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Tourenberichte aus Sachsen und Vogtland

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Ist bei uns noch nie passiert, selbst nicht beim Flachländer aus Riesa, welcher nach 60min platt war. Wenn man selber nicht flexibel ist und keine Rücksicht auf die Mitfahrer nimmt, dann ist man schnell alleine unterwegs...
Dieser Flachländler war zwar nicht ich :D aber an dieser Stelle muss einfach mal ein großes Lob für Falco & Co. sein. Seine/deren Tourenführung ist einfach vorbildlich! :daumen:
 
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Himmelfahrt Trailwochenende, letzter Tag: Abreise

Nachdem wir unser Gerümpel beim Conrad vor dem Haus abgeladen haben sind wir kurz nach 10Uhr Richtung Dresden aufgebrochen. Letztes Jahr sind wir fast eine stunde eher losgefahren.

Was 2013 noch eine pure Erkundungstour war und sich als Glückstreffer erwiesen hatte, ist nun mit weniger Überraschungen immer noch sehr Reizvoll.

Den Tour vorschritt kann man auch sehr leicht einschätzen, denn es gibt nur 4 Berge:
  • Jedlová (Tannenberg 774m)
  • Vlčí hora (Wolfsberg 581m)
  • Tanečnice (Tanzplan 587m)
  • Valtenberg 575m

Oben auf dem Rundweg neben der Lausche ist der perfekte Ort um einen kleine Vortschrittmeldung an die Teilnehmer zu geben. Ohne die bereits überwundenen 500 Höhenmeter zu erwähnen hat es sich bewährt diesen Punkt nach der Rampe mit 0 von 4 Bergen anzugeben um etwas Stimmung zu machen. Entweder alle hassen dich danach oder man erntet ein verzweifeltes grinsen :)

Doch der Schock ist auf der 230hm langen Abfahrt zum Tannenberg gleich wieder vergessen.



Mit dem Dicken Rucksack auf dem Rücken ging die gemeine Rinne auch gleich viel besser zu fahren. Möglich das es da auch ein Bild von mir gibt, von den Mitfahrern gibt es auf jeden fall welche:



Im Tal angekommen geht es dann den ersten Berg hinauf, gut dass man vor dem Gipfel durch die Abfahrt eine angemessene Höhendifferenz aufgebaut hat um den Berg zu genießen.

Leider fehlte der Überraschungsmoment da wir hier bereits am Vortag waren und auch wenn der Blick nach Oben nicht für Genickstarre sorgt, trägt er der Motivation entscheidend bei.

Oben angekommen habe ich nach den ersten happen Essen geschickt gefragt ob wir zur nächsten Pause fahren wollen um von da oben los zu kommen, was auch super funktioniert hat. Wie immer sind wir die „Wiesenabfahrt“ hinunter


Unten sind uns 2 am Schlepplift hängende, bunt bekleidete und gepanzerte Biker mit schweren Fahrrädern begegnet. Wir haben einen kurzen Moment gewartet und geschaut wo die beiden im Wald verschwunden sind. Da man Sie nicht durch die Luft fliegen sehen hat, sind wir hinterher. Allerdings fehlte uns doch der nötige Schwung für diesen Streckenabschnitt und so krochen wir von kurve zu kurve den Berg hinab.

Im Anschluss hatten wir uns kurz verfahren und konnten dennoch den letzten Trailabschnitt vor dem Asphaltierten Verbindungsstück genießen. Es ist die Kehrseite der Tour, sofern man nicht noch ordentlich Höhenmeter auf die Tour draufpacken möchte ist man gezwungen über Tschechische Schnellstraßen zu fahren. Doch da es leicht wellig überwiegend bergab geht, ist das schnell überstanden.

Am Wolfsberg angekommen freut man sich bei der Auffahrt über jeden Wanderer vor dem man sich durch Absteigen am Hang nicht blamieren möchte. Doof nur wenn nach jeder Kurve noch einer kommt und die Kondition langsam knapp wird, doch da alles gut bewachsen ist schafft man es meisten doch ungesehen vom Fahrrad zu springen um etwas durchzuatmen.

Auf dem Gipfel gab es die versprochene 2. Pause. Matthias hat es sich nicht nehmen lassen den Wolfsberg noch mal Richtung Oybin herunter zu fahren. Nachdem er wieder oben war konnten wir dann zum nächsten Gipfel weiterziehen. Die Abfahrt konnte man wie immer genießen,



die Rinnen über die man Lupfen muss geben einem den Nötigen Adrenalinrausch.



Diese waren jedoch nicht das Problem, erst weiter unten gab es auf Sichtweite der Wanderer einen Abflug. Es ist nicht passiert, aber die Kinder der Familie werden nach dem Erlebnis wohl nie ein Mountainbike bekommen :D

Der Tanzplan, unser nächstes Ziel, lag hinter einem langen Weg über Feld und Wiesenwege. Wenn die Sonne mal so richtig herunter knallt ist das mitten im nirgendwo ohne Schatten der gemeinste Abschnitt. Wir hatten es jedoch ganz angenehm:



Auf dem Tanzplan wäre die letzte Möglichkeit für eine Einkehr auf Tschechischer Seite, schon letztes Jahr gab es beim Eintreffen kaum noch Gerichte, doch diesmal ist der Gasthof direkt geschlossen. Es blieben uns wieder nur unsere Müsliriegel, nachdem wir diese genossen hatten, ging es weiter zum letzten Berg.

Das letzte Verbindungsstück über Asphalt ist mittlerweile übertrieben langweilig, aus der alten geflickten Rüttelpiste ist eine brandneue Straße entstanden, frisch Asphaltiert so weit das Auge reicht. Nächstes mal werden wir wohl die nicht optimierte Variante fahren oder uns ein paar andere Berge suchen.

Wenigstens ist der Weg neben der Hochwaldklinik zur hälfte freigeräumt, aber ab der Grenze war dann wieder schluss und ab da sah der Weg so aus wie vergangenes Jahr. Doch da wir bis zur Klink gekommen sind, mussten wir keinen größeren Umweg einbauen.

Nachdem wir den letzten Berg bezwungen hatten, wurde nach der üblichen Riegelpause noch etwas Wasser nachgefüllt. Zum Bilder machen bin ich voraus und direkt die Falsche Abfahrt gefahren. Erst als ich ewig herum stand und es ganz wo anders im Wald poltern hörte, ahnte ich falsch gefahren zu sein. Quer durch den Wald tragend korrigierte ich den Fehler und fand ohne Bilder wieder den Anschluss.

In Neukirch angekommen wurden Zugfahrt und Ticketpreise ordentlich madig gemacht und so fuhren wir zusammen weiter Richtung Dresden auf der optionalen Heimwegetappe.

Da ich mich 2013 mit Richard entschied die Feldwege sein zu lassen und auf der Schnellstraße nachhause zu fahren, war der Abschnitt für alle von uns neu. Entgegen meiner Erwartungen ging es wirklich flach und entspannt über sehenswerte Wege. Es war sogar weniger anstrengend als die auf und ab Verlaufende Bundesstraße und so kamen wir auf unserer Route schnell voran. Da hat es sich endlich gelohnt 2013 einen ganzen Abend über ein duzend Variationen von Openrouteservice.org Routen anzulegen und auf Höhenmeter verglichen zu haben.

Da Johannes sich kurz vor Arnsdorf auch wieder auskannte, hab ich Bergab mal etwas mehr Schwung mitgenommen und bin bis zum Bahnhof gefahren um dort zu warten. Als dann aber direkt ein Zug einfuhr konnte ich nicht wiederstehen und habe mich Telefonisch abgemeldet um früher als erwartet in Dresden anzukommen.

Matthias und Johannes haben sich die Wartezeit am Bahnhof gespart und sind das letzte Stück noch bis in die Abendstunden mit dem Rad gefahren.

