Reisebericht von den Pyrenäen mit Moulton Fahrrad, Anreise mit TGV

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7. Juni 2005
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Liebe Leute,

Hier nun mein fertiger Reisebericht, wie es mir in den Pyrenäen und Uk ergangen ist.
Viel Spass beim Lesen !!!!!


Mein Rad:
AM Jubilee mit langem Wishbone, Gepäckträger vorne und hinten, Übersetzung 53 und 38 er Kettenblatt, hinten 11-32 Zähne. Federung vorne auf ganz hart stellen.

Rennbügel und Fitzig Sattel. SPD Pedale, LED Beleuchtung. Gewicht ca. ohne Lampen etc. 12,5 kg.

Ausrüstung:
Zwei Packsäcke von Nordisk in klein und einer in groß, diese sind sehr gut ! Ein Trangia Kocher in klein, Einbogen Zelt von eine preiswerten Marke, Isomatte zum Aufblasen, Daunenschlafsack, Gore Tex Regenzeug usw. Eine kleine Satteltaschen von Rixen und Kaul für die Kameras, eine kleine Ortlieb Lengertasche für weiteren Kleinkram.

Tag 1. Sonntag den 21. 8.2005 Anreise:
In Köln bin ich um 8:20 in den Thalys eingestiegen und war um 11:30 in Paris. Dort muss man dann mit der Metro einmal quer durch die Stadt. Im Grunde waren diese Umtragegeschichten zwischen den Stationen die größten Anstrengungen der ganzen Reise. Das Rad mit Gepäck (gilt auch für ein grosses Rad) muss man mit 1 x Laufen transportieren können. Wegen Bombengefahr, werden Besitzerlose Gepäckstücke direkt platt gemacht !

Am nächsten Tag habe ich mir dann Pau noch etwas angesehen und bin dann GPS gestützt aus dem Gewühle raus gefahren. Um Pau herum ist der Verkehr noch etwas nervig, das legt sich nach ca. 20 km, hinter Arudry wird es merklich ruhiger.

In Laruns geht es dann merklich bergauf, hinauf zum Col de Aubisque. Hier gibt es auch noch einige Campingplätze die letzten für die nächsten ca. 6-8 Stunden Fahrt. Da Pau auf nur 220 müN liegt ist der Col de Aubisque mit seinen 1709 m eine echte Herausforderung. Oben hat man dann richtiges hochalpines Feeling mit sauberer Luft, gutem Gebirgsfeeling und frischem Wetter.

Bei der nun folgenden Abfahrt sollte man es langsam angehen lassen und die schöne Aussicht geniessen. Das war einer der schönsten Strecken der ganzen Reise.

Da ich für diesen Tag schon relativ spät dran war (ca. 19:00) habe ich mich trotzdem gut rangehalten. Nach ca. 300 Höhenmetern bergab, kommt nämlich die nächste Überraschung.

Zum nächsten Pass hin gibt es nur ein recht unwirsches Tal, wo man nicht campen kann, oder nur wirklich schlecht. Der zuständige Herdenhund für diese Region wird mit Pfiffen dirigiert, hat mich jedoch kaum zur Kenntnis genommen, was sich bei Übernachtungen sicherlich geändert hätte.

Also über den nächsten Pass, den Col de Soulor mit 1474 m. Danach kommt eine längere Abfahrt, die mich einen Hinterradreifen gekostet hat, weil ich zappelig war und unbedingt den nächsten Campingplatz erreichen wollte.

Wie überall in Frankreich rollt man dort abends drauf, baut sein Zelt auf und zahlt morgens. Die Dusche war leider kalt, da ich keinen entsprechenden Chip hatte.

2. Tag, Montag:
In dem kleinen Städchen direkt nebenan gibt es eine Bäckerei, die auch alles andere was man für ein korrektes Frühstück benötigt führt. Dort habe ich mir auch eine sehr leckere Marmeladein einem unglaublich schwerem Glas gegönnt die ich dann mit bis nach England geschleppt habe.

