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Madeira: Die steile, grüne Insel hat einiges zu bieten.
Madeira: Die steile, grüne Insel hat einiges zu bieten. - Max Schumann lässt die Bremen offen.
Joselino. Bikeguide und Streckenchef von Bikultur
Joselino. Bikeguide und Streckenchef von Bikultur - Hat Tag und Nacht durchgearbeitet. Und trotzdem immer ein breites Grinsen im Gesicht.
Steilküste, Felsstrand, grün. Das ist Madeira
Steilküste, Felsstrand, grün. Das ist Madeira - Ideales Reiseziel für Big Wave-Surfer, Wanderer und jetzt auch Biker. Kein Spaß für reine Strandurlauber. Denn Sandstrand ist rar.
Gute Aussichten: Trailsurfen mit Blick auf den Ozean.
Gute Aussichten: Trailsurfen mit Blick auf den Ozean.
Die Nicos feiern.
Die Nicos feiern. - Nicolas Vouilloz gewinnt das Sandokan Enduro Rennen vor Nicolas Quérè.
Der Blick aus dem Fenster ist vielversprechend. Kündigt aber auch den ersten Regen an.
Der Blick aus dem Fenster ist vielversprechend. Kündigt aber auch den ersten Regen an.
Facility-Check. Hübsche Wohnsituation. Pool mit Meer- und Bergblick. Wo gibt es das schon?
Facility-Check. Hübsche Wohnsituation. Pool mit Meer- und Bergblick. Wo gibt es das schon?
Shuttle-Fahrt, erster Versuch
Shuttle-Fahrt, erster Versuch - Der Kühler platzt. Nico schmunzelt. Guide Joselino behält die Ruhe und ruft uns einfach einen neuen Wagen.
Oben angekommen. Feucht und kühl. Warmfahren auf der Straße.
Oben angekommen. Feucht und kühl. Warmfahren auf der Straße.
Ab geht’s
Ab geht’s - Primoz Gams cruist durch den flowigen Trail, der hin und wieder mit kleinen Überraschungen aufwartet: Drops und schmierige Kurven.
Besser im Nebel als im Regen stehen
Besser im Nebel als im Regen stehen - Die Crew steht bereit. Jetzt wird die „Redline“ trainiert. Ein fordernder Freeride-Trail, der mit manchem Gap-Sprung aufwartet.
Steilstufe: Guide Joselino lässt gekonnt sein Rad über die Kante rollen. Er zeichnet für den Bau der meisten Strecken hier verantwortlich. Gute Arbeit!
Steilstufe: Guide Joselino lässt gekonnt sein Rad über die Kante rollen. Er zeichnet für den Bau der meisten Strecken hier verantwortlich. Gute Arbeit!
Häschen-Hüpf! Jan Sallawitz von Evoc macht einen Freudensprung nach dem anderen. Am Ende von „Redline“ sind wir alle im Sprungfieber.
Häschen-Hüpf! Jan Sallawitz von Evoc macht einen Freudensprung nach dem anderen. Am Ende von „Redline“ sind wir alle im Sprungfieber.
Carver über See. Steile Küste, tiefer Blick
Carver über See. Steile Küste, tiefer Blick - nach einem langen, feuchten Tag auf den Trails freuen wir uns auf die Dusche und auch das Rad sich auf die Reinigung.
Feierabendbier am Meer. Die Sonne verabschiedet sich freundlich leuchtend.
Feierabendbier am Meer. Die Sonne verabschiedet sich freundlich leuchtend.
Knoblauch: Ob Salat, Fisch, Fleisch, Brot. Alles wird fett gewürzt.
Knoblauch: Ob Salat, Fisch, Fleisch, Brot. Alles wird fett gewürzt.
Startaufstellung vor dem Rathaus von Calheta
Startaufstellung vor dem Rathaus von Calheta - Der Bürgermeister schickt uns ins Rennen. Ums nächste Eck wartet ein Reisebus, der uns zur ersten Stage shuttlet.
Ines wird als Erste losgeschickt
Ines wird als Erste losgeschickt - Mit fröhlichem lächeln rollt sie zur Kaffee-Bar und wartet, bis der Rest der Meute sich am Shuttle eingefunden hat.
Nicolas Vouilloz, Superstar und Topfavorit, bleibt das ganze Wochenende super locker und entspannt
Nicolas Vouilloz, Superstar und Topfavorit, bleibt das ganze Wochenende super locker und entspannt - und zeigt, dass er immernoch unendlich viel Spaß beim Radfahren hat.
Erste Kurve in der Altstadt. Jan Sallawitz rollt los.
Erste Kurve in der Altstadt. Jan Sallawitz rollt los.
Am Start von Stage 1 bietet sich ein perfektes Panorama und fast trockene Trails
Am Start von Stage 1 bietet sich ein perfektes Panorama und fast trockene Trails - was etwas unschön ist: Links, in Richtung der Windräder lauert ein langer Gegenanstieg.
Wanderwege. Madeira ist bei Wandersleuten schon lange kein Geheimtipp mehr. Die steilen Wege laden dazu ein. Biken waren wir eigentlich nur auf eigens dafür angelegten Trails.
Wanderwege. Madeira ist bei Wandersleuten schon lange kein Geheimtipp mehr. Die steilen Wege laden dazu ein. Biken waren wir eigentlich nur auf eigens dafür angelegten Trails.
PEC1 Start. „Pec“ heißt „Stage“. Die Beschilderung bei dem Rennen hier war perfekt und sehr aufwendig.
PEC1 Start. „Pec“ heißt „Stage“. Die Beschilderung bei dem Rennen hier war perfekt und sehr aufwendig.
Vermeintlich trocken
Vermeintlich trocken - Die erste Kurve war gleich eng und rutschig. Max gibt Gas und stellt gleich ein Standbein aus.
Dann lässt er es laufen
Dann lässt er es laufen - Die ersten beiden Stages sollten seine beste werden. Max fährt bei beiden die zweitschnellste Zeit.
Ines startet konzentriert
Ines startet konzentriert - Sie hat die Gesamtweltcup-Zweite im Cross-Country Tanja Zakelj im Nacken.
