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Bastelkeller
Bastelkeller - Mein Bastelkeller...der natürliche Lebensraum des gemeinen MiWis.
Rohrbiege 2
Rohrbiege 2 - Warum wollte ich nochmal unbedingt ein gebogenes Sitzrohr ?<br> Der Werkzeugbau dauerte fast länger, als der Rahmenbau selber.<br> Radiendrehvorrichtung löten, Biegerollen drehen, Biegegerät bauen und am Ende dann fleißig kurbeln.....
Rahmenskizze
Rahmenskizze - Konstruktionsskizze Rahmen
Geometrie
Geometrie
Kettenstreben-Skizze
Kettenstreben-Skizze - 425mm mit 29x2.4 Reifen, da will vorher alles gut geplant sein, damit es hinterher nirgends kneift.
Zuschnitt der Rohre
Zuschnitt der Rohre - Teilapparat mit Eigenbau Rohraufspannung.<br>
Kettenstrebenlehre für Zuschnitt und Heften
Kettenstrebenlehre für Zuschnitt und Heften - Eigenbau Vorrichtung um die Einheit Ausfallenden/Kettenstreben zuzuschneiden und dann später auch ans Tretlager zu heften.
Kühlkörper mit Formiergasanschluss
Kühlkörper mit Formiergasanschluss - Kühlkörper (hier Steuerrohr 44mm) mit Formiergasanschluss.<br> Solche Kühlkörper verwende ich auch im Tretlager und im Sitzrohr.<br> Es mindert den Schweißverzug.<br> Zudem sichert das Formieren (d.h. Argon auch von innen) eine hohe Nahtgüte in der Wurzel und dadurch, dass die Rohre nicht "verbrennen" / oxidieren schont es später auch die Reibahlen beim Ausreiben und Fräsen (Sitzrohr/Steuersatz).
X12 dropout
X12 dropout - Es ist noch kein (WIG-) Meister vom Himmel gefallen. <br> Aber die Nähte sollten recht lange halten.
Rahmen vor dem Pulvern 1
Rahmen vor dem Pulvern 1
Detail Steuerkof
Detail Steuerkof - Verstärkungsring für das untere Steuerlager + Unterrohr-Gusset.<br> Das Unterrohr Gusset ist von veränderlicher Dicke und Läuft am Ende dünn aus.<br> Es ist nur Längs verschweißt, die ausgerundeten Enden sind nur mit relativ weichem 55% Silberlot verlötet, um den Steifigkeitssprung und damit Spannungskonzentrationen gering zu halten.<br>
Rahmen vor dem Pulvern 2
Rahmen vor dem Pulvern 2 - Frisch aus dem Wasserbad, welches das Flussmittel vom Löten entfernt.<br> Jetzt geht´s zum Strahlen und Pulverbeschichten.
Elox headset 2
Elox headset 2 - Eloxieren der Hope Lagerschalen
Ansicht rechts 2
Ansicht rechts 2 - Sattel ausgefahren.<br> Wenn man sich jetzt noch einen 100kg Halunken auf dem Rad vorstellt, wird klar, warum das Sitzrohr recht großzügig an das sehr tief gezogene Oberrohr angeschlossen ist.
Ansicht links 2
Ansicht links 2 - Sieht fast wie ein 26er aus mit dem XL Rahmen, oder ?
Heck
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headbadge
headbadge - Headbadge musss sein....
Ansicht rechts Detail
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29ers can´t be jumped 1
29ers can´t be jumped 1 - Achtung: <br> Nachgestellte Szene ! Jegliche Ähnlichkeit mit real existierenden Bikes der Woche, deren Besitzern oder Erbauern sind rein zufälliger Natur.<br> Dieses Bike der Woche wird in echt natürlich niemals bewegt.
29ers can´t be jumped 2
29ers can´t be jumped 2 - Achtung: <br> Nachgestellte Szene ! Jegliche Ähnlichkeit mit real existierenden Bikes der Woche, deren Besitzern oder Erbauern sind rein zufälliger Natur.<br> Dieses Bike der Woche wird in echt natürlich niemals bewegt.

