Trauer - kann nicht biken

bipus

forever young
Dabei seit
10. November 2003
Punkte für Reaktionen
28
Standort
Halle/S.
Hallo zusammen,

Ich habe unerwartet meine Frau verloren. Ich bin seit 3 Wochen im Sckockzustand. Eigentlich hätte ich jetzt Zeit auf dem Bike meine Trauer und meinen Schmerz zu verarbeiten. Mein Körper lässt das nicht zu. Ich schaffe es nicht, mich zu motivieren. Hat jemand Erfahrungen im Umgang mit Trauer und biken?

Bipus
 
Dabei seit
5. Januar 2017
Punkte für Reaktionen
69
Standort
Braunschweig
Mein aufrichtiges Beileid. Ich hoffe du findest den Anschluss an das Leben und dem Biken. Ich bin sogar davon ueberzeugt das man auch mit dem Biken einiges verarbeiten kann....Stress, "Alltagsproblemchen" und vielleicht sogar Trauer......Alles Gute!!!
 
Dabei seit
21. Juni 2015
Punkte für Reaktionen
2
Auch von mir mein aufrichtiges Beileid.
Eigentlich sind dafür grade die Ausdauersportarten recht gut geeignet, dem Kopf ein wenig Abwechslung zuzuführen.
Die Frage, oder der schwierige Punkt ist halt abzuschätzen, wie klar man im Kopf dabei schon ist. Grade beim Radfahren, wo man sich zwangsläufig auch mal im Strassenverkehr bewegt, ist eine zu grosse Ablenkung durch die bestehende Trauer ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Da würde es vielleicht erst mal reichen und helfen ein wenig joggen zu gehen. Womöglich auch zu zweit, dann hättest Du einen Aufpasser dabei.
 

Perlenkette

Mittendrin statt nur dabei
Dabei seit
11. Mai 2015
Punkte für Reaktionen
1.012
Standort
Westkante
Auch von mir herzliches Beileid!

Hat jemand Erfahrungen im Umgang mit Trauer und biken?
Ja. Meine Philosophie war, sich ungebremst und übermässig in den Sport zu stürzen. Auch nicht optimal.

Sckockzustand. Eigentlich hätte ich jetzt Zeit auf dem Bike meine Trauer und meinen Schmerz zu verarbeiten. Mein Körper lässt das nicht zu. Ich schaffe es nicht, mich zu motivieren
Du erkennst es quasi schon selbst, möglicherweise benötigst Du mentale Unterstützung, Trauerbegleitung oder etwas in der Art. Lass Dich zumindest mal beraten. Man kann sich mit Sport ablenken und es hilft auf jeden Fall; aber eine Therapie ist das nicht. Man verdrängt statt zu verarbeiten, Jahre später kann es Dich wieder einholen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Alles Gute!
 

Bindsteinracer

Rasender Raser ohne Rennerfolge/ B&B U.S. Bikes
Dabei seit
1. März 2012
Punkte für Reaktionen
690
Standort
Herbrechtingen
Mein Beileid
Als meine Mutter verstorben ist.
War ich eigentlich nur Klettern.
Die damals einzige Sportart,wo ich nur auf den Sport und nicht die Trauer fixiert war...
Such trotzdem Ablenkung.
Nur daheim rumhocken macht noch depressiver.
 

Hammer-Ali

Ich habe nix dagegen überholt zu werden. Leider..
Dabei seit
14. November 2016
Punkte für Reaktionen
1.822
Standort
Hamburg
Mein aufrichtiges Beileid @bipus

Ich denke alles braucht auch so seine Zeit.
Ich hab bisher "nur" ein paar Freunde und meine Eltern verloren. Mir hat es nie geholfen mich dann in den Sport oder sonst was zu flüchten, im Gegenteil. In solchen Zeiten ist es gut Freunde zu haben die auch zuhören können. Mir hat es geholfen darüber zu reden und was mir die Person bedeutet. Bis ich irgendwann soweit war die Situation zu akzeptieren. Was schon mal ein großer Schritt ist. Danach kann man sich auch gerne in Sport oder sonstwas stürzen.
 
