XCO Pro Talk

Naja, MvdP brauchte schon recht lange, um im XCO Fuß zu fassen.
Das Problem ist ja, dass die „Fokussierten“ tlw mehr als eine Liga unter den beiden Dominatoren des Tages angesiedelt sind. Nicht aus Mangel an Talent, sondern in Ermangelung von Support. MvdP hat keinen Stress was seine Zukunft angeht und auch Pidcock wird bei Ineos alle erdenklichen Möglichkeiten haben. Ein vergleichbares finanzielles Ruhekissen dürfte im gesamten Feld sonst nur Nino haben.
Da hast Du kommerziell sicher Recht, aber welcher Support? Medizinisch kann ich mir ja noch vorstellen (auch wenn ich es nicht hoffe), aber die Fokussierten sollte doch auch genug Zeit und Trainingsprogramme haben. Warum reicht es dennoch nicht , den Teilzeitfahrern Paroli zu bieten?
 
Da hast Du kommerziell sicher Recht, aber welcher Support? Medizinisch kann ich mir ja noch vorstellen (auch wenn ich es nicht hoffe), aber die Fokussierten sollte doch auch genug Zeit und Trainingsprogramme haben. Warum reicht es dennoch nicht , den Teilzeitfahrern Paroli zu bieten?
Kein Trainingsprogramm der Welt macht dich stärker, wenn du nicht ruhig schlafen kannst, weil du dich um deine Sponsoren kümmern musst, nebenbei studierst, nicht weißt, wo du in den nächsten Jahre dein Geld verdienen wirst...
Schon ein Fahrer wie Flückiger wird nicht mal eben mit dem gesamten Staff drei Mal im Jahr nach Teneriffa zum TL fliegen können, hat keine Köche, die ihn während der Rennen versorgen und auch die medizinische Abteilung von Thömus -die es wahrscheinlich nicht gibt- wird nicht der von Dave B. gleichen. Und damit meine ich gar nicht die Versorgung mit TUEs oder irgendwas Illegalem.
Auf einem anderen Niveau kenne ich das doch von mir selbst: Stress im Job, brüllendes Kind, zeternde Frau, schlaflose Nächte: direkt 20% Leistung weg. Als Student war das einfacher...
Die Bedingungen für Höchstleistungen sind bei den Topfahrern, die aus dem Straßensport emigrieren einfach besser.
 
Die MTBer könnten sich um ein Team bemühen, wie es Ciclismo Mundial für die weiblichen Crosser darstellt. Ein paar Rundfahrten auf PRO/WT-Niveau sollten so manches Bein locker machen. Heutzutage werden Neulinge oder Unbekannte auf der Straße auch nicht mehr grundsätzlich abgelehnt - im Gegenteil.

Nichts, was man so eben aus dem Boden stampft aber die Faszination MTB würde sicher den einen oder anderen Euro der Sponsoren locker machen.
 
Würde das ohne Van der Poel gar nicht mitbekommen. Seitdem schau ich das .

Es ist und bleibt eben ein Randgruppensport, bei dem Aufwand und Nutzen in einem ganz schlechten Verhältnis stehen .... Allein um regionale "Hobbyrennen" zu gewinnen sind viele, tausende Trainingskilometer notwendig. Mal abgesehen von den derzeitigen Preisen für Bikes und deren Ersatzteile....
 
Ich denke dass die beiden Multi-Rockets so dominant sind liegt mM schlicht an deren Stärke und Talent, nicht an Team und Umfeld. Das sind einfach Ausnahme-Fahrer. Ich glaube nicht dass sich die Top15 der etatmäßigen XCO-Piloten schlechter vorbereitet als die beiden - im Gegenteil, für die ist der Fokus auf WC/WM/Olympia klipp und klar, und die müssen nicht die Periodisierung für Höhepunkte in 3 Disziplinen unter einen Hut bekommen.

Andersrum müsste man ja auch fragen ob die arrivierten Straßen-Pros seit Jahren irgend etwas falsch machen, wenn plötzlich da 2, 3 Boys aus dem Matsch auftauchen und allen hinten rein treten.

