„Unsere Wälder sind krank”: Besorgniserregende Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2020

„Unsere Wälder sind krank”: Besorgniserregende Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2020

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Wie geht es den Wäldern in Deutschland? Wer in den letzten Jahren mal an der frischen Luft war, der wird festgestellt haben: Es sieht eher schlecht aus. Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2020 bestätigen das nun.

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„Unsere Wälder sind krank”: Besorgniserregende Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2020
 
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Als Sohn eines Wald-Bauern kann ich das bestätigen. Und wäre ja schon schön, wenn die Menschen ihren Müll aufräumen.
Gegen das Klima und die Natur kann man nicht viel machen, außer selbst verantwortungsbewusster zu sein.
Leider sieht die deutsche Politik die falschen Subventionen vor und diese kommen selten an.
Mein Vater ist jedenfalls unfassbar oft im Wald und kümmert sich um die Borkenkäfer - unser Waldnachbar nie! Geil, wenn die dann zu uns rüberfliegen. Da muss mehr Support an die Waldbesitzer gelangen; dann könnte man das besser angehen.
 
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So lange mit Monokulturen wieder aufgeforstet wird (was teilweise und erschreckender Weise immer noch geschieht), wird sich nichts verbessern im Gegenteil. Das beste wäre gewesen, man hätte auch nicht alles weggerodet, sondern man hätte es einfach der Natur überlassen. Am Ende setzt sich ein recht gesunder Mischwald mit großer diversität durch. Dass das funktioniert, sieht man im Bayerischen Wald. Nur bewirtschaftet wird es dann halt nicht.
Ich bin auch überzeugt, man kann noch sinnvoll bewirtschaften, nur von dem schnell wachsenden Stangenwald wird man sich verabschieden müssen.
Ich weiß inzwischen geht es auch Buchenwäldern schlecht, aber im Grunde sind auch das unnatürliche Monokulturen, vor langer Zeit angelegt, oder mit menschlichem Einfluss entstanden. Deutsche Urwälder sahen anders aus. Die existieren tatsächlich nur noch auf einer Fläche von unter 1% der bewaldeten Flächen in Deutschland. Solche oder ähnliche Wälder vertragen aber auch das heutige Klima noch ganz gut.
 
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Schlimm, dass nun auch wieder verstärkt auf den MTBikern herum geprügelt wird obwohl die absolut nichts mit dem Problem zu tun haben
Wo? In dem Bericht ja nicht.

Das beste wäre gewesen, (...) man hätte es einfach der Natur überlassen. Am Ende setzt sich ein recht gesunder Mischwald mit großer diversität durch.

Solche oder ähnliche Wälder vertragen aber auch das heutige Klima noch ganz gut.
Leider ist das vielerorts in unseren Breitengraden nicht mehr so. Viele Baumarten, die bisher für gute und gesunde Mischwälder geeignet gewesen wären, können dem Klimawandel nichts mehr entgegensetzen. Das ist mitunter ein Grund für den schlechten Zustand der Wälder, zusammen mit der Bewirtschftungspolitik (Monokulturen etc.).
Es wird schon lange fieberhaft an Alternativen zu den heimischen Bäumen geforscht, die besser mit Trockenheit und veränderten Temperaturen zurechtkommen. Leider dauert das recht lange und endgültige Ergebnisse wird es wohl auch nicht geben, da sich das gesamte System schneller ändert als man forschen kann.
Sicher ist das schlechteste was man machen kann, großflächig Fichtenmonokulturen zu pflanzen. Die haben die geringste Chance. Mischwälder, auch mit Bäumen, die an der Grenze ihrer klimatischen Toleranz sind, sind in jedem Fall besser.
 
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Ich weiß inzwischen geht es auch Buchenwäldern schlecht, aber im Grunde sind auch das unnatürliche Monokulturen, vor langer Zeit angelegt, oder mit menschlichem Einfluss entstanden. Deutsche Urwälder sahen anders aus. Die existieren tatsächlich nur noch auf einer Fläche von unter 1% der bewaldeten Flächen in Deutschland. Solche oder ähnliche Wälder vertragen aber auch das heutige Klima noch ganz gut.

