@ RST-Team: Progression bei F1rst Air 32, 120mm, 26"

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Hallo RST-Team und natürlich auch alle anderen Interessierten!
Seit Kurzem fahre ich o.a. Gabel. Aufgrund meiner Erfahrungen mit der prinzipiell baugleichen Vogue Air an meinem Cross-Bike habe ich diesen "Token" unter dem Luftventil entfernt, um die ziemlich starke Progression der Gabel abzumildern. Beim Crosser ist sie ebenfalls relativ stark, dort stört es mich aber nicht so sehr. Ausserdem will ich wirklich keinen Durchschlag bei dieser im Vergleich ziemlich filigranen Gabel und nur 75mm FW riskieren.
Anders sieht die Sache mMn aber bei der F1rst aus. Da darf es ruhig etwas "weicher" und "mehr" sein, weil MTB-Gabel. Nur leider ist sie mir immer noch viel zu progressiv selbst ohne diesen Token.
Zur Info: Ich fahre die Gabel bei ca. 25-30% SAG je nach Laune. Mit dem Ansprechen an sich bin ich zufrieden, Performance im Gelände entspricht ebenfalls meinen bescheidenen Ansprüchen, bis auf eben die Tatsache, dass sie im Vergleich zu meiner alten SR Suntour Epicon, zu früh "dicht" macht.
Eine Besonderheit gibt es noch: um mehr FW rauszukitzeln, habe ich die ursprüngliche Luftfederführungsachse gegen eine von der ?Platinum/Titan? getauscht. Funzt soweit.
Habt ihr Jungs von RST oder jeder andere auch, der mitliest, vielleicht noch einen Tip, was ich machen kann?
 

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Hallo Bodenkontakt,

danke erst einmal für das Feedback und die guten Erfahrungen mit der Gabel. In der tat ist die F1RST 26 (32) [Nomenklatur ursprünglich F1RST 32 = 32er Standrohre, nun "26" weil ja, 26" und 32er Standrohre - aber in ihrer Familie umgeben von der 27.5" und 29" Variante].

Zu den Technischen Eigenheiten und Pro- & Kontra der Gabel:

ja, die F1RST 26 Gabel und deren technischen Merkmale spiegeln nicht die neuesten (marketingtechnisch gerne als "Revolution" bezeichneten) Entwicklungen wieder. Das sieht man an den o.a. Mängeln - denn das 26" Segment ist stark am Schrumpfen, deswegen werden in dem Segment leider keine "Updates" durchgeführt.
ABER, grundsätzlich aht man eine grundsolide Technische Basis welche viel Spielraum nach oben hat, wenn man ein zwei Dinge beachtet.

Die Performance kann man etwa im Zuge eines Service mit (für uns in der Massenproduktion viel zu teuren) 32mm SKF Dichtungen aufpolieren - diese merkt man vor allem in extrem schlechten / nassen / kalten Wetterbedingungen.

