Mit dem Smart-Components Moppel hat sich IBC-User Speedskater seinen Traum vom schnörkellosen und wartungsarmen Universalschweinchen mit breiten Reifen für einen großen Anwendungsbereich erfüllt. Zum Custom-Titanrahmen aus China kommt eine sinnvolle und haltbare Ausstattung samt Rohloff Speedhub Getriebenabe mit Gates-Riemen. Viel Spaß mit diesem Bike der Woche.

Bike der Woche

Smart-Components Moppel, Speedskater

Das Smart-Components Moppel von IBC-User Speedskater
# Das Smart-Components Moppel von IBC-User Speedskater

MTB-News.de: Hallo Speedskater, dein Smart-Components Moppel ist uns dank schickem Custom-Titanrahmen und ausgefallener Ausstattung sofort aufgefallen. Wie ist es zu deinem Bike gekommen, das wir heute als Bike der Woche vorstellen?

Ich wollte ein Universalschweinchen für viele Einsatzbereiche bauen, dass sich gut über Trails jagen lässt und guten Vortrieb hat – mit dem man steile Rampen hochtreten und steile Rampen runterfahren kann. So kam mir die Idee für ein Hardtail mit 140 mm Federweg und einem flachen Lenkwinkel. Da sich das Konzept von meinem B+ Commuter bewährt hat, wollte ich den Antrieb mit Zahnriemen, Rohloff und die intern verlegten Schaltzüge und Bremsleitung wieder so aufbauen. Eine interne Zugverlegung für Kettenschaltung und eine absenkbare Sattelstütze sollte auch vorgesehen werden. Bei meinem B+ Commuter ist zwischen den Kurbelarmen viel Platz. Also habe ich mal nachgemessen und festgestellt, dass es mit dem gleichen Design möglich sein sollte, mit einem 73 mm BSA Tretlagergehäuse, normaler MTB-Kurbel mit einem Q-Faktor von ca. 178 mm und dem Rohloff Ritzel Carrier – der eine Kettenlinie von 58mm hat – eine Reifenfreiheit für 100 mm breite Reifen zu realisieren. Eine vorhandene Rohloff Speedhub mit 135 mm Schraubachse sollte auch Verwendung finden.

Auf der Suche nach einer passenden Gabel bin ich bei einer Fox 34 27.5+ mit 140 mm gelandet. Da passen gerade noch 4,0″ Reifen auf Felgen mit 60 mm Maulweite rein. Daraus ergibt sich eine Einbauhöhe der Gabel von 540 mm. Die restliche Geometrie war schnell festgelegt: Sitzrohrlänge 460 mm, Oberrohrlänge 610 mm, Sitzwinkel 73°, Lenkwinkel 65°, Steuerrohr 110 mm SZ44/SZ56, BB-Drop 60 mm, Kettenstrebenlänge 435 mm.

Soweit der Plan, jetzt musste ich das „nur noch“ dem Rahmenbauer erklären. Weil es sich bewährt hat, sollte der Titanrahmen wieder in China geschweißt werden. Da die interne Zugverlegung schon mit Projekt 2016 geklärt war, musste ich die Jungs nur noch überzeugen, dass ein Rahmen mit 73 mm BSA Tretlager, 135 mm Rohloff und 100 mm breiten Reifen machbar ist. Da ich inzwischen weiß wie das geht, war schon nach vier Wochen die Freigabezeichnung perfekt und nachdem der Zoll gegen Zahlung eines Lösegeldes den Rahmen wieder rausgerückt hatte, konnte ich am Freitag den 27.01.2017 den Rahmen in den Händen halten.

Einige Teile waren schon eingetroffen, die 559 x 60 mm Laufräder schon aufgebaut, dazu ein paar vorhandene Teile aus der Restekiste und das Bike war am nächsten Tag fahrbereit. Nachdem ich die Übersetzung von 32/16 für gut befunden hatte, habe ich eine 39er und 20er Riemenscheibe und einen 111er Zahnriemen bestellt. Beim ersten Ausritt auf ruppigen Trails war die Fox 34 einfach nur eine Enttäuschung und erst seit der Nachrüstung eines AWK ist die Performance OK. Später wurde noch eine Race Face Turbine Kurbel und SRAM Guide installiert.

Jetzt werden sich einige fragen, warum sind auf manchen Bildern 200/180er Bremsscheiben und auf anderen 180/160er Bremsscheiben zu sehen sind. Wenn ich in den Alpen unterwegs bin, bevorzuge ich vorne 200 mm und hinten 180er Bremsscheiben. In den hessischen Mittelgebirgen sind vorne 180 mm und hinten 160 mm ausreichend und die zwei Sätze lagen hier noch rum, sodass ich auf dem 27,5 x 3,25“ Laufradsatz und dem 26 x 4“ Laufradsatz die gleichen Scheiben drauf habe und nur die Räder wechseln muss.

