Speichen brechen am Gewinde

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Hey hätte eine Frage zum "Bruchverhalten" von Speichen (vornehmlich Hinterrad).
Kann man irgendwie Einfluss nehmen auf die Stelle wo Speichen brechen?
Die Frage stelle ich mir aufgrund folgender wiederkehrender zwei Szenarios:
1. Bei meinem Trekking Bike brechen sie direkt an der Nabe - Folge: Rad ausbauen, Kassette runter, evtl. Bremsscheibe runter, Speiche tauschen.
2. Bei meinem Trail Bike brechen sie direkt am Gewinde - Folge: Nippel verschwindet in der Felge und scheppert teilweise beim Fahren, Rad ausbauen, Kassette runter, evtl. Bremsscheibe, Tubeless Reifen runter mit Sauerrei, Procore runter mit Sauerei, Dichtband komplett erneuern, Nippel durch das Loch irgendwie herausschütteln, Speiche ersetzen, geringfügiges Risiko dass bei Montage der Procore Schlauch irreparabel verletzt wird

Ich glaube ihr wisst worauf ich hinaus will. In den letzten 2 Jahren sind bei meinem lowest budget trekking bike 10 Speichen gebrochen, alle an der Nabe. Beim Trail Bike sind 3 gebrochen und alle am Gewinde. Geht mir etwas gegen den Strich dass ein 20 Cent Artikel eine Stunde Arbeitszeit mit Sauerei auslöst bloß weil die Speiche meint an der ungünstigsten Stelle den Geist aufzugeben.
Am Trail Bike sind es Sapim Race 2.0~1.8 Speichen.
 
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Um deine Frage zu beantworten: ja kann man. Feile eine beliebige Speiche an beliebiger Stelle ordentlich an und sie wird Dir genau dort brechen.
Nun aber im Ernst, wenn du solche Probleme hast dann passen die Speichen a) nicht zu deinem Gewicht oder b) zu deinem Fahrstil oder c) du hast Zuviel bums in den Schenkeln oder einer beliebigen Kombination aus a, b, c.

Lösung: stärkere Speichen.
 

Basti138

mir is schlecht
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Wenn sie aussen brechen, sind sie überfordert.
Wenn sie an der Kröpfung brechen, haben sie viel gearbeitet, oder zu wenig Spannung.
 
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Interessant ist das man von sollchen Problemen kaum jemals von gut aufgebauten Laufräder hört . Nicht mal wenn sie von E-Bikes mit mehreren hundert Watt Motoren malträtiert werden .
Was kann man daraus schließen ?
 

Heiko_Herbsleb

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Vielleicht eine Felge mit "richtungsgebohrten" Löchern.
Wenn das dann falsch eingespeicht ist, kackt die Speiche durchaus am Gewinde ab ...

Es wären ein paar mehr Infos durchaus hilfreich um durch die Glaskugel hindurch das Problem grundsätzlich erkennen zu können.

Eventuell kann das aber auch schlicht und einfach Pech sein.
Pech dahingehend daß in der Produktion fehlerhafte Speichen (das gibt es!) verbaut wurden.
 
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Danke schon mal für die bisherigen Antworten.
Mehr Infos:
Bike ist ein Giant Trance 2 2017
Felge giant xc1 28 loch ETRTO 23-584 (AlexRims soweit ich informiert bin)
Fahre das procore mit den empfohlenen 6 bar und Hans dampf 2,35 mit 1.2-1.3 Bar
Generell ist das bike sicherlich nicht unterfordert da Gangart mittlerweile enduro im alpinen raum und Fahrer fahrunfertig mit 105 kg

Optisch schaut es nicht nach richtungsgebohrten Löchern aus. Felge ist noch original aufgebaut mit den 2 Wechselspeichen. Falsch aufgebaut gehe ich jetzt mal nicht von aus. Speichenspannung generell recht straff wegen procore.
 

Geisterfahrer

Sapere aude!
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Was sind da für Speichen drin? No Name, 2,0 mm durchgehend? Dann würden vielleicht ein paar elastischere helfen, also zumindest ne Race oder Comp.
 

