Straßenlastiges Gravel - Orientierungshilfe

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Hallo zusammen,

ich fühle mich im Gravelmarkt aktuell etwas überfordert und ggfs. ist es auch nicht ganz die richtige Kategorie für mich.
Grundsätzlich suche ich ein Fahrrad um schnell weite Strecken zurückzulegen, Training im Winter, Pendeln, Besuche bei Eltern/Freundin/Freunden wo ich nicht das Auto nehmen will (Kosten, Umwelt, Training). Auch sind Endurance Klassiker wie München-Riva auch perspektivisch mal geplant. Grundsätzlich schreit das nach Rennrad. Das Problem ist, dass ich mich immerwieder dazu hinreisen lasse auf "Schotter-Abkürzungen" und leichten Trails zu landen, ohne es vorher geplant zu haben. Es passiert einfach... :-D Aus dem Grund suche ich nach etwas was den Bereich erfüllen kann.

Hier mal so die groben Wünsche:

  • Explizit kein Hardtail MTB (habe schon ein Trail HT), da ich eine sportliche Windschlüpfrige Sitzhaltung für längere Passagen in der Ebene haben möchte.
  • Zweifachkurbel, für feine Abstufung + Bandbreite und weil Gelände nicht Prio 1 ist
  • Kein Carbon am Rahmen, vermutlich eher Alu, Stahl ist häufig sehr schwer, Titan wäre ein Traum, aber meist teuer
  • Langlebig darf es schon sein und sollte mich die nächsten Jahre begleiten
  • 700c Laufräder, nicht zuuuu breit, auch hier ist schweres Gelände nicht das Ziel, Leichtlauf ist mir wichtiger. Eventuel ist auch eine Mischbereifung wie am MTB sinnvoll?
  • Gewicht: ist nicht Prio 1, teilweise sieht man aber auch lächerlich schwere Gravelbikes mit über 11 kg(!). Da frage ich mich, wo das Gewicht bei den aufgerufenen Preisen herkommt, da sind ja manche MTBs in ähnlichen Regionen leichter. Also unter 11 kg wäre schon wichtig, solange Preis und Stabilität nicht extrem leiden.
  • Generell ist mir eine schlichte Optik wichtig, ich mag RAW-Rahmen oder schöne einfarbie Lackierungen, gerne auch in etwas ausgefalleneren Farbe, aber kein Logo Massaker oder ähnliches.
  • Schnelle Verügbarkeit ist aktuell nicht so wichtig - ich weiß das Thema ist hype und vieles nicht lieferbar, ich kann und muss auch noch ein bisschen (auf die Steuerrückzahlung) warten
  • Grundsätzlich käme Selbstaufbau in Frage, mit Geduld und viel gestöbere bei RCZ sollte da eigentlich auch was möglich sein. Aber schöne Rahmen sind immer einzeln exorbitant teuer.
  • Händlersupport unwichtig. Ich schraube selbst.

Kurz zu mir:
  • Aktuell recht schwer um die 100 kg - tendenz zum Sommer hin fallend.
  • 192 cm, 92cm Schrittlänge
  • Budget: bis 2.000€, das sollte eigentlich für ein Rad ohne Federung und SchnickSchnack reichen, denke ich?

Was ich mir schon angesehen habe sind so die Räder von Planet X (Tempest und Titus als Beispiel - aber immer nur mit 1 fach Kurbel), Canyon und die üblichen Verdächtigen. Ich tu mir aber relativ schwer einzuschätzen, was bei mir Sinn macht. Suche ich in Wahrheit viel eher ein Allroad Bike?

Freue mich auf ein bisschen Input und Meinungen von euch, lasse mich auch gerne von anderen Ideen überzeugen.

VG
Julian
 
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Schau mal bei Origine, finde die bauen sehr schöne Räder
https://www.origine-cycles.com/fr-FR/

Wird auch hier erwähnt
https://www.mtb-news.de/forum/t/mei...ail-von-origine-cycles-aus-frankreich.934878/

Ein Beispiel entsprechend deinen Anforderungen
IMG_0797.jpeg
 
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Moin Julian,

das nachfolgende ist meine persönliche Meinung.
Zuerst steht bei so einer Frage immer die Abwägung zwischen Leistung (Rennrad mit Allroad-Option) und "Abenteuer"/Komfort (Gravel-Bike). Entscheidend ist dabei auch, von welchem Rad du kommst. Ich stand vor der gleichen Frage. Habe mich dann für ein Gravel-Bike entschieden, da ich eher aus dem Bereich XC kam. Am Ende ist zwar der Anteil der nicht auf Asphalt erfolgt eher klein (20-30%) dafür habe ich aber die Gewissheit, das ich auch mal von der Straße abbiegen kann. Wenn dir diese Freiheit Leistungseinbußen wert ist, würde ich dir das auch empfehlen.
Ein Allroad Bike vergibt bei Trails nicht zu viel - und das ist bei manchen Allroad-Bikes noch zu vorsichtig ausgedrückt. Am Ende macht dich mMn einmal tragen auf einem Offroad-Abschnitt unglücklicher als regelmäßig ein paar Minuten langsamer auf Fahrradwegen oder Asphalt. Aber das ist alles eine Frage der Perspektive.