Nachdem ich günstig eine Race Face Variostütze schnappen konnte, die besser zu Kurbel und Vorbau passt, ist die Kind Shock in mein Enduro umgezogen und verrichtet jetzt dort ihren Dienst. Die originalen Remotehebel der Sattelstützen sind nicht wirklich ergonomisch und sehen wie ein Fremdkörper aus, daher wurde der Remotehebel von Wolftooth verbaut.

Viele weitere Informationen findet ihr im Aufbauthread zum Smart Components Moppel.

Der schicke Carbon Flatbar ist 700 mm breit
# Der schicke Carbon Flatbar ist 700 mm breit
Selbstbau-Schaltgriff für die Rohloff
# Selbstbau-Schaltgriff für die Rohloff
Wolf Tooth Remote Hebel für Sattelstütze
# Wolf Tooth Remote Hebel für Sattelstütze

Worauf hast du beim Aufbau deines Bikes besonders geachtet?

Besonders wichtig war mir, ein schnörkelloses und wartungsarmes Universalschweinchen für einen großen Anwendungsbereich zu bauen – und ich denke das ist mir auch gelungen. Ich habe zwei Laufrad-Sätze, einen 559 x 60 mm passend für 26 x 4“ und einen 584 x 45 mm für 27,5 x 3“ und kann schnell zwischen Fat- und B+ Bike wechseln.

Wie geht es mit deinem Bike weiter?

Ich finde das Bike perfekt, im Sommer hat sich der Jumbo Jim gut geschlagen, für den Winter habe ich vorne und hinten einen VanHelga aufgezogen und dann ist da noch der B+ Laufradsatz für lange Touren im Winter ohne Schnee. Einfach fahren und Spaß haben.

Welchen Einsatzbereich hat das Bike?

Das Bike wird für Brötchen holen, zur Arbeit fahren, Touren am Wochenende, Alpencross und Trails abreiten benutzt.

Was wiegt das Bike?

Mit dem 559 x 60 mm Laufrad-Satz mit den 4.0er Jumbo Jims oder VanHelgas wiegt es zirka 13,4 kg, mit dem 584 x 45 mm Laufradsatz mit den 27,5 x 3,25er Trax Fattys bleibt die Waage bei etwa 12,9 kg stehen.

Saubere Schaltvorgänge garantiert die Rohloff Speedhub am Heck
# Saubere Schaltvorgänge garantiert die Rohloff Speedhub am Heck

Was ist dein persönliches Highlight an deinem Bike der Woche?

Dass es mir gelungen ist, meine Vorstellungen kompromisslos umzusetzen und dass das Bike in allen Einsatzbereichen so wie ich es erwarte zuverlässig funktioniert. Dass ich meinen Alpencross 2017 mit den Fat-Bike-Laufrädern absolviert habe.

Wie fährt sich das Rad?

Ich habe jetzt mit Moppel über 6400 km zurückgelegt. Es macht so viel Spaß damit zu fahren, dass die anderen Bikes in der Ecke stehen. Ich hatte zwar befürchtet, dass die Front mit der 140 mm Gabel bissel zu hoch stehen könnte, aber in Kombination mit dem 65° Lenkwinkel habe ich immer noch ein paar Zentimeter Sattelüberhöhung, wodurch man auch steile Rampen bequem fahren kann. Mit einer Kurbel mit einem Q-Faktor von 178 mm lässt sich das Bike wie ein XC-Bike fahren, nur der Rollwiderstand ist etwas höher. Der Sattel lässt sich um 125 mm absenken, wodurch man auch steile Trails runterfahren kann. Und auf Flow-Trails kann man es gut laufen lassen. Es kommt meiner EierlegendenWollMilchSau schon sehr nahe. Ich bin mit Moppel am Gardasee die Monte Zugna Trail-Tour gefahren. Wer die kennt, weiß was mit dem Bike möglich ist. Erst wenn es richtig holprig wird, bevorzuge ich dann doch mein Alutech Fanes Pinion. Und bei Schmuddelwetter wird der Commuter ausgepackt.

Auch ein 73 mm BSA Tretlager kann Platz für 4" Reifen bieten
# Auch ein 73 mm BSA Tretlager kann Platz für 4" Reifen bieten
Schicker Gates Carbon Drive CDX 111 Riemen
# Schicker Gates Carbon Drive CDX 111 Riemen
Für Verzögerung sorgt die Avid Guide RS ...
# Für Verzögerung sorgt die Avid Guide RS ...
... an Front und Heck
# ... an Front und Heck

Wie bist du zum Mountainbiken gekommen?

Mein erstes Mountainbike habe ich 1999 gekauft und bin damit im Taunus rumgeradelt. Ursprünglich war meine Hauptsportart Speedskaten, bevor ich zum Mountainbiker mutiert bin. Ich kenne keine andere Sportart die so viele Möglichkeiten bietet wie Mountainbiken, z.B. die unterschiedlichen Disziplinen von Cross-Country bis Downhill und von “Brötchen holen” bis “um die Welt radeln”, die Ausdauer, Kraft, Körperbeherrschung, Fahrtechnik, Natur und Technik verbindet.

Mountainbiken als Lifestyle / die Industrie – deine Sicht.