Geisterfahrer

Sapere aude!
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Sapim race, steht im eingangspost.
Danke! Überlesen.

Also ne 500g-Felge (Ist doch ne MD23?) mit 23mm Maulweite und 28 Sapim Race - Speichen. Das ist nicht gerade schwindsüchtig, aber bei Enduro-Einsatz und 105kg Fahrergewicht vielleicht doch grenzwertig.
Newmens SL A 30 wiegen das gleiche und sind bis 125 kg Fahrergewicht freigegeben. Sind allerdings als Straight Pull mit 28 elastischeren D-Light aufgebaut. Und wahrscheinlich taugt die Felge auch mehr (wobei das relativ wenig ausmachen sollte, hier geht's ja nicht um Durchschläge oder Dellen).

Wie sich Procore auswirkt, kann ich nicht sagen. Eigentlich sorgt es doch eher dafür, dass die Speichenspannung abgesenkt wird, daher ist härtere Einspeichung schon das Mittel der Wahl. Vielleicht im vorliegenden Fall übertrieben? Ansonsten müssten die Speichen ja eher am Kopf brechen als im Gewinde.
 
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Die Sapim Race sollte die Belastung eigentlich aushalten. Ich vermute, dass die Speichen genau am Übergang vom Gewinde zum glatten Teil brechen? Eine häufige Fehlerursache ist dann, dass die Speichennippel nicht richtig in Richtung Nabenflansch ausgerichtet sind sondern mittig auf die Nabe zeigen. Dann werden die Speichen am Übergang zum Gewinde minimal durchgebogen und brechen auf Dauer.

Du musst dafür sorgen, dass sich die Köpfe der Nippel ausrichten können, z.B. damit: https://r2-bike.com/SAPIM-Nippelscheibe-Nippelunterlegscheibe-HM-konisch-Polyax-Edelstahl. Alternativ könntest du auch die Felge tauschen oder die Speichenlöcher um 0,5 mm vergrößern...
 

nightwolf

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Alu-Nippel?? Weg damit und durch Messing ersetzen. Wenn Du sichergehen willst, dann auch alle Speichen.

Wenn sie weggeknickt werden (wie @ritzel007 mutmasste), das wuerde man sehen. Dann waere wirklich eine Biegung in der verbauten Speiche zu erkennen. Das ist aber eher typisch fuer grosse Naben wie z. B. eine Rohloff und kommt eher nicht bei 'normalen' niederflanschigen Naben vor.
Dass du keine Ahnung hast und einfach nur dumm blubberst?
Und dass meine I-Liste hervorragend funktioniert :lol:
Zusaetzliche Erkenntnis nach Anzeigen der Beitraege von @memphis35 = Null, zusaetzliche Poebelbeitraege = zwei
 
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Nochmal danke für die Einschätzungen und Hinweise.
Material Nippel weiß ich ehrlich gesagt garnicht. Schließen silberne Nippel auf Messing oder gibts die auch in Alu?
Hatte jetzt nicht so viel Zeit mir eine Lösung für das Problem zu überlegen, da ich heute schonwieder aufs Bike darf/muss.
Speiche ist direkt am Übergang Gewinde zu glatt gebrochen. Der betroffene Nippel hat auf jeden Fall am sphärischen Teil keinerlei Einkerbung gehabt sollte dahingehend also vermutlich "beweglich"sein. Die Speiche schloss genau bündig mit dem Nippel ab, also sollte Speichenlänge auch passen. Aber das Erzeugen einer (zeitweisen) schlechten Ausrichtung der Nippel könnte ich mir als Übeltäter gut vorstellen (bis auf Speichenwechsel und etwas nachzentrieren habe ich allerdings keine Erfahrung im Laufradbau).
Den letzten Bruch habe ich ca. 10 Minuten nach einer unfreiwilligen Trennung vom Bike aufgrund eines 30-40cm Drops ins Off-Camber bemerkt bei dem mir das Bike seitlich abgeschmiert ist. Ich schätze mal dass die Felge dort eine Ladung Querkraft abbekommen und sich dementsprechend etwas verwunden hat. Jetzt beim Speichenwechsel kamen mir die Nippellöcher doch schon recht eng vor bzw. der Spielraum in Sachen Ausrichtung arg gering. Jetzt wäre für mich denkbar, dass in solchen Stresssituationen die Speiche tatsächlich geknickt wird und eine Sollbruchstelle entsteht. Hier würden dann die Nippelunterlegscheiben nicht wirklich helfen und ich würde eher auf eine geringfügige Vergrößerung der Nippellöcher abzielen.

