Transalp Rorschach – Ascona, gefahren vom 27.07 - 04.08.17

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Unsere 11. Tour führte uns quer durch die Schweiz. Der Schwerpunkt lag auf schönen Landschaften und massvollen Etappen, welche einen entspannten „Feierabend“ erlauben. Gemäss Tour Beschrieb hätten wir 385km und 12100hm zurückgelegt, den Track haben wir von gps-tracks.com.

Wir waren zu zweit unterwegs, wir sind Freizeitbiker ohne Wettkampfambitionen bis S2 Niveau.

27.07. Rorschach – Hundwil, 41,5km, 1300hm

Anfahrt mit der SBB nach Rorschach. Wir kommen in strömendem Regen um 12:00 an. Bis wir die Regensachen angezogen haben, hat sich der Regen verzogen. Wir bleiben an diesem Tag trocken, Glück muss man haben. Erst geht es am Bodensee entlang, dann gemütlich ins Hinterland Richtung St. Gallen. Leider ist die Fernsicht eingeschränkt. Die Übernachtung haben wir in Hundwil geplant, dort erreichen wir die Alpenrose gegen 18:30. Trotz Ruhetag hat uns der freundliche Wirt mit einer kalten Platte und Getränken versorgt. Gut so, denn kurz nach der Ankunft hat es aus Kübeln gegossen. Das Frühstück war fein. Sehr empfehlenswert.


28.07. Hundwil – Schwägalp, 35.5km, 1300hm

Geplant war der Weg über die Hundwiler Höhe. Aber es hat geregnet und die Höhe war komplett im Nebel. Macht also keinen Sinn, stattdessen fahren wir auf der Kantonsstrasse nach Appenzell. Das Regenradar verspricht Besserung gegen 12:00, eine Stunde verbringen wir im warmen Bahnhof. Der Regen hört pünktlich auf und wir schiessen noch Fotos in Appenzell, bevor wir Richtung Schwägalp aufbrechen. Wieder keine Aussicht, aber schöne und angenehm zu fahrende Wege bringen uns ans Ziel, welches wir gegen 16:00 erreichen. Wir übernachten im Berggasthaus Chräzerli unterhalb der Schwägalp. Einfache Zimmer, nettes Personal, gutes Essen und für diese Preisklasse überragendes Frühstück. Das Birchermüsli ist der Hit.


29.07. Schwägalp – Obersee 57.8km 1900hm

Endlich Sonne und Fernsicht. Weiter geht es auf der Panorama Bike Route Nr. 2 bis zum Risi Pass. Dort folgen wir nicht dem Track, sondern suchen uns unseren eigenen Weg. Bis fast ins Tal nach Stein finden sich schöne Trails. Auf der anderen Seite geht es lange Zeit fahrbar nach Westen, aber dann müssen 250hm geschoben werden. Ab 1400m folgen wechselhafte 5km Trail, welche teilweise auf und neben dem Bike zurückgelegt werden. Dann folgt ein Mix aus Trail und Asphalt nach Amden. Unterhalb des Dorfes führt ein steiler Trail, welcher von uns nicht komplett gefahren werden konnte, an den Walensee. Am Ufer entlang ging es nach Weesen, Näfels und noch 500m höher an den Obersee, Ankunft gegen 18:00. Dort haben wir im Hotel Obersee übernachtet. Tolle Umgebung. Es gibt feine Cordon Bleu und das Frühstück ist in Ordnung.


30.07. Obersee – Muotathal 34.6km 1400hm

Die Sonne lacht und wir brechen auf zum Längeneggpass auf 1814m. Bis auf 1500m kann gefahren werden, dann folgt eine steile Schiebepassage. Auf Wirtschaftswegen geht es hinab ins Klöntal und weiter auf Asphalt auf den Pragelpass. Trotz Wochenendfahrverbot wundern wir uns, wer hier alles unterwegs ist. Bei Erreichen der Passhöhe beginnt es zu Gewittern. Wir verzichten auf die Route des Tracks und nehmen die Passstrasse. Gegen 17:00 trinken wir unser Bier im Restaurant Alpenblick. Die Zimmer sind schön, da Abendessen ist gut aber das Frühstück schwächelt.