Danach bin ich weitergefahren nach Argeles-Gazost. Dort war wieder viel Verkehr, aber sobald es dann wieder in die Berge geht wird es ruhiger. eine frisch geteerte Strasst mit reichlich Splitt war eine sehr gute Reifenprüfung, die das ohne zu Mucken übestandenhaben.

Eine Gruppe von engl. Radfahrern bekam ich immer wieder zu Gesicht, die eine geführte Tour ohne Gepäck machten. Heutiges Tagesziel war der Col de Tourmalet, der König der Pyrenäenpässe, Tour de France Schreck und mit 2215 m auch nicht wirklich easy.

Die Steigungen sind mitunter ganz schön happig, jedes Kilo zieht mächtig am Rad. Hier hilft nur, langsam machen und sich nicht jeck machen. Letztlich kann man über den Höhenmesser und das Tempo relativ genau ausrechenn wann man ankommt. Ich bin mit ca. 5-8 km/h 5-8 Höhenmeter pro Minute voran gekommen.

D.h. das man in 2 Stunden ungefähr 600 Höhenmeter schafft. Zum Glück hatte ich auf deiesm Pass keine Gegenwind, sonst wäre das richtig heftig geworden. Oben war es mit 7 Grad ganz schön kalt und vor allen Dingen sehr neblig. Das Letzte Stück kann man dann auch streckentechnisch nicht vorausahnen, es zieht sich aber ganz gut.

Der rechte Seitenstreifen fällt mitunter nach einer kleinen brüchigen Mauer senkrecht ab. Aufpassen ! Nicht, an die körperliche Grenze gehen und womöglich dort nach einem Kreislaufhänger runterfahren !

Oben habe ich dann meinen Windfang ausgeklappt und bin nach div. Zielfotos dann wieder hinab. Es war schon 20:00 und ich hatte für den Tag genug, wollte aus dem Nebel/Regen/Wolken Dunst wieder raus.

Vorher kommt man noch durch verlassene ultrahässlich Betonskihotels die sehr verlassen wirken und in dem Nebel die optimal Kulisse für einen Gruselfilm darstellten. Mit den mächtigen Handyantennen wirken sie wie geheime Stationen aus dem kalten Krieg, o.ä. Brrrr´ schnell weg ! Nach mir kam keiner mehr an diesem Tag über den Berg.

Der erste Campingplatz der auftaucht befand sich noch in den Wolken und war auch sehr hässlich. Er sieht eher aus wie eine Arbeitersiedlung im hohen Norden.

Ich bin dann noch weiter ins Tal gerollt und war mit dem einbrechender Dunkelheit auf dem Campingplatz, der eine heisse Dusche hatte, einen netten Besitzer und sehr angenehm angelegt war.
Hier war ich dann auch sehr froh, doch noch ein paar gefriergetrocknete Treckingmahlzeiten mit dabei zu haben.

Voila, den König hatte ich also nach nur zwei Tagen bezwungen, schade eigentlich. Man hätte die Tour jedoch kaum anders fahren können, oder man wäre schon um ca. 15:00 auf den letzten Campingplatz geradelt und hätte dann dort den ganzen Tag verbringen müssen. Dazu hatte ich keine Lust.

3. Tag, Dienstag
Am nächsten Tag war meine Überlegung einen Tag Pause zu machen und zu lesen o.ä. Aber das wäre mir als Alleinreisender doch zu langweilig gewesen. Daher habe ich mich dann bei strahlend blauem Himmel wieder aufs Rad geschwungen und bin weiter gefahren. Die Strasse Richtung Campan sollte laut Reiseführer sehr schön sein. Das habe ich dann eine Weile genossen und bin dann wieder zurück gefahren Richtung Col de Aspin mit 1489 Metern.

Hinauf geht es durch herrlich duftenden Tannenwald. Ansonsten habe ich mich gut eingetacktet gefühlt und bin dort relativ locker hinauf. In dem Örtchen Arreau wollte ich übernachten, was jedoch erstmal sehr schwierig war.

Arreau ist eines der typischen Bergstädtchen in Südfrankreich. Alte Häuser, Märkter und wohldosierter Tourismus machen den Charm des Städtchens aus. Ein lustig plätschernder Bach, „verbaute“ Strassen und eine alte, sehr schön eingerichtete Kirche zeugen vom langen Stadtbestehen in relativ abgeschiedener Gegend.

