann die spannweite der angezeigen ergebnisse sogar größer sein, als die Veränderung, die du messen willst. Das kannst du nur über replikate ein stück weit eingrenzen.
 
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Bei dieser Temperaturdifferenz, speziell wenn es Richtung 0°C oder weiter runter geht, kämpfe ich mehr mit unsensiblen Federelementen und je nach Reifenhersteller und Typ, mit einem nicht mehr richtig funktionierendem Compound. Der Luftdruck mag sich auch ändern, aber die anderen Punkte haben mehr (negativen) Einfluss.
 
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Über den Dämpfer und Federgabel habe ich mir bei meinem vorigen Beitrag auch schon Gedanken gemacht 😅 also klar ich passe meinen Reifendruck zwischen 0°C und 20°C an, aber den größten Unterschied spüre ich definitiv von meinem Dämpfer und der Gabel! Und hier spielt ja nicht nur der Luftdruck (in Dämpfer und Gabel) eine Rolle, sonern noch viel mehr spüre ich das Öl, das seine Viskosität mit der Temperatur verändert!
Den Luftdruck in Dämpfer und Gabel ändere ich deshalb allerdings nicht, jedoch passe ich durchaus meine Zug- und Druckstufe zwischen Winter und Sommer an, allerdings wirklich nur zwischen diesen zwei Temperatur extremen. Sofern es bei uns Mal wirklich einen stabilen Winter hat 🙈😅
 
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@Elhabash
bedenke dabei aber bitte auch, das die Luft beim Durchlauf durch deine Pumpe durch die Kompression auch wärmer wird. Korrekterweise solltest du also aus einem Drucktank mit fast gleichem Druck überführen oder den Reifen nach dem Aufpumpen und vor dem Druckmessen thermisch an die umgebung angleichen lassen.

@x-o
Der systematische Fehler kann dir hier allerdings das genick brechen. Obwohl du immer mit dem selben Gerät misst, kann die spannweite der angezeigen ergebnisse sogar größer sein, als die Veränderung, die du messen willst. Das kannst du nur über replikate ein stück weit eingrenzen.
Im Winter merkt man schon, wenn der Dämpfer beim zimmerwarmen Bike bei 20 Grad eingestellt wurde und es draussen 5 Grad ist. Wie stark es auch beim aufpumpen erwärmt wäre noch interessant zu wissen, aber vermutlich nicht soo relevant, da sich die kleinen Luftmengen wohl schnell wieder abkühlen. Ist aber Spekulation. Beim fahren geht da schon mehr, zumal es ja auch noch das Öl erhitzt wird. Die Reifen bleiben da schon erheblich stabiler, aber auch da sollte man aussen aufpumpen.

Vermutlich genügt es sogar, wenn man mit Aussenluft aufpumpt. Schnell rausstellen ist weniger Arbeit ;)

Was die Druckmessung angeht, sind die Werte der Geräte schon ziemlich reproduzierbar, das ist auch nicht so schwierig herzustellen.
 
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Hallo!

ich beschäftige mich jetzt schon eine Weile mit dem Reifendruck. Ausgangspunkt: Der optimale Reifendruck ist für mich so niedrig wie möglich, ohne dass der Reifen in hart gefahrenen Kurven an Stabilität einbüßt, geschweige denn walkt.

Dazu schreibe ich mir für meine Räder neben dem Fahrwerkssetup für die jeweiligen Reifen-Felgen Kombinationen den minimalen gut fahrbaren Reifendruck in ein kleines Heftchen, so dass ich diesen bei Bedarf direkt einstellen kann. Gegebenenfalls wird etwas nachgebessert.

Ich fahre relativ häufig die gleichen Strecken und vom Winter über den Frühling ist mir aufgefallen, dass sich mein Fahrwerk zunehmend härter anfühlte. Die Reifen fuhren sich sehr "prallig" und folgten nicht so gut der Bodenoberfläche. Dann schaute ich mir mal meine Referenzdrücke an und auch die Temperaturen, bei denen ich die gefahren war. Ergebnis: Referenztemperatur 0°C (im Winter), aktuelle Außentemperatur: 20°C. Das ergibt also einen Temperaturunterschied von 20°C. Das heißt also, ich pumpe meinen Reifen bei mir im Keller bei konstanten 16°C auf und das eine Mal fahre ich bei Minusgraden, das andere mal im Sommer. Das eine Mal zieht sich die Luft zusammen, das andere Mal dehnt sie sich aus.

