Transition Double im Test: Die Kategorie der straffen Trail- und Slopestyle-Bikes ist in den letzten Jahren ziemlich gewachsen – Firmen wie Specialized, Morpheus, Trek oder auch Onooka haben mittlerweile stabile, wendige Trick-Raketen mit Heckfederung im Programm, die die härteren Einschläge besser verzeihen sollen als ein Hardtail. Als Testbasis für verschiedene Parts war jahrelang eins der Vorreiter dieser Disziplin bei uns in der Redaktion unterwegs – das Transition Double.

Mittlerweile ist das kleine Geschoss leider nicht mehr im Programm der zuletzt stark gewachsenen rider-owned Firma aus Ferndale/Washington – einen Test möchten wir dennoch bringen, denn das eigenwillige Bike ist trotz seinem Fokus auf Dirt Jump und Co. für mehr Sachen zu haben, als man denkt. Seit 2007 auf dem Markt, wurde das Double über die Jahre nur in Details verändert.

Transition Double
# Das Transition Double – mittlerweile ein Klassiker

Technische Daten

Hersteller: Transition Bikes
Modell: Double
Einsatzbereich: Dirt, Slopestyle, Fourcross
Laufradgröße: 26“
Rahmengrößen: S (von Körpergröße 152cm – 170cm) und L (von 171cm – 193cm)
Material: Aluminium 7005 / 6061 wärmebehandelt
Federweg Hinterbau: 100mm / 80mm
Federweg Gabel: bis 120mm
Dämpfer: RockShox Monarch R (am Testrad Fox RP23)
Steuerrohr: konisch, 1 1/8“ – 1.5“ (am Testrad noch 1 1/8“)
Hinterachse: 12x142mm Steckachse (am Testrad 10x135mm, wahlweise erhältlich)
Innenlager: Euro BB 73mm
Reifenfreiheit: bis 2.5“
Lenkwinkel: 68°
Sitzwinkel: 74,5°
Reach: 392mm
Stack: 542mm
Besonderheiten: Möglichkeit, beim aktuellen Modell den Schalthebel am Unterrohr zu montieren. 
(SRAM X7 oder höherwertiger)
Preis: 1449,00 Euro (Rahmen mit Monarch R). Günstigster Onlinepreis: 1229 € (Modell 2013, diverse Bikes sind noch im Online-Handel verfügbar!)

sizes
# sizes

“The Double is one of the original pioneering short travel slopestyle bikes that continues to set the bar. Designed to be responsive and easy to move around, the Double is extremely balanced in the air or on the ground. The suspension is designed to be firm so it doesn’t suck up any of your energy but wide open when you hit the rough stuff and need a little forgiveness. The Double’s versatility is perfect for hitting dirt jumps one minute and then railing your local trails the next.”
Produktbeschreibung Transition Homepage

Das Bike

Transition – Rider Owned For Life. Dieser Slogan trifft definitiv bei den Rädern der amerikanischen Marke zu. Neben einer dem Einsatzzweck angepassten Geometrie gibt es gut durchdachte Details, die dem Fahrer Spaß machen und Liebe zum Detail erkennen lassen. So wurde das Double über die Jahre hinweg verbessert: 
Die Dämpferanlenkung wanderte vom Unterrohr ans Oberrohr und Lagerdimensionierungen wurden angepasst. Zu den markanteren Änderungen zählt wohl das Steuerrohr, was im aktuellen Modell konisch (tapered) ausgelegt ist, sowie die zwei Möglichkeiten, den Dämpfer zu montieren. Dadurch ergeben sich beim Hinterbau wahlweise 80 bzw 100mm Federweg.

Transition Double - Detail Umlenkwippe
# Transition Double – Detail Umlenkwippe

In der Rahmengröße S kommt das Double einem Dirt-Hardtail sehr nahe. Die mit 409mm recht kurze Kettenstrebe (für ein Fullsuspension) wirkt sich vorteilhaft auf das Handling aus. Sozusagen eine echte Option für Hardtailfahrer, die einen Rahmen mit etwas „Sicherheitsreserve“ suchen. 
Durch die robuste Bauweise fällt das Rad allerdings nicht unter die Leichtgewichte, mit 3,58kg und dem oben gezeigten Aufbau kommt man (je nach Reifenwahl) schnell auf 16kg Gesamtgewicht. Downhill-Style. Wer das Rad im Singlespeed-Aufbau fahren möchte, hat leider aufgrund der Umlenkung (Drehpunkt nicht um das Tretlager) nicht die Möglichkeit, dies ohne Kettenspanner zu tun.

Transition Double
# Transition Double

Transition Double - Ausfallenden Transition Double - Detail Umlenkwippe Transition Double - Lenkzentrale Transition Double
Diese Fotos im Fotoalbum anschauen

Das Kleine für’s Grobe: Auf dem Trail

Das Double fährt sich nicht, wie man es von einem Fullsuspension-Rad gewöhnt ist – die Hinterbaufederung dient lediglich zum Ausgleichen von etwas härteren Landungen, man könnte auch sagen als „Durchschlagschutz“, wenn man mal ein bisschen zu kurz auf den Landehügel kommt. Ein sehr straffes Fahrwerk wie dieses lässt sich allerdings sehr gut beim Antritt auf der Dirtline sowie beim Bikercross nutzen. Hier gibt es kaum Antriebseinflüsse und der Vortrieb ist sehr gut. Gerade beim Ausprobieren neuer ‚Lines’ ist das Double ein sehr verzeihendes Rad und nimmt einem die Angst, die man eventuell bei einem Einschlag mit dem Hardtail hätte. Und wenn man trotzdem mal den ‚Notausstieg’ nutzen muss, steckt das Transition durch seine stabile Dimensionierung der Rohre auch das ohne Probleme weg. Lediglich der Lack könnte etwas widerstandsfähiger sein – dieser hat im Laufe des Dauertests zunehmend gelitten.