4. Tag, Mittwoch
HEute kam der vorletzte Pass an die Reihe, der Col de Peyresourde. Obwohl nicht besonders hoch, forderte er noch mal meine ganze Power ab. Ich wollte den relativ schnell abhaken und habe daher auch gut draufgehalten, aber das ging eben so einfach dann doch nicht. Langsam immer stetig nach oben ging es dann aufwärts, oben gab es eine nette Hütte, die Pfannkuchen verkauft usw

5. Tag. Donnerstag
Der letzte Pass !
Ohne Gepäck bin ich heute Richtung Spanien gefahren. HEute war der letzte PAss an derReihe, der Col de Portillon mit 1293 m. Ich dachte schon das dies eine lockere Strecke sein würde, aber dem war nicht so. Diese Rampe war mit Abstand die steilste !

Mehr im Wiegetritt als sitzend bin ich dort hinauf gefahren. Das war wirklich nicht ohne. Oben dann ein Zielfoto und wieder hinab. Dort habe ich auch den meisten Speed mit ca. 67 km/h draufbekommen. Mehr war aufgrund der schlechten Strassen nicht drin, ich hatte auch keine Lust dort zu stürzen.

In Luchon habe ich dann einige organisatorische Dinge erledigt.

In Luchon habe ich dann auf dem Bahnhof alle weiteren Zugverbindungen gebucht. Nach Paris mit dem Nachtzug und dann weiter nach London Waterloo mit dem Eurostar. Dort wurde mir die FLexibilität meiner Reiseart sehr deutlich.

Ich wusste ja nicht wie lange ich durch die Pyrenäen brauchen würde und hatte bezügl. der Rückreise mir vorher noch keinerlei gedanken gemacht. Ursprünglich wollte ich durch die Ebene nach Pau zurück fahren, aber dazu hatte ich keine Lust mehr. Ich wollte weiter und ob ich nun von PAu, oder Luchon losfuhr war egal.

Der Nachtzug fährt über Toulose, also war es von hier auch einfacher und besser. Wieder war es das Moulton Fahrrad, das verpackt vollkommen unbemerkt mit in den Zug durfte. Kein anderes Rad hätte diese Route geschafft und wäre von diesem Zug mitgenommen worden, da bin ich mir ganz sicher ! Da ich klein französisch konte und derBeamte kein englisch ging es nur mit Zielorten usw. Das das Rad zu verpacken ist, hat der sofort gecheckt.

Nach für diese Verhältnisse sehr guten Schlaf war ich auch schon um 6:00 morgens in Paris.

6. Tag/ Freitag

Weiter ging es dann mit dem Eurostar nach London. Generell war dies eine sehr anstrengende Sache. Erstens ist der Zug richtig fies teuer. Nur in Anbetracht der Tatsache das ich keine Hotelkosten hatte, und keinerlei Zeit mit weiteren Transfers verbrauchen musste, habe ich mich für diese Lösung entschieden.

2. Kontrollieren die die Pässe und Reiseunterlagen ungefähr 5 x was mich sehr gestört hat, weil ich jedesmal das ganze Gepäck ablegen musste usw.

3. Muss man am eigentlichen Bahnsteig sehr weit laufen. Trollys gibt es nicht. Die Waggons mit dem ersten Ziffern (1,2.. usw) sind von der Treppe ca. 500 m entfernt. Man hat um seinen Waggon zu finden kaum Zeit, weil die wegen dem Terrorschwachsinn einen erst ganz kurz vor knapp auf den Bahnsteig lassen. Dann heist es losmaschieren. Selbst als kräftiger MEnsch hat mich das sehr angestrengt und ich war definitiv not amused !!!!

Man kann sich jedoch darauf verlassen, das dieser Zustand nach ca. 1 Stunde wieder verflogen ist. Dann hat die Klimaanlage wieder alles durchgetrocknet und man ist wieder unten. Trotzdem sollte man den Eurostar möglichs vorraus buchen, weil er dann vermutlich günstiger ist, oder wenigsten ein Waggon mit möglichst hoher Ziffer buchen, oder Fliegen, weil da alles immer wesentlich einfacher. Nettere Bedienstete, weniger Nerverei, bessere Preise und Flexibilität usw.

