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Zwar war es während dem Rennen kühl, aber bis auf wenige Ausnahmen trocken – zumindest von oben.
Zwar war es während dem Rennen kühl, aber bis auf wenige Ausnahmen trocken – zumindest von oben.
Das Eventgelände
Das Eventgelände
Vollgas im Prolog
Vollgas im Prolog
Startschuss zum Renntag
Startschuss zum Renntag
Am Start zu Stage 1
Am Start zu Stage 1 - Wo ist Walter?
Streckenbesichtigung
Streckenbesichtigung - Lemminge?
Enge Kurven ...
Enge Kurven ...
... und viele Wurzeln erwarteten die Fahrer
... und viele Wurzeln erwarteten die Fahrer
Die Rennen der Enduro One 2017 waren in Rekordtempo ausgebucht
Die Rennen der Enduro One 2017 waren in Rekordtempo ausgebucht - nun könnt ihr einen exklusiven Serien-Startplatz gewinnen!
Zusätzlich gab es auch eine schöne Highspeed-Passage über eine Wiese
Zusätzlich gab es auch eine schöne Highspeed-Passage über eine Wiese
Am Start zu Stage 3
Am Start zu Stage 3
Sieht flowiger aus als es ist
Sieht flowiger aus als es ist - denn der Weg war nass und mit einigen großen Löchern versehen
Tobias Müller sichert sich Platz 2 direkt hinter Ghost-Teamkollege Kevin Maderegger
Tobias Müller sichert sich Platz 2 direkt hinter Ghost-Teamkollege Kevin Maderegger
Holzdrop, ...
Holzdrop, ...
... Holzdrop ...
... Holzdrop ...
... und Holzkicker
... und Holzkicker
Und danach dann das verdiente Feierabendbier und eine Runde fachsimpeln
Und danach dann das verdiente Feierabendbier und eine Runde fachsimpeln
Sieger Pro Kategorie
Sieger Pro Kategorie
Sieger Women Kategorie
Sieger Women Kategorie
Sieger Guest Kategorie
Sieger Guest Kategorie
Sieger e-Bike Kategorie
Sieger e-Bike Kategorie
Sieger Beginner Kategorie
Sieger Beginner Kategorie
Sieger Sport Kategorie
Sieger Sport Kategorie
Sieger Super Senior Kategorie
Sieger Super Senior Kategorie
Sieger Senior Kategorie
Sieger Senior Kategorie

2000 Tiefenmeter, anspruchsvolle Stages und bescheidenes Wetter – der zweite Stopp der Enduro One in der Wildschönau war das ziemliche Gegenteil zum ersten Rennen in Wipperfürth. Das Rennen in den Kitzbüheler Alpen sorgte für Grinsen in vielen Gesichtern.

Tag 0 – Anreise

Am Freitag Früh geht es für mich aus dem wunderschönen Baiersbronn im Schwarzwald Richtung der Wildschönau. Ankunft in strahlendem Sonnenschein bei sommerlichen Temperaturen – hier ist es auch schön und hat sogar deutlich mehr Berge. Schnell ins Hotel einchecken und dann mal auf dem Rad die Gegend erkunden. Natürlich fahre ich genau in die falsche Richtung und finde so nicht das Eventgelände, dafür aber einen schönen Trail.

Kurze Zeit später trifft mein Kollege Christian ein, mit dem ich in der Woche zuvor schon bei der Enduro2 in Frankreich unterwegs war. Vom Balkon unseres Zimmers erspäht er sofort die Prolog-Strecke im Hang direkt gegenüber – hätte ich mal die Augen aufgemacht. Wir machen uns auf zur Abholung von Transponder & Raceplate und lassen den Tag bei Käsespätzle und Palatschinken ausklingen. Dabei treffen wir auf andere Fahrer, die wohl schon fleißig trainiert haben und über den Charakter der Stages und die Linienwahl fachsimpeln – kommen wir etwa zu spät?

Zwar war es während dem Rennen kühl, aber bis auf wenige Ausnahmen trocken – zumindest von oben.
# Zwar war es während dem Rennen kühl, aber bis auf wenige Ausnahmen trocken – zumindest von oben.

