Rockshox-Schnäppchen hat zu kurzen Gabelschaft - diesen austauschen?

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Hi miteinander

Da ich mein 2010er-Pedelec ja zum Lastenrad umgebaut habe (ongoing project), hab ich die Fühler nach einer etwas potenteren Federgabel als die verbaute Suntour NCX mit ca 50mm Federweg umgeschaut. Gründe hierfür:
  • Offiziell nur für 160mm scheiben freigegeben (ich fahre im Moment eine MDR-P 203mm mit MT5e)
  • hat die Felgenbremsstummelchen so angeordnet, dass ich die nicht für Licht umnutzen kann
  • Da ich auf guten Strassen immer mit gesperrter Federung fahre und die Federung immer nur vor ersichtlichen "Missständen" aktiviere, wäre ein Lenkermontierbares Bedienelement sehr willkommen
  • Schnellspanner und damit verbunden Drehmomentproblematik beim Bremsen
  • Zu wenig Federweg, klingt ulkig, aber da ich hinten starr bin und sein muss, muss bei Zuladung die Federgabel gut was arbeiten, und auch wenn ich 90% der Strecke auf Asphalt unterwegs bin, Schlaglöcher von 10cm Tiefe sind leider vorhanden, ebenso Verwerfungen.
  • Ausserdem zittert sie bei hohem Tempo. Ich hab hier vor der Haustüre gut 200 HM, bei schönem Wetter fahre ich gerne diese Route, Abwärts kommt man da leicht auf 60km/h. So ab 40-45 wird die Gabel recht unruhig und taucht beim Bremsen ungleichmässig ein.
Man könnte jetzt argumentieren, wieso ich überhaupt mit einem solchen Fahrrad so fahre, ja, dafür hab ich meine Gründe und deswegen möchte ich gerne auf eine solche Diskussion verzichten.

Ich habe daher auf verschiedenen Plattformen, Ricardo, Anibis, Tutti etc. immer wieder nach einer gebrauchten CrossCountry Gabel gesucht.
Letztlich konnte ich für 64CHF zzgl. Porto eine Rockshox Recon TK Gold 29" - 100mm Solo Air aus [email protected] mit Steckachse kaufen.
Auf dem Bild war der Gabelschaft nicht ganz drauf, ich fragte nach, es hiess dann, er sei 24,2cm lang. mein aktueller Gabelschaft ist 25,1cm lang und hat einige Distanzringe, die es nicht zwingend braucht, aber halt da sind, weil die schon immer da waren.
Am Montag die Gabel erhalten und leider feststellen müssen, dass der Gabelschaft lediglich 14,2cm und nicht 24,2cm lang ist. - Der Verkäufer reagiert bisher nicht, ghosted mich sozusagen.

Nun frage ich mich, falls ich den Verkäufer nicht mehr erreichen sollte (Geld zurück und Differenz zur einer anderen Gebrauchten im Sinne der gewonnenen Auktion, Schadensersatz -> OR), wie ich das ganze gescheit verlängern könnte.

Erster Gedanke war; in den Gabelschaft unten ein Propfen einkleben, die Gabelkrone mit dem Heissluftgebläse auf 60-80°C erhitzen und in den Gabelschaft LN2 reingeben, als dass er rausfällt oder mit leichten Schlägen raus zu bekommen ist. Dann einen neuen Rockshox-Gabelschaft in LN2 einlegen, etwas warm werden lassen und dann sorgfältig einpressen. (Zugang zu einer Abkantpresse hab ich, da kann ich auch Flachstempel rein machen, und das so absolut plan einpressen.)
--> Problem ist, wo zum heck bekommt man einen neuen Gabelschaft?

Nächster Gedanke war; Gabelschaft selber drehen. Allerdings ist das Problem, dass ich keine Massangaben oder Anhaltspunkte zu Halbfabrikaten (allgemein scheint Rockshox nichts von Artikelnummern und Versionisierungsmethoden zu halten) fand.

Ein weiterer Gedanke war dann, das ich den Gabelschaft verlängere. Da gibt es verschiedene Ansätze, das eine sind Versatzklemmschraubstecker. So werden beispielsweise Spiegel im Lenker festgemacht. Diese Methode überzeugt mich nicht. Ein anderer Ansatz wäre das Drehen eines Verlängerungsstückes und dieses dann reibschweissend ein zu pressen. Ist aber mit Nachbearbeiten verbunden und die Gefahr dass die eingebrachten Drehmomente die Pressung in die Krone loslösen. Das wäre sehr ungut. Der letzte Ansatz wäre das Schneiden eines (Fein-)Gewindes in den Gabelschaftstummel und in diesen dann eine entsprechende Verlängerung (mit Schraubenssicherungsmittel) einzuschrauben und auf der Unterseite durch das Verlängerungsstück, den eigentlichen Gabelstummel und in die Gabelkrone eine Nut hinein zu stossen, sowie eine gegenüber. Dann ein Aluplättchen in LN2 einlegen, die Nuten mit Kontaktklebstoff füllen, Plättchen rein, drücken und dann Heissluft drauf halten. Ich könnte so auch direkt ein innenliegendes Gewinde für die Aheadkappe in die Verlängerung schneiden, so dass keine Spannkralle verwendet werden muss und der Aufbau der Verlängerung weniger kompliziert wird. Oder spricht etwas dagegen?

