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Fast doppelt so viel Volumen und noch immer sehr reduziert: der Ergon BE2 Enduro Rucksack ist der große Bruder des BE1 Enduro Protect
Fast doppelt so viel Volumen und noch immer sehr reduziert: der Ergon BE2 Enduro Rucksack ist der große Bruder des BE1 Enduro Protect
Die Unterschiede sind klein aber nicht unerheblich
Die Unterschiede sind klein aber nicht unerheblich - so wird der Ergon BE2 mit Spanngurten an der Unterseite, zusätzlichen Fächern und mehr Volumen im Hauptfach geliefert. Dafür gehört der Rückenprotektor nicht mehr zum Lieferumfang und muss für 35 € separat erworben werden
Das Tragesystem ist bei BE1 und BE2 identisch
Das Tragesystem ist bei BE1 und BE2 identisch - sehr dünne und gut belüftete Schultergurte werden mit einem relativ breiten und gut gepolsterten Hüftgurt kombiniert
Das Hauptfach ist in zwei Ebenen aufgeteilt, eine Klarsichtfolie trennt und sorgt für Übersicht
Das Hauptfach ist in zwei Ebenen aufgeteilt, eine Klarsichtfolie trennt und sorgt für Übersicht
Im hinteren Teil des Hauptfachs findet sich auf der Rückenprotektor
Im hinteren Teil des Hauptfachs findet sich auf der Rückenprotektor - doch der ist nicht im Lieferumfang enthalten. Stattdessen wartet hier ein Dummy aus Schaumstoff
Die Helmhalterung ist mir zwei Spanngurten gelöst
Die Helmhalterung ist mir zwei Spanngurten gelöst - das funktioniert an sich gut, ist bei der Montage aber ein wenig hakelig
Die Leitung für das Trinksystem kann sauber am Rucksack entlang geführt werden
Die Leitung für das Trinksystem kann sauber am Rucksack entlang geführt werden
Ein echter Vorteil: Der BE2 Enduro verfügt über zwei Spanngurte an der Unterseite, mit denen beispielsweise die Knieprotektoren fixiert werden können
Ein echter Vorteil: Der BE2 Enduro verfügt über zwei Spanngurte an der Unterseite, mit denen beispielsweise die Knieprotektoren fixiert werden können
Akzeptabel im Packtest: Mit 6,5l Volumen kann der Ergon BE2 Enduro fast alles schlucken, was wir mitnehmen wollten
Akzeptabel im Packtest: Mit 6,5l Volumen kann der Ergon BE2 Enduro fast alles schlucken, was wir mitnehmen wollten - lediglich die lange Dämpferpumpe und 1,5l Wasser müssen zu Hause bleiben
Gut gerüstet und bis an die Grenze bepackt
Gut gerüstet und bis an die Grenze bepackt - je voller das obere Fach, desto schlechter sitzt der Helm am Rucksack
Für den Ergon BP100 Rückenprotektor müssen 35 € extra gezahlt werden
Für den Ergon BP100 Rückenprotektor müssen 35 € extra gezahlt werden - für uns gehört er zum Serienumfang, denn der Protektor ist zentraler Bestandteil des Ergon-Konzepts bei den Enduro Rucksäcken
Achtung: Dieses Schaumpolster ist kein Rückenprotektor. Der muss extra gekauft werden.
Achtung: Dieses Schaumpolster ist kein Rückenprotektor. Der muss extra gekauft werden.
Dann entspricht der BE2 vom Schutz her dem BE1 Enduro Protect
Dann entspricht der BE2 vom Schutz her dem BE1 Enduro Protect
Klein und kompakt: Der BE2 Enduro liegt eng am Rücken an und bedeckt nur einen Teil des Rückens, so dass der Wärme nicht viel Platz zum Aufstauen geboten wird.
Klein und kompakt: Der BE2 Enduro liegt eng am Rücken an und bedeckt nur einen Teil des Rückens, so dass der Wärme nicht viel Platz zum Aufstauen geboten wird.
Bergauf macht sich die gelungene Belüftung bezahlt
Bergauf macht sich die gelungene Belüftung bezahlt
Der Rucksack schmiegt sich eng an den Fahrer an und ein Großteil des Gewichts sitzt direkt auf dem Hüftgurt
Der Rucksack schmiegt sich eng an den Fahrer an und ein Großteil des Gewichts sitzt direkt auf dem Hüftgurt - so ist alles bestmöglich verstaut
Bergab ist der Rucksack in seinem Element: Der Halt am Rücken ist überzeugend und so stört er keineswegs, wenn es zur Sache geht.
Bergab ist der Rucksack in seinem Element: Der Halt am Rücken ist überzeugend und so stört er keineswegs, wenn es zur Sache geht.
Beim BE2 geht unserer Meinung nach das Konzept besser nutzbar auf. Beim BE1 ist im Endeffekt das Volumen soweit reduziert, dass es kaum nutzbar ist. Außer für kurze Hausrunden ist das in der Regel zu wenig
Beim BE2 geht unserer Meinung nach das Konzept besser nutzbar auf. Beim BE1 ist im Endeffekt das Volumen soweit reduziert, dass es kaum nutzbar ist. Außer für kurze Hausrunden ist das in der Regel zu wenig - so ist interessant zu beobachten, das auch der Mitentwickler Fabien Barel beim EWS-Auftakt mit einem größeren Rucksack unterwegs gewesen ist.