Auch Nicolas Quérè gibt Gas
Auch Nicolas Quérè gibt Gas - und jagt sein Bike durch die heute freundlich-grüne Landschaft.
Max am Start von Stage 3. Sie ist die „Überraschung“. Als einzige Stage wird sie auf Sicht gefahren. Hier war kein Training möglich.
Max am Start von Stage 3. Sie ist die „Überraschung“. Als einzige Stage wird sie auf Sicht gefahren. Hier war kein Training möglich.
Ines schaut weit voraus. Die unbekannte Stage sollte mit einigen Überraschungen aufwarten.
Ines schaut weit voraus. Die unbekannte Stage sollte mit einigen Überraschungen aufwarten.
Es geht über einen Grat mit Blick auf’s Meer. Einige Steine, Felsen und Stufen fordern Mut und Fahrkönnen gleichermaßen.
Es geht über einen Grat mit Blick auf’s Meer. Einige Steine, Felsen und Stufen fordern Mut und Fahrkönnen gleichermaßen.
Hat gut Lachen. Ines beendet den ersten Tag auf dem ersten Platz.
Hat gut Lachen. Ines beendet den ersten Tag auf dem ersten Platz.
Der Star: Nicolas Vouilloz steht allzeit im Mittelpunkt, stellt sich aber fröhlich und entspannt allen Fragen
Der Star: Nicolas Vouilloz steht allzeit im Mittelpunkt, stellt sich aber fröhlich und entspannt allen Fragen - Auf Madeira ist er besonders bewundert, der er hier auch schon eine Autorallye gewinnen konnte.
Der zweite Tag beginnt nass. Und vor Ende des Rennens sollte es auch nicht mehr aufhören zu regnen. Sämtlich Versuche, trocken zu bleiben, waren vergebens.
Der zweite Tag beginnt nass. Und vor Ende des Rennens sollte es auch nicht mehr aufhören zu regnen. Sämtlich Versuche, trocken zu bleiben, waren vergebens.
Max startet in den zweiten Tag. Noch sauber und trocken.
Max startet in den zweiten Tag. Noch sauber und trocken.
Ein…
Ein…
...zwei Matschlöcher später...
...zwei Matschlöcher später...
…macht er das gleiche Gesicht. Mittlerweile steht allerdings Wasser in den Schuhen und auch die Regenbekleidung befindet sich nah der Leistungsgrenze.
…macht er das gleiche Gesicht. Mittlerweile steht allerdings Wasser in den Schuhen und auch die Regenbekleidung befindet sich nah der Leistungsgrenze.
Die Mittagspause wird knapp gehalten, auch wenn die Verpflegung perfekt ist. Obst und Energie-Riegel geben Kraft für die letzten Anstiege.
Die Mittagspause wird knapp gehalten, auch wenn die Verpflegung perfekt ist. Obst und Energie-Riegel geben Kraft für die letzten Anstiege.
Auch die Kühe fressen.
Auch die Kühe fressen.
Warum sie ihr Futter auf dem Rücken trägt, bleibt ungeklärt.
Warum sie ihr Futter auf dem Rücken trägt, bleibt ungeklärt.
Weiter geht es
Weiter geht es - Über tiefe Wiesen und matschige Trails. Stage 9 verläuft neben flachen Wiesen großenteils in Bobbahn-ähnlichen Gräben. Da kommt nocheimal flowige Freude auf.
Ines kämpft sich durch den Nebel
Ines kämpft sich durch den Nebel - Der Versuch, mit Goggle zu fahren, wird nach wenigen Metern wieder aufgegeben.
Rechts Dornen, links Tümpel
Rechts Dornen, links Tümpel - Ines bleibt auf Kurs. Und fährt auch am zweiten Tag solide Bestzeiten.
Auf dem Weg zur letzten Stage grüßt noch dieses freundliche Rind.
Auf dem Weg zur letzten Stage grüßt noch dieses freundliche Rind.
Siegerehrung
Siegerehrung - Nicolas Vouilloz glaubt seinen Ohren nicht. Der Tag lief auch für ihn zu zäh und rutschig, um noch an den Sieg glaube zu können.
Dennoch steht er schon ganz oben auf dem Podest
Dennoch steht er schon ganz oben auf dem Podest - Auch wenn es knapp war. 4 Sekunden vor Quèré, 5 Sekungen vor Lokalmatador Pombo.
Bei den den Damen lacht Ines vor Tanje Zakelj und Valentina Macheda.
Bei den den Damen lacht Ines vor Tanje Zakelj und Valentina Macheda.
Am Tag danach, als sich alle wieder von der feuchtfröhlichen Party erholt haben, fährt die Gruppe noch einmal Tourismus-orientiert um die halbe Insel und genießt den einen oder anderen grandiosen Tiefblick.
Am Tag danach, als sich alle wieder von der feuchtfröhlichen Party erholt haben, fährt die Gruppe noch einmal Tourismus-orientiert um die halbe Insel und genießt den einen oder anderen grandiosen Tiefblick.
Die Straßen sind beeindruckend gut ausgebaut, die Wellen leider nur für ambitionierte Surfer geeignet. Der Fisch immer frisch!
Die Straßen sind beeindruckend gut ausgebaut, die Wellen leider nur für ambitionierte Surfer geeignet. Der Fisch immer frisch!
Am Nachmittag nochmal ein Poncha. Als „Tourist“ darf man sich so etwas ja gönnen.
Am Nachmittag nochmal ein Poncha. Als „Tourist“ darf man sich so etwas ja gönnen.
Und ein Selbstportrait für die sozialen Netzwerke.
Und ein Selbstportrait für die sozialen Netzwerke.
Der letzte Tiefblick an Europas höchster Klippe mit Blick auf die abendliche Hauptstadt Funchal. Valentina und Ines zeigen sich immer noch bestgelaunt.
Der letzte Tiefblick an Europas höchster Klippe mit Blick auf die abendliche Hauptstadt Funchal. Valentina und Ines zeigen sich immer noch bestgelaunt.
Ergebnisse
Ergebnisse