Das ist nicht ganz korrekt - der Buchenwald in seinen verschiedenen Variationen ist die potentielle natürliche Vegetation für fast ganz Deutschland. In Deutschland gibt es auch schon lange keinen Urwald mehr.

Das eigentlich traurige an der ganzen Entwicklung ist die Unfähigkeit aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Es soll wieder aufgeforstet werden (diesmal weiss man aber wirklich welche Baumarten gut passen) und Geld gibt es für (noch) effizientere Technik...

Das Gute ist, dass es immer irgendeine Art von Wald in DE geben wird, er wird dann nur nicht mehr so attraktiv für die Holzwirtschaft sein. Aus Sicht des Waldbesuchers/MTBlers finde ich die aktuelle Entwicklung ohnehin gut, da die neuen Wälder (sofern keine angelegten Monokulturen) "schöner" sein werden als das was vorher da stand.

Ich finde es allerdings top, dass dieser Artikel hier erscheint :daumen:
 
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Bäume die umfallen, dürfen nicht abtransportiert werden, die sind ein wichtiger Feuchtigkeitsspeicher....so fängt das mal an, überall da wo die umgefallenen Bäume noch liegen kann man sehen dass der Wald wesentlich dichter ist. Klar ist das kein Nutzwald mehr, wer einen Nutzwald unterhält darf halt nicht klagen..das ist wie mit den Fischern am ausgetrockneten See...irgendwann ist halt Schluss wenn man endlos ausbeutet.
 
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Bewirtschaftung soll gefördert werden. Noch fragen? Ist der Wald kaputt, sind natürlich die Bürger schuld. Kennen wir Mountainbiker ja nur zu genüge. Immer die gleichen langweiligen Argumente. Und das nur, weil man aus dem Wald so viel Geld wie möglich ziehen will. Geht beim Harvester ja schließlich auch nie um Naturschutz sondern immer nur um den Profit.
Auch dieses Radikale abholten find ich fraglich. Inn Südamerika sind wir gegen das abholzen des Regenwaldes wegen Bodenerrosionen während hier gigantische Wälder komplett abgeholt werden. Hab ich neulich erst entlang der A45 gesehen wo ein kompletter Hang einfach kahl geschlagen wurde.
 
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Lauter Forstwirtschafts- und Waldökologieexperten hier. In einem MTB Forum. Alter!

So krass kompliziert ist die Natur nicht. Sie hat ihre eigenen Gesetze. Jeglicher menschlicher Eingriff schadet meist mehr als es Nutzen erzielt.

Edit: & wenn man sich das zu Herzen nimmt, lässt es sich bestimmt trotzdem gut im Wald wirtschaften.

Außerdem braucht man keine Forstwirtschaftler sondern Forstwissenschaftler. Aber das kennt man ja von vielen politischen Themen, dass Wissenschaft getrost ignoriert wird.
 
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So lange mit Monokulturen wieder aufgeforstet wird (was teilweise und erschreckender Weise immer noch geschieht), wird sich nichts verbessern im Gegenteil.
Ich kenn da eine weitläufige Gegend wo es zum Glück nicht passiert. Es findet allerdings auch vorher erst gar keine Flächenrodung statt. Der Wald wird nur ausgelichtet, es dringen wieder Licht und Wasser bis zum Waldboden und in den letzten Jahren sieht man einen wunderbar dichten Mischwald nachwachsen. Pflanzungen werden natürlich auch dort durchgeführt, aber nicht in Massen und Reih und Glied, sondern es werden hauptsächlich fehlende Baumarten gepflanzt und die Setzlinge sehr schön verstreut im Wald verteilt.

Ich weiß inzwischen geht es auch Buchenwäldern schlecht, aber im Grunde sind auch das unnatürliche Monokulturen, vor langer Zeit angelegt, oder mit menschlichem Einfluss entstanden. Deutsche Urwälder sahen anders aus.

