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Ich komme jetzt immer mit einem Maschinengewehr zur Messerstecherei - meine neue Rakete
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Für das leibliche Wohl ist gesorgt, da schaut sogar kurz der Himmel hervor
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Defekte bleiben nicht aus
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Enge Kurven, schnelle Stücke - so muss das sein
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Beruhigend - auch die Pros müssen mal einen Fuß absetzen
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Etwas feucht, aber sehr schön
Etwas feucht, aber sehr schön
Kirchen gibt es auch
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Die Franzosen fahren nicht umsonst alle schmale Lenker
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Servus Kurventechnik - Theo Galy zeigt wie's geht
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Erfreulich - Veronika Brüchle wird zweite und gewinnt die Gesamtwertung
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Feuchter Atem im Nacken - wenn niedrige Startnummern hinter einem stehen, darf man sich verfolgt fühlen
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Remi Thirion - Abflug des Jahres in Leogang, heute beim ersten Rennen sehr stark gefahren
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Podium Herren - geballte Kompetenz
Podium Herren - geballte Kompetenz

Der viertschnellste Referendar Europas vom Team Liteville ist wieder auf den Rennstrecken Frankreichs unterwegs und berichtet euch vom vierten und letzten Lauf der Cannondale Enduro Tour (CET). It’s Breitwieser-Time!

Hallo Deutschland, kennt ihr mich noch? Lange Rennpausen machen ja selten schnell, aber das Referendariat behindert meine seriöse Arbeit als rasenden Reporter doch etwas. Den letzten Lauf der CET lasse ich mir natürlich trotzdem nicht entgehen, zudem sich die Anreise zum Grand Ballon von Freiburg aus ja sehr in Grenzen hält.

Früh morgens laden wir den Bus voll, wobei diesmal meine halbe Jugendgruppe mitfährt, was mich als „Trainer“ natürlich sehr freut. Per Auto geht’s zum Startort oben auf dem Gipfel, womit für uns über 1000 Hm mehr Abfahrt auf dem Plan stehen als selber hochgestrampelt werden müssen. Das Wetter ist zum Glück besser als erwartet. So gefällt mir das. Arne bringt mir trotzdem noch einen Marshguard mit, insofern vielen Dank an den Bikeshop Freiburg!

Ich komme jetzt immer mit einem Maschinengewehr zur Messerstecherei - meine neue Rakete
# Ich komme jetzt immer mit einem Maschinengewehr zur Messerstecherei - meine neue Rakete
Für das leibliche Wohl ist gesorgt, da schaut sogar kurz der Himmel hervor
# Für das leibliche Wohl ist gesorgt, da schaut sogar kurz der Himmel hervor
Defekte bleiben nicht aus
# Defekte bleiben nicht aus

Um mit meinen ganzen Jungs starten zu können, verzichte ich mal wieder auf meinen Startplatz in den Top 30 und so geht es quasi aus dem Auto direkt in die Abfahrt. Etwas mehr Aufwärmen hätte nicht geschadet, aber schon auf den ersten Metern merke ich, dass der Speed trotz der langen Pause und ungewohnt wenig Zeit auf dem Rad ganz gut ist. Flüssig cruist die Strecke den Hang hinunter, versetzt mit ein paar Steinfeldern und engeren Kurven. Und dann passiert mal wieder ein Malheur: ich fahre auf eine Dame auf, kündige mich höflichst an, sie macht auch gleich Platz, allerdings nicht genug und mitten in einer Kehre. Mein Lenker hängt in ihrem ein – genauer gesagt platziere ich zielgenau meine Eightpinsleitung in ihrem Lenker. Lucky Luke wäre neidisch auf meine Lasso-Skills. Es tut einen guten Ruck und mein Remotehebel ist nicht mehr mit der Leitung verbunden. Dafür ist meine Sattelstütze nun oben. Fluchend und hektisch wickele ich mich aus ihrem Lenker und fahre weiter. Ich bin ja selbst lange Crosscountry gefahren, da werde ich wohl mit hohem Sattel so eine Stage hinunter kommen. Jedoch bin ich ja doch eher ein Möchtegern-Schurter und sehe schon bald ein, dass ich mich bei dieser Sattelhöhe sehr wahrscheinlich mit meinen Beinhaaren im Sattel verheddern würde, was einen ernsten Einschädler zur Folge hätte. In meiner Verzweiflung halte ich an und siehe da – ein Hoch auf die Mechanik meiner Stütze! – ich kann sie per Hand absenken. Einfach fest am baumelnden Zug ziehen.