Wäre möglich oder?
 
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Sapim Race Speichen sind mir tatsächlich auch schon ca. 8 Stück an meinen Stadträdern gerissen.
Aber immer am Bogen, nie am Gewinde.

Bist du sicher, dass es die "normalen" Sapim Race Speichen sind?
Die Race haben ja 2mm am Bogen und ein 2mm Gewinde,
und einen verjüngten 1,8mm Mittelteil.
Könnte es sein, dass doch Speichen mit nem 1,8mm Gewinde verbaut sind?

Ansonsten würde ich dir, bei der Vorgeschichte, fast dazu raten, das Rad neu einzuspeichen.
Oder du kaufst dir ein anderes Hinterrad.
Aber mit 32 Speichen.
Die Speichen dürfen dann auch dünner und leichter sein, z.B. die Sapim D-light.
 

Geisterfahrer

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Alu-Nippel?? Weg damit und durch Messing ersetzen.
Das Material, aus dem die Nippel gefertigt sind, gibt m. E. keinen Ausschlag, ob die Speiche bricht oder nicht. Allenfalls, wie schon über mir beschrieben, eine ungünstige Form, so dass die Speiche direkt nach Verlassen des Nippels abknickt. Aber ob Alu oder Messing ist dabei egal.

Das mit dem ungünstig Abknicken hatte ich gerade bei ner DT 471 mit gerichteten Speichenbohrungen. Hatte ich nicht gesehen und einfach eingespeicht. In der Anleitung stand auch nichts davon. Ergebnis: Schrecklicher Speichenabgangswinkel aus dem Nippel. Also alles nochmal raus und neu gemacht.
Hier würden dann die Nippelunterlegscheiben nicht wirklich helfen und ich würde eher auf eine geringfügige Vergrößerung der Nippellöcher abzielen.

Wäre möglich oder?
Ehrlich gesagt würde ich in einem solchen Fall die Felge wechseln, statt mir die Arbeit zu machen. Dann lieber gleich Aufrüsten und Sicherheit haben, dass es künftig hält.
 

Heiko_Herbsleb

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...

Optisch schaut es nicht nach richtungsgebohrten Löchern aus. Felge ist noch original aufgebaut mit den 2 Wechselspeichen. Falsch aufgebaut gehe ich jetzt mal nicht von aus. Speichenspannung generell recht straff wegen procore.
Hmmmh, wie wäre es mal mit einem Foto?
An einer Stelle wo "alles i.O." ist ...
 

nightwolf

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Das Material, aus dem die Nippel gefertigt sind, gibt m. E. keinen Ausschlag, ob die Speiche bricht oder nicht. (...)
Ja, so direkt betrachtet hast Du Recht.
Es ist aber schon untergekommen, dass Alu-Nippel sich zunaechst 'gefressen' haben und dann das eingangs beschriebene Versagensmuster erfolgt ist, und zwar ohne dass die Speiche weggeknickt gewesen waere.
Hatte ich wirklich 'endemisch' an einem Hinterrad im Stadtbetrieb. Inzwischen sind dort alle Alunippel weg und bei jenen, die sich gefressen hatten, musste ich natuerlich auch die Speiche ersetzen. Jetzt ist Ruhe :daumen:
(...) Schließen silberne Nippel auf Messing oder gibts die auch in Alu? (...)
Alu-Nippel gibt es in allen moeglichen Farben. In 'neutral' sind sie aber u. U. matter als die (glaenzenden) Messingnippel. Wobei das silbrig Glaenzende vom 'vernickelt' kommt und nicht die normale Farbe von Messing ist, aber das weisst Du ja :D
 
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