31.07. Muotathal – Wassen 52.9km 1900hm

Weiter geht es bei bedecktem Himmel Richtung Westen. Der Weg nach oben auf die Höchi ist föhnig (es hat ordentlich Gegenwind), aber ist deshalb trocken und fast durchgehend fahrbar. Leider sind Trails Fehlanzeige, die Topografie scheint dafür zu steil. Nach schneller Fahrt auf Asphalt nach Sisikon geht es am Urner See südwärts. In Flüelen gönnen wir uns 2h Badepause, dann geht es weiter auf Radwegen Richtung Gotthard. Vor 2 Tunnels hat es Lichtschalter, welche diese bei Bedarf erleuchten. Ab Amsteg zeigt der Track Zähne, es geht steil nach oben. Bis nach Wassen müssen nur ca. 4km auf der Kantonsstrasse gefahren werden. Aussenrum dauert natürlich länger, aber gegen 17:45 erreichen wir das Hotel Alte Post in Wassen. Zimmer und Frühstück ok, feines Cordon Bleu.


01.08. Wassen – Sedrun 33km, 1400hm

Heute ist Badetag, deshalb ist die Etappe kurz gehalten. Bis nach Andermatt sind wir fast immer auf Radwegen oder auf dem neuen Rad Seitenstreifen der Pass Strasse. Nur 2 Galerien müssen wir mit dem Verkehr teilen. Ab Andermatt zum Oberalppass sind wir komplett auf der Strasse, aber es hat kaum Verkehr und so stört es wenig. Ab Passhöhe geht es auf Wirtschaftswegen noch 150m höher und dann auf feinen Trails nach Sedrun, wo wir gegen 14:30 eintreffen. Anschliessend besuchen wir das Bogn Sedrun und entspannen uns. Weil heute Nationalfeiertag ist, schliesst das Bad schon um 18:00, wir besuchen noch das lokale Fest und feiern mit. Unsere Unterkunft Hotel Solvia verwöhnt uns mit feinen Capuns und unterhält uns stilgerecht mit Akkordeon Musik. Die Zimmer sind grosszügig und das Frühstück ist in Ordnung.


02.08. Sedrun-Airolo 50km 1900hm

Nach dem Regen in der Nacht wieder ein sonniger Morgen. Die längst überflüssige Kaltwetterbekleidung schicken wir mit der Post nach Hause, das spart Gewicht. Wir sind auf Trails und Wirtschaftswegen zum Lukmanier unterwegs, die Strasse befahren wir nur wenige Kilometer ab Staumauer bis zum Ende der Galerie. Zum Passo dell'Uomo muss eine knappe Stunde geschoben werden, dann folgen wir dem Track von „Red Orbiter“ bis zum Ritomsee (die Gegend ist wirklich so schön wie immer geschrieben wird) und weiter nach Altanca. Das ist ein Trail Feuerwerk erster Güte und wird bei der Ankunft in Airolo gebührend gefeiert. Dort essen und nächtigen wir im Hotel des Alpes. Die Pizza ist lecker und das Frühstück gut.


03.08. Airolo - Ascona 86km 600hm

Ich habe meine Hausaufgaben nicht gemacht und die letzte Etappe nicht recherchiert. Vor 2 Tagen habe ich Biker getroffen, welche den Übergang von Airolo ins Maggiatal über den Passo Campolungo als sehr extrem beschrieben haben. Das wenige, das ich im Internet gefunden habe, veranlasste uns zur Umplanung. Anstatt potentielle 400hm rauf- und dann wieder runter zu schieben haben wir uns für Radfahren entschieden. Geschoben haben wir trotzdem etwa 1h, weil wir zwischen Airolo und Biasca einige Pfade ausprobiert haben, nicht immer erfolgreich. Eine Alternative wäre die Seilbahn zum Lago Tremorgio gewesen, welche auf der ursprünglichen Route knapp 1000hm spart und somit Energie für Schiebe- und Tragepassagen übrig lässt. Andererseits haben wir auf unserer Variante sicher einen deutlich höheren Spassfaktor gehabt. Viele Kilometer konnten auf Trails am Ufer des Ticino gefahren werden, in Wäldern ohne Gegenwind. Nur die letzten 15km vor dem Lago Maggiore waren mühsam. Gegen 17:30 haben wir das Ziel erreicht und das Ankunftsbier getrunken. In Ascona haben wir in der Residenca Palmanova übernachtet. Kein Highlight, aber ok. Abendessen gab es bei „Da Gina“ nebenan, sehr fein. Das Frühstück nahmen wir an der Promenade im Albergo Carcani, sehr empfehlenswert.


Fazit: Uns hat es gefallen, die Aufteilung der Etappen war gut (ginge aber auch in 7 Tagen). Schöne Landschaften, wenige aber für uns fahrbare Trails, gemütliche Abende und viel Wetterglück.
 

jimmy_bod

26t vorne Kraxla
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Hallo Tobias,

schöner Bericht :)
Die Tour liest sich sehr stimmig!
Ich starte morgen für 3 Tage ins Unterengadin. Scuol - Sta. Maria - Livigno - Scuol...

