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Das System im Überblick
Das System im Überblick - der innere, orange Schlauchreifen drückt den Reifen gegen die Felgenhörner und schützt sie vor Durchschlägen
Der Erfinder und seine Erfindung
Der Erfinder und seine Erfindung - Alberto Deaneasi mit seinem Ventil
Ungewöhnlicher Anblick
Ungewöhnlicher Anblick - das rote Ventil mit dem seitlichen Abgang erlaubt die Befüllung des eigentlichen Reifens
Große Herausforderung
Große Herausforderung - das Ventilloch muss auf 10 mm aufgeweitet und luftdicht mit dem Ventil verbunden werden.
Das Ventil stellt die eigentliche Herausforderung dar
Das Ventil stellt die eigentliche Herausforderung dar - beide Kammern müssen unabhängig befüllbar sein
Durch das Ventil wird das Ventil des Schlauchreifen gesteckt
Durch das Ventil wird das Ventil des Schlauchreifen gesteckt - alternativ kann auch ein Schlauch oder ein Tubeless-Ventil hindurch gesteckt werden
Maximale Kompatibilität
Maximale Kompatibilität - weil der Schlauchreifen ein einfaches französisches Ventil nutzt, kann er im Fall eines Defekts leicht ersetzt werden.
Die Seitenwände des Reifens werden gestützt
Die Seitenwände des Reifens werden gestützt - der Schlauchreifen steht ein gutes Stück über die Felge und vermeidet so Beschädigungen
Klare Identifikation
Klare Identifikation - jeder Schlauchreifen kriegt seine eigene Seriennummer und beschreibt, für welche Felgenbreite und Durchmesser er geeignet ist.
Leichtbau am Schlauchrreifen
Leichtbau am Schlauchrreifen - weder Lauffläche noch Klebefläche sind wie bei klassischen Schlauchreifen ausgeführt, das senkt das Gewicht auf etwa 100 g.

Schon lange bevor Schwalbe sein Doppelkammer-System „Procore“ letzten Sommer vorgestellt hat, arbeitete Alberto Deaneasi in Italien an einem ganz ähnlichen System. Während die eigentliche Idee noch deutlich älter ist – Michelin hatte eine Lösung mit Schaumkern bereits in den Neunziger-Jahren gezeigt – experimentierte Alberto mit einem Tubular-Reifen im Reifen. Jetzt ist das System bereit zum Verkauf.

Das System im Überblick
# Das System im Überblick - der innere, orange Schlauchreifen drückt den Reifen gegen die Felgenhörner und schützt sie vor Durchschlägen

Die Idee hinter einem Doppelkammer-System ist seit letztem Sommer wieder präsent: Während eine innere Luftkammer mit sehr hohem Druck die Felge vor Durchschlägen schützt und den Reifen stützt, kann der eigentliche Reifen mit geringerem Luftdruck gefahren werden, was Grip und Komfort verbessert. Die Schwalbe-Lösung besteht aus einem Schlauch in einem Reifen in einem Reifen – das Deaneasy-System dagegen lediglich aus einem Reifen in einem Reifen. Es verzichtet also auf eine der drei Lagen. Möglich macht das der Tubular-Reifen, also ein undehnbarer, profilloser Schlauchreifen, der im Felgenbett liegt. Dieser Schlauchreifen wird mit etwa 8 Bar Luftdruck gefüllt und drückt so einerseits den Reifen gegen die Felgenwände, andererseits fängt er im Falle eines Falles Durchschläge ab.

Der Erfinder und seine Erfindung
# Der Erfinder und seine Erfindung - Alberto Deaneasi mit seinem Ventil
Ungewöhnlicher Anblick
# Ungewöhnlicher Anblick - das rote Ventil mit dem seitlichen Abgang erlaubt die Befüllung des eigentlichen Reifens
Große Herausforderung
# Große Herausforderung - das Ventilloch muss auf 10 mm aufgeweitet und luftdicht mit dem Ventil verbunden werden.