Der Ergon BE2 Enduro Rucksack basiert auf dem Ergon BE1 Enduro Protect, den wir bereits gestern für euch getestet haben. Warum beide Modelle in den Vergleich aufnehmen, wenn sie sich an sich doch recht ähnlich sind, könnte man sich fragen? Diese Frage ist absolut berechtigt: Unserer Einschätzung nach ist es relativ wahrscheinlich, dass man sich zwischen den beiden Modellen entscheiden muss, wenn man sich erst für einen derartig reduzierten Rucksack entschieden hat. Daher wollen wir bei dieser Kaufentscheidung ein wenig Anleitung geben und auf die Vor- und Nachteile des etwas größeren BE2 im Vergleich zum BE1 eingehen. Die Ergebnisse erfahrt ihr in diesem Test.

Fast doppelt so viel Volumen und noch immer sehr reduziert: der Ergon BE2 Enduro Rucksack ist der große Bruder des BE1 Enduro Protect
# Fast doppelt so viel Volumen und noch immer sehr reduziert: der Ergon BE2 Enduro Rucksack ist der große Bruder des BE1 Enduro Protect
Die Unterschiede sind klein aber nicht unerheblich
# Die Unterschiede sind klein aber nicht unerheblich - so wird der Ergon BE2 mit Spanngurten an der Unterseite, zusätzlichen Fächern und mehr Volumen im Hauptfach geliefert. Dafür gehört der Rückenprotektor nicht mehr zum Lieferumfang und muss für 35 € separat erworben werden
Das Tragesystem ist bei BE1 und BE2 identisch
# Das Tragesystem ist bei BE1 und BE2 identisch - sehr dünne und gut belüftete Schultergurte werden mit einem relativ breiten und gut gepolsterten Hüftgurt kombiniert

Test Ergon BE2 Enduro Rucksack

Kurz & Knapp

Der Ergon BE2 Enduro Rucksack basiert auf dem stark reduzierten Ergon BE1 Enduro Protect, der sich an Enduro-Rennfahrer richtet. Im Vergleich dazu bietet der BE2 mit 6,5l fast doppelt so viel Volumen und zusätzliche Taschen und Spanngurte sollen ihn alltagstauglicher machen als den doch recht radikalen Bruder. Ein wichtiger Unterschied ist, dass zum Preis von 139,95 € der Rückenprotektor nicht im Lieferumfang enthalten ist – der kann jederzeit nachgerüstet werden, kostet dann aber 35 € extra.

Wie sich das zusätzliche Volumen am BE2 auswirkt und ob das Konzept so besser oder schlechter aufgeht, haben wir in diesem Test auf die Probe gestellt.