Ich betreibe Mountainbiken recht intensiv, Urlaub mit dem Mountainbike und einmal im Jahr Alpencross muss irgendwie sein. Wenn man seinen Rahmen nach seinen Vorstellungen schweißen lässt, kann sich bei den neusten Trends das rauspicken was passt, aber muss nicht alles mitmachen.

Du und die Internet Bike Community – wann und wie bist du zu uns gekommen und was verbindest du mit dem IBC?

Als ich im September 2005 meine erste Rohloff Speedhub gekauft hatte, habe ich im Internet nach Informationen gesucht und habe das IBC Forum gefunden. Seitdem bin ich aktives Mitglied der Community.

Action beim Alpencross
# Action beim Alpencross

Technische Daten: Smart-Components / Moppel / 2017

Rahmen: Titan, Custom aus Fernost, Sitzrohr 460 mm, Oberrohr 610 mm
Gabel: Fox Float 34 Factory 27.5+ 140 mm mit AWK
Steuersatz: Cane Creak 40 zs44/56
Bremsen: Avid Guide RS 180/160 mm
Vorbau: Race Face Turbine 70mm
Lenker: Carbon Flatbar, 700 mm, 31,8 mm
Griffe: XLC GR-G12
Felgen: Ican Carbonfat 559mm 65mm Breite
Naben: VR Hope Pro 4 Boost, HR Rohloff Speedhub
Reifen: 45NRTH VANHELGA
Kurbel + Innenlager: Race Face Turbine Cinch 175mm, Race Face
Kettenblatt / Kettenblätter: Gates Carbon Drive CDX 39 Zähne
Schalthebel: Selbstbau Schaltgriff für Rohloff Speedhub
Pedale: Ritchey Paradigm V5
Zughüllen: Selbstbau, eine Zughülle für beide Schaltseile
Kette: Gates Carbon Drive CDX 111
Kassette: Gates Carbon Drive CDX 20 Zähne
Sattel: Selle Italia SLR TT neu mit Leder bezogen
Sattelstütze: Race Face Turbine Dropper Post 125 mm mit Wolftooth remote Hebel
Sattelklemme: Tune Schraubwürger 34,9
Sonstiges: Besonderheiten und eigene Entwicklungen:

  • Der Rahmen wurde so ausgelegt, dass mit 73 mm Kurbelgehäuse und normaler MTB-Kurbel + 100 mm breite Reifen rein passen.
  • Schaltgriff für Rohloff Speedhub, Schaltzug der 2 Schaltseile aufnimmt.
  • Die Bremsleitung und Schaltzüge sind im Rahmen verlegt und verschwinden im Oberrohr und treten erst aus der Sitzstrebe wieder aus.
  • Rohloff Speedhub mit Scheibenbremse und interner Schaltansteuerung, wobei die Schaltseile direkt aus der Sitzstrebe in die Zugeinführungen laufen.
  • Zugtrenner aus Alu. PM-Ausfallenden mit Rohloff-Drehmomentabstützung.

Über das Bike der Woche

Ihr habt auch ein Bike, das sich bestens in die ehrenhafte Riege der „Bikes der Woche“ einfügen kann? Dann lest euch die Regeln für folgendes Album durch und ladet ein Bild in selbiges hoch. Viel Erfolg! Hier zu den Regeln: fotos.mtb-news.de/p/1290006 / Das Album findet ihr hier: mtb-news.de/s/55943.

Die 20 letzten Bikes der Woche findet ihr hier: 

Alle Bikes der Woche? Hier klicken!

  1. benutzerbild

    Speedskater

    dabei seit 09/2005

    Enrgy
    mit welchem copperfield-trick bekommt man den riemen in den rahmen? kann keine schnittstelle erkennen. oder wird der gleich mit eingeschweißt? :confused:
    Das ist Sinn der Übung, dass es nicht gleich ins Auge springt. Am Ende der Ketten-/Riemenstrebe ist ein Konus und da wird das Rahmenschloss von hinten verschraubt.
  2. benutzerbild

    MrBrightside

    dabei seit 03/2017

    Toll umgesetzt das Rad!

    Wie wechselt man den das Hinterrad? Schaltzüge einfach abstecken?
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  4. benutzerbild

    Speedskater

    dabei seit 09/2005

    Die schwarzen Dinger an den Schaltzügen sind Zugtrenner, die man einfach auseinander schraubt, Rad raus, Rad rein und wieder zusammen schraubt.
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  5. benutzerbild

    Enrgy

    dabei seit 01/2002

    Speedskater
    Das ist Sinn der Übung, dass es nicht gleich ins Auge springt. Am Ende der Ketten-/Riemenstrebe ist ein Konus und da wird das Rahmenschloss von hinten verschraubt.
    coole idee, habs echt nicht gesehen. aber da war/bin ich wohl nicht der einzige, wenn ich die alten aufbauthreads kurz überfliege.
    früher in den 90ern gabs sowas (halbwegs bezahlbar) nur von rewel, heut mailt man kurz nach china...verrückte welt...

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