Enge Kurven, schnelle Stücke - so muss das sein
# Enge Kurven, schnelle Stücke - so muss das sein

Notlaufeigenschaften sind etwas sehr feines. Weiter geht’s, zumindest bis zur nächsten Kurve. Jetzt kommt nämlich der lange Gegenanstieg. Schon zum zweiten Mal am Tag fluche ich laut, allerdings nicht besonders lange. Denn der Uphill im Wiegetritt nimmt mir jede noch vorhandene Luft. Wiegetritt, meine einzige Schwäche! Die Lunge ist kurz vorm Kollabieren, der berühmte Blutgeschmack breitet sich im Mund aus. Ich muss mich in den viel zu tiefen Sattel fallen lassen und probiere, im Sitzen weiter zu fahren. Ich fühle mich wie damals als Jugendlicher, als ich – um sau cool zu sein – auch weite Strecken immer mit meinem Bmx geradelt bin. Doch irgendwann komme auch ich ins Ziel der ersten, doch ziemlich anstrengenden Stage. Mein Plan, heute abzuliefern, ist somit schon nach wenigen Kurven vorbei, aber immerhin kann ich dank manueller Sattelverstellung das Rennen weiterfahren und beschließe, den Sattel auf den Wertungsprüfungen einfach in einer Mittelstellung zu lassen – für nichts optimal, aber auch nicht komplett blöd.

Die zweite Stage folgt direkt nach einem Mini-Transfer und bietet feinstes Trailvergnügen. Auch wenn der Sattel jetzt bergab immer etwas zu hoch ist, habe ich trotzdem großen Spaß und fühle mich recht flott. Lediglich zwei sehr eng stehende Bäume schlagen mir den Lenker aus der Hand, als ich blind über eine Kuppe fliege und besagte Stämme erst in der Luft erblicke. Also falls ihr euch mal über meine vernarbten Knöchel an der Hand wundern solltet, wisst ihr jetzt woher das kommt. Bäume, meine einzige Schwäche …

Beruhigend - auch die Pros müssen mal einen Fuß absetzen
# Beruhigend - auch die Pros müssen mal einen Fuß absetzen
Etwas feucht, aber sehr schön
# Etwas feucht, aber sehr schön
Kirchen gibt es auch
# Kirchen gibt es auch

Zur dritten Stage kommen wir durch einen ca. 40-minütigen Transfer, der auffrund meiner guten Begleitung sehr schnell vorbei ist. Die Stage zeichnet sich durch lange Hangquerungen aus. Nicht gerade meine Stärke. Ich scheine doch mehr Schwächen zu haben, als ich eigentlich dachte. Mist. Doch zurück zum Trail: man weiß nämlich, dass man jetzt sehr schnell fahren müsste. Man weiß aber auch, dass man nicht weiß, was hinter der Kurve kommt. Und deswegen kneife ich des Öfteren und bremse doch immer wieder etwas zu viel. Aber was soll’s, safety first. Montag muss ich schließlich wieder vor meiner Klasse stehen, und zwar am besten in einem Stück.

Nach der Verpflegungsstation geht es wieder den Berg hoch. Es folgte eine lange Wertung, die allerdings durch einen neutralisierten Teil gesplittet wird. Auf diesem besagten nicht gewerteten Stück treffe ich auf Max, einen meiner Jugendgruppe. Sein Finger sieht leider nicht mehr ganz gerade aus, dementsprechend ist seine Laune. Schade, denn er ist bis dahin auf Podiumskurs gewesen. Wie sich später im Krankenhaus herausstellt, hat nur seine Kapsel etwas abbekommen. Und ich lobe mich selbst für meine Entscheidung, lieber einmal zu viel zu bremsen.

Stage fünf beginnt fulminant in einem sehr steilen Gelände, wunderbar durch Steine verfeinert und durch enge Spitzkehren versüßt. Danach flacht sich das Gelände ab, häufiges Pedalieren ist gefordert, um den Speed zu halten. Da ich es im Wiegetritt nicht mehr vertreten kann, beschließe ich, immerhin schnell auszusehen und mache mich ganz klein. Haben die bei der DH-WM auch gemacht, muss also gut sein. Auf den letzten Metern haben unsere französischen Spaßvögel wieder eine kleine Überraschung parat und schicken uns durch einen Trimm-dich-Pfad, wirklich enges Slalomgefahre durch irgendwelche Klimmzugstangen inklusive. Die Beine jammern, sind sie doch soviel Laktat nicht mehr gewohnt. So rausche ich kurz vorm Kolbenfresser durch das Ziel der letzten Stage.