Von mir daher kein Sonnenuntergangsbild von der Fähre mehr, sondern dieses langweilige Ende unserer Tourbeschreibung.

Hier noch ein paar Zahlen


und alle Bilder:
http://fotos.mtb-news.de/s/69047
 
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Th.

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Sehr schöne Berichte und Bilder von eurem Himmelfahrtsausflug!
Ich war zwar auch in der Region, kann da aber nicht mithalten - weder bike- noch fototechnisch.

Eine Detailfrage hätte ich aber, gerade weil wir uns die Sache dort auch angesehen haben und zwischen "Unfahrbar" und "Komplett unfahrbar" schwankten:

Am Wolfsberg angekommen freut man sich bei der Auffahrt über jeden Wanderer vor dem man sich durch Absteigen am Hang nicht blamieren möchte. Doof nur wenn nach jeder Kurve noch einer kommt und die Kondition langsam knapp wird, doch da alles gut bewachsen ist schafft man es meisten doch ungesehen vom Fahrrad zu springen um etwas durchzuatmen.

Auf dem Gipfel gab es die versprochene 2. Pause. Matthias hat es sich nicht nehmen lassen den Wolfsberg noch mal Richtung Oybin herunter zu fahren. Nachdem er wieder oben war konnten wir dann zum nächsten Gipfel weiterziehen. Die Abfahrt konnte man wie immer genießen,
(...)
die Rinnen über die man Lupfen muss geben einem den Nötigen Adrenalinrausch.
Ihr seid von Süden, also von der Ortschaft Vlci hora direkt den Zickzachweg hochgefahren (also wirklich gefahren - komplett?)? Das ist dann der Matthias nochmal runter und dann seid ihr nach Norden (Richtung Brtniky/Pansky) über diese markanten Rinnen runtergefahren?
Mich interessieren jetzt wirklich nur die obersten 50 Höhenmeter...
 
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Sehr schöne Berichte und Bilder von eurem Himmelfahrtsausflug!
Ich war zwar auch in der Region, kann da aber nicht mithalten - weder bike- noch fototechnisch.
Danke dir, so ein paar Aktionbilder sind auch schöner als die Landschaft mit der Sonne im Zenit und den Bergen im Dunst verschwindent.

Zum Wolfsberg

Oh ja, die oberen 50 Höhenmeter sind die Hölle. Es geht rein theoretisch. Wenn noch ordentlich Saft da ist und mit Pausen an den Kehren. Denn man braucht Schwung zum drüberrollen und bei dem Anstiegswinkel ist das einfach nur Schnellkraft...
Das haben wir uns aber nicht angetan.



Es gibt da eigentlich nur ein Stück, was noch etwas weiter oben ist wo es links herum richtig fieß wird, davon hab ich kein Bild aber Richard hatte dort auch angesetzt zum losfahren. Aber danach kann man mit viel mühe die letzten 50m Strecke auch wieder fahren.

Hat auf jeden fall einen Grund das ich bei der Auffahrt nur Bilder von unserer Muskelmaschine habe ;)
 
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Th.

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Da bin jetzt ja fast ein wenig froh...ich hatte sowas befürchtet wie "klar, geht schon, ist eben etwas wellig" ...
Aber runterzu fahrt ihr das nord- und südseitig komplett? Wie würdet ihr das auf dieser Singletrailskala einstufen wollen?
 
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Sowas in der Art hätte Richard gesagt :D

Zu der Einstufung, kann man eigentlich gut festmachen wenn man sich an die Beschreibung hält und schaut mit welcher Levelbeschreibung man den Abschnitt schaffen kann. Klar passt hier und da auch mal S3 Beschreibung, aber solange das mit S2 Techniken machbar ist, ist es für micht kein S3.

Nach dem was ich in Vinschgau als S2 fahren durfte ist der Wolfsberg an den schwersten Stellen allerhöchstens S2. Wobei die es in Vinschgau mit der Markierung echt auf die Spitze getrieben haben, man musste zwar nirgens herum Balancieren oder sehr exakt bremsen, aber wenn man die ganze Zeit über 1000hm ununterbrochen mit dem schnell wanderenden Körperschwerpunkt zu tun hat, dann wird so ein S2 Track auch mal richtig fieß.

S2: "Die Hindernisse müssen durch Gewichtsverlagerung überwunden werden. Ständige Bremsbereitschaft und das Verlagern des Körperschwerpunktes sind notwendige Techniken, ebenso genaues dosieren der Bremsen und ständige Körperspannung."

S3: "Passagen, die den 3. Schwierigkeitsgrad aufweisen, erfordern zwar noch keine Trial-Techniken, sehr gute Bike-Beherrschung und ständige Konzentration sind aber Voraussetzung zum Bewältigen von S3. Exaktes Bremsen und sehr gute Balance sind notwendig."

S3 ist eher so Schneeberg, wo man auch mal stehenbleiben muss oder auf so 10cm breiten Steinkanten herum fährt und da die in S3 beschriebene sehr gute Balance braucht. Bei den ganzen Absätzen, Kettenblatt hohen Kanten und Löschern ist exates Bremsen auch wichtiger als bei so einer Abfahrt wo man nur mal kurz Lupfen muss und den rest der danach kommt komplett durchrollen kann. Klar sind die Kanten vom Wolfsberg Überwindungssache, aber Technik steckt da keine dahinter außer "Die Hindernisse müssen durch Gewichtsverlagerung überwunden werden"
 
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Th.

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Aha.
Respekt.
Und mir wird mal wieder klar, das für mich S0 die oberste Grenze ist.
 

Rockhopser

MitRad
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DD || ZI
Gibts zur 10x700er Challange irgendwo eine Ausschreinung oder Webseite?
Würde mich echt interessieren. Vielen Dank!

HIER


War erst letztes WE, wie ich sehe.
Die Seite gibts aber leider nur auf tschechisch...

Alles was ich zu dem Rennen weiß ist folgendes:
  • Orientierungsrennen
  • Einzelstarter oder 2er Teams (ich glaub die Teams können sich die Berge aufteilen, bin mir aber nicht sicher)
  • freie Streckenwahl
  • alle zehn 700er müssen passiert werden (als Nachweis gibts auf den Gipfeln eine Metallplakette mit Bergname & Höhe, welche auf ein vorher an die Teilnehmer ausgegebenes Dokument abgepaust werden muss... die Plaketten sind übrigens das ganze Jahr über auf den Gipfeln zu finden)
  • kleines Starterfeld
 
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Am Montag haben wir wieder einmal eine unserer typischen Feierabendrunden veranstaltet. 17:30Uhr sollte es am Schlillerplatz losgehen.

Auf dem Weg zum Treffpunkt war ich Zeitlich relativ knapp dran und so kam es mir grade recht als mich auf dem Radweg ein Rennradfahrer überholt hat. Mit Tunnelblick fuhr ich hinterher und starrte nur auf seinen Ritzelblock auf dem noch viel platz nach rechts war. Umso überraschter war ich dann am Treffpunkt als ich bemerkte das aus den 35min anfahrt plötzlich 20minuten geworden sind und ich nun wieder 20 Minuten auf Tourstart warten musste :(

Dort am Schillerplatz ist um die Zeit durch den Berufsverkehr ohnehin viel los, doch irgendwo da unten fand das Deutschlandspiel öffentlich statt, was durch die unzähligen unkoordiniert über die Straße laufenden Fußgängern für ein Hupkonzert führte.