Tag 1 – Training & Prolog

Bei deutlich frischeren Temperaturen als noch am Vortag machen wir uns auf Fahrerbesprechung am Ende der Prolog-Stage. Während schon die ersten Wolken aufziehen erklärt man uns, dass wir Stage 1 mit dem Lift trainieren dürfen und wie gewohnt auch auf der Prolog-Stage, die am Renntag Stage 6 sein sollte, nach den besten Linien suchen dürfen. Der Rest der Stages darf abgelaufen, aber nicht gefahren werden, soll aber wohl auch nicht so einfach erreichbar sein.

Zusammen mit 2x Christian und Spaß-Konkurrent Max von den Gravity Pilots machen wir uns auf den recht langen Transfer auf Asphalt zum Lift. Im Lift plaudern Christian und ich über die Enduro2 am vergangenen Wochenende und sind uns einig: ein bisschen mehr Erholungszeit zwischen den Rennen wäre für uns ziemlich gut gewesen. Am Start von Stage 1 müssen wir im Nieselregen noch etwas warten, bis ab 11:00 offiziell trainiert werden darf. Also laufen wir die ersten Kehren schon mal zu Fuß ab und diskutieren über mögliche Abkürzungen über Grasnarben und welche Kurven man lieber außen oder innen anfährt. Dann geht es auf das Rad und die Strecke mit engen Spitzkehren und vielen Wurzeln hinab. Leider stürzt Christian in einer der ersten Kurven und landet unsanft auf der Hüfte.

Das Eventgelände
# Das Eventgelände

Später erwartet uns noch eine Highspeed-Passage über eine Wiese, bei der Christian Nummer zwei dann einen spektakulären Abgang über den Lenker präsentiert. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert und es kann weitergehen. Nach einer Vollgas-Passage auf Schotter geht es durch einen frisch in den Wald gefrästen Trail mit viel Gras und tückischen Querwurzeln. Danach wartet noch eine Bachdurchquerung und ein 20 m langer Sprint bergauf ins Ziel. Ich frage mich, ob das 29er mit rutschigen Nobby Nic an Vorder- und Hinterrad wohl die richtige Wahl war? Vor allem, weil über Nacht noch starker Regen gemeldet ist…

Wir fahren die recht anspruchsvolle (vor allem im Vergleich zu Wipperfürth), aber sehr spaßige Stage insgesamt drei Mal. Eigentlich wollen wir uns noch Stage 2 anschauen, aber uns kommen englischsprachige Fahrer entgegen, die sich die ersten 100 m angeschaut haben und uns von dem 1,5 m breiten Weg mit wenig Gefälle erzählen. „Einfach viel treten!“, lautet die Ansage und so sparen wir uns die Zeit. Schließlich müssen wir uns beeilen, um noch schnell ein Mal die Prolog-Strecke zu testen. Ein rutschiger Wiesenslalom mit einigen Holz-Sprüngen – schon konnte das Rennen beginnen.

Christian entscheidet sich wegen seiner schmerzenden Hüfte vom Sturz den Prolog auszusetzen. Schließlich legt dieser nur die Startreihenfolge fest und so könnte er am nächsten Tag immer noch ohne Probleme an der Start gehen, wenn auch als einer der letzten Starter.

Vollgas im Prolog
# Vollgas im Prolog

Ich entscheide mich im Prolog für die sichere Variante und mache auf der rutschigen Wiese langsam. Trotzdem bricht mir zwei Mal das Hinterrad aus, was mich zusätzlich zur zurückhaltenden Fahrweise Zeit kostet. Ich lande hinter meinem Rivalen Max – was mich natürlich umso mehr für den Sonntag motiviert. Trotzdem kann ich mir einen Platz in der dritten Startgruppe sichern, was für geringe Wartezeiten an den Trails sorgen sollte. Zum Abendessen gibt es leckeres Wiener Schnitzel und natürlich darf auch heute der Nachtisch nicht zu kurz kommen, selbstgemachter Apfelstrudel mit Vanilleeis und Sahne. Währenddessen fängt es heftig an zu regnen – ich ärgere mich umso mehr, nur meine Nobby Nic Reifen dabei zu haben. Das Fußball-Viertelfinale, Deutschland gegen Italien, hält uns noch lange wach – Elfmeterschießen sei dank…