Die größte Herausforderung von zwei Reifen ineinander: Wie werden diese mit Luft befüllt? Hier kommt das von Deaneasy entwickelte Ventil ins Spiel. Das rote Ventil ist hohl ausgeführt und bildet den Kanal von außen in das Tubeless-kompatible Felgenbett. Durch das hohle Ventil wiederum kann das Ventil des Tubular gesteckt werden. Was sich kompliziert anhört, ist im Grunde ziemlich einfach: In einem tubeless aufgebauten Reifen mit niedrigem Druck sitzt ein Schlauchreifen mit hohem Druck – fertig. Beim Schlauchreifen handelt es sich um ein mit dem Hersteller Tufo entwickeltes Produkt, das auf eine Lauffläche verzichtet und insgesamt gewichtsoptimiert ist. In 27,5″ wiegt er lediglich 100 g.

Das Ventil stellt die eigentliche Herausforderung dar
# Das Ventil stellt die eigentliche Herausforderung dar - beide Kammern müssen unabhängig befüllbar sein
Durch das Ventil wird das Ventil des Schlauchreifen gesteckt
# Durch das Ventil wird das Ventil des Schlauchreifen gesteckt - alternativ kann auch ein Schlauch oder ein Tubeless-Ventil hindurch gesteckt werden
Maximale Kompatibilität
# Maximale Kompatibilität - weil der Schlauchreifen ein einfaches französisches Ventil nutzt, kann er im Fall eines Defekts leicht ersetzt werden.

Wie aber wird das Deaneasy-Ventil in die Felge eingefügt? Das ist – noch – der große Knackpunkt: Aktuell wird das Loch im Felgenbett mit einem Konus nach unten gebogen und dabei geweitet. Der darunter liegende Felgendurchbruch wird auf 10 mm aufgebohrt, erst dann kann das Deaneasy-Ventil eingeklebt werden. Der Grund: Maximale Flexibilität. Durch den größeren Durchmesser passen durch das Loch im Ventil bereits existierende, französische Ventile. Das heißt: Im Deaneasy-Ventil kann im Falle eines Falles auch ein Schlauch oder ein Tubeless-Ventil statt der zweiten Luftkammer montiert werden.

Die Seitenwände des Reifens werden gestützt
# Die Seitenwände des Reifens werden gestützt - der Schlauchreifen steht ein gutes Stück über die Felge und vermeidet so Beschädigungen

Im Sommer soll eine neue Variante des Systems vorgestellt werden, bei der das Ventil nicht mehr durch Klebstoff, sondern mechanisch in der Felge fixiert werden soll. Damit werden dann Endkunden die Montage selbst vornehmen können, das Aufbohren der Felge entfällt allerdings nicht. Die bisherige Lösung gibt es nur für Felgeninnenbreiten von 21-24 mm, in Zukunft wird es 2 Varianten geben: Für 20-25 mm und 25-30 mm Innenbreite. Erhältlich wird das System für 26″, 27,5″ und 29″ für voraussichtlich 120 € pro Rad. Die aktuelle Variante ist in Italien bereits erhältlich, das neue System soll noch dieses Jahr verfügbar sein. Den Vertrieb in Deutschland wird die Firma Alutech übernehmen.

Klare Identifikation
# Klare Identifikation - jeder Schlauchreifen kriegt seine eigene Seriennummer und beschreibt, für welche Felgenbreite und Durchmesser er geeignet ist.
Leichtbau am Schlauchrreifen
# Leichtbau am Schlauchrreifen - weder Lauffläche noch Klebefläche sind wie bei klassischen Schlauchreifen ausgeführt, das senkt das Gewicht auf etwa 100 g.