Dass man auf Madeira biken kann, haben schon einige Videos gezeigt – dass es dort auch Enduro-Rennen gibt, war vielleicht noch nicht allen bekannt. Die beiden deutschen Enduro-Profis Max Schumann und Ines Thoma waren beim “Sandokan Enduro” auf der Insel dabei: Bei dem zweitägigen Enduro-Rennen gilt es, pro Tag etwa 25 km und insgesamt etwa 1100 Höhenmeter zu überwinden. Dank Shuttle geht es auf den 10 verschiedenen Stages 2800 Tiefenmeter bergab. Ines sicherte sich den Sieg bei den Frauen, Max landete auf Platz fünf. Die beiden haben einen spannenden Rennbericht mitsamt einer tollen Fotostory mitgebracht. Viel Spaß:

Madeira: Trail-Geheimtipp am Atlantik?

Was früher Mallorca war ist jetzt Madeira, oder wie war das? Die Hotspot-Insel mit vulkanischem Ursprung, über 700km westlich Marokkos gelegen, ist dem gemeinen Wander- und Kreuzfahrschiffurlauber vor allem als „Blumeninsel“ bekannt. Dass man dort auch vorzüglich gut Radfahren kann, kursiert seit einiger Zeit in etlichen Bikemagazinen und auf Social-Media-Plattformen. Was ist nun mit Madeira? Will man dort als nächstes hin?

11 Europäische Enduro Profis wurden vom Tourenanbieter „Bikulture“ eingeladen, um die Insel kennenzulernen und sämtliche Trails zu testen. Und natürlich beim alljährlichen „Sandokan Enduro“ Rennen teilzunehmen, das ähnlich wie das bekannten Megavalanache-Rennen auf La Réunion eine ideale Gelegenheit bietet, in der „Offseason“ Enduro-Rennaction mit Bike-Reise zu verbinden.

Madeira: Die steile, grüne Insel hat einiges zu bieten.
# Madeira: Die steile, grüne Insel hat einiges zu bieten. - Max Schumann lässt die Bremen offen.

