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Der Start der Tour. Hinter der Tibethütte am Stilfser Joch startet der "Tibettrail", eine anspruchsvolle, aber doch flowige Abfahrt.
Der Start der Tour. Hinter der Tibethütte am Stilfser Joch startet der "Tibettrail", eine anspruchsvolle, aber doch flowige Abfahrt. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Flow vor Schotter.
Flow vor Schotter. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Gerade Stämme und kurviger Trail.
Gerade Stämme und kurviger Trail. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Kurz vor Sonnenaufgang am Madritschjoch. Das Ortler-Massiv biete eine grandiose Kulisse.
Kurz vor Sonnenaufgang am Madritschjoch. Das Ortler-Massiv biete eine grandiose Kulisse. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Erstes Licht. Die Abfahrt beginnt.
Erstes Licht. Die Abfahrt beginnt. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Kurze Pose, lange Jacke.
Kurze Pose, lange Jacke. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Deutlich über 3000m startet die Abfahrt in felsigem Gelände.
Deutlich über 3000m startet die Abfahrt in felsigem Gelände. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Max im Flow. In hochalpiner Umgebung den Flow zu finden, ist einer meiner absoluten Lieblingsbeschäftigungen.
Max im Flow. In hochalpiner Umgebung den Flow zu finden, ist einer meiner absoluten Lieblingsbeschäftigungen. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Nach Sonnenglück am Madritschjoch zieht es auf dem Weg zu Göflaner Schartl zu.
Nach Sonnenglück am Madritschjoch zieht es auf dem Weg zu Göflaner Schartl zu. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Und führt über angenehm technisch-flowiges Gelände immer weiter in Richtung Martelltal.
Und führt über angenehm technisch-flowiges Gelände immer weiter in Richtung Martelltal. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Auf geht's. Zur Göflaner Schartl müssen ein paar Meter getragen werden.
Auf geht's. Zur Göflaner Schartl müssen ein paar Meter getragen werden. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Daumen hoch! Hier gefällt es mir.
Daumen hoch! Hier gefällt es mir. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW

Max Schumann hat uns wieder eines seiner Abenteuer mitgebracht! Dieses Mal hat er sich seine Must-Ride-Liste vorgenommen und sich die Berge rund um das Vinschgau in Südtirol vorgenommen. Hier kommt MAXimFLOW X!

Seit Jahren habe ich diese Liste im Kopf. Die Liste der absoluten Trail-Highlights im Obervinschgau. Trails in hochalpinem Gelände weit jenseits der Baumgrenze, dort wo Geröll und Gletscher die Landschaft prägen und der Flow des Vinschgauer Trailzaubers entspringt.

MAXimFLOW X. // Alpine Highlights rund ums Ortler-Massiv von Max.SchumannMehr Mountainbike-Videos

Doch am liebsten besuche ich das Vinschgau in den Übergangsjahreszeiten, wenn im späten Herbst oder frühen Frühjahr anderorts schon oder noch der Winter dominiert. Dann liegt allerdings auch hier in den hohen Regionen Schnee. Und wir vergnügen uns mit den flowigen Pfaden in tieferen Lagen. Das sollte sich nun dieses Jahr ändern! Endlich werde ich die drei einfachen und fast heiligen Hochtouren-Highlights abhaken: Stilfser Joch, Madritschjoch und Göflaner Schartl.

Der Start der Tour. Hinter der Tibethütte am Stilfser Joch startet der "Tibettrail", eine anspruchsvolle, aber doch flowige Abfahrt.
# Der Start der Tour. Hinter der Tibethütte am Stilfser Joch startet der "Tibettrail", eine anspruchsvolle, aber doch flowige Abfahrt. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW

Wir starten früh um 6 mit dem Shuttle in Richtung Stilfser Joch. Um diese Uhrzeit herrscht auf der beliebten Passstraße noch angenehm wenig Verkehr. Allerdings erreichen wir dadurch die Passhöhe schon bevor uns in der Tibethütte ein Cappuccino serviert werden will. Schade, so starten wir koffeinarm in die Abfahrt. Doch auch der Anblick des Tibettrail und der Ausblick ins Tal wecken unsere zuvor auf der Passstraße müde geschaukelten Bikerseelen. Der Trail erstreckt sich vor uns in grobem Geröll und verliert sich fließend in der Ferne. Rechter Hand ragt über uns das gewaltige Ortler-Massiv. Ein Berg aus Eis und Fels. Ihn werden wir in den nächsten Tagen halb umrunden. Auf Singletrails, in Bussen und Bergbahnen.

