Am Bike gibt es verschiedenste Verschleißteile. Reifen und Bremsbelägen sind das Erste, was einem einfällt, aber neben Komponenten kommen auch die Kleidung und die Schuhe mit der Zeit in die Jahre. Wer bereit ist, ein wenig Zeit zu investieren, kann hier mit einem Bruchteil der Kosten, die für ein neues Produkt notwendig wären, die Lebensdauer noch ein wenig ausdehnen. Der Tipp mit dem Schuhkleber Shoe Goo kam von einem Kollegen, der hiermit bereits seine Five Ten geflickt hatte. Zeit für mich, meinen Schuhbestand einer Renovierung zu unterziehen.

Shoe-Goo Schuhkleber im Test: Kurz und knapp

Produkt: Schuhkleber zur Reparatur von Gummisohlen
Farben: klar und schwarz
Ergiebigkeit: Je nach Größe des Schadens reicht eine Tube für 4 bis 6 Schuhsohlen
Preis: Ab ca. 7 Euro im Online-Handel deines Vertrauens

Eine Lösung für mein Problem bekam ich bei einer Ausfahrt mit den Jungs von Bingo-Bongo-Racing. Paul erklärte, dass er mit “Shoe Goo” schon mehrere Schuhe repariert hätte und es bislang gut halten würde – den Skateboardern unter euch dürfte Shoe Goo schon seit vielen Jahren bekannt sein.

Die Schwachstellen im Schuhwerk

Als Five Ten Schuhe auf den Markt auftauchten und wir eines der ersten Paare in die Hände bekamen, eröffneten sich für uns Flatpedalfahrer vollkommen neue Gripwelten. Vorher durchsuchten wir Skateläden nach günstigen oder reduzierten Tretern. Ziel unserer Streifzüge waren Waffelsohlen oder geriffelte Vertiefungen, in denen die Pins unserer Pedale halt finden würden. Vans waren vom Sohlenmuster ideal, aber wer damit auch nur einen Tag lang im Bikepark unterwegs war, kennt die Probleme mit einer sehr weichen Sohle, die sich “um das Pedal biegt” – und die mangelnde Dauerhaltbarkeit gegenüber den metallenen Dornen, auf denen man stand. Five Ten bot eine steife Sohle und überragenden Grip, der, je nach Pedal, vom festen Stand her fast schon in die Regionen von Klickpedalen reichte, ohne dafür Freiheit einzubüßen.

Waffelsohle? Nehm ich!
# Waffelsohle? Nehm ich! - Dennoch war man zu Pre-Stealth-Rubber-Zeiten gut beraten, Schienbeinschoner zu tragen. Zu leicht rutschte man vom Pedal – und die Konsequenzen kennt jeder Flatpedalfahrer zu gut...
Plötzlich war da eine Sohle, die für eine annähernd "geklickte" Verbindung sorgte
# Plötzlich war da eine Sohle, die für eine annähernd "geklickte" Verbindung sorgte - Wer diesen Umschwung mitgemacht hat wird sich gerne an das völlig neue Fahrgefühl auf Plattformpedalen erinnern
Wer hat hier ein Schuhproblem?
# Wer hat hier ein Schuhproblem? - Wer kennt es nicht? Man muss sich von der Freundin anhören, dass man mehr Bikeschuhe hat als sie "normale" Schuhe. Five Ten nutze ich seit zirka 8 Jahren.

Aber: Kein Schuhwerk ist für die Ewigkeit gemacht. Im tagtäglichen Einsatz leiden Nähte, Sohle und die komplette Struktur eines Schuhes. Wer wie ich lange Pins bevorzugt, wird ebenfalls mit einem höheren Verschleiss an der Sohle konfrontiert sein. Sowas geht auf Dauer schnell zu Lasten des Portemonaies. Grund genug für mich, nach möglichen Reparaturmethoden zu recherchieren, um die Nutzungsdauer der Treter zu verlängern.