Übersicht

Vorteile von Doppelkammer-Systemen:

  • Geringerer Luftdruck ohne Gefahr von Platten, Burping und Wegknicken des Reifens
  • Größere Progression des Reifens
  • Notlaufeigenschaften

Vorteile des Deaneasy-Systems gegenüber Schwalbe Procore:

  • geringeres Gewicht
  • einfachere Montage
  • auch für schmalere Felgen (min. 20 mm)
  • Ventil unempfindlich gegenüber Dichtmilch

Nachteile des Deaneasy-Systems:

  • Ventilloch muss aufgebohrt werden
  • Geringere Flexibilität bezüglich der Felgenbreite
  • etwas teurer als Schwalbe Procore

Meinung @MTB-News.de

Konkurrenz belebt das Geschäft! Die Vorteile des Doppelkammer-Systems haben wir mit Procore bereits erfahren, doch Schwalbe kann das Produkt noch immer nicht liefern. Die italienische Alternative erfordert leider ein Aufbohren der Felge, kann aber mit anderen Argumenten Punkten. Welche Vorteile überwiegen, ist sicher eine individuelle Entscheidung, aber eines steht fest: Ein weiteres Angebot wird dafür sorgen, dass die Entwicklung von Doppelkammer-Systemen voran getrieben wird, wovon wir als Biker nur profitieren können. Warten wir ab, wann Deaneasy seine überarbeitete Version zum Kunden bringen kann.

  1. benutzerbild

    supurb-bicycles

    dabei seit 09/2013

    rrunner schrieb:
    dann hab ich die videos noch gefunden, sieht alles in allem sehr sehr Amateurhaft aus:
    Mounting the system:
    [MEDIA=youtube]mw7BcEV9c5w[/MEDIA]

    [MEDIA=youtube]P0rDNRzoVEw[/MEDIA]

    [MEDIA=youtube]KGrz4L9odt4[/MEDIA]

    das sieht wohl der Südländer das schnelle Geld.. die Idee ist sehr gut, Umsetzung leider mangelhaft..

    starker Spruch, sehr gutes Niveau... vll solltest Du es einfach mal testen und dann dein Urteil fällen. wir haben in Riva alle Testmuster mit 1 bar vorne und 1,2 bar hinten hinten verliehen: kein einziger Plattfuß, keine einzige Delle in den leichten KOM Felgen... übrigens ist unser Teamfahrer Daniel das böse böse Rennen mit dem gleichen Setup gefahren... Wir sind sehr happy mit dem System, machen aber auch kein Geheimniss daraus, dass die finale Lösung erst im Sommer fertig ist... ich denke, dass wir in Willingen fertig sind!
  2. benutzerbild

    Kyuss1975

    dabei seit 03/2014

    soil schrieb:
    ...Und ich bin auch skeptisch, was das hier betrifft: dieser Innen-Tubular ist viel zu schmal. Wenn er Durchschläge verhindern wollte, dann müsste er über das Felgenhorn hinausreichen, was er nicht tut.

    Der wird schon funktionieren wenn er mit 8 bar aufgepumpt ist.
    Das ist in etwa so, als hätte man einen Rennradreifen im Mountainbikereifen.
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  4. benutzerbild

    Wurzelpedaleur

    dabei seit 07/2009

    Ich würde mich freuen, wenn man die leichten TUFO-Schlauchreifen auch einzeln, in verschiedenen Größen und zu günstigen Preisen kaufen könnte. Preisklasse nicht viel mehr als Conti Sprinter. Der Jürgen Schlender hat erzählt, dass TUFO für die Reifen eigenen Formen benötigt und sie deshalb recht teuer sind.
    Ich finde zwei Löcher mit 6 mm besser als eins mit 10 mm und ein abstehende Ventil, das im Steinbeschuss steht.
  5. benutzerbild

    LB Jörg

    dabei seit 12/2002

    Wurzelpedaleur schrieb:

    Ich finde zwei Löcher mit 6 mm besser als eins mit 10 mm und ein abstehende Ventil, dass im Steinbeschuss steht.


    Würde ich auch besser finden.

    G:
  6. benutzerbild

    crossboss

    dabei seit 03/2012

    Ich habe mir das auch schonmal selbst mit nem alten Schlauchreifen gebaut,-) Für nen gelernten Werkzeugmacher oder einen Mechaniker im Grundeja recht easy zu machen,-)

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