Die Abfahrt beginnt und weckt uns endgültig auf. Zunächst noch flowig und nur answatzweise unrund wird die Abfahrt langsam steiler und wartet mit einigen spitzen Kehren auf. Nach 500 felsigen Tiefenmetern passiert der Trail wieder die Passstraße. Das Hotel Franzenfeste bietet hier eine gute Gelegenheit nun endlich die langersehnte Cappuccino-Pause einzulegen. Dazu gibt es Apfelstrudel als zweites Frühstück. Perfekt.

Flow vor Schotter.
# Flow vor Schotter. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
# Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW

Es geht weiter: tiefer ins Tal und hinein in den Wald. Der Trail bleibt technisch und steil und führt entlang des wilden Bachs immer weiter hinab. Bei Trafoi ist der Trail für uns zu Ende. Nach einer weiteren kurzen Kaffeepause rollen wir auf der Straße weiter nach Gomagoi. Von hier geht es für uns mit dem Bus hinauf nach Sulden. Ein entspannter Nachmittag steht bevor. In Sulden geht es mit der Bahn hinauf zur Schaubachhütte. Hier wollen wir die Nacht bleiben, um am nächsten Morgen im ersten Licht auf dem Madritschjoch zu stehen. Ganz motiviert, könnte man beide Joche (Stilfser und Madritsch-) auch an einem Tag schaffen, doch Abfahrtsrekorde sind heute nicht unser Ziel. Die Schaubachhütte ist gemütlich und leicht zu erreichen. Sie steht in der hochalpinen Geröll- und Gletscherlandschaft im Schatten des Ortler-Massivs und ist beliebter Ausgangspunkt für Hochtouren. Wir vertreiben uns den Abend mit Trivial Pursuit-Ratespielen und bereiten uns auf einen frühen Start am nächsten Morgen vor.

Gerade Stämme und kurviger Trail.
# Gerade Stämme und kurviger Trail. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW

Deutlich vor Sonnenaufgang kriechen wir aus den Stockbetten, rollen die Hüttenschlafsäcke ein, knabbern an der Käsesemmel, die wir uns als Frühstück am Vorabend schon mit aufs Zimmer genommen haben und streifen unsere Jacken über. Die Sterne strahlen am Himmel während wir langsam den steilen Fahrweg in Richtung Madritschjoch hinauf radeln. Hinter uns wird die noch dunkel daliegende Hütte zusehends kleiner und die Bergwelt um uns herum immer beeindruckender. Ganz langsam wird es heller. Bis zum Madritschjoch auf 3150 m Höhe sind es von der Bergstation der Bahn bzw. von der Hütte gut 600 Höhenmeter. Im Anbetracht der 2500 Tiefenmeter, die es auf der anderen Seite über das Martelltal bis nach Latsch hinuntergeht, ein absolut fairer Preis. Wir erreichen das Joch genau zum Sonnenaufgang. Fast geblendet von den ersten Strahlen, die über die Berge im Osten dringen, staunen wir über die Ruhe, Schönheit und Einsamkeit, die hier oben zu dieser Tageszeit herrscht.

Kurz vor Sonnenaufgang am Madritschjoch. Das Ortler-Massiv biete eine grandiose Kulisse.
# Kurz vor Sonnenaufgang am Madritschjoch. Das Ortler-Massiv biete eine grandiose Kulisse. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Erstes Licht. Die Abfahrt beginnt.
# Erstes Licht. Die Abfahrt beginnt. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW

Vor uns erstreckt sich ein absoluter Traumtrail. Für die hochalpine Lage ist er beeindruckend flowig. In fast moderatem Gefälle und mit mehr runden als spitzen Kehren zieht sich der Pfad flüssig und weitläufig in Richtung Tal. Immer wieder fordern kleinere und größere Hindernisse unsere Fahrtechnik, aber nie nehmen sie wirklich den Schwung. Mehrfach bleibe ich stehen und schüttele den Kopf. Ich kann kaum glauben, dass ich diese Tour noch nie gefahren bin und mir nicht schon früher die Zeit genommen habe. Und es steht bereits nach wenigen Metern fest: Ich werde wiederkommen.

Kurze Pose, lange Jacke.
# Kurze Pose, lange Jacke. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Deutlich über 3000m startet die Abfahrt in felsigem Gelände.
# Deutlich über 3000m startet die Abfahrt in felsigem Gelände. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Max im Flow. In hochalpiner Umgebung den Flow zu finden, ist einer meiner absoluten Lieblingsbeschäftigungen.
# Max im Flow. In hochalpiner Umgebung den Flow zu finden, ist einer meiner absoluten Lieblingsbeschäftigungen. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Nach Sonnenglück am Madritschjoch zieht es auf dem Weg zu Göflaner Schartl zu.
# Nach Sonnenglück am Madritschjoch zieht es auf dem Weg zu Göflaner Schartl zu. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW
Und führt über angenehm technisch-flowiges Gelände immer weiter in Richtung Martelltal.
# Und führt über angenehm technisch-flowiges Gelände immer weiter in Richtung Martelltal. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW

Wir erreichen die Ausläufer des Trails. Kurz vor der Zufallhütte kommen uns die ersten Wanderer entgegen. Wir sind froh, dass wir den Großteil der Abfahrt für uns alleine hatten. Es bewährt sich mal wieder die Regel „der frühe Vogel fängt den Wurm. Und der frühe Biker verpasst die Wanderer!“ Da die Wandersleut‘ gerade alle die Hütten verlassen haben, macht der Hüttenwirt klar Schiff. Die Stühle stehen auf dem Tisch und die Kaffeemaschine ist kalt. So gibt es auch heute wieder Kaffee erst beim zweiten Versuch weiter unten im Martelltal.

Nachdem Madritschjoch-Traumtrail geht es in verschiedenen Straße-Fahrweg-Trail-Mischvarianten das Tal hinaus bis hinunter nach Latsch. Wer hier ganz motiviert ist, schließt noch die Tour zur Göflaner Schartl an. Alternativ lässt sich diese Tour natürlich auch jederzeit mal von Latsch aus als feine Tagestour fahren. Da wir aber schonmal hinten in Martell sind, wagen wir es. Tausend Höhenmeter warten bis zur Scharte. Erst langsam strampelnd auf schmalen Straßen, dann schiebend und tragend einen Wanderweg hinauf. Oben am Grat angekommen, wartet wieder mal eine gewaltige Aussicht übers Vinschgau und eine weitere Traumabfahrt. Zunächst verläuft der Trail flowig entlang des Grats.

Auf geht's. Zur Göflaner Schartl müssen ein paar Meter getragen werden.
# Auf geht's. Zur Göflaner Schartl müssen ein paar Meter getragen werden. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW

Als es in den lichten Lärchenwald geht aber, wechselt er aber seinen Charakter radikal. Plötzlich ist es grob blockig, aber weiterhin fahrbar. Ab dem Kreuzjöchl gibt es dann zwei Varianten. Entweder links hinab Richtung Holy Hansen und nach Schlanders flowen oder rechter Hand steil, aber wieder deutlich weniger verblockt Richtung Martelltal und schließlich über Waldwege Richtung Latsch ausrollen. Beides fein, Entscheidungen können schwierig sein. Wir wählen die Variante übers Martelltal und staunen auch hier mal wieder über die Schönheit und den Spaß, den die Vinschgauer Pfade zu bieten haben.

Daumen hoch! Hier gefällt es mir.
# Daumen hoch! Hier gefällt es mir. - Foto: Tobias Woggon / MAXimFLOW

Am Abend im Tal, schüttel ich immer noch mein Köpfchen. Diese Trails sind fast zu schön und hochalpin flowig, um so leicht erreichbar zu sein. Und sie bleiben definitiv weit oben auf meiner To-Ride-Liste.

Text: Max Schumann | Bilder: Tobias Woggon & Max Schumann
Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    Carsten

    dabei seit 11/2000

    Es geht noch deutlich alpiner. Auf der Inner Circle Runde um den Ortler
    http://www.schymik.de/wordpress/category/2015-inner-circe-project/
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    Carsten

    dabei seit 11/2000

    Man kann schartl auch mit dem Marteller Höhenweg kombinieren. Haben wir letztes Jahr im Oktober gemacht. Ist etwas mühsam aber landschaftlich sehr sehr lohnend...Bilder davon bei die Schwertreiter https://www.mtb-news.de/forum/t/schwertreiter-und-freunde-aus-aalen.634073/page-44 (ganz unten)

    [​IMG]
  4. benutzerbild

    All_mtn

    dabei seit 07/2014

    Schönes Video, da werden Erinnerungen an den Latsch Urlaub 2015 wach...
  5. benutzerbild

    Grins3katze

    dabei seit 07/2012

    Carsten
    Man kann schartl auch Mut dem marteller Höhenweg kombinieren. Haben wir letztes Jahr im Oktober gemacht. Ist etwas mühsam aber landschaftlich sehr sehr lohnend...Bilder davon bei die Schwertreiter
    ca. wieviel % vom Marteller Höhenweg ist fahrbar?
  6. benutzerbild

    Carsten

    dabei seit 11/2000

    Runter alles mit der richtigen Fahrtechnik, hoch nicht so viel ;-)

    [​IMG]

    Es geht bei Touren eher um das Gesamterlebnis:
    Im Oktober bei super Farben stundenlang einen sonnigen südseitigen Höhenweg genießen statt im Schatten am Holy Hansen rum zu fahren kann gut sein...
    Im Sommer bei schwüler Hitze mit Gewitter im Nacken sieht das ganz anders aus...

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