Geschundene Schuhe...
# Geschundene Schuhe...
...zum Buddeln ausrangiert.
# ...zum Buddeln ausrangiert.
Auch die restlichen Klebeverbindungen gaben frühzeitig auf
# Auch die restlichen Klebeverbindungen gaben frühzeitig auf - in Bezug auf die Dauerhaltbarkeit der Klebeverbindung zwischen Schuh und Sohle besteht Verbesserungsbedarf.
Nicht nur unerfreulich
# Nicht nur unerfreulich - Je nach Pinlänge verhakt sich ein Pedal gerne im nun losen Material. Das Resultat ist ein Fuß, der in einer brenzligen Situation am Pedal hängen bleibt.
Wenn man schon mal dabei ist...
# Wenn man schon mal dabei ist... - ...kann man auch die in die Jahre gekommenen und ausgemusterten Impacts noch mal reaktivieren.

Wie repariert man eine Schuhsohle?

Wie bei jedem anderen Kleber auch muss die Oberfläche, auf welcher dieser angewendet werden soll, sauber, trocken und staubfrei sein. Ich rückte meinen Schuhen mit Seife und Bürste zur Leibe und ließ sie danach mehrere Tage trocknen. Dann ging ich ans Werk. Auf der Verpackung befindet sich der Hinweis, dass man in gut belüfteten Räumen arbeiten sollte – selten sollte man diesen Rat inniger befolgen. Es stinkt nicht ganz bestialisch, aber auf Dauer stellt sich ein leichtes Kratzen im Hals ein. Also Fenster auf oder am besten eine wärmere Jahreszeit abwarten und die komplette Aktion nach draußen verlegen.

Das Ergebnis nach jeder Menge Seife und einer Wurzelbürste
# Das Ergebnis nach jeder Menge Seife und einer Wurzelbürste
Handschuhe gibts zum Kleber dazu
# Handschuhe gibts zum Kleber dazu - wer sich ungewollt gerne mal die Finger verklebt, kann sich mit den mitgelieferten Handschuhen schützen.
Spatel und Kunststoffdüse
# Spatel und Kunststoffdüse - Zum Verteilen ist minimalistisches Werkzeug dabei.
Es kommt auf die inneren Werte an
# Es kommt auf die inneren Werte an - Ich verklebe ich die Sohle wieder so gut wie möglich mit dem Schuh und stochere herum, um den Klebstoff möglichst weiträumig zu verteilen.
Kanten glätten
# Kanten glätten - Neben den Löchern galt es auch die Seiten wieder anzubringen. Die Spitze ist eine gute Hilfe.
Viel hilft viel
# Viel hilft viel - An den gut sichtbaren beanspruchten Pedalkontaktstellen trug ich mehr Klebstoff auf, um zusätzliches Material zum Abnutzen zur Verfügung zu haben.

Dauerhaltbarkeit

Besonders in den Wintermonaten leidet das Schuhwerk. Sand, Matsch und Nässe sorgen für eine höhere Abrasion. Mit dem Shoe Goo konnte ich die Sohle erneut und haltbar an den Schuh befestigen und dem Eindringen von Matsch und Schnee unter die gerissene Sohle Einhalt gebieten.

Sicherer Stand
# Sicherer Stand - nach drei weiteren Monaten der Schuhnutzung gibt es relativ wenig zu beklagen.
Allerdings ist auch der Shoe Goo kein Allheilmittel
# Allerdings ist auch der Shoe Goo kein Allheilmittel - Auf Dauer arbeiten sich ernsthaft aggressiven Pins ebenfalls durch die frische Schicht in die gleichen Löcher, an denen schon vorher Material fehlte
Aber die Schuhlebensdauer wurde verlängert
# Aber die Schuhlebensdauer wurde verlängert - Der Kleber macht keinen neuen Schuh aus einem zerfetzten, aber man bekommt eine Sohle, die sich nicht mehr in den Pedalpins verfängt und vorhandene Löcher verschwinden lässt.

