Schlechte Nachrichten aus dem “grün” regierten Freizeit-Bundesland der Naturliebhaber, der Schaffer und der Häuslebauer: Ohne die Nennung von Gründen ist Ende dieser Woche die von der DIMB / Open Trails initiierte Petition gegen die 2-Meter-Regel in Baden-Württemberg vom Landtag abgelehnt worden. Damit bleibt Baden-Württemberg auch weiterhin ein Bundesland, in dem Mountainbiker kriminalisiert werden. Das Befahren von Wegen unter zwei Metern breite wird durch das landesweit gültige “Landeswaldgesetz” verboten.

Petition gescheitert: Baden-Württemberg bleibt 2-Meter-Land

Was für ein Schlag ins Gesicht: Über 58.200 Unterschriften wurden gesammelt, zahllose Diskussionen geführt und für das Mountainbiken geworben. Das war Demokratie vom Feinsten. Doch trotz der überwältigenden Beteiligung und der Erkenntnis, dass Mountainbiken als Sport weit mehr ist als ein Randgruppenphänomen einiger weniger Adrenalin-Junkies ist die Petition zur Abschaffung der 2-Meter-Regel in Baden-Württemberg nun ohne die Nennung von Gründen abgelehnt worden. Damit bleibt Alles beim Alten: In Baden-Württemberg ist Mountainbiken auf Wegen unter zwei Metern Breite verboten. Wer also überlegt, einen Familienurlaub zu buchen, um im schönen Schwarzwald oder auf der Alp die Natur zu genießen, sollte das im Hinterkopf behalten.

Das Interessante ist, dass der Tourismus in Baden-Württemberg das Ländle weiterhin als Radsport-Mekka mit “endlosen Trails” abseits der “normalen Radtouren” anbietet. Wie das funktioniert wissen wir nicht, denn der örtliche Tourismusverband kann sich wohl kaum über die Landesgesetze hinweg setzen. Wie schädlich die Aufrechterhaltung der 2-Meter-Regel ist, hatten wir in einer szene-spezifischen Umfrage bereits herausgefunden. Demnach kommt Baden-Württemberg als Reiseziel kaum in Frage, solange es außerhalb der Grenzen offen(ere) Arme und bessere Angebote gibt.

GrauZonenBikerwebTrailvsTrial LW-10
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hier im IBC-Thread: http://www.mtb-news.de/forum/showthread.php?t=395802

Ähnlich ist auch der Tenor in den sozialen Medien: Zum Einen wird hier der Initiative “Open Trails” der DIMB gedankt und Respekt ausgesprochen. Dem möchten auch wir uns an dieser Stelle direkt anschließen. Andererseits fragen die Mountainbiker sich, wie die Politik so blind sein kann. Nach wie vor fehlt es in Baden-Württemberg an einem Konzept, wie Mountainbiker und Wanderer gemeinsam die Natur genießen können. Es dominiert die Annahme, dass der Wald den Wanderern – und vielleicht noch mehr den Jägern – gehöre. Beides und insbesondere letzteres ist im Jahr 2014 schlichtweg falsch und geht an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei. Mountainbiker sind längst keine “Freaks” mehr, die waghalsige “Stunts” mit ihren Rädern machen. Mountainbiker ist jeder und wer ein wenig die Augen öffnet, wird das schnell erkennen.

Ein Video zur Ablehnung findet sich auf folgender Seite (Stelle 1:54:19): Link.

Aufruf: Vorbild sein und weiter machen!

Der klare Appell lautet also: Weiter machen und anderen Vorbild sein. Lokale Initiativen unterstützen. Zeigen, dass man Mountainbiker ist und gerade deshalb die Natur liebt. Dass man keiner der Trottel ist, die rücksichtslos Wege befahren und Mitmenschen gefährden. Steter Tropfen höhlt den Stein und so wird früher oder später auch die 2-Meter-Regel Geschichte werden.

Unser Dank an dieser Stelle allen Unterstützern der Petition genauso wie allen, die hier im Forum und im realen Leben die Sache der Mountainbiker unterstützen.

  1. benutzerbild

    Athabaske

    dabei seit 08/2008

    ...nicht für ungut, aber man kann auch technisch sauber recht schnell fahren und die trail-rules nicht verletzen!
  2. benutzerbild

    Anzeige

  3. benutzerbild

    cschaeff

    dabei seit 09/2010

    Athabaske
    ...nicht für ungut, aber man kann auch technisch sauber recht schnell fahren und die trail-rules nicht verletzen!
    Aussage gilt nur für mich, ich bin CC-Hardtailfahrer und meine Stärken liegen eher im konditionellen Bereich:)
  4. benutzerbild

    Hasifisch

    dabei seit 03/2010

    Ich habe erstaunlicherweise bisher weder von Mountainbikern noch von (nicht bornierten, so welche kenn ich nicht... ;)) Wanderern einen Widerspruch dazu bekommen. Einige mussten kurz Grübeln, dann kam die klare Aussage: "Stimmt - man erschrickt sich mal auf einem Pfad, aber gefährlich war das eigentlich nicht..."
    Es ist mir also völlig schleierhaft, wie jemand behaupten kann, er sei Wander- oder Fahrrad-interessiert und gleichzeitig so einen Unfug wie 2m-Vorschriften entwickelt/befürwortet!
    Wenn man also wirklich nach den möglichen logischen Befürwortern für so etwas forscht, landet man nur zu einem verschwindend geringen Teil bei echten Wanderern. Wobei hier das gleiche Problem besteht wie in der Politik: die Meinung eines Vereinsvorsitzenden etc wird eventuell in Gesprächen zu so einem Gesetzentwurf gehört, ob diese Meinung mit der der Basis übereinstimmt, ist ein anderer Punkt.
    Letztlich findet man hinter allen Fassaden dann doch die Lobbys der kommerziellen Waldnutzer (Forstwirtschaft) und leider auch einen großen Teil der Jägerschaft.
    So richtig perfide ist natürlich die Haltung der Grünen. Statt etwas gegen echte Naturzerstörung zu unternehmen versuchen sie sich an "Minimalerfolgen" gegen den kleinsten und schwächsten Feind im Wald. Das sind wir und andere Nutzer wie Kletterer. Nach dem Sinn wird aber wohl eher nicht gefragt.
    Musste nochmal raus...:mad:
  5. benutzerbild

    slimane-

    dabei seit 06/2013

    Tja Freunde, für dieses Problem gibt's dann wohl nur eine Lösung :D

    [​IMG]

    Bild verwendet von: http://www.heidelbergs-finest.de/
  6. benutzerbild

    Burnhard

    dabei seit 08/2007

    Also jetzt doch driften? :aetsch:

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