Neben uns deutschen Startern Max Schumann und Ines Thoma, reisen die beiden italienischen Life Cycle Fahrer Manuel Ducci und Valentina Macheda an. Von der Französischen Enduro Elite ist niemand anderes als der 10fach-Downhill Weltmeister Nicolas Vouilloz, der nebenbei auch schon die IRC Auto Rallye auf Madeira gewonnen hat, vor Ort. Begleitet wird er vom 4. Platzierten der diesjährigen Megavalanche, Nico Quéré, und Jérémy Arnould. Eine weitere Downhill-Legende aus Spanien, David Vazquez, der nun als Downhill Koordinator der UCI tätig ist, darf auch nicht fehlen. Zu guter Letzt wird die Truppe von einer lustigen Gruppe aus Slowenien vervollständigt. Robert Kordez, Primoz Gams und die mehrfache Cross County Welt- und Europameisterin Tanja Zakelj sind dabei.

Jérémy und Joselino von Bikulture kümmern sich super um uns. Gleich nach der Ankunft wird uns in einem typisch madeirischen Restaurant „Espada“ vorgesetzt. Der schwarze Degenfisch wird aus über 1500m Tiefe geangelt, ist eine der lokalen Spezialitäten und wird wie die meisten Speisen hier mit einer Menge Knoblauch verfeinert, die ohne Probleme eine ganze Vampirbande für immer von der Insel vertreiben würde. Die Madeirer sprechen einen sehr außergewöhnlichen portugiesischen Dialekt, sind super freundlich und auffallend gut gelaunt. Von Anfang an kommt uns die Insel nicht super touristisch vor. Die Straßen sind gut ausgebaut und es gibt einige Hotels, keine Frage. Trotzdem ist der ursprüngliche Charme geblieben und die Preise sind meist günstig. So zahlt man für einen Galao (Milchkaffe) häufig weniger als 1 Euro. Eine wichtige Kleinigkeit für uns kaffeeabhängige Mountainbiker.

Joselino. Bikeguide und Streckenchef von Bikultur
# Joselino. Bikeguide und Streckenchef von Bikultur - Hat Tag und Nacht durchgearbeitet. Und trotzdem immer ein breites Grinsen im Gesicht.

Shuttle-Training mit durchwachsenem Wetter

Gut verköstigt starten wir alle gemeinsam in die zwei Trainingstage, die uns bleiben, bevor das „Sandokan Enduro“ Rennen beginnt. Insgesamt gilt es 10 Stages zu trainieren. Ein straffer Zeitplan, möchte man meinen. Doch die Madeirer sehen das recht entspannt und gemütlich starten wir gegen halb 11 Uhr unseren ersten Shuttle-Tag. Das Wetter ist, um es gelinde auszudrücken, mies. Es regnet wie aus Kübeln und die Sicht ist gleich null. „Eine absolute Ausnahme!“, versichert uns der gut gelaunte Joselino. Nicht einmal, als dann auch noch der Kühlerschlauch des Shuttleautos gleich bei der ersten Auffahrt streikt, hört diese Frohnatur auf zu grinsen, einfach unglaublich.

Mit Nicolas Vouilloz zu fahren ist einfach nur cool. Er ist absolut bescheiden, entspannt und gut drauf. Die Trails auf vulkanischem Boden sind im Regen abartig rutschig, aber trotzdem gut fahrbar. Und es macht Spaß zu driften und sliden, da die Temperaturen trotz Novemberregen bei über 15 Grad Celsius liegen. So schreckt das Wetter die Meute nur bedingt ab und wir besichtigen bereits am ersten Tag acht der zehn Rennstrecken. Wobei „besichtigen“ sich nur auf die nähere Umgebung beschränkt, der Nebel macht jegliche Orientierung unmöglich.

Steilküste, Felsstrand, grün. Das ist Madeira
# Steilküste, Felsstrand, grün. Das ist Madeira - Ideales Reiseziel für Big Wave-Surfer, Wanderer und jetzt auch Biker. Kein Spaß für reine Strandurlauber. Denn Sandstrand ist rar.

Als der zweite Trainingstag mit einem Sonnenstrahl beginnt, strahlen auch wir. Der Regentag war okay, muss aber sicherlich nicht gleich wiederholt werden. Endlich sehen wir auch etwas von der Landschaft auf Madeira. Wir befinden uns im Südwesten der Insel bei Prazeres, wo auch Bikulture ihren Bikeshop haben und die Touren mit einem Galao im Glas beginnen, an dem man sich die Finger verbrennt. Die Insel ist steil, unfassbar steil. Wie man dort Straßen, Tunnel und Häuser am Hang bauen kann ist wirklich unvorstellbar. Die Trails befinden sich in den höheren Lagen. Man shuttlet bis auf über 1500 Meter und ist dann auf dem Bike in den oberen 600-700 Höhenmetern unterwegs. Nur wenige Biketrails gehen runter bis an die Küste, denn das Gelände ist dort meist zu steil. Beeindruckend sind die grünen Wälder. Viele Lorbeerbäume und ein frischer Eukalyptus-Geruch. Vom Startpunkt der Trails hat man meist einen wundervollen Ausblick auf’s Meer hinunter, bevor sich der Trail in den Tiefen der Wälder verliert.