Das Ganze ist momentan vielleicht um so drastischer weil die bisherigen Lords (Schurter, Absalon, Kulhavy) ihren Zenit überschritten oder bereits aufgehört haben. Vor 5 Jahren mit einem Schurter auf seinem Höhepunkt und einem Absalon im 2. Frühling wäre das wohl weniger „einfach“ und deutlich gewesen.

So leiten die beiden gewissermaßen den Generationenwechsel mit der Brechstange ein.

Zu gestern: enorm erstaunt hat mich auch Pidcocks technische Überlegenheit - der ist in den letzten beiden Runden den Expert Climb hochgekurbelt als wäre da nix 😮
 
Ich denke dass die beiden Multi-Rockets so dominant sind liegt mM schlicht an deren Stärke und Talent, nicht an Team und Umfeld. Das sind einfach Ausnahme-Fahrer. Ich glaube nicht dass sich die Top15 der etatmäßigen XCO-Piloten schlechter vorbereitet als die beiden - im Gegenteil, für die ist der Fokus auf WC/WM/Olympia klipp und klar, und die müssen nicht die Periodisierung für Höhepunkte in 3 Disziplinen unter einen Hut bekommen.

Andersrum müsste man ja auch fragen ob die arrivierten Straßen-Pros seit Jahren irgend etwas falsch machen, wenn plötzlich da 2, 3 Boys aus dem Matsch auftauchen und allen hinten rein treten.

Das Ganze ist momentan vielleicht um so drastischer weil die bisherigen Lords (Schurter, Absalon, Kulhavy) ihren Zenit überschritten oder bereits aufgehört haben. Vor 5 Jahren mit einem Schurter auf seinem Höhepunkt und einem Absalon im 2. Frühling wäre das wohl weniger „einfach“ und deutlich gewesen.

So leiten die beiden gewissermaßen den Generationenwechsel mit der Brechstange ein.

Zu gestern: enorm erstaunt hat mich auch Pidcocks technische Überlegenheit - der ist in den letzten beiden Runden den Expert Climb hochgekurbelt als wäre da nix 😮
Nö, Team/Umfeld und Talent sind zwei Seiten einer Medaille. Das ist simple Marktlogik. Die besten Fahrer werden unterstützt und gefördert, die anderen müssen ums Überleben kämpfen. Am Ende gibt es eine Oligopolsituation. Ist beim Fußball ja nicht anders.
 
Diese „Marktlogik“ allein pumpt aber auch nicht mehr Watt auf‘s Pedal 😉

Ich sprach für die Top 15 - denke da sind Support und die Möglichkeiten bestimmt auf ähnlichem Niveau.

Ich denke da liegt der Unterschied zu den Straßenteams vor allem in der Dicke des monatlichen Schecks.
 
Am meisten verwundert mich, dass Pidcock und MvP so eine enorme Bandbreite abdecken und über das Jahr sehr viele sehr unterschiedliche Rennen fahren. Ggf. ist das aber auch ein Erfolgsgeheimnis der beiden im Vergleich zu den XCO-Spezialisten. Über das Jahr sammeln die XCO-Spezialisten im Vergleich sehr viel weniger Rennkilometer.
Was mir auch aufgefallen ist: Das Feld hinter den Top 5 ist ziemlich durcheinandergewürfelt. Avanchini, Kerschbaumer, Marotte, Koretzky, Forster, Andreasen... haben doch sehr starke Leistungsschwankungen. Früher war weniger Dynamik in den Ergebnislisten. Top 10 Fahrer konnten sich über die Saison auch einigermaßen stabil in den Top 10 halten.
 
Die starken Schwankungen fallen in der Tat auf.

Vielleicht ist das auch ein Stück weit der Tatsache geschuldet, dass seit vergangenem Frühjahr vieles anders läuft als gewohnt (Rennen, Trainingslager etc.). Dazu viele Teamwechsel mit veränderten Strukturen; evtl. muss sich da auch noch einiges einschleifen.
 