Den Luftkammer Specer zu entfernen ist eine Methode die wir nicht uneingeschränkt empfehlen können, da man auf diese Weise zwei der Drei Dichtungen "nach oben" einbüßt - ist eben eine Modifikation für den "Privatgebrauch" ;)
Die angesprochene Progression hat verschiedene Gründe und hängt auch extrem von dem Fahrergewicht (sprich Luftdruck) und auch dem Vorlieben (Setup) des Fahrers ab. Schwere Fahrer wie ich, benötigen hohe Drücke Richtung 90-100psi. In dem Bereich muss die Luftkammer größer sein - leichtere Fahrer fahren mit sehr geringem Luftdruck, die brauchen eine kleine Luftkammer (nicht umsonst ist in letzter Zeit die Luftkammer-Spacer Tuning-Gemeinde extrem angewachsen).
Die Luftfedergabeln an sich sind leider etwas komplex da das Verhalten von Luft (und deren Moleküle) in einem begrenzten Raum sehr ungünsig ist - eine ideale Luftkammer beginnt mit einem kleinen Volumen (um den gefürchteten Durchhänger = "hammock") im ersten Drittel des Federweges zu entrinnen. In dem Zuge muss auch die Negativ Feder erstaunliches leisten - kurz, hart, progressiv, damit sie nicht die Kennlinie der Gabel verpfuscht (sprich den Luftkolben zu "lange" anschiebt). Nachdem man nut die Hälft des Federweges genutzt hat, muss die Gabel dann idealerweise eine größer werdende Luftkammer bekommen, damit die hart einsetzende Endprogression abgemildert werden kann. AWK und co lassen grüßen - die MRP Kartusche ist leider nicht glücklich gelöst - die Idee ist ja nicht neu, das hatten wir ca. 2011 unter dem Label "4-Step-Air" auf dem Markt (war eine variable Lufkammer Einstellbarkeit über sperren und Entsperren kleiner Bohrungen).
Alles in allem ist die "richtige" Abstimmung also alles andere al einfach, da viele Faktoren die Kennline der Luftgabel betimmen!

Woher kann bei dir dann also die harte Progression kommen?

1.) Dämpfungsseite - es ist ein Emulsionsdämpfer, die Luft über dem Öl agiert auch wie eine Luftkammer (vor allem wenn die Ölseite überfüllt ist, macht sich das extrem bemerkbar. Es sind in der Gabel maximal 130ml 5W Gabelöl drinnen.
2.) Im Casting, also der Tauchrohreinheit sammelt sich Luft (die Dichtungen "zeihen" immer Luft vor allem beim extremen Fahren" - deswegen haben die hochwertigen DH Gabeln wie im Motocross Entlüftungsventile. Da kann man aber bei der F1RST nicht viel machen :)
3.) wie viel Luftdruck fährst du in der Gabel?

Ich hoffe ich konnte erst einmal mit meiner kurzen Erklärung weiter helfen.

LG Stephan, RST_Europe_Team.
 
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Hi Stephan,
erst einmal vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Prinzipiell waren mir die technischen Grundlagen einer Luft-Federgabel zwar bekannt, ein Reminder mit größerem Tiefgang ist ja aber auch nie verkehrt:daumen:.

Zu Deinem Vorschlag, SKF-Dichtungen einzusetzen: hört sich gut an. Stehen ab heute auf dem Service-Programm. Da die Gabel aber relativ neu ist, kommt dieses Update aber wohl erst zur nächsten Saison zum Tragen.

Zu den nächsten Punkten:
1. An der Dämpfungsseite habe ich noch nicht herumgespielt. Zumindest kann ich hier (noch) nichts
verschlimmbessert haben. Evtl. schaue ich dort mal rein und prüfe den Ölstand.
Gut zu wissen, dass 5er Öl werxmäßig verfüllt ist.
2. Wenn sich Luft im Casting angesammelt hat, müsste die Gabel eigtl. noch "härter" sein, oder? Davon spüre ich
jedoch nichts. Ich habe die Gabel auf 130mm getravelt. Selbst beim härtesten Einschlag, während meiner letzten
Ausfahrten, ist sie nicht über ca. 110mm Eintauchtiefe gekommen. Es fehlen also gut 2cm bis zum offiziellen Ende
der Fahnenstange. Das ärgert mich ein wenig. Mit meiner alten Suntour (auf 140mm getravelt) habe ich nur wenige
mm bis zum Ende der vorgegebenen Eintauchtiefe gehabt...Da könnte man ja fast darüber nachdenken, ein kleines
Löchlein an geeigneter Stelle in die Gabel zu bohren, um den Luftausstausch mit dem Rest der Umwelt zu
gewährleisten...Ach ja, was ich aber feststellen konnte beim Fahren: sie "seufzt" beim Einfedern. Sogar recht laut.
Könnte hier der Hase im Pfeffer liegen und wenn ja, was hat es damit auf sich?
3. Luftdruck habe ich nicht im Kopf und heute keine Gelegenheit gehabt zu messen. Wie gesagt, ich fahre sie bei ca.
25-30% SAG bei einem Eigengewicht von (nackt) ca. 95kg. Bike macht noch mal ca. 14kg + Rucksack (2-4kg).