Dabei seit
7. August 2005
Punkte für Reaktionen
485
Herzliches Beileid.

Versuch mal eine vertraute Person mit auf Tour zu nehmen. Wenn DU das Gefühl hast reden zu wollen, dann tu das. Ansonsten tut es gut dass jemand einfach nur dabei ist. Wenn ihr die ganze Zeit stumm nebeneinander her fahrt ist das auch in Ordnung.

Wenn du zwischendurch anhalten oder plötzlich alleine sein willst sollte das für deine Begleitung kein Problem sein.
 

urban_overload

Enduro für Arme
Dabei seit
17. Oktober 2016
Punkte für Reaktionen
438
Standort
Wien XVIII
Unbekannterweise herzliches Beileid.

Ich möchte mir nicht anmaßen zu behaupten, dass ich deine Trauer und deinen Schmerz nachvollziehen kann, denn das kann ich nicht, aber ich kenne - aus diversen anderen Gründen (Trennung, Unfall) - diese Blockade im Kopf und glaube, dass es die aus gutem Grund gibt. Wenn dir dein Kopf und unterbewusst dein Körper sagt, dass du nicht bereit bist, dann solltest du es nicht erzwingen. Ich weiß, es ist verlockend, aber ich habe das selbst einige Male erlebt, dass ein seelischer Ausnahmezustand massivst die Konzentration beeinträchtigt und das sehr schnell sehr gefährlich werden kann auf dem Trail. Gib und nimm dir Zeit. Suche das Gespräch - mit Familie, Freunden, auch Therapeuten/Psychologen. Ich wünsch dir alles Gute.

Nachtrag: Probier's erstmal mit Spazierengehen oder, wie von einem anderen User hier vorgeschlagen, Joggen/Laufen. Powert auch aus, aber ist bedeutend weniger riskant als Biken.
 

ghostmuc

Geländefahrradfahrer
Dabei seit
1. Oktober 2013
Punkte für Reaktionen
801
Erstmal Beileid.
Bei mir ist vor ziemlich genau einem Jahr völlig unerwartet meine Mutter gestorben.
Zuerst hab ich auch ein paar Tage gar nix machen können. Dann war ich erstmal laufen, und damals war es das beste was ich machen konnte. Rennen, und den ganzen Schmerz abreagieren "Rausrennen"

Und ich habe für mich eine "schöne" Möglichkeit gefunden wie ich das ganze jetzt immer noch verarbeite. Ich war mit meiner Mutter auch oft in den Bergen unterwegs. Seitdem sie gestorben ist, nehme ich von jedem Berg den ich erklimme einen kleinen Stein mit. Hat mir schon oft Kraft gegeben, quasi mit ihr, für sie den Berg raufzukämpfen.
Mittlerweile hab ich da ne ganz schöne Sammlung beinand, die daheim in einer Schale steht.

Vielleicht fällt dir ja auch so ein "Ritual" ein das dir hilft und Kraft gibt
 

FZ1

Dabei seit
31. März 2016
Punkte für Reaktionen
43
Standort
Abdeckerei
....auch mein Beileid. Mein Tipp , nicht alleine sein/bleiben.
Laufen halte ich auch für Sinnvoller (ist nicht so gefährlich). Beim Laufen kann man auch mal für Sekunden träumen, beim Rad fahren nicht so gut. Und immer mit Kollege/n. Das reden und auf andere achten lenkt halt ab.
Wünsche Dir viel Kraft.

Ps. das Bike wir auf Dich warten, egal wie lange Du brauchst.
 
Dabei seit
29. Juni 2008
Punkte für Reaktionen
2
Standort
Baden-Baden
Mein Beileid...
Würde weiter biken, aber kein Trail natürlich wie vorher. Schau mehr einfach nach rechts und links, bike einfach Runden und Distanzen die dir gut tun.
Triff dich mit alten Bike-Freunden, schau vielleicht nach einer Bikegruppe oder Bikeverein in deiner Nähe, mit der du dein Hobby teilen kannst.