Los geht´s: Das Rennen beginnt

Matschreifen sind montiert, Rucksäcke gepackt, Räder geputzt und die Spannung ist in der Gruppe deutlich zu spüren. Zwar ist es für uns ein reines Spaß-Rennen zum Ende der Saison, trotzdem gibt man als Rennfahrer eben immer alles. Liegt wahrscheinlich in unserer Natur. Bis wir endlich am Start der ersten Stage stehen, vergehen Stunden. Es wird sich am Bikeshop getroffen, dann Kaffee, äh sorry Galao getrunken, und gemütlich runter zum Start an der Küste gefahren, Startnummern holen, Fotos machen, es erfolgt der „offizielle“ Start vor dem Rathaus, dann laden alle 75 Starter ihre Räder auf den Hänger, schließlich fahren alle mit dem Reisebus bis zum Startpunkt oben am Berg.

Gute Aussichten: Trailsurfen mit Blick auf den Ozean.
# Gute Aussichten: Trailsurfen mit Blick auf den Ozean.

Wir entspannen uns und passen die deutsche Mentalität eben an hiesige Verhältnisse an. Was soll’s. Am Start der ersten Stage angekommen, ist dann auch Rennstimmung eingekehrt. Die Profis wollen zeigen, dass sie die besten sind. Die Locals wollen zeigen, dass ihnen auf ihren Hometrails keiner was vormachen kann. Die Amateure wollen zeigen, dass sie zumindest schneller als die Frauen sind und die Veranstalter wollen zeigen, dass sie es mit einem Großevent aufnehmen können.

Trotz schlammiger Verhältnisse läuft der Tag super ab und zum Feierabend gönnen wir uns neben Bier und Oktopus-Sandwich einen erfrischenden Sprung in den Atlantik. Für Sonntag ist nochmal ein ähnliches Soll geplant. Erneut wird einmal zum Gipfel geshuttlet und dann werden 5 Stages pedalierend zurückgelegt. Ein super Format wie ich finde!

Renntag 2: Dauerregen

Ein super Format, wenn… ja, wenn es nicht regnet. Am Sonntag regnet es wie aus Kübeln. Und ohne Übertreibung, es regnet den ganzen Renntag. Die Stimmung ist heute auf jeden Fall gedrückt. Wir ziehen alle Tricks: Mud Guards, komplette Regenkleidung, Schlammreifen nun auch hinten, es wird ohne Brille gefahren und so wenig Pause wie möglich gemacht. Nun beginnt gar Großmeister Vouilloz zu jammern: Auch er habe das Gefühl, nicht mehr radfahren zu können, was wir ihm allerdings nur bedingt abnehmen.

Es ist aber wirklich unglaublich rutschig auf diesem Untergrund, der von den Einheimischen liebevoll „Black Ice“ genannt wird. Einzig Emanuel Pombo, einer der einheimischen Downhill-Racer, ist das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht zu kriegen. „I love these conditions“, strahlt er und hofft auf einen Podestplatz, nachdem er nach dem ersten Renntag auf einem respektablen vierten Rang liegt.

Wir kämpfen uns durch den Schlamm und stellen uns ab und zu vor, wie die Sicht im Moment sein könnte. Nach fünf Stages sind wir nass bis auf die Knochen. Doch als wir zu unseren Appartementhäusern kommen und gerade frisch geduscht sind, klart es auf und die Sonne scheint. Unglaublich, das Wetter hier. Während oben in den Bergen die Wolken hängen, kann es unten an der Küste das schönste Wetter haben.

Die Nicos feiern.
# Die Nicos feiern. - Nicolas Vouilloz gewinnt das Sandokan Enduro Rennen vor Nicolas Quérè.

Die Siegerehrung ist für die Abendstunden in einer netten kleinen Strandbar direkt am Meer geplant. Aufgrund der schwierigen Rennbedingungen hat jeder ein mulmiges Gefühl, da man sich einfach nicht so richtig schnell auf dem Bike gefühlt hat. Umso erfreulicher, wenn das Ergebnis gut ausfällt. Bei den Frauen gewinnt Ines vor Tanja Zakelj und Valentina Macheda. Ines ist besonders stolz, eine der derzeit besten Cross Country-Fahrerin auch in den reinen Pedalier-Stages bezwingen zu können.