Also habe ich mal gerechnet: Nach der idealen Gasgleichung (pV=mRT) skaliert der Druck mit der Temperatur. Das bedeutet, das bei einer Temperaturänderung von ca. 30°C sich der Druck um ca. 10% ändert. Bei 2 bar wären das 0,2 bar. Bei 15°C sind es immerhin noch 0,1 bar. Ich denke für viele sind diese Druckdifferenzen nicht von Belang, aber wenn man sich in 0,01-0,02 bar Schritten an das Optimum rantastet, dann macht einem das einen kompletten Strich durch die Rechnung. Also habe ich mir mal eine Excel Tabelle gebaut, in der ich meinen optimalen Druck für den jeweiligen Reifen (VR/HR) mit der Temperatur im Keller und der Außentemperatur skaliere. Und, wer hätte das gedacht, das Fahrverhalten passt endlich wieder. Ich stelle meinen Druck jetzt jedes mal vor dem Fahren anhand der Temperaturen ein und der Reifen bringt jedes Mal die gleiche Leistung. Man muss ein wenig antizipieren, je nachdem ob der Boden trocken oder feucht ist, aber im Großen und ganzen ist das ein ganz interessantes Tool.

Hier ist mal eine Beispielliste was ich mit einem 29x2.25" Rockt Ron Evo Liteskin auf einer Felge mit 25mm Maulweite bei verschiedenen Außentemperaturen aufpumpe. In der obersten Zeile (T_i) steht die Umgebungstemperatur des Kellers wo ich aufpumpe in °C, in der linken Spalte die Außentemperatur in der ich radfahren möchte in °C. Der Druck ist in Psi angegeben. Ziel ist es das Fahrverhalten einzustellen, dass ich mit 17,0 Psi / 17,5 Psi (VR/HR) im Wald bei 20°C habe.

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Man sieht, die Drücke sind teilweise schon drastisch unterschiedlich. Insgesamt habe ich aber super Erfahrungen mit der Temperaturkorrektur gemacht. Die maximale abrufbare Leistung des Reifens bei immer dem gleichen Fahr- und Sicherheitsgefühl.

Vielleicht konnte ich ja dem Einen oder Andern helfen oder jemand hat schonmal gleiche Berechnungen angestellt und noch ein paar Kommentar für mich.

Viel Spaß auf den Trails. :)

Christian
Du hast sonst nicht allzu viel Beschäftigung, oder? Natürlich steigt der Druck mit steigender Temperatur und sinkt mit sinkender Temperatur. Aber das ganze ist viel zu Wissenschaftlich, superaufwendig und das Ergebnis ist viel einfacher zu erreichen: pump etwas zu viel auf und lass Luft raus unterwegs, wenn die Reifen zu hart sind.
 

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@Elhabash
bedenke dabei aber bitte auch, das die Luft beim Durchlauf durch deine Pumpe durch die Kompression auch wärmer wird. Korrekterweise solltest du also aus einem Drucktank mit fast gleichem Druck überführen oder den Reifen nach dem Aufpumpen und vor dem Druckmessen thermisch an die umgebung angleichen lassen.

@x-o
Der systematische Fehler kann dir hier allerdings das genick brechen. Obwohl du immer mit dem selben Gerät misst, kann die spannweite der angezeigen ergebnisse sogar größer sein, als die Veränderung, die du messen willst. Das kannst du nur über replikate ein stück weit eingrenzen.
Die Luft wird bim Aufpumpen wärmer. Bei den Reifen ist das zu vernachlässigen, da ich täglich vor jeder Fahrt nur 1-2 Psi aufpumpe.

Wie gesagt habe ich mehrere Druckmessgeräte. Ich benutze tatsächlich aber meistens das selbe. Für mich funktioniert das sehr reproduzierbar.

