Die UCI hat soeben weitere Regeländerungen für die World Cup Saison 2018 bekannt gegeben. Nachdem im letzten Jahr bereits die Finalisten bei den Frauen und Junioren gekürzt wurden, wurde nun bei den Männern die Schere angesetzt: Nur noch 60 Fahrer können am Finale teilnehmen – zudem werden nur noch 10 davon “vorqualifiziert” sein. Wir haben alle Infos zu den Änderungen.

Nur noch 60 Finalteilnehmer

“The top 60 men elite, top 15 women elite and top 20 men juniors from the qualifying rounds qualify for the finals. All women juniors who started in the seeding run are qualified for the final.” – Artikel 4.5.072

Ab 2018 werden sich nur noch die Top 60 Männer aus der Qualifikation im Finale wiederfinden. Damit folgt die UCI konsequent der Richtung, die sie bereits letztes Jahr einschlug, als die Anzahl der Frauen und Junioren im Finale reduziert wurde. Damals wurden auch die Weltranglistenpunkte angehoben, die nötig sind, um überhaupt bei einem World Cup anzutreten – hieran wird sich zunächst nichts ändern.

Weniger “vorqualifizierte” Fahrer

‚Protected riders‘ to the final are:

  1. Riders ranked in the top 5 women elite and the top 10 men elite of the final world cup standings of the previous season
  2. Riders ranked in the top 5 women elite and the top 10 men elite of the current world cup standings” – Artikel 4.5.031

Bisher waren die Top 20 Männer und Top 10 Frauen im aktuellen World Cup Ranking für das Finale “vorqualifiziert” – das bedeutet, sie mussten zwar bei der Qualifikation starten, konnten dann jedoch unabhängig vom Resultat im Finale antreten. 2018 wird dies nur noch für die Top 10 Männer und Top 5 Frauen der laufenden Saison sowie die Top 10 Männer und Top 5 Frauen der vergangenen Saison gelten. Einzige Ausnahme ist der erste World Cup 2018 in Lošinj, Kroatien, bei dem die Top 20 Männer und Top 10 Frauen der Saison 2017 “vorqualifiziert” sein werden.

Neue Punktevergabe

“… in the last round of the UCI MTB world cup season, no points for the qualifying round will be given. The points (qualifying round and final) will be awarded to the riders with corresponding position in the final … .” – Artikel 4.5.037 B

Für die Top-Positionen hat sich an der Punktevergabe nicht viel geändert – allerdings werden beim letzten World Cup der Saison keine Qualifikationspunkte mehr vergeben. Diese werden stattdessen auf die Punkte im Finale angerechnet, wodurch der erste Platz 250, statt 200 Punkte wert ist. Zudem fällt bei den Männern die Anzahl der Punkte außerhalb der Top 10 mit sinkendem Rang nun deutlich stärker ab – bei den Frauen gibt es hingegen mehr Punkte für hintere Positionen.

Kameras im Rennlauf unter Auflagen

“Cameras are not permitted during final for cross-country and during qualifying rounds and final for downhill […] The UCI can decide to allow a camera during final but only for the usage of the TV production company” – Artikel 4.1.042

Kameras während der Qualifikations- oder Final-Rennläufe sind ab jetzt nicht nur bei Downhill-Rennen sondern auch im Cross Country verboten – außer man hat eine Sondergenehmigung der UCI, da die Aufnahme an die TV-Produktionsfirma geht.

Qualifikation bei der WM

“For all DHI events (Men Elite, Women Elite, Men Juniors and Women Juniors), riders are required to ride in the qualifying round.” – Artikel 9.2.038

Bisher gab es bei der Weltmeisterschaft lediglich eine Timed Session, die keinen Einfluss auf die Startreihenfolge hatte. 2018 wird es eine Qualifikation geben, bei der die Top 80 Männer, Top 40 Frauen, Top 60 Junioren und Top 15 Juniorinnen ins Finale einziehen. Ähnlich wie bei einem World Cup werden die Top 20 Männer und Top 10 Frauen der aktuellen World Cup Gesamtwertung “vorqualifiziert” sein.

Alle aktuellen Änderungen findet ihr hier.

Was haltet ihr von den neuen Regeln? Werden sie für mehr Spannung und Leistungsdichte sorgen oder sinken dadurch die Chancen aufstrebender Fahrer?