Technische Daten

 Ergon BE1 Enduro Protect
Volumen6,5l
Gewicht1.030 g
Abmessungen (LxBxH)10 x 19 x 45 cm
GrößenS, L
Preis (UVP)139,95 €
Farbenblack, black/blue, black/red
MaterialNylon, Polyester

Ausstattung

Ausstattungsmerkmal 
Hüftgurtja
Brustgurtja, elastisch
Verstellung Rückenlängeja, vier Stufen
Kompressionsriemennein
Helmhalterungja, abnehmbar
Rückenprotektornein, Ergon BP100 optional
Trinkblasebis 1,5l (Ergon BH150 im Lieferumfang enthalten)
Brillenfachnein
Werkzeugfachnein
Kartenfachnein
Regenhüllenein
Rücklichtbefestigungja
Reflektorennein

Praxisnutzen

Nachdem wir den ersten Prototypen des Ergon BE1 Enduro Protect Rucksack gesehen hatten, haben wir diskutiert, wie viel Volumen man wirklich braucht. Und während sich die einen sich sicher sind, dass 3,5l vollkommen ausreichen, sind die anderen der Meinung gewesen, dass man doch etwas mehr mit auf den Trail nehmen können müsste. Ergon hat an diese potentiellen Kunden gedacht und auf der Eurobike auch eine größere Version des BE1 vorgestellt, die auf den Namen BE2 Enduro hört. Im Namen fehlt der Zusatz “Protect”, was ganz einfach daran liegt, dass der Rückenprotektor hier nicht im Lieferumfang enthalten ist.

Identisch sind die beiden Rucksäcke hingegen in ihrer Grundgestalt: Trinkblase unten quer, Stauraum oben. Das Ergebnis ist im Falle des BE2 ein Rucksack, der noch immer recht minimalistisch ausfällt, aber für diejenigen zusätzlichen Stauraum bietet, die auf der Hausrunde oder im Enduro-Rennen beispielsweise nicht auf eine Windjacke verzichten wollen. Trotz des erweiterten Volumens ist jedoch auch der BE2 noch immer eher ein Rückenprotektor mit Stauraum als ein Rucksack mit Rückenprotektor. Mit der feinen Unterscheidung, dass hier der Rückenprotektor als Sonderausstattung dazu gekauft werden muss. Damit das Konzept an sich aufgeht, würden wir diese Investition empfehlen.

Ergon BE1 / BE2 Enduro Rucksäcke by IBC_Tobi

Wir haben im Praxiseinsatz überprüft, wie gut das zusätzliche Volumen des Ergon BE2 Enduro Rucksacks nutzbar ist und ob er den Erwartungen entsprechen kann.

Beladung & Sortierung

Nachdem der BE1 Enduro Protect bei unserem Packtest nur einen Teil der Zuladung aufnehmen konnte, sind wir auf den BE2 gespannt gewesen. Das Hauptfach ist hier in etwa doppelt so groß bemessen und nochmals unterteilt. Zwischen den beiden Ebenen ist eine Klarsichtfolie, die dafür sorgt, dass man über das ohnehin schon reduzierte Packmaß gut den Überblick behält. Zusätzlich gibt es ein kleines Fach mit Reißverschluss ganz vorne auf dem Hauptfach. So gerüstet können die wichtigsten Utensilien mit eingepackt werden, Werkzeuge und andere Beladung sind jedoch stark limitiert. So sind beispielsweise ein Schlauch, der Geldbeutel und das Handy immerhin sicher verstaut. Die zentrale Botschaft ist jedoch, dass im BE2 wesentlich mehr Volumen nutzbar ist als im BE1 – womit der Rucksack deutlich alltagstauglicher wird. Auf ein Brillenfach oder eine Regenhülle muss man jedoch nach wie vor verzichten.

Das Hauptfach ist in zwei Ebenen aufgeteilt, eine Klarsichtfolie trennt und sorgt für Übersicht
# Das Hauptfach ist in zwei Ebenen aufgeteilt, eine Klarsichtfolie trennt und sorgt für Übersicht
Im hinteren Teil des Hauptfachs findet sich auf der Rückenprotektor
# Im hinteren Teil des Hauptfachs findet sich auf der Rückenprotektor - doch der ist nicht im Lieferumfang enthalten. Stattdessen wartet hier ein Dummy aus Schaumstoff

Weiteres Volumen findet sich in einer Tasche seitlich am Hüftgurt und unter dem Rucksack warten beim BE2 zwei Spanngurte, die beispielsweise Protektoren aufnehmen können. Zu guter Letzt gibt es beim 6,5l fassenden BE2 noch ein kleines Fach unter der Trinkblase, welches beispielsweise Werkzeug aufnehmen kann und insgesamt die Nutzbarkeit weiter verbessert.

