Reisebericht November 2010 Vinschgau 4 Tage

Dabei seit
19. Oktober 2008
Punkte Reaktionen
4
Ort
München
Tach,

dieser Blog soll allen helfen die irgendwie ahnungslos sind und auch keine Erfahrung haben wo im Nov. noch ordentlich zu biken ist.

Hier folgt mein Reisebericht von der 1. November Woche 2010 im Vinschgau! Genau waren wir 4 Tage dort.

Ende Oktober hatte ich diesen Blog erstellt, da ich nicht wirklich wusste wo man relativ trocken und warm biken konnte.

http://www.mtb-news.de/forum/showthread.php?t=489894&highlight=urlaub+november


Über die Vorschläge informierte ich mich online. Ich wollte nach Finale Ligurien, sicher gehen, dass das Wetter wirklich noch zu ertragen ist,
am besten in kurzen Sachen radln, ähm BIKEN(!!!).
Mein Kumpel wollte nicht so weit fahren (wir wohnen in der nähe von Alsfeld) und schlug den Vinschgau vor (650 sind besser als ca 900km).
Wettertechnisch hört man ja nur gutes... 300 Sonnentage und so... .
Ich lies mich davon überzeugen... aber die Skepsis blieb. Der Vinschgau liegt ja doch genau in den Alpen. Wie soll es da gutes Wetter und angenehme Temperaturen im November geben??

Link Wetter Vinschgau:

Wetterlink: http://www.alpen-guide.de/reisefuehrer/wetter/vinschgau

TAG 1


Wir fuhren am Do. 4.11 nahe Alsfeld um 3 Uhr nachst los.
Ankunft in Laas im Vinschgau war kurz vor 10Uhr.
Wir hatten ein Zimmer im Hotel Gasthof zur Sonne gebucht.
Dieser liegt direkt an der Hauptstrasse am Marktplatz. Leicht zu finden, prima!
Dann einchecken, Tour raussuchen und aufs GPS überspielen, Bikes zusammen schrauben und los gehts... . Okay, okay. So schnell gings dann doch nicht. Das raus suchen der Tour hat am meisten aufgehalten.
Wir wollten ja die absoluten Hammertouren fahren, mit den Hammertrails bergab!

Wir sind gegen 13 Uhr auf die Bikes gestiegen und hatten uns aus dem MB-Magazin Tour 5 ausgewählt. Die uns unser Hotelchef auch empfohlen hatte.

gps-tour.info Link:
http://www.gps-tour.info/de/touren/detail.65865.html


Wir rollten von Laas über die Via Claudia Augusta den Berg hinunter nach Schlanders. Die Via Claudia war alle 3 Tage das erste Stück auf dem Bike. Alle 3 Tage ein schöner Tourstart.
In Schlanders angekommen gings dann erstmal bergauf, meist auf Teer.
Weiter oben hatten wir einen super Blick auf das Tal und die Berge.
Echt schön und sehenswert wenn man diese Gegend nicht kennt!
Die Strasse hat sich nach oben aber gezogen wie Kaugummi. Wir haben dann auch irgendwann gemerkt, dass 2 Std schlaf doch irgendwie zuwenig sind um mal locker da hoch zufahren. Der Gedanke an den Spitzentrail abwärts (Trailzauber laut MB-Magazin) hat uns die 1200hm
gut wegstecken lassen:daumen:
Als wir oben angekommen waren machten wir ne Pause und zogen unsere langen Sachen an. Da oben wars doch echt frisch. Vor allem im Schatten, brrr. Wir hatten dann irgendwann 16 Uhr und machten uns an den Abstieg. Es wurde ja durch die Zeitumstellung schon gegen 17 Uhr langsam dunkel. Zuerst auf einem etwas breiteren Wiesentrail. Für den Anfang ganz nett! Wir kamen dann aber irgendwie wieder auf einen normalen Waldweg. Der erste Blick ging auf den Etrex... Hä, Trail übersehen und vorbei gerollt:confused:. Nee wir waren richtig....und auch etwas
entäuscht... , aber egal der coole Trail kommt bestimmt gleich... . Wir haben dann erstmal einige HM sinnlos vernichtet ehe es an einer
Kirche vorbei wieder traillig wurde. So schnell wie der Trail da war, war
er auch wieder vorbei..., zumindest abwärts. Es ging auf dem Pfad ziemlich haarig Hochzu. Fahren war nur teilweise möglich... . Das Barometer der guten Laune zeigte doch schon nach unten und viel weiter. Irgendwann war dieses fahren, schieben, fahren, schieben endlich vorbei und wir hatten wieder etwas 08/15 Weg zu bewältigen.
Wir fuhren weiter und folgtem den GPS und bogen einmal falsch ab... .
Hey, das kann passieren... . So allmälich hatte uns die Dämmerung eingeholt. Wir kämpften uns auf den richtigen Weg zurück und hatten endlich gut fahrbaren Trail erreicht. den wir in etwa zur Hälfte noch gefahren sind. Irgendwann war es aber nicht mehr möglich, weil: Einfach zu dunkel:mad:. Ne Lampe hatten wir nicht dabei. Wir dachten ja nicht , dass die Abfahrt so lange dauern würde... . Als wir den Waldweg ins Tal
schiebend erreicht hatten ließen wir uns in absoluter Finsterns langsam rollen. Wieder wurden ein haufen HM sowas von sinnlos vernichtet... .
Auch am Tage wäre das nicht schön gewesen:heul:.
Gegen 19 Uhr erreichten wir dann endlich den Gasthof und waren froh, dass die Tour vorbei war.