Bei dieser Temperaturdifferenz, speziell wenn es Richtung 0°C oder weiter runter geht, kämpfe ich mehr mit unsensiblen Federelementen und je nach Reifenhersteller und Typ, mit einem nicht mehr richtig funktionierendem Compound. Der Luftdruck mag sich auch ändern, aber die anderen Punkte haben mehr (negativen) Einfluss.
Über den Dämpfer und Federgabel habe ich mir bei meinem vorigen Beitrag auch schon Gedanken gemacht 😅 also klar ich passe meinen Reifendruck zwischen 0°C und 20°C an, aber den größten Unterschied spüre ich definitiv von meinem Dämpfer und der Gabel! Und hier spielt ja nicht nur der Luftdruck (in Dämpfer und Gabel) eine Rolle, sonern noch viel mehr spüre ich das Öl, das seine Viskosität mit der Temperatur verändert!
Den Luftdruck in Dämpfer und Gabel ändere ich deshalb allerdings nicht, jedoch passe ich durchaus meine Zug- und Druckstufe zwischen Winter und Sommer an, allerdings wirklich nur zwischen diesen zwei Temperatur extremen. Sofern es bei uns Mal wirklich einen stabilen Winter hat 🙈😅
Da habt ihr beide recht mit den Federelementen. Das ist aber kein Grund nicht wenigstens die Reifen vernünftig einzustellen. Auch zwischen 10° und 25°, wo Gabel und Dämpfer eigentlich schon wieder gut arbeiten, liegen 15K, also 5% Druckunterschied in den Reifen.

Vermutlich genügt es sogar, wenn man mit Aussenluft aufpumpt. Schnell rausstellen ist weniger Arbeit ;)

Was die Druckmessung angeht, sind die Werte der Geräte schon ziemlich reproduzierbar, das ist auch nicht so schwierig herzustellen.
Das geht natürlich auch. Ich kann meine Räder aber nicht einfach so vor die Tür stellen. Nach 15 Minuten stehen da sonst zwei. ;) Eine Alternative wäre nach der Anfahrt zum Trail aufzupumpen. Da haben die Reifen dann auch Umgebungstemperatur. Ich stell mir den Druck eben einfach schon vorher mit der Tabelle ein.

Du hast sonst nicht allzu viel Beschäftigung, oder? Natürlich steigt der Druck mit steigender Temperatur und sinkt mit sinkender Temperatur. Aber das ganze ist viel zu Wissenschaftlich, superaufwendig und das Ergebnis ist viel einfacher zu erreichen: pump etwas zu viel auf und lass Luft raus unterwegs, wenn die Reifen zu hart sind.
Das ist wirklich nur eine Gleichung (ideale Gasgleichung). Das hatten wir damals im Studium glaube ich in der ersten Veranstaltung Thermodynamik. Und die Excel-Tabelle hab ich in 5 Minuten gebaut. Klar, das wäre auch eine Option mehr aufzupumpen und die Luft dann am Trail abzulassen, aber dann muss ich extra noch ein Druckmessgerät mitnehmen. Das interessante, was ich zumindest nicht erwartet hatte, ist, dass der Enddruck doch relativ stark von der Temperatur abhängt.

Wirklich hilfreich ist die Tabelle, wenn man mal einen Tag hatte, an dem die Reifen einfach perfekt waren. Perfekter Grip, keine Durchschläge usw. Dann notiert man sich den Reifendruck und die Temperatur und kann das für alle Bedingungen reproduzieren.

Corona Lockdown hat sich zugeschlagen :spinner:
Keine Ahnung was der Satz bedeuten soll. Aber nur weil da ein Eingabefeld und ein Butto mit "Antworten" vorhanden ist, heißt das nicht, dass man auch antworten muss. Insbesondere wenn man wirklich mal überhaut nichts beizutragen hat. Und wenn doch, dann wären zusammenhängende und sinnhafte Sätze von Vorteil.

Vor oder nach dem Stuhlgang,
Sonst sonst ist deine Tabelle für, n Arsch.
🤥🤥🤥🤥
Vielen Dank für die konstruktive Kritik. :D Siehe oben mit dem Button Antworten.