Das Highlight ist auch am BE2 die von der Helmhalterung und der Trinkblase dominierte Design. Das Trinkvolumen findet unten quer am Rucksack seinen Platz. Die Führung des Trinkschlauchs gelingt dank vieler Ösen und Laschen gut, am Schultergurt sichert zusätzlich ein Clip das Ende des Schlauchs vor freiem Schwingen. Wie auch beim BE1 ist die kleine Netztasche unten im Fach der Trinkblase bei voller Volumenausnutzung nur unzureichend benutzbar.

Die Helmhalterung ist mir zwei Spanngurten gelöst
# Die Helmhalterung ist mir zwei Spanngurten gelöst - das funktioniert an sich gut, ist bei der Montage aber ein wenig hakelig

Die Helmhalterung wird durch zwei Gurte realisiert, die oben im Hauptfach ihren Platz finden und jeweils durch den Helm gefädelt werden. Nummerierte Ösen helfen dabei, die Übersicht zu behalten und an der richtigen Stelle einzufädeln. Während die Markierungen klar und deutlich sind und man sich hier eher nicht vertun kann, ist die Funktion insgesamt doch nur akzeptabel, da zwar ein sicherer Halt erreicht wird, dafür aber eine schnelle Montage einiges an Übung erfordert und je nach Helm unterschiedlich gute Ergebnisse erreicht werden. Ist er erst mal verzurrt liegt der Helm sehr eng am Rücken an, was dadurch auch mit Helm am Rucksack bei Vollgas kein Problem darstellt. Nur wenn das obere Fach bis zum Rand voll gefüllt ist, sitzt der Helm relativ gesehen etwas zu hoch auf und kann die Einkerbung unten über der Trinkblase nicht mehr voll nutzen. Hier zeigt sich, dass der BE2 vom BE1 abgeleitet worden ist.

Die Leitung für das Trinksystem kann sauber am Rucksack entlang geführt werden
# Die Leitung für das Trinksystem kann sauber am Rucksack entlang geführt werden
Ein echter Vorteil: Der BE2 Enduro verfügt über zwei Spanngurte an der Unterseite, mit denen beispielsweise die Knieprotektoren fixiert werden können
# Ein echter Vorteil: Der BE2 Enduro verfügt über zwei Spanngurte an der Unterseite, mit denen beispielsweise die Knieprotektoren fixiert werden können

In unserem Packtest tut sich auch der Ergon BE2 Enduro schwer, doch er kann die meisten Ausrüstungsgegenstände tatsächlich mit an Bord nehmen. So helfen die beiden Spanngurte unten am Rucksack ebenso wie das vergrößerte Hauptfach und am Ende bleibt nur die Hälfte des Wassers und die lange Dämpferpumpe auf der Strecke.

Akzeptabel im Packtest: Mit 6,5l Volumen kann der Ergon BE2 Enduro fast alles schlucken, was wir mitnehmen wollten
# Akzeptabel im Packtest: Mit 6,5l Volumen kann der Ergon BE2 Enduro fast alles schlucken, was wir mitnehmen wollten - lediglich die lange Dämpferpumpe und 1,5l Wasser müssen zu Hause bleiben
Gut gerüstet und bis an die Grenze bepackt
# Gut gerüstet und bis an die Grenze bepackt - je voller das obere Fach, desto schlechter sitzt der Helm am Rucksack

Qualitativ hinterlässt der Ergon Rucksack einen sehr guten Eindruck. Für den hohen Preis gibt es eine saubere Verarbeitung, die Stoffe fühlen sich hochwertig an und schöne Details wie die gummierte Unterseite sprechen dafür, dass hier überlegt worden ist wofür der Rucksack eingesetzt werden würde. So reduziert dieser Rucksack ist, so gut ist er gemacht. Die einzige echte Schwäche, die sich Ergon hier leistet ist, dass die Enden der Reißverschlüsse nicht verlängert oder gummiert sind. So wird die Handhabung erschwert und mit Handschuhen oder in der Eile zwischen zwei Etappen negativ beeinflusst. Darüber hinaus fehlt eine Möglichkeit, die überstehenden Enden der Gurte zu verstauen. Abschneiden und mit einem Feuerzeug verschmelzen wäre eine Option, doch tut das in Anbetracht des Preises mehr als nur weh.