Das Weihnachts-Bike der Woche ist einmal mehr ein Stahl-Hardtail, das erneut komplett in Eigenarbeit entstanden ist. Wie schnell IBC-User MiWisBastelbude vom Mountainbike-Neuling ohne Bike zum Besitzer von drei Bikes – eines davon das heute gezeigte selbst gebaute Schmuckstück – gekommen ist, erzählt er im Interview. Viel Spaß und frohe Weihnachten mit diesem selbst geschweißten Bike der Woche!

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Bike der Woche

Michael Wiedemann / El Rebeco Evo II / 2014 – MiWisBastelbude

MTB-News.de: Hey Michael, Gratulation zu deinem exklusiven Stahl-Hardtail. Wie ist es zu diesem Bike gekommen, das wir heute als Bike der Woche vorstellen wollen?

Das Rad ist mittlerweile seit ca. 2 Monaten aufgebaut. Im Grunde ist es aus der Summe der Erfahrungen entstanden, die ich im Laufe des letzten Jahr gesammelt habe.

Was mich damit verbindet? Hmmm, so genau kann ich das gar nicht beschreiben. Es ist natürlich nur nen Klumpen Stahl. Aber für mich hat er Seele, passt einfach zu mir. Zu einem Eigenbau hab ich immer eine ganz andere Beziehung, als zu etwas gekauftem. Nicht, weil es unbedingt besser wäre. Aber es steckt viel Leidenschaft drin, viel Schweiß, auch das ein oder andere laut gefluchte Unwort. Dazu ne Menge Feierabendbiere und die ein oder andere schlaflose Nacht, in der ich noch mal eben schnell eine Idee auf nen Notizzettel schmieren musste.

Da schütteln manche nur den Kopf, logisch. Für das Geld und die Zeit kann man locker ein voll gefedertes Carbon-Enduro vom Versender mit 2 kg weniger Gewicht kaufen. Aber da wären vorne dann nicht meine Initialien drauf und es wäre halt nicht mein baby. ;-)

Ich bin absoluter MTB-Neuling und fahre seit genau einem Jahr. Im Herbst 2013 habe ich mir meine erstes MTB geschweißt, “El Rebeco Evo I” (spanisch für die Gämse). Da ich noch keine Erfahrung mit MTBs und deren Geometrien hatte, hab ich mich erstmal stark am Quarterhorse (von 2 Souls Cycles, Anm. d. Red.) orientiert und das Rad dann mit günstigen Komponenten aufgebaut.
Ich wusste ja nicht, ob ich überhaupt dauerhaft Spaß am Mountainbiken haben würde.

Rohrbiege 2
# Rohrbiege 2 - Warum wollte ich nochmal unbedingt ein gebogenes Sitzrohr ?
Der Werkzeugbau dauerte fast länger, als der Rahmenbau selber.
Radiendrehvorrichtung löten, Biegerollen drehen, Biegegerät bauen und am Ende dann fleißig kurbeln.....

Im Oktober 2013 ginge es dann mit “Evo I” zum ersten mal in die heimischen Wälder. Ich war vom ersten Moment total angefixt und stürzte mich fortan voll ins Thema. Alles war Neuland und alles war so extrem spannend für mich. Im November erzählte mir ein guter Freund dann, dass er beabsichtige, sich ein Enduro zu kaufen. Ich hatte keinen Plan, wie sich die einzelnen Radgattungen und Ausrichtungen überhaupt unterscheiden und was man am besten wofür wählt.

Also hab ich mal aus Neugierde fleißig im IBC und auf anderen websites gestöbert, was es mit diesen “neumodischen” Fullies so auf sich hat. Ich verbrachte Nacht um Nacht vor dem Rechner, durchstöberte Foren, versuchte mir einen Überblick zu verschaffen, was es überhaupt so alles gibt. Habe zeitgleich Fahrtechnikbücher verschlungen, jedes Pinkbike-Video vermutlich mindestens 3 mal geguckt und die Sucht wurde von Tag zu Tag stärker…

Im Dezember hab ich es dann nicht mehr ausgehalten und mir spontan ein Swoop 175 gekauft. Über den Winter wurden beide Räder fleißig gefahren, aus “nicht den Hauch von Fahrtechnik” wurde “vielleicht ein klein wenig Fahrtechnik”. Aus “nur ein bisschen auf Waldwegen rollen” wurde “wo ist der nächste Singletrail und warum gehts hier nicht steiler runter?”. Ich wurde mutiger, sicherer und irgendwie driftete ich immer stärker in gravity-orientierte Bereiche.