BTW: Das sonst ist doppelt, da müssen wir einen abziehen, Dalli, Dalli. :D
 
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Also ich bin ja wissenschaftlich sehr interessiert und habe mir über diese Thematik schon öfter Gedanken gemacht wie Temperatur und Umgebungsluftdruck sich auf Komponenten wie Reifen am Rad sowie auch beim KFZ auswirken können. Da ich aber kein Profirennsportler bin und werde habe ich beschlossen dass es für mich beim Radeln und Autofahren völlig irrelevant ist ob da jetzt 0,05 Bar/Psi mehr oder weniger im Reifen sind.

Mal ein Denkanstoß: In großer Höhe steigt der Luftdruck im Reifen ja an, gleichzeitig ist es in großer Höhe meist etwas kühler also sinkt der Luftdruck wieder...

Fazit: Mehr Radeln, weniger philosophieren.
 
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Mal ein Denkanstoß: In großer Höhe steigt der Luftdruck im Reifen ja an, gleichzeitig ist es in großer Höhe meist etwas kühler also sinkt der Luftdruck wieder...

Fazit: Mehr Radeln, weniger philosophieren.
Das ist korrekt. Die Tabelle gibt mir ja die Möglichkeit die Reifen jedesmal wieder gleich einzustellen, unabhängig von der Temperatur. Das habe ich ja nicht aus Langeweile gemacht, sondern weil mir beim Fahren ein reales Problem aufgefallen war, nämlich eine Verschlechterung des Fahrverhaltens mit steigender Temperatur. Es gibt einen Punkt, an dem der Reifen so weich ist, dass er sich hervorragend um kleine Wurzeln und Steine herumschmiegt, aber noch nicht so weich, dass seine Karkasse in Kurven walkt, bzw. der Reifen kippt. Das wirkt sich enorm auf die Rundenzeiten aus.

Das kann jeder mal testen: Einfach mal mit viel zu wenig Druck (halber Platten) locker einen Trail runter rollen. Dann hat man dieses weiche Sofa Gefühl. Jetzt muss man den Druck finden, bei dem dieses Sofa Gefühl erhalten bleibt und der Reifen trotzdem noch stabil ist. Das ist die Herausforderung. Ich fahre auf 2,25er SinglePly Reifen aktuell ca. 1,17/1,2 bar. Nino zeigt hier wie er einen Test mit dem Daumen und Körpergewicht macht.

"If you can't touch your rim, you probably run way to hard tire pressure."


Das finde ich auch gut, da das sehr einfach ist und gleich mehrere Punkte wie Reifenaufbau, Körpergewicht und Felge mit berücksichtigt. Um das so hinzubekommen, müsste ich den Druck aber nochmal deutlich absenken. Aber wer weiß, vielleicht teste ich mich da mal ran. :)
 
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Der Nino muss aber seine Felgen auch nicht selbst bezahlen wenn er sie bei einem Durchschlag zerstört. Bei mir hat es sich so bei 1,7 vorne und 1,8 Bar hinten eingependelt, bei fahrfertigen 100 bis 105kg. Das reicht bei gerade so um Durchschläge zu vermeiden und das der Reifen nicht walkt in der Kurve.
 
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Das ist korrekt. Die Tabelle gibt mir ja die Möglichkeit die Reifen jedesmal wieder gleich einzustellen, unabhängig von der Temperatur. Das habe ich ja nicht aus Langeweile gemacht, sondern weil mir beim Fahren ein reales Problem aufgefallen war, nämlich eine Verschlechterung des Fahrverhaltens mit steigender Temperatur. Es gibt einen Punkt, an dem der Reifen so weich ist, dass er sich hervorragend um kleine Wurzeln und Steine herumschmiegt, aber noch nicht so weich, dass seine Karkasse in Kurven walkt, bzw. der Reifen kippt. Das wirkt sich enorm auf die Rundenzeiten aus.

Das kann jeder mal testen: Einfach mal mit viel zu wenig Druck (halber Platten) locker einen Trail runter rollen. Dann hat man dieses weiche Sofa Gefühl. Jetzt muss man den Druck finden, bei dem dieses Sofa Gefühl erhalten bleibt und der Reifen trotzdem noch stabil ist. Das ist die Herausforderung. Ich fahre auf 2,25er SinglePly Reifen aktuell ca. 1,17/1,2 bar. Nino zeigt hier wie er einen Test mit dem Daumen und Körpergewicht macht.