So, um 11:00 war ich in London. Well done !

Im Zug habe ich mein Radklamotten noch angezogen, anschliessend habe ich das Rad auf dem Bahnsteig montiert und habe mich in den Trubel der Weltmetropole begeben.
London ist nett. Ich war dort schon 2x vorher, allerdings ohne Rad. Mit Rad ist der Stadteindruck doch ein anderer. Erstmal erscheint einem die Metroploe irgendwann doch gar nicht mehr als so riesig, weil man die Zusammenhänge viel besser begreift, andererseits hat mich der Verkehr dann auch irgendwann dazu gebracht es mal gut sein zu lassen und diese Stadt nicht über alle Töne zu loben.
Wo heute schlafen ????? In London soll es einen Campingplatz geben, aber wo den finden ?

In Staines soll es auch einen geben, aber wie weit ist das ?

So, um 16:30 habe ich mich dann aufgemacht. Trotz GPS habe ich einen kompletten Kreis gedreht ! Die Stadt hatte mich angesaugt und ich kam kaum weg. Über den Radweg 4 an der Themse entlang habe ich mich dann immer weiter Richtung Westen bewegt. Aber das hat sich gezogen und gezogen !!!

Die Radwege sind generell nicht besonders gut ausgeschildert und der Speckgürtel von London ist sehr groß. Bis Staines ging es sehr viel durch die Städte, dort gab es leider keine Campingplatz und ich musste 60 Pfund für die Nacht hinlegen. Dafür habe ich auch unverschämt lange gebadet und alle Klamotten durchgewaschen. Mittels Lüftung, Heizung usw. waren sie morgen trocken. Immerhin.

Klar, war: Never again. Sollte mir es nochmal passieren abends um 21:30 keine Bleibe gefunden zu haben und ich nochmal 60 Pfund für eine Nacht bezahlen zu müssen, dann würde dies die Reisekasse sprengen. Ein Campingplatz kostet zum Vergleich ca. 4 Pfund die Nacht !

7. Tag / Samstag
Nach ewiger Sucherei habe ich den Flughafen Heathrow gefunden und nach weiteren abenteuerliche Fahrten durch Tunnelsysteme, Kreisel usw. ist es mir auch gelungen den richtigen Terminal zu finden.

Das günstigste Flugticket gab es bei der Lufthansa. Normalerweise nimmt dieser Flieger keine Räder mit, weil es eine sehr kleine Maschine ist.

Die Verkäuferin war aber zu überzeugen das ich dieses Rad so klein zusammenlegen kann, das ich das Ticket überhaupt bekam. Es wurde dann noch gewogen und ich versprach es bis dahin noch um ca. 15 kg abzuspecken und somit auf ca. 25 kg zu kommen, was mir auch gelang. Moulton rules again !

Ich bin auf dem Radweg 4 dann weiter Richtung Maidenhead und habe die sehr schöne Strecke genossen, mir Häuser und Boote angesehen und insgeheim gebetet irgendwann heute einen Campingplatz zu finden. Und der kam dann auch !
Irgendwann stand eine Gruppe Junger Leute im WEG ! ich war schon fast vorbei, als soch eine junge Frau, diemich nicht gehört hatte eien Schritt nach hintenmachte und ich dann doch anhalten musste. Ein kleines Tor im unüberschaubaren Holzzaun war auf und ich frage, ob dies ein Campingplatz sei, was die Gruppe bejahte.

HURRAH !!! Beinahe wäre ich dort vorbeigerauscht. Kein Schild war zu sehen. Nachdem ich durch die Türe auf den Platz gekommen war, kam der Platzwart, hat gemeint, das diese Türe immer zu bleiben müsste und so war es dann auch. Wie durch ein Zufall habe ich diesen Platz gefunden und brauchte, da niemnad mein Geld wollte dafür auch nichts zu bezahlen. Vielen Dank !