Auf dem Männerpodium thront ein überraschter Nicolas Vouilloz, der nach seinen vielen Verletzungen in dieser Saison überglücklich scheint. Zweiter wird sein Landsmann Nicolas Quéré, gefolgt vom Schlammrennen-Fanatiker Emanuel Pombo. Max belegt den 5. Platz. Und ist mehr als zufrieden. In einer Stage immerhin konnte er Sieger Nicolas Vouilloz hinter sich lassen. Die Stimmung wird immer ausgelassener, es wird (zu)viel Bier getrunken und mehrerer Gläser der lokalen Spezialität „Poncha“ gekostet: ein gefährlich süßes, aber brutal starkes Rum-Mixgetränk, auf das die Madeirer so stolz sind wie auf ihre Trails. Die Party geht bis in die frühen Morgenstunden. Und Nicolas Vouilloz beweist nicht nur auf dem Bike, sondern auch an der Bar beeindruckende Qualitäten…

Was folgt, ist ein relaxt-touristischer Sightseeing Tag mit vielen Fotos, Kopfschmerztabletten, Meeresfrüchten, Fleisch am Spieß und einer weiteren kurzen Nacht. Nach einer knappen Woche im Atlantik geht unser Flieger um fünf Uhr morgens über Lissabon zurück nach Deutschland. Als wir abheben und einen letzten Blick auf die Lichter der Hauptstadt werfen, ist uns klar: Wir wollen wiederkommen. Hoffentlich haben wir dann mehr Glück mit dem Wetter. Denn Trails, Landschaft und Lifestyle verbinden hier genau das, was wir uns von einem feinen Biketrip wünschen!