Liegt entspannt in der Luft: Fahrer Andreas mit dem Double.
# Liegt entspannt in der Luft: Fahrer Andreas mit dem Double.

Mannheim im Tiefflug
# Mannheim im Tiefflug. Der kurze Rahmen lässt sich in der Luft agil handhaben.

Aber was, wenn man mal auf die Local Trails oder in den Bikepark möchte? Ist dann “Ende Gelände”? Nein: Auch das macht das Transition Double problemlos mit. 
Klar gibt es für endurolastige Trails sowie DH-orientierte Bikeparkstrecken bessere Arbeitsgeräte mit mehr Laufruhe, aber mit der verspielten Geometrie und robuster Bauweise sowie sehr guter Steifigkeit hat das Transition auch hier einen souveränen, spritzigen Eindruck hinterlassen. Für Fourcross / Bikercross tendieren wir dennoch eher zum größeren Rahmen; für Enduro und DH ohnehin. Dieser bringt sicherlich durch den 30mm längeren Radstand noch etwas mehr Stabilität und Laufruhe in das sonst sehr agile Rad.

Agilität auch im Skatepark
# Agilität auch im Skatepark

Auch wenn das Double für Slopestyle / Dirt ausgelegt wurde – es ist ein gutes Rad für mehr als nur diese Nischen-Einsatzzwecke. Das Lenkverhalten ist durch die Geometrie und den 68°-Lenkwinkel sehr direkt und gibt dem Fahrer ein gutes Feedback. Egal ob Hometrails oder ‚Streeten’ in der Stadt – man fühlt sich schnell auf dem Double wohl. 
Das Rad liegt stabil in der Luft und lässt sich präzise kontrollieren. Die 80 bzw 100mm Federweg am Heck lassen Sprünge oder Drops zu, bei denen man mit einem Hardtail sicherlich zweimal darüber nachdenken müsste. Somit entscheidet letzten Endes die Ausstattung, was mit dem Double gefahren werden kann, und was nicht. Mit einer 120mm Federgabel und entsprechender Ausstattung inklusive grobstolligen Reifen kann man es mit Sicherheit auch auf dem einen oder anderen Flowtrail ordentlich laufen lassen. In unserem Aufbau ist das Rad vielmehr ein sehr zuverlässiges Dirt-Jump-Bike mit Sicherheitspuffer gewesen, das richtig Spaß gemacht hat.

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# Macht auch auf der Straße eine gute Figur: Je nach Ausstattung kann das Transition Double sehr vielfältig eingesetzt werden.

Fazit

In Rahmengröße S kommt das Transition Double einem Dirt-Hardtail sehr nahe. Dank der robusten Bauweise ist es ein treuer Partner über Jahre und macht selbst im groben Gelände eine agile und sportliche Figur. Wer ein bisschen weniger Hardtailfeeling und mehr Fully wünscht, sollte sich die größeren Brüder von Transition anschauen… dieses Rad ist straff.

Stärken

  • verzeiht viel
  • verspieltes ‚Spaß-Fully’ mit weitläufigem Einsatzbereich
  • schöne Detaillösungen wie Rahmenmontage des Shifters beim aktuellen Modelljahr

Schwächen

  • relativ hohes Gewicht
  • Lackqualität könnte besser sein
  • Singlespeed nur mit Kettenspanner möglich

Vergleichbare Produkte

Dartmoor Shine, 

YT Industries PlayOnooka Ampak, NS Bikes Soda Slope.

Vereinsgelände BMCC Mannheim e.V.
# Mit bestem Dank für die Fotolocation an das Vereinsgelände des BMCC Mannheim e.V.

  1. benutzerbild

    themountain

    dabei seit 04/2005

    Sollte so das neue IBC Forumbike aussehen...??? :O:daumen::daumen::daumen::daumen::daumen::hüpf:
  2. benutzerbild

    dioXxide

    dabei seit 03/2005

    Die haben eine wirklich schöne Strecke auf ihrem Vereinsgelände.
    Das wäre für mich tatsächlich fast ein Grund in einen Verein ( :eek: ) einzutreten...
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    flowbike

    dabei seit 10/2005

    ich denke, wer mit so nem Bike mehr als nur "dirten" will, sollte vielleicht gleich zum Bottlerocket greifen. Das ist extrem universell einsetzbar.
    Gibt's nur leider auch nicht mehr.
    Ausser bei mir im Bikemarkt :D
  5. benutzerbild

    Elefantenvogel

    dabei seit 07/2005

    Hmm, der Hinterbau vom Double meines Bruders spricht je nach Dämpfersetup und Huber Bushings durchaus auch bei kleineren Schlägen an, und in L isses zum etwas softere Trails fahren durchaus ziemlich spaßig! :)

    Ein weiterer Klassiker ist übrigens auch das Banshee Rampant!

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