Rücken, Gurte und Einstellungen

Wie auch der BE1 wird der Ergon BE2 Enduro in zwei Größen angeboten (S bis 175 cm, L darüber) und bietet die Möglichkeit, das Rückenteil in der Länge nach oben hin in vier Stufen einzustellen. So soll sichergestellt werden, dass der Rückenprotektor an der richtigen Stelle sitzt und das Tragesystem richtig arbeiten kann.

Alle Gurte des Rucksacks sind einstellbar – für schlanke Personen ist der Hüftgurt jedoch etwas zu lang geraten. Ergon setzt hier zum Erreichen einer bestmöglichen Fixierung bei hohem Tragekomfort auf einen durchgehend gepolsterten Gurt. Wenn dieser jedoch zu lang ist, kann man ihn nicht ideal mit der vorgesehenen Schnalle sichern. Etwas kürzer wäre hier besser. Praktisch ist hingegen die Markierung auf den Schultergurten, die relativ zum Schlüsselbein angibt, ob man den Rucksack in die richtige Position gezogen hat.

Das verstellbare Rückenteil besteht aus vier langen Mesh-Polstern, zwischen denen sich ein Belüftungskanal befindet. Das Mesh ist ähnlich dem Deuter Attack relativ dick und komfortabel ausgelegt und das untere Polster geht direkt in den Hüftgurt über. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass sich die Polster mit dem Gurt mitbewegen können und für einen sicheren Halt am Rücken sorgen.

Die Schultergurte sind aus einem gummierten, extrem dünnen Stoff gefertigt. Das ermöglicht eine sehr gute Belüftung und der Rucksack hält fest am Trikot – auch wenn er gar nicht so stark vorgespannt wird. Die Gurte selbst sind am Übergang in das verstellbare Rückenteil drehbar gelagert und sollen sich laut Ergon so ideal an die Bewegungen des Fahrers anpassen.

ERGON BE2 Rucksack – Bedienungsanleitung by IBC_Tobi

Der Hüftgurt ist wie der Rücken selbst mit Mesh-Polstern versehen und ist an den Seiten wie auch die Schultergurte aus einem weich beschichteten, dünnen Material gefertigt. Verschlossen wird der durchgehend breite Gurt mit einer breiten Schnalle, die einfach zu bedienen ist. Leider ist dieser Verschluss – wie bereits genannt – zu lang und so bei schlanken Fahrerinnen und Fahrern nicht ideal.

Sicherheitsausstattung

Welche Sicherheitsausstattung kann ein so stark reduzierter Rucksack bieten? Während sich weder Reflektoren noch eine Pfeife am Ergon BE2 Enduro finden, gibt es immerhin einen Clip zur Montage des Rücklichts und ein Fach, in den der Rückenprotektor geschoben werden kann.

Für den Ergon BP100 Rückenprotektor müssen 35 € extra gezahlt werden
# Für den Ergon BP100 Rückenprotektor müssen 35 € extra gezahlt werden - für uns gehört er zum Serienumfang, denn der Protektor ist zentraler Bestandteil des Ergon-Konzepts bei den Enduro Rucksäcken
Achtung: Dieses Schaumpolster ist kein Rückenprotektor. Der muss extra gekauft werden.
# Achtung: Dieses Schaumpolster ist kein Rückenprotektor. Der muss extra gekauft werden.
Dann entspricht der BE2 vom Schutz her dem BE1 Enduro Protect
# Dann entspricht der BE2 vom Schutz her dem BE1 Enduro Protect

Im Serienzustand ist hier eine Schaumstoffplatte montiert, die nicht als Rückenprotektor geeignet ist und zeigt, wo der Ergon BP100 Protektor eigentlich platziert werden sollte. Dieser kostet 34,95 € und besteht aus expandiertem Polystyrol-Hartschaum (Abmessungen 400 x 180 x 20 mm). Hergestellt wird der Protektor von der Firma Leidel und Kracht, die auch für Evoc fertigt, und erfüllt die Anforderungen der EN 1621–2 (Level 1). Ist er montiert, reicht er allerdings nicht bis ganz oben an das Ende des Rucksacks und wandert relativ gesehen nach unten, wenn das Rückenteil verlängert wird. Das sollte bei großen Personen berücksichtigt werden.