Tag 2 – Renntag

Am nächsten Morgen entscheidet sich Christian, das Rennen auszusetzen. Seine Hüfte macht ihm stark zu schaffen und der starke Regen, der fast die ganze Nacht angehalten hat, wird die Trails sicher nicht einfacher machen. Für mich beginnt das Rennen auf nassen und rutschigen Trails um 8:42 Uhr. Entspannt geht es mit dem Lift zu Stage 1. Ich bin motiviert, versuche aber nicht zu viel zu riskieren und überhole in der ersten Wertungsprüfung sogar zwei Fahrer, die wohl mit Stürzen oder Defekten zu kämpfen hatten. Trotz einiger Fahrfehler rolle ich mit einem guten Gefühl zurück zur Gondel, befreie das Bike von gefühlten zwei Kilogramm Matsch und mache mich auf zu Stage 2.

Ich weiß, dass ich auf dieser absoluten Tret-Stage alles geben muss. Die Nobby Nic Reifen, die mir auf den nassen Wurzeln viele Aha-Momente bescherten, sollten mir hier einen großen Vorteil verschaffen. Also gehe ich auf dem etwa 1,5 m breiten Schotterweg mit einigen Kurven, vielen Gegenanstiegen und einer langen Gerade am Schluss voll ans Limit. Kurz vor dem Ziel schaffe ich sogar noch ein Überholmanöver. Wer hätte gedacht, dass man nach 2:50 Minuten so kaputt sein kann. Danach muss ich erstmal einige Minuten verschnaufen und bin froh über den folgenden entspannten Uphill, bei dem ich die Beine wieder frei fahren kann.

Startschuss zum Renntag
# Startschuss zum Renntag

Stage 3 und 4 sind sich relativ ähnlich. Minimale Gegenanstiege, ordentliches Gefälle, teilweise wurzelig, teilweise felsig und immer nass. Ich komme recht gut durch, jedoch muss man auf Stage 4 eine asphaltierte Straße queren – der mit Matsch zugesetzte Nobby Nic Hinterreifen findet das nicht so toll und sorgt dafür, dass mein Vorderrad plötzlich in Richtung Uphill statt Downhill zeigt. Der ungewollte 180er kostet etwas Zeit, aber wenigstens bin ich nicht gestürzt. Sehr schöne Trails hier in der Wildschönau!

Vor Stage 5 erwartet uns noch ein entspannter Asphalt-Uphill mit etwa 300 Höhenmetern. Am Start müssen wir dann ziemlich lange warten, die Schlange an Bikern wird immer länger. Dann die Ansage: Jemand ist auf der Stage gestürzt und setzt die Reise gen Tal auf der Trage fort. Später erfahren wir von Till Jungmann, der in Wipperfürth auf Platz 2 in der Sport Klasse gelandet ist, was passiert war: Er hat versucht eine Wurzelpassage zu überspringen, rutschte jedoch beim Absprung weg, drehte sich dadurch leicht in der Luft und schlug so der Länge nach mit der Hüfte in die Mischung aus Steinen und Wurzeln ein. Bis auf blaue Flecken und starke Schmerzen scheint aber alles gut zu sein – an dieser Stelle nochmal gute Besserung!

Am Start zu Stage 1
# Am Start zu Stage 1 - Wo ist Walter?

Dann beginnt auch für mich die wohl härteste Stage des Tages. Eine Mischung aus Fels- und Wurzelfeldern sorgt für mächtig Gerumpel. Zwischendurch muss man zielgenau über schmale und rutschige Holzbrücken fahren, um nicht daneben im Matsch stecken zu bleiben. Zum Abschluss wartete noch eine Highspeed-Passage, bei der man den richtigen Bremspunkt treffen muss, um durch die folgende rechts-links Schikane zu kommen – da ich den Trail nicht kennem wird das Anbremsen zur absoluten Rutschpartie und ich schaffe es gerade noch so durch die Schikane. Trotzdem hatte ich unfassbar viel Spaß auf dem Trail und auch die Zeit war okay.