Während die Wartezeit verstrich hab ich mein Karma noch etwas aufgebesser als jemanden nach einer Luftpumpe gefragt hat. Als man dann so pumpend da stand wurde aus einem plötzlich drei, das war erstmal genug gutes Karma für heute ;)

Punkt 17:30Uhr waren dann auch meine Mitfahrer da und es war Zeit um Kamera Austeilen. Nachdem alle versorgt waren und wir entschieden eine möglichst entspannte Route zu fahren, ging es die Robert-Diez-Straße hinauf zum Wachwitzer Park. Da ich auf einem unserer Schleichwege etwas Vorsprung bekommen hatte, bekam ich Lust auf ein Foto. Doch kaum drehte ich mich herum waren die Beiden wieder an meinem Hinterrad :rolleyes:

Ohne Bild ging es also Richtung Helfenberg, bergab ohne Chance zum absetzen vom Feld, gab es diesmal eine Fotoankündigung um die ersten Bilder zu machen:



Es folge der Abfahrt ungefragt die Steintreppe hinauf nach Helfenberg. Robert schwärmte schon die ganze Tour von seinem neuen Cane Creek Dämpfer, welcher auch Bergauf für mehr spaß sorgt und so freute er sich über jeden Anstieg an dem er von dem neuen Fahrgefühl profitieren konnte:



Auf dem Weg zum Keppgrund wollte Robert auch ein Bild machen, doch der Böse Objektivdeckel hat dies vereitelt. Und so hab ich eins von ihm gemacht:



Den gemeinen Anstieg nach Rockau haben wir diesmal ausgelassen und sind direkt weiter gefahren um uns an der Auffahrt zum Zuckerhut zu erfreuen. Dabei versuchten wir uns vorzustellen wer wohl diese Verdächtigen ausgewaschenen Wege und felsigen Pfade herunter fahren könnte. Doch grade der Felsvorsprung sah nicht fahrbar aus, zu mindestens war er weit vom Ausprobieren entfernt ;)

Ohne diese Zeitfressenden Gipfelpausen ging es oben direkt weiter zum Pilnitzberg, ich hatte schon das nächste Motiv in Gedanken, die Lichtrichtung hat gepasst, schnell noch etwas abgesetzt und gewartet. Leider wurde daraus nicht als ich die beiden weiter oben am Berg entlangfahren sah. Also ein paar Extrahöhenmeter für mich…

Unsere geliebte Spitzkehrenabfahrt hat mal wieder an Schwierigkeit zugenommen, die 2. Rechtskurve hat jetzt neue kleine Hindernisse welche den schmalen grad zwischen fahren und nicht fahren wieder einmal kippen lassen haben. Doch spätestens beim 2. Versuch klappt es dann wieder.



Und als letzter bekommt man bekanntlich immer die schönsten Bilder :)



Axel hat aber geschummelt, der hat einfach das Hinterrad versetzt :aufreg:

Den normalerweise folgenden Berg haben wir uns diesmal gespart und sind den Steinigen Friedrichsgrundweg hoch zur Meixmühle. Zu mindestens war er mal steinig, mittlerweile sieht es dort fast so aus wie im Moritzburg wo Robert zuletzt mit dem Rennrad lang gefahren ist.

Mit dieser Enttäuschung ging es wieder ohne Rast auf den Kanalweg.



Wie immer mit Schwung über die Wurzeln



Und nicht so wie immer, ein paar Flugphasen



Axel konnte es sich nicht nehmen lassen in den ehemals illegal von Motocrossfahrer genutzten Naturpark zu fahren, dabei hätte ich es lieber gesehen wie er den fast Senkrecht endenden Uphill im Hintergrund hoch fährt, ein Motorradfahrer hab ich das schon mal machen sehen ;)

Bei der Ruine ging es dann die Wurzeln herunter



Und zack, lag der erste im Dreck



Aber ein Rocky Mountain kann das ab :daumen:

Auf dem Weg zum Borsberg ging es die Straße diesmal ganz hoch um noch etwas durch die Luft zu fliegen



Nichts für mich



In einer kurzen Pause hat Robert entschieden das überschüssige Adrenalin abzubauen, welche grade bei einem Beinahe Abflug durch eine missglückte Landung ausgeschüttet wurde. Nachdem der Schreck verdaut war ging es auch direkt wieder weiter,

Unser letztes Ziel, der Borsberggipfel, wurde zum Abschluss angesteuert. Oben gab es die erste kleine Essenspause. Frisch gestärkt hatten wir wie immer unseren Spaß, auch wenn es schon ziemlich dunkel war:


Nach dem dunklen Abschnitt ging es weiter über den gleichmäßig mit steinchen gespickten weg. Wir hatten uns gefragt welcher Stein wohl in Robert sein Loch im Bein passt, welches bei einem Nightride hier unten irgendwo entstanden ist:



Doch gefunden haben wir ihn nicht und es gab auch keine neuen Löscher ;)

So sind wir dann am Weinberg zurück nach Pilnitz gefahren um uns an der Fähre zu verabschieden.



Kleine aber feine runde, welche auch reichhaltig Bildmaterial bietet, sofern das mit dem rotierenden Fotografen halbwegs passt, aber da ich mittlerweile meine 3. kleine APS-C Kamera habe, erhöt sich die Chance auf Reichhaltige Ausbeute wieder etwas mehr.
 

tanztee

trinkt gern Kaffee
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18. Dezember 2005
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Dresden
@Falco Schöne Arbeitsteilung: Verabreden bei cielab, Bericht im SVTF ;)
Über die fette Wurzel hab ich mich letztens nicht getraut, aber alleine fährt man ja vlt. auch ein wenig defensiver ...

ride on!
tanztee
 
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12. Mai 2013
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Kleine aber feine runde, welche auch reichhaltig Bildmaterial bietet, sofern das mit dem rotierenden Fotografen halbwegs passt, aber da ich mittlerweile meine 3. kleine APS-C Kamera habe, erhöt sich die Chance auf Reichhaltige Ausbeute wieder etwas mehr.
Danke für den actionreichen Bericht von Eurer Montagsrunde und natürlich auch für den Nachtrag zu Himmelfahrt!!!

  • alle zehn 700er müssen passiert werden (als Nachweis gibts auf den Gipfeln eine Metallplakette mit Bergname & Höhe, welche auf ein vorher an die Teilnehmer ausgegebenes Dokument abgepaust werden muss... die Plaketten sind übrigens das ganze Jahr über auf den Gipfeln zu finden)
Danke für die spannende Erklärung!
Ich glaube, das L700 sollte ich mir mal für nächstes Jahr vormerken, nicht nur wegen "...Pivo bude pro startující grátis tak,.." .-)
Ist ein interessantes Konzept. Wahrscheinlich muss man sich dann teilweise auf ein paar Meter zu Fuß im Gipfelbereich einstellen, zumindest bei meinen mageren Trailkünsten...
Ein Karte oder Übersicht mit den Bergen finde ich aber leider nicht. http://l700.cz/vrcholy ist nicht sehr gesprächig und im Rest des Webs finde ich lediglich http://www.wandermap.net/gl/route/2308635-luzicke-sedmistovky/#/z13/50.78097,14.75343/osm , was aber fußoptimiert und sicher nicht aktuell ist :-(
Falls jemand also noch etwas zu Planung finden sollte, immer her damit! (Z.B. ist mir nicht klar, ob Start & Ziel in Chrisbska ist oder nur der Start?) Dankesehr.
 
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12. Mai 2013
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Liebe Forumslesende,
vielen Dank für die aufmunternden Worte! Jetzt nun endlich der versprochene Bericht von den 1000Miles.cz.

Werde versuche, jeden Tag zwei Tage der zwei Wochen Trans-Tschechoslovakia hochzuladen, dann haben wir es in einer Woche geschafft ;)
Und noch etwas zur Motivation: Zum Ende hin werden es wesentlich mehr Fotos, die ich direkt einbinden kann und ihr müsst dann weniger Links anklicken ;)


An dieser Stelle möchte ich Euch über ein MTB-Abenteuer aus dem vergangenen Sommer berichten. Damals hatte ich die Gelegenheit, am 1000-Meilen-Rennen quer durch die Slowakei und Tschechien teilzunehmen.