"If you can't touch your rim, you probably run way to hard tire pressure."


Das finde ich auch gut, da das sehr einfach ist und gleich mehrere Punkte wie Reifenaufbau, Körpergewicht und Felge mit berücksichtigt. Um das so hinzubekommen, müsste ich den Druck aber nochmal deutlich absenken. Aber wer weiß, vielleicht teste ich mich da mal ran. :)
Ich denke, dass hier schlicht und einfach die Möglichkeit, komplexe Dinge in Zahlen darstellen zu können, überschätzt wird. Wie bereits andere anmerkten, ist der Luftdruck ja nur einer von vielen Parametern, die sich mit der Temperatur ändern. Auch das Material ändert seine Eigenschaften bei veränderter Temperatur. Das hat mindestens einen ebenso großen Einfluss, wie die 0,2 Bar Luftdruck, die man bei 0° Celsius weniger hat, gegenüber 20° Celsius.
Wenn die Gummimischung sich härtet, wird sie rutschiger und bockiger.
Auch die Luftdruckmessung, wenn man hier von 0,02 Bar Schritten spricht, ist schon mal absurd. Denn 0,02 Bar gehen mir leicht raus, wenn ich den Druckmesser ansetze und dabei aus versehen den Ventilstift reindrücke, bevor ich ihn richtig angesetzt habe.
Da hängt man sich an kleinen Details auf, ohne die großen Brocken dabei in Betracht zu ziehen und baut Statistiken auf, die, reell, aber viel zu vereinfacht sind, als dass sie wirklich etwas helfen.
Kurz und knapp: Wenn der Mechaniker von Nino Schurter den Druck mit dem Daumen prüft, ist das zuverlässiger als all das mathematisch logische Zahlenbombardement.
Und wenn man eine Abfahrt runterfährt und die Reifen springen und sind bockig, sollte man zuerst mal sehen, ob an etwaigen vorhandenen Federelementen vielleicht die Zugstufe zu weit offen ist und falls man sicher ist, dass nicht, ein wenig Luft aus den Reifen lassen. Das geht nicht nur schneller sondern ist auch viel zuverlässiger, als der Zahlenfriedhof. Weil letzterer eben nur einen Bruchteil der extrem komplexen Realität abbildet.
Es kommt ja auch nicht von irgendwoher, dass MTB Hersteller und Komponenten Hersteller ihre Teile in Rennen strapazieren und dann mit den Rennfahrern zusammenarbeiten. Denn die spüren wesentlich mehr kleine Nuancen als eine Access Datenbank.
 
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Der Nino muss aber seine Felgen auch nicht selbst bezahlen wenn er sie bei einem Durchschlag zerstört. Bei mir hat es sich so bei 1,7 vorne und 1,8 Bar hinten eingependelt, bei fahrfertigen 100 bis 105kg. Das reicht bei gerade so um Durchschläge zu vermeiden und das der Reifen nicht walkt in der Kurve.
Vielleicht liegt es ja daran, dass der Nino weniger wiegt und daher mit weniger Luftdruck fahren kann?
 

roudy_da_tree

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Der Ansatz ist interessant und, wenn dir das schon hilft, auch erfolgreich.
In der Theorie würde noch die Veränderung der Dämpfungseigenschaften des Reifengummis bei Temperaturschwankungen und die der Federelemente fehlen.

Vor vielen Jahren gab es hier mal den Tipp von @dubbel Reifendruck = Durchschlag +0,1 bar.
Klang erstmal fies, beschreibt aber das was Nino Schurter meint.
Bei häufig gleichen Strecken funktioniert das gut, da gehen auch mal 0,8 bar.
Interessant ist das Gefühl, wenn der Reifen voll komprimiert wird und es leichten Kontakt von Wurzel zu Felge gibt (ohne Schäden).
Aber wenn ich noch nicht weiß, welchen Trail ich fahre und welches Tempo geht, nehme ich gern 0,1-0,2 Bar Reserve mit und in Kauf.
 
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