Der Grund, warum der Rucksack ohne Protektor geliefert wird ist, dass er auch in den USA angeboten wird. Dort soll es keine Probleme mit Produkthaftungs- und Schadenersatzansprüchen geben, weshalb Ergon den Protektor nicht von Haus aus mitliefert. Unserer Meinung nach gehört der Protektor in jedem Fall zu diesem reduzierten Rucksack, womit der Anschaffungspreis auf insgesamt 174,90 € ansteigt. Ein stolzer Preis für so wenig Rucksack.

Klein und kompakt: Der BE2 Enduro liegt eng am Rücken an und bedeckt nur einen Teil des Rückens, so dass der Wärme nicht viel Platz zum Aufstauen geboten wird.
# Klein und kompakt: Der BE2 Enduro liegt eng am Rücken an und bedeckt nur einen Teil des Rückens, so dass der Wärme nicht viel Platz zum Aufstauen geboten wird.

Auf der Tour

Tragekomfort & Belüftung

Wenn es auf den Trail geht, zeigt sich der Ergon BE2 Enduro von seiner besten Seite. Trotz des vergrößerten Volumens ist er angenehm leicht und die kompakten Abmessungen sorgen zusammen mit dem gelungenen Tragesystem dafür, dass er sich schnell anpassen und sicher an den Rücken fixieren lässt. Der Rucksack wackelt weder hin und her, noch rutscht er nach oben in den Nacken, wenn es steil bergab geht. Interessant ist, dass der elastisch ausgeführte Hüftgurt hier keinen Strich durch die Rechnung macht und gleichzeitig den Komfort steigert. Dieser gute Eindruck in der Praxis bleibt auch bei montiertem Helm erhalten und ist zu einem guten Stück darauf zurückzuführen, das die Trinkblase einen Großteil des Gewichts ausmacht und direkt zwischen den Enden des Hüftgurtes liegt, wo sie ideal fixiert werden kann.

Bergauf macht sich die gelungene Belüftung bezahlt
# Bergauf macht sich die gelungene Belüftung bezahlt
Der Rucksack schmiegt sich eng an den Fahrer an und ein Großteil des Gewichts sitzt direkt auf dem Hüftgurt
# Der Rucksack schmiegt sich eng an den Fahrer an und ein Großteil des Gewichts sitzt direkt auf dem Hüftgurt - so ist alles bestmöglich verstaut

Durch die breiten und weichen Polster ist der Rucksack gleichzeitig sehr bequem zu tragen und da ohnehin nur wenig Zuladung mit an Bord genommen werden kann, wirken sich die dünnen, ungepolsterten Schultergurte nicht negativ auf den Komfort aus.

In Anbetracht der kompakten Abmessungen und breiten Belüftungskanäle ist es auch kein Wunder, dass der Ergon auch bei der Belüftung gut abschneidet. Er ist leicht und bedeckt nur einen relativ kleinen Teil des Rückens, so dass viel Wärme direkt aufsteigen kann und nicht vom Rucksack zurückgehalten wird.

Bergab ist der Rucksack in seinem Element: Der Halt am Rücken ist überzeugend und so stört er keineswegs, wenn es zur Sache geht.
# Bergab ist der Rucksack in seinem Element: Der Halt am Rücken ist überzeugend und so stört er keineswegs, wenn es zur Sache geht.

Schutz

Der optionale Rückenprotektor im Ergon BE2 Enduro Protect wird, wie schon oben beschrieben, von der Firma Leidel & Kracht in Deutschland hergestellt. Er erfüllt die Anforderungen der EN 1621–2:2014 und hört auf den Namen P–2D 04. Die Box-Konstruktion aus EPS ist sehr leicht und schlanker als bei Evoc, was das Gewicht nochmals reduziert.

Während das niedrige Gewicht den Vorteil hat, sich positiv auf den Tragekomfort auszuwirken, muss erwähnt werden, dass es anders als die mehrschichtigen Schaumstoffprotektoren vieler Konkurrenten nicht jeden Einschlag regenerieren kann. So kann ein Sturz bleibenden Schaden am Protektor verursachen, der nur durch einen Austausch des Protektors behoben werden kann. Andernfalls ist die Schutzwirkung nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet.