Im Februar 2014 dann das erste mal in den Park. Ich hatte den Spaß meines Lebens und war nach nur 4 Monaten MTB hoffnungslos abhängig. Im März forderte meine Sucht den nächsten Schuss und ich kaufte mir für die Park-Wochenende zusätzlich ein Kona Operator. Mit Mitte 30 einen Downhiller kaufen… ist das schon die midlife crisis? Der Bekanntenkreis schüttelte nur noch den Kopf aber mir war das egal. Warum hatte ich das nicht schon viel früher ausprobiert? Naja, es ist ja nie zu spät für groben Unfug und Flausen im Kopp.

Also wurde an allen Bikes fleißig geschraubt, es wurde getuned, gefahren wurde auch und es wurden weiter Erfahrungen im Schnelldurchlauf gesammelt und aufgesaugt. Die drei eigenen Bikes und Testfahrten auf weiteren anderen Bikes haben mein Verständnis für MTB Geometrie und MTB Technik allgemein stark erweitert. Ich konnte die Zusammenhänge immer besser verstehen, leicht unterscheiden, welche Parameter zu welchem Fahrverhalten führen und welche Art von Geometrie mir persönlich gefallen.

Meine Fahrtechnik und mein Selbstvertrauen auf dem Rad wuchsen auch. Ich wurde (zumindest gefühlt) schneller, El Rebeco Evo I stieß bezüglich Laufruhe bei hohen Geschwindigkeiten so langsam an seine und meine Grenzen. Noch vor einem Jahr hatte ich alles nicht so aggressiv ausgelegt, wie ich es mir jetzt wünschte (nur 2.25er Reifenfreiheit, Sitzrohr nicht kompatibel mit Variosattelstützen, Lenkwinkel zu steil etc.)

Ich merkte aber auch, dass ich auf den lokalen Trails mit oft wenig Gefälle das Fahrwerk des Swoop gar nicht mehr ausreizen konnte. Ich bin konditionell einfach zu schwach, um in der Ebene die Geschwindigkeit zu treten, mit der es mit dem dicken Fully interessant wird. Das alte Hardtail war also zu wenig, das Fully oftmals aber zu viel des Guten.

Ich wollte die Souveränität des Super-Enduros, aber gleichzeitig mehr Spritzigkeit im Antrieb, um effizienter Geschwindigkeit in flachen, flowigen Passagen aufbauen zu können.

Im Sommer 2014 beschloss ich dann, El Rebeco Evo II zu bauen. Und zwar genau mit den Eigenschaften, die mir für mein Traum-Hausrundenbike vorschwebten. Sehr lange und flache front, läuft gut und gibt viel Sicherheit bei Highspeed oder in steilem Gelände. Dazu aber ein kurzes Heck, damit es dennoch verspielt bleibt.

Ach ja, und dicke aggressive Reifen bitte auch, aber bitte mit 425er Kettenstreben. Logisch. Das Tretlager darf ruhig auch schön tief. Und ich wollte größtmögliche Schritt- und Bewegungsfreiheit. Und es sollte bergab gehen wie die Angst.

Eigenbau hardtail Rahmen – Kettenstreben-Einheit timelapse von MiWisBastelbudeMehr Mountainbike-Videos

Am Ende kam dann die gezeigte Geometrie dabei raus.

Rahmenskizze
# Rahmenskizze - Konstruktionsskizze Rahmen
Geometrie
# Geometrie
Kettenstreben-Skizze
# Kettenstreben-Skizze - 425mm mit 29x2.4 Reifen, da will vorher alles gut geplant sein, damit es hinterher nirgends kneift.
Zuschnitt der Rohre
# Zuschnitt der Rohre - Teilapparat mit Eigenbau Rohraufspannung.
Kettenstrebenlehre für Zuschnitt und Heften
# Kettenstrebenlehre für Zuschnitt und Heften - Eigenbau Vorrichtung um die Einheit Ausfallenden/Kettenstreben zuzuschneiden und dann später auch ans Tretlager zu heften.
Kühlkörper mit Formiergasanschluss
# Kühlkörper mit Formiergasanschluss - Kühlkörper (hier Steuerrohr 44mm) mit Formiergasanschluss.
Solche Kühlkörper verwende ich auch im Tretlager und im Sitzrohr.
Es mindert den Schweißverzug.
Zudem sichert das Formieren (d.h. Argon auch von innen) eine hohe Nahtgüte in der Wurzel und dadurch, dass die Rohre nicht "verbrennen" / oxidieren schont es später auch die Reibahlen beim Ausreiben und Fräsen (Sitzrohr/Steuersatz).
X12 dropout
# X12 dropout - Es ist noch kein (WIG-) Meister vom Himmel gefallen.
Aber die Nähte sollten recht lange halten.