In Maidenhead kam ich dann von dem Radweg ab, kaufte mir ein Radbuch über England, was jedoch nicht viel brachte und bin dann nach ca. 70 km, weil Feiertag war und alle mit dem Auto unterwegs waren mit dem Zug nach Bath gefahren. Dort gab es definitiv einen Campingplatz und ich war die ewige Sucherei und den extrem nervenden Verkehr wirklich leid. Trotzdem war die Gegend nett. Die Beschilderung in UK ist für Radler mehr als schlecht. Es gibt aber das bestausgebauteste Fast Food Netz was ich jemals gesehen habe. Dort kann man dann per slebversuch austesten wie lange es dauert, trotz körperlich großer Anstrengungen FETT zu werden. Nach etwa drei Tagen intensiverem Konsums hat mir das Ergebnis (ca. 4kg) gereicht und ich habe seitdem um diese Buden einen großen Bogen gemacht.

In Bath fand ich den Zeltplatz dann am späten Abend. Die Polizeistation konnte mir im Ungefähren sagen, wo der liegt, ein paar Schilder gab es auch und nach ein paar knackigen Steigungen war ich dann endlich da. Endlich, endlich, endlich !

Der Platz ist riesig und sehr professionell, aber die Besitzer sind sehr nett und engagiert. Hier blieb ich dann einige Tage.

8 Tag, Sonntag.
Nun war ich also schon fast am Ziel meiner Reise. Würde ich mich in den folgenden Tagen bis zum BoA Weekend langweilen ? 4 Tage musste ich in etwas nun selber füllen, dann kamen die ersten Deutschen zum Treffen mit denen ich mich verabredet hatte.

Die Campingplatzbesitzer „faselten“ von einer schönen Strecke nach Bristol, angeblich ein Radweg usw. Das konnte ich nicht ganz glauben, nach den letzten Tagen. Die Neugier hat dann gesiegt und über eine sehr effektive Abkürzung, die direkt ohne Umweg zum Fluss Avon führt kommt man auf eine der schönsten mir bekannten Radstrecken.

Tags zuvor bin ich auf derStrasse zum Campingplatz unwissend ca. 2 km an diesem parallel um 50 m versetzt gefahren.

Es handelt sich um eine alte Eisenbahnstrecke, die vor einigen Jahren geteert wurde und als einer der ersten Radwege des „national Bicycles networks“ von Lottoeinnahmen gebaut wurde. Dieses Radnetzwerk ist in der Weiterführung und eine wirklich gute Sache !

Auf diesem Radweg bin ich dann Richtung Bristol geradelt und habe mich zusehends von den verkehrsreichen Tagen erholt. Staines und Heathrow gilt als das Verkehrsmoloch unter den Briten.

9. Tag, Montag
Heute ging es mal in die andere Richtung. Erst habeich mir Bath angeshen und bin dann weiter Richtung Bradford. Der Canalweg ist sehr alt und gibt einen guten Einblick in die letzten Jahrhunderte der Industrialisierung. Über zwei Auqadukte wird er Canal über den Avon geleitet. An den Grundrissen der Pläne die ausgestellt sind, kann man die Fundermente erkennen und die eigentliche statische Konstruktion diese gewaltigen Bauwerkes ausmachen. Das ist wirklich sehr beindruckend !

Auch findet man an diesem Kanal eine alte Pumpstation die mit Wasserkraftangetrieben wird und in ihrem Leben 45 millionen mal jeweils 250 Gallonen Wasser hinaufgepumpt hat. Ein Verein von Ehrenamtlicher repariert und restauriert diese alte Anlage wieder die auch an manchen Tagen im Jahr in Betrieb ist. Ein Besuch lohnt in jedem Fall. Kinder ab schätzungsweise 8 Jahre können damit schon wirklich was anfangen, da die ganze Technik offen zu erkennen ist. Ein Modell gibt es auch. Ich war dort ca. 2 Stunden und habe vergessen zu fotografieren ! webadresse:

www.katrust.org und http://www.katrust.org/clavertonstation.htm

Die weiteren Tage habe ich mit Erkundungtouren in der Umgebung verbracht.