Viele Grüße, Jimmy
 

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Hallo @Tobias Maul
Danke für dein Bericht.
Freut mich wenn ich Dir helfen konnte mit dem GPS-Track vom Lukmanierpass bis Airolo.
Ab dem Muotathal wäre wahrscheinlich der Chinzigpass eher spannender gewesen.
Passo Campolungo ist nach mein Informationen nichts zum Biken.
Ab Airolo bis Bellinzona gibt es abwechslungsreiche Trails praktisch alles ohne Strassenverkehr und ab Bellinzona alles dem Veloweg folgend bis an den Lago Maggiore

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was habt ihr gegen den Pso campolungo? von Norden, also von Airolo rüber über den lago Tremorgia wirds wahrscheinlich schwierig. man müsste wohl von Osten über Dalpe hoch. da gehts ziemlich lange auf einem Forstweg bis etwa 1.800 m. bis etwa 2.100 m folgt ein steiler almweg mit schiebestücken.

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Die letzten 200 hm wären dann zum Tragen bis zum bivak- landschaftlich einmalig!
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Die Abfahrt ins valle Maggia ist bis auf das erste Steilstück vom Bivak oben praktisch ganz fahrbar.

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weiter unten fast ein kleines "Stilfserjoch". Wir sind an dem Tag entgegengesetzt von Fusio über campolungo runter nach Faido und dann noch über die "bassa di nara" nach Olivone. War alles ziemlich spannend und menschenarm.
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Nur so als Idee! kann man auch in 2 TaGEN machen.
 

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Passo Campolungo ist nach mein Informationen nichts zum Biken.
@p100473 Anscheinend liege ich hier falsch.
was habt ihr gegen den Pso campolungo? von Norden, also von Airolo rüber über den lago Tremorgia wirds wahrscheinlich schwierig. man müsste wohl von Osten über Dalpe hoch. da gehts ziemlich lange auf einem Forstweg bis etwa 1.800 m. bis etwa 2.100 m folgt ein steiler almweg mit schiebestücken.

Die letzten 200 hm wären dann zum Tragen bis zum bivak- landschaftlich einmalig!

Die Abfahrt ins valle Maggia ist bis auf das erste Steilstück vom Bivak oben praktisch ganz fahrbar.

weiter unten fast ein kleines "Stilfserjoch". Wir sind an dem Tag entgegengesetzt von Fusio über campolungo runter nach Faido und dann noch über die "bassa di nara" nach Olivone. War alles ziemlich spannend und menschenarm.
Dort oben bei der Alpe Campolungo via Dalphe / Passo Vanit - Capanna Leit war ich schon.

Bei der Cap. Leit - Hinten der Passo Campolungo

Einzig die Abfahrt vom Passo Campolungo ins Maggiatal nach Fusio kannte ich nur gemäss Fremdeinschätzung.
Gemäss dieser sei die Abfahrt nach Fusio nicht lohnend.
Was ABER gemäss deiner Beschreibung eine Fehleinschätzung ist.
Freue mich das hier zu lesen. Somit nehme ich den Campolungo Pass wieder in meine "to do" auf

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hallo orbiter,

wo ist denn der pso Vanit? Ist dies der übergang aus dem valle piumagna- in meiner karte namenloser übergang südlich cap. Leit mit 2.481 m?
Die Abfahrt vom campolungo ins valle maggia ist natürlich nicht sonderlich interessant. Du schiebst vom Bivak ca. 200 hm runter. Dann kommst du auf einen verfallenen almweg und nach weiteren 200 hm zu einer weiteren ALM. Von dort bis Fusio, also 800 hm Schotterweg bzw. später Teer. Wie gesagt: von W nach Ost ist der Übergang besser und hat gut in unsere tourenrunde gepasst. (s.a. unser Bericht hier unter "Schweiz cross 2017....") War so auch der Tipp vom local Alfio Cerini.

Ich denke, wir werden in der Gegend nächstes Jahr nochmals fahren. Da gibts noch einiges zum biken, obwohl viele uns davon abgeraten hatten. Deshalb bin ich immer an diesbzgl. Tipps interessiert. man braucht eben infos, was überhaupt machbar ist, da es ja keine "singletrail map CH" gibt.

Jetzt habe ich den pso vanit gefunden- da sind wir praktisch runter . habe deinen schönen tourenbericht gelesen. Gibts davon noch mehr aus dem Tessin?

Nur so als info : das valle Piumagna kennst du aber nicht, rauf oder runter?

SG
 

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