Variostütze und DropLock Remote am Supercaliber nachrüsten

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11. April 2007
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Odenwald
Hallo zusammen,

ich möchte Euch hier von einer kleinen Umbauaktion an meinem Trek Supercaliber berichten.

Ich habe eine BikeYoke Divine 160 nachgerüstet. Ein zusätzlicher Schalthebel für die Variostütze kam für mich nicht in Frage. Daher habe ich mir einen Bontrager DropLock Remote geholt, der den Lockout von Federgabel und Dämpfer mit der Bedienung der Variostütze kombiniert.

Der DropLock Remote war dann aus mehreren Gründen der Flaschenhals: Zum einen betrug die Lieferzeit ein halbes Jahr. OK, dieses Problem konnte durch etwas Geduld quasi von alleine gelöst werden.

Zum anderen wollte ich den DropLock Remote an den Bremshebel anbauen (Shimano XT M8100, also I Spec EV). Das war mit frei erhältlichen Mitteln nicht so einfach möglich. Ich habe mir von BikeYoke einen I SPEC EV-Adapter besorgt, doch der und der DropLock Remote sind nicht direkt miteinander kompatibel.

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Die einfachste Lösung wäre wohl das Entfernen der Nase am DropLock Remote gewesen. Damit wäre aber eine Nutzung mit der originalen Schelle nicht mehr möglich. Daher habe ich mich gegen diese Lösung entscheiden.

Dann also zur herausfordernderen und letztlich erfolgreichen Lösung: Zunächst durfte der I SPEC-Adapter ein paar Federn lassen.

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So ging es noch nicht, da die Löcher der Verschraubung nicht fluchteten und ich an dem Adapter kein Material mehr wegnehmen konnte.

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Also musste ein Zwischenstück her. Tja, was macht man, wenn man gerade keinen Alu-3D-Drucker zur Hand hat? Auf die gute alte Art aus dem Vollen schleifen, feilen, sägen, bohren.

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Das Ergebnis kann sich einigermaßen sehen lassen. Wobei ich jetzt noch wärmere Temperaturen abwarte (dauert wohl nicht mehr lange), um den angeschliffenen Adapter und das Zwischenstück schwarz lackieren zu können.

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Dann zum Einbau der Variostütze selbst: Hier liegt die Herausforderung lediglich bei der inneren Zugführung im Rahmen. Neulich gab es mal einen Bericht über ein Internal Routing Kit von Birzman. Ich hab das Pendant von Jagwire.

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Kostet nur die Hälfte und funktioniert eigentlich recht einfach: den kleinen Magneten aufs Schaltzughüllenende schrauben, dann am Unterrohr einfädeln und mit dem großen Magneten am Rahmen entlangführen.

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Das geht super bis zum Übergang ins Sitzrohr. Da ist dann Schicht im Schacht, da die Haltekraft der beiden Magnete nicht ausreicht, um die Hülle durch den engen Übergang hochzuziehen. Tja was nun? Ich hab einfach das gleiche Prinzip mit einem weniger störrischen Kabel angewandt, d.h. was Magnetisches (in meinem Fall eine kleine Mutter) an eine Schnur gebunden, und das andere Ende der Schnur an der Hülle befestigt. Hier hat mir der Einfädeladapter vom Jagwire Routing Tool geholfen, denn ohne den wäre der Knoten mit Sicherheit durchgerutscht.

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Einen Knackpunkt gab es dabei dennoch: Unten am Übergang vom Unterrohr zum Sitzrohr habe ich die Mutter auch nicht von außen mit dem Magneten geführt bekommen. Zum Glück hat das Jagwire Routing Tool eine Öse. Dann konnte ich es mit etwas Schnur ins Sitzrohr ablassen.

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Ab da war alles blitzschnell erledigt: Schnur durchziehen, Schaltzughülle nachziehen, richtig ablängen, Zug nachziehen und ablängen, Tonne ans Ende schrauben, in Variostütze einhängen und Variostütze einstecken. Und dann feststellen, dass man vorne am Lenker die Hülle in der falschen Reihenfolge in das existierende Kabelgewirr einsortiert hat. Aaarrghh! Na gut, das ist mehr ein optischer Mangel, ging aber für mich gar nicht. Also nochmal raus mit der Stütze, die Tonne runter, den Zug zurückziehen. Dann die Hülle richtig einsortieren und (war ja klar) feststellen, dass der gekappte Zug schon zu arg aufgedröselt ist, um ihn erneut einzubauen. Zum Glück hatte ich noch nen neuen Zug in der Ersatzteilesammlung und so war der finale Einbau schnell vollbracht.

Zum Schluss noch was für die Optik am Lenker.

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Und…Tadaaa: fertig ist der Spaß.

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Die 160 mm Verstellweg sind für mich ausreichend, zumal es mit der 185er Variante im Sitzrohr aufgrund des Flaschenhalters eng geworden wäre. Und so kann ich die Stütze auch mit Satteltäschchen voll einfahren.

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Ein paar persönliche Eindrücke noch zu den Teilen:

Der DropLock Remote hat ja zwei Hebel. Den oberen für das gleichzeitige Betätigen der Lockouts von Federgabel und Dämpfer, und den unteren für die Variostütze. Die Betätigungskraft für den unteren Hebel der Variostütze wird nur durch die Variostütze selbst und die Reibung des Zugs vorgegeben. Der Hebel selbst läuft ohne Feder. Beim oberen Hebel wurde von Bontrager eine Feder verbaut, die nichts für schwache Nerven, äähh Daumen ist. Hier im Forum habe ich schon vorher was dazu gelesen, aber das Selbsterlebnis ist nochmal ne Nummer härter. Bin mal gespannt, wie der Daumen nach 1.000 km aussieht. Arnie wird neidisch werden.

Die BikeYoke Divine gefällt mir (derzeit noch ohne große Kilometererfahrung) in mehrfacher Hinsicht:

Der Einbau ist dank der klar verständlichen Anleitung sehr einfach. Lediglich die Zugführung kann ungeübte Schrauber (ich meine jetzt nicht mich 😉 ) zum Verzweifeln bringen. Aber das gilt ja bei allen anderen Herstellern genauso.

Die Optik und Haptik der Divine ist sehr ansprechend.

Ich kann beim Draufsitzen kein Nachgeben feststellen.

Das Einfahren braucht weniger Kraft, als ich erwartet hatte. Es ist meine erste Variostütze und ich habe wegen der Losbrechkraft geschwankt zwischen der (nicht selbständig entlüftenden) Revive, die leichtgängiger funktionieren soll, und der Divine. Ich denke, es war die richtige Entscheidung.

Das Ausfahren klappt flott und mit einem klar definierten „Klack“ am Ende des Wegs.


Bis jetzt bin ich mit dem Gesamtpaket sehr zufrieden. :daumen:

Vielleicht gefällt’s auch Euch und hilft jemandem bei der Entscheidung.
 

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