Radverpacken für den Flieger:

Hier meine Gedanken und Erfahrungen zu diesem Thema. Manche Leute wollen Koffer mitnehmen um das Rad darin zu verstauen. Was tut man mit diesen vor Ort ? Eine andere Idee ist es einen kleinen Hänger so zu bauen, das er als Koffer dient und gleichzeitig ein Teil des Gepäcks transportiert. Meine Ideee dazu ist folgende:

1. Koffer kann ich unterwegs nicht gebrauchen, also bringen mir die nichts.
2. Ein Hänger wiegt ca. 8 kg, also so viel wie ca. 30 % meines Gepäcks. Den zusätzlichen Stauraum benötige ich nicht, die Gefahr mehr mitzunehmen als notwendig, weil der Platz da ist, ist relativ groß.

3. Ein Hänger führt immer ein Eigenleben und bremst. Es ist wieder ein Teil mehr, was getragen, umgeladen, bezahlt und kaputt gehen kann, mal kurz wenden wie in London minütlich ist ein Problem etc.

Meine Lösung war mit Hilfe von durchsichtiger Klarsichtfolie für Lebensmittel die Kleidung, den Schalfsack, Isomatte und Zelt das Rad so zu verpacken das nichts drankommt. Das hat auch so geklappt. Man sollte unbedingt noch die Schaltung abschrauben, die (Ausfallende) haben sie mir etwas verbogen, war aber unproblematisch, da Stahlrahmen ;-)

Ansonsten war das Rad komplett unversehrt. Ich habe es als 2 Teile verpackt, dann können die nicht scheuern und die Gepäckträger mit ins Handgepäck genommen. Man benötigt dafür ca. 2 Rollen Folie, dh. 160-180 m.

Meistens lassen sich die Anfänge sehr schlecht abrollen und reissen immer wieder ab. Genügend Zeit dafür einplanen! So habe ich dann erstmal die Zugtrenner abgepolstert, dann das vorderen Rahmenteil usw.

Immer Schicht für Schicht draufgepackt, umwickelt, wie ein Cocoon. Das ganze wog dann zusammen ohne Handgepäck ca. 28 kg. und bestand aus den zwei Radteilen und einer grünen wasserdichten Tasche. Ich musste kein Übergepäck zahlen !

Beim "Fragile" Schalter wurde es aufgegeben, somit lag es während des Fluges ganz oben und kam auch richtig als erstes auf dem Rollband raus. Fragile Aufkleber sollte man vorher schon besorgt haben, da es die dort am Schalter nicht gab, die meinten aber auch das sei nicht notwendig.

Nach ca. 1 Stunde Flug war ich wieder wohlbehalten auf rheinländischem Boden angelangt.

www.the-bike.net/Pyrenaene-UK.mov

Moulton Treffen England

www.the-bike.net/BoA2005.mov
Ein paar mehr Bilder kommen in Kürze
Viele Grüße Jürgen
 
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7. Juni 2005
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Hier ein paar ;-) Bilder !

Anbei die Bilder von der Reise:

Reiseroute:

reiseroute.jpg


Das bepackte Rad im Treppenhaus vor der Reise:

1n.jpg


Alles zusammengepackt und für die Reise fertig:

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Das Rad voll beladen, noch in der Ebene zum ersten Pass:

DSCF0011.jpg


Der erste Pass:

IMGA1310.jpg


Auffahrt:

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Ankunft 1. Pass
col1b0.jpg


Abfahrt:

col.jpg



2. Pass:

col30.jpg



Auffahrt Col de Tourmalet:


IMGA1348.jpg



Auto-Run off: ;-)

tourmalet.jpg


Weitere Bilder:

inberg1.jpg



DSCF0051.jpg


Nächster Pass:

col2a.jpg



Abfahrt:


IMGA1378.jpg


IMGA1366.jpg


Rückfahrt nach Paris mit dem Nachtzug von Louchon:

Mein Gepäck:

16.jpg


Ankunft London:

waterloo.jpg


Verpacken des AM für den Rückflug mit
Lebensmittelklarsichtfolie:


startpacking.jpg


Ankunft in Köln:
Incl. Kocher, Klamotten, Schalfsack, Zelt, Fahrrad........


IMGA1545.jpg


Viele Grüße Jürgen Seidel
 
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