Grüßé...
 

Berganbeter

Fahrer eines der weltbesten Fatbikes
Dabei seit
1. September 2016
Punkte für Reaktionen
652
Standort
Wien 21.
Mein Beileid Bipus! Ich möchte dir nur Mut machen wenn du es alleine nicht hinkkriegst dir alle Hilfe und Beistand zu holen die man bekommen kann. Pfeiff auf : hey, ich bin ein Mann, ich darf doch nicht heulen und traurig sein!
Ist keine Schwäche oder Versagen, sondern eine extreme seelische Belastung die nicht jeder einfach so wegstecken kann wie es vielleicht Andere von dir erwarten! Jetzt zählst nur du und deine Gesundheit und dein weiterer Weg! Nimm dir Zeit für dich, gute Gespräche wirken wunder. Und man glaubt immer das das Niemand versteht wie es dir jetzt geht. Das stimmt so nicht: es gibt viel mehr Menschen mit offenen Herzen und Ohren als man denkt.
Liebe Grüsse und viel Kraft sende ich dir aus Wien!
 

bipus

forever young
Dabei seit
10. November 2003
Punkte für Reaktionen
28
Standort
Halle/S.
Ich bin sehr ergriffen von der Anteilnahme hier im Forum. Nochmals vielen Dank an Euch.
Ja, es ist unbeschreiblich einen plötzlichen Tod eines sehr nahen Menschen zu verarbeiten. Das bisherige eigene Leben erfährt eine Vollbremsung. Alle Dinge und Werte werden zur Nebensache. Man funktioniert im Überlebensmodus. Es muss aber weiter gehen, und es wird weiter gehen. Nur wann?

Ich wünsche Euch eine gutes und glückliches Leben - ab und an muss man sich daran erinnern. Es könnte auch anders laufen.

Bipus
 
Dabei seit
28. Februar 2019
Punkte für Reaktionen
4
Standort
Herzogenrath
Hallo Bipus,
meine Frau ist 2001 verstorben,ging alles sehr schnell.Ich kann dich also sehrgut verstehen.Ich konnte es damals alleine nicht Daheim aushalten,da bin ich verückt geworden. Ich bin dann sehr viel mit dem Bike unterwegs gewesen,mir hat der Sport über vieles hinweggeholfen,ist aber jeder wahrscheinlich anders,ich wünsche dir viel Kraft mit der Situation einigermaßen fertig zuwerden,wird lange dauern

Gruß

Hans
 

LautSprecher

Anhyong-Higaseyo
Dabei seit
24. Januar 2007
Punkte für Reaktionen
40
Standort
Stuttgart
Ich möchte jetzt nicht zu präzise werden aber das Biken hat mir in schweren Zeiten schon viel geholfen. Vermutlich hat es an manchen Tagen sogar mein Leben gerettet.

Das schwierige ist nur daran sich selber zu überwinden und sich mit (fast) allen Mitteln auf den Sattel zu bewegen, ist man erstmal im Tritt, läuft es wie von allein und im Nachgang ist man noch zufriedener sich selber überwunden zu haben - auch die Zeit auf dem Sattel kann man gut zum konstruktiven Denken nutzen. Auch wenn nichts konstruktives bei rum kommt, immerhin war man an der frischen Luft.

Wünsche dir viel Kraft - sowohl um der Trauer zu begegnen und auch dir selber immer wieder erfolgreich der Herausforderung(en) die eine solche Lebensphase mit sich bringt zu stellen. Zusätzlich möchte ich noch anmerken das es gewiss keine Schande ist sich in solchen Situationen auch in professionelle Hilfe zu geben, ehrlich gesagt empfinde ich das sogar als ersten (starken) Schritt in eine Zukunft mit schönen Erinnerungen und vielen positiven Dingen die noch kommen werden.

Robin
 
Oben