Die Regeln des Rennens sind recht einfach: Der Route führt nonstop vom Ostende an der Ukrainische Grenze bis ans Westende an der Bayerischen Grenze quer über diverse Gebirge:
Teil1: SK
http://www.cykloserver.cz/cykloatlas/?d=113303#pos=49.25997P20.29110P8
Teil 2: CZ
http://www.cykloserver.cz/cykloatlas/?d=108887#pos=50.03688P15.15451P8
Gewonnen hat, wer die Route komplett absolviert und als erstes im Ziel ankommt. Unterstützung gibt es – im Gegensatz zu Etappenrennen - keine – außer an drei Checkpoints, die angesteuert werden müssen. Ansonsten ist jeder unterwegs auf sich selbst angewiesen und kann sich die Strecke zeitlich einteilen wie sie/er will. Die Strecke ist per GPS-Track vorgegeben und komplett zu absolvieren. Der Track im GPS-Gerät ist zusammen mit den Checkpoints dann der Beleg dafür. (Man sollte sich also besser nicht verirren, wenn man nicht disqualifiziert werden will.) Vorgeschrieben ist auch noch eine Mindestausrüstung - „letzte Hilfe“ genannt .-) Dazu gehören u.a. Schlafsack, Feuerzeug und Pfefferspray (gegen Bären). Die Route führt im jährlichen Wechsel von Ost nach West und umgekehrt.

Prolog
2012 war ich schon einmal mitgefahren, hatte es aber nur von der bayerischen Grenze bis in den Osten Tschechiens geschafft, also nur die halbe Distanz von 500 statt 1000 Meilen. (Die vielen offroad-Passagen und die Höhenmeter, die den Grenzgebirgen zusammen kommen, hatte ich damals unterschätzt.) 2013 führt die Route westwärts. Mit etwas mehr Training hoffte ich, es dieses Mal die komplette Distanz zu schaffen. Entsprechend hatte ich seit Weihnachten Kilometer „geschruppt“. Am Ende standen rund 330h/ 3000km/ 55000hm auf dem Tacho. Aber es war ein langer Winter. In den drei Monaten vor dem Rennen kamen nur ca. 750km/Monat zusammen – für einen Ultramarathon von 1600km und 30000hm (das Cape Epic bringt es nicht einmal auf die Hälfte davon!) eigentlich nicht viel an Training...
Nachdem ich 2012 viel zu schwer war, habe ich 2013 versucht, massiv Gewicht zu sparen: Das neue 29er Hardtail samt minimalistischer Ausrüstung hat rund 15kg Gewichtsersparnis gebracht. (Danke an Udo von Stein-Bikes in Chemnitz für die super Beratung!) Außerdem muss auch noch das Wichtigste mit: Isomatte und Ersatzschläuche am Lenker, Akkus & Handy auf dem Oberrohr, Werkzeug und kleine Ersatzteile in einer Dreieckstasche darunter, Schlafsack und Regensachen am Sattel. Wasser, Lebensmittel und leichte Sachen im Rücksack auf dem Rücken. Auf Trinkflaschen am Rahmen habe ich bewusst verzichtet, um das Rad besser auf der Schulter in unwegsamen Passagen tragen zu können:

Kurz vor der Abreise zu den 1000-Meilen-2013. (Der Sattel mag zwar wenig sportlich aussehen, aber mit der mitschwingenden Active-Variante habe ich gute Erfahrungen gemacht. Und soviel Luxus für den Allerwertesten muss einfach sein. Die Anzahl der Stunden auf dem Rad folgen dann jeweils in der Tageszusammenfassung und erklären dies sicher nachdrücklich... ;) ) Foto: Autor
Die 3-Liter-Trinkblase im Rucksack muss also reichen. Ca. 12kg für das Bike, 4kg für Equipment und max. 3-4kg Wasser & Proviant sollten also dafür sorgen, dass ich unter der 20kg-Marke bleibe - immerhin knapp 1/4 von dem, was der Fahrer auf die Wage bringt ;)
Dem Feilschen um jedes Gramm fiel leider 2013 auch der Fotoapparat zum Opfer. Ich versuche daher, den zweiten Teil der Strecke mit Fotos von mir aus dem Vorjahr zu illustrieren. Von Jan Kopka habe ich einige Fotos bekommen (Danke!) , die ich ebenfalls mit verwenden darf. Die Fotogalerie der 1000-Meilen hat auch schöne Fotos, zu ein paar davon werde ich verlinken.
Noch ein letztes Vorwort: Die mehrsprachigen Ortsnamen klingen vielleicht etwas kompliziert, sollen aber die Orientierung und den Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart erleichtern.
So, jetzt aber genug der Vorworte.
Viel Spaß beim Lesen & Anschauen!

29.6.2013 (Tag 0)
Samstagabend auf dem Hauptbahnhof in Prag. Von hier geht der Nachtzug in den Osten der Slovakei.
Hl. nádraží Praha. Fotos: Jan Vaněk/1000miles.cz
http://www.1000miles.cz/fotogalerie-2013/fotogalerie-2013-jan-vanek-nadrazi-praha
Die Organisatoren haben zwei Gepäckwagen bei der CD geordert, um die rund 100 Biker samt ihren Rädern an dem Start bringen zu können. (Danke an Cheforganisatorin Lada!)
Logistikdienstleister CD hat eigens ein Werbevideo dazu erstellt:
(Ob die DB dies auch machen würde? Grübel...)
Halb elf abends geht die Reise los. Die beiden einzigen Deutschen haben die Organisatoren in einem Abteil untergebracht. Gelegenheit, mit Uwe über Taktik und Technik zu fachsimpeln.

30.6. (Tag 1)
Halb Elf morgens rollt der Zug dann in Hummene ein. Die Kleinstadt ist Endstation für die Bahn aus dem großen Prag. Nach Medzilaborce (Andy-Warhol-Mueum) und Stakcin (ohne Museum) fahren noch Bummelzüge. Für uns heißt es hier aber umladen da es jetzt per Bus und für unsere Räder per LKW die letzten Kilometer zum Startort weitergehen wird.
Vormittags auf dem Bahnhof in Hummene. Foto: Martin Vojtuš - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_martin_vojtus/martin_vojtus_img_7910.jpg & http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_martin_vojtus_vyber/martin_vojtus_img_7881.jpg
Zwei Wagons voller MTBs. Foto: Petr Kopka - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_petr_kopka_vyber/petr_kopka_dscf1953.jpg
Stück um Stück werden die Räder ausgeladen. Foto: Martin Vojtuš - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_martin_vojtus_vyber/martin_vojtus_img_7890.jpg
Irgendwann sind über 100 Räder dann in einem winzigen LKW verstaut. Foto: Petr Kopka - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_petr_kopka_vyber/petr_kopka_dscf1973.jpg

