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Perfekte Stimmung bei den Rookies Champs
Perfekte Stimmung bei den Rookies Champs
Henri lässt den Staub fliegen
Henri lässt den Staub fliegen
Luis jagt sein Sender über die Downhill-Strecke in Serfaus-Fiss-Ladis
Luis jagt sein Sender über die Downhill-Strecke in Serfaus-Fiss-Ladis
Auch das schlechte Wetter machte den Jungs nichts aus
Auch das schlechte Wetter machte den Jungs nichts aus
Luis konnte für seinen Rennlauf nochmal eine Portion Selbstvertrauen dazu gewinnen
Luis konnte für seinen Rennlauf nochmal eine Portion Selbstvertrauen dazu gewinnen
Henri gewinnt mit 20 Sekunden Vorsprung
Henri gewinnt mit 20 Sekunden Vorsprung

 Für die zwei jüngsten aus dem Young Guns-Team, Henri und Luis Kiefer, stand mit den Rookies World Champs in Serfaus-Fiss-Ladis das Highlight des Jahres an, denn dieses Event dreht sich einzig allein um den schnellsten Nachwuchs der Welt. Teamchef Patrick Neukirchen erzählt uns, wie die SRAM Young Guns ihr Wochenende in Österreich erlebt haben.

Für die beiden Kiefer Kids stand am vergangenen Wochenende das Highlight der Saison auf dem Programm. In Serfaus-Fiss-Ladis wurde wieder der Nachwuchs aus der ganzen Welt eingeladen, um die Rookies Weltmeister zu küren. Das Wochenende stand komplett im Zeichen der Kids, so war es logisch, dass die Jungs bestmöglich unterstützt werden. Also sprangen wir in unser neues Teamfahrzeug samt perfekt eingerichteter Werkstatt, um nichts den Zufall zu überlassen. Till begleitete uns an diesem Wochenende, immerhin begann Till seine Karriere ähnlich wie Luis und Henri hier bei der Rookies WM. Für mich war es der erste Besuch bei diesem Event, aber bestimmt nicht mein letzter.

Perfekte Stimmung bei den Rookies Champs
# Perfekte Stimmung bei den Rookies Champs

Hier auf dem Rookies Cup herrscht eine tolle sportliche, aber sehr entspannte und freundschaftliche Atmosphäre. Die Kids haben einfach nur richtig viel Bock, sehen sich nicht als Konkurrenten und die Eltern sind entspannt im Hintergrund, während sich die Kleinen austoben. Wir reisten erst Freitagnacht an, die Qualifikation war somit bereits Geschichte und die nächsten beiden Tage sollten Race-Aktion pur liefern. Till sprang am Morgen aufs Bike und trainierte den gesamten Vormittag mit Luis und Henri. Es war die erste Begegnung für Till mit den beiden Kiefers, da er noch bis Juli in Whistler weilte und seinen Schulabschluss feierte. Die beiden Kids waren richtig aufgeregt und konnten es kaum erwarten, mit Till einige Runde zu drehen. Die Begeisterung war den Kids sichtlich anzusehen.

„Till fährt so cool und so locker, genauso wollen wir auch fahren!“

Nach den ersten Trainingsfahrten startete erstmals der Austausch über die Strecke. Linien wurden besprochen und Till gab den Jungs viele hilfreiche Tips und Tricks. So stellt man sich ein Team vor! Alle halten zusammen, tauschen sich aus, freuen sich füreinander und gehen gemeinsam durch Dick und Dünn. Ich freue mich jetzt schon, dieses Team in den nächsten Jahren noch begleiten zu dürfen. Nach dem Training war erstmal eine kleine Pause angebracht und alle saßen gemeinsam mit Freunden und Eltern im Teampit. Die Einen bereiteten das Essen vor, die Anderen checkten die Bikes – jeder half jedem. Eine wahnsinnig tolle Stimmung, so kommt man zu Höchstleistungen.