Fotostory

Der Blick aus dem Fenster ist vielversprechend. Kündigt aber auch den ersten Regen an.
# Der Blick aus dem Fenster ist vielversprechend. Kündigt aber auch den ersten Regen an.
Facility-Check. Hübsche Wohnsituation. Pool mit Meer- und Bergblick. Wo gibt es das schon?
# Facility-Check. Hübsche Wohnsituation. Pool mit Meer- und Bergblick. Wo gibt es das schon?
Shuttle-Fahrt, erster Versuch
# Shuttle-Fahrt, erster Versuch - Der Kühler platzt. Nico schmunzelt. Guide Joselino behält die Ruhe und ruft uns einfach einen neuen Wagen.
Oben angekommen. Feucht und kühl. Warmfahren auf der Straße.
# Oben angekommen. Feucht und kühl. Warmfahren auf der Straße.
Ab geht’s
# Ab geht’s - Primoz Gams cruist durch den flowigen Trail, der hin und wieder mit kleinen Überraschungen aufwartet: Drops und schmierige Kurven.
Besser im Nebel als im Regen stehen
# Besser im Nebel als im Regen stehen - Die Crew steht bereit. Jetzt wird die „Redline“ trainiert. Ein fordernder Freeride-Trail, der mit manchem Gap-Sprung aufwartet.
Steilstufe: Guide Joselino lässt gekonnt sein Rad über die Kante rollen. Er zeichnet für den Bau der meisten Strecken hier verantwortlich. Gute Arbeit!
# Steilstufe: Guide Joselino lässt gekonnt sein Rad über die Kante rollen. Er zeichnet für den Bau der meisten Strecken hier verantwortlich. Gute Arbeit!
Häschen-Hüpf! Jan Sallawitz von Evoc macht einen Freudensprung nach dem anderen. Am Ende von „Redline“ sind wir alle im Sprungfieber.
# Häschen-Hüpf! Jan Sallawitz von Evoc macht einen Freudensprung nach dem anderen. Am Ende von „Redline“ sind wir alle im Sprungfieber.
Carver über See. Steile Küste, tiefer Blick
# Carver über See. Steile Küste, tiefer Blick - nach einem langen, feuchten Tag auf den Trails freuen wir uns auf die Dusche und auch das Rad sich auf die Reinigung.
Feierabendbier am Meer. Die Sonne verabschiedet sich freundlich leuchtend.
# Feierabendbier am Meer. Die Sonne verabschiedet sich freundlich leuchtend.
Knoblauch: Ob Salat, Fisch, Fleisch, Brot. Alles wird fett gewürzt.
# Knoblauch: Ob Salat, Fisch, Fleisch, Brot. Alles wird fett gewürzt.
Startaufstellung vor dem Rathaus von Calheta
# Startaufstellung vor dem Rathaus von Calheta - Der Bürgermeister schickt uns ins Rennen. Ums nächste Eck wartet ein Reisebus, der uns zur ersten Stage shuttlet.
Ines wird als Erste losgeschickt
# Ines wird als Erste losgeschickt - Mit fröhlichem lächeln rollt sie zur Kaffee-Bar und wartet, bis der Rest der Meute sich am Shuttle eingefunden hat.
Nicolas Vouilloz, Superstar und Topfavorit, bleibt das ganze Wochenende super locker und entspannt
# Nicolas Vouilloz, Superstar und Topfavorit, bleibt das ganze Wochenende super locker und entspannt - und zeigt, dass er immernoch unendlich viel Spaß beim Radfahren hat.
Erste Kurve in der Altstadt. Jan Sallawitz rollt los.
# Erste Kurve in der Altstadt. Jan Sallawitz rollt los.
Am Start von Stage 1 bietet sich ein perfektes Panorama und fast trockene Trails
# Am Start von Stage 1 bietet sich ein perfektes Panorama und fast trockene Trails - was etwas unschön ist: Links, in Richtung der Windräder lauert ein langer Gegenanstieg.
Wanderwege. Madeira ist bei Wandersleuten schon lange kein Geheimtipp mehr. Die steilen Wege laden dazu ein. Biken waren wir eigentlich nur auf eigens dafür angelegten Trails.
# Wanderwege. Madeira ist bei Wandersleuten schon lange kein Geheimtipp mehr. Die steilen Wege laden dazu ein. Biken waren wir eigentlich nur auf eigens dafür angelegten Trails.
PEC1 Start. „Pec“ heißt „Stage“. Die Beschilderung bei dem Rennen hier war perfekt und sehr aufwendig.
# PEC1 Start. „Pec“ heißt „Stage“. Die Beschilderung bei dem Rennen hier war perfekt und sehr aufwendig.
Vermeintlich trocken
# Vermeintlich trocken - Die erste Kurve war gleich eng und rutschig. Max gibt Gas und stellt gleich ein Standbein aus.
Dann lässt er es laufen
# Dann lässt er es laufen - Die ersten beiden Stages sollten seine beste werden. Max fährt bei beiden die zweitschnellste Zeit.
Ines startet konzentriert
# Ines startet konzentriert - Sie hat die Gesamtweltcup-Zweite im Cross-Country Tanja Zakelj im Nacken.
Auch Nicolas Quérè gibt Gas
# Auch Nicolas Quérè gibt Gas - und jagt sein Bike durch die heute freundlich-grüne Landschaft.
Max am Start von Stage 3. Sie ist die „Überraschung“. Als einzige Stage wird sie auf Sicht gefahren. Hier war kein Training möglich.
# Max am Start von Stage 3. Sie ist die „Überraschung“. Als einzige Stage wird sie auf Sicht gefahren. Hier war kein Training möglich.
Ines schaut weit voraus. Die unbekannte Stage sollte mit einigen Überraschungen aufwarten.
# Ines schaut weit voraus. Die unbekannte Stage sollte mit einigen Überraschungen aufwarten.
Es geht über einen Grat mit Blick auf’s Meer. Einige Steine, Felsen und Stufen fordern Mut und Fahrkönnen gleichermaßen.
# Es geht über einen Grat mit Blick auf’s Meer. Einige Steine, Felsen und Stufen fordern Mut und Fahrkönnen gleichermaßen.
Hat gut Lachen. Ines beendet den ersten Tag auf dem ersten Platz.