Glaube ich fast nicht. Wenn man mal einen lichten Wald gesehen hat, wo auch nur wenige einzelne Buchen stehen, innerhalb weniger Jahre bildet sich da ein undurchdringlicher Buchenbestand aus. Ohne menschliches Zutun würde das "Unkraut" Buche ungehemmt die Oberhand gewinnen sofern ihr der Standort passt.

Lauter Forstwirtschafts- und Waldökologieexperten hier. In einem MTB Forum. Alter!
Vielleicht keine Experten, aber sicher sehr gute Beobachter. Der MTBler bevorzugt ja den Wald, ist dort über Jahre und Bestandsübergreifend unterwegs und hat daher sicher einen besseren Überblick, als der Waldbauer, der nur seinen eigenen kleinen Bestand vor Augen hat.
 
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Der Druck auf den Wald wächst halt auch insofern, das es im Sinne der Nachhaltigkeit, immer mehr aus Holz gebaut werden soll.
München denkt z.B. über eine Holzhausquote nach.
Beton ist einer der klimaunfreundlichste Baustoff. Dadurch explodieren die Preise und abholzen rentiert sich für einige, aber idr. nicht für den kleinen Waldbauern.
Es sind mittlerweile auch andere Baumarten als Fichten betroffen.

Das da für den Druck ein Ventil gesucht wird, ist verständlich, es trifft aber oft die falschen.

Selbst in den Nationalparks wird gut geholzt.

 
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Wo? In dem Bericht ja nicht.




Leider ist das vielerorts in unseren Breitengraden nicht mehr so. Viele Baumarten, die bisher für gute und gesunde Mischwälder geeignet gewesen wären, können dem Klimawandel nichts mehr entgegensetzen. Das ist mitunter ein Grund für den schlechten Zustand der Wälder, zusammen mit der Bewirtschftungspolitik (Monokulturen etc.).
Es wird schon lange fieberhaft an Alternativen zu den heimischen Bäumen geforscht, die besser mit Trockenheit und veränderten Temperaturen zurechtkommen. Leider dauert das recht lange und endgültige Ergebnisse wird es wohl auch nicht geben, da sich das gesamte System schneller ändert als man forschen kann.
Sicher ist das schlechteste was man machen kann, großflächig Fichtenmonokulturen zu pflanzen. Die haben die geringste Chance. Mischwälder, auch mit Bäumen, die an der Grenze ihrer klimatischen Toleranz sind, sind in jedem Fall besser.
ich habe in dem zusammenhang einen fernsehbeitrag gesehen, in dem es hieß, dass laut forschungsergebnissen naturbelassene wälder mit den klimaveränderungen viel besser klarkommen als die bewirtschafteten wälder. in einem anderem beitrag hieß es, dass er ein völlig falscher weg sei, neue baumarten für den heimischen wald zu suchen und dass heimische arten, sofern richtig umgesetzt, die bessere lösung seien.
 
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Wie siehts bei euch im Wald aus? Und was könnte man tun, damit es dem Wald wieder besser geht?

Natürlich siehts bei uns im Taunus beschissen aus. Die Bilder von eurem Bericht kommen ja schließlich von dort. Aber was können wir als Individuen tun, damit es dem Wald besser geht? Abwarten, was nach dem Kahlschlag neues gepflanzt wird, dann in Trockenperioden 1 L Wasser extra einpacken und Setzlinge gießen, oder z.B. statt die Hecke / Baumstamm mal einen Setzling anpinkeln... I don't know. Letztendlich entscheidet das auf Landesebene die Forstbehörde, bei uns ist das in Kassel. Wäre doch mal eine redaktioneller Beitrag der MTB-News wert: Ihr befragt nicht uns, sondern mal die Forstbehörden und gebt das Feedback als Bericht wieder...
 
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Anfangs 80er Jahre war das "Waldsterben" in den Medien ein Thema fast so wie heutzutage Corona.
Da bin ich eigentlich erstaunt, dass es nach 40 Jahren zum guten Glück immer noch recht viel Wald hat.
Hatte mir das damals in der Kindheit anders ausgemalt.

Dabei war nie die Rede von Regenwald.
 