Fazit der Tour 5 aus dem Magazin. Schöner Ausblick. Das Verhältnis hoch fahren zu Trails war für uns nicht okay. Auch wenn man die Dunkelheit aussen vor lässt. Diese Runde würde ich nicht mehr fahren!
Wenn man solchen Ausblick selten hat echt sehenswert. Mit dem Rennrad hätte mans aber einfacher gehabt und hätte den Asphalt mit affenartiger Geschwindigkeit runter sausen können.

Wir haben noch eine Pizza gegessen und lagen um 22.30 Uhr totmüde im Bett. Pizzeria Bar Sportzone St. Sisinius am Sportplatz in Laas.
Die Pizza war sehr gut! Auf jeden Fall zu empfehlen!

TAG 2

War der beste vom Wetter. 20° im November, leck mich am A....:) und dann noch in den Alpen.
Wir suchten uns wieder eine Tour aus dem Sortiment des Hotels heraus und für alle Fälle hatten wir noch den Trail 13 auf der gps-tour-Seite geladen. (Link: http://www.gps-tour.info/de/touren/detail.56052.html)
Wir waren gegen 11.30 auf den Bikes und rollten runter nach Latsch. In Schlanders suchten wir den hiesigen Bikeshop auf, da mein Mitfahrer Marco den Sicherungsbolz für die Bremsbeläge verloren hatte.
Uns wurde zügig geholfen. Trotz Mittagspause. Das war mal sehr nett:daumen:
Scheinbar sind die Leute hier einfach so... . Ist was anderes als die normale frankfurter Unfreundlichkeit. Wir liesen unsere Räder weiter nach Latsch rollen. Auf dem Weg dort hin beschlossen wir zuerst den 13er Trail zufahren und dann die ggf. die andere Strecke oder diese am Folgetag zu fahren. Wir dämmelten zum Startpunkt des GPS-Tracks:
dem Latscherhof. Wir fuhren aufwärts und bewunderten den ein oder anderen Pfad der Links und rechts des Wegs abging. Wir mussten bei der Auffahrt leider noch eine Pause einlegen, da mir die Kette fast gerissen wäre. Ich hatte Gott sei Dank ein Kettenschloß dabei und meinen Kettennieter. Wäre dem nicht so gewesen wäre die Tour hier vorbei gewesen...:(. Auf dem Weg zu dem Trail 13 machte uns ein Bauer auf ein Rudel Rehe im Wald aufmerksam. Für uns aus der ländlichen Gegend eigentlich nichts besonderes, aber soviele auf einmal! Toll!
Als uns die Rehe bemerkten machten sie sich ab. Getreu dem Motto:
Das Reh springt hoch, das Reh springt weit.... warum auch nicht??? Es hat ja Zeit:lol: . Auf dem weiteren Weg kam noch ein weiterer Traktor vorbei. Die Leute beäugten uns etwas kritisch und fuhren vorbei.
Sie verloren aber eine Rosenschere. Die fiel von ihrem Hänger. Unser Rufen konnten sie aber nicht mehr hören. Wir nahmen das Ding an uns und dachten wenn wir sie einholen bekommen sie sie zurück.
Als wir dann nach etwas weniger als 600hm den Einstieg erreichten traffen wir wieder den Treckerfahrer und seine Frau. Und siehe da, der konnte ja lächeln als er die Schere in meiner Hand sah:). Danach wurden wir noch etwas komisch beobachtet als wir uns warm anzogen und den Einstieg begutachteten. Nach deren Blicke zu urteilen dachten die wohl:
Die Dappese wollen doch nicht da runter fahren... Auweia...:)
Dieser Trail war aber genau so wie wir es uns gewünscht hatten.
Rechts ging es steil hoch und links teilweise steil runter. Zwischendurch machten wir ein paar Fotos von dem tollen Weg. Super fahrbar, teilweise flowig. Echt zu empfehlen! Das war geil und auch schön lang für uns als Mittelgebiergsler. Die Abfahrt ist vom Einstieg bis nach Latsch ca. 2km. So hatten wir uns die Geschichte vorgestellt:daumen:
Zurück in Latsch gegen 16 Uhr besorgten wir uns noch zwei Bolzen für evtl Schäden an der Kette. Kettenschlösser waren in Latsch aus.... .
Mit der Bahn ging es nach einem kleinen Lunch (der rest der Pizza vom Vorabend) und ner Cola zurück nach Laas.
Wir gingen in unsere Unterkunft etwas essen und saßen anschließen in der gasthofeigenen Kneipe. Dort kamen wir mit Leuten unseren alters ins Gespräch und wurden erstmal über tiroler Verhältnisse zu den Italienern aufgeklärt und über Andreas Hofer. Interessant fand ich! Jetzt wissen wir nicht überall wo Italien auf dem Pass steht steckt auch ein Italiener drin:lol:. Als Unternehmung für den Abend bekamen wir dann die Discothek Hölle empfohlen. Ihr könnt euch übrigens kostenfrei vom Discotaxi abholen lassen. Die Nummer bekommt ihr vom Wirt. Sie wurde ihrem Namen gerecht.... :lol:.Gegen 3.30 Uhr gings dann mit dem Discotaxi wieder "Heim". Beschreibung des Tracks durch MTB-Eldorado:
http://www.jagdhof.com/de/bodyactivity-mountainbike-touren-detail.php?id=100