Die Franzosen fahren nicht umsonst alle schmale Lenker
# Die Franzosen fahren nicht umsonst alle schmale Lenker

Auf dem Dorfplatz von Guebwiller gibt es noch einen Miniparcours, der bestritten werden will – allerdings ohne Zeitnahme. Der Hunger kann dank Essensgutschein gestillt werden. Die perfekte Möglichkeit, um seine Zeiten mit den Kumpels zu vergleichen und die erlebten Anekdoten zum Besten zu geben. Dank Bikewash sehen die Räder bald schon wieder frisch aus und die Organisatoren haben sogar an einen bewachten Bikeparkplatz gedacht. Dafür ein großes Lob. Eine Live Band spielt auf, wenn auch etwas laut und ein Bus bringt uns Biker wieder hoch auf den Grand Ballon, um die Autos zu holen. Ich bin am Ende 14ter. Nicht ganz was ich mir vorgenommen hatte, aber in Anbetracht der Umstände zufriedenstellend. Zudem hatte ich großen Spaß. Ach ja, ich habe es mal wieder geschafft, einen Rennbericht zu schreiben, ohne ein Bild von mir zu haben. Da freuen sich die Sponsoren… nicht. Deswegen – Achtung, jetzt folgt komplett eigennützige Werbung – bedanke ich mich zum Ende der Saison ganz recht herzlich bei meinen Gönnern, ohne die ich wohl mit einem Baumarktfully und ohne Helm fahren müsste: Liteville, Syntace, Trickstuff, Vaude, Intend, Deuter, Fabric, Smith, Radstation Lindau und der Bikeshop Freiburg. Ihr seid die Geilsten! Werbung Ende.

Servus Kurventechnik - Theo Galy zeigt wie's geht
# Servus Kurventechnik - Theo Galy zeigt wie's geht
Erfreulich - Veronika Brüchle wird zweite und gewinnt die Gesamtwertung
# Erfreulich - Veronika Brüchle wird zweite und gewinnt die Gesamtwertung
Feuchter Atem im Nacken - wenn niedrige Startnummern hinter einem stehen, darf man sich verfolgt fühlen
# Feuchter Atem im Nacken - wenn niedrige Startnummern hinter einem stehen, darf man sich verfolgt fühlen

Fazit

Gewohnt ausgezeichnete Organisation, mehr Tiefenmeter als Höhenmeter und wie immer gute Trails. Wieder einmal lohnt sich die Fahrt in die Vogesen. Auch wenn die Strecken hier meiner Meinung nach insgesamt technisch nicht ganz die Klasse wie etwa in Mollau oder Roan L’Ètape haben, erlebt man hier einen sehr schönen Biketag. Das ist aber natürlich Geschmackssache, ich mag es nun mal sehr gern steil und technisch. Freunden des gepflegten Endurosports ist die Teilnahme an der kompletten CET auf jeden Fall sehr zu raten!

Remi Thirion - Abflug des Jahres in Leogang, heute beim ersten Rennen sehr stark gefahren
# Remi Thirion - Abflug des Jahres in Leogang, heute beim ersten Rennen sehr stark gefahren
Podium Herren - geballte Kompetenz
# Podium Herren - geballte Kompetenz

Ergebnisse und mehr unter: www.cannondale-endurotour.com




Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    schulte69

    dabei seit 08/2005

    Unterhaltsam geschrieben, danke dafür :daumen:
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    Anzeige

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    Flieg-Radler

    dabei seit 05/2016

    hi Jakob - sehr geil!
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    Thomas

    dabei seit 09/2000

    Klasse geschrieben, wie immer!
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    bliz2z

    dabei seit 07/2006

    Netter Bericht, danke Koebi!
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    opossum

    dabei seit 08/2006

    flyingcruiser
    Wo ist denn die Intendgabel geblieben?
    Danke zusammen erstmal! Intendgabel ist leider grad noch nicht passend zu meinen Laufrädern, kommt aber demnächst :)

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