D

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Guest
Schlimm, dass nun auch wieder verstärkt auf den MTBikern herum geprügelt wird obwohl die absolut nichts mit dem Problem zu tun haben
Wo genau steht das?
Und wäre ja schon schön, wenn die Menschen ihren Müll aufräumen.
Was genau bestätigen?
Lauter Forstwirtschafts- und Waldökologieexperten hier. In einem MTB Forum. Alter!
I hatte mal ne Tanne, i weiß bscheid.

Boh wenn i scho Klöckner les ... was für Reifen taugen was auf Sand?
 
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Wie siehts bei euch im Wald aus? Und was könnte man tun, damit es dem Wald wieder besser geht?

in Österreich ist der Wald ein Arbeitsplatz. Dementsprechend wird auch damit umgegangen. Alles wird plat gefahren um den letzten Ast raus zu holen. Weiter sind es nur Fichten, Fichten und Fichten damit der Gewinn schon hoch ist. Was gibts dazu weiter noch zu sagen.....
 
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Was ich beim Thema Waldsterben nicht verstehe: Versteht man darunter das Sterben der forstwirtschaftlich nutzbaren und erfassten Bäume, also ein "Forststerben" im engeren Sinn? Oder geht man davon aus, dass tatsächlich "Der Wald" an sich stirbt? Was würde dann dem Wald folgen? Wohl kaum eine Steppe oder Wiese. Ich persönlich glaube, dass sich mit dem Sterben einiger Baumarten die Vegetation ändert, aber ein naturbelassenes Grundstück verwaldet auch bei Borkenkäfer und Trockenheit mit der Zeit. Kann man bei brachliegenden Grundstücken gut beobachten.
 
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Interessanter Bericht zum Thema
 

Livanh

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Was ich beim Thema Waldsterben nicht verstehe: Versteht man darunter das Sterben der forstwirtschaftlich nutzbaren und erfassten Bäume, also ein "Forststerben" im engeren Sinn? Oder geht man davon aus, dass tatsächlich "Der Wald" an sich stirbt? Was würde dann dem Wald folgen? Wohl kaum eine Steppe oder Wiese. Ich persönlich glaube, dass sich mit dem Sterben einiger Baumarten die Vegetation ändert, aber ein naturbelassenes Grundstück verwaldet auch bei Borkenkäfer und Trockenheit mit der Zeit. Kann man bei brachliegenden Grundstücken gut beobachten.
Da kommts jetzt halt drauf an welchen Bericht du zu was liest. Generell wird der Klimawandel alles Betreffen. Härter und schneller wird es schlecht bewirtschaftete Flächen treffen.

Was wo wachsen wird ist sehr schwer vorherzusagen. Dazu gibts erstens noch wenig Forschung, weil sowas einfach ein großer Zeit und Arbeitsaufwand ist.
Auch kommt es selbst auf einer so kleinen Fläche wie Deutschland schon sehr drauf an, wo man nun hinschaut was die Vorhersagen Betrifft. Für Süddeutschland reichts von sowas wie nördliches Italien,Croatien oder ähnliches. Sprich mehr "Gebüsch" und karger Wald. In Klimamodellen die von mehr als 2-3° ausgehen (was für Teile Dtls inzwischen sehr wahrscheinlich ist) kann man sich auch sowas wie Pakistan oder Afghanistan vorstellen. Sehr trockene heisse Sommer, starke aber konzentrierte Niederschläge im Herbst/Frühling, mit länger anhaltenten Kaltperioden. Dementsprechend muss man eben überlegen was da dann wachsen würde. In jedem Fall wird es anders aussehen.
Mit denen Beispielen ist ausdrücklich nur eine Vorstellung gemeint, die geographischen und klimatischen Bedingungen sind eben überall anders. Aber anhand von Klimamodellen kann man halt schaun was bei ähnlichen Verhältnissen wo anders gedeit.
 
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ich kann das buch von peter wohlleben "der wald ein nachruf" empfehlen oder die masterarbeit von tobias jäger (2012) an der eth zürich. dort wird sehr eindrücklich beschrieben, was dem waldboden bei der konventionellen "baumernte" angetan wird.
 
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