TAG 3

Wetter war immernoch gut aber leicht Feucht auf der Südseite von Latsch.
Am nächsten Tag studierten wir mit dickem Kopf die topografische MTB-Karte des Vinschgaus und fanden über dem Trail vom Vortag (höhergelegen an selbieger Forststraße) noch eine Strecke.
1200hm über Trail ins Tal. Laut Topokarte schwer zu fahren.. .
Laut Beschreibung der BikeEldorado-Seite sind Schoner empfohlen Okay, wir wollten ja keine Weicheier und Warmduscher sein und schließlich ist das Leben auch kein Ponyhof:cool:. Wir fuhren wieder die VIA Claudia Augusta. Auf der Höhe von Morter entschieden wir uns den Weg etwas anders zu wählen als am Vortag. Wir fuhren durch Morter und nach der Ortschaft links. Es fing ganz langsam an. Allerdings wurde es dann doch ziemlich anstrengen. Das genaue Gefälle weiß ich nicht. Ich fuhr aber ein ordentliches Stück als wollte ich in naher Zukunft in den Lenker beißen.
Als dieses Stück geschafft war schulterten wir die Bikes und trugen sie ca 500m ca. 30hm aufwärts über einen Trail auf die Bergstrasse des Vortages. Wir trafen den Bauern der uns die Rehe zeigte und hielten einen kleinen Plausch. Dann ging es weiter! Weiter oben traffen wir auch noch den Mann vom Vortag mit seiner Frau. Die Frau fragte uns als erstes ob wir, da wirklich mit dem Radl runter seien... Wir antworteten Schlicht: ei logisch:cool:. Der Mann war auch gut gelaut und erzählte uns sofort....irgendwas. Es war aber für mich und auch Marco nicht zu verstehn. Wir nickten fleißig und gaben kommentare ab wie: A, hmhm, ja, ach ja. Dann verabschiedeten wir uns freundlich und fuhren weiter.
Wir pedalierten am 13er Trail vorbei (die Hälfte an HM hatten wir da geschafft). Das ganze Stück war steil aber gut zufahren, problemlos.
Oben an der Latscher Alm angekommen haben wir uns warm eingepackt,
gegessen und getrunken. Dann gings so langsam los. Wir fuhren den Weg zurück bis zum Einstieg Trail 4b. In meinen Augen echt anspruchsvoll. Die ganze ober Hälfte des Trails, also ca die ersten 2 km, waren ziemlich feucht. Es lagen auch eine Menge Steine in der Rinne die wir runter sind. Weiter war das erste Stück 4b mega-schwierig. Sind aber alles gefahren. Nach 2/3 der Strecke dachte ich der Trail hört nie auf... . Auf dem ganzen Stück sind wir zusammen bestimmt 3-4 mal gestürtzt. Was ich mal auf die feuchten Steine und Wurzeln schieben will :) den an den, in meinen Augen, schweren Stellen sind wir nicht gestürtzt .Weh getan haben wir uns nicht, nur ein paar blaue Flecken haben wir mit genommen.
Dieser Trail war das Anspruchsvollste was ich bis dato gefahren bin.
Nicht wegen den schweren Abschnitte sondern ehr wegen der Länge und weil man jede Sekunde aufpassen musste.