Nö, Team/Umfeld und Talent sind zwei Seiten einer Medaille. Das ist simple Marktlogik. Die besten Fahrer werden unterstützt und gefördert, die anderen müssen ums Überleben kämpfen. Am Ende gibt es eine Oligopolsituation. Ist beim Fußball ja nicht anders.
da bin ich ein bisschen bei @Schmal, die drei von der Crossstelle sind ja schon ewig als Ausnahme bekannt und haben ja quasi auch den etablierten, best-unterstützten Straßenpros amtlich einen in den Allerwertesten verpasst zB bei den Klassikern.
Wird halt spannend, wie lange das hält. Dass die jungen Herren in der Regel noch besser regenirren (musste das einfach so stehen lassen wegen Freudscher Fehler, meine natürlich regenerieren) und theoretisch öfter hart trainieren können bzw., dass die im Winter im holländisch-belgischen Matschgeballere scheinbar ordentlich Tinte auf den Füller bekommen, dürfte spätestens jetzt klar sein.
Wäre mal spannend, wenn die Crossreihe dahinter auf einmal auch Straße/MTB fährt
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Aussage war ja nicht, dass sie kein Talent brauchen, das ist wohl unbestritten. Trotzdem machen die Umstände viel aus, z.B. dass man sich auf langfristige Planungen verlassen kann und dazu gehört halt auch Geld. MvdP hatte schon finanziell ausgesorgt, bevor er sich das erste mal auf ein MTB gesetzt hat. Der bekommt pro Crossrennen 10.000€ Startgeld, Prämien und als größter Batzen noch das Gehalt vom Team kommen hinzu. Deshalb kann MvdP sich die Forderung an neue Sponsoren leisten, dass die gleich die ganze Truppe aus Fahrern, Trainern, Mechaniker, usw. mitbezahlen. So eine finanziell abgesicherte Planungssicherheit gibts beim MTB halt nicht so häufig. Talent und solche Umstände bedingen sich natürlich gegenseitig, aber genau das war ja die Aussage: zwei Seiten einer Medaille.
 
Und jetzt noch der Einstieg von Bernal. Dann wäre das Feld perfekt!

Und ansonsten hat das mit den Crossern doch oft schon ganz gut funktioniert. Schon der Mike... ;)
 
Im Alpecin-Fenix Team finden sich fast mehr solcher Fälle als reine Spezialisten für eine Disziplin. Zeigt aber auch, dass man das mit entsprechenden Strukturen im Team gut fördern kann. Alleine ist das nicht unmöglich, aber schwierig. Heinrich Haussler hat darüber mal berichtet. Der fährt fürs Bahrain Team alleine Cross-Rennen. Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich glaube er bekommt Räder gestellt, aber nicht unbedingt haufenweise Verschleißteile.
 
Heino hat ein (!) CX-Rad bekommen und auch nur wegen Vitamin B. Ansonsten hat sein Sponsor rein gar nichts am Hut mit Cross, dh. er fährt die Crossrennen allein auf eigene Kappe und zahlt alles selbst.
 
Ok, noch schlimmer, als ich es in Erinnerung hatte. Aber er will trotzdem im Winter dabei bleiben. Eindrucksvoll fand ich seine Pulswerte bei der Cross-WM: Maximal 179, Durchschnitt 176 - spricht für ne intensive Stunde.
 
Wenn man ehrlich ist sind die CX-Ausflüge von Haussler nicht wirklich mehr als Privatvergnügen. Fürs Team werden dadurch weder Ergebnisse noch besondere Aufmerksamkeit generiert.

Dass er nur 1 Rad bekommt ist schon ziemlich naja…. Aber dafür ist er auch im denkbar schlechten Team. Die Scheichs wissen wohl nicht mal was CX überhaupt ist 🙈
 
Seine persönliche Motivation ist klar. Und wenn es neben den Reizen einfach nur Spaß wäre, wäre es in seiner Karrierephase auch völlig in Ordnung.

Aber dass er nicht mal 2 Räder zum Wechseln bekommt ist schon mies.
 
Sehe ich das auf den Bildern richtig, dass Pidcock im Shorttrack vorn und hinten RaceKing gefahren ist? Weiss jemand, was er im Hauptrennen drauf hatte?
 
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