Nová Sedlica liegt ganz hinten in der Ecke. Ein winziges Dorf mit 300 Einwohnern, einer Kirche, Schule und Gasthaus im Nationalpark Poliny. Im Osten hinter dem Hügel ist die EU zu Ende, drüben hinter dem Wald fängt die Ukraine an. Fünf Kilometer nördlich liegt der Karpatenkamm und die Grenze zu Polen. Wir sind hier im Land der Russinen (früher Ruthenen), einer ostslawischen Minderheit, die wegen ihrer dem Ukrainischen ähnelten Sprache noch früher Altrussen genannt wurden. Deutliches Zeichen sind die orthodoxen Kirchen und Kreuze unterwegs. Es ist der Ostrand der Mitteleuropäischen Zeitzone. Drüben hinter der EU-Ostgrenze haben die Menschen wechselvolle Zeiten erlebt. Selbst an den Zeitzonen macht sich das bemerkbar: Heutzutage Kiewer Zeit (MEZ -1h), zu Sowjetzeiten Moskauer Zeit (MEZ -2h) und davor Budapester bzw. Prager Zeit. Denn zwischen den beiden Weltkriegen, als die damalige Tschechoslowakei noch ein Vielvölkerstaat war, gehörte die Karpatenukraine zu dieser Republik, die Züge aus Prag endeten in Jassinja (ukrainisch Ясіня; russisch Ясиня, russinisch Єсінє/Jesinje, slowakisch Jasiňa, ungarisch Kőrösmező, rumänisch Frasin – dies nur um zu zeigen, dass es mit den Ortsnamen in den verschiedenen Sprachen auch noch komplizierter gehen kann ;)) und der östlichste Grenzstein mit der „CS“-Markierung stand an der Hoverla, mit 2061 Metern höchster Berg der Ukraine. Eine touristisch vergessene Region, die mehr Besucher verdient hätte und auch vertragen würde. Vielleicht starten oder enden die 1000-Meilen ja zukünftig mal an der Hoverla?
Der Nationalpark um unseren Startort Nová Sedlica bekam seinen Namen nach den einzigartigen Bergwiesen, „poliny“ genannt. Die Urwälder der Region sind mittlerweile UNESCO-Weltnaturerbe. Das Tourismusmarketing wirbt mit „großen Raubtieren“ wie Braunbär, Wolf, Luchs und Wildkatze sowie verweist stolz darauf, dass dies der einzige Nationalpark in der ganzen Slowakei sei, wo der Wisent in freier Natur lebt. Gleich vornweg: Von all diesen wilden Tieren habe ich nicht eines zu Gesicht bekommen. Im Vorjahr soll es zumindest mal Sichtkontakt Bär-Biker geben haben. Aber allein die Landschaft und die Ruhe hier sind einen Besuch wert.

Vor dem Start des Rennens Registrierung und das obligatorische Briefing vor dem Rennstart, bei dem Organisator Jan die Regeln noch einmal im Detail erklärt. Als kleines Souvenir haben wir mit der Startnummer zwei kleine Glöckchen erhalten, deren Geräusche die wilden Tiere fernhalten sollen. Um Gepäck zu sparen, können alle Teilnehmer kleine Päckchen abgeben, die dann an den Checkpoints abgeholt werden können. Ich schicke ein paar Batterien und einen Ersatzschlauch so auf die Reise.
Briefing vor dem Rennstart. Foto: Vít Huspenina - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_vit_huspenina_vyber_1/vit_huspenina_2013_06_30_img_2579.jpg &
Briefing vor dem Rennstart. Foto: Martin Vojtuš -
http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_martin_vojtus_vyber/martin_vojtus_img_8119.jpg
Kurz vor dem Start. Fotos: Petr Kopka - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_petr_kopka_vyber/petr_kopka_dscf2058.jpg & http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_petr_kopka/petr_kopka_dscf2068.jpg

Dass mir Rollerfahrer (Koloběžkář) Jarda später noch mehrmals begegnen wird, ahne ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Foto: Tadeas Kotyk - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/30-6-2013/tadeas_kotyk_06_30_img_2208.jpg

17 Uhr. Die Sirene ertönt, es geht (mit Verspätung) endlich los:
Eine kurze Ehrenrunde durch den Ort und dann die Straße hinab. Impressionen von den ersten Kilometern gibt es hier:
Wir rollen die Straßen gemütlich talabwärts, durch Zboj bis Ulic. Dahinter verkrümelt such das Flüsschen Ulicka hinüber in die Urkaine und die Straßenbauer mussten die kleine Verbindung ins Nachbardorf über den Berg legen. Vor Ruska Volova - halb slovakisch, halb rusinisch - geht es den ersten von unzähligen Waldwegen entlang, durch zwei weitere Dörfer und zur Fernstraße 74, die zum nahen Grenzübergang Ubla führt. Hier bin 2010 entlang als ich durch die Karpaten geradelt bin. Auch die Sternwarte vom Astronomical Observatory am Kolonica Sattel gleich hinter der Straße steht noch. Inzwischen hat sich die Region zum Dark Sky Park Poloniny ausgerufen. Es ist halb Acht und der Weg windet sich in die Vihorlatské vrchy (Vihorlatgebirge) hinauf. Zum Glück streift die Route das Gebirge nur. Höchste Zeit, die obligatorische SMS vor 20 Uhr mit der GPS-Position zu senden und gleich noch einen kurzen Snack hinterher einzuwerfen. Die Dorfkneipe in Remetske Hamre hat noch auf und bekommt Besuch von ein paar Bikern. Aber ich will noch weiter. Am Fußballplatz richten sich andere inzwischen auf das Nachtlager ein. Als ich Jovsa halb Zehn erreiche wird es langsam dunkel. Die Route biegt jetzt eigentlich nach rechts ab in die Berge. Links geht es aber zum Stausee Zemplínska šírava („Sempliner Weite“), ein beliebtes Ausflugsgebiet bei der Bezirksstadt Michalovce. Hier sollte sich doch ein Hotel oder eine Pension finden lassen. Oder direkt am See schlafen? Im Hotel Postar, ein wenig oberhalb gelegen, werde ich dann kurz vor Zehn fündig. Das Rad kommt in der Abstellkammer unter. Frühstück brauche ich nicht, aber die Dusche kommt sehr gelegen.
Am ersten Tag stehen dann zu Buche:
71km, 5:06h inkl. 0:30h Pause, 14km/h, 1000hm, 127bpm

Fotos:
http://www.1000miles.cz/category/aktualne-z-trasy-2013/page/2#tabs-7837-0-2
 
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Öha, da kommt ganz großes Kino mit einer klasse Erzählweise von einem richtigen Abenteuer!
Die Zahlen nötigen mir höchsten Respekt ab, wo ich erahnen kann, wieviel Zeit und Leben alleine schon in der Vorbereitung stecken...
Da freu ich mich jetzt schon auf die nächste Folge.
 
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Danke für die :daumen: !!! Und weiter geht`s:

1.7. (Tag 2)
Nichts für Wasserscheue


Um Sechs klingelt das GPS. Eine halbe Stunde später geht es weiter. Der Umweg ins bequeme Hotelbettchen kostet mich insgesamt eine Stunde Fahrtzeit. (+ Ruhezeit..., wir sind ja in einem Nonstop-Rennen) Ich muss zunächst am See zurück bis Jovsa. Dann bin ich wieder auf der Route, die sich hier gen Westen am Vihorlatgebirge entlang windet. Um Acht ist die Kleinstadt Vinne erreicht und danach folgen Felder, zwei Dörfer und die erste Fuhrt.
Fuhrt. Foto: Vladimír Lacina /1000miles.cz - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_z010_vladimir_lacina_vyber/z010_vladimir_lacina_dsc01267.jpg
Damit kommt jetzt eine Spezialität im Slowakischen Teil, die ich letztes Jahr nicht erleben konnte, da ich es damals nur bis zur Hälfte geschafft hatte: Flüsschen zu durchqueren, wo keine Brücken sind, ist gewöhnungsbedürftig. Im Gegensatz zu Island, wo das Gletscherwasser vom Eyjafjallajökull in der Thorsmörk nur knapp über Null ist und ich nach ein paar Minuten Angst hatte, mir ein paar Zehen abzufrieren (mitten im Sommer beim Radfahren - was für ein absurder Gedanke), ist das Wasser hier zum Glück gut temperiert, aber dafür schön schlammig. Gut, dass ich nicht Versuchskaninchen spielen muss, sondern vor mir schon ein paar Biker im Fluss sind und die optimale Linie sich so gut erahnen lässt. Durch die Erfahrung vom Vorjahr war mir besonders wichtig, jederzeit das Bike gut tragen zu können. Ein Schammstoffpolster am Querrohr sorgt dafür, dass das Bike auf der Schulter nicht drückt. (Und würde auch entsprechende Stürze etwas dämpfen ;) ) Die Schuhe lasse ich sicherheitshalber an, auch wenn sich in dem Netzstoff natürlich der Schlamm schön festsetzt, aber besser als in irgendwas Spitzes zu treten. Nach 20min ist der Laborec überwunden. Und um ehrlich zu sein: So schlimm war es gar nicht. Es war nicht kalt und das Wasser ging auch nur bis zum Bauch. Fuhrten sind eben vor allem eine Kopfsache.
Fuhrt. Foto: Jaroslav Spurny/100miles.cz - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_z019_jaroslav_spurny_vyber/z019_jaroslav_spurny_dsc04203.jpg

Hier ein paar Aufnahmen der Spitzengruppe von der ersten Fuhrt bei Nacht:

Damit wir nicht aus der Übung kommen und es spektakuläre Fotos gibt, hat Organisator Jan zwei Dörfer weiter gleich noch eine Flussdurchquerung eingebaut - dort dann durch die Ondava. Es wird nicht der letzte Wasserkontakt bleiben. Gerade in der Slowakei hat nicht jeder Traktorweg über jedes Bächen eine Brücke spendiert bekommen. Die paar Zentimeter Bach können Traktoren und LKW ab, zumindest die aus vergangenen, robusten Zeiten als die Maschinchen noch kyrillische Buchstaben trugen.

