Transalp Oberstdorf - Rivera, gefahren vom 19.07 - 26.07.16

Dabei seit
14. Mai 2004
Punkte Reaktionen
49
Ort
CH-6315 Oberägeri
Dieses Jahr fuhren wir unsere 10 Jahres Revival Tour - eine Kombination aus der Tour von 2006 und der Tour von 2007. Als Basis diente die Tour der Emmaus-Biker aus dem Internet. Wir haben 407km und 9557hm zurückgelegt.
Wir waren zu dritt unterwegs, wir sind Freizeitbiker ohne Wettkampfambitionen im S2 Niveau.

18.07. Anfahrt nach Oberstdorf. Wir übernachten etwas ausserhalb im Alpenhotel Oberstdorf. Das kostet hinwärts eine halbe Stunde, zum Start der Tour aber nur 15 Minuten extra. Dafür bekommen wir eine preiswerte Unterkunft auf hohem Niveau. Sehr lecker, Frühstück schwer zu toppen.

19.07. Oberstdorf – St. Anton, 57km, 1636hm, 5h40 Fahrzeit, 10km/h Schnitt
Start der Tour bei bestem Wetter. Der Weg zum Schrofen Pass ist sehr schön und die Ausblicke sind grandios. Ab Passhöhe können wir nur weniger als die Hälfte fahren, aber es sind ja nur ein paar Meter bis zur Strasse. Nach St. Anton haben wir keine sinnvollen Alternativen zur Strasse gefunden, dafür kommen wir schnell vorwärts und sind gegen 17:30 im Hotel Steinbock. Sehr empfehlenswert.

20.07. St. Anton – Ischgl Bodenalpe, 51km, 1578hm, 5h40 Fahrzeit, 9km/h Schnitt
Weiter geht es bei Kaiserwetter ins Verwalltal mit malerischem See und Naturstrasse bis kurz vor die Heilbronner Hütte. 250hm müssen geschoben werden, dann geht es auf Naturstrasse zum Koppsee und weiter nach Galtür. Alternativ zur Bundesstrasse gibt es eine kleine Teerstrasse, welche für Mountainbike abwärts verboten ist (?). Ab Galtür geht es auf schönen Naturstrassen weiter bis nach Ischgl. Richtung Fimbertal muss die erste Rampe nach oben geschoben werden, um 18:00 erreichen wir die Bodenalpe. Gute Unterkunft mit leckerem und reichhaltigen Essen. Leider wird um 22:00 das Licht ausgemacht. Das Frühstück bleibt deutlich hinter dem Abendessen zurück.

21.07. Ischgl Bodenalpe –S-Charl, 32km, 980hm, 4h50 Fahrzeit, 7km/h Schnitt
Der Himmel ist bedeckt, es tröpfelt leicht, aber nach 15 Minuten können die Regensachen zurück ins Gepäck. Bis zur Heidelberger Hütte kann gefahren werden, zum Fimber Pass schiebt es sich angenehm. Die ersten 100hm ab Passhöhe sind uns zu verblockt, aber den Rest können wir fahren und geniessen. Gegen 16:00 erreichen wir Scuol, das uns mit einem Regenschauer empfängt. Wir entscheiden uns für den Bus nach S-Charl. Das war richtig, weil wir unterwegs richtig geduscht worden wären. Das Gästehaus Major beherbergt uns mit feinem Essen und Getränken, das Frühstück ist gut.

22.07. S-Charl – Rifugio val Fraele, 46km, 1323hm, 4h45 Fahrzeit, 9km/h Schnitt
Trocken aber bedeckt geht es weiter ins Val Müstair. Kurz vor der Passhöhe ins Val Mora findet wir in der Alp Preveder Schutz vor heftigem Regen. Nach 1.5 Stunden hört es auf und wir geniessen den Traum Trail zum Rifugio val Fraele. Dort treffen wir gegen 18:00 ein. Wieder eine empfehlenswerte Unterkunft, sowohl Abendessen als auch Frühstück. Die Gäste sind ausschliesslich Biker.