Da ich selber kein Leichtgewicht bin (191cm, 100kg) und keineswegs elfenhaft in meinem Bewegungen und meiner Fahrweise, sollte das Bike robust und steif werden. Also wurde an Rohrdurchmesser nicht gegeizt und auch die Rohrwandung wurde in weiten Bereichen zu üppigen 0.9mm gewählt (ja, liebe Leichtbaufraktion, ihr dürft ruhig in panischer Schnappatmung zum Riechsalz greifen… tief durchatmen… das wird schon wieder ;-) ).

Ich hatte keine Lust, dass mir geringste Steinschläge tiefe Beulen in ein zu dünnes Unterohr schlagen. Zudem darf bei so einem langen front end auch ruhig ordentlich Torsionssteifigkeit im Unterrohr versammelt sein. Das Rad soll ja auch in gröberem Geläuf die Spur weitestgehend halten. Das ein oder andere mal werd ich die Fuhre auch allein zum Spaß an der Freude mit in den Bikepark nehmen. Das sollte der Bock schon aushalten.

Der Rest ist im Grunde schnell erzählt: Rohre bestellen, zurechtschneiden und zurechtfeilen, säubern, punkten, vermessen, durchschweissen, wieder vermessen, fertig und ab zum Pulvern.
Naja, so in etwa jedenfalls hat es sich zugetragen.

Rahmen vor dem Pulvern 1
# Rahmen vor dem Pulvern 1
Detail Steuerkof
# Detail Steuerkof - Verstärkungsring für das untere Steuerlager + Unterrohr-Gusset.
Das Unterrohr Gusset ist von veränderlicher Dicke und Läuft am Ende dünn aus.
Es ist nur Längs verschweißt, die ausgerundeten Enden sind nur mit relativ weichem 55% Silberlot verlötet, um den Steifigkeitssprung und damit Spannungskonzentrationen gering zu halten.
Rahmen vor dem Pulvern 2
# Rahmen vor dem Pulvern 2 - Frisch aus dem Wasserbad, welches das Flussmittel vom Löten entfernt.
Jetzt geht´s zum Strahlen und Pulverbeschichten.
Elox headset 2
# Elox headset 2 - Eloxieren der Hope Lagerschalen

Es ist kein Kunstwerk, ich bin nur autodidaktischer Hobbyschweißer. Aber die Nahtgüte ist zumindest technisch so gut, dass das sehr sehr lange halten wird (auf Grund meines beruflichen Hintergrundes kann ich das ganz gut einschätzen). Von meinen Eigenbauten hat bisher noch nicht einer einen Schaden und ich hoffe, dass das auf absehbare Zeit auch so bleibt. Ich gehe davon aus, dass El Rebeco Evo II und ich noch eine ganz gehörige Menge Spaß auf den Trails haben werden.

Worauf hast du beim Aufbau deiner Bikes besonders geachtet?

Ich wollte in erster Linie solide Komponenten haben. Und Komponenten, die eine gewisse “Wertigkeit” auf mich ausstrahlen. Als Selberbastler machen mich mechanisch / spanend bearbeitete Produkte wie von Hope oder Race Face irgendwie an. Weil es den Steuersatz von Hope leider nicht in der selben Farbe wie die orangenen Race Face Komponenten gab, musste ich mir zwischendurch noch eine kleine Eloxieranlage zusammenstellen. Hat erstaunlicherweise sehr gut geklappt.

Die Steuersatzschalen sind jetzt auch schön orange. Vielleicht nehme ich mir auch nochmal die Naben vor. Ansonsten habe ich zu in meinen Augen “no nonsense” Komponenten gegriffen. Es sollten keine schweren Klötze sein, aber Leichtbau auf Kosten der Dauerhaftigkeit passt genauso wenig zu mir. Also wurde es ein Mittelweg.