Foto: Martin Vojtus/1000miles.cz

Für die Gebirgsstatistik: Es folgt mit dem Slanské vrchy (Eperieser/Sovarer Gebirge) ein kurzer Höhenzug und dann wieder ein Tal.
15 Uhr. Zeit für eine kleine Rast am Dorfladen in Chrastne.
Kleine Bikerinvasion am Dorfladen. Die Bananen waren schnell ausverkauft... Foto: Jaroslav Spurný - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_z019_jaroslav_spurny_vyber/z019_jaroslav_spurny_dsc04206.jpg

Kurz darauf geht es nördlich vorbei an Košice (deutsch Kaschau, ungarisch Kassa, romani Kasha - der Süden der Ostslovakei beherbergt eine große ungarischsprachige Minderheit, was sich an den Ortsschilder nicht zeigt, aber in den Fußgängerzonen nicht zu überhören ist). Die erste Autobahn ist damit gequert und es geht ins Slowakische Erzgebirge, das nicht ohne Grund so heißt. Im Mittelalter brachte Siedler aus „unserem“ Erzgebirge die Bergbautradition hierher. 2013 als Kosice europäische Kulturhauptstadt war, verirrte sich auch die eine oder der andere Reporter nach Medzev (Metzenseifen), in dem heute noch Reste der einstigen karpatendeutschen Minderheit leben. Medzev liegt jedoch ein Stückchen südlicher. Oberhalb von Cavecany geht es auf den internationalen Wanderweg E8 , der hier auch Wanderweg der Helden des Slowakischen Nationalaufstandes (cesta hrdinov SNP) genannt wird. Die Chata Hresna (Bergstation des Skiliftes) ist offizielle Raststation. Übernachten will ich nicht, aber eine große Portion Makkaroni kann nicht schaden. Ich bin nicht der einzige, der hier rastet. Richard, mit einem Arm gehandicapt, schlägt sich wacker. Wahnsinn, wie er es durch die Offroadstrecken hierher geschafft hat!
Nach zwanzig Minuten eile ich weiter. Es ist kurz vor Sechs abends und ich will noch ein Stück nach Nordwesten. Der Waldweg windet sich hier auf 700-800m durch die Berge. Unterwegs treffe ich auf Pavel, der sich eigens für die Tour einen Titanrahmen gefertigt hat. Als Spezialist für Klettertechnik kennt er sich mit solchen Materialien bestens aus. Gut, dass Pavel einst Deutsch in der Schule hatte und sein Deutsch besser ist als mein Tschechisch ;)
Tipps für die Tour hat er sich vom 24h-Rennen-Spezialisten Zdenek Kriz geholt, der 2011 zusammen mit einem anderen Biker gewann
und 2012 dann noch einmal antrat, um dieses Mal allein auf Platz 1 zu landen und dadurch hierzulande quasi zur Legende wurde.

Auf der Brücke über den Stausee Mala Lodina (hier ein Foto von Martin Vojtuš: http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_martin_vojtus_vyber/martin_vojtus_img_8670.jpg), in dem der Hornad, viertgrößter Fluss der Slowakei angestaut ist, machen wir gegen halb Acht Pause, schicken die obligatorische SMS mit den GPS-Koordinaten ab und beraten, wie weit es noch gehen könnte. Oberhalb von Gelnica (Göllnitz) soll es eine Unterkunft geben. Bis dahin sind es aber noch mindestens 20km. Eigentlich zu weit für heute. Vielleicht gibt es in Margecany eine Pension? Wir rollen weiter und als am Stausee eine Datsche mit Wiese und Strand kommt, hat Pavel die Idee: Wieso nicht einfach freundlich fragen, ob man am See biwaken darf? Für ihn sprachlich ja auch kein Problem ;). Glück gehabt. Der Datschenbesitzer hat Einsehen, gibt sein OK und die beiden kommen ins Gespräch, von dem ich nur Brocken wie „Varovali medvedi a cigan“ mitbekomme. (Medvedi sind die berüchtigten Bären, wegen denen wir Pfefferspray mit haben müssen und die wir wohl nie zu Gesicht bekommen werden. Den zweiten Begriff übersetze ich mal lieber nicht, zumal dieser sarkastische Hieb auf die Reisewarnungen eher typisch tschechisch-selbstironisch gemeint war.)
Der Lagerplatz am Stausee bietet genug Platz zum Schlafen unter freiem Himmel und hätte im Notfall auch noch eine Unterstellmöglichkeit gehabt. Regen ist aber zum Glück nicht in Sicht.

Tag 2:
146km, 14:38h inkl. 2:13h Pause, 10km/h, 2663hm, 119bpm


Noch mehr Fotos:
http://www.1000miles.cz/aktualne-z-trasy-2013/1-7-2013-brody#tabs-7949-0-1
 
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2.7. (Tag 3)
Durch die kleine Schwester der Hohen Tatra


Das Übernachten unter freien Himmel hat definitiv einen Vorteil: Man gerät kaum in Versuchung, auszuschlafen. Halb Sechs sind wir wieder auf dem Rad, rollen am Stausee entlang, durch Margecany und anschließend wieder die Berge hinauf. An einer steilen Kurve erwischt mich der „Nicht-schnell-genug-ausgeklickt“-Bug zum ersten Mal. Zum Glück ohne Folgen. Langsam habe ich mir angewöhnt, wenn die Füße nicht mehr von den Pedalen loskommen, mich wenigstens wie ein Igel zusammenzurollen und auf die Seite fallen zu lassen. (Um Nachfragen zu vermeiden: Nein, es gibt davon keine Videoaufnahmen! Und wird es auch nicht geben ;))
Hinter Slovniky zieht sich der Weg an einem idyllischen Bergbach durch das Gebirge.
Pavel hat sich inzwischen einer anderen Gruppe angeschlossen da unsere Tempi doch etwas auseinanderlagen und nichts gefährlicher wäre als bei einem solchen Ultramarathon zu schnell zu fahren. Ich drücke ihm fest die Daumen, dass er sein Ziel, in Skalna im Vogtland anzukommen, schaffen wird!
In Porac wird der Dorfkonsum kurz geplündert. Punkt Mittag liegt das Slowakische Erzgebirge hinter und die Zips vor mir. Eine traditionsreiche Region mit Städten wie Poprad (Deutschendorf), Levoča (Leutschau), Spišská Nová Ves (Zipser Neudorf) oder Kežmarok (Käsmark). Die Ruine der Zipser Burg ist im Dunst nur von weitem zu erahnen.
In Spišská Nová Ves treffe ich Pavel wieder, der sich bei der Hitze ein Bad im Hornad gönnt. Ich gönne mir zumindest ein Eis, diverse Kalorien und ganz viel Wasser im Tankstellenshop am Ortsausgang. Leider habe ich kein Thermometer dabei. Laut Wetteraufzeichnungen sollen es um die 25°C gewesen sein. Gefühlt waren es aber weit über 30°C. Hier unten im Tal drückt die Hitze ganz schön. Also schnell weiter Richtung Berge und Schatten – vorbei an Hüttensiedlungen, die dem mitteleuropäischen Auge wenig mitteleuropäisch erscheinen mögen. Auch das ist typisch für die Zips.
Roma-Siedlung in der Zips. Foto: Petr Kopka/1000miles.cz - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_petr_kopka/petr_kopka_dscf2440.jpg
Unterhalb des Slovenský raj (Slowakisches Paradies) führt die Route durch schmucke Dörfer mit vielen Pensionen. Leider ist es erst Nachmittag.