Zum Abschluss geht es nochmal auf die mittlerweile komplett durchgeweichte und matschig-rutschige Prolog-Strecke. Hier gibt es zum Abschluss leider nochmal viele Stürze in den Kurven zu sehen – sogar der Heli muss erneut landen. Also beschließe ich, die Strecke ein weiteres Mal etwas langsamer angehen zu lassen und schaffe es trotz zahlreicher ungewollter Drifts sturzfrei ins Ziel.

Streckenbesichtigung
# Streckenbesichtigung - Lemminge?
Enge Kurven ...
# Enge Kurven ...
... und viele Wurzeln erwarteten die Fahrer
# ... und viele Wurzeln erwarteten die Fahrer

Am Ende reicht es für Platz 17, aber das Wichtigste: Dank meiner guten Zeit auf der tretlastigen Stage 2 (2:50 Minuten – Bestzeit in der Pro Klasse) landete ich insgesamt 6 Sekunden vor meinem Konkurrenten Max. Zur Versöhnung gibt es im Star-/Zielbereich nochmal besonders viel Kuchen, bevor es auf den Weg Richtung Heimat geht. Den komplette Renntag findet ihr bei Interesse auch hier auf Strava.

Fazit

Bisher definitiv mein Highlight der Enduro One Serie. Wunderschöne Landschaft, anspruchsvolle Trails und viele Tiefenmeter samt Liftunterstützung machen das Rennen in der Wildschönau zu einem echten Highlight. Der Regen machte die Stages teilweise schon sehr anspruchsvoll, was das Rennen für Einsteiger vielleicht schon ein bisschen zu schwer werden ließ. Insgesamt eine großartige Veranstaltung, die wieder mit guter Organisation, Abflatterung und Verpflegung überzeugte.

Die Rennen der Enduro One 2017 waren in Rekordtempo ausgebucht
# Die Rennen der Enduro One 2017 waren in Rekordtempo ausgebucht - nun könnt ihr einen exklusiven Serien-Startplatz gewinnen!
Zusätzlich gab es auch eine schöne Highspeed-Passage über eine Wiese
# Zusätzlich gab es auch eine schöne Highspeed-Passage über eine Wiese
Am Start zu Stage 3
# Am Start zu Stage 3
Sieht flowiger aus als es ist
# Sieht flowiger aus als es ist - denn der Weg war nass und mit einigen großen Löchern versehen
Tobias Müller sichert sich Platz 2 direkt hinter Ghost-Teamkollege Kevin Maderegger
# Tobias Müller sichert sich Platz 2 direkt hinter Ghost-Teamkollege Kevin Maderegger
Holzdrop, ...
# Holzdrop, ...
... Holzdrop ...
# ... Holzdrop ...
... und Holzkicker
# ... und Holzkicker
Und danach dann das verdiente Feierabendbier und eine Runde fachsimpeln
# Und danach dann das verdiente Feierabendbier und eine Runde fachsimpeln

Podium – Die Sieger in der Wildschönau

Sieger Pro Kategorie
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Sieger Guest Kategorie
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Sieger Super Senior Kategorie
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Text: Sebastian Beilmann | Fotos: Christian Klauer, Baboons
  1. benutzerbild

    onkel_c

    dabei seit 01/2004

    ich oute mich mal: ich war derjenige der in stage 2 so sagenhaft eingegangen ist....
    ich kündigte dir ja bereits am start an: 'lass abstand'! aber ich habe gern platz gemacht.
    mit zwei mal magic mary rollt es eben bescheiden. und mit ü50 kann man dann eben doch nicht mehr so ganz mit den jungspunden .... ;-). aber bergab lief es doch recht gut, bis auf ein, zwei einlagen in stage 1 auch aufgrund von leichter übermotivation!

    das rennen war aber top. für mich enduro at its best. der weg mag für viele weit sein in die wildschönau, er lohnt aber allemal.
    und wie immer muss man sagen: top organisiert, super strecken, sehr nette leute, top komplettpaket!
  2. benutzerbild

    saimen1975

    dabei seit 02/2014

    Ein sehr geiles Event mit top Organisation.
    Der Bericht traf den Nagel auf den Kopf.
    Nächstes Jahr wieder!
    ......auf geht's nach Dünsberg
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