Shoe Goo Schuhkleber – Fazit

Schuhe, die auf Plattformpedalen mit langen Pins genutzt werden, leiden. Je höher der Grip, desto schneller nutzen sie sich ab. Shoe Goo bietet demjenigen, der ein wenig Bastelei und den Gestank nicht scheut, die Möglichkeit, die Nutzungsdauer von einem in Mitleidenschaft gezogenen Paar zu verlängern. Handwerklich ist man vor keine großen Herausforderungen gestellt und der Preis des Reparaturkits ist, gemessen an der hohen Ergiebigkeit, sehr fair. Ausprobieren!


Weitere Informationen

Website: http://eclecticproducts.com
Text & Redaktion: Jens Staudt
Bilder: Jens Staudt, Jonathan Kopetzky




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Über den Autor

Jens Staudt

Jens Staudt, Baujahr 1981, ehemaliger Spessarträuber und jetzt Neigschmeckter im Süden. Als Diplom Kommunikationsdesigner und absoluter Zweiradfanatiker, hat er mehr und mehr seine Leidenschaft als Fotograf entdeckt. Auf MTB-News kümmert er sich um Gestaltung und Tests. Sein Schwerpunkt liegt hier in der kompromisslosen Analyse von Geometrien und Fahrwerken. Wenn ein Teil bei ihm hält, dann kann man das Produkt getrost kaufen. Instagram: @jensstaudt

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    noocelo

    dabei seit 05/2014

    gibt es ein zwischenfazit?
  2. benutzerbild

    Anzeige

  3. benutzerbild

    Lisma

    dabei seit 05/2017

    noocelo
    gibt es ein zwischenfazit?
    Gibts immer.
  4. benutzerbild

    felixh.

    dabei seit 07/2004

    um mal ein paar Erfahrungen zu nennen nachdem mich die Impact XVI einfach fertig machen mit ihrer Schrott Qualität - letztes mal 5.10 für mich. Mit Addidas ist da alles den Berg runtergegangen.
    - Pattex und Co --> Hält nur 1-2 Tage.

    Kövulfix - puh teuer gekauft - löste sich aber leider auch immer nach 3-4 Tagen riden. Evtl ginge es wenn man die Sohle komplett abzieht, super säubert usw - aber einfach zu kompliziert perfekt anzuwenden.

    Sikaflex 252 / 11FC --> schon besser - kann man auch kleine Löcher gut mit flicken. Alternativ wäre hier noch Sikatack Drive New zu nehmen - leider noch nicht probiert - soll angeblich flüssiger sein. Sprich das verdünnen vom Sikaflex mit Acetone kann man sich sparen. Die Verarbeitung ist aber nicht easy - und härtet zu stark aus.

    Einfacher in der Nutzung und von Haltbarkeit IMHO unübertroffen: McNett Aquasure/Polyglut/Aquaglutense/Bison Liquid Rubber usw - also Urethane Neoprenanzugkleber zum flächig aufschmieren. Dadurch dass es nicht so eine Feste Masse ist rinnt es viel besser unter die Sohle - und ist auch deutlich abriebfester als Sika und bleibt recht flexibel auf den Pins.
    Wichtig ist - man muss es vor dem auftragen warm machen - sprich am besten die ganze Tube in 60° Wasser einlegen für 6-7 Minuten. Dann ist es easy zu verarbeiten und hält besser.

    Noch nicht probiert - Shoe Goo, aber Berichte bezüglich Shoe Goo zum reparieren von Handschuhen zum raceboarden sagen immer dass es deutlich dickflüssiger ist als Polyglut, und dazu lange nicht so abriebfest. Vorteil stinkt nicht so arg in der ersten Woche - dafür Krebsgefahr. Dazu genauso wie Kövulfix einfach sehr teuer.
  5. benutzerbild

    GrazerTourer

    dabei seit 10/2003

    @felixh.
    Nimm zum Reparieren von Handschuhen das von mir verlinkte allfix Zeug. Glaub mir...
  6. benutzerbild

    Ghostrider7.5k

    dabei seit 06/2012

    knappo
    sikaflex 221 ist auch top zum wiederankleben von Sohlen
    Ich will das heut mal ausprobieren. Mehr als Klebestellen sauber machen und abtrocknen bevor man den Kleber drauf macht, muss ich nicht beachten oder?

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