Im folgenden Link könnt ihr ein Video das Trail sehen. Wir sind nicht die Fahrer. Ich fand den Clip zufällig bei Youtube. So auf aufgeräumt war er bei uns allerdings nicht und auch nicht so trocken. Weiter fehlt der erste
Bockschwere teil. Viel Spass beim schauen.



[nomedia="http://www.youtube.com/watch?v=5kwEI-u93Tw"]YouTube - Downhill Trail- pur.- Zwillingscraft Trails im Vinschgau 2009[/nomedia]

weiteres Video Trail 4: http://freecaster.tv/mtb/1010277/mtb-freeridetv-trailcam-latsch-2009-trail-nr4
Der GPS-Track: http://www.gps-tour.info/de/touren/detail.70727.html

TAG 4

Frühstück 9.30 Uhr. Dann fuhren wir los:heul:.
Wir verliesen unsere Unterkunft gegen 10.30 Uhr und waren bei freien
Strassen gegen 17 Uhr zuhause bei Alsfeld.

Fazit des Kurztrips:

Wie gewünscht hatten wir bestes Wetter. Bis 20 Grad. In der Sonne konnte man beruhigt kurz fahren. Im Schatten wars schon frisch aber
auch zu ertragen...

Die Unterkuft Hotel Gasthof zur Sonne kann ich jedem empfehlen.
Nette Menschen, gutes Essen. Neben an ein kleiner Super Markt.
Die Zimmer waren sauber. GPS-Geräte mit Touren und Radkeller vorhanden. Was uns gefehlt hat war ein Raum zum trocknen der Kleidung. Vielleicht hätten wir aber einfach nachfragen müssen.
Wir haben mit Frühstück 28€ pro Nacht bezahlt. Ein sehr fairer Preis wie ich finde. Auch das Abendessen war sehr gut. Der Chef des Hauses
war sehr interessiert an den Biketouren.

Für mich ist Laas der ideale Ort gewesen, da es nur bergab ging um nach Latsch zu kommen. Zum Einrollen prima geeignet.
Zurück konnte wir prima mit der Bahn fahren die noch dazu echt günstig war! Wäre es nicht so früh dunkel geworden wären wir vermutlich auf dem Bike zurück.

Ich sag mal trotz des ersten Tages war es ein geiler Kurztrip.
Ich werde nächstes Jahr wieder hin fahren! Allerdings wenns länger hell ist:cool:.

In meinem Fotoalbum hier im Forum könnt ihr Bilder des Trips einsehen. (Die Beiden Pappnasen auf den Pics sind Marco und ich)
Ich hoffe mein Bericht hat euch gefallen oder sogar weiter geholfen.

Tschüss oder wie Marco sagen würde Happy Trails

Daniel
 
Zuletzt bearbeitet:

Kurt

Bikeguide & Hotelier
Dabei seit
4. Mai 2001
Punkte Reaktionen
4
Ort
Steinegg/ Südtirol /Italy
Wir waren gestern in Latsch und sind mit Martin vom Hotel Jagdhof mitgefahren. Das war seine letzte geführte Biketour für dieses Jahr.
Wir sind bergauf sogar in kurzen Hosen/Trikot gefahren so warm war es :D
Geile Trails haben die dort im Vinschgau.
 
Oben