Von den Ausläufern der Niederen Tatra auf knapp 1000 Metern bietet sich anschließend ein fantastischer Blick nach Norden zu den schroffen Felsen der berühmteren Schwester.
Blick zur Hohen Tatra. Foto: Lumír Soukup/1000miles.cz - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_z075_lumir_soukup_vyber/z075_lumir_soukup_dscf0372.jpg


Blick von den Almwiesen der Niederen Tatra auf ca. 900m hinüber zur Hohen Tatra. Foto: Martin Vojtus/1000miles.cz

Die Almwiesen gehen langsam wieder in Wald über und es wird dunkel. Offen gestanden, vielleicht hätte ich mir die Belehrung doch übersetzen lassen, aber wie die „Nachtregel“ in der Praxis gehandhabt wird, konnte mir keiner meiner Mitstreiter erklären. Anscheinend ist es verboten, die „Bärengebiete“ in den Nationalparks im Dunkeln aufzusuchen. Allerdings habe ich so meine Zweifel, ob sich die ganz Schnellen tatsächlich an dieses „Nachtflugverbot in der Slowakei“ gehalten haben. Also durch die Nacht darf man wohl nicht fahren, im Bärengebiet biwaken aber sicher auch nicht. Also beschließe ich so weit zu fahren, bis sich ein sicherer Platz findet. Eine Waldhütte ist leider verschlossen, also weiter. Zum Glück zieht sich jetzt im Frühsommer die Dämmerung lang in den Abend. Dreiviertel Zehn, es ist fast dunkel, komme ich ins Grübeln. Der Track, den wir abfahren sollen, führt plötzlich in den Wald zu einer runden Wasserfläche. Also, noch eine kleine Runde um einen romantischen Bergsee? Weit gefehlt, ein paar Minuten später erkenne ich im Restlicht, was mir jetzt blüht: Das erste von zwei Pumpspeicherwerken. Damit es uns nicht langweilig wird, hat Organisator Jan hier eine kleine Tragepassage eingebaut (und vermutlich das Schild übersehen, dass Unbefugte fern halten soll ;)) Es geht über eine steile Treppe zum Pumpspeicherwerk Čierny Váh.


Kleine Trageeinlage am Pumpspeicherwerk Čierny Váh. Foto: Martin Vojtuš/1000miles.cz - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_martin_vojtus_vyber/martin_vojtus_img_91144.jpg
Zum Glück gibt es auf der anderen Seite einen gut ausgebauten Zufahrtsweg, den ich mich jetzt gemütlich hinabrollen lassen kann. Wobei, das mit dem gemütlich doch relativ ist. Inzwischen ist es schon nach Zehn und immer noch keine Übernachtung in Sicht. Bis zur nächsten Kleinstadt, in der es vielleicht ein Hotel oder Motel gibt, sind es noch mindestens 15km. Hmm, also ein guter Grund, in Svarin an der Ranc Gaborovci anzuhalten und vorsichtig zu klingeln. Immerhin brennt oben noch Licht – auch wenn es mit halb Elf für hiesige Verhältnisse sozusagen schon tiefste Nacht ist. Ich habe Glück, ich bin nicht der erste der 1000-Meilen-Abenteurer und bekomme ein Zimmer. Dusche, ein paar Kekse zum „Nachtmahl“ und dann fallen mir die Augen zu.

Tag 3:
131km, 17:26h inkl. 2:49h Pause, 8km/h, 3105hm, 116bpm
 
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Ich hatte die Flußquerungen schon in der Galerie gesehen, aber nicht gedacht, daß die Standard beim Rennen sind. Nette Einlagen ; )
Das riecht ja richtig nach Abenteuer. Und an so ein Roma-Dorf erinnere ich mich genau. Bin mit meiner Damaligen Hand in Hand durchgegangen, ohne mir was dabei zu denken oder auch der bettelnden Kindermeute was zu geben *schauder
Aber der Blick in die Hohe Tatra ist ein Traum.
Die Wege und Trails sehen toll aus und von Deinen Tagesetmalen bin ich mal wieder schwer beeindruckt :daumen:
Das Wetter scheint bis dahin gepaßt zu haben. Freu mich schon auf die Fortsetzung...
 

firlie

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Na herrlich !!!
Da haben wir im SVTF, auf 43 Seiten, nur Peanauts produziert, kleine Fischlein gefangen und besonders ich, die kleinsten Brötchen gebacken (der letzte Vergleich ist berusbedingt ;))
Aber immerhin bekommen wir dadurch ein astreines Heldenepos präsentiert :daumen:
Habe jetzt nur "überflogen", aber schon das ist der Hammer ...
@leler auf jeden Fall kommen nach intensiverer Lektüre jede Menge Fragen auf dich zu (bestimmt nicht nur von mir) !
Weiter so !
-firlie-
 
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Danke Euch! Jeder Leser ist willkommen, Fragen aller Art natürlich auch!

Den Heldenstatus muss ich aber fahrtechnisch zurückweisen ;) Denke, da haben die Dresdner umd Falco ganz andere Maßstäbe gesetzt...

Schnell zwei Anmerkungen: Mit der besagten Minderheit hatte ich - abgesehen von einem leicht beschipsten, aber harmlosen Opi - keinen Kontakt. Hier führte die Strecke ja meist durch recht menschenleeren Wälder. Wenn man dagegen auf den Straßen durch die - nicht nur räumlich - am Rande der Gesellschaft liegenden Siedlungen kommt, sieht dies vielleicht anders aus - z.B. so wie auf dem Foto von Martin Vojtus ...
Und zum Wetter: Ja, 2013 war das Wetter optimal! (Abgesehen von den recht heißen Tagen in der Slowakei. HItze ist nicht so mein Ding.) 2012 waren einige Wege in den Bergen durch kräftige Gewitterschauer arg schlammig. Bei Trockenheit kommt man dagegen viel leichter und schneller voran ;)
 
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Rockhopser

MitRad
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...
Ein Karte oder Übersicht mit den Bergen finde ich aber leider nicht. http://l700.cz/vrcholy ist nicht sehr gesprächig und im Rest des Webs finde ich lediglich http://www.wandermap.net/gl/route/2308635-luzicke-sedmistovky/#/z13/50.78097,14.75343/osm , was aber fußoptimiert und sicher nicht aktuell ist :-(
Falls jemand also noch etwas zu Planung finden sollte, immer her damit! (Z.B. ist mir nicht klar, ob Start & Ziel in Chrisbska ist oder nur der Start?) Dankesehr.
Start & Ziel sind am Sportplatz in Chribska.
Wenn du eine Route suchst, wieso dann auf Wanderportalen :confused: (Übrigens: Als Laufwettbewerb gibt es das auch)
Versuchs mal hiermit !
Das Bier-Konzept ist mir auch schon zu Ohren gekommen und wirklich ein Argument :bier:
Allerdings bin ich vom eigentlichen Rennen nicht so richtig überzeugt, denn wenn man es wirklich als Rennen bestreiten möchte, dann muss man zwischen den Bergen möglichst viel Straßen/Waldautobahnen durchprügeln, um möglichst schnell voran zu kommen... nicht wirklich verlockend find ich.