23.07. Rifugio val Fraele - Livigno, 22km, 570hm, 2h00 Fahrzeit, 10km/h Schnitt
Kurze Fahrt nach Livigno. Eigentlich wollten wir den Tag im Bike Park verbingen, aber das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Es ist kalt und nass. Deshalb besuchen wir die Sauna in unserem Alpen Village Hotel. Der "Spa"-Bereich ist nicht besonders, reicht aber zum Zeit totschlagen. Das Abendessen ist phänomenal: Ein riesiges und leckeres Vorspeisen Büfett, gefolgt von weiteren Gängen. Das Frühstück ist für italienische Verhältnisse sehr gut.

24.07. Livigno – Castasegna, 86,5km, 1370hm, 7h30 Fahrzeit, 11km/h Schnitt
Der Tag ist ein Mix aus Sonne und Wolken, aber trocken. Von Livigno geht es über schöne Trails und Wege zum Forca di Livigno und ab da schiebend zur Alp La Stretta. Ein genialer Trail, gefolgt von schöner Naturpiste führt uns zur Bahnstation der Diavolezza. Von dort geht es auf Trails, Naturstrassen und Bike Wegen über Pontresina, St. Moritz, Silvaplana nach Maloja. Die ersten 300hm ab Passhöhe werden auf der Strasse vernichtet, dabei ärgern uns die langsamen Autos. Dann fahren wir schöne Trails und Wege abseits der Hauptstrasse. Um 18:00 erreichen wir Castasegna, wo wir uns im Hotel Post direkt an der Grenze einquartieren. Ein schönes kleines Hotel mit passablem Frühstück, Abendessen gibt es 200m weiter in Italien in einer gemütlichen Pizzeria.

25.07. Castasegna - Grandola et Uniti, 70km, 380hm, 4h10 Fahrzeit, 16km/h Schnitt
Eine "Überführungsetappe" vom Bergell bis hinter den Comer See bei schönem Wetter. Die Kilometer bis zum Comer See können auf schönen Radwegen zurückgelegt werden, wir müssen kaum auf die Strasse. Das ändert sich am Comer See. Anfangs fahren wir am Strand entlang, aber so richtig vorwärts geht es nicht. Also Strasse. Über die Hälfte der Kilometer fahren wir auf Nebenstrassen ohne Verkehr. Ab Menaggio geht ein Radweg zu unserem Quartier Hotel Merloni. Die Unterkunft ist schön, aber mit dem Essen und Frühstück sind wir nicht zufrieden.

26.07. Grandola et Uniti – Rivera, 43km, 1720hm, 5h55 Fahrzeit, 7km/h
Schönes Wetter. Der Weg führt uns erst über Trails, dann über einsame Bergstrassen hoch zur Capanna San Lucio. Das meiste kann im kleinsten Gang gefahren werden. Dann folgt ein kilometerlanger Trail, der anfangs immer wieder kurze Schiebestücke hat. Ungefähr in der Mitte stehen wir plötzlich im Gewitter (der Himmel hat sich innerhalb von 15 Minuten komplett verändert). In Schutzhaltung harren wir ca. 1 Stunde aus, während Hagel fällt. Dann können wir weiter, am Rifugio Monte Bar vorbei auf einen schönen Trail, der in Bironico endet. Gegen 20:00 erreichen wir das Hotel Elvezia. Das Essen ist vorzüglich und die Portionen bringen Schwerarbeiter in Verlegenheit. Das Frühstück ist dürftig, aber das ist egal weil die Tour beendet ist und wir die Rückfahrt antreten.

Fazit: Eine schöne Tour, anfangs wenig Trails, dafür tolle Landschaften. Ab dem 3. Tag ist dann auch der Trail Anteil genügend. Alles wie erhofft.
 
Oben