Weitere Informationen

Website: www.uci.ch
Text & Redaktion: Gregor Sinn | MTB-News.de
Bilder: Moritz Zimmermann




Über den Autor

Gregor Sinn

Gregor Sinn, Jahrgang 1992. Ich lebe bereits seit einigen Jahren als Wahl-Ossi im Thüringer Wald – zum einen um mein Maschinenbaustudium in Ilmenau abzuschließen, vor allem jedoch aufgrund der unglaublichen Trails und coolen Szene. Ursprünglich hat alles mit Rennrad- und XC-Fahren angefangen, mittlerweile trifft man mich aber meistens auf dem Enduro- oder DH-Bike.

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    SKa-W

    dabei seit 09/2005

    cycleman
    Imho wäre es gut für die Entwicklung wenn unterschiedlich große Reifen erlaubt wäre. Z.B. 29" vorne 27,5" Plus hinten, oder ähnliches.

    DAS würde natürlich ALLES ändern. :rolleyes:


    Das neue Protected System ist wirklich blöd, das verringert unterm Strich wohl nur die übertragenen Finalläufe.
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    ---

    dabei seit 07/2011

    Werratte
    Eindeutig: RedBullshit!
    Jetzt fangen die tatsächlich an, den spektakulärsten Teil eines Sports zu verstecken, der ohnehin kaum in den Medien präsent ist. Super Marketing! :daumen:
    Bevor du mit Scheiße um dich wirfst solltest du mal dran denken das es ohne RedBull überhaupt keinen (kostenlosen!!!) Stream geben würde. Allgemein würde es im Extremsport sehr dunkel aussehen ohne Energydrinks. Damit ist nicht nur RedBull gemeint. Und das die Leute die in diesen Firmen arbeiten auch Geld für ihre Arbeit wollen sollte auch klar sein. Also lass die ihr Marketing so machen wie sie es für richtig halten. RedBull ist nicht so groß geworden weil sie Geld verschenken. Es wundert mich immer wieder das die überhaupt soviel Mühe in die Übertragung stecken für die paar Hansel die sich ein DH-Rennen anschauen wollen.
  4. benutzerbild

    piilu

    dabei seit 03/2011

    Dir ist aber schon klar, dass Red Bull es sich aussuchen kann entweder mehr Steuern zahlen oder den WC übertragen
  5. benutzerbild

    Nurmi92

    dabei seit 11/2015

    fand die 80 Fahrer im Finale passten schon. die Dichte bei den Männern ist ohnehin so hoch dass da kaum einer mal so zufällig reinfuhr. meist waren die ersten 80 Qualifizierten innerhalb von 20sec. und für die vielen Privateers wirds noch schwerer. aber vielleicht will man ja grad die loswerden. :wut:
    zeitlich bringt es halt einen kleinen Vorteil, wenn das Programm nicht ganz so lang ist und es zb im vorfeld mal ne unterbrechung gibt, sturz dgl, dann hat man zeitlich mehr Reserven. das is aber schon der einzige punkt der mir dazu einfällt warum man den Modus ändern müsste....:ka:

    WM hättn sie jez auch nicht ändern müssen. wenn sich zb ein brasilianer/japaner/deutscher(!) whatever den trip leisten will/kann, soll er doch auch im Finallauf starten dürfen. es kann ja sowieso nicht jeder hin, Uci Punkte muss man ja sich so oder so erst wo holen. ich finde das is ein schritt in die falsche Richtung, grad bei der WM werden noch mehr auf einen Start verzichten als es bisher schon der Fall war.
  6. benutzerbild

    Werratte

    dabei seit 07/2014

    ---
    Bevor du mit Scheiße um dich wirfst solltest du mal dran denken das es ohne RedBull überhaupt keinen (kostenlosen!!!) Stream geben würde. Allgemein würde es im Extremsport sehr dunkel aussehen ohne Energydrinks. Damit ist nicht nur RedBull gemeint. Und das die Leute die in diesen Firmen arbeiten auch Geld für ihre Arbeit wollen sollte auch klar sein. Also lass die ihr Marketing so machen wie sie es für richtig halten. RedBull ist nicht so groß geworden weil sie Geld verschenken. Es wundert mich immer wieder das die überhaupt soviel Mühe in die Übertragung stecken für die paar Hansel die sich ein DH-Rennen anschauen wollen.
    Da geb ich dir schon Recht. Ich bin ja auch jemand, der den Stream anschaut, aber es geht halt auf Kosten der Fahrer, die mit ihrer medialen Selbstdarstellung eingebremst werden und das fördert nicht unbedingt das Sponsoring durch branchenfremde Geldgeber. Geld verdienen kann RedBull da vermutlich sowieso nicht. Schau mal den Aufwand bei der Rampage an. Wie soll sich das finanziell tragen? Stimmt schon eher das, was @piilu schreibt.

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