Nun war es aber Zeit für den Rennlauf. Vorsichtig und fast schon schüchtern fragten wir die Beiden, ob sie Till und mich mit oben am Start haben wollten. Ein kleines, strahlendes Nicken kam als Antwort. Also ab zum Lift und hoch zum Start! Wir waren überpünktlich und uns blieb mehr als ausreichend Zeit, sodass wir uns die obere Sektion vom Streckenrand nochmals anschauen konnten. So langsam stieg aber sichtlich die Nervosität von Henri. Seine Altersklasse war die Erste, die auf die Strecke musste. „Ich mag den Zustand nicht! Immer diese Nervosität!“, sprach Henri mit leichtem Schlucken. Ich versuchte Henri einige Tipps zu geben: „Nervosität ist wichtig, sie steigert dein Konzentrationsvermögen erheblich und nur mit dieser Nervosität kannst du auch dein Bestes geben! Nimm sie lieber an, als dass du gegen sie ankämpfst. Das wird nie klappen!“ Wieder bekam ich dieses leicht schüchterne Nicken, aber irgendwie hatte ich die Hoffnung und das Gefühl, meine Worte würden helfen.

Henri lässt den Staub fliegen
# Henri lässt den Staub fliegen

Langsam war es an der Zeit, Richtung Starthäuschen zu gehen und in diesem Moment wurde Henri auch aufgerufen. Er war, wie fast immer, der letzte der U13, der auf die Strecke gehen durfte. Die Nervosität stieg nun und Henri begann leicht ungeduldig zu werden. „Ich will jetzt fahren, das Warten ist ätzend!“. Leider musste sich Henri noch ein wenig gedulden. Die letzten 5 Fahrer starteten im 2:50 Minuten Abstand, damit die Rennläufe komplett via Kameras optimal übertragen werden konnten. Denn, wie es sich für eine WM gehört, werden die Rennläufe für die Eltern auf einer großen Leinwand im Ziel übertragen. Und alle, die nicht die Zeit fanden, nach Serfaus zu reisen, konnten sich das Rennen gemütlich Zuhause im Livestream anschauen. Was für ein Privileg!

Nun war es endlich so weit, Henri war am Start. Ich muss gestehen: meine Nervosität stieg ebenfalls enorm! Sie stieg höher als beim World Cup, wenn Till, Simon und Felix starten. Aber als ob Henri nie einen Hauch von Nervosität besaß, starrte Henri den Countdown an, sah die Zahl 5 auf dem Display und schoss aus dem Gatter. Die ersten Sekunden konnte ich noch miterleben und dann verschwand Henri im ersten Wald. Nun war ich vom Livetiming abhängig und die Sekunden vergingen wie Minuten, die Minuten wie Stunden. Er gewann mit einem Abstand von 12 Sekunden. Unglaublich der Kleine!

Der Tag war noch nicht gelaufen, nun war die U15 an der Reihe. Luis war bereits oben am Start, denn Luis würde sich den Start seines Bruders nie entgehen lassen. Die beiden sind wie Pech und Schwefel! Luis ist oben am Start ein ganz anderer Typ, er wirkt gelassener und entspannter. Aber, wenn man sich mit Luis unterhält, merkt man seine Anspannung. Sie ist aber völlig anders als bei Henri. Henri schaut nur auf sich und will einfach alles geben und mit Vollgas den Berg runter. Luis schaut sich eher um, spricht über andere Fahrer und wirkt in einigen Situationen eher eingeschüchtert. „Hast du den gesehen? Wie soll ich denn so schnell fahren?“ – Ich traute meine Ohren nicht, aber auf der anderen Seite fand ich es interessant zu hören und konnte vielleicht ein Ansatz finden, ihm zu helfen. Aber das Thema wollte ich erst nach seinem Rennlauf an-, bzw. besprechen.

Luis jagt sein Sender über die Downhill-Strecke in Serfaus-Fiss-Ladis
# Luis jagt sein Sender über die Downhill-Strecke in Serfaus-Fiss-Ladis

Erstmal galt es, Luis für seinen Rennlauf zu unterstützen. Wir unterhielten uns viel und begaben uns 15 Minuten vor seinem Start zum leichten Aufwärmen. Luis startete in seiner Klasse als fünftletzter, also musste er sich auch ordentlich gedulden, bis er an der Reihe war. In Luis Klasse starteten die letzten Fahrer ebenfalls im 2:50 Minuten Abstand, dafür gab es einen kompletten Rennlauf auf dem Monitor. Ich blieb bei Luis, bis er nur noch 30 Sekunden auf der Uhr hatte. Die Uhr begann zu piepen und als der Zeiger nur noch 5 Sekunden anzeigte, schoss Luis aus dem Gatter. Ich hörte noch wie Luis die Gänge durchschaltete und mit viel Style und Flow im Wald verschwand. Wieder war meine Nervosität enorm hoch und das Starren auf das Livetiming begann von vorne. Luis sollte den Rennlauf als Fünfter beenden, vor ihm befanden sich allerdings ausschließlich internationale Kids. Super Leistung!