# Hat gut Lachen. Ines beendet den ersten Tag auf dem ersten Platz.
Der Star: Nicolas Vouilloz steht allzeit im Mittelpunkt, stellt sich aber fröhlich und entspannt allen Fragen
# Der Star: Nicolas Vouilloz steht allzeit im Mittelpunkt, stellt sich aber fröhlich und entspannt allen Fragen - Auf Madeira ist er besonders bewundert, der er hier auch schon eine Autorallye gewinnen konnte.
Der zweite Tag beginnt nass. Und vor Ende des Rennens sollte es auch nicht mehr aufhören zu regnen. Sämtlich Versuche, trocken zu bleiben, waren vergebens.
# Der zweite Tag beginnt nass. Und vor Ende des Rennens sollte es auch nicht mehr aufhören zu regnen. Sämtlich Versuche, trocken zu bleiben, waren vergebens.
Max startet in den zweiten Tag. Noch sauber und trocken.
# Max startet in den zweiten Tag. Noch sauber und trocken.
Ein…
# Ein…
...zwei Matschlöcher später...
# ...zwei Matschlöcher später...
…macht er das gleiche Gesicht. Mittlerweile steht allerdings Wasser in den Schuhen und auch die Regenbekleidung befindet sich nah der Leistungsgrenze.
# …macht er das gleiche Gesicht. Mittlerweile steht allerdings Wasser in den Schuhen und auch die Regenbekleidung befindet sich nah der Leistungsgrenze.
Die Mittagspause wird knapp gehalten, auch wenn die Verpflegung perfekt ist. Obst und Energie-Riegel geben Kraft für die letzten Anstiege.
# Die Mittagspause wird knapp gehalten, auch wenn die Verpflegung perfekt ist. Obst und Energie-Riegel geben Kraft für die letzten Anstiege.
Auch die Kühe fressen.
# Auch die Kühe fressen.
Warum sie ihr Futter auf dem Rücken trägt, bleibt ungeklärt.
# Warum sie ihr Futter auf dem Rücken trägt, bleibt ungeklärt.
Weiter geht es
# Weiter geht es - Über tiefe Wiesen und matschige Trails. Stage 9 verläuft neben flachen Wiesen großenteils in Bobbahn-ähnlichen Gräben. Da kommt nocheimal flowige Freude auf.
Ines kämpft sich durch den Nebel
# Ines kämpft sich durch den Nebel - Der Versuch, mit Goggle zu fahren, wird nach wenigen Metern wieder aufgegeben.
Rechts Dornen, links Tümpel
# Rechts Dornen, links Tümpel - Ines bleibt auf Kurs. Und fährt auch am zweiten Tag solide Bestzeiten.
Auf dem Weg zur letzten Stage grüßt noch dieses freundliche Rind.
# Auf dem Weg zur letzten Stage grüßt noch dieses freundliche Rind.
Siegerehrung
# Siegerehrung - Nicolas Vouilloz glaubt seinen Ohren nicht. Der Tag lief auch für ihn zu zäh und rutschig, um noch an den Sieg glaube zu können.
Dennoch steht er schon ganz oben auf dem Podest
# Dennoch steht er schon ganz oben auf dem Podest - Auch wenn es knapp war. 4 Sekunden vor Quèré, 5 Sekungen vor Lokalmatador Pombo.
Bei den den Damen lacht Ines vor Tanje Zakelj und Valentina Macheda.
# Bei den den Damen lacht Ines vor Tanje Zakelj und Valentina Macheda.
Am Tag danach, als sich alle wieder von der feuchtfröhlichen Party erholt haben, fährt die Gruppe noch einmal Tourismus-orientiert um die halbe Insel und genießt den einen oder anderen grandiosen Tiefblick.
# Am Tag danach, als sich alle wieder von der feuchtfröhlichen Party erholt haben, fährt die Gruppe noch einmal Tourismus-orientiert um die halbe Insel und genießt den einen oder anderen grandiosen Tiefblick.
Die Straßen sind beeindruckend gut ausgebaut, die Wellen leider nur für ambitionierte Surfer geeignet. Der Fisch immer frisch!
# Die Straßen sind beeindruckend gut ausgebaut, die Wellen leider nur für ambitionierte Surfer geeignet. Der Fisch immer frisch!
Am Nachmittag nochmal ein Poncha. Als „Tourist“ darf man sich so etwas ja gönnen.
# Am Nachmittag nochmal ein Poncha. Als „Tourist“ darf man sich so etwas ja gönnen.
Und ein Selbstportrait für die sozialen Netzwerke.
# Und ein Selbstportrait für die sozialen Netzwerke.
Der letzte Tiefblick an Europas höchster Klippe mit Blick auf die abendliche Hauptstadt Funchal. Valentina und Ines zeigen sich immer noch bestgelaunt.
# Der letzte Tiefblick an Europas höchster Klippe mit Blick auf die abendliche Hauptstadt Funchal. Valentina und Ines zeigen sich immer noch bestgelaunt.

Ergebnisse

Ergebnisse
# Ergebnisse
Text: Max Schumann, Ines Thoma
Fotos: Motion Studios, Max Schumann
  1. benutzerbild

    Usedomer

    dabei seit 12/2013

    Schöner Bericht, Danke dafür :)
    Habt ihr vielleicht einen Link von der tollen Unterkunft mit dem Pool und Meerblick?
  2. benutzerbild

    IceQ-

    dabei seit 04/2009

    Danke für den Beitrag :)

    Wie immer tolle Bilder.
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    Kilonewton

    dabei seit 08/2013

    Super Bericht :) war dieses Jahr auch zum Biken dort und kann das wirklich jedem ans Herz legen sich von Joe die Insel zeigen zu lassen!
  5. benutzerbild

    urks

    dabei seit 01/2008

    Ich kann die Eindrücke über Biken auf Madeira nur bestätigen - super Trails, unglaublich nette Leute und sehr gutes Essen.
    Wir liesen uns heuer eine Woche von den Jungs von Freeride Madeira (http://freeridemadeira.com/about-us/) guiden. Sehr gute Fahrer die jeden Weg auf der Insel kennen. Sie bieten auch Gesamtpakete mit Unterkünften in verschiedenen Kategorien an.

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