Ansicht rechts 2
# Ansicht rechts 2 - Sattel ausgefahren.
Wenn man sich jetzt noch einen 100kg Halunken auf dem Rad vorstellt, wird klar, warum das Sitzrohr recht großzügig an das sehr tief gezogene Oberrohr angeschlossen ist.
Ansicht links 2
# Ansicht links 2 - Sieht fast wie ein 26er aus mit dem XL Rahmen, oder ?
Heck
# Heck
headbadge
# headbadge - Headbadge musss sein....
Ansicht rechts Detail
# Ansicht rechts Detail
Ansicht vorne rechts
# Ansicht vorne rechts
Ansicht rechts totale
# Ansicht rechts totale

Wie geht es mit deinen Bikes weiter?

Bis jetzt bin ich rundum zufrieden und derzeit tatsächlich wunschlos glücklich. Evtl. kommt mal ne Hope Bremse (M4 / E4) dran. An meinem Super-Enduro fahre ich die M4 Race und bin sehr zufrieden damit. Und evtl. gönne ich mir mal nen Satz Acros FR.75 Naben. Habe ich auch am Enduro und die Qualität gefällt mir sehr.

Vielleicht bau ich auch einfach irgendwann einen Rahmen Version Evo III mit noch mehr reach und noch flacherem Lenkwinkel. Aus reiner Neugierde, bis wohin es sich noch gut anfühlt und ab wann es einfach zu viel wird.

Welchen Einsatzbereich hat dein Bike?

vorwiegend Trail-Touren, von der kurzen Hausrunde bis zur Tagestour. Aber auch mal das ein oder andere Enduro-Rennen. Aber nur zum Spaß, bisschen mit den Kumpels gucken, was geht…

Was wiegen deine Bikes?

13,95 kg

Was ist dein persönliches Highlight an deinem Bike der Woche?

Highlight… hmm. Ein einzelnes Highlight hab ich eher nicht an dem Bike. Wichtigster Punkt für mich ist: Ich fühl mich einfach sauwohl darauf, es passt wie [email protected]# auf Eimer. :-)

Drauf setzen und zu Hause fühlen. Das trägt viel dazu bei, dass ich nen gutes Selbstvertrauen habe, wenn ich das Rad fahre. Ich fahre mit dem Rad alles, was ich sonst mit meinem 175mm Super-Enduro auch fahre. Und es ist selbst gebaut – mein Baby.

Wie bist du zum Mountainbiken gekommen?

Ich bin der totale „Frischling“. Ich fahre wie gesagt erst seit einem Jahr MTB, habe in dem Jahr aber quasi im Schnelldurchgang versucht so viel wie möglich in mich aufzusaugen und mich voll reingestürzt.

Infiziert hat mich maßgeblich Ente (aka Le Canard Rahmenbau) und das Wochenende SIS 2013 (Schlaflos im Sattel). Ich bruzzel seit 3 Jahren hobbymäßig Rahmen für mich, hatte aber nie Berührungspunkte mit dem Thema Mountainbike. Über das Rahmenbauforum hab ich Ente kennengelernt. Da Bochum um die Ecke ist, trafen wir uns vor 2 Jahren auf ein Bier und die Chemie stimmte sofort. Als mich Ente dann irgendwann fragte, ob ich bei SIS 2013 in seinem Team mitfahren wolle, war die Freude riesig. Nur hatte ich ja zu der Zeit noch gar kein MTB. Also zog ich einfach nen Satz dicke SmartSams auf meinen Eigenbau Reiserad/Tourencrosser und stolperte damit Nachts über die Trails in der Pfalz. Das Wochenende hat meine ganze Fahrradwelt komplett auf den Kopf gestellt, ein absolut unvergessliches Erlebnis!

Es musste in der Konsequenz sofort ein MTB her. Also hab ich beim Patrick Laible (Totembikes) Material für den Evo I Rahmen bestellt und die Sucht nahm ihren Lauf.

29ers can´t be jumped 1
# 29ers can´t be jumped 1 - Achtung:
Nachgestellte Szene ! Jegliche Ähnlichkeit mit real existierenden Bikes der Woche, deren Besitzern oder Erbauern sind rein zufälliger Natur.
Dieses Bike der Woche wird in echt natürlich niemals bewegt.