Gehen wir jetzt alle zusammen biken?

Im Ziel angekommen war keine Spur von Müdigkeit zu erkennen. Also nichts wie in die Klamotten, Bike geschnappt und plötzlich waren wir eine Truppe aus ca. 15 Kids (naja und mir) und fuhren die anliegenden Trails. Es war eine mega tolle Stimmung und wie die ganzen Kids abgehen, Wahnsinn! Ein erster toller Tag ging für uns zu Ende!

Auch das schlechte Wetter machte den Jungs nichts aus
# Auch das schlechte Wetter machte den Jungs nichts aus

Der nächste Rennmorgen sollte Nichts Gutes verheißen: es war deutlich dunkler und der Himmel zog sich immer mehr zu. Der angekündigte Regen zog auf und kurze Zeit später begann der Dauerregen. Aber zum Glück konnten wir am Vorabend den World Cup in MSA auf der Leinwand live sehen und mit großem Stauen den Sieg von Aaron Gwin bestaunen. Was die können, schaffen die Kids doch auch und in der Tat waren die Streckenbedingungen sehr ähnlich. Dauerregen, dicke Pfützen und ein durchgängiger Bach floss die Strecke hinunter. Das waren richtig heftige Bedingungen und die Nervosität der ganzen Kids am Start war sichtlich spürbar. Ich versuchte den Kids oben am Start bestmögliche Tipps zu geben. Wie sagte Steve Peat noch einst: Follow the river – Unter dem Wasser wird der Grip auf der Strecke am Größten sein!

Nach dem Rennen kam noch ein Vater auf mich zu und bedankte sich herzlich für die Tipps, die ich seinem Sohn gab – er wurde Zweiter. Ein sehr liebes Kompliment, welches mich natürlich freute. Während Henris Rennlauf kann es eigentlich nicht geregnet haben und die Strecke muss auch komplett trocken gewesen sein, anders kann man sich doch seinen Rennlauf und den Sieg mit 20 Sekunden Vorsprung gar nicht erklären. Wahnsinn der Kleine, mit welcher Ruhe er seine Rennläufe runterhämmert.

Luis konnte für seinen Rennlauf nochmal eine Portion Selbstvertrauen dazu gewinnen
# Luis konnte für seinen Rennlauf nochmal eine Portion Selbstvertrauen dazu gewinnen

Mit Luis führte ich am Vorabend noch ein kleines Gespräch und versuchte ihn selbstbewusster zu stimmen. Luis ist ein sehr intelligenter Kerl und Fahrer, er saugt Ratschläge wie ein Schwamm auf und beherzigt diese. Und genau das brachte Luis einen megaguten Lauf bei diesen Bedingungen ein, am Ende sollte es zu Platz 6 reichen und somit zweitbester Deutscher. Luis strahlte bis über beide Ohren und er war glücklich und zufrieden mit seinem Ergebnis. Es bleibt nur eine Frage der Zeit; ein wenig mehr Kraft und Körpergröße für sein Sender und der Kerl wird noch so einige zum Staunen bringen! So ging ein wirklich einmaliges, tolles Wochenende vorüber und ich darf die Heimreise mit wirklich tollen Eindrücken antreten.

Henri gewinnt mit 20 Sekunden Vorsprung
# Henri gewinnt mit 20 Sekunden Vorsprung

Danke Jungs für das geile Wochenende!

Text: Patrick Neukirchen | Bilder: Rick Schubert / Racement




Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

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    frohrider666

    dabei seit 06/2006

    Sehr schöner Bericht. Ich war selbst auch da und kann die gute Stimmung nur bestätigen.
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    Jussi

    dabei seit 09/2007

    Hammer die beiden :daumen:
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    Sven_Kiel

    dabei seit 10/2003

    Klasse Bericht, super gefahren!!!! :daumen:
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    Krischdjan

    dabei seit 03/2014

    Top, laufe lasse !!

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