Bin gespannt auf weitere Tipps und besten Dank im Voraus!
 

RST_Europe_Team

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Hallo Bodenkontakt,

ich wollte mich näher dem Thema widmen und noch weiter antworten, dennoch muss ich etwas Geduld deinserseits einfordern, da es bei mir / uns gerade im Zuge der EUROBIKE am Wochenende hoch her geht.

Wie gesagt, Ölseite ist auf jeden Fall eine Sache, welche du checken solltest, da machen kleine Nuancen schon echt viel aus.
"Löcher ins Casting" bohren o.ä. macht nicht allzu viel Sinn, im Endeffekt ist es eine XC & Touren Gabel, welche dann doch nicht so extrem im Hub unterwegs sein wird und in diesem Zuge auch nicht in dem Masse Luft ziehen konnen werden dürfen muss :)

Wie hat dein "Traveln" ausgesehen? An welcher Seite hast du was genau verändert? Denn das könnte auch etwas verraten über das Verhalten der Gabel: https://fotos.mtb-news.de/p/1482028?in=set

PS.: die RST Federgabeln nutzen NIE das gesamte Standrohr zum Federn, sie nutzen bis maximal 15mm vor der Krone den Bereich des Standrohrs - die Castings sind etwas kürzer um im Endeffekt etwas Gewicht zu sparen.

Liebe Grüße aus dem Stress :)

Stephan, RST_Europe_Team.
 
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Hi Stephan,
bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit, schaue ich in die "Ölseite" rein.
Getravelt habe ich die Gabel, indem ich einfach dieses Teil:
FA003856385.JPG

gegen dieses Teil:
FA003856382.JPG

ausgetauscht und so (hatte ich zumindest gehofft) ggü. dem ursprünglichen Setup 20mm hinzugewonnen habe (analog zur Vorgängergabel, die 140mm hatte).
Übrigens war Blödsinn, was ich in meinem zweiten Beitrag geschrieben habe. Durch die Maßnahme sollten nicht 130mm, sondern 140mm FW gewonnen werden.
Sonst habe ich weiter nichts gemacht, außer beim Zusammenbau die Fettpackung aufzufrischen.
P.S.:
Antwort eilt nicht. Komme die nächsten >Tage sowieso nicht zum Biken:rolleyes:
 

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Hallo Bodenkontakt,

ja, auch bei uns war "Vollgas" vor und nach der EUROBIKE angesagt, das hat mich etwas abgehalten allzu aktiv im Forum zu sein. Mea culpa.

ALso, bei solchen Tuningmethoden lann ganz schnell die Ende der Fahnenstange / ich meine natürlich Standrohre erreicht werden. Das kann im schlimmsten Fall // es ist nicht ungewöhnlich dass eine Federgabel recht zackig mit Luft befüllt etwas weiter ausfedert. Das geaschieht etwa bei einem Absprung, wenn das VR woll entlastet ist.
Wenn man jetzt mit diesem "Travel-Kit" die Überlappung der Standrohre Buchsen beendet, heisst das nichts andere dass die Standrohe über die untere Führungsbuchse hinaus rutschen und die Standrohre die Gabel voll ausgefahren blockieren. Die Landung wird dann somit etwas "knallig", in der Regel sind die Buchsen mitsamt der Tauchrohreinheit Muss und der relativ garantierte Abflug durch eben diese blockierte Gabel wird in der Regel mehr als schmerzhaft.

Alles in allem bitte die Finger von solchem Tunin lassen - das geht i.d.R. in die Hose und kostet richtig Geld am Ende.

LG Stephan, RST_Europe_Team.
 
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