Abgesehen davon deckt der Protektor die erforderlichen Bereiche ab und kann eng genug und sicher am Körper fixiert getragen werden, um seinen Schutz entfalten zu können. Gegenüber einem reinen Rückenprotektor ohne die Rucksackanbauten des Ergons ist der Abstand dennoch größer und die Fläche kleiner – ein Kompromiss, den jeder selbst für sich entscheiden muss. Wer beim Enduro-Rennfahren den vollen Schutz genießen will, der sollte sich überlegen, ob er nicht mit einem echten Rückenprotektor besser bedient ist. In jedem Fall würden wir den Kunden des Ergon BE2 Enduro empfehlen, den Rückenprotektor zu ordern. Ohne diesen geht das Konzept nur im Ansatz auf und kann das volle Potential nicht nutzen.

Beim BE2 geht unserer Meinung nach das Konzept besser nutzbar auf. Beim BE1 ist im Endeffekt das Volumen soweit reduziert, dass es kaum nutzbar ist. Außer für kurze Hausrunden ist das in der Regel zu wenig
# Beim BE2 geht unserer Meinung nach das Konzept besser nutzbar auf. Beim BE1 ist im Endeffekt das Volumen soweit reduziert, dass es kaum nutzbar ist. Außer für kurze Hausrunden ist das in der Regel zu wenig - so ist interessant zu beobachten, das auch der Mitentwickler Fabien Barel beim EWS-Auftakt mit einem größeren Rucksack unterwegs gewesen ist.

Fazit

Während der Ergon BE1 Enduro Protect ein stark reduzierter Rucksack mit deutlichen Abstrichen bei der Praxisnutzung ist, kann der Ergon BE2 Enduro das interessante Konzept für einen größeren Kundenkreis nutzbar machen und dennoch fast alle positiven Eigenschaften beibehalten. Im Serienumfang ohne Rückenprotektor geht das Konzept jedoch nur teilweise auf. Mit einem erstklassigen Sitz, hohem Tragekomfort und einer sehr guten Belüftung bietet der Ergon BE2 Enduro alles, was wir von einem Enduro-Rucksack mit Rückenprotektor erwarten – vorausgesetzt, man investiert das zusätzliche Geld in den Ergon BP100 Rückenprotektor. Insgesamt ist der Ergon BE2 Enduro teuer.

Preisvergleich Ergon BE2 Enduro

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Weitere Informationen

Ergon Homepage
Bilder: Jens Staudt, Stefanus Stahl, Tobias Stahl
Text & Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de

  1. benutzerbild

    bonzoo

    dabei seit 04/2011

    Zum Thema "nicht verlängerte Reissverschlüsse" -> Zipper Puller kaufen und "nachrüsten". Ja, die sollte dran sein, aber man kann die für so wenig Geld nachkaufen, dass das kein Auschlusskriterium sein muss.
  2. benutzerbild

    dragonjackson

    dabei seit 08/2010

    Natürlich nicht - aber sorry 175,- rufen die auf?! Da sollten sogar Ersatz Puller drin liegen ;).
    Wer in der Oberliga mitspielen will, der muss auch 100%ig sein - und dann eben den Preis aufrufen.
    Aber klar, wenn das DER Rucksack für mich wäre, wären mir die Puller egal, würde ich nachrüsten...
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  4. benutzerbild

    supercollider

    dabei seit 09/2007

    Der Rucksack gabs letztes Jahr lange Zeit zusammen mit dem BIKE Jahresabo. Damit war der Preis sehr gut. :)
    Der Originalpreis ist natürlich unter aller Kanone.
    Aber, mal ganz abgesehen vom Preis ist dies mein bisher mein liebster Rucksack. Die EVOC steckt er was Tragekomfort und Belüftung angeht so dermaßen in die Tasche das ich die schon gar nicht mehr trage. Das wiegt für mich kleinere andere Schwächen mehr als auf.
    Aber bei Rucksäcken gilt wie auch bei so vielen anderen Dingen: selber ausprobieren. Jeder ist da anders gestrickt.
  5. benutzerbild

    aisec

    dabei seit 12/2008

    Ja Leute, Spaß kostet :-D
    Nein ernsthaft, fahre schon lange Ergon Rucksäcke und der Preis rechtfertig sich erst, wenn andere Rucksäcke in die Knie gehen und der Ergon noch top da steht. Für größere Enduro Touren nehme ich meist den BA3 Evo Enduro und zum Enduro Rennen den BX1, eigentlich ein Marathon Rucksack, aber der Protektor passt auch da rein und ist etwas günstiger!

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