Wie würdet ihr vorgehen? - Weiter versuchen den Verkäufer in die Pflicht zu nehmen oder das beste draus machen?

Für weitere Ideen, Anregungen, Hinweise oder Links zu Erfahrungsberichten etc bin ich jetzt schon dankbar.

LG CH-Lastenradler


PS: Wie würdet ihr diese Gabel so ganz allgemein einschätzen und wie im Vergleich zur Suntour NCX?
 
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Jup, lass das mit dem verlängern. Ist eher gefährlich. Einen neuer Schaft kostet auch nicht die Welt. Lemonshox verpresst glaube ich die Intend Schäfte. Kannst ja auch mal anfragen
 
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Hi, danke für die Antworten.

Ich fand zuvor diesen Beitrag: https://www.mtb-news.de/forum/t/gabelschaft-wechseln-ein-erfahrungsbericht.477809/ - und da werden ja harte Bandagen ausgepackt. Hätte daher nicht gedacht, dass es sowas als Service gibt.

Gibt's da Erfahrungsberichte? - Mich irritiert aber das hier:
MRC-Trading - untere Artikelbeschreibung schrieb:
Ausgeschlossen sind Gabeln folgender Hersteller ... und Gabeln die in E-Bikes gefahren werden.
Ich fahre die dann ja im E-Bike und zwar als Federgabel eines elektrisch unterstützten Lastenfahrrad, da es die Topografie hier erlaubt kann das also durchaus mal heissen, [email protected]/h, allerdings wird damit nicht gesprungen oder so. Und eben 90% fahr isch Asphalt, 9% Kieswege, 0.9% Waldwege und dann vielleicht 0.1% Querfeldein. Soll ich da einfach mal die Firma anschreiben, was die dazu meinen?

Problem ist aber halt, ich bin in/aus CH, ich kann im Moment nicht aus DE/AT versenden, da die Grenzen zu sind. Ein Versenden aus CH bedeutet bei sowas ja leider idR, zweimal Zoll lüntzen.
Sind euch allenfalls Anbieter aus CH bekannt?
 
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Ich persönlich würde ja gerade bei so einem Lastenrad irgendwelche Bastelarbeiten am Gabelschaft sein lassen. Aber jeder ist seines Unglückes Schmied. Aber das dürfte einen, der bedenkenlos den doppelten Federweg ins Rad baut, auch egal sein. :D
 
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Ich persönlich würde ja gerade bei so einem Lastenrad irgendwelche Bastelarbeiten am Gabelschaft sein lassen. Aber jeder ist seines Unglückes Schmied. Aber das dürfte einen, der bedenkenlos den doppelten Federweg ins Rad baut, auch egal sein. :D

Mein Lastenrad ist ein Bastelprojekt, wenn man so will. Aber dazu habe ich den Hintergrund bereits im Rohloffsubforum erläutert. Das Teil ist über 10 Jahre alt, Herstellerhaftung nach PrHG demnach vorbei, Betrieb also einetwegs auf eigene Gefahr. Da kann ich das Teil auch meinen Bedürfnissen anpassen. Ich durchdenke die jeweils, fertige je nach dem CAD Dateien an, an welchen ich Belastungsszenarien simulativ testen kann, und schau dann weiter. - Ich spreche das jeweils auch mit Kommilitonen gegen, und hole mir wo nötig/wenn möglich Rat von Dozenten ein.
[ Und sowieso, was wäre ein Ingenieur, ohne etwas auch in der Praxis umzusetzten? Ein Physiker? Ne danke... ;) ]

Bei der Gabel ist das mit dem Federweg eigentlich unkritisch, relevant ist die minimale Länge im maximal eingefederten Zustand, sowie der effektive Raddurchmesser. Würde sich das kumultative Ergebnis der Gesamtausdehnung in diesem Zustand verkürzen, muss man die Auswirkung auf den Winkel beachten, dieser soll immer (etwas weniger) als 90° sein, ausserdem sollten dem Steuerrohr zuliebe, keine starken negativ Veränderungen ggü den originalen Winkeln entstehen. In meinem Fall erhöhrt sich die kumultative Gesamtausdehnung jedoch, was wesentlich unproblematischer ist - wir müssten hier schon nen halben Meter mehr haben, um Bedenken zu haben - zumal es sich nur um wenige cm handelt. Ausserdem wird das Steuerrohr an den Stellen wo der Steuersatz greift sowieso verstärkt da vorne eine kleiner Gepäckträger hin soll.
Also dahingehend hab ich mir meine Gedanken gemacht.
 
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