Mountainbiken ist so vielseitig, dass ich gar nicht genau eingrenzen kann, warum ich so gerne fahre. Es ist die Summe aus allem. Abends nach der Arbeit den Kopf frei kriegen, einfach mit den lokalen Bikern durch den Wald cruisen und komplett andere Dinge fachsimpeln. Oder morgens allein im Sonnenaufgang den Berg hochkämpfen, den Wald mit allen Sinnen spüren. Die Szenerie geniessen.

Und dann Vollgas bergab, mit jedem mal besser werden, schneller oder flüssiger werden. Das Adrenalin, der bis zum Hals schlagende Puls vor dem double, das Endorphin danach wenn’s es geklappt hat.

Oder mit den Kumpels im Park und auf den Enduro-Rennen nur Faxen machen. Nichts ausser den nächsten trail im Kopf haben. Sich nochmal wie 16 fühlen beim Springen, sich den Tag darauf mit blauen Flecken und Muskelkater wie 60 fühlen. Warum hat mir nie einer gesagt, dass das so geil ist?

29ers can´t be jumped 2
# 29ers can´t be jumped 2 - Achtung:
Nachgestellte Szene ! Jegliche Ähnlichkeit mit real existierenden Bikes der Woche, deren Besitzern oder Erbauern sind rein zufälliger Natur.
Dieses Bike der Woche wird in echt natürlich niemals bewegt.

Mountainbiken als Lifestyle / die Industrie – deine Sicht

Puh… das ist schwer, da es ein weites Feld ist. Lifestyle im dem Sinne von Selbst-Definition über die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Art von Radfahrern oder gar MTB-Gruppierung interessiert mich nicht wirklich. Ich bin seit jeher von ganzem Herzen Schrauber und Selberbauer in vielen Bereichen (nicht nur Fahrrad) und damit tendenziell etwas stärker von dem gelöst, was der Markt einem vorsetzt.

Bestenlisten, Tests in Hochglanz-Magazinen und die nächste Sau die durchs Dorf getrieben wird, all das hat mich auch bei meinen anderen Hobbies schon immer sehr wenig interessiert.

Natürlich verfolge ich Trends und Entwicklungen dennoch, um daraus evtl. für mich Interessante Produkte oder Ansätze herauszuziehen. Da ich mein Brot als Ingenieur verdiene, verfolge ich fachliche Diskussionen zudem immer sehr gerne. Läuft mir jemand über den Weg (real oder virtuell), bei dem ich den Eindruck habe “der hat was zu erzählen und weiß wovon er redet”, da werd ich hellhörig und da höre ich dann hin bzw. suche den Austausch.

Du und die Internet Bike Community!?

Ich bin seit Anfang 2013 angemeldet. Zu der Zeit war ich in der Planung für ein Eigenbau Reiserad / Tourenrad-Crosser um damit im Frühjahr durch die schottischen Highlands zu fahren. Ich habe sporadisch ein wenig im Crosser und Reiserad-Forum rumgestöbert.

Nach der akuten Infektion mit dem MTB Virus bei SIS 2013 stieg mein Foren-Konsum und meine aktive Beteiligung dann rapide an. Wenn man von 0 startet, gibt es viel aufzuholen. Reifen, Fahrwerk, Fahrtechnik usw. Aber auch die lokalen Foren nutze ich gerne, um gemeinsame Trail-Touren und Bike-Park-Besuche zu verabreden.

Wenn man selektiv zu lesen weiß (wie das in allen Foren nötig ist, nicht nur im IBC), stellt das Forum eine große und wertvolle Sammlung von Erfahrungen dar.

Technische Daten

Rahmen: Michael Wiedemann / El Rebeco Evo II / 2014; Eigenbau: Stahl (CrMo) WIG geschweißt, Größe: sehr groß ;-) (Reach 466mm, Stack 644mm)
Gabel: Rock Shock Pike RCT3, 140 mm, 51 mm offset
Dämpfer:
Steuersatz: Hope tapered für 44 mm Steuerrohr, Lagerschalen selber orange eloxiert
Bremsen: Formula T1 2014, 203 mm / 180 mm
Vorbau: Spank Spike 35 mm
Lenker: Race Face Atlas, 1/2“ rise, 785 mm breit
Griffe: ODI Rogue
Felgen: Notubes ZTR Flow Ex
Naben: Hope Pro 2 Evo
Reifen: Magic Mary TS SS 2.35, Bontrager XR4 2.3
Kurbel / Innenlager: Race Face Atlas FR
Kettenblatt: Race Face narrow/wide 30T
Kettenführung:
Schalthebel: SLX
Schaltwerk: SLX 10-fach mit ”Rad-Cage" von One-Up Components
Pedale: DMR Vault
Zughüllen: k.A.
Kette: SLX
Sattel: Specialized Henge
Sattelstütze: Kind Shocks LEV 150 mm
Sattelklemme: k.A.