Am Ende gibt es auch nicht DAS Allroad-Bike oder DAS Gravel-Bike. Der Übergang ist wirklich fließend.
Ich habe mir dann letztes Jahr ein eher Geschwindigkeit orientiertes Gravelbike von Benotti (Carbon - passt nicht in deine Kriterien) zugelegt und fahre damit bei 70% Asphalt immer noch im Schnitt ca. 27 km/h. Klar auf einem echten Rennrad oder einem Allroad-Bike (z.b. von Canyon) wäre ich bestimmt schneller unterwegs. Aber das tausche ich für die Freiheit auch mal Waldstrecken zu fahren, die nicht aspahltiert sind.

Meine Freundin hat sich dann das Canyon Grail WMN AL (!) 6.0 gekauft (das letztes Jahr noch viel günstiger war). Damit hält sie relativ vernünftig mit und ist auch sehr überzeugt. Natürlich ist das Stangen-Ware. Funktioniert aber im Schnitt für die meisten.

PS: Ich würde dir immer zur 2 fach Kurbel raten.
 
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Ich habe viel und lange gesucht und ausprobiert. Ich habe mich für das Orbea Terra entschieden, Lieferung steht noch aus, für mich eins der Gravelbikes mit Strassenrestkapazität. Focus Paralane könnte noch in Frage kommen, kenne ich aber zu wenig.
 
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@eringo:
Die Origin bikes habe ich schonmal gesehen - sehen hübsch aus und werde ich mir nochmal genauer ansehen. Muss mal die reste meiner Französischkenntnisse rauskramen....
@enerkon
Ja, das ist ein wenig die Frage, extrem auf Trails will ich nicht damit gehen. Wenn ich doch mal auf einem lande, weil ich mal wieder zu blöd war, dann reicht mir heil runter kommen und notfalls doch absteigen. Ich denke bei den Reifen auch eher nicht daran gröber als ein G-one von schwalbe zu werden.
Es soll sich von meinem Trail Hardtail schon deutlich abheben.
Ich fahre relativ häufig von Erlangen mit dem Rad nach Bamberg bzw. Lichtenfels. Schön am Kanal auf Asphalt und Schotter - hier will ich schon gerne ne hohe Durchschnittsgeschwindigkeit haben. Das klingt für mich halt nach nem offroadigen Allroad, wenn ich das radl dann doch mal in den Wald mitnehme sind hier öfters auch mal etwas einfachere und flachere Waldtrails zu finden.
Vielleicht muss ich beide Ausprägungen auch einfach mal probe fahren... Aktuell im Lockdown halt eher etwas schwieriger, aber ich habe es ja nicht eilig.
Carbon würde ich jetzt nicht zu 100% ausschließen, würde zu mir als Kunststofftechniker ja passt, allerdings würde ich das Geld eher in bessere Komponenten stecken wollen oder in Titan.
Mit der Zweifachkurbel sind wir uns ja einig ;-)
@flowforfun
Das Paralane ist halt Carbon, nicht ausgeschlossen aber auch nicht unbedingt erste Wahl. Sieht aber an sich gut aus. Das Orbea Terra ist echt schön, aber halt auch Carbon und dadurch leider deutlich zu teuer...
 
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Hi, ich nehme den Thread hier mal auf, habe prinzipiell ein recht ähnliches Anforderungsprofil bei der Suche nach meinem neuen Zweit-/Drittbike. Ich suche im Grunde ein Rennrad welches auch leichte Offroad Strecken bewältigt. Das Bike um möglichst schnell von A nach B zu kommen ohne auf den Untergrund achten zu müssen.
Ich will am Bike außer einem Flaschenhalter nichts montieren. Was mir eher wichtig ist, keine/wenige Herstellerspezifischen Standards (will ungern auf bestimmte Marken angewiesen sein) und möglichst kein Pressfit Innenlager aufgrund von schlechten Erfahrungen 😅 Technisch am liebsten alles so robust wie möglich (aber natürlich auch möglichst leicht 8-))
Origin finde ich vom ersten Blick auf jeden Fall auch schonmal interessant, werde ich mir auf jeden Fall noch genauer anschauen. Bin allgemein aber vom Rahmenmaterial auch erstmal nicht voreingenommen ;)
Falls Ihr noch mehr Geheimtipps habt immer her damit :)
 
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