Da bastel ich mir lieber mal ne Route mit vernüftigem Trailanteil zusammen und fahr die als Tagestour :cool:
 
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3.7. (Tag 4)
Von der Kleinen Tatra in die Große Fatra



Foto: Martin Vojtus/1000miles.cz

Dreiviertel Sieben geht es weiter. Zunächst einfach auf der Straße ins Tal hinab nach Kráľova Lehota und dann durch einen Vorort von Liptovský Hrádok (Liptau-Hradek). Nach der Zips geht es jetzt durch die Region Liptau – leicht zu erkennen an den Ortsbezeichnungen mit Liptopsky Irgendwas. Die Route führt hier direkt oberhalb der Stadt und dem Váh (Waag), dem längsten Fluss der Slowakei, entlang. Und ich bin froh, dass ich gestern nicht weitergefahren bin. Wenn ich mich schon im Hellen verfahre und den unscheinbaren Trampelpfad durch das Ufergestrüpp mühsam suchen muss, wie wäre das wohl im Dunkeln nach 19h im Sattel ausgegangen? (Hier ein Foto http://img2.rajce.idnes.cz/d0202/8/8547/8547744_97b3e29bed669cce50c8824cd10b05e6/images/033_.jpg aus der Sammlung von Jan.) Kurz dahinter in Liptovský Ján (Sankt Johann in der Liptau) erwartet mich der Charme eines kleinen Heilquellen-Kurortes. Es ist zwar erst um Neun als ich am Schwimmbad vorbeikomme und die Imbißzone langsam zum Leben erwacht, aber ich habe mir inzwischen angewöhnt, möglichst zweimal am Tag in einem „Restaurace“ zu halten. Der Kalorienverbrauch ist höher als gedacht. Mit einer Großmahlzeit pro Tag komme ich einfach nicht aus. Glücklicherweise hat die Gaststätte schon offen. Eine halbe Stunde später verlasse ich die Location wieder unauffällig durch den Lieferanteneingang. Eigentlich wäre das Restaurant nur den Schwimmbadgästen vorbehalten. Gut, dass die nette Bedienung bei mir eine Ausnahme gemacht hat.

In der Nähe von Demänovská Dolina, bekannt durch die Eishöhle und durch die Skilifts auf der Nordseite vom Chopok, geht es am Waldrand weiter nach Westen. Und dann ein Stück durch den Nationalpark Niedere Tatra durch traumhafte Almwiesen und stille Wälder. Gegen Fünf ist der Ráztocke sedlo (ca. 1200m) erreicht. Kurz darauf hat mich mit Liptovská Osada die Zivilisation zurück und es es folgt ein Stück entlang der Vrchárska cyklomagistrála. Um Acht erreichte ich Liptovské Revúce am Ostrand der Großen Fatra (Veľká Fatra). Für mich ist heute hier Endstation. Über die Krizna (ungefähr so hoch wie die Schneekoppe) schaffe ich es im Hellen definitiv nicht mehr. Die Königsetappe hebe ich mir für morgen auf und kehre lieber im Horec ein für ein reichliches Abendessen. In der Pension gegenüber komme ich unter.


Tag 4:
90km, 16:11h inkl. 5:04h Pause, 6km/h, 2290hm, 108bpm
 
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4.7. (Tag 5)
Check Point 1: Noch 303km bis zur Halbzeit und 1086km bis zum Ziel


Morgens um Sieben geht es weiter. Ein kurzes Stück die Revuca entlang. Dann windet sich der Weg den Berg hinauf. Eine Stunde später ist der Schatten des Waldes vorbei. Es wird ein heißer Tag und es geht nur langsam durch die schattenlosen Wiesen voran, anfangs noch im kleinsten Gang, später nur noch per Schieben. Die letzten Meter zur Lizka (1445m) und zur Krizna (1574m) ziehen sich. Kurz vor Zehn ist die Krizna erreicht. Beliebtes Fotomotiv jener Biker, die einen Fotoapparat mit haben.

Am Krížna (1574m) in der Velka Fatra. Fotos: Martin Vojtuš - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_martin_vojtus_vyber/martin_vojtus_img_9176.jpg & http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_martin_vojtus_vyber/martin_vojtus_img_9187.jpg & http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_martin_vojtus_vyber/martin_vojtus_img_92255.jpg


Abfahrt von der Krizna. Foto: Martin Vojtus/1000miles.cz

Eine halbe Stunde später ist das Horsky hotel Kralova studna erreicht. Zeit, eine halbe Stunde zu rasten und Mittag zu essen, auch wenn es noch nicht mal halb Elf ist. Wir sind inzwischen ein Halbes Dutzend Biker, dies sich hier stärken, bevor es in hohem Tempo bergab geht. Halb Eins ist Turčianske Teplice (Bad Stuben) erreicht, dann folgt ein Stück durch die Kremnické vrchy (Kremnitzer Berge) und kurz vor Vier ist Nitrianske Pravno (Deutschproben) erreicht. Zeit, mal wieder eine halbe Stunde Mittag zu essen, diesmal am Marktplatz. Auf dem Weg aus der Kleinstadt treffe ich auf einen spanischen Biker, dem ich nun gleich einen Rastplatz empfehlen kann.

Es sind noch rund 40km durch die Kleine Fatra (Malá Fatra) bis zum Checkpoint 1. Den Baske (955m) erreiche ich erst im Dunkeln, die Serpentinen hinab lasse ich langsam angehen und gebe sicherheitshalber im CP1 telefonisch Bescheid, dass da noch jemand kommen wird. Später als erwartet, es ist kurz nach Zwei in der Nacht als ich ich mich am CP1 in die Liste eintrage und die Isomatte auf der Wiese ausrolle.

CP1: Noch 303km bis zur Halbzeit und 1086km bis zum Ziel. Foto: Jan Kopka - http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_jan_kopka_vyber/jan_kopka_0703_dsc_0122.jpg & http://www.1000miles.cz/wp-content/gallery/2013_jan_kopka/jan_kopka_0703_dsc_0184.jpg


Tag 5: CP1
141km, 19:27h inkl. 3:22 Pause, 7km/h, 3571hm, 105bpm


Noch mehr Fotos:
http://www.1000miles.cz/aktualne-z-trasy-2013/3-7-2013-prvni-na-morave#tabs-8237-0-2


Während die Lieben daheim dank Status-SMS die Bewegungen der Racer im Tagestakt online verfolgen können, sind die Listen in den Checkpoints für die Racer auf der Strecke die einzige (legale) Variante, einen Überblick zum Rennverlauf zu bekomme. Entsprechend neugierig studiere ich die Liste im CP1: Die ersten sind am Morgen des 3.7., also rund 48h eher, hier eingetroffen.


Honza Tyxa – Gewinner der 1000-Miles 2013. Foto: Jan Kopka/1000miles.cz

Siebzig Biker liegen vor mir, aber das Feld ist noch dicht beisammen. Das lässt hoffen. Uwe aus Sebnitz ist nicht einmal 24h hinter dem Führenden - tolle Leistung!
 
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Toll!
Eine Frage, die sicher auch den @firlie nachts bewegt: was hast Du als Unterwegs-Proviant mitgeführt? Und wieviel geschätzte Kalorien hast Du pro Tag bei den Temperaturen so verschluckt?

48h hinter dem Ersten...das muß man unterwegs auch erstmal verarbeiten.
Respekt!
 

firlie

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Kurze Reaktion in der Mittagspause:
Vom Autor selber gibt es kaum Fotos, der ist etwas kamerascheu ;)
Die Kilokalorien muss ich noch mal nachberechnen. Grob geschätzt, waren es in der ersten Woche ca. -0,5kg pro Tag. Ein paar Schokoriegel hatte ich aus der Heimat noch mit, ansonsten Obst, Schokolade und was die Dorfkonsums so hergaben...
 
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