Sonstiges
1×10-fach mit 42T Kettenblatt

Über das Bike der Woche

Du hast ein Bike, dass sich in die ehrenhafte Riege der “Bikes der Woche” einfügen kann? Dann lese dir die Regeln für folgendes Album durch und lade ein Bild von deinem Schmuckstück in selbiges hoch. Viel Erfolg! Hier zu den Regeln: mtb-news.de/p/1290006?page=2&in=set / Das Album findet ihr hier: mtb-news.de/s/55943.

Eine Übersicht über alle bisherigen Bikes der Woche findet ihr auf dieser Seite.

  1. benutzerbild

    MiWisBastelbude

    dabei seit 01/2013

    Danke. :)
    Beste Grüße in die Nachbarschaft. :D
  2. benutzerbild

    Dr.Hossa

    dabei seit 12/2005

    Servus Michl,

    hab ich grad erst entdeckt dein BDW.
    Cool, echt! Ist sehr hübsch geworden.

    LG, Thom.
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    TVMBison

    dabei seit 01/1970

    sehr geil und wunderschön!
  5. benutzerbild

    Mr.Penguin

    dabei seit 05/2011

    Definitiv ein Grund warum ich später mal schweißen lernen möchte. :love:
    Ich kann zwar nicht deine Schweißkünste beurteilen, aber ich nehme mal an, alle deine Bikes halten! Und was mir jetzt aufgefallen ist: Die sind einfach mal verdammt schön! Solche tollen Exklusivschmieden wie Patria bauen viel konservativere, ja langweiligere Bikes. zB ist an deinem Durango die Strebe zur Stabilisierung des Hinterbaus mit Scheibenbremse 10x eleganter gelöst als beim Randonneur. Auch ein Croix de Fer kann da nicht gegen anstinken, dafür ist die gerade Gabel einfach zu geil :D.
    Gilt auch so ziemlich für das HT, das gebogen Sitzrohr finde ich super, bestimmt ein Grund, warum die Kettenstreben so kurz werden konnten.
    Auch sonst passt es sahnig von den gewählten Rohrdurchmessern, den Farben usw. Und dabei sollten deine Mittel wesentlich begrenzter sein als die einer Rahmenschweißerei.

    Fehlt nur noch, dass sich hier jemand seinen eigenen Carbon-Rahmen webt :lol:
  6. benutzerbild

    MiWisBastelbude

    dabei seit 01/2013

    Danke. :bier:

    Ja, bisher ist noch keiner meiner Rahmen gerissen. Scheint also bislang zu halten.

    Fehlt nur noch, dass sich hier jemand seinen eigenen Carbon-Rahmen webt


    Es gibt einige, die das aus CFK Rohren machen (also mit Knotenfügung ähnlich wie bei den Bambusrahmen).
    Zumindest im MTBR sieht man das oft.
    [IMG]http://img.photobucket.com/albums/v91/glenjohannesson/Shop%20Photos/Carbon%20Build/NeilFrameGlued1.jpg[/IMG]


    Ich hab auch schon Fotos gesehen, wo sich Leute für Hinterbauten die Aluformen gefräst haben, Blasen gebaut haben und dann dementsprechend Bauteile selber gebacken haben.

    Adrian Bedford (Swarf Cycles) hat ja auch klein angefangen (ist immer noch ne one-man show soweit ich weiß) und von Anfang an mit CFK Hinterbauten rumgemacht, soweit ich das verfolgt habe.
    Ich fand und finde das extrem beeindruckend, wie detailverliebt und aufwändig er das angeht.
    [IMG]http://www.swarfcycles.co.uk/uploads/5/8/2